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Die Extreme berühren sich; schon kommt ein Pessi-
mismus zum Ausdruck, der erklärt, der Versuch, wesent-
liches für die Praxis aus der Theorie zu gewinnen, müsse
scheitern. „Unsere Theorie, soweit sie fest begründet ist,
versagt den wichtigsten Erscheinungen des modernen Wirt-
schaftslebens gegenüber1).“ Ich gestehe, daß dieser Pessi-
mismus mir sympathischer, auch berechtigter zu sein scheint,
als der übergroße Optimismus mancher anderen. Aber er
geht doch viel zu weit. Der Sozial-Ökonom kann freilich
nicht als Mann der Wissenschaft praktisch-politische Pro-
bleme lösen, die streng-wissenschaftliche Untersuchung
des National-Ökonomen über Tages-Probleme muß dem
Praktiker notwendigerweise „unfertig“, „zu wenig positiv“,
„zu verstandesmäßig“ Vorkommen. Aber deshalb sind
derartige Untersuchungen für die Praxis nicht nutzlos,
nicht unfruchtbar. Sie wollen gewiß nicht das ganze Ge-
bäude sein, aber sie können allein das sichere Fundament
abgeben für einen sturmsicheren Bau, demgegenüber aus
Gefühlen, Illusionen, Idealen und Wünschen nur ein leichtes
Kartenhaus errichtet werden kann, das nicht einmal dem
leisesten Lufthauch widerstehen wird2).

Minderwertigkeit für die Herren vom Bunde klar erwiesen. — Sogar
ein unbefangener Gelehrter, Stier-Somlo, hat sich durch die — fast
möchte ich sagen „Advokatenkniffe“ Ballods verblüffen lassen. Vgl.
Conrads Jahrbücher 1909 O. 0.

1)	So Schumpeter in seinem umfangreichen Werke über „Wesen
und Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie“ (S. 576, 578).
Zu der Art Theorie, wie sie Schumpeter entwickelt, paßt allerdings dieser
Satz durchaus. Ich befürchte, daß Conrad Schmidt recht behalten
wird, wenn er von Schumpeters außerordentlich fleißiger und tief-
grabender Arbeit sagt, daß sie „in typisch repräsentativer Weise die trost-
lose Unfruchtbarkeit der sogenannten neuen, in irgend welcher Form
auf dem berühmten Prinzip des Grenznutzens basierten ökonomischen
Theorien“ widerspiegele. Sozialistische Monatshefte 1909 1. Bd. S. 453.

2)	Diese Sätze habe ich in der „Zeitschrift für Wohnungswesen“