Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 81 tauschmittel im Sinne des internationalen Zahlungsverkehrs. Aber die Einlösbarkeit der Noten ist doch hier wie in Frankreich und Deutsch land nur verschoben, auf einen späteren und glücklicheren Zeitpunkt prolongiert und nicht effektiv für immer ausgesprochen. Tatsächlich ruht in der Bank von Frankreich ein bestimmter Goldschatz, der zur realen Deckung ihrer zirkulierenden Noten prädestiniert ist und den Noten wirklichen, inneren Wert verleiht. Es dürfte so ziemlich schwer fallen, das Disagio des Franken allein oder vorwiegend auf eine durch übermäßige Notenemission herbeigeführte Geldentwertung erklären zu wollen, obwohl nochmals betont werden soll, daß auch sie in Grenzen ihre Einflüsse zur Geltung bringt. Durch welche Maßnahmen sich die französische Republik aus dieser schlimmen währungspolitischen Lage befreien wird, sei es noch im Kriege oder im künftigen Frieden, ist gar nicht vorauszusehen. Hier werden der Ausgang des Krieges und die sich anschließenden Friedensbedingungen ein entscheidendes Wort mitzusprechen haben, so daß alle Betrach tungen über dieses interessante Problem bis in friedliche Zeiten verschoben werden müssen. Ein Rückblick auf die dargelegte vielseitige und mit so weit herziger Bereitwilligkeit entwickelte Kredittätigkeit der Bank von Frankreich kann nur das Urteil uneingeschränkten Lobes zulassen. Es steht fest: Die Notenbank versagte im entschei denden Augenblicke nicht, und sie zeigt sich während der ganzen bisherigen Kriegszeit als ein unerschütterlicher Pfeiler, auf dem alle finanziellenTransaktionen sicher ruhen können, und als die unerschöpfliche Quelle, aus der Staat und Volkswirtschaft jede berechtigte und not wendige Hilfe in weitestem Maße schöpfen kön nen. Sie finanziert den Krieg, sucht das Wirtschaftsleben durch leichten Kredit zu beleben, stützt Banken und Private, arbeitet in vollster Kraft an dem Abbau der Wechsel-, Börsen- und Bankmoratorien, regt überall zur Arbeit an und verzagt nicht, den schweren Kampf gegen die Ver schlechterung der nationalen Währung, die ihr als höchstes Gut an vertraut ist, in unermüdlicher Tatkraft und energievoller Hingebung zu führen. Alle diese unschätzbaren Dienste und ihre Arbeit als Notenbank Werden als wertvolle Dokumente zu den bereits errungenen in ihre Ge schichte eingetragen werden und so für immer fortbestehen. Eine so hervorragende Stellung, wie sie die Bank von Frankreich im nationalen Wirtschaftsleben, im Kredit-, Bank- und Finanzwesen einnimmt, bleibt von Anfeindungen nicht verschont. Wirtschaftspoli tische und rein politische Interessen der verschiedensten Parteien suchen durch ihre Beziehungen und Machtmittel Einfluß auf die Notenbank zu gewinnen, gegen sie anzurennen, um ihre Kraft in einer ihnen jeweilig genehmen Weise, oftmals für eigennützige Zwecke zu gebrauchen. Am Respondek, Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft# 6