20 Reingewinn diente zur Anlage und Äufnung eines Reservefonds. Diese Basis erwies sich aber für die Anstalt bald als zu klein und unsicher. 1859 schon wurde durch Statutenrevision der Aktiengarantieverein in eine ,, Geld aktiengesellschaft“ mit 100,000 Fr. Aktienkapital umgewandelt, und damit trat natürlich auch der Charakter der Gemeinnützigkeit immer mehr in den Hintergrund. 1875 wurde die viel Mühe und wenig Gewinn bringende Mobiliarleihkasse, 1893 das Sparkassageschäft liquidiert. Ursprünglich war das Bürgschaftsgeschäft der Hauptgeschäftszweig der Bank. Aber die vielen auf kommenden Gemeinde- und Bezirksleihkassen nahmen bald diesen Geschäftszweig für sich in Beschlag, da sie infolge ihrer genauen Personen kenntnis in der Kreditgewährung weitergehen konnten, und die Credit- anstalt konzentrierte ihre Operationen immer mehr auf die Stadt und die angrenzenden Gebiete, hauptsächlich sich der Belehnung von Nachgangs titeln widmend. Durch den wirtschaftlichen und baulichen Aufschwung St. Gallens entwickelte sich die Bank zur eigentlichen,,Baubank“; grosse Quartiere, ja ganze Strassenzüge wurden mit ihrer finanziellen Mitwirkung erstellt. Auf 31. Dezember 1912 weist die Creditanstalt St. Gallen bei 7,5 Millionen Franken Aktienkapital und 4,5 Millionen Franken Reserven eine Bilanzsumme von 59,7 Millionen Franken auf; die Dividende beträgt seit Jahren je 10%. Ebenfalls als Garantieverein wurde 1834 von der Kulturgesellschaft der Bezirke Bremgarten und Muri die Ersparniskasse Bremgarten- Muri gegründet. 1870 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, wobei an Stelle des Garantiekapitals ein Aktienkapital von 200,000 Fr. trat. Zu gleicher Zeit trat die Anstalt auch aus dem Rahmen einer reinen Sparkasse heraus und führte das Kontokorrent- und das Wechselgeschäft als neue Zweige ein. Seit 1910 firmiert das Institut als Freiämter-Bank in Wohlen, es weist auf Ende 1912 2 Millionen Franken Aktienkapital auf. t Eigentümlich war die Beschaffung des Kapitals bei der 1847 ins Leben gerufenen Hilf s- und Ersparniskasse Solothurn-Lebern vor ihrer Umwandlung in die Hilfskasse Solothurn, heute Solothurner Handels bank. Anlehnend an die Kapitalbeschaffung bei Genossenschaften exi stierten neben den Stammaktien sogenannte Sparaktien, die durch monat liche Einzahlungen und Dividendengutschrift allmählich auf den Betrag von 300 Fr. gebracht wurden. Erst 1873 existierten keine solchen Sparaktien mehr. Eine ganz besondere Stellung nimmt unter den Instituten unserer Gruppe die Schweizerische Genossenschaftsbank in St. Gallen,