Die Anregung dazu war schon im Jahre 1874 von dem Mainzer Dom dekan Dr. Heinrich ausgegangen, der mit dem damaligen Domkapitular H a f f n e r und dem Bonner Privatdozenten Frhrn. v. H e r 11 i n g den Gedanken erörterte, ob es nicht möglich sei, eine von katholischen Grundsätzen geleitete wissenschaftliche Gesellschaft ins Leben zu rufen. Hertling veranlaßte im September des nächsten Jahres eine erste Besprechung in Rolandseck, an der noch der Kölner Rechtsanwalt Julius Bachem, der Privatdozent Dr. Cardauns, der Kölner Arzt Dr. med. Karl Hop mann, der frühere Bonner Oberbürgermeister Leopold Kaufmann und der Koblenzer Rechtsanwalt Ed. Müller teilnahmen. In einer weiteren Besprechung hervorragender rheinischer Katholiken wurde dann in Koblenz am 9. Oktober 1875 ein „provisorisches Komitee“ gewählt und am 25. Januar 1876 mit 285 Mitgliedern unter Anwesenheit auch des greisen Dechanten B e r g e r aus Boppard (der mit Görres persönlich verkehrt und sich als Dichter unter dem Pseudonym Gedeon von der Heide bekannt gemacht hatte) zur Gründung geschritten. Die Gesellschaft will „namentlich Jüngern katholischen Gelehrten Anregung geben und zugleich die nötige materielle Unterstützung gewähren zur Bearbeitung wichtiger Fragen aus dem Gebiete der Philosophie, der Naturwissenschaft, der Geschichte, der Rechts- und Sozialwissenschaft . . . Sie bezweckt nicht minder, 'durch Anregung und Beförderung gediegener populär-wissen schaftlicher Werke dem Ueberwuchern einer seichten Modeliteratur ent gegenzutreten, welche einseitige Spekulationen und grundlose Hypothesen unter dem Namen der Wissenschaft in Umlauf zu bringen geschäftig ist“. Aus kleinen Anfängen heraus hat sie sich kräftig emporgerungen, so daß sie heute zu den angesehensten wissenschaftlichen Gesellschaften gehört. Im Jahre 1917 betrug die Zahl ihrer Mitglieder rund 3400. Den Höchststand hatte sie 1910 mit 4300 Mitgliedern (mit 10 M. Jahresbeitrag) und 1100 Teilnehmern (mit 3 M. Beitrag) erreicht. Bis zum Jahre 1917 beliefen sich die Gesamteinnahmen der vier Jahrzehnte auf rund zwei Millionen Mark. Von der Gesellschaft wurde im Jahre 1888 auch das „Römische Institut“ für die Quellenforschung der neuern Kirchen geschichte gegründet. Mit der Errichtung einer „Geschäftsstelle“ im Jahre 1891 übernahm die Firma Bachem auch die laufenden Verwaltungs-, insbesondere die Kassen- und Expeditionsgeschäfte. Die Einnahmen und Ausgaben der Gesellschaft belaufen sich heute auf jährlich mehr als 50000 Mark, ihr Vermögen betrug im Jahre 1916 63500 Mark. In die Veröffentlichungen der Gesellschaft teilten sich mehrere Verleger. Die Firma Bachem übernahm den Kommissionsverlag der Jahres berichte und der sog. V ereinsschriften, deren jährlich gewöhnlich drei herausgegeben werden. (Die Einzelheiten im Verlagsverzeichnis.) Von den im Auftrag der Gesellschaft veranlaßten Fest- und Einzelschriften sind 1880 H. Cardauns’ Konrad von Hostaden (zur Fertigstellung des Kölner Domes), 0. Bardenhewers Pseudo-aristotelische Schrift über