Geldwert  in  der  Geschichte.

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Mit  dieser  ganzen  quantitativ  bestimmten,  von  den  Kategorien
der  Preisgeschichte  noch  nicht  frei  gewordenen  Methode  können
wir  also  wenig  anfangen  (doch  siehe  Abschnitt  V).  Die  eigentliche ­
  Aufgabe  ist  vielmehr  die,  die  Budgets  der  einander  entsprechenden ­
  sozialen  Schichten  zu  vergleichen,  ganz
einerlei,  ob  die  eine  oder  die  andere  sich  unterdes  das  Essen
von  mehr  Fleisch  oder  das  Rauchen  oder  den  Wein  angewöhnt
hat.  Hier  liegt  das  besondere  Wahrheitsmoment  der  Methode,
die  die  Löhne  den  Berechnungen  zugrunde  legen  will,  denn  damit ­
  bleiben  wir  wirklich  einigermaßen  in  derselben  sozialen
Schicht.  Freilich  ist  diese  unterste  Schicht  als  Basis  für  Berechnungen ­
  ganz  ungeeignet.  Vielmehr  müßte  es  möglich  sein,  überall
ein  wirkliches  „Normalbudget“  zu  finden,  ein  „mittleres“,
das  einerseits  noch  entscheidend  bestimmt  ist  durch  das  Gebiet
des  Notwendigen,  andrerseits  aber  schon  beeinflußt  wird  von  dem
Gebiet  des  Luxus  und  endlich  schon  merklich  beteiligt  ist  an
Speisung  der  Kollektivhaushaltungen,  die  sich  über  die  Einzelhaushaltnngen
  gelagert  haben.  In  den  Ziffern  eines  solchen
Budgets  hätten  wir  offenbar  eine  Größe,  die  dem  Wahrheitsmoment ­
  des  Suchens  nach  einem  konstanten  Wertmesser  des
Geldes  (verstanden  eben  von  den  Veränderungen,  die  in  den
Privathaushaltungen  fühlbar  werden)  so  weit  wie  nur  theoretisch
denkbar  gerecht  werden  würde.  Es  wird  unsere  Aufgabe  sein,
dies  Wahrheitsmoment  möglichst  vollständig  zur  Geltung  kommen
zu  lassen  (Abschnitt  IV).  Hier  aber  müssen  zunächst  die  Bedenken ­
  gegen  die  Verwendung  von  Rechnungsmaßstäben  überhaupt ­
  konsequent  zu  Ende  gedacht  werden.
Dazu  sei  ein  Wort  über  die  unumgängliche  Erweiterung
des  Rahmens  der  Untersuchungen  vorausgeschickt.  Kemmeker  ')
ist  kürzlich  bei  einer  Prüfung  der  Geltung  der  Quantitätstheorie
zu  dem  Resultat  gekommen,  daß  das  Preisniveau  sich  wesentlich
in  der  gleichen  Weise  verändere  wie  die  allgemeine  Zirkulation
des  Geldes,  der  Gesamtumsatz 1  2 ).  Man  sieht  da  eine  Möglichkeit,

1)  E.  W.  Kemmerer,  Money  and  Credit  Instruments  in  their  Relation
to  General  Prices,  2.  Ausg.,  NewYork  1909.
2)  Kurventafel,  S.  149.