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scheint in der Hauptsache durchaus gelungenen Angriff
unternommen'). Er geht davon aus, daß die eigentliche
Triebkraft der gesellschaftlichen Wirtschaft die Nachfrage
sei. Da die Güterhervorbringung von der Nachfrage ab-
hängig sei1 2), so könne die Lehre von der Produktion nicht
den anderen Stoffgruppen vorangehen. Die dieser An-
ordnung zugrunde liegende Auffassung sei fehlerhaft, weil
sie den technischen mit dem wirtschaftlichen Standpunkt
verwechsele, technisch müßten die Güter zuerst hervor-
gebracht sein, ehe sie verzehrt werden können. Der Ent-
schluß aber, ein Gut hervorzubringen sei wirtschaftlicher
Art. Hasbach unterscheidet nun vier Arten der Güter-
verzehrung und gliedert entsprechend den Inhalt der „Güter-
verzehrungs-Lehre“: 1. die unbeabsichtigte Güterverzeh-
rung (sie bewirkt einen schlechthinnigen Verlust), 2. die
beabsichtigte Verzehrung der Genußgüter (ihre Wirkung
ist die Befriedigung der Bedürfnisse), 3. die beabsichtigte
Verzehrung der produktiven Güter (reproduktive Verzehrung,
deren beabsichtigte Wirkung Entstehung von Gütern von
höhrem wirtschaftlichem Wert ist, als die produktiven
Güter haben), 4. das Sparen.

Ohne mich in eine Kritik dieser Gruppierung hier
einzulassen, will ich nur bemerken, daß ich Hasbach folge
insofern, als ich die Lehre vom Güterbedarf der Lehre von
der Produktion, oder wie man besser sagen wird, der
Lehre von der Bereitstellung der Güter voranschicke. Ich
gliedere dann den Abschnitt Güterbedarf folgendermaßen:

1)	„Güterverzehrung und Güterhervorbringung“ 1906.

2)	Das wurde schon früher häufiger betont, so nennt z. B. Lexis
in Schönbergs Handbuch (2. Aufl. I. Bd. S. 698) die Konsumtion, die
Fünktion, „welche die Produktion und somit den volkswirtschaftlichen
Prozeß überhaupt im Gange hält.“ Vgl. auch Plenge a. a. O. S. 19.