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kleinem Zufallsgeplänkel ab, so muß man zugeben, daß
die Gegner sich eigentlich nur auf politischem Gebiete
fanden. Nicht die klassische National-Ökonomie als Wissen-
schaft wurde widerlegt, sondern die Politik, insofern sie
nichts anderes sein wollte, als angewandte klassische Na-
tional-Ökonomie. Das war in der Tat ein großer Fehler
namentlich der Epigonen des Klassizismus, daß sie kein
Verständnis dafür hatten, daß Politik etwas ganz anderes
ist als angewandte Wissenschaft, daß die Politik, die nichts
anderes sein wollte als die Anwendung „der natürlichen
Gesetze der National-Ökonomie“, mit einem Fiasko enden
mußte.

Gilt das allgemein, so galt es in verstärktem Maße
für die eigenartige wirtschaftliche Übergangszeit, die in
Deutschland mit der Zeit zusammen fiel, wo der deutsche
Historismus zum Manne erstarkte.

Es waren die Jahre, wo aus einem armen Deutschland
ein reiches Deutschland werden sollte. Ein hartes Ringen
war da notwendig. So manche schwer Blessierten mußten
auf der Kampfstätte bleiben. Mit gewaltiger Energie,
kühnem Schaffensmute und einer nicht gewöhnlichen In-
telligenz bahnte der deutsche Unternehmer den Weg,
„Ohne Sentimentalität vorwärts!“ das war die Losung.
Manche sanken nieder, die Vorwärtsdrängenden benutzten
rücksichtslos die zu Boden Gefallenen als Stützen für ihr
weiteres Vordringen. Ein wilder Konkurrenzkampf! Und
wie oben so auch unten: Die Bevölkerungsziffer hatte in
Deutschland rasch eine fast beängstigende Höhe erreicht;
die alten Erwerbstände konnten den Überschuß nicht mehr
aufnehmen. So strömten denn die Scharen in die Industrie;
auf gut Glück! Manche erreichten auch dort vorüber-
gehend hohe Löhne, aber um bald zu empfinden, daß man