30 Erwin Respondek, an Frankreich hält gleichfalls die Notenbank aufrecht; allerdings läuft er für Rechnung des französischen Staates. Auch diese Hilfe bindet jährlich beträchtliche Summen. So steht die Notenbank vollkommen in dem Kreise der Erfüllung ihrer ersten Aufgabe: Finanzierung der Staats- und Volkswirtschaft. Sie hat das Bewußtsein, seit Beginn der Krise alles getan zu haben, um die Gefahren eines Zusammenbruchs der staatlichen und privaten Kreditwirtschaft abzuwenden, obgleich ihre Arbeit von keiner Seite unterstützt wurde. Die Notenbank darf aber nicht nur an die Gegen wart denken. Auch in der Zukunft warten ihrer große Aufgaben. Diese Voraussicht ist stets mitbestimmend für die Entscheidung von Maß regeln gewesen, die von der Notenbank getroffen wurden und in den Fragen der Kreditgewährung weiterhin vorherrschen muß. Sie allein leitet die Bank sicher und gut in die Zukunft hinein, da sie jetzt Staat und Wirtschaft Subsidien zu liefern hat, aber dann, im zukünftigen Frieden, die schweren Schäden des Wirtschaftskrieges auszubessern haben wird. Der Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Land striche, die Restauration der Eisen- und Kohlenbezirke, die Auffüllung der Fabriken mit Arbeitsmaterialien und vieles andere mehr sind für das Land von größter Bedeutung, da die Aktivität der Industrie, des Handels und der Landwirtschaft in hohem Maße zum natürlichen Reich tum Frankreichs beizutragen haben werden, um die tiefen Wunden des Krieges wieder zu heilen. Der Krieg erzeugt im Reiche des Geldes eigenartige und bemerkens werte Erscheinungen, welche die Lösung der zweiten Hauptaufgabe der Notenbank: die Regelung der Geldzirkulation in einer für den öffentlichen Verkehr zufriedenstellenden Weise, in hohem Grade erschweren. Die Regierung hat einen riesigen Bedarf an kleinen Geldabschnitten, vor allem an Hartgeld, um das Heer entlöhnen zu können. Die ausziehen den Soldaten selbst nehmen einen eisernen Kassenbestand aus der Heimat mit ins Feld. Das Entscheidende ist aber die Thesaurierung von Geld stücken durch die Bevölkerung. Ungewißheit über die gesamte Entwick lung des bevorstehenden Krieges, die Furcht vor schweren Katastrophen und Sorge um das eigene Wohl führen zu dem Streben, die eigenen Barbestände zu erhöhen. Zunächst schwand das Vertrauen zur Note und alles stürzte sich auf die noch erreichbaren Mengen von Hartgeld. Nach Ansicht dieser kleinen, ängstlichen Leute hat aber nicht nur Gold und Silber in einem Kriege alleinigen, realen Wert, sondern auch die Nickel- und Kupfermünzen sind sicherer als Papier. Diese vorsorgliche Ansammlung von Münzen ging weit über die gewohnten Barbestände hinaus und wurde fast von allen kleineren und größeren Hauswirtschaften getroffen. Es dürfen schließlich nicht die Geldwechsler und Hartgeld spekulanten vergessen werden, die mit den thesaurierten Mengen zurück halten, um sie in späterer Zeit unter der Hand mit Vorteil abgeben zu können. So ist es verständlich, daß das Hartgeld aus dem Verkehr wie