Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 47 sehe Reichsbank" mit den Worten kennzeichnet und festhält, die wohl auch ohne Einschränkung auf Frankreich übertragen werden können; „daß während einer Kriegskrisis von solcher Schwere die Bevöl kerung das in ihrem Besitz befindliche Gold freiwillig zur Zentralnoten bank trägt und dagegen Noten fordert, steht in der Bank- und Münz geschichte aller Länder und Völker ohne Beispiel da, und ist ein über zeugender Beweis nicht nur für den unerschüttei liehen Kredit der Reichs banknoten, sondern auch für die Stärke der im Lande vorhandenen Reserven an Reichsgoldmünzen und für die wirtschaftliche Einsicht und Opferfreudigkeit unseres Volkes“ 1 ). Als letzter Posten sind die Vorschüsse an den Staat und die Ver bündeten anzuführen, die bereits eine kurze Darlegung erfahren haben. Sie sind es, die wohl allen anderen Posten des Bankausweises ein so verändertes Aussehen aufgeprägt haben, die die Notenbank zwangen, iiuer Notenemission keine Grenzen zu setzen, in der Kreditgewährung recht sorgfältig vorzugehen, die gewaltige Goldbewegung in Szene zu setzen u. a. m. Auf ihre Entwicklung und Zusammenhänge wird nochmals unter dem Kapitel „Staatsfinanzen“ eingegangen werden, unter dem auch die Leistungen der Notenbank für die Kriegsfinanzierung eingehender als bisher darzulegen sind. Eine systematische Anordnung der einzelnen Posten im Wochen ausweise gibt interessante Aufschlüsse über die bilanzmäßige Be schaffenheit und Güte des gesamten Status der Notenbank. Es mögen daher die wechselseitigen Beziehungen zwischen Aktiv- und Passivseite einer analytischen Betrachtung unterzogen und die Ein wirkungen des Krieges auf ihren Liquiditätsgrad hin geprüft werden. Hierzu sollen vier Bilanztage herausgegriffen werden, die nach ihrer seitlichen Richtung vielleicht besonders geeignet sein dürften: 24. Juli 1914 — 29. Juli 1915 — 30. Dezember 1915 —3. August 1916 (S. 48 u. 49). Als Grundlage, auf die alle anderen aktiven Postengruppen bezogen werden, dienen die Verbindlichkeiten, also die Passiva, soweit sie die Notenbank zur sofortigen Realisierung verpflichten. Zu ihnen zählen der Notenumlauf und die Guthaben des Staates als auch der Privaten, die daher in einen Posten zusammengezogen werden müssen. Die Giro guthaben sind deshalb in den Posten „Gesamtverpflichtungen“ einzu rechnen, da sie jederzeit ganz in Noten realisiert Werden können. Die Aufstellung ergibt für diese passiven Bestandteile in der Bilanz vom 24. Juli 1914 7 256,00 Mül. Frcs. 29. Juli 1915 15 193.00 ,. .. 30. Dezember 1915 . . 15 597.°° .. .. 3. August 1916 ... 18 433.0° » » Diesen Verbindlichkeiten der Notenbank stehen als Deckung die Aktiva gegenüber. Sie können in 3 Liquiditätsschichten eingeteilt Werden. Zur ersten Schicht zählen Gold (hier auch das „Gold im Auslande“), S;lb r und die „Guthaben im Auslande“. Der letzte Posten setzt sich M a. a. O. 1914, S. 7.