91 Gelegenheit zu weiterer Ausbreitung im Aargau und damit zur Ab rundung ihrer Interessensphäre fand die Schweiz. Bankgesellschaft 1913 durch ein engeres Verhältnis zur Aargauischen Creditanstalt in Aarau, bei deren Gründung (1872) sie als Bank in Winterthur schon mit gewirkt hatte. Die Aargauische Creditanstalt ist das kapitalkräftigste private Kreditinstitut des Kantons Aargau, sie ist eine reine Handelsbank im engern Sinne und besitzt Filialen in Laufenburg und Wohlen. Ihre An lagen bestehen zur Hauptsache aus Kontokorrent- und Wechselforderungen. Die Aargauische Creditanstalt wird wie die Bank in Baden als selbständiges Institut weitergeführt, die Schweiz. Bankgesellschaft hält ihrerseits den Kunden des aargauischen Institutes die Organisation ihrer Sitze und Nieder lassungen in gleicher Weise zur Verfügung wie ihren eigenen. Die finan zielle Beteiligung der Schweiz. Bankgesellschaft wurde in folgender Weise durchgeführt. Die Aargauische Creditanstalt erhöhte ihr Kapital von 7 auf 10 Millionen Franken und überliess diese zu 50% einbezahlten 3 Millionen Franken Aktien der Bankgesellschaft als dauernde Be teiligung. Den Aktionären der Aargauischen Creditanstalt wurde über dies ein Umtausch ihrer Aktien in solche der Schweiz. Bankgesellschaft in einem, den Kursen der beiden Papiere entsprechenden Verhältnis an- geboten. So gelangte die Bankgesellschaft in den Besitz der grossem Hälfte des Aktienkapitals, 11,539 Stück von im ganzen 20,000 per 31. Dezember 1913. Die 1863 gegründete Berner Handelsbank war durch Immobili sation bei industriellen Unternehmungen zu Anfang des Jahrhunderts in eine unbefriedigende Lage gekommen; das Institut wollte sich nicht mehr recht entwickeln, und der Kurs der Aktien blieb ein gedrückter. So sah die Bankleitung die Anlehnung an die Zürcher Grossbank Leu & Co. als geeigneten Weg, dem Institut zur Prosperität zu verhelfen. Durch Aktienumtausch setzte sich die A.-G. Leu & Co. in den Besitz des Haupt teils des Aktienkapitals der Berner Handelsbank; sie weist auf 31. De zember 1912 nom. 3,553,600 Fr. des vier Millionen Franken betragenden Kapitals der Handelsbank als bleibende Beteiligung auf. Im Verwaltungsrat des Berner Institutes ist die Zürcher Grossbank durch vier Mitglieder vertreten. Die Solothurner Handelsbank, gegründet 1847 als Hilfs- und Ersparniskasse Solothurn-Lebern, nahm 1874 die Firma Solothurner Hilfs kasse, 1906 unter Rücksichtnahme auf die tatsächlichen Verhältnisse, den gegenwärtigen Namen an. Die Bank besitzt eine Filiale im gewerbereichen Olten. Die Geldknappheit der jüngsten Zeit, die Schwierigkeit, für eine Mittelbank die nötigen Gelder zu finden, mussten der Bank die Nachteile