86 betreiben und damit grosse Gewinne einstreichen, und ihre Verbindungen mit dem Ausland eröffnen ihr Beteiligungen an grossen gewinnbringenden Emissionen des Weltmarktes.!) So scheint es, als ob in der modernen Entwicklung kein Raum mehr wäre für die Lokal- und Mittelbank, als ob sie am besten täte, möglichst bald ihr Heil im Anschluss an eine Grossbank zu suchen. Dem gegenüber werden aber ebenso laut die Nachteile einer solch weitgehenden Konzentration der Kapitalmacht hervorgehoben. 1 2 ) Bei einer Weiterentwicklung in der eingeschlagenen Richtung könnte schliesslich das kreditsuchende Publikum die monopolistische Tendenz unangenehm zu fühlen bekommen; brutale Kreditkündigungen sollen nach Kaufmann 3 ) z. B. den französischen Grossbanken eigen sein. Die Grossbank hat für den kleinen Mann und die geringfügigen Geschäfte, die mit ihm zu machen sind, nicht das genügende Interesse; sie kann den Personalkredit durch ihre Eiliale nicht pflegen wie die lokale Bank, und dadurch ist die Existenz des kleinen und mittleren Gewerbe- und Handels standes bedroht, dem strebsamen aber mittellosen Mann der Aufstieg verunmöglicht oder wenigstens bedeutend erschwert. Kaufmann resümiert: Die Bankkonzentration wirkt nachteilig auf die gesamte Kapitalanlage, sie fördert die Anlage von Wertpapieren auf Kosten einer, bei einer andern Organisation des Bankwesens möglichen, etwas lebhafteren Entwicklung von Handel und Industrie, und sie fördert die einseitige Anlage in höher verzinslichen ausländischen Renten und Obligationen, wie sie ferner durch die Art ihrer Absatzorganisation mitunter die Anlage verteuert. t 2. Die bisherigen Resultate in der Schweiz. Abgesehen von vereinzelten Fusionen, wie sie namentlich die Ent stehung des Schweizerischen Bankvereins mit sich brachte, setzte die eigentliche Bewegung erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den Jahren 1904 bis 1907 ein. Da begannen auch diejenigen grossen Bank institute, die bisher am Grundsatz der Zentralisation festgehalten hatten, von diesem Prinzip abzuweichen und zum Zwecke der Gründung von Filialen und Zweigniederlassungen, Privatfirmen und kleine Banken sich anzugliedern. So fasste z. B. die Schweizerische Kreditanstalt Fuss in Genf und Basel. Dann bewirkte die Errichtung der Schweizeri 1 ) Vergl. auch Kaufmann a. a. O., S. 283. „ Plucer-Sarna a. a. O., S. 169. 2 ) ,, Riesser a. a. O., S. 618. 3 ) „ Kaufmann, S. 331 ff-