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        <title>Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Hölscher</surname>
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      <div>Fülle von Humor und Satire die Darstellung. Die Kunst 
begründet sich auf die Lebenserfahrung Colomas, der, am 
7. Januar 1851 in Jerez de la Frontera geboren, noch als Knabe 
in den Seedienst getreten war, dann fünf Jahre in Sevilla Rechts 
wissenschaft studiert hatte und nach größeren Reisen 1874 in 
die Gesellschaft Jesu aufgenommen wurde. 
Schon in dem früheren bez. Abschnitt ist von Vertretern 
der Heimatdichtung im Bachemschen Verlag die Rede gewesen, 
bevor diese Dichtungsart die große Literaturmode geworden war. 
Ihnen reihen sich noch weitere an. 
Die Kölnische Volkszeitung, sagt Prof. Wilh. Kosch in einer 
Studie in der Literarischen Warte von 1904, entdeckte im Jahre 1890 
Anton Schotts Dichterseele. In den folgenden Jahren führte 
sie den neuen Böhmerwalddichter mit den kleinen Geschichten 
„Schwarzblattl“ (Aug. 1891) und „Am Scheidewege“ (Jan. 1893) in 
die Leserwelt ein. 
Aus einer kleinen Waldgemeinde Hinterhäuser, nahe der österreichi 
schen Bezirksstadt |Neuern und angesichts des jedem Böhmerwald 
besucher bekannten Arbers ist Schott am 8. Februar 1866 als Sohn eines 
armen Häuslers hervorgegangen. Erst im Jahre 1877 konnte er eine neu 
eröffnete Volksschule zwei Jahre lang besuchen. Ihr Lehrer erreichte 
es, daß der Vater unter Opferung der einzigen Kuh den begabten Jungen 
zur Realschule nach Pilsen sandte. Als Selbstlerner bestand er 1887 die 
Lehramtsprüfung und wirkte nun bis 1896 als Lehrer in deutschen Schulen. 
Nach einer weiteren Ausbildung zog er sich zuerst nach seinem Heimat 
ort zurück, wo er nach mancher Anfeindung Gemeindevorsteher, Orts 
schulrat und vielfacher Familienvater wurde, um 1908 eine zweite Heimat 
in Bergham bei Linz an der Donau zu finden. Schott hat eine außer 
ordentlich fruchtbare schriftstellerische Tätigkeit entfaltet. 
Seine ersten Werke, die bodenständigen Novellen „Der 
Königsschütz“ und „Aus der Art geschlagen“, sowie 
„Der Hüttenmeister“, erschienen 1896,„D er Wildhof“ 1898 im 
Bachemschen Verlag. Ihnen folgte im Jahre 1901 die kulturge 
schichtliche Erzählung „Der letzte Richter“, in der der see 
lische Konflikt eines um alte Gerechtsame kämpfenden Bauern 
im Mittelpunkt steht. Auch den Roman „Gottestal“, der aus 
einem von der Deutschen Literatur-Gesellschaft in München 
ausgeschriebenen Preisausschreiben gekrönt hervorging, erwarb 
1908 Bachems Verlag. Das Werk gehört zu den sozialen Romanen 
und schildert die Verhältnisse in einer der Böhmerwald-Glas 
hütten. Schott ist ein trefflicher Volksschriftsteller, seine</div>
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