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dament zu geben. Man wies tadelnd hin auf die Unklarheit
der Begriffsbildung, auf die mangelhafte Systematik, die sich
die Gegner der klassischen Schule zu Schulden kommen
ließen und lassen. Allen diesen Fehlern, glaube ich, stehen
schließlich aber auch entsprechende Vorzüge gegenüber,
nur eine „Todsünde" bleibt ungesühnt: Die zu weitgehende
Verquickung der Wissenschaft mit der praktischen Politik.

Man tadelte es mit Recht an den Manchesterleuten,
daß sie ihre subjektiven Ansichten über das Seinsollen als
Wissenschaft ausgaben, um dann im selben Atemzuge die
Irrlehren der Gegner zum Dogma für die eigenen Jünger
zu machen.

Die wissenschaftlicheSozial-Ökonomie kann
allgemein gültige Urteile über das Seinsollen
im praktischen und politischen Leben nicht ab-
geben; eine ethische Sozial-Ökonomik in diesem
Sinne ist also abzulehnen. Insofern bietet uns die
Wissenschaft weniger als manche ihrer Vertreter heute ver-
sprechen. Sie kann und muß aber mehr geben als sie bis-
her gegeben hat, dadurch, daß sie die Ursachen der Er-
scheinungen nicht verdunkeln läßt durch den Schatten der
Wirkung. Das ist ein Hauptvorwurf, den Maurice Lair in
seinem Buche L’imperialisme Allemand (Paris 1902) dem
neuen deutschen Geiste allgemein macht. Das hindert ihn
nicht, sarkastisch kurz vorher zu sagen: „Wenn Goethes
Faust zur Überzeugung kam, daß wir nichts wissen können,
so glaubt der neue Deutsche, daß er alles wissen kann.“
Den Tadel dort, den Spott hier kann man auch in das
alte Diktum zusammenfassen: Multa, sed non multum!

Wenn ich mich gegen eine ethische Sozial-Ökonomik
ausspreche, so bitte ich mich nicht mißzuverstehen. Nichts
liegt mirferner, als die Ethik und dieMoralaus