76 Die zweite Zusammenstellung für 1911 zeigt die einzelnen Untergruppen mit ihren eignen Geldern nicht nur in bezug auf die fremden Mittel, sondern auch im Verhältnis zu den Kreditoren und den Depositen. Wir erkennen, wie verhältnismässig wenig sagend die Zahlen für die Gesamtgruppe sind, indem die einzelnen Untergruppen ganz grosse Abweichungen von den Mittel zahlen aufweisen. Am wenigsten günstig sind alle drei Relationen bei den Banken der ersten Gruppe, eine ausgesprochene Besserung der Verhältnisse zeigt sich, je grössere Institute die Gruppe umfasst. Allerdings hängt das zum Teil mit dem verschiedenen Charakter der einzelnen Banken zusammen. Die Hypothekarbanken ertragen allgemein ein weit ungünstigeres Ver hältnis, als die reinen Handels- und Gewerbebanken. Das Resultat einzelner Untergruppen wird ferner nicht unwesentlich beeinflusst durch bedeutende Banken. So besitzt z. B. die Societe Suisse de Banque et de Depots, Lau sanne, bei einem Nominalkapital von 25 Millionen Franken, wovon die Hälfte einbezahlt, nur 6,376 Millionen Franken fremde Gelder. Das Verhältnis der eigenen Mittel zu den fremden Geldern hat nun auch Bedeutung für die Rendite der Bank, resp. des Aktienkapitals. So sehen diese Kreise in dieser Beziehung ein Verhältnis nicht immer als „günstig“ an, das der Fernstehende als solches zu bezeichnen geneigt ist. Wie eine verfehlte Steuergesetzgebung auf die in Frage stehende Relation ungünstig einwirken kann, zeigt besonders deutlich die Bank für Grau bünden in Chur. Das bündnerische Steuergesetz von 1881 veranlasste die Bank, von nun an „ihr Kapital nebst Reserve en bloc als Vermögen zu versteuern“, wobei dann noch eine scharfe, für Privatvermögen berechnete Progression das Übel vergrösserte. Die Konkurrenz der steuerfreien Kantonal bank führte schliesslich zu einer Reduktion des Aktienkapitals (1886), indem per Aktie 150 Fr. zurückbezahlt wurden. Die Bank besitzt auch heute nur ein Kapital von 3,5 Millionen Franken und einen ausgewieseneß Reservefonds von 750,000 Fr. bei einem Obligationenkapital von (Ende 1912) rund22 Millionen Franken. 1 ) Es ist dies zu begreifen, wenn man die in 1 Verhältnis zu ähnlichen Instituten unvernünftig hohe Steuerbelastung iß Betracht zieht, die wohl imstande sein mag, von einer unter Umständen als wünschbar empfundenen Erhöhung des Aktienkapitals abzuhalten. bezahlten an Staats- und Gemeindesteuern: 1 Eigene Gelder in i 1000 Franken 1 Ende 1912 Dividende 1912 Steuer in Franken pro 1912 Bank für Graubünden 4,250 71/7 82,778 Bank in Wädenswil 3,976 18,883 Zürcher Depositenbank 5,000 7 28,806 Banque de Montreux 7,975 7 32,893 Handwerkerbank Basel 14,050 8 40,517 1 ) 1913 wurde das Kapital auf 4,2 Millionen Franken erhöht; es betragen ferner p et 31. Dez. 1913 die Reserven 900,000 Fr., die Obligationenschuld rund 23 Millionen Franke»,