64 heitskeime — sehr viele Sattler leiden an Schwindsucht — durch die in Privatwohnungen angefertigten Militärausrüstungen auf die späteren Gebraucher übertragen werden. Dies müsse man ver meiden. Heimarbeit verleite überdies zu einer ungeregelten Arbeits zeit, die voin sozialpolitischen und hygienischen Standpunkte zu be kämpfen sei. In 'den Werkstätten und Fabriken habe man sich an die von der Arbeitsordnung vorgeschriebene Arbeitszeit zu halten. Dieser Zivang fehle dem Heimarbeiter. Mancher betrachte es so gar als einen Vorteil der Heimarbeit, daß er unbegrenzt arbeiten könne. Deswegen komme es meistens vor, daß der Heimarbeiter bemüht sei, in einer überlangen Arbeitszeit, öfters mit Unter stützung seiner Familienangehörigen, so viel wie angängig Arbeit herzustellen, zum Schaden -der eigenen Gesundheit und der seiner Familie. Die Heimarbeit übe ferner auf die Preisbildung einen bedeu tenden Einfluß aus. Der Wochenverdienst eines Heimarbeiters werde ohne Rücksicht auf Ueberarbeit und Hilfe der Familienange hörigen als normaler Wochenlohn betrachtet, bei Festsetzung der Preise als maßgebend angesehen und vielfach als Vorwand zur Herabsetzung der Akkoudpreise gebraucht. Dies alles trage zu einer allgenreinen Herunterdrückung der Löhne bei. In der Zwischen meisterfrage sei schor: vieles durch den Einfluß der Organisatiorr bei ihren Mitgliedern geschehen. Auch durch Vertrag mit den Fa brikanten habe man das Zwischenmeistersystem auszumerzen ge sucht. Ganz seien die Zwischenmeister aber heute noch nicht ver- schwrrnden, weshalb ein behördlicher Eingriff Wohl am Platze wäre. Die Arbeiter wünschen, daß in die Verträge, welche vom Kriegsministerium mit den Firmen, die sich um Militärarbeit be mühen, abgeschlossen würden, folgende Bestimmung aufgenommeir werde: „Der Unternehmer verpflichtet sich, die übernommenen Ar beiten in eigenen Werkstellen anzufertigen. Das Weitergeben der Arbeit an Zwischenmeister und Hausindustrielle ist untersagt." Hierzu bemerken die Sattler: Während früher die übernom menen Arbeiten in eigenen Betriebswerkstätten zur Fertigstellung gelangten, habe dies jetzt zum größten Teil aufgehört. In den