Geldwert  in  der  Geschichte.

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Diesen  entscheidenden  Vorteilen  gegenüber  fallen  die  bekannten ­
  Schwierigkeiten  bei  Erhebung  der  Beamtenbudgets  nicht
ins  Gewicht.  Vereinzelte  Ausgabehudgets,  wie  etwa  das  genau
geführte  Haushaltungsbuch  eines  holländischen  Mattre  des  comptes
aus  den  80er  Jahren  des  16.  Jahrhunderts x ),  kommen  nur  zur
Kontrolle  in  Betracht.  In  der  Eegel  wird  man  unmittelbar  von
den  Einnahmebudgets,  den  Gehältern,  ausgehen.  Dabei  aber  ist
für  frühere  Jahrhunderte  in  zunehmendem  Maße  das  Problem
der  naturalen  Zutaten  zu  beachten,  das  übrigens  auch  bei  Erhebung ­
  der  Löhne  nie  vergessen  werden  darf.  Sehr  vertrauenerweckend ­
  ist  es  nicht,  was  kürzlich  d’AvENEL  über  die  Gehälter
auch  der  höheren  Beamten  zusammengestellt  hat 1  2 );  aber  wo  ist
denn  sonst  in  unserer  Wissenschaft  irgendein  schwieriges  Problem ­
  befriedigend  gelöst  worden,  ehe  überhaupt  eine  ernstliche
Spezialarbeit  vorlag?  Wie  jemand,  der  über  moderne  Einkommen
arbeitet,  nicht  gerade  mit  dem  des  Kellners  oder  des  Geschäftsreisenden ­
  anfangen  wird,  so  wird  man  historische  Untersuchungen
nicht  gerade  dort  beginnen,  wo  eine  Regierung  besonders  viele
eigene  Naturalgefälle  unterzubringen  suchen  mußte.  Und  wenn
in  den  zahlreichen  Beamtenlisten  nur  ein  kleiner  Teil  der  Gehaltsangaben ­
  sich  als  brauchbar  erweist  oder  zur  Brauchbarkeit
ergänzt  werden  kann 3 ),  so  haben  wir  schon  alles  Wesentliche  gewonnen. ­

Ein  paar  Beispiele  für  die  Art  der  Quellenangaben,  mit  denen
der  Forscher  zu  tun  hat,  und  dafür,  wie  etwa  man  sich  nach
ihnen  eine  Skala  zusammenzustellen  beginnt.  Ich  wähle  gelegentlich ­
  aufgenommene  Notizen  aus  einem  Archiv,  wie  jeder  Forscher
es  an  seinem  Wohnort  oder  in  nächster  Nähe  zu  haben  pflegt.
Finden  wir  in  der  Rostocker  Gerichtsrechnung  um  1530:
Lohn  des  Gerichtsschreibers  4  mark  sundisch,  des  Strandvogtes
2'/2  m.,  des  Vogtes  auf  Schonen  25  m.  und  viele  andere  An1) ­
  Archiv  im  Haag,  verloren  in  dem  Bündel:  „Holland,  3578,  Diverse
Kekeningen“.
2)  V,  364—373,  vgl.  IV,  1—70,  V,  77  ff.
3)  Vgl.  die  Mitteilungen  von  H.  Goldschmidt  in  der  Vierteljahrschrift
lür  Sozial-  und  Wirtschaftsgeschichte  1910,  S.  548—562,  auch  etwa  Smend.
Heichakammergericht  I  (1911),  S.  398  ff.