70 c) Der Verlag mit Ausschluß der schönen Literatur (1854—1893). War die Arbeit der ersten Jahre dieses Zeitraums auch vor nehmlich auf den Ausbau des schöngeistigen Verlags gerichtet, so schwanden die übrigen Bestrebungen doch nicht ganz. Auch hier bewies Josef Bachem mehrmals eine sehr glückliche Hand. Das war gleich anfangs der Fall in der volkstümlich-religiösen Literatur bei der Uebernahme des „Himmlischen Palmgärtleins“ des Jesuiten Wilh. Nacatenus (geb. 1617 in M.Gladbach, gest. 1682 zu Aachen), eines Dichters, der Spee und Balde an die Seite gestellt wird 48 . Das Buch war in der Bearbeitung des Pfarrers Th. Wollersheim in Jüchen in den drei ersten Auflagen Eigentum des Borromäusvereins und erschien im Bachemschen Verlag seit 1855 in vielen Ausgaben und Auflagen. In 10 Jahren wurden über 40000, in 30 Jahren 86000 Stück abgesetzt. Ein ebenso glücklicher Griff war die Neuherausgabe des Volksschriftstellers P. Martin von Cochem. Der Pfarrer Grubenbecher in Bocklemünd hatte seine „Erklärung des hl. Meßopfers“ bearbeitet und 1865 erscheinen lassen, ein Buch, von dem, 1869 mit der fünften Auflage stereotypiert, in den nächsten zehn Jahren an 40000 Stück verkauft wurden. Ebenfalls einen guten Erfolg hatte er mit dem zwei Jahre später veröffentlichten Cochemschen „Meßbuch für weltliche Leute“, das es in gleichem Zeitraum auf einen Absatz von 10000 Stück brachte. Noch heute sind die beiden Bücher gangbare Verlags werke. Mit dieser Wiedererweckung des bedeutenden geistlichen Liederdichters Nacatenus gingen gleichzeitig Bestrebungen zur Besserung des Kirchengesanges und der kirchlichen Gesang bücher einher. In Köln fanden sie Gehör; hier war es Pfarrer Alb. Gereon Stein 43 , zugleich Gesanglehrer im Erzbischöflichen Priesterseminar, der sich entschloß, zur Hebung des kirchlichen Volksgesanges im Verein mit mehreren kölnischen Pfarrern 1852 ein „Kölnisches Gesangbuch“ herauszugeben. Das handliche Büchlein brachte (mit „Anhang“) auf 286 Seiten 270 Lieder, die lateinischen Hymnen, Psalmen und Antiphonen mit deutscher Uebersetzung oder Bearbeitung und fand außer ordentlich gute Aufnahme. Im nächsten Jahre (1853) kam ein