7 8 Erwin Respondek, fügige Summe kann naturgemäß im Vergleich zu den starken Bezüge® amerikanischer Waren auch nicht im entferntesten einen durchgreifenden günstigen Einfluß auf die Bewegung der Franken-Devise ausüben und ermahnt daher, den Gedanken der Spekulation sorgsam zu prüfen und mit Vorsicht zu vertreten. Die Darlegungen dürften das eifrige Bestreben der Notenbank, im Verein mit der Regierung das Valuta-Problem zu lösen, erwiesen haben. Kein Versuch wurde unterlassen und kein Mittel abgewiesen,, um die geschwächte Kaufkraft des Franken zu heben und die zerrüttete Währung wieder in Ordnung zu bringen. Dennoch führten alle Anstrengungen, alle jenen kostbaren Gold opfer zu keiner endgültigen, sondern nur zu einer vorübergehenden Lösung der für das Wirtschaftsleben fundamentalen Valuta-Frage. Und dies überrascht nicht, da doch die Schwierigkeiten des Valuta- Problems für Frankieich, bildlich gesprochen, einer Lawine gleichen, die noch einen weiten Weg bis ins Tal zurückzulegen hat. Sie fing klein an, wurde immer größer, und niemand kann beurteilen, wie stark sie noch werden kann. Sie aufzuhalten, ist nicht leicht, sie weiterrollen zu lassen, gefährlich. Aber es ist kaum möglich, der gewaltig angestiegenen Einfuhr von Gütern für Heer und Flotte, Industrie und Landwirtschaft ein Halt zu gebieten. Und hier liegt die Wurzel des Übels. Von Monat zu Monat steigt der Import jener vielen Kriegs- und Friedensartikel und erzeugt so eine zunehmende Verschuldung Frankreichs auf dem Weltmärkte. Denn neben ausschließlichen Kriegsartikeln mußten in die Häfen auch Friedenswaren eingelassen werden. Diese sind für die Aufrechterhaltung der inneren Wirtschaft nicht minder bedeutsam, und wollte man ihrem Eintritt einen starken Riegel vorschieben, so würde diese unterbundene Rohstoffzufuhr für den industriellen, gewerb lichen und landwirtschaftlichen Betrieb tiefgehende Schäden erzeugen. Das Prinzip der höchsten Sparsamkeit hat seine Grenzen. So ist es klar, daß durch diese Einfuhrposten die Passivität der Handelsbilanz bedeutend vergrößert wird, und daß dadurch alle gezeichneten Ver suche vom Debet, wenn auch nicht wieder ins Kredit, so doch wenigstens ins Gleichgewicht zu kommen, vergeblich sein mußten. Es dürfte nach diesen Untersuchungen wohl keinem Zweifel unter liegen, daß in dem unentwegt hohen Einströmen von Gütern und der Unmöglichkeit, sie durch eine entsprechend hohe Warenausfuhr, durch weitere Liquidierung von Forderungen, die Frankreich an das Ausland in zins- und amortisationspflichtigen Ländern hat, zu kompensieren, die ersten und grundlegenden Ursachen für die französische Valuta krisis zu sehen sind. Auch die Notenbank hat die Überzeugung, daß allein die kriegswirtschaftliche Entwicklung an der Verschlechterung der Valuta schuldig sei und erkennt an, daß es mit Rücksicht auf die nationale Verteidigung unmöglich sei, die Einfuhr beträchtlich zu vermindern, um dadurch der Krisis auf dem Devisenmärkte entgegen zutreten. Aber: „Weder die Diskonterhöhung noch die Geldsendungen nach