Geldwert  in  der  Geschichte.

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Zusammenstellungen  nur  noch  empfindlicher  stören:  Wir  kommen
immer  nur'  auf  den  Metallgehalt  als  Nenner,  reduzieren  also  i  n
dem  Sinne,  in  dem  gefragt  wurde,  alle  Angaben  auf  verschiedene ­
  Größen.  Und  zwar  gilt  dies  für  Geldangaben,
die  der  Zeit  nach  erheblich  auseinanderliegen,  nur  in  besonders
auffallendem  Maße;  prinzipiell  haben  wir  dasselbe,  wenn  wir  z.  B.
für  1500  die  Gulden,  Livres  tournois,  Maravedis,  Mark  liibisch
zusammenstellen  wollen.  Wie  sehr  die  Kaufkraft  des  Edelmetalls ­
  regional  verschieden  ist  und  abweicht  von  dem  Metallgehalt ­
  oder  dem  Kurswert,  der  ein  modifizierter  Metallwert  ist,
ist  bekannt  und  drängt  sich  noch  heute  z.  B.  dem  recht  empfindlich ­
  auf,  der  zuerst  einen  Monat  in  Brüssel  und  dann  einen  Monat
nicht  weit  davon  im  Haag  wohnt.
Die  schönen,  auf  Metallgehalt  reduzierten  Tabellen  also  sind
nur  verwertbar  für  die  Frage:  Wieviel  Waren  kann  man  zu
verschiedenen  Zeiten,  oder  in  ökonomisch  verschieden  orientierten
Regionen  auch  zu  derselben  Zeit,  für  das  gleiche  Gewichtsquantum ­
  Edelmetall  ein  tauschen  d.  h.  kaufen?,  mit  anderen
Worten  nur  für  den,  der  sich  mit  der  Geschichte  des
Goldes  und  Silbers  beschäftigt.  Für  den  Historiker  aber
ist  die  Geschichte  der  Edelmetalle  eine  sekundäre  Frage  (doch
s.  Abschn.  V);  er  fragt  unmittelbar  nach  der  Kaufkraft,  und  dann
steckt  in  jeder  Ziffer  der  reduzierten  Tabellen  eine  Unbekannte
oder  Produkte  aus  mehreren  Unbekannten.
Nun  halten  sich  natürlich  diese  Abweichungen  in  bestimmten
Grenzen.  Bei  gleichzeitigem  Geld  ist  ihnen  eine  Grenze  gezogen
dadurch,  daß  jeder  Goldschmied  und  jede  Münzstätte  die  Möglichkeit ­
  hatten,  ungewöhnlich  gute  oder  ungewöhnlich  schlechte
Münzen  mit  Gewinn  einzuschmelzen  oder  umzuprägen;  ein  Vorgang, ­
  der  bekanntlich  in  der  Münzgeschichte  eine  ungemein
wichtige  Rolle  spielt.  In  der  Zeit  aber  geschieht  eine  erhebliche
Veränderung  des  Geldwertes,  auf  den  großen  Durchschnitt  gesehen, ­
  nie  plötzlich,  wofür  freilich  auf  der  andern  Seite  einmal
eingelebte  Veränderungen  auch  bestehen  bleiben  und  sich  stetig
summieren  können  J ).
1)  Dagegen  etwa  bei  den  Getreidepreisen  die  Tendenz,  auf  das  gleiche
Niveau  zurückzukehren.