90 Deutscher Textilarbeiterverband... , ca. Gewerkverein der Schneider. Schneiderinnen und verwandten Berufsgenoffen Deutsch lands H.-D. (schätzungsweise) vor dem Kriege Ende 1916 Gewerkverein der Heimarbeiterinnen Deutsch lands 1913 1914 1915 Ende 1916 1500 Frauen 500 Männer- 2200 Frauen und Männer. 1100 8385 9293 12915 15093 Während in den anderen Organisationen wohl eher mit einem zahlenmäßig allerdings nicht recht zu erfassenden Rückgang zu rech nen ist. hat der Gewerkverein der Heimarbeiterinnen Deutschlands ein außerordentlich erfreuliches Wachstum der Mitgliederzahl auszu weisen. mit dem eine sehr günstige Entwicklung des Kassenbestandes Hand in Hand geht. Dieser betrug: am 31. Dezember 1916 .... 89 147 Mk. am 31. Dezember 1915 .... 61 687 Mk.. am 31. Dezember 1914 .... 48 497 Mk.. Wie die Rechnungislegung für 1915 erweist, deckten die Be träge der ordentlichen Mitglieder die Ausgaben völlig, ja, ergäbe,: sogar noch einen kleinen Ueberschuß. so daß nunnrehr der Gewerk verein das langerstrebte Ziel erreicht hat, von den Zuschüssen außen stehender Geldgeber unabhängig zu sein. Wenn auch der Zuwachs des Gewerkvereins während des Krieges zum Teil auf seine ausgedehnte Arbeitsvermittlung zurück- zuführen ist —■ er beschäftigte in 35 Nähstuben durchschnittlich neun- bis zehntausend Heimarbeiterinnen, von denen allerdings ein beträchtlicher Teil nicht organisiert war —. so ist es doch an und für sich eine erfreuliche Tatsache, daß er trotz schwieriger Kriegs- Verhältnisse nicht nur seine Mitgliederzahl erhalten, sondern auch so stark vermehren konnte. Es ist zu erhoffen, daß unter den vielen, die zunächst lediglich in der Hoffnung, Arbeit zu erhalten, eintraten, ein recht erheblicher Teil sich von gewerkschaftlichen Gedanken er fassen läßt und auch nach dem Abflauen der vermittelten Aufträge der Organisation treu bleibt. Trotz des Wachstums der bedeutendsten Heimarbeiterorgani- sationen hat man den Eindruck, als ob prozentual die Zahl der Or-