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Andreas  Walther

welchem  Zusammenhang?  Die  eine  Argumentationsreihe  nun
sucht  die  Bedeutung  der  einzelnen  Waren  in  bezug  auf  die
„Volkswirtschaft“  festzustellen,  die  andere  (unten  unter  2)
in  bezug  auf  die  Privatwirtschaften.  In  beiden  Fällen  wird
jede  Preisangabe  in  den  Indexzitfern  mit  einem  6  iWichtigkeitskoeffizienten ­
  versehen,  ehe  die  zu  vergleichenden  Durchschnitte ­
  gebildet  werden.  Wie  gewinnen  wir  die  Koeffizienten?
Von  mehr  theoretischen,  mathematisch  bestimmten  Erörterungen ­
  über  Durchschnittsbildung  überhaupt  sind  diese  Untersuchungen ­
  ausgegangen.  Die  Frage  stand  zunächst  nur  so:  wie
kann  theoretisch  einwandfrei  überhaupt  eine  Durchschnittsbildung
aus  mehreren  Preisangaben  vorgenommen  werden?  Die  Antwort
war,  daß  es  gelte,  die  umgesetzten  Warenmengen  mit  in  Rücksicht ­
  zu  ziehen.  Nach  einer  1871  gepflogenen  Debatte  zwischen
Deobisch,  Laspeyres  und  Held  j )  hat  Lehr  1885  durch  Einführung ­
  der  fingierten  Rechnungsgrösse  einer  „Genußeinheit“,
d.  h.  der  Quantität,  die  man  von  jeder  Ware  für  eine  Mark  erhält, ­
  die  gebliebenen  Schwierigkeiten  zu  lösen  versucht 1  2 ).
Wie  man  auch  über  die  theoretischen  Ergebnisse  denken  mag,
aus  praktischen  Gründen  hoffnungslos  ist  wenigstens  vorläufig
noch  die  uns  eigentlich  allein  interessierende  Anwendbarkeit  auf
das  Ganze  der  Volkswirtschaft  oder  der  Weltwirtschaft:  der
Übergang  von  theoretischen  Erörterungen  über  Kombination  einzelner ­
  Marktnotizen  zur  Berücksichtigung  der  an  den  großen  ökonomischen ­
  Zusammenhängen  orientierten  Bedeutung  der  einzelnen
Waren.  Man  müßte  die  in  einer  gegebenen  Volkswirtschaft  oder
der  Weltwirtschaft  verbrauchten  Gesamtmengen  der  einzelnen ­
  Waren 3 )  den  Berechnungen  zugrunde  legen  können.  Die
1)  Meist  in  den  Jahrbüchern  für  Nationalökonomie  und  Statistik  jenes
Jahres,  Bd.  XYI,  S.  143—156,  296—314,  315—340,  416—427.  Vorher  ging
ein  Aufsatz  von  Drobisch  in  den  Berichten  der  sächsischen  Gesellschaft  der
Wissenschaften  desselben  Jahres.
2)  J.  Lehr,  Beiträge  zur  Statistik  der  Preise,  Frankfurt  1885.  Ein  sehr
prägnanter  Bericht  über  seine  Methode  bei  Lexis,  in  den  genannten  Jahrbüchern ­
  N.  F.  XIII  (1886),  S.  117  f.
3)  Vgl.  z.  B.  Soetbeer,  Materialien  zur  Erläuterung  und  Beurteilung  der
■wirtschaftlichen  Edelmetallverhältnisse  und  der  Währungsfrage,  2.  A.,  Berlin
1886,  S.  94  ff.  Derselbe  in  Conrads  Jahrbüchern,  N.  F.  XXI,  1890,  S.  413ff.