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Andreas  Walther

Leber  *)  und  neuerdings  d’Avenel  überhaupt  auf  numismatische
Exaktheit  verzichtet  und  stellen  anstatt  dessen  nur  summarisch
die  Wertveränderungen  des  Livre  tournois  nach  längeren  Perioden
zusammen 1  2 ).  Die  dazu  notwendige  Unterscheidung  wirkungsloser
und  dauernd  merkbarer  Veränderungen  des  Münzwertes  kann
natürlich  nur  auf  einer  Schätzung  aus  der  Fülle  des  Materials
selbst  heraus  beruhen.  Und  wenn  d’Avenel  zugleich  für  jede
dieser  Perioden  die  jeweilige  Kaufkraft  des  Silbers  im  Verhältnis ­
  zu  der  heutigen  angibt 3 ),  so  geschieht  auch  dies  im  Grunde
schätzungsweise  und  direkt  (vgl.  oben  S.  6),  nicht  auf  Grund
einer  exakten  Durchführung  der  Methode,  von  der  er  im  Anschluß

die  Regierung,  von  der  die  Münzverschlechterung  ausging,  erst  einmal  ohne
weiteres  ihre  Zahlungen  in  den  schlechteren  Münzen  leistet.
1)  Leber,  Memoires  sur  l’appreciation  de  la  fortune  privee  au  moyen
äge  relativement  aux  variations  des  valeurs  monetaires  et  du  pouvoir  commereial
  de  l’argent;  1841  gelesen,  zuerst  gedruckt  in  den  Memoires  presentes
par  divers  savants  ä  l’Academie  royale  des  inseriptions  et  belles-lettres  de
l’Institut  de  France,  l e  Ser.,  Tomei,  Paris  1844,  4°,  S.  230—338.  Br  ist  ein
würdiger  Vorgänger  von  d’Avenel.
2)  Vicomte  d’Avenel,  Histoire  economique  de  la  propriete,  des  salaires,
des  denrees  et  de  tous  les  prix  en  general  depuis  l’an  1200  jusqu’en  l’au
1800,  5  Bde,  Paris  1894—1909.  Gegen  die  numismatische  Exaktheit  der
Untersuchungen  von  de  Wailly  über  das  Livre  tournois:  I,  48,  53,  60.  Die
von  Leber  gewählten  Zeiträume  von  je  50  Jahren  erklärt  d’Avenel  für  zu
groß  und  viel  zu  symmetrisch  (I,  61).  Er  selbst  teilt  die  6  Jahrhunderte,  mit
denen  sein  Buch  sich  beschäftigt,  in  18  unregelmäßige  Perioden,  die  nur  die
merkbaren  und  andauernden  Veränderungen  des  Metallgehalts  zur  Darstellung
bringen  sollen:  Tafeln,  Bd.  I,  481  und  V,  350f.,  auch  in  dem  Bericht  von
E.  Levasseur,  Rapport  sur  deux  concours  pour  le  prix  Rossi,  Sdances  et
travaux  de  l’Academie  des  Sciences  morales  et  politiques,  Nouv.  Ser.,  Tome
XXXVUI,  Paris  1892,  S.  349—419,  dort  S.  399,  vgl.  357  f.
3)  Tabellarische  Zusammenfassung  I,  27,  Anm.,  32,  Anm.  (nach  33,  Anm.
nur  für  Frankreich  anwendbar).  Im  5.  Band  (von  1909)  hat  er  (leider)  sich
geradezu  entschlossen,  im  Gegensatz  zu  den  4  ersten  die  Preise  nicht  mehr
anzugeben  in  „Francs  intrinseques  d’apres  son  poids  d’argent“  (indem  nämlich ­
  für,  gleichviel  welche,  Periode  immer  das  Gewichtsquantum  von  4'/2  Gramm
Silber  gemäß  dem  heutigen  Geld  als  „franc“  bezeichnet  wird),  sondern  er
sucht  nun  in  allen  Geldangaben  gleich  die  Kaufkraft  darzustellen,  indem
er  je  nach  den  Zeiten  mit  4,  3‘/2  usw.  multipliziert,  also  die  Angaben  in
„Francs  actuels“  gibt  (V,  7  f.,  Tabelle  S.  350  f.).