181 Heimarbeit gegriffen haben, so ist dies Streben, so sehr man es bei dein Mangel an Heimarbeit und bei den unerfreulichen Begleit erscheinungen der Heimarbeit einschränken muß, menschlich durchs aus begreiflich. Es besteht in diesen Kreisen ein starkes und be rechtigtes Bedürfnis nach Heimarbeit. Für jede rechte Mutter, und deren gibt es tu unserm deutschen Volk, Gott sei Dank, noch viele, ist es ein bitterer Entschluß, Kinder und Haushalt sich selbst zu überlassen und in die Fabrik zu gehen. Darüber können die besten Betvahranstalten nicht hinwegbringen; sie sind irnb bleiben Be- helfseinrichtungen, Surrogate. Was für bedenkliche Folgen die außerhäusliche Erwerbsarbeit der Mütter für die Kinder hat, zeigt folgendes Ergebnis^) einer Untersuchung über die Beeinträchtigung der Kindererziehung durch die mütterliche Erwerbsarbeit, die auf Grund von 749 Akten der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge angestellt wurde. Es er gab sich dabei, daß 89 Prozent aller kriminellen Jugendlichen aus Familien stammten, in denen die Mutter vollständig fehlte oder mehr oder weniger bei der Erziehung der Kinder ausgeschaltet war. Dabei ergab sich folgendes Bild: Mutter fehlt ganz in . . . 86 Fällen 17,3 Proz. Mutter krank in 50 „ 11,4 „ Im Hause berufstätig in . . Stundenweise außer dem Hause 50 ., 10,3 " tätig in Den ganzen Tag außer dem 85 „ 17,3 " Hause berufstätig in . . Berrifstätigkeit ohne nähere 118 „ 24,0 " Angaben in 24 „ 5.0 „ Eigenes Geschäft in ... . 17 3.7 „ Mutter berufslos, gesund, in . 54 „ 11,0 ,, Summa 190 Fälle 100,0 Proz. 89 Proz. 11 Proz. Ohne Angaben über die Berufs tätigkeit der Mutter . . 65 Fälle Ohne Angaben der häuslichen Verhältnisse in. . . . 194 Fällen Summe 749 Fälle Dr. Käthe Gaebel, „Die Beeinträchtigung der Kindererziehung durch die mütterliche Erwerbsarbeit", Zeitschrift für das Armenwssen, 16. Jahrgang, Heft 5/6.