Geldwert  in  der  Geschichte.

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Mehrzahl  der  Fälle  aus  praktischen  Rücksichten  unanwendbar
bleibt?  Aus  gutem  Grunde  hat  sich  seit  Wiebe  *)  niemand
wieder  an  zusammenfassende  vergleichende  Untersuchungen  herangewagt. ­
  Da  seine  Methode  noch  die  Diskussion  beherrscht 2 ),
prüfen  wir  sie  in  Kürze.
Zunächst  gibt  Wiebe  eine  Übersicht  über  die  von  seinen
Vorgängern  aufgestellten  Preistabellen.  Aus  der  ganzen  Fülle
werden  nur  zwei,  die  Leipziger  Getreidepreise  von  Dittmann
(S.  20)  und  die  Aufstellungen  Hanauers  für  das  Elsaß  (S.  21  f.),
ohne  durchgreifende  Korrektur  akzeptiert!  Andere,  die  von
Falke  für  Sachsen,  von  Rogers  für  England,  auch  die  von
Levasseur  für  Paris  mitgeteilten  Listen,  werden  mit  größtem
Arbeitsaufwand  kritisiert  und  umgegossen 3  4 );  ebenso  ein  Teil  der
Warenpreise  für  Orleans,  die  Mantellier  gesammelt  hatte  (S.  23  f.);
ein  Teil  nur,  da  die  „völlige  Durchführung  dieser  sehr  zeitraubenden ­
  Umrechnung  leider  nicht  geschehen  konnte“.  Auch  die
Angaben  von  d’Avenel 1 )  hätten  nicht  ohne  Umarbeitung  verwertet
werden  können,  da  dieser  auf  Silber,  Wiebe  aber  auf  Gold  reduziert. ­
  Gewichtiger  noch  werden  die  Bedenken  gegen  Allgemeingültigkeitsansprüche ­
  dieser  Methode,  wenn  wir  darauf  achten,
daß  Quellenreihen  kleineren  Umfangs  überhaupt  nicht  berücksichtigt ­
  werden  können.  Denn  in  der  Regel  würde  die  Reduktion ­
  einen  Umfang  au  Arbeit,  ja  oft  eingehende  archivalische
Nachforschungen  fordern,  die  in  keinem  Verhältnis  zu  dem  Resultat ­
  stehen  würden.  So  lohnte  sich  für  Wiebe  eine  Umgießung
nicht  bei  den  von  Helferich  auf  den  2472  Guldenfuß  und  den
von  Kids  auf  den  15  Talerfuß  reduzierten  Tabellen  (S.  11  f.,  17),
während  die  Unerreichbarkeit  des  Materials  der  Grund  gewesen
sein  mag,  weshalb  über  drei  besonders  wertvolle  Sammlungen
einfach  zur  Tagesordnung  übergegangen  werden  muß,  die  Brüsseler
Getreidepreistabelle  von  Quetelet  (S.  12  f.),  die  Zusammen-1)

  G.  Wiebe,  Zur  Geschichte  der  Preisrevolution  des  16.  und  17.  Jahrhunderts, ­
  1896.
2)  Z.  B.  Sommeklad  im  Hwb.  d.  Stw.,  3.  Aull.,  1910,  Art.  „Preis“,
S.  117611.:  Hinweis  auf  die  Notwendigkeit  der  Reduktion.
3)  S.  7  {.,  18  f.,  34,  64—60,  60—70.
4)  Vgl.  S.  25  ff.,  29,  Anm.  3.  Ihm  lag  nur  der  Bericht  von  Levasseuk  vor.