23 gerichtsrat Th. Joh. Jos. Lenzen unter dem Titel „Sammlung von Ansichten öffentlicher iPlätze, merkwürdiger Ge bäude und Denkmäler in Köln“ mit „Aphorismen aus Köln’s Geschichte“ herausgegeben hat. Lenzen hat darin die für Philologen merkwürdige Entdeckung gemacht, daß „in ähnlich ausgesprochenen und geschriebenen griechischen Wörtern meistens die nämliche, immer aber eine gleichartige Bedeutung mit dem Sinne unserer Volkssprache“ zu finden sei. „Je gemeiner, der unteren Volksklasse eigenthümlicher dergleichen Wörter sind, desto genauer findet man ihre Uebereinstimmung.“ So führt er z. B. die Bezeichnung Lys in Lyskirchen auf das griechische Avaig, Befreiung von Schuld durch Sühnopfer, zurück und jraeint, „unser erlösen, im gemeinen Kölnischen erlüsen vom Uebel im Vater unser“ müsse die gleiche Bedeutung haben. Den Namen „Igel- oder, wie die Kölner sprechen, Eigelstein“ erklärt er nach aiyialog, Ufer, „als von einer Uferfestung herrührend (Stein heiße im alten Deutsch eine Festung: Ehrenbreitstein, jKönigstein). Das sind aller dings Muster einer „Volks-Etymologie“. Im übrigen bietet das Duodezbüchlein zu den kleinen Stein druckbildchen eine gute Aufzählung der Sehenswürdigkeiten, vornehmlich der Kölner Kirchen. Ungleich wertvoller aber war der im nächsten Jahre (1828) erschienene vortreffliche Führer durch die Städte „Köln und Bonn“, der heute noch (eine in mancher Hinsicht anregende Quelle für die damaligen Zustände in beiden Städten, die Verkehrs einrichtungen am Rhein und dergl. darstellt. Das 330 Seiten starke Buch, das namenlos erschien und von dem im Jahre 1830 eine von N. B. Sautelet in Köln besorgte französische Ueber- setzung herauskam, hatte für Köln Dr. Karl Georg Jacob und Mathias Josef de Noel, für Bonn den Professor Nöggerath“ zu Verfassern. J ! acob, 1796 zu Halle 1 , geboren und seit 1826 Oberlehrer am evan gelischen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu Köln, ein gelehrter Philolog, starb als Professor an der Landesschule Pforta im Jahre 18919. De Noel (1782—1849) war ein bekannter, für seine Vaterstadt gleich seinem väter lichen Freunde Wallraf begeisterter Kölner ,5 . In dem gründlichen Werkchen vermittelt der Stadtplan in Steindruck ein gutes Bild der damaligen Stadt, deren Umwallung, auf Grund der Kabinettsorder vom 11. März 1815 unter Leitung des Generalleutnants von Rauch gebaut, damals 19 Tore, 7 bewohnte Wälle, einen Sicherheits-, einen Freihafen und 7 bewohnte Gräben hatte. Auch das Gebiet des Handels und der Handelspolitik, auf dem von jeher die Bedeutung Kölns geruht hat, sollte dem Verlag