28 den Generalen von Borstell und von Müffling, von dem Ober präsidenten der Rheinprovinz von Bodelschwingh und Behörden freundliche Zusagen erhielt, entsprach der Erfolg den Erwar tungen durchaus nicht. Deshalb wandte sich Bachem in einer Eingabe vom 10. Juli 1837 an den Minister des Innern und der Polizei von Rochow, welcher er seine frühere Eingabe vom 10. Juli 1837 an die Kgl. Regierung in Köln anfügte; in dieser hatte er u. a. ausgeführt: „Die Idee, in der Rheinprovinz eine Zeitschrift zu haben, worin durch ausgedehntere Aufsätze, als es in rein politischen Blättern möglich ist, auf die Bildung und Stimmung der Bewohner und auf den Volksgeist im Allgemeinen besser eingewirkt werden könnte, ging zunächst von der hohen Umgebung Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Wilhelm 1 '-) aus und wurde von mir mit Eifer ergriffen und zur Ausführung gebracht, wobei ich das Glück hatte, für die Redaktion einen Mann zu gewinnen, dessen Namen einen ehrenvollen Ruf in ganz Deutschland behauptet, dessen gediegene Kenntnisse verbunden mit einem glänzenden Schriftstellertalente ebenso bekannt sind, als seine echt patriotische Gesinnung.“ Allein die von „Minister von Nagler in großer Menge unentgeltlich verbreiteten Prospekte und öftere kräftige Empfehlung der hohen Behörde in den Amtsblättern“ hatten das Unternehmen nicht so gefördert, daß es die Kosten deckte. Bachem beantragte nun, „daß es einer kgl. hochlöblichen Regierung ge fallen möge, die Anschaffung der Rheinischen Provinzial-Blätter für jede Bürgermeisterei auf Kosten der resp. Gemeinden anzuordnen resp. zu dieser Anordnung die höhere Ermächtigung zu erwirken, welche von Seiten des betreffenden hohen Ministerii um so sicherer zu erwarten ist, da Hochdasselbe das warme Interesse für die Provinzialblätter theilt, deren Tendenz vollkommen billigt und ihre Verbreitung wünscht, worüber ich die schmeichelhaftesten Versicherungen der hohen Ministerien besitze... Nur auf diesem Wege kann es gelingen, das Fortbestehen der Provinzial blätter zu sichern.“ Als das Gesuch abgeschlagen worden war, erbot sieh Bachem in einer neuen Eingabe vom 2. August 1837 an den Bruder des Ministers von Rochow, etwa gewünschte Aenderungen des Inhalts der Provinzialblätter oder ihres Titels, in „der Art der Ausführung oder Ausgabe, des Formats oder der Redaktion selbst“ vorzunehmen. Aber alle Bemühungen waren vergeblich. Uebrigens schrieb Bodel schwingh, vielleicht nicht ganz mit Unrecht, die Mißerfolge der Provin- zialhlätter zum Teil den Eigentümlichkeiten und Schrullen des Heraus gebers zu (Vogel, Beiträge zur Geschichte des Kölner Kirchenstreites S. 74), Diese Ansicht dürfte manches für sich haben. Der Inhalt der Zeitschrift beschränkte sich im wesentlichen auf wissenschaftliche, technische und landwirtschaftliche Artikel, vielfach auch aus dem Arbeitsgebiet des Herausgebers, so daß man kaum mit einem großen Leserkreis rechnen