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        <title>Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Hölscher</surname>
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        </author>
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        ﻿HUNDERT JAHRE

J.EMEH

Btttotera-VdagMtaiiing-Muipolaff
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        ﻿■S,i























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        <pb n="3" />
        ﻿
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        ﻿HUNDERT JAHRE J. P. BACHEM
        <pb n="5" />
        ﻿HUNDERT JAHRE
J. R BACH EM

BUCHDRUCKEREI

VERLAGSBUCHHANDLUNG

ZEITUNGSVERLAG

VO N

GEORG HÖLSCHER

MIT EINEM GELEITWORT
VO N

Dr. KARL HOEBER

/l'tSl F £30

VERLAG UND DRUCK VON J. P. BACHEM.

KÖ LN 1918
        <pb n="6" />
        ﻿Alle Rechte Vorbehalten.

Verlags-Nr. 1310
(seit 1900;
        <pb n="7" />
        ﻿

Der hochverehrten ältesten Mitinhaberin
der Firma J. P. Bachem in Köln

Frau JOSEF BACHEM
Catharina geb. Degen

in ihrem achtundachtzigsten Lebensjahre in
dankbarer Liebe gewidmet von ihren Kindern

Franz X. Bachem
Dr. jur. Karl Bachem
Fridolin Bachem
Robert Bachem
Helene Meyer-Bachem
        <pb n="8" />
        ﻿Zum Geleit

Von Dr. Karl Ho eher.

las Haus J. P. Bachem ist im ersten Jahrhundert seines
Bestandes durch bestimmte Wesensmerkmale gekenn-
* zeichnet. Diese offenbaren sich nach zwei Seiten hin:
1 Einmal verkörperten die Inhaber und Leiter der Firma

sämtlich gewisse klar erkannte und mit unverdrossener Aus-
dauer verfochtene Grundsätze und lenkten dadurch die von ihnen
vertretenen Anschauungen weit über ihren engeren Wirkungs-
kreis hinaus in feste und sichere Bahnen. Anderseits kamen sie
aber auch, ohne dabei dem unstäten und schwankenden Zeitgeiste
zu verfallen, den mächtigen Strömungen ihres Jahrhunderts ent-
gegen und machten sich, mit rheinischer Anpassungsfähigkeit
zugleich gebend und nehmend, die starken Kräfte, die der neu-
zeitlichen Entwicklung auf geistigem, sozialem und materiellem
Gebiete zum Siege verhelfen, erfolgreich zu nutze.

Die Stiftung dieser Firma, so sehr sie auch äußerlich von
Zufälligkeiten bedingt erscheinen mag, erweist sich bei näherem
Zusehen innerlich als Ergebnis kölnischer und rheinischer Ge-
schichte; sie reiht sich organisch ein in die große politische und
kulturelle Entwicklung unseres Vaterlandes seit den Befreiungs-
kriegen und ist mit den geistigen Bedürfnissen des rheinischen
und des deutschen Volkes, insonderheit mit denen des katho-
lischen Teiles, andauernd auf das engste verknüpft.

Das geistige Leben sproßt bei uns seit hundert Jahren frisch
und kräftig aus dem Boden einzelner großen Städte hervor, die als
        <pb n="9" />
        ﻿Brennpunkte künstlerischer, wissenschaftlicher und literarischer
Tätigkeit und als Kraftquellen (städtischen Handels und Gewerbes
— neben der staatlichen Anregung und Organisation — den macht-
vollen Fortschritt der Zeit mitbedingten und die neue materielle
und geistige Blütezeit des deutschen Bürgertums bewirkten.

Wenn Köln von einem so starken inneren und äußeren Leben
durchpulst ist und den Wettbewerb mit andern gleichstrebenden
Großstädten immer aufs neue mit Erfolg besteht, Iso daß ein
ausländischer Kirchenfürst einmal in Bewunderung des von Köln
Geleisteten der Stadt das Ehrenzeugnis ausstellte: Colonia docet,
so dankt es diese Führerstellung neben der ausstrahlenden Kraft
seines Gemeinwesens dem wägenden und wagenden Unternehmer-
geist vieler seiner Bürger.

Unter diesen nehmen Johann Peter und Lambert Bachem als
Gründer der Firma J. P. Bachem einen Ehrenplatz ein. Die von
ihnen gestiftete Firma bekundet schon durch ihre frühesten
Lebensäußerungen den Zug zum Vielseitigen, zum Universellen.
Noch ist in der ersten Zeit die Richtung des neuen verlegerischen
und buchhändlerischen Unternehmens nicht in so festen Umrissen
herausgearbeitet — zum Teil lag dies an den Nachwirkungen der
weltbürgerlichen und aufklärerischen Anschauungen des vorauf-
gegangenen Zeitalters — doch gibt sich schon klar zu erkennen,
daß die Gründer der neuen Kölner Firma von zwei lebendigen
Kräften, die nach den Leiden der Fremdherrschaft und den Opfern
der Befreiungskämpfe der ganzen damaligen Zeit ihren Stempel auf-
drückten, erfüllt und beherrscht sind, nämlich Religion und
Vaterland. Mochten im Verfluß der ersten Jahrzehnte nach der
Vereinigung der Rheinlande mit Preußen die Richtlinien dieser
Losung scheinbar auch manchmal zurücktreten — aus dem Gewölk
des politischen, wirtschaftlichen und kirchlichen Streites und
Zankes schimmerten immer wieder hindurch die beiden Leitsterne,
die der Firma J. P. Bachem als untrügliche Führer bei ihren Ent-
würfen und Entscheidungen voranleuchteten: Pro Deo et Patria.

In den Stürmen der französischen Revolution hatte Köln,
während Deutschland politisch zerfiel und dabei gleichzeitig auf
        <pb n="10" />
        ﻿geistigem Gebiete durch die klassischen Werke seiner Denker und
Forscher, Dichter und Tonsetzer zu ungeahnten Höhen emporstieg,
seine vier Jahrhunderte alte ehrwürdige und ehemals hochberühmte
Universität im Jahre 1796 verloren und damit eine damals zwar
fast erstarrte, aber doch unter günstigeren Bedingungen wieder
entwicklungsfähige Lehr- und Bildungsanstalt eingebüßt. Als die
Rheinlande bald darauf eine neue Hochschule erhielten, erblühte
sie in Bonn, und es verging fast ein Jahrhundert, bis Köln aber-
mals teils durch den Unternehmergeist einiger seiner Mitbürger,
teils aus eigener Kraft mit Selbstgefühl und Schaffensdrang eine den
Bedürfnissen unserer Zeit entsprechende Hochschule ins Leben rief.

ln der dazwischen liegenden Zeit brach sich das geistige
Leben Kölns in anderer Weise und mit andern Mitteln Bahn.
Diese Richtung wird bezeichnet durch den von der Firma J. P.
Bachem gegründeten und immer weiter ausgebauten Buch- und
Zeitschriften-Verlag und seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch
die von ihr gegründeten Zeitungen, an denen sie im Einvernehmen
mit den Redaktionen zahlreichen geistigen Kräften der Politik,
Wissenschaft und Literatur einen Mittelpunkt ihrer Interessen
und Bestrebungen und für Heimat und Fremde ein fruchtbares Feld
ihrer Betätigung gab und sie dadurch innerlich mit Köln verband.

Die rheinische Hauptstadt besaß schon in der ersten Hälfte
des vorigen Jahrhunderts eine maßgebende liberale Presse. In
diesem Zusammenhang ist nur von den Unternehmungen des
Bachemschen Verlags die Rede. Wenn dessen Begründer trotz
vieler entgegenstehender Schwierigkeiten und widerwärtiger
Hemmungen sich kühn auf sich selbst stellten und ihre Ziele
klar und entschlossen weiterverfolgten, so fühlten sie durchaus
richtig, daß im ganzen westlichen Deutschland keine zweite
Stadt so wie Köln als Mittelpunkt eines eigenen Kulturkreises
ihnen die Wege in die weite Welt offen und frei halten konnte.
Hier war eine Jahrtausende alte Ueberlieferung, die auf ein
städtisches Gemeinwesen immer aufs neue befruchtend wirkt;
hier flutete auf der alten Völkerstraße des Rheins ein reger
schöpferischer Verkehr; hier mündeten die Ströme fremden
        <pb n="11" />
        ﻿Blutes, neues Leben zeugend, ein; hier reichten sich als an einem
Schnittpunkt des Weltverkehrs deutsche, holländische, belgische
und französische Bildung die Hand; hier schufen der emporblühende
Handel und einträgliche Gewerbe einen sicheren Besitz und fröh-
liche Wohlhabenheit ohne Ueberfluß als Vorbedingungen bürger-
licher Geisteskultur, vielseitiger Anregungen und tatkräftigen,
weitblickenden Strebens. Köln erhielt als alte Hochburg kirchlicher
Gesinnung und religiösen Lebens nun auch durch die politische Reg-
samkeit seiner Bürger, durch seinen wirtschaftlichen Aufschwung,
seinen lebhaften Kunsthandel und sein mannigfaltiges vorbildliches
Schul- und Bildungswesen eine weittragende geistige Mission.

Sprachrohre und Spiegelbilder dieser Mission wurden die
Kölner Tageszeitungen. Es zeugt von dem klaren Einblick,
den, außer den Begründern des Hauses, der zielbewußte und mit
starkem Wirklichkeitssinn begabte Mehrer und Erweiterer der
Unternehmungen der Firma, der Verleger Josef Bachem, in diese
Verhältnisse besaß, daß er, keiner Schwierigkeit nachgebend
und von keinem Rückschlag niedergebeugt, nach einigen tasten-
den Versuchen im Jahre 1860 den kühnen Wurf wagte und nach
hartem, opferreichem Ringen die Kölnische Volkszeitung als poli-
tische Tageszeitung ins Leben rief. Sie wurde bald ein führen-
des Organ der Katholiken in Groß-Deutschland und verschaffte,
alle technischen Fortschritte der Neuzeit sich zu nutze machend,
der katholischen Presse in Deutschland überhaupt eine steigende
Bedeutung. Nach der Gründung der politischen Partei des Zen-
trums vertrat sie selbständig und unabhängig deren Programm
und Ziele. Und als nach einem Jahrzehnt ihres Bestehens der
Kulturkampf losbrach, trug die Kölnische Volkszeitung der
Partei die Sturmfahne voran in der Verteidigung der Rechte und
Freiheiten der katholischen Kirche und in der Zurückweisung
der Ausnahmemaßregeln, welche die Gleichheit aller Staats-
bürger vor dem Gesetz beeinträchtigten.

Schon dem Gründer der Kölnischen Volkszeitung schwebte
ein Organ vor, das auch im Ausland als Sprachrohr und als
geistiges Bindemittel der Katholiken, vor allem der deutschen,
        <pb n="12" />
        ﻿XI



einen weitgehenden Wirkungsbereich besitzen sollte. Wenn wir
in der Gegenwart sehen, wie die Kölnische Volkszeitung nicht
bloß im Deutschen Reiche, sondern auch über dessen Grenzen
hinaus großes Ansehen genießt und in Oesterreich-Ungarn, in
der Schweiz, in Holland, in Italien und in Spanien als vorbild-
liches katholisches Tagesblatt bezeichnet wird, das den Eifer der
Glaubensgenossen in jenen Ländern zur Nachahmung antreibe, so
sehen wir in dieser Tatsache das ideale Streben und Mühen des
Gründers der Zeitung erfüllt und allgemein anerkannt. Nach
und nach griff die Verbreitung und der Einfluß dieser Zeitung
über die europäischen Länder hinaus in unsere Kolonien und
Missionsgebiete. Ihre bisherige Losung Mein Feld ist die Welt
wird der KV in künftigen Jahrzehnten, wenn Deutschland daran
gehen wird, seine eigenen Kolonien wieder aufzubauen und
mit dem Auslande wieder feste Beziehungen anzuknüpfen, erst
recht neue wichtige Aufgaben im Dienste des Vaterlandes und
der Kirche zuweisen.

Verlag und Zeitung haben in planvoller Zusammenarbeit es
sich zur Pflicht gemacht, auf die Hebung und Verbreitung der
schöngeistigen Literatur, die nicht flache Unterhaltung, sondern
edle Geistes- und Herzensbildung bezweckt, hinzuwirken. Josef
Bachem hat wohl zuerst diese wichtige Aufgabe in ihrem vollen
Umfange erfaßt, mit gereiftem Geschmack und mit geschultem
Griffel den Erzeugnissen des schöngeistigen Schrifttums die
Wege in die Oeffentlichkeit geebnet und dadurch auch anderwärts
ähnliche Unternehmungen hervorgerufen. Dadurch hat er sich
den Ehrennamen eines Schöpfers des katholischen Familien-
lesestoffs mit Recht erworben. Wer in der vorliegenden Schrift
das Verlagsverzeichnis nach der Seite der schönen Literatur
durchsieht, wird mit lebhafter Anteilnahme und oft nicht ohne
Ueberraschung Namen hervorragender Schriftsteller und Schrift-
stellerinnen finden, die die Erstlinge ihrer Muse im Verlag von
J. P. Bachem haben erscheinen lassen und die heute zu den
anerkannten Zierden der allgemeinen Literatur gehören. Die
Blätter der vorliegenden Gedächtnisschrift geben über diese
        <pb n="13" />
        ﻿Schriftsteller, Dichter und Dichterinnen so viel interessante Auf-
schlüsse, daß — außer den „Einzelheiten und Nachweisungen“ —
gerade dieser Teil des Buches als wertvoller Beitrag zur Geschichte
der rheinischen Presse und der allgemeinen Literaturgeschichte
betrachtet werden darf. Bringt er doch Kunde über Hunderte von
Namen und Schriften, die der Literaturfreund andernorts wohl
vergeblich suchen wird.

Sind wir im allgemeinen auch gewohnt, das Schwergewicht
Kölns und der Rheinlande überhaupt in ihrem Handel, ihrer
Industrie und ihrer Landwirtschaft zu erblicken, so dürfen wir
doch nicht übersehen, daß die eigentliche Quelle wirtschaftlicher
Leistungsfähigkeit wie überhaupt aller Kulturmacht in der
Geistesarbeit beruht. Mens agitat molem. Diese Tatsache ist
uns durch den Weltkrieg auf so vielen Gebieten unmittelbar
einleuchtend gemacht worden, daß wir die Geisteswerte und
ihre Bedeutung für die Errungenschaften in Technik und Industrie
nicht mehr verkennen. Wissenschaftliche Forschung und Lehre
sollen indes nicht Selbstzweck sein und den Menschen zu ihrem
bloßen Diener und Werkzeug machen; sie erheischen vielmehr,
wenn sie der Allgemeinheit nutzbar gemacht und wahre Kultur-
arbeit vollbringen sollen, die Verbreitung und die Anwendung.
Mittel dazu sind u. a.Verlagshandlungen, Bibliotheken und Presse.

Auf diesen dem Praktiker zufallenden Feldern der Berufs-
tätigkeit bemühten sich die Inhaber der Firma J. P. Bachem mit
nie versagendem Eifer und sichtbarem Erfolge. Es will doch
nicht wenig bedeuten, daß u. a. ein Mann wie der auf so vielen
Gebieten des Wissens, der Kunst und der Politik bewanderte
und ungemein anregende August Reichensperger ebenso wie der
gelehrte und tiefsinnige Kölner Dogmatiker Matthias Joseph
Scheeben im Hause Bachem aus- und eingingen und Verlag und
Zeitung mit neuen Gedanken und Vorschlägen zur Förderung
der Wissenschaft und zur Verbreitung echter Volksbildung
bereicherten. Daraus entsprang die in den ersten Jahrzehnten
seines Bestehens so segensreiche Tätigkeit des Verlags für den
Borromäus-Verein, der sich inzwischen zu der weitaus größten
        <pb n="14" />
        ﻿XIII

Organisation zur Verbreitung guter Bücher in Deutschland
ausgewachsen hat. Daraus entsprang ferner die Mitarbeit des
Verlags an der 1876 zu Coblenz gegründeten Görres-Gesellschaft zur
Pflege der Wissenschaft im katholischen Deutschland, deren regel-
mäßige Veröffentlichungen, besonders die Vereinsschriften—bisher
gegen hundert an Zahl — Bachem in Kommissionsverlag nahm.

Bei all diesen Unternehmungen, die sich aus kleinen An-
fängen entwickelten, zeigte der Verlag einen arbeitsfreudigen
Optimismus, rasche Entschlußkraft und zähes Ausharren, und
der Erfolg lohnte das vertrauensvolle Mühen.

Es muß als besonders verdienstlich hervorgehoben werden,
daß schon zu einer Zeit, als die Bestrebungen für ein alle Stände
und Schichten umfassendes, vom Standpunkte des christlichen
Glaubens und der christlichen Sitte einwandfreies Bildungswesen
noch in den Kinderschuhen steckten, der Verlag J. P. Bachem
seinen Verlagswerken einen starken sozialen und apologetischen
Einschlag gab. Nur wenigen unserer Zeitgenossen ist es bewußt,
welche Fülle von Gedanken und Antrieben von dem Kölner Verlag
für weitere Kreise in Deutschland ausgegangen sind und wie
die Fäden religiösen, wissenschaftlichen, sozialen, belletristischen
und pädagogischen Schaffens und Strebens in andere Landesteile,
ja über unsere Grenzen hinaus zu anderen Kulturvölkern sich
gesponnen haben. Es ist nicht möglich, solche Werte statistisch
festzulegen; aber ihr Vorhandensein zeugt von der Gediegenheit
der Grundsätze, die seit einem Jahrhundert in der Firma
J. P. Bachem heimisch sind und der sich hier auswirkenden
Kraft bodenständiger rheinischer Eigenart, die froh ihrer an-
gestammten Vorzüge auch andere wie am materiellen so auch
am geistigen Gütergewinn teilnehmen läßt.

Auch der äußerlich erfolgreichste Verlag ist für die allgemeinen
Interessen der Volks- und Menschheitsbildung so viel wert, als
ihm die Inhaber und Leiter an gesundem Geist und an höherem
Streben einzuhauchen vermögen. Nur dieser Zug zum Idealen
vermag dem bei einem geschäftlichen Unternehmen an sich unver-
meidlichen und nötigen Bemühen um materiellen Erwerb ein
        <pb n="15" />
        ﻿XIV ^

wirksames Gegengewicht zu geben, das über das bloß Stoffliche und
Einträgliche hinausweist auf das, was ein bleibendes und dauernd
wertvolles Vermächtnis für die kommenden Geschlechter sein soll.

Ein Vorbild in dieser Hinsicht waren schon die ersten Begründer
der Firma, und eine Verkörperung idealer Lebens- und Geschäfts-
auffassung war Lambert Bachem, als er im kritischsten Augen-
blick seiner Tage und seines redlichen Schaffens an einen
Direktor im preußischen Kultusministerium, einen ehemaligen
Mitarbeiter in seinem Verlage, schrieb: „Ich habe doch auch
das Glück gehabt, mich überzeugen zu dürfen, daß Rechtlichkeit
und Ehre, wofür ich gelebt und gewirkt habe, doch noch nicht
ganz zu inhaltlosen Worten herabgesunken sind und daß auch
der moralischen Kraft im Kampfe mit der Geldsucht und dem
Geldstolze noch einige Wirksamkeit geblieben ist.“

Wenn wir heute auf das erste Jahrhundert des Bestehens
des Bachemschen Verlags zurückblicken, seine Ausdehnung und
seine Erfolge anerkennend, so wird uns klar, daß das Empor-
kommen und die Blüte dieses Geschäftshauses in allererster
Linie auf der charaktervollen Tüchtigkeit seiner Inhaber und
der Festigkeit ihrer Grundsätze beruht. Dadurch, daß es seinen
eigenen Organismus durch vier Generationen gesund und frisch
erhielt, wurde es auch fähig, über Kölns geistiges Weichbild und
über die rheinische Heimat hinaus dem ganzenVaterlande zu dienen.

Diese Grundsätze sind in erhöhtem Grade während des Welt-
krieges in die Erscheinung getreten und haben in der Kölnischen
Volkszeitung und den übrigen vom Verlag herausgegebenen
Blättern und Schriften eine folgerechte und unerschrockene
Ausprägung gefunden. Richtunggebend waren auch hier im
Denken, Wollen und Streben der Firma J. P. Bachem die beiden
Pole, die von den Erdentagen des ersten Gründers aus dem Zeitalter
der Befreiungskriege in diese schwere Zeit des Daseinskampfes
des Deutschen Reiches und Volkes hell zu uns herüberleuchten:

Für Gott und Vaterland!
        <pb n="16" />
        ﻿Vorwort.

jls ich vor anderthalb Jahren diese Arbeit begann, da dachte
wohl niemand an die Möglichkeit, daß trotz all unserer be-
wunderungswürdigen Erfolge in diesem Kriege noch jahre-
lang der Lärm der Waffen die Welt erfüllen und das laut
und froh geplante Fest der hundertsten Wiederkehr des Gründungstages
der Firma J. P. Bachem zu einem stillen Gedenktage machen werde. So
bleibt auch ferner der heiße sehnlichste Wunsch bestehen, daß ein ehren-
voller Friede in nicht ferner Zukunft unserm Volke die Wiederaufnahme
seiner so jäh unterbrochenen Kulturarbeit ermöglichen werde. Bei dieser
Aufgabe der Wiederaufrichtung der Kultur wird nicht zuletzt auch der
deutsche Verlagsbuchhandel mitzuwirken berufen sein; heißt doch die Ge-
schichte des Buchhandels schreiben eine Darstellung der Volkskultur
selbst geben.

Leider haben die ungünstigen Zeitumstände es nicht ermöglicht, auch
in dem engen Rahmen eines einzelnen Verlags diese Forderung zu erfüllen
und die Verlagsgeschichte in die Kulturgeschichte der Zeit zu betten,
d. h. überall die Fäden bloßzulegen, die sie mit dieser Kultur verknüpfen.
Dafür konnte der Raum nicht zur Verfügung gestellt werden. Aus den-
selben Gründen erklärt es sich, daß die Schrift nur in bescheidenem Ge-
wände auftritt, während sie unter glücklicheren Umständen ein der Be-
deutung des Tages und der Firma würdigeres Kleid getragen haben würde.

Gleichwohl habe ich versucht, besonders für die erste Hälfte des vorigen
Jahrhunderts die Verlagswerke als Zeitdokumente zu kennzeichnen und
bin deshalb auf ihren Inhalt einigermaßen eingegangen.

Die Hauptquellen für meine Arbeit sind naturgemäß die Bestände des
Verlags- und des Bachemschen Familien-Archivs gewesen. Leider ist eine
große Anzahl wertvoller Aktenstücke einem Brande zum Opfer gefallen,
der in der Nacht zum 9. März 1892 im alten Hause von der Buchbinderei
seinen Ausgang genommen hatte.
        <pb n="17" />
        ﻿

Für alles, was mit der Vorzeit der Kölnischen Volkszeitung zusammen-
hängt, war das Werk von Justizrat Dr. Karl Bachem über seinen Vater,
von dem bisher zwei Bände (bis zum Jahre 1860 reichend) vorliegen, eine
wertvolle Quelle. Für die Geschichte der KV selbst stand die Festschrift
von Prof. Dr. Herrn. Cardauns aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens
der Zeitung am 1. April 1910 zur Verfügung. Weiteres Material boten die
Lebenserinnerungen von Justizrat Dr. Julius Bachem und von Prof. Dr.
Cardauns.

Da die Schrift nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Arbeit
erhebt, glaube ich von der Aufführung der sonst noch benutzten ziemlich
zahlreichen Literatur absehen zu können. Bei der Beschaffung dieser
Literatur, trotz widrigster Verhältnisse, haben im besondern der Stadt-
bibliothekar Dr. Otto Zaretzky und Oberstadtsekretär Peter Fickert mir
wertvolle Hülfe geleistet.

Für die Geschichte der Bachemschen Druckerei, der Buchbinderei und
der Wohlfahrtseinrichtungen des Hauses stellte der langjährige Leiter
dieser Geschäftsabteilungen Fridolin Bachem eine eingehende Darstellung
zur Verfügung, die von dem jetzigen Oberfaktor Anton Korn für die Zeit
seit 1900 ergänzt wurde. Endlich boten auch die Aufzeichnungen des 1860
als Lehrling in die Druckerei eingetretenen Korrektors Franz Zündorf für
manche Einzelheiten eine willkommene Quelle.

Alle die genannten Herren, denen ich noch Dr. Karl Hoeber als Förderer
meiner Arbeit anschließen möchte, haben mich zu besonderm Dank ver-
pflichtet, den ich hier gern zum Ausdruck bringe.

Köln, 15. April 1918-

G. Hölscher.
        <pb n="18" />
        ﻿Inhalt

Seite

Zum Geleit..................................................VII

Vorwort......................................................XV

1. Der Verlag J. P. Bachem.......................................1—137

1.	Der Gründer der Firma Johann Peter Bachem. Die DuMont-

Bachemsche Buchhandlung (1815—1818)........................ 1

2.	Die Gründung des Verlags J. P. Bachem 1818................ 7

3.	Der Verlag bis zum Tode des Gründers 1822 ................ 9

Des Gründers Tod 1822. Lambert Bachem........................16

5.	Der Verlag von 1823 bis 1840

a)	Der Buchverlag.........................................18

b)	Vom Beginn des Zeitschriftenverlags bis 1840...........26

6.	Lambert Bachems weiteres Wirken. Gründung des Kreisvereins

der Rhein.-westphäl. Buchhändler 1843 u. des Kölner Verlags-
vereins 1844 ............................................. 35

7.	Der Buchverlag von 1840 bis zum Tode Lambert Bachems 1854.

Beginn der Tätigkeit Josef Bachems.........................38

8.	Der Zeitschriften- und Zeitungsverlag von 1840 bis 1855

a)	Zeitschriften..........................................41

b)	Zeitungen

1.	Die politischen Zeitungen in Köln in den 1840er Jahren 46

2.	Die Vorläufer der Kölnischen Volkszeitung

a)	Die Rhein. Volkshalle.........................47

b)	Die Deutsche Volkshalle.......................49

Der Buchverlag von 1854 bis zum Tode Josef Bachems 1893

a)	Lambert Bachems Tod. Ausbau des schöngeistigen Verlags 52

b)	Bachems Novellen- u. Roman-Sammlungen..................66

c)	Der Verlag mit Ausschluß der schönen Literatur .... 70
10. Der Zeitschriften- und Zeitungsverlag von 1854 bis 1918

a)	Zeitschriften..........................................78

b)	Die Kölnischen Blätter u. die Kölnische Volkszeitung 1860

bis 1918..............................................82

Kurze Einzelheiten aus der Geschichte der	KV..............104
        <pb n="19" />
        ﻿xvni

Seite

11. Josef Bachems Tod. Der Buchverlag von 1893 bis 1918 ... 114

a)	Die schöne Literatur.......................................115

b)	Der Verlag mit Ausschluß	der schönen Literatur .... 124

Die Bachemschen Jugendschriften-Sammlungen.............132

Der Buchverlag im Kriege...............................134

II.	Verlagsverzeichnis von 1815 bis 1918................138—165

III.	Die Druckerei J. P. Bachem 1818 bis 1918...........166—190

Der Neubau Marzellenstraße 35—43 ............................... 181

Die Buchbinderei J. P. Bachem..........................190

IV.	Die Wohlfahrtseinrichtungen der Firma

1.	Haus- Betriebs- u. Zuschußkrankenkasse................194

2.	Die St. Josefskasse, Invaliden- u. Altersversorgungskasse . .	.	197

3.	Unterstützungskasse...................................198

4.	Kriegsunterstützung...................................199

5.	Die Sparkasse.........................................199

6.	Die Kollektiv-Versicherung gegen Feuer- u. Flugzeugschaden	.	200

V.	Einzelheiten und Nachweisungen.............................. 202—226

VI.	Geschäftsjubilare................................................227

Ehrentafel der Inhaber des Eisernen Kreuzes............229

Ehrentafel der im Kriege Gefallenen....................230

VII.	Frau Catharina Bachem. Ein Charakterbild von F. B. . 231

VIII.	Anhang (Die Feier am 4. Mai 1918).................. 238—266

Glückwünsche....................................... 267—278

IX.	Personenverzeichnis ........................................ 277—296

X.	Sachverzeichnis............................................. 297—302
        <pb n="20" />
        ﻿JOHANN PETER BACHEM
        <pb n="21" />
        ﻿I.

Der Verlag J. P. Bachem.

1.	Der Gründer der Firma.

Die DuMont-Bachemsche Buchhandlung (1815—1818).

(Die kleinen Ziffern weisen auf die unten folgenden Einzelheiten hin.)

5er Gründer der Firma J. P. Bachem1 war der Sohn des
letzten Kölner „Domkellners“, wie in der kurfürstlichen
Zeit der Verwalter der Güter des Kölner Domkapitels
genannt wurde. Dieser, Josef Wilhelm Bachem mit
Namen, war in Erpel im Jahre 1774 Schultheiß geworden
und Ende des Jahres 1785 als Domkellner nach Köln übergesiedelt.
Noch in Erpel, am 22. Januar 1785, war ihm ein Sohn geboren worden,
der in der Taufe den Namen Johann Peter Gottfried Wolfgang
erhielt. Dieser wurde der Gründer der Firma J. P. Bachem in Köln.

Johann Peter Bachem hatte sich als Buchhändler eine gute
Vorbildung erworben. Nachdem sein Vater sich gezwungen ge-
sehen hatte, in der Franzosenzeit auf die rechte Rheinseite in
seinen damals nassauisch gewordenen Geburtsort Erpel zu fliehen,
hatte er sich bald darauf nach Norddeutschland gewandt und in
der berühmten Buchhandlung von Hoffmann &amp; Campe in Hamburg
Aufnahme gefunden. Dort blieb er dann vierzehn Jahre lang als
Gehilfe tätig und erwartete nach der Befreiung der Rheinlande
vom französischen Joche, wie er in einer Eingabe vom Jahre 1814
an den preußischen General-Gouverneur Sack in Aachen schrieb,
„ungeduldig den Augenblick, wo das Vaterland sich ermannen
und die Sklavenketten von sich schütteln werde. Kaum drang
im Jahre 1813 sein Ruf aus Preußen zu mir, als ich, aller Unan-
nehmlichkeiten uneingedenk, die mein Entschluß für mich und
die Meinigen, damals Herzoglich-Nassauische Untertanen, haben
könnte, mich aus den schönsten Verhältnissen riß und den Fahnen
der Deutschen anreihte. Unter diesen in der Hanseatischen

l

100 Jahre J. P. Bachem.
        <pb n="22" />
        ﻿2

Legion habe ich den Feldzug von 1813 und 18m zuerst unter dem
Oberbefehle des Kaiserlich-Russischen Generals von Tettenborn,
dann des Königlich-Großbritannischen Generals Grafen von Wall-
moden, von welch’ letzterem ich auch im September 1813 zum
Leutnant der Fußartillerie befördert worden bin, mitgemacht, bis
die Wiederkehr des Friedens meine Verbindlichkeiten aufhob.“

Das war im August 1814 der Fall gewesen, und Johann Peter
Bachem wandte sich dann wieder nach Köln zurück, wo er,
nachdem seine Hoffnung, ein Amt in der Verwaltung dieser Stadt
zu finden, sich als trügerisch erwiesen hatte, seine Kenntnisse
im Buchhandel zu verwerten beschloß.

Seine Freundschaft mit Markus Du Mont2, der von den
Schaubergschen Erben im Jahre 1805 deren Druckerei mit dem
Verlag der Kölnischen Zeitung gekauft hatte, sollte ihm die
Erfüllung seiner Wünsche bringen. DuMont wollte den genannten
Unternehmungen eine Buchhandlung und einen Buchverlag an-
gliedern und suchte hierfür, da ihm selbst als Jurist die nötige
Vorbildung fehlte, einen sachverständigen Gesellschafter. Er fand
ihn in Johann Peter Bachem, und im Februar 1815 teilten beide
dem Publikum die Gründung der „DuMont-Bachemschen
Buchhandlung“ mit, die in dem Hause Brückenstraße Nr. 4585
(jetzt Nr. 8), untergebracht ward. Mit folgendem Rundschreiben
setzten sie das Publikum von der Gründung ihres Geschäftes in

Kenntnis.	Köln, im Februar 1815.

Wir zeigen einem geehrten Publicum an, daß wir unter der Firma
DuMont-Bachem’sche Buchhandlung eine Buchhandlung in Köln
eröffnet haben. Der Zeitpunkt der Wiedergeburt unseres Vaterlandes
schien uns sehr passend, ein Institut zu begründen, welches die Ver-
breitung der Kultur im allgemeinen und insbesondere die Belebung des
Geistesverkehrs mit den Ländern, denen das Band gemeinsamer Deutsch-
heit uns wieder anknüpft, zum Zweck hat. Wir dürfen erwarten, daß
unsere Landsleute, des Zwanges überdrüssig, womit eine argwöhnische
Regierung den freien Ideenaustausch zu unterdrücken strebte, unsere
Bemühungen unterstützen werden; unser Streben wird dahin gerichtet
sein, alle Anforderungen zu befriedigen, welche mit Recht an ein Etablisse-
ment der Art gemacht werden können.

M. DuMont-Schauberg. J. P. G. W. Bachem.

Eine Belebung des Geistesverkehrs, von der dieses Rund-
schreiben spricht, konnte für das damalige Köln allerdings als
eine Notwendigkeit erkannt werden. War in den letzten Zeiten
        <pb n="23" />
        ﻿der Selbständigkeit der Stadt die Literatur durch eine dreifache
Zensur — der Hochschule, des erzbischöflichen Offizialats und
des päpstlichen Nunzius — einerseits in engen Schranken gehalten
worden, so unterdrückte, wie Ennen in seinen Zeitbildern aus
der neueren Geschichte der Stadt Köln, Seite 35, sagt, „geistige
Dumpfheit und mercantiler Sinn jeden Geschmack an höheren
Genüssen des Geistes“. Nach Ausweis der Kataloge, die dem
Inspektor des Buchhandels und der Buchdruckereien vor dem
Druck zur Genehmigung eingereicht werden mußten, beschränkte
sich der ganze buchhändlerische Verkehr nach Ennen (Die
Familien DuMont und Schauberg in Köln, Seite 116) um 1810 auf
den Verkauf von Schulbüchern, Katechismen, Biblischen Ge-
schichten, Gebetbüchern, Jugendschriften, Gesetzbüchern und
Volksschriften.

Daß die Schuld an diesen Verhältnissen nicht am Kölner Buch-
handel lag, geht aus einer Bemerkung Stockhausens hervor, die
er in seiner 1805 in Köln erschienenen „Geschichte in Briefen“
macht. „Der Buchhandel,“ sagt er, „ist zwar noch nicht, was er
sein sollte; man kann aber doch alle guten Bücher haben. Buch-
druckereyen giebt es 17 3 und solide Handlungen 5. Hr. Imhof und
Hr. Schmitz, beyde Buchhändler, haben eine Leihbibliothek. Lese-
kabinetter von Journalen und Zeitungen sind keine anzu-
treffen. Von Zeit zu Zeit sind periodische Schriften herausge-
kommen, aber nie von langer Dauer gewesen. Deutsche Zeitungen,
die über den anderen Tag erscheinen, giebt es hier drey und ein
literarisches Sonntags-Blatt. Sie sind nur heisere Posaunen des
»Moniteur«.“

So also war der Boden beschaffen, auf dem die neuen Verleger
ausgingen um zu säen.

*

* ♦

Als erstes Werk ging aus dem neuen DuMont-Bachemschen
Verlag im Jahre 1815 die Uebersetzung eines französischen
Originals von Comte hervor. Der Verfasser, damals in den
zwanziger Jahren stehend, war ein entschiedener Gegner der
französischen Kaiser-Regierung, deren Fehler er im Verein mit
Dunoyer in einer kleinen, zwanglos erscheinenden Zeitschrift „Le
Censeur“ so freimütig besprach, daß die Hefte, die oft schon
wenige Tage nach Erscheinen mehrere Auflagen erlebten, ver-
boten wurden. Die Redaktoren halfen sich, indem sie den Censeur
        <pb n="24" />
        ﻿4

in Bänden erscheinen ließen, deren Umfang sie der Gewalt der
Zensur entrückte. Drei Tage vor Napoleons Einzug in Paris (am
20. März 1815) veröffentlichte Comte seine Schrift, die in der
Uebersetzung von Th. v. Haupt den Titel führte: Ueber die
Unmöglichkeit einer konstitutionellen Regierung
unter einem militärischen Oberhaupte, besonders unter
Napoleon.“ Er führt darin aus, daß ein Volk, „das sich nach
Freiheit sehnt, nie einen Mann zum Oberhaupt wählen dürfe, der
gewöhnt ist, Heere zu kommandieren“, weil ein solcher die
stärkste Verfassung Umstürzen könne, sobald es ihm beliebe.

Im nächsten Jahre 1816 eröffnete den Reigen der Werke das
Buch „(Faust’s) Versöhnung mit dem Leben“, als dessen
Verfasser sich in der Vorrede der um seine Vaterstadt Köln
hochverdiente Germanist Everhard v. Groote4 bekennt. Das
Werk, das sich als eine 300 Seiten starke gedankenreiche Glück-
seligkeitsphilosophie darstellt, ist in der blumen- und tränen-
reichen Empfindsamkeit und schwärmerischen Naturbetrachtung
der damaligen Zeit geschrieben. Glaube, Liebe und Demut sind
dem Verfasser die Mittel zur Lösung Faustischer Zweifel.

Das sonderbarste Verlagswerk der jungen Firma, das als
Druckort verschämt „Germania 1816“ angab, war wohl dasjenige,
das „Keine Volksrepraesentation in den deutschen
Bundesstaaten!“ betitelt war. Unter dem Motto „Nos numerus
sumus“ wird darin ein so hohes Loblied auf den Adel und seine
Vorrechte gesungen, daß man stellenweise glaubt, es mit einer
Satire zu tun zu haben.

Man meint, dem ungenannten Verfasser sitze der Schalk im Nacken,
wenn man z. B. die Schilderung der „glücklichen Zeiten“ liest: „Ward
ein Bürgerlicher, der natürlich nie anders als mit: Er angeredet wurde,
zu etwas gebraucht, so bat man ihn zu Tische; dies war die größte
Wohlthat, und diese Ehre verfehlte niemals ihren Zweck. War der Gläu-
biger nur so, daß man ihn schicklicher Weise mit an den Tisch nehmen
konnte, so wagte er, aus ehrerbietiger Dankbarkeit für die genossene
Ehre, gewiß sobald nicht mehr den vornehmen Schuldner zu mahnen.
Damals durfte der Edelmann seinen Mund nur aufthun, und ehrfurchts-
voll verstummte rings um ihn her die ganze Versammlung, denn jeder
fühlte sich schon hinreichend geehrt durch das Glück, in solcher Gesell-
schaft zu seyn.“ Usw. Diesen glücklichen Zeiten trauert der Verfasser
ganz aufrichtig nach. Sehr betrübt ist er, daß, „von dem verderb-
lichen Beispiel Frankreichs angesteckt, Sprößlinge erlauchter Häuser ihre
Ehre darin suchten, von Gleichheit der Menschenrechte zu sprechen, von
        <pb n="25" />
        ﻿5

Humanität, von Standes-Vorurtheilen ... Die Bürgerlichen, die gleich die
ganze Hand fassen, wenn man ihnen nur einen Finger reicht, stimmten
sogleich, als müsse es so seyn, in diesen Ton, und die schuldige Ehr-
furcht, die dem adeligen Blut gebührt, ward ganz bei Seite gesetzt. Hiezu
würkte der um diese Zeit in Deutschland sich überall ausbreitende Frei-
maurer-Orden, wo die verschiedensten Stände sich so lange unter-
einander Bruder nannten, bis es einer oder der andere glaubte. Immer
häufiger wurden nun Mißheurathen, die das edle Blut des Adels verun-
reinigten ... In jener Zeit ward das preußische Gesetzbuch gemacht,
dessen Einleitung recht schön philosophisch klang; da war auch von
Menschenrechten, und solchen Mode-Begriffen die Rede.“

Einen vernünftigem Zweck, nämlich vor der Auswanderung zu
warnen, hatte das nächste Verlagswerk, das der Verfasser, der
Cameralist und Kölner Regierungsrat Dr. Wilh. Butte (1772—1833)
„Erinnerungen an meine teutschen Landsleute,
welche versucht seyn sollten aus Europa zu wan-
dern“ betitelte. Er behauptet darin, daß Europa „der vorzüg-
lichste Welttheil für den Menschen in seinem natürlichen, d. h.
in dem gesellschaftlichen Zustande“ sei. Sterben und Abgaben
zahlen müsse man überall, und Krieg gebe es ebenfalls überall.
„Manche Leute haben schon das Schicksal, daß der Krieg immer
wieder da ausbricht, wohin sie sich und die Ihrigen flüchteten,
um seiner Geißel zu entgehen.“

Das Jahr 1816 brachte dann noch „Vorschläge zur Er-
richtung eines allgemeinen Jüngfrauen-Stiftes in
Preußen“, die ein unbekannter Verfasser „im Depot der preu-
ßischen Kriegs-Gefangenen zu Limoges im Januar 1814“ geschrieben
und dem Großherzog von Sachsen-Weimar, „dem Beförderer alles
Guten und Schönen in Deutschland“, gewidmet hatte.

Er macht in dem seltenen Büchlein, das nur noch in einem Stück in
der Kgl. Bibliothek in Berlin aufzutreiben war, den Vorschlag zur Ein-
richtung einer Art weltlichen Klosters, in dem edle Jungfrauen Kranke,
besonders im Dienst des Vaterlandes verwundete Krieger, pflegen, Findel-
häusern vorstehen und durch unentgeltliche Unterrichtserteilung an
Mädchenschulen für weibliche Erziehung tätig sein sollten. Nach den
Kriegen hatte manches deutsche Mädchen ihren tapferen Bräutigam verloren
und sich „entschlossen, ihr ganzes Leben dem Andenken des Verlorenen
zu weihen“. Das Stift sollte „den geselligen Begriffen des jetzigen Jahr-
hunderts und der fortgeschrittenen Aufklärung“ entsprechen; es wollte
dem weiblichen Geschlecht „neben dem Manne“ Selbständigkeit verleihen.
„Wie schmerzlich muß es dem weiblichen Gemüth seyn,“ sagt dieser
frühe Verfechter der Frauenemanzipation, „bei den jetzigen geselligen
        <pb n="26" />
        ﻿6 SSH

Begriffen nichts allein für sich zu vermögen, sondern in der Regel alle
Wirksamkeit, und oft selbst die äußere Würde, nur durch den Mann zu
erhalten.“ Die feierlich in der Kirche für’s Leben aufgenommenen und
in Silbergrau gekleideten Stiftsjungfrauen sollten allen verheirateten
Frauen jeden Standes vorangehen und hochwürdige Jungfrau genannt
werden; der hohe Stiftsrat würde in Berlin seinen Hauptsitz haben. Bis
ins Einzelne hat der Verfasser die Satzungen ausgearbeitet. Austritt sollte
erlaubt werden, aber das betreffende Capitel müßte in einem solchen
Falle, in dem die Austretende ein Zehntel ihres Vermögens verlor, auf
14 Tage Stiftstrauer tragen. Aus dem schönen Plan ist nichts geworden.

Damit hatte anscheinend der gemeinschaftliche Verlag DuMont-
Bachem sein Ende erreicht, denn aus dem Jahre 1817 ist ein
gemeinsames Verlagswerk nicht nachzuweisen.

*

*

♦

Neben dem Gesellschaftsverlag gründete Bachem im Jahre 1816
indem Hause Herzogstraße 4 eine Leihbibliothek, für die er
als Gehilfen seinen jüngsten Bruder Lambert heranzog.

Lambert Josef Franz Bachem, der in den nächsten drei
Jahrzehnten in der Geschichte des Verlags eine so bedeutsame
Rolle spielen sollte, war im Oktober 1789 in Köln geboren.

Nach seinen eigenen Aufzeichnungen geschah dies „auf dem Gereons-
driesch in dem Hause, wo jetzt Herr Appellations-Rath Haugh wohnt. Ich
besuchte die Domschule unter Prof. Richarz, Schmitz und Weber; die
Elementarschule von Odenthal; das Montaner Gymnasium5
unter Prof. Stemmler, dasLaurentianerGymnasiumals ecole secon-
daire unter Prof. Overbach, Lehmann, Lugino und Tesandt; die ecole
primaire unter Daniels, Taber, Krampf, Wallraf u. a. m.; ich war in dem
Pensionat von Prof. Geistmann unter Schenk und Schüngeler, ich er-
hielt Privat-Unterricht von den alten Jesuiten, meinem Oheim, Patres
und Prof. P. J. Bachem, Ganzen und Jütteler; meine erste Communion
empfing ich in der St. Christoph Kirche neben der St. Gereon Kirche . . .
1805 trat ich bei Herrn Gerhard Steinhaus, Apotheker in Bonn, als Apotheker-
lehrling ein, blieb 5 Jahre nacheinander dort, kehrte am 7. September 1811
zu ihm zurück und blieb bis 19. März 1812 bei ihm. Vom September 1810
bis Mai 1811 conditionirte ich als Gehülfe bei dem Hof-Apotheker August
Lade in Wiesbaden, vom Mai 1812 bis April 1814 (in der Zwischenzeit Mai
bis Septemberjl811 war ichkrank in Erpel) bei J.H.tvanHees[sen.in Barmen;
von allen Prinzipalen liegen die schönsten Zeugnisse da. Im Mai 1814
reiste ich nach Crefeld und später für Rechnung meines ältesten Bruders
Franz Caspar Bachem in Crefeld, nachdem ich mich hier nur ’/&lt; Jahr
etwas einstudirt hatte, als Commissionsreisender“ für sieben Firmen in
        <pb n="27" />
        ﻿Samt- und Seidenstoffen, Tuchen, Bändern, Tabak, Rum etc. „1816 errichtete
ich mit meinem Bruder Joh. Pet. Gottfr. Wolfgang Bachem in Hoff-
manns Hause auf der Herzogstraße eine Leihbibliothek als Grund-
lage zu einer künftigen Buchhandlung. Am A Mai 1818 eröffnete ich,
während mein Bruder zu Leipzig auf der Messe war, die mit meinem
Bruder J. P. Bachem gegründete Buchhandlung, Leihbibliothek, Journal-
Zirkel etc. in dem van Hees Hause auf dem Budengassen Ecke [Hohe-
straße 136]. Am 9. September 1818 vermählte ich mich. 1820 trennte ich
mich von meinem Bruder, kaufte eine Partie Weine zu den auf unsern
Gütern 1818—19—20 gezogenen Weinen und trieb [von Honnef aus] Wein-
handel en gros et en detail.“ Die Heirat schloß er mit der dreißigjährigen
„Juffer Maria Helena Wasserfall, Renteniererinn in Köln in der
Heimersgasse“ (Hämergasse), der Tochter eines Blankenheim-Mander-
scheidt’schen Regierungsrates. Sie war eine lebenslustige, bewegliche,
aber doch einfache und frommgläubige Frau, die dem Gatten drei Söhne
und eine Tochter schenkte.

Lambert Bachem war ein überaus fleißiger, rühriger, beweg-
licher und strebsamer Mann, voll von Plänen und Entwürfen;
das geht aus seinen zahlreichen Eingaben an die verschiedensten
Behörden und aus seinem ausgedehnten Briefwechsel zur Genüge
hervor, wovon wir einige Proben noch kennen lernen werden.
Seine Kunst des Briefschreibens, die freilich vor hundert
Jahren noch ausgebreiteter war als sie es heute ist, hatte er
zu beachtenswerter Höhe entwickelt.

2.	Die Gründung des Verlags J. P. Bachem 1818.

Zwei so selbständige Naturen wie Markus DuMont und Johann
Peter Bachem konnten nicht so viel gegenseitige Anpassungs-
fähigkeit aufbringen, wie für das Geschäftsverhältnis auf die
Dauer notwendig gewesen wäre.

Noch im Jahre 1817 dachten beide nicht an eine Trennung der
Firma; im Gegenteil wollten sie ihr Verhältnis durch die An-
gliederung einer zweiten gemeinsamen Buchhandlung unter der
Firma Bachem und DuMont-Schauberg in Bonn noch inniger
befestigen.

Die letztere sollte Bachem allein führen, während DuMont
dem Kölner Geschäfte vorstehen sollte. Der Verlagsentwurf
war schon fertiggestellt, an dem Bachem aber viel auszu-
setzen hatte, was er nicht ohne Schärfe tat. Das Vorhaben
        <pb n="28" />
        ﻿8

kam nicht zustande; vielleicht schloß diese sich hier kund-
gebende Verstimmung sogar den Keim der Trennung in sieh.
Bachem sah sich jedenfalls bald darauf nach einem andern Teil-
haber um, und glaubte ihn in dem Sohne des Buchhändlers
Funcke in Crefeld gefunden zu haben. Auch in diesem Falle
waren die Verhandlungen schon ziemlich weit gediehen. Am
1. April 1818 sollte eine Buchdruckerei, Buchhandlung und ein
Papierhandel unter der Firma Bachem et Funcke eröffnet
werden, wozu der letztere 4000 Taler herzugeben versprach,
während Bachem seinen „Waren-Anteil an Sortiment und gutem
Verlage der Firma DuMont et Bachem, Leihbibliothek, Journal-
zirkel und Inventar“ zuschießen wollte. Bachem sollte die Buch-
handlung einrichten, Funcke die Druckerei leiten. Auch dieser
Plan zerschlug sich in elfter Stunde. Aber die Trennung von
DuMont war endgiltig festgesetzt. Sie vollzog sich am 1. April
1818 durch folgendes Rundschreiben Bachems:

Köln, den 2. April 1818.

Gemäß freundschaftlicher Uebereinkunft hört, mit dem 31. März, meine
Geschäftsverbindung mit Herrn M. DuMont-Schauberg auf. Fortan werde
ich es unter meinem eigenen Namen betreiben, und beehre mich deswegen,
Sie um die Fortdauer Ihrer Gewogenheit zu bitten, die ich stets, durch
billige und pünktliche Bedienung, mir zu erhalten suchen werde.

Frühere Verbindlichkeiten, die mir die Meßreise zur Pflicht machen,
und eine von den Zufälligkeiten, die sich nicht immer vorher berechnen
lassen, hindern mich, meinen Buchladen schon jetzt in dem dazu be-
stimmten Lokale zu eröffnen. Demungeachtet werden alle Aufträge, womit
ich beehrt werden sollte, in meiner Leihbibliothek (Herzogstraße Nro. 4)
angenommen und genau besorgt, bis ich ehestens die Vereinigung beider
literarischen Institute in einem günstigeren Lokale meinen Freunden an-
kündigen kann.	Mit ausgezeichneter Hochachtung

J. P. Bachem, Buchhändler.

Wie aus diesem Wortlaut hervorgeht, richtete Bachem auch
eine Sortimentsbuchhandlung ein. In dem van Heesschen
Hause Hohestraße-Budengassen-Ecke eröffnete er am 4. Mai 1818
den „Buchladen“ und verlegte auch die Leihbibliothek
nach dort. Die Firma hieß „Johann Peter Bachem“ und wurde
erst im Jahre 1898 in „J. P. Bachem“ vereinfacht, nachdem schon
von Anfang an meist in dieser Form gezeichnet worden war.
Auch DuMont mietete für seine Buchhandlung ein Haus Unter
Güldenwagen Nr. 4504 (jetzt Hohestraße 133).
        <pb n="29" />
        ﻿Bald nach der Gründung seines Geschäftes erstand Bachem
zwei Holzpressen aus der Thiriartschen Druckerei, auf denen
die Bücher des Verlags hergestellt werden sollten. In dem Ab-
schnitt über die Druckerei wird darauf zurückzukommen sein.

3.	Der Verlag bis zum Tode des Gründers 1822.

Gleich im ersten Jahre entfaltete der Bachemsche Verlag,
der auch die Werke der früheren gemeinsamen Firma DuMont-
Bachem in sich aufgenommen hatte, eine verhältnismäßig lebhafte
Tätigkeit. Allerdings gab sich dabei eine gewisse Vorsicht kund,
indem manche Werke nur in Kommission übernommen wurden,
wobei dem Verleger lediglich die Herstellung und der Vertrieb
unter Ausschluß des geldlichen Risikos obliegt.

Schon dieser Umstand würde es erklären, daß von einer
bestimmten Richtung in dem Verlag noch nicht gesprochen
werden kann. Die ausgeprägtere Besonderheit im Verlagsbuch-
handel macht sich überhaupt erst viel später bemerkbar. Dazu
waren die Verhältnisse der 1820er Jahre, die erste preußische
Zeit der Rheinprovinz, noch nicht befestigt genug; grundsätzliche
Ziele lagen noch nicht im Wesen des damaligen Verlagsbetriebes.
Noch lange danach erschienen katholische Werke bei protestan-
tischen Verlegern und umgekehrt; erst die spätere kirchlich-
politische Scheidung in Deutschland hat hier eine schärfere
Trennung herbeigeführt, wie sie großenteils jetzt noch besteht.
Immerhin treten auch in der ersten Zeit des Bachemschen Ver-
lages neben allgemein bemerkenswerten Werken hauptsächlich
Schriften rechts- und staatswissenschaftlichen, medizinisch-natur-
wissenschaftlichen, geschichtlichen und erzieherischen Charakters
in die Erscheinung, endlich auch theologisch-kanonistische. Fast
immer sind es angesehene Autoren, höhere preußische Staats-
beamten und Geistliche oder solche, die später von sich reden
gemacht haben.

Weil die meisten der Hauptwerke des Verlags auch kultur-
geschichtlich bemerkenswert sind, dürfte es sich rechtfertigen,
auf ihren Inhalt kurz einzugehen.

Als erster Verfasser tritt uns der Bonner Geschichtsschreiber
Professor Karl Dietrich Hüllmann (1785—1846) entgegen, der
        <pb n="30" />
        ﻿in einer 70 Seiten starken Schrift die „Ursprünge der Be-
steuerung“ im Ablaß (bei Totschlag war die Blutrache in
Geldbuße umgewandelt worden) erblicken zu müssen glaubt. Aus
dem aus dem Morgenlande stammenden Zehnten leitet er zwei
Steuern ab: die Grundsteuer und den Zoll. Im gleichen Jahre
noch ließ Hüllmann sein „Staatsrecht des Altertum“
im Bachemschen Verlag erscheinen, ein gelehrtes Werk von
über 400 Seiten, in dem er die große Uebereinstimmung in den
wesentlichen und Grundzügen der Verfassungen aller Staaten
des Altertums in beständig vergleichender Darstellung nachweist.

Endlich wären hier noch die im Jahre 1818 erschienenen
„Beiträge zur Uebersicht der Römisch-deutschen
Geschichte, gesammelt von A.B. Mino 1 a6, vormaligem Lehrer
der Geschichte am Gymnasium zu Bonn“ (vielfach etymologischen
Inhalts) zu erwähnen.

Am zahlreichsten waren die Verlagswerke, die sich mit der
Rechtswissenschaft befaßten. Der preußische Oberland-
gerichtsrat Zum Bach verwies in seinen „Flüchtigen 6e-
dankenüberdasAdressenwesen“die unbequemen Mahner
an das königliche Versprechen der Verfassung — die schon zu
der Kabinettsorder vom 21. März 1818 mit dem Verbot, Bitt-
schriften zur Sammlung von Unterschriften im Lande herumzu-
schicken, Veranlassung gegeben hatten — auf die Geduld, da das
Werk nicht leicht zu errichten sei.

Derselbe Verfasser ergriff im nächsten Jahre im Bachemschen
Verlag in einer Angelegenheit das Wort, die bis tief in das
19. Jahrhundert hinein unselige Wirren nach sich zog: die kirch-
liche Eheschließung bei gemischten Ehen. In seiner Schrift
„Ueber die Ehen zwischen Katholiken und Pro-
testanten. Historische Beiträge und Bemerkungen“ kam Zum
Bach zu dem Schlüsse, es sei Pflicht des Staates, durch ver-
nunftgemäße Maßregeln den „aus dem aufgezwungenen Gelöbniß
entkeimenden sehr verderblichen Folgen ein endliches Ziel zu
setzen“.

In dieselbe Kerbe hieb das im nächsten Jahre erschienene
Verlagswerk „Rechtfertigung der Gemischten Ehen
zwischen Katholiken und Protestanten, in statistisch-,
kirchlich- und moralischer Hinsicht, von einem katholischen
Geistlichen; mit einer Vorrede von Herrn Dr. Leander von Eß,
Professor und [kath.] Pfarrer zu Marburg“.
        <pb n="31" />
        ﻿Ein noch heutigen Tages als Quellenwerk wertvolles rechts-
wissenschaftliches Buch ging im Jahre 1821 aus dem Verlag
hervor: Eine „Darstellung der Provisorischen Ver-
waltung am Rhein vom Jahre 1813 bis 1819“ von Joh.
Daniel Ferdinand Neigebaur. Das mit einer Vorrede des be-
rühmten Geschichtsschreibers Prof. Heinr. Luden in Jena (1778
bis 1847) versehene Werk enthalt viele wertvolle Personal- und
sonstige Angaben, Proklamationen und andere amtliche Ver-
öffentlichungen aus jener ersten Zeit nach Einverleibung der
Rheinprovinz in den preußischen Staat.

Gleichfalls für die Rechtswissenschaft hochbedeutsam war
das Werk des beim Rheinischen Appellationsgerichtshof in Köln
beschäftigten fünfundzwanzigjährigen Assessors Aug. Wilh.
Refft er, die „Athenäische Gerichtsverfassung“. Ver-
anlaßt war es durch eine Preisaufgabe der Akademie der
Wissenschaften in Berlin.

So hoch bewertet wurde diese Lösung, daß der Verfasser daraufhin
im nächsten Jahre unter Umgehung der sonst inne zu haltenden Vor-
stufen sogleich zum ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät
der Universität Bonn gemacht wurde, die ihm vorher den Titel eines
Ehrendoktors der Rechte verliehen hatte. Nach einer glänzenden Lauf-
bahn als hervorragender Rechtslehrer — 1861 wurde er ins Herrenhaus
berufen — starb Heffter, vierundachtzigjährig, 1880 in Berlin.

Zu den angesehenen Schriftstellern des Bachemschen Verlags
gehört auch der Physiker, Meteorolog und Staatswissenschaftler
Joh. Friedr. Benzenberg7, der durch das 1833 bei Gelegenheit
des Kölner Stapelstreits geprägte geflügelte Wort „Zahlen be-
weisen“ heute noch sich allgemeiner Bekanntschaft erfreut. Sein
Gerechtigkeitssinn ließ ihn inderFonkschen Mordsache,
die seit 1816 die Gemüter in der Rheinprovinz und darüber
hinaus erregte, das Wort ergreifen.

Am 10. November 1816 war der Handlungsdiener Wilh. Cönen in Köln
verschwunden und seine Leiche am 19. Dezember bei Krefeld im Rhein
aufgefunden worden. Ein unbegründetes Gerücht bezichtigte den an-
gesehenen Kölner Kaufmann Pet. Ant. Fonk des Mordes. Der Appellhot
in Trier, der Rheinische Appellhof in Köln sprachen ihn frei, das Trierer
Schwurgericht verurteilte ihn 1822 zum Tode; die beantragte Kassation
wurde verworfen, aber eine kgl. Kabinettsorder vom 28. Juli 1823 ver-
weigerte die Anerkennung des Urteils, worauf der gequälte Mann nach
39 Monaten Gefängnishaft befreit wurde.
        <pb n="32" />
        ﻿Ueber die Fonksche Angelegenheit hatte Bachem auch das
zweibändige, 1822 in Coblenz bei H. J. Hölscher erschienene, über
Th Hundert Seiten starke Werk „Der Kampf um Recht
und Wahrheit in dem fünfjährigen Criminalprozesse gegen
Peter Anton Fonk von Cöln, von ihm selbst herausgegeben und
seinen Mitbürgern gewidmet“ in Kommissionsverlag genommen.

Auch die Erziehungswissenschaft war schon im Jahre
1822 im Bachemschen V erlag vertreten, ln dem übrigens heute
noch lesenswerten Buche „Fractische Vorschläge zur Ein-
richtung und Verbesse rung des gesammtenElementar-
schul-undünterrichtswesensinDeutschiand“ erweist
sich Dr. Johann Christian Mult er zu Marburg als ein trefflicher
Erzieher; nur von der Verwendung der Frau als Lehrerin hält
er nicht viel, weil sie „eine Erfindung der neuern tändelnden
Pädagogik“ sei. „Die weiblichen Klippen sind Eitelkeit, Empfin-
delei, Gefallsucht u. dgl., die selbst durch das Beispiel der Lehre-
rinnen mehr genährt als richtig geleitet werden.“

Zu den Verlagswerken erzieherischer Natur der Firma aus
dem gleichen Jahre wird man auch eines rechnen müssen, dessen
Vorhandensein wohl einiges Erstaunen zu wecken geeignet ist,
nämlich Dr. Martin Luthers Enchiridion (Der kleine Kate-
chismus, für die gemeinen Pfarrherren und Prediger), heraus-
gegeben von dem Kölner Konsistorialrat und Evangelischen
Pfarrer Dr. Chr. G. Bruch. In seiner Vorerinnerung, die der
Vorrede Luthers vorangeht, sagt der Herausgeber, die jungen
Christen sollen damit „in den Stand gesetzt werden, den gewöhn-
lichen Einwürfen, womit man im gemeinsamen Leben, besonders
unter anderen Glaubensgenossen, ihre Ueberzeugung wankend
zu machen versucht, zu begegnen.“

Das Erscheinen eines solchen Büchleins wie auch der oben aufge-
führten Broschüren über die gemischten Ehen in dem Verlage eines
katholischen Verlegers gehört zu den Zeichen einer religiösen Unklarheit,
welche in der damaligen Zeit noch vielfach herrschte. Auch die Firma
Bachem mußte durch diese Unklarheit hindurch, bis sich später, doch weit
früher als an vielen andern Stellen, eine klare, dem Bekenntnis der
Geschäftsinhaber entsprechende Richtuug des Verlags herausbildete.
(Weiteres hierzu bei Karl Bachem, Josef Bachem I, S. 84, 91 ff., 94 ff.)

Die Buntheit des Verlags zu jener Zeit wird durch eine Schrift
über Augenkrankheiten gekennzeichnet, die veranlaßt worden
war durch die Behauptung, daß um das Jahr 1820 die ansteckende
        <pb n="33" />
        ﻿ägyptische A u g e n e n t z ü n d'u n g, die schon zur französischen Zeit
in der Rheinprovinz ausgebreitet gewesen sei, sich neuerdings ge-
zeigthabe. Der Oberpräsident Graf Solms-Laubach verordnete am
31. August 1820 eine Aufnahme aller Augenkranken. Professor
von Walther hatte in dem von ihm herausgegebenen Journal für
Chirurgie usw. behauptet, die Gefahr zu erblinden werde fast
allgemein in Europa. Von allen Ländern sei Deutschland am
meisten bedroht, und die niederrheinischen Provinzen würden
nun bald nur von Blinden bewohnt werden. Dieser Ansicht trat
Carl Anton Werres, Doctor der Medicin, Kgl. preuß. Kreis-
physicus des Landkreises Köln, in einer umfangreichen „Streit-
schrift gegen alle Vertheidiger“ dieser Augenentzündung in der
damals beliebten Weitläufigkeit und mit großem Aufwand von
Gelehrsamkeit entgegen. Manche werden an folgenden Sätzen heute
noch Gefallen finden: „Wir halten noch immer eine viel zu große
Menge von Arzneien für spezifische Gegensätze der Krankheiten
und bilden uns ein, diese müßten blos darum weichen, wenn wir
bei jeder ihren rechten spezifischen Gegensatz, ihr eigenes Re-
medium contra anwenden.“ Werres äußert dabei die Ansicht:
„Die Krankheiten gehen ihren von der Natur vorgeschriebenen
Gang und durchlaufen ihre Genesungsprocesse ... bei den
verschiedensten, selbst oft bei ganz entgegengesetzten Heil-
arten, wofern wir nicht gar zu grobe, zweckwidrige Eingriffe
machen.“

Es ist nicht mehr festzustellen, welche Verbindung Bachem
damals von Köln nach Moskau führte, denn dort ist der dicke
Quartband gedruckt worden, in dem der russische Arzt Sutamilli
seine Beobachtungen an 150 an Bräune erkrankten Personen mit
größter Ausführlichkeit dargelegt hat. Der Titel des der Kaiserin-
Mutter Maria Feodorowna gewidmeten Werkes lautet: „Decouverte
sur le croup ou L’Asthma synanchicum acutum. Moscou, de
rimprimerie N. S. Vsevolojsky. Cologne en Commission chez
J. P. Bachem 1820.“ Es kostete vier Taler und ist anscheinend
auch in deutscher Uebersetzung von F. Haaß — nach dem
Katalog von 1836; ein Druck ist nicht mehr aufzufinden — unter
dem Titel „Beiträge zu den Zeichen des Croups“ in
Moskau gedruckt und in Köln verlegt worden.

Endlich gehört hierher auch noch eine kleine Schrift aus 1820:
»lieber die medizinische Anwendung des Zuckers“
von Johann Jakob Günther, „der Medizin und Chirurgie-Doktor“
        <pb n="34" />
        ﻿(es folgen noch neun Zeilen lang Titel), in welchen der Verfasser
über Heilung von Magenerkrankung, Skorbut etc. durch Gebrauch
von Zucker berichtet.

Bibliographisch muß man wohl auch ein Werk zur medizini-
schen Literatur rechnen, dessen Titel „Magnetismus und
allgemeine Weltsprache“ auf den ersten Blick wunder-
lich genug anmutet. Es ist 1822 in den Kommissionsverlagen von
Joh. Heinr. Funcke in „Creveld“ und Bachem in Köln erschienen.
Der Verfasser, Regierungsassessor und Ober-Wegeinspektor

H.	M. Wesermann in Düsseldorf, war Mitglied vieler gelehrter
Gesellschaften, die auf dem Titel gewissenhaft aufgeführt werden.

Sein bei Bachem gedrucktes Werk hat den Mesmerismus zum Gegen-
stände, der damals, ein halbes Jahrhundert nach seiner Entdeckung, so
sehr im Schwange war, daß nach Wesermanns Angabe in den letzten drei
Jahren allein 59 Schriften über ihn das Licht der Oeffentlichkeit erblickt
hatten. Mesmer war der Meinung, daß jeder Mensch das Schicksal des
an ihn denkenden Freundes, durch den innern Sinn (Ahnungsinstinkt)
erfahren würde, wenn dessen äußere Sinne für alle Wahrnehmungen
und Empfindungen der Außenwelt im magnetischen Schlaf verschlossen
würden. Die Gedankenübertragung erklärt er durch ein Agens (magne-
tisches Feuer) in den Reihen der Allflut, wovon der Lichtäther der Leib
sei, ein Agens, das die ganze Körperwelt durchströme und zur Einheit
verbinde, mithin die Fähigkeit besitze, alle Gedankenbilder auf unendliche
Weite fortzupflanzen, wie die Luft den Schall und der Aether die Licht-
wellen. In diesem Sinne ist also der Titel des kulturgeschichtlich be-
merkenswerten Buches zu verstehen, in dem der Verfasser aus den ver-
schiedenen Werken über tierischen Magnetismus die wichtigsten Fälle
zusammenträgt.

Den Reigen der sog. schönen Literatur, die der Verlag
in der Zukunft so nachdrücklich ausgebaut hat, eröffnete im
Jahre 1820 als erster Dichter der Regierungssekretär und frühere
Husarenrittmeister Franz von Eisholtz (1791—1872), der vier
Jahre vorher nach Köln gekommen war, bald aber den Staats-
dienst und Köln verließ, um sich ganz der Schriftstellerei zu
widmen und große Reisen zu unternehmen. Später war er Leiter
des Gothaer Hoftheaters und von 1807—52 sachsen-koburg-
gothaischer Legationsrat in München. Das erste Werkchen, das
er in Köln veröffentlichte, übrigens ohne seinen Namen zu nennen,
waren „Wanderungen durch Köln am Rhein und seine
Umgegend. In einer Reihe von Briefen an Sophie.“ Er lieferte
darin eine wortreiche, mit Gedichten versetzte Schilderung der
        <pb n="35" />
        ﻿15

Stadt, deren damaliger Zustand8 sich freilich wenig zu poetischer
Verherrlichung eignete. Von der beabsichtigten Fortsetzung hat
der Verfasser Abstand genommen; wenigstens liegt nur ein
erstes Heft vor.

Dagegen erschien von ihm im nächsten Jahre (1821), ebenfalls
namenlos, eine romantische Erzählung, „Der neue Achilles“
mit dem griechischen Freiheitskampf gegen die Türken vom Jahre
1821 als Hintergrund.

Vier Jahre später reichte er sein fünfaktiges Lustspiel „Die Hofdame“
Goethe zur Beurteilung ein. In einer Besprechung vom 16. November
1825 äußerte sich dieser sehr anerkennend darüber (vgl. Ferneres über
deutsche Literatur). Das Werkchen ist dann mit einem anderen 1830 bei
Cotta in Stuttgart erschienen.

Ein ungleich berühmterer Dichter folgte Elsholtz auf dem
Fuße: kein Geringerer als Heinrich Hoffmann von Fallers-
leben mit seinem Erstlingswerke. Der Dichter studierte seit
1819 in Bonn und unterhandelte im Februar 1821 mit Bachem
über die Herausgabe seiner „Lieder und Romanzen“. „Wir
waren“, erzählt er in seiner Selbstbiographie, „bis auf das Ho-
norar ganz einig und endlich auch über dies: ich sollte 4 Friedrichs-
d’or, nach Beendigung des Druckes, und noch 4 haben, wenn
200 Exemplare verkauft wären9. Mit den Lettern war ich aber
gar nicht zufrieden, und wenn mich nicht die Aussicht auf etwas
Reisegeld gereizt hätte, so wäre wohl das ganze unterblieben.
Die Druckereien in Bonn und Köln waren damals sehr erbärmlich:
wenn auch etwas auf dem besten Papier gedruckt war, so sah
es immer unsauber aus; auch der Schnitt der Lettern war ge-
schmacklos. Sehr ergötzlich schien es mir deshalb, wenn Bachem
sich brieflich äußerte: Ich weiß, daß Erzeugnissen des Genius
ein gewisser Glanz nicht mangeln darf!“

Noch vor Ende März kam die 108 Seiten starke Gedicht-
sammlung heraus. Weil darin mehrere Uebersetzungen hollän-
discher Volkslieder (darunter auch eine Uebersetzung der Königs-
kinder aus dem; Dubbelt verbeterd Amsterdamze Liedboek), auch
einige Gedichte seiner Freunde Ludw. Henneberg und Krawinkel
enthalten waren, zeichnete der Dichter auf dem Titel nur als
Herausgeber. Im übrigen war die Ausstattung zwar sehr ein-
fach, der Druck aber nicht so schlecht, wie Hoffmann es später
darstellte. Derselbe „geschmacklose“ Letternschnitt ist sogar
zu unserer Zeit wieder modern geworden! Die Auflage betrug
        <pb n="36" />
        ﻿500 Exemplare, wovon im Jahre 1838 laut Ausweis der Verlags-
bücher noch 368 vorhanden waren. Die Ehre, des Dichters
Erstling verlegt zu haben, bezahlte die Firma Bachem mit einem
Verlust von 9 Taler, 22 Sgr. und 6 Pfg.

Auch durch ein scherzhaftes Büchlein ist die schöne Literatur
des Jahres 1822 vertreten: in dem „Aprils-Al man ach. Ein
Toilettengeschenk zum Frühlingsanfang 1822 und auch zu andern
Zeiten des Jahres anmutig zu lesen“. In dem ungenannten Ver-
fasser hat wohl niemand einen Juristen vermutet, der gleichzeitig
mit der Herausgabe eines schwer wissenschaftlichen Werkes
beschäftigt war. Heute darf es gesagt werden, daß der Assessor
Aug. Wilh. Heffter, von dem oben schon die Rede gewesen ist,
sich den Scherz gestattet hat.

4.	Des Gründers Tod 1822. Lambert Bachem.

Mitten aus seiner fruchtbringenden Tätigkeit wurde Johann
Peter Bachem im Alter von 37 Jahren plötzlich vom Tode abbe-
rufen. Man fand ihn am 9. Mai 1822 morgens tot an der vom
Ladenlokal zur Wohnung führenden Treppe liegen. Ein „Stickfluß
infolge einer organischen Herzkrankheit“ hatte seinem Leben ein
Ende gemacht.

Da er unverheiratet gestorben war, führte sein Bruder
Lambert zunächst das Geschäft fort und kaufte es dann von
den Erben. Das war für ihn, der, wie schon Seite 7 erwähnt
wurde, in Honnef am Rhein einen einträglichen Weinhandel
betrieb, eher ein Opfer als sein Wunsch. Die Kölner Verhältnisse
waren wenig verlockend; bares Geld war fast nicht vorhanden,
das Vermögen steckte in Verlagsrechten und den schon gedruck-
ten Büchern. Zudem war die Auseinandersetzung mit DuMont
noch nicht beendet. Die Rücksicht auf die fünf lebenden Ge-
schwister und auf fünfzehn unmündige Kinder von zwei ver-
storbenen Geschwistern, unter denen nach den Umständen keiner
in der Lage war das Geschäft fortzuführen, bestimmte ihn endlich
zu der Uebernahme.

In dem Geschäft war bisher als Gehilfe Friedrich Wilhelm
Haltenhof tätig gewesen. Nachdem von der preußischen Regierung
diesem und Lambert Bachem am 7. März 1823 auf Grund des
Nachweises, daß beide Bittsteller eines unbescholtenen Rufes
        <pb n="37" />
        ﻿LAMBERT BACHEM
        <pb n="38" />
        ﻿sich erfreuten und über ein Vermögen „von mehr denn zwei
Tausend Thaler“ verfügten, die „Concession zur Errichtung einer
Buchhandlung, Buchdruckerey und Leseanstalt“ erteilt worden
war, übernahm Lambert das Geschäft mit Werten und Schulden
für eine „Ueberhauptsumme von 3000 Reichsthalern, jeden zu
60 Stübern, oder 2307 Berliner Thaler 17 Silbergroschen“ und
eine Reihe weiterer geldlicher Leistungen, insgesamt für rund
3900 Reichstaler oder rund 3000 Berliner Taler. Im „Status
activus“ war die Leihbibliothek mit 704 Taler, das Sortiments-
geschäft mit 954, der Verlag mit 423, der Papiervorrat mit 334
und die Buchdruckerei mit 557 Taler bewertet worden.

Da die gemieteten Geschäfts-Räumlichkeiten sich als
zu klein erwiesen, kaufte Lambert Bachem bald nach der Ueber-
nahme des Geschäfts durch Akt vom 26. Mai 1823 das Haus zur
Stadt Paris10 „auf der Hohenstraße unter Wappenstecken“ Nr. 5088
(neue Nummer 81) „ohnweit den Vier-Winden“ zum Preise von
11 000 Taler. Das Hintergebäude, das auf einen Garten hinaus-
ging, nahm die Druckerei auf.

lieber das damalige Geschäftspersonal haben sich nur geringe
Aufzeichnungen erhalten, die in Lehrverträgen sich finden, lieber den
Teilhaber an der Konzession, Friedr. Wilh. Haltenhof, wird nichts mehr
berichtet. Daß er Ende 1835 noch in der Stellung war, kann aus einem
Gruß geschlossen werden, den der ausgerüekte Lehrling Lorentzen im
Oktober dieses Jahres aus Rotterdam an ihn bestellen ließ. In Köln
scheint er aber nicht gestorben zu sein, denn die hiesigen Sterberegister
führen seinen Namen nicht auf “.

Die Leihbibliothek war gar nicht unbedeutend. Ein im
Jahre 1828 gedrucktes „Vollständiges Bücherverzeichnis“ der-
selben führt auf 226 Seiten 5663 Nummern auf, von denen 2913
Romane, 311 Poesie, 430 Theater, 815 Geschichte und Politik, 414
Erd- Länder- und Völkerkunde und 780 „Vermischte Schriften
zum Nutzen und Vergnügen“ betrafen. Als Gymnasiast, der nichts
lernte, war August Reichensperger ein eifriger Benutzer.
»Der alte Lambert Bachem,“ erzählte er später, „warnte mich
wiederholt und verweigerte mir zuletzt weitere Werke.“

Dank seinem Sortimentsbuchhandel ist Lambert Bachem später
sogar Hofbuchhändler geworden. Als Prinz Wilhelm von Preußen
der Aeltere 12 1830 als Generalgouverneur der westlichen Pro-
vinzen in Köln wohnte und Bachem Bücherlieferungen an seinen
Hof hatte, erhielt dieser auf sein Ansuchen unterm 6. Januar 1831
den Titel eines „Hofbuchhändlers und -Buchdruckers“.

100 Jahre J. p. Bachem.	2
        <pb n="39" />
        ﻿18



5.	Der Verlag von 1823 bis 1840.

a)	Der Buchverlag.

Naturgemäß ging die Erzeugung des Verlags im Jahre nach
Johann Peters Tod erheblich zurück; es erschienen nur fünf
Bücher und Broschüren, davon vier im Kommissionsverlag; ein
Handbuch der polizeilichen Rechtspflege von J. M. Bender, ein
Schriftchen, enthaltend die Elementarvorschrift für Stadt- und
Landschulen von Renard und zwei rechtswissenschaftliche
Broschüren.

Umso eigenartiger ist das fünfte Werk, ein „Lehr- und Lese-
buch für Soldatenschulen“, betitelt „Woyciech, eine Sol-
datengeschichte“. Ihr Verfasser, Carl Aug. Zeller in Köln,
erzählt in der Vorrede, daß er es im Auftrag „Eines H. Kriegs-
ministerii“ verfaßt habe und daß „des Königs Majestät zu
befehlen geruht habe, Allerhöchstihnen dieses Lehrbuch in
Manuskript vorzulegen“, daß „Eine H. Militairstudiencommission
berichtigt, was in diesem Versuch unrichtig, und beseitigt hat,
was unpassend und zweckwidrig war“. Der König hatte die
Handschrift mit dem Vermerk versehen: „Ganz geeignet für
meine Soldatenschulen.“ Der Verfasser war ein angesehener
Erzieher.

Woyciech, der Mustersoldat — „einst wenig mehr als das Thier“ —
war in Westpreußen „in der Hütte der Armuth von polnischen Eltern
geboren“ und von Anfang an „durch eine gute Schulzucht gewöhnt,
unterthan zu sein aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen“.
Wie er im Verlauf seines Musterlebens „ein frommer Christ, ein tapferer
Krieger und ein guter Bürger“ wurde, das ist der Inhalt der erbaulichen
Geschichte. Ihr vorausgeschickt ist eine Art Katechismus, der die „Pflich-
ten des Kriegers“ aufzählt. Bei jedem Gebot sind gewissenhaft die
erheblichen Unannehmlichkeiten vermerkt, die seine Uebertretung nach
sich ziehen. So ist z. B. für Totschlag „Tod durch das Beil oder das
Rad von oben herab oder von unten herauf“ angekündigt, für Vergiftung
„dieselben Todesstrafen geschärft durch Schleifen zum Richtplatz“. „Weh
dem Soldaten, der ein Magazin in Brand steckt, auch wenn das Feuer
ohne Schaden gedämpft worden! Strafe des Feuers ist sein Lohn!“ Und
so geht es fort. Es sind das die preußischen Kriegsartikel „so geordnet,
daß der Verstand leichter faßt und übersieht, das Gedächtnis besser
behält, was dem Soldaten stets gegenwärtig bleiben muß, wenn er seinen
        <pb n="40" />
        ﻿

Weg unsträflich wandeln soll“. Das Buch ist eine Anleitung zur Ab-
richtung des Menschen zum preußischen Soldaten. Trotz der löblichen
Absicht scheint der Erfolg den Erwartungen nicht entsprochen zu haben.
Von den 2100 Drucken überreichte Bachem 1200 dem Könige „als patrio-
tisches Geschenk“, wie er sich in einem Brief an Ladenberg vom 19. No-
vember 1840 ausdrückt, in dem er sich gleichzeitig darüber beschwert,
daß nichts für das Buch geschehen sei. Das Schlußergebnis war für den
Verleger ein Verlust von 50 Taler.

Auch in diesem Zeitraum herrscht die rechtswissenschaftliche
Erzeugung noch vor. Im Jahre 1824 erscheint zum ersten Male
als Verlagsverfasser der Kgl. Geh. Staatsrat Heinrich Gottfried
Wilhelm Daniels (nicht zu verwechseln mit Alexander von
Daniels; vgl. S. 20), der Sohn eines Kölner Schneiders.

Seine erste, bei Bachem erschienene Schrift handelt „lieber
die Form des gerichtlichen Verfahrens in Dominal-
sachen“, der in seinem Sterbejahre 1827 die „Grundsätze des
Wechselrechts, nach Herrn von Selchow, mit besonderer
Rücksicht auf das Allgemeine Preußische Landrecht [und das
Französische Handelsgesetzbuch“ folgten.

Weitere rechtswissenschaftliche Werke des Jahres 1824 waren
u. a. Collmanns „Lehre vom Strafrecht“, das Bachem „in
Kommission für die Rheinprovinzen“ hatte, und des Appellations-
gerichtsrats J. C. H. Rive umfangreiches Werk „lieber das
Bauerngüterwesen in den Grafschaften Mark, Reckling-
hausen, Dortmund und Hohen-Limburg, den vormaligen Stiften
Essen, Herzogthum Cleve und in den Herrschaften Broich und
Wertherbruch“, von dem nur der erste Teil erschienen ist.

Das Ansehen Bachems als juristischer Verleger gewann noch
durch zwei, allerdings namenlos erschienene Werke des späteren
Kultusministers Adalbert v. Ladenberg. Sein Buch über Preu-
ßens gerichtliches Verfahren in Civil- und Kriminal-
Sachen“ brachte es von 1825 bis 1847 zu drei Neudrucken (die
zweite, 1842 erschienene Auflage war auf Vorschlag des über-
lasteten Verfassers von Land- und Stadtgerichtsrat Rud. Const.
Jany in Schweidnitz bearbeitet worden), und die „Hebersicht
der preußischen und französischen Hypotheken-
Gesetzgebung“ erlebte bis 1842, in 13 Jahren, ebenfalls drei
Auflagen.

Ladenberg, der 1798 in Ansbach geboren wurde, war während seiner
juristischen Ausbildungszeit im Jahre 1821 als Assessor beim Appella-
tionsgericht nach Köln gekommen, zwei Jahre später Landgerichtsrat in
        <pb n="41" />
        ﻿20 ^

Coblenz geworden und 1824 als Regierungsrat und Justitiar nach Köln
zurückgekehrt, wo er verblieb, bis er 1834 Präsident der Regierung in
Trier wurde. Im Jahre 1839 als Direktor im Kultusministerium nach
Berlin berufen, übernahm er nach 10 Jahren die Leitung dieses Ministe-
riums, die er 1850 politischer Meinungsverschiedenheiten wegen nieder-
legte. Fünf Jahre später starb er als Chef der Oberrechnungskammer
in Potsdam.

Unter den mancherlei rechtswissenschaftlichen Werken der
nächsten Jahre, für die im einzelnen auf das Verlagsverzeichnis
verwiesen werden muß, ragt das große Unternehmen des „Hand-
buchs der für die Rheinprovinzen verkündigten Ge-
setze, Verordnungen und Regierungsbeschlüsse aus
derZeit der Fremdherrschaft“ hervor, von dem die beiden
ersten, 1833 und 1834 erschienenen Bände von dem Regierungsrat
und Justitiar der Kgl. Regierung zu Köln, K. Th. F. Bormann
im Verein mit Dr. Alexander von Daniels herausgegeben
wurden. Das Werk, das mit dem 8. Bande 1845 zum Abschluß
kam und das vollständig 24 Taler 25 Ngr. kostete, ist heute noch
für die Geschichte des Rechts im Rheinlande unentbehrlich. Der
7. Band enthält eine wertvolle systematische Uebersicht und
reiche Literaturnachweisungen. Vom 3. Bande ab besorgte Daniels
allein die Herausgabe.

Dieser, ein ganz hervorragender Jurist, im Jahre 1800 in Düsseldorf
geboren, lebte nur ein Jahr lang (1843 bis 1844) als Rat am Rheinischen
Kassationshof in Köln. 1844 wurde er als ordentlicher Professor der
Rechte nach Berlin berufen und zum Mitglied des Obertribunals ernannt;
1848 war er Mitglied der Nationalversammlung. Er starb am 4. März 1868.
Als Schriftsteller hat er eine rege Tätigkeit entfaltet.

Auf dem Gebiete des Staatsrechts liegt auch der kirchenpoli-
tische Kampf, der in Köln zu dem Zusammenstoß der katho-
lischen Kirche mit der Regierung, dem sog. „Kölner Ereignis“
geführt hat. Eine Flut von teilweise leidenschaftlichen Veröffent-
lichungen — über 200 Streitschriften — knüpfte sich naturgemäß
an diesen seit 1825 währenden Streit um die gemischten Ehen,
der nun am 20. November 1837 zur Verhaftung des Kölner Erz-
bischofs Clemens August Freiherr Droste zu Vischering geführt
hatte.

Lange vorher schon hatte dieser auch den Kampf gegen den
Hermesianismus aufgenommen. Jetzt im Januar 1837 verbot er
die Vorlesungen der hermesischen Theologen und das Lesen
solcher Schriften und betonte gegenüber den Vorhaltungen des
        <pb n="42" />
        ﻿preußischen Kultusministers v. Altenstein, daß die hermesia-
nische Frage eine rein kirchliche sei.

Schon im Jahre 1836 berichtete eine Schrift des Verlages unter
dem Titel „Die Hermesianer in Rom oder Fugen zu den
Acta Romana“ von Edm. Michaelis über die Anwesenheit der
beiden Professoren Braun und Elvenich in Rom. Sie waren
nach der päpstlichen Verurteilung der Hermesschen Schriften
vom 26. September 1835 zur Aufklärung des Papstes am 26. Mai
1837 angekommen. In einem Briefe am 19. Juli bedeutete ihnen
aber der Jesuitengeneral Roothaan nach langwierigen vergeblichen
Verhandlungen über die hermesischen Lehren, daß „kein Grund
vorhanden sei, warum sie länger in Rom verweilen wollten;“
es bleibe bei der Verurteilung. Michaelis verteidigt die beiden
Abgesandten und die Sache des Hermes, besonders gegen den
Professor Windischmann in Bonn, der schon im Jahre 1837 gegen
Hermes mit „Erbärmlichkeiten“ gearbeitet habe.

In seiner Schrift über Windischmann und sein Kreis (erste Vereins-
schritt für 1916 der Görres-Gesellschaft) vermutet Professor Dr. Dyroff,
daß es sich bei dem Namen Michaelis um einen Decknamen handele
und daß es sich verlohne, über die Urheberschaft dieser Schrift genauere
Untersuchungen anzustellen. Seine Vermutung ist richtig: Michaelis ist
Professor Dr. Biunde in Trier13.

Der Bachemsche Verlag stand bis zum Jahre 1839 in seinen
Veröffentlichungen weder in der hermesischen Angelegenheit noch
im Kirchenstreit auf der Seite Clemens Augusts. Das war damals
in der gärenden unklaren Zeit ringenden Verständnisses nicht
so verwunderlich, wie es heute scheint, wo wir die Ereignisse
im geschichtlichen Lichte betrachten. Tatsächlich befand sich
Bachem unter den Katholiken nicht in schlechter Gesellschaft.
Wie sein Geschäftskopiebuch erweist, zählte ein großer Teil des
Klerus zu der Kundschaft seines Sortimentsgeschäftes und stand
mit ihm in Briefwechsel. War doch nicht einmal der größte Teil
des Klerus und sein eigenes Domkapitel auf Seite des Erzbischofs
zu finden.

Zu Ende des Jahres 1838 war dann noch bei Bachem die
Schrift erschienen: „Rationaler und historischer Stand-
punkt zur Beurtheilung des Verhältnisses zwischen
Staats-Regierungen und dem römischen Stuhle in Be-
ziehung auf gemischte Ehen; mit einem Rückblicke auf die Kölner
Angelegenheit. Von einem Katholiken“, eine wissenschaftliche
        <pb n="43" />
        ﻿



Veröffentlichung, die rein theoretisch das Recht der Einwirkung
auf die Ehe von seiten des Staates und der Kirche, die Ehe als
Vertragend ihre sakramentale Eigenschaft, die frühere Gepflogen-
heitgder|katholischen Kirche in bezug auf gemischte Ehen, ihre
Gültigkeit u. a. m. erörtert. Die Schrift kommt zu anderen Er-
gebnissen wie der römische Stuhl, will aber in dem besonderen
Kölner Fall über den Widerstand Clemens Augusts kein Urteil
fällen.

Gegen Görres’ Athanasius richtete sich das 1838 namenlos
erschienene Sendschreiben der evangelischen Freifrau
Athanasia an den Pater Athanasius in Betreff einiger
von demselben angeregten Bedenken“, dessen Verfasser, wie
schon Paul Vogel festgestellt hat (Beiträge zur Geschichte des
Kölner Kirchenstreites) der evangelische Pfarrer J. R. Lange in
Duisburg war.

Endlich ist noch aus dem Jahre 1838 zu nennen die Broschüre
„Die katholischeKirche innerhalbdesProtestantis-
mus und ihr Recht, vorzüglich in den gemischten Ehen“ von
dem (evangelischen) Theologieprofessor Dr. K. H. Sack in Bonn,
der dafür eintritt, daß die Kirchenparteien sich gegenseitig
achten statt überreden oder gar sich bekämpfen sollen. (Zu
diesen Werken vgl. Karl Bachem, Josef Bachem, I S. 84, 94 ff.)

In seltsamem Gegensatz zu dieser Haltung seines Verlags
standen die persönlichen Bemühungen Bachems für die Sache
Clemens Augusts. Da er die von der Regierung verbotenen Flug-
blätter und Flugschriften von katholischer Seite in seinem Ge-
schäfte nicht verbreiten durfte, verkaufte er sie in dem Hause
seines Freundes Bartman, der am Heumarkt Nr. 76 eine Wein-
handlung betrieb. Bis zur Beendigung des kirchenpolitischen
Kampfes Ende des Jahres 1840, die einen vollen Sieg der katho-
lischen Kirche bedeutete, gingen von hier mit dem Wein auch
diese Schriften ins Volk.

Als in den ersten Jahren nach dem Tode des Gründers die
Verlagstätigkeit wieder reger wurde, begann 1824 das Erscheinen
des großen J. Braunschen „Handbuchs der Erdkunde“
besonders für „Gelehrtenschulen“, wovon 1827 und 1833 zwei
fernere Teile herauskamen.

Zur Erdbeschreibung im engeren Sinne muß man wohl auch
das Werkchen,aus dem Jahre 1827 des damaligen Stadtbaumeisters
J. P. Weyer" rechnen, das er im Verein mit dem Appellations-
        <pb n="44" />
        ﻿23

gerichtsrat Th. Joh. Jos. Lenzen unter dem Titel „Sammlung
von Ansichten öffentlicher iPlätze, merkwürdiger Ge-
bäude und Denkmäler in Köln“ mit „Aphorismen aus Köln’s
Geschichte“ herausgegeben hat.

Lenzen hat darin die für Philologen merkwürdige Entdeckung gemacht,
daß „in ähnlich ausgesprochenen und geschriebenen griechischen Wörtern
meistens die nämliche, immer aber eine gleichartige Bedeutung mit dem
Sinne unserer Volkssprache“ zu finden sei. „Je gemeiner, der unteren
Volksklasse eigenthümlicher dergleichen Wörter sind, desto genauer
findet man ihre Uebereinstimmung.“ So führt er z. B. die Bezeichnung
Lys in Lyskirchen auf das griechische Avaig, Befreiung von Schuld durch
Sühnopfer, zurück und jraeint, „unser erlösen, im gemeinen Kölnischen
erlüsen vom Uebel im Vater unser“ müsse die gleiche Bedeutung haben.
Den Namen „Igel- oder, wie die Kölner sprechen, Eigelstein“ erklärt er
nach aiyialog, Ufer, „als von einer Uferfestung herrührend (Stein heiße im
alten Deutsch eine Festung: Ehrenbreitstein, jKönigstein). Das sind aller-
dings Muster einer „Volks-Etymologie“.

Im übrigen bietet das Duodezbüchlein zu den kleinen Stein-
druckbildchen eine gute Aufzählung der Sehenswürdigkeiten,
vornehmlich der Kölner Kirchen.

Ungleich wertvoller aber war der im nächsten Jahre (1828)
erschienene vortreffliche Führer durch die Städte „Köln und
Bonn“, der heute noch (eine in mancher Hinsicht anregende
Quelle für die damaligen Zustände in beiden Städten, die Verkehrs-
einrichtungen am Rhein und dergl. darstellt. Das 330 Seiten
starke Buch, das namenlos erschien und von dem im Jahre 1830
eine von N. B. Sautelet in Köln besorgte französische Ueber-
setzung herauskam, hatte für Köln Dr. Karl Georg Jacob und
Mathias Josef de Noel, für Bonn den Professor Nöggerath“
zu Verfassern.

J!acob, 1796 zu Halle1, geboren und seit 1826 Oberlehrer am evan-
gelischen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu Köln, ein gelehrter Philolog,
starb als Professor an der Landesschule Pforta im Jahre 18919. De Noel
(1782—1849) war ein bekannter, für seine Vaterstadt gleich seinem väter-
lichen Freunde Wallraf begeisterter Kölner,5. In dem gründlichen
Werkchen vermittelt der Stadtplan in Steindruck ein gutes Bild der
damaligen Stadt, deren Umwallung, auf Grund der Kabinettsorder vom
11. März 1815 unter Leitung des Generalleutnants von Rauch gebaut,
damals 19 Tore, 7 bewohnte Wälle, einen Sicherheits-, einen Freihafen
und 7 bewohnte Gräben hatte.

Auch das Gebiet des Handels und der Handelspolitik, auf dem
von jeher die Bedeutung Kölns geruht hat, sollte dem Verlag
        <pb n="45" />
        ﻿nicht fremd bleiben. Hier lieferte im Jahre 1829 Anton Freiherr
von M y 1 i u s in seinem Buche „D e r H a n d e 1, betrachtet in seinem
Einflüsse auf die Entwicklung der bürgerlichen, geistigen und
sittlichen Kultur“ eine anregende Arbeit. Er hebt hervor, daß
im 18. Jahrhundert fast alle Kriege den Handel zur ersten Ver-
anlassung hatten. „Seit Cromwells Zeiten wurde in England
kein Krieg geführt, wo nicht die größere Ausbreitung des Handels,
wo nicht die sichtbare, doch gewiß immer die unsichtbare Trieb-
feder war.“ Noch manche weiteren nützlichen Folgen für Anmut
und Sitte sieht der Verfasser in dem Betrieb des Handels.

Mit dem Handel steht der Verkehr in inniger Verwandt-
schaft, und auch auf diesem Gebiete machte sich der Verlag
bemerkbar. Zu jener Zeit erregte die Frage der Freiheit der
Rheinschiffahrt erneut die Gemüter. Köln und Mainz ver-
teidigten bis zum äußersten ihr jahrhundertealtes Stapelrecht,
das, auf dem Papier bereits 1804 und 1815 aufgehoben, die Städte
zu dem Verlangen berechtigte, alles an ihnen vorüberzuführende
Kaufmannsgut in den öffentlichen Kaufhäusern drei Tage lang anzu-
bieten 17. In dem Fortfall des Stapels sah man besonders in Köln das
größte geldliche Unglück. Die beiden Städte veranlaßten deshalb
im Jahre 1827 die Abfassung einer großen Denkschrift, die unter
dem Titel „UeberdieHandels-SchiffahrtaufdemRhein-
strom besonders in Beziehung auf das Königreich der Nieder-
lande“ bei Carl Drechsler in Heilbronn erschien und noch im gleichen
Jahre bei Bachem in französischer Uebersetzung herauskam. Auch
eine Uebersetzung in die niederländische Sprache wurde veranlaßt.

Die Bachemsche Veröffentlichung „D e la navigation du Rhin“
ist übrigens höchstwahrscheinlich gar nicht in Köln gedruckt worden.
Es hat damit eine etwas wunderliche Bewandtnis. Das Buch trägt nämlich
den Namen des fingierten Druckers Pierre Marte au18. Die Denkschrift
erfuhr noch im Jahre ihres Erscheinens eine sehr geschickte Widerlegung
durch den holländischen Advokaten Op den Hooff, die auch in deutscher
Uebersetzung erschien („Bemerkungen gegen die deutsche Schrift etc.“;
Amsterdam, bei Erben H. Hartmann).

Die Streitigkeiten über die Rheinschiffahrt führten endlich im Jahre 1831
zu einer Einigung. Der 31. März dieses Jahres ist für die Rheinschiffahrt
ein entscheidender Tag geworden. An ihm wurde unter den Uferstaaten
des Rheines (Baden, Bayern, Frankreich, Hessen, Nassau, die Niederlande
und Preußen) die „Rheinschiffahrtsordnung“ festgelegt, deren erster Artikel
lautete: „Die Schiffahrt auf dem Rheinstrome in seinem ganzen Laufe soll
von da an, wo dieser Fluß schiffbar wird, bis in die See, sowohl aufwärts
        <pb n="46" />
        ﻿als abwärts, völlig frei seyn und in Bezug auf den Handel niemanden
untersagt werden können.“ Bachem gab die 109 Artikel umfassende
„Uebereinkunft“ im selben Jahre in sehr guter Ausstattung heraus.

Wie die damaligen Verhältnisse an und auf dem Rhein geartet
waren, davon erhalten wir ein anschauliches Bild in einem im Jahre
1830 ohne Verfassernamen erschienenen Buche des Bachemschen
Verlags: „Kurze Bemerkungen auf einer flüchtigen
Reise a;m Rhein und durch das Königreich der Niederlande
im Jahre 1828“. Der Verfasser, ein sehr anregender Beobachter,
ist, was bisher nicht bekannt geworden sein dürfte, der bereits
oben erwähnte spätere Minister v. Ladenberg. Die Verkehrsver-
hältnisse am Rhein beschränkten sich damals außer den Reit-
Fahr- und Schnellposten im wesentlichen auf ein viermal in der
Woche zwischen Mainz und Köln verkehrendes Dampfschiff.
Ladenberg gibt bei den besuchten Städten seine Erlebnisse wieder,
die häufig von ergänzenden oder berichtigenden „Anmerkungen
des Setzers“ begleitet werden. So nimmt der Setzer, bei dem
wohl der begründete Verdacht besteht, daß er dem Verleger den
Mund geliehen hat, u. a. die Kölnerinnen vor dem Vorwurf in
Schutz, zu große Füße zu haben.

Für die Geschichte des Verkehrs im 19. Jahrhundert ist end-
lich auch ein Büchlein bemerkenswert, in dem der Direktor des
Kölner Oberpostamts Rehfeld im Jahre 1831 eine „Uebersicht
aller zu Cöln am Rhein abgehenden und ankommenden
Posten“ lieferte. Wir erfahren darin u. a., daß es damals in
Köln drei Briefkästen gab, in die man unfrankierte Briefe ein-
legen konnte — die Briefmarke wurde erst 1840 in England aus-
gegeben und in Deutschland erst 10 Jahre später. Im übrigen
erhält man einen guten Ueberblick über das damalige Netz der
Posten innerhalb Deutschlands und des Auslandes.

Neben einigen weniger bedeutenderen Unternehmungen war
es wohl der Verleger selbst, der im Jahre 1824 durch „Be-
merkungen eines Rheinländers über den Weinbau
in den Regierungsbezirken Köln und Koblenz, besonders zu Linz
und in den dortigen Umgebungen. Ein Wink für Eigentümer von
Weinbergen“ seinen Verlag bereicherte. In dem 32 Seiten starken
Schriftchen führt er Klage über nachlässige, faule und betrüge-
rische Winzer (Pächter), die damals Halbwinner genannt wurden,
weil ihnen von den Eigentümern die Hälfte des jährlichen Wachs-
tums zukam. Außerdem war ihnen die Benutzung der sog.
        <pb n="47" />
        ﻿26

Battungsfelder oder Wiesen zur Erzielung von Viehfutter ge-
stattet; ferner kam ihnen die Hälfte des darauf gezogenen Obstes
und das „zum größten Nachteile der Weinberge darin gepflanzte
Gemüse“ zu gute. Ueber die damaligen landwirtschaftlichen
Verhältnisse gibt das Schriftchen gute Auskunft.

Als erste volkstümlich-religiöse Veröffentlichung des Verlags
ist die von C. Stündeck in Xanten besorgte Uebersetzung einer
kleinen Erbauungsschrift des Thomas von Kempis (um 1380
bis 1471) zu nennen „Vallis liliorum“. Das kleine Büchlein des
berühmten Verfassers von der Nachfolge Christi: „Das Lilien-
thal“ scheint in deutscher Sprache nicht oft gedruckt worden
zu sein. Die Nachfolge Christi selbst, das nach der Bibel
am öftesten(gedruckte und tausendemal übersetzte Buch, erscheint
erst 1875 im Bachemschen Verlag.

Spärlich waren bisher die Verfasser aus dem Reiche der
schönen Literatur im Verlag vertreten. Der Kölner Gymnasial-
lehrer Joh. Peter Balthasar Kreuser (1795—1870) hotte 1824
einen allerdings 300 Seiten starken Band Dichtungen geliefert.
Im Jahre 1829 hatte Ernst Richter ein „Vaterländisches
Erinnerungsbuch, Lieder ;auf die denkwürdigsten Tage des
deutschen Befreiungskrieges“ herausgegeben. Unter diesen Um-
ständen rechtfertigt es sich wohl, auch auf einen Span hinzu-
weisen, der aus der Werkstatt eines Meisters in der Literatur
abfiel. In Köln, wie auch in den übrigen preußischen Provinzen,
beging man für die Rheinprovinz am 3. Februar 1838 den Gedenk-
tag, an dem vor 25 Jahren Friedrich Wilhelm III. die Frei-
willigen zum Kampfe gegen den Korsen aufgerufen hatte, zu-
gleich mit der Gedächtnisfeier für den Erlaß des „Aufrufs“ vom
17. März 1813. 281 Freiwillige der Jahre 1813, 1814 und 1815
waren hier zusammengeströmt, die Lambert Bachem mit seinem
ebengenannten „Vaterländischen Erjinnerungsbuch“ be-
schenkte. Im Auftrag des Komitees lieferte Karl Immermann,
Landgerichts-Rat zu Düsseldorf und ehemaliger Freiwilliger des
Leib-Infanterie-Regiments, unter dem Titel „DasFestderFrei-
wilügen“ eine poesiedurchsetzte Beschreibung, die der Verlag
Bachem im selben Jahre in hübscher Ausstattung herausbrachte.

b)	Vom Beginn des Zeitschriftenverlags bis 1840. &lt;

Der Ehrgeiz des nimmermüden Lambert Bachem war schon
früh auf die Angliederung eines Zeitungsunternehmens gerichtet.
        <pb n="48" />
        ﻿Sein Plan war die Herausgabe eines großen politischen Blattes,
und zu diesem Zwecke suchte er die beiden, neben der Kölnischen
Zeitung in Köln bestehenden Zeitungsunternehmungen, den „Welt-
und Staatsboten“ der J. G. Schmitzschen Buchhandlung und den
„Verkündiger am Rhein“, der bei J. M. Heberle erschien, aufzu-
kaufen und zu einem einzigen neuen Blatt zu verschmelzen. Am
28. Februar 1830 schloß er zu diesem Zwecke mit Heinrich
Pütt er einen Gesellschafts-Vertrag, wonach Pütter, der als
Schriftleiter vorgesehen war, den Ankauf auf gemeinsame Kosten
unternehmen sollte. Der Plan kam aber nicht zustande.

Um seine Bestrebungen nicht gänzlich aufgeben zu müssen,
entschloß sich Lambert Bachem schließlich zum Ankauf der
„Rheinischen Provinzialblätter“, einer Monatschrift, die mit dem

1.	Januar 1832 in Aachen von dem Kgl. Regierungs- und Medi-
zinalrat a. D. Dr. K. G. Neumann begründet und später von dem
Regierungssekretär Aldefeld übernommen worden war. Von
diesem kaufte Bachem im Jahre 1834 das Unternehmen für die
geringe Summe von 100 Taler.

Die Provinzialblätter hatten zunächst keinen politischen Cha-
rakter, waren nur insofern regierungsfreundlich, als sie nur
„Liebe zum Vaterland, Liebe zum König befördern und nähren“
wollten.

Als Herausgeber gewann Bachem den Oberbergrat Professor
Dr. Jakob Nöggerath16 in Bonn. Die Zeitschrift, die nun unter
dem Titel „Gemeinnützige und unterhaltende Rhei-
nische Provinzial-Blätter“ in Klein-Oktavformat monatlich
erschien, wollte „den Bewohnern der Provinz in einer unge-
künstelten, allgemein verständlichen, anspruchlosen, aber kräftigen
Sprache alles dasjenige mittheilen, was für dieselben ein be-
sonderes allgemeines Interesse hat und denselben nützlich und
angenehm seyn kann“. Nach einer spätem Ankündigung hatten
sie die „echt patriotische Tendenz: sowohl das heutige, als das
vergangene innere und äußere Leben der Provinz möglichst
vollständig zur Anschauung zu bringen, und diejenigen auswärts
gewonnenen Kenntnisse und Erfolge, welche dem Lande ersprieß-
lich seyn können, in diesem zur Anwendung und Benutzung zu
fördern“.

Der Verleger gab sich große Mühe, in Regierungskreisen, unter
Staats- und Gemeindebeamten, Heeresangehörigen, Geistlichen
und Lehrern Leser und Mitarbeiter zu finden. Obwohl er von
        <pb n="49" />
        ﻿28

den Generalen von Borstell und von Müffling, von dem Ober-
präsidenten der Rheinprovinz von Bodelschwingh und Behörden
freundliche Zusagen erhielt, entsprach der Erfolg den Erwar-
tungen durchaus nicht. Deshalb wandte sich Bachem in einer
Eingabe vom 10. Juli 1837 an den Minister des Innern und der
Polizei von Rochow, welcher er seine frühere Eingabe vom
10. Juli 1837 an die Kgl. Regierung in Köln anfügte; in dieser
hatte er u. a. ausgeführt:

„Die Idee, in der Rheinprovinz eine Zeitschrift zu haben, worin durch
ausgedehntere Aufsätze, als es in rein politischen Blättern möglich ist,
auf die Bildung und Stimmung der Bewohner und auf den Volksgeist im
Allgemeinen besser eingewirkt werden könnte, ging zunächst von der
hohen Umgebung Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Wilhelm1'-) aus und wurde
von mir mit Eifer ergriffen und zur Ausführung gebracht, wobei ich das
Glück hatte, für die Redaktion einen Mann zu gewinnen, dessen Namen
einen ehrenvollen Ruf in ganz Deutschland behauptet, dessen gediegene
Kenntnisse verbunden mit einem glänzenden Schriftstellertalente ebenso
bekannt sind, als seine echt patriotische Gesinnung.“ Allein die von
„Minister von Nagler in großer Menge unentgeltlich verbreiteten Prospekte
und öftere kräftige Empfehlung der hohen Behörde in den Amtsblättern“
hatten das Unternehmen nicht so gefördert, daß es die Kosten deckte.
Bachem beantragte nun, „daß es einer kgl. hochlöblichen Regierung ge-
fallen möge, die Anschaffung der Rheinischen Provinzial-Blätter für jede
Bürgermeisterei auf Kosten der resp. Gemeinden anzuordnen resp. zu
dieser Anordnung die höhere Ermächtigung zu erwirken, welche von
Seiten des betreffenden hohen Ministerii um so sicherer zu erwarten ist,
da Hochdasselbe das warme Interesse für die Provinzialblätter theilt,
deren Tendenz vollkommen billigt und ihre Verbreitung wünscht, worüber
ich die schmeichelhaftesten Versicherungen der hohen Ministerien besitze...
Nur auf diesem Wege kann es gelingen, das Fortbestehen der Provinzial-
blätter zu sichern.“ Als das Gesuch abgeschlagen worden war, erbot
sieh Bachem in einer neuen Eingabe vom 2. August 1837 an den Bruder
des Ministers von Rochow, etwa gewünschte Aenderungen des Inhalts
der Provinzialblätter oder ihres Titels, in „der Art der Ausführung oder
Ausgabe, des Formats oder der Redaktion selbst“ vorzunehmen.

Aber alle Bemühungen waren vergeblich. Uebrigens schrieb Bodel-
schwingh, vielleicht nicht ganz mit Unrecht, die Mißerfolge der Provin-
zialhlätter zum Teil den Eigentümlichkeiten und Schrullen des Heraus-
gebers zu (Vogel, Beiträge zur Geschichte des Kölner Kirchenstreites S. 74),
Diese Ansicht dürfte manches für sich haben. Der Inhalt der Zeitschrift
beschränkte sich im wesentlichen auf wissenschaftliche, technische und
landwirtschaftliche Artikel, vielfach auch aus dem Arbeitsgebiet des
Herausgebers, so daß man kaum mit einem großen Leserkreis rechnen
        <pb n="50" />
        ﻿konnte. Aktuelle Beiträge sucht man vergebens, wenn man nicht die
Auszüge „aus den Zeitungsberichten der kgl. Regierungen zu Köln, Düssel-
dorf, Koblenz, Trier und Aachen“ dazu rechnet. In späteren Jahren
konnte der Inhalt mehr Anteilnahme beanspruchen, aber trotzdem ver-
kleinerte sich der Leserkreis.

Nach vier Jahren legte Nöggerath, der ein Jahreshonorar von
200 Taler bezogen hatte, wegen Arbeitsüberhäufung auf seinem
Gebiete in friedlichem Einvernehmen mit dem Verleger die Re-
daktion der Provinzialblätter nieder und sein übrigens nicht
genannter Nachfolger wurde der Gymnasiallehrer Dr. Ernst
Wey den19. Obschon das finanzielle Ergebnis des Unternehmens
— der Bezug kostete jährlich 3 Taler —, das mit seinem zwischen
340 und 236 Beziehern schwankenden Absatz in den vier Jahren
einen Verlust von 3138 Taler eingebracht hatte, nicht dazu hätte
ermutigen sollen, erschien es doch vom 1. Januar 1838 wöchentlich
zweimal bei einem jährlichen Bezugspreis von 3 Taler 10 Sgr.
1839 wurde das Format vergrößert. Das Ergebnis war, daß die
beiden Jahre 1838 und 39 den Verlust auf 4899 Taler vergrößert
hatten. Als eine Bezugseinladung für das Jahr 1840 keinen ge-
nügenden Erfolg hatte, entschloß sich Bachem endlich dazu, das
weitere Erscheinen einzustellen.

Für dieses Unternehmen hatte Lambert Bachem auf sein Nach-
suchen vom 18. Januar 1836 schon unterm 6. Februar vom Ober-
präsidenten der Rheinprovinz von Bodelschwingh die Erlaubnis
erhalten, die „in das Gebiet der Religion, Politik, Staats-
verwaltung und der Geschichte gegenwärtiger Zeit gehörenden
Gegenstände“ zu behandeln. Dabei war die Erwartung ausge-
sprochen worden, „daß diese Begünstigung dazu gereichen werde,
die lobenswerte Tendenz der vorgenannten Zeitschrift noch fester
zu begründen“.

Dieser Erwartung der preußischen Regierung hatte die Re-
daktion des Dr. Weyden allerdings in weitestem Maße entsprochen.
Im Kölner Kirchenstreit und im Hermesianismus hatten die
Provinzialblätter nicht allein völlig auf seiten der Regierung ge-
standen, sondern auch alle Schriften — und nicht zuletzt Görres
— bekämpft, die den Erzbischof verteidigten. Nachdem im Jahre
1839 Lambert Bachem die Redaktion selbst in die Hand ge-
nommen hatte, unterblieben alle Angriffe auf den Erzbischof.
        <pb n="51" />
        ﻿In diesen Jahren hatte Lambert Bachem eine niederschmetternde
Prüfung zu bestehen. Wie schon früher bemerkt, hatte er eine
buchhändlerische kaufmännische Lehre nicht durchgemacht und
die Leitung der vier Geschäfte: des Verlags, der Buchdruckerei,
des Sortiments und der Leihbibliothek ging über die Leistungs-
fähigkeit des ideal veranlagten Mannes, der nach und nach den
nüchternen Ueberblick über die Geschäfte verloren hatte. Ab-
gesehen von dem großen Verlust an den Provinzialblättern hatten
sich noch viele Verlagswerke als Nieten erwiesen. Ist doch
nach einem alten Wort beim Verlegen (ursprünglich bedeutet
das Wort: die Kosten für etwas übernehmen) nur eines sicher,
daß man Geld ausgibt; alles andere ist unsicher.

Schon in der bereits erwähnten umfangreichen Eingabe an den preu-
ßischen Gesandten am Württembergischen Hofe v. Rochow (Bruder des
Ministers des Innern und der Polizei) vom 2. August 1837 klagt Bachem
über Verluste. „Mein ganzer Verlag“, sagt er, „kann ziemlich auffallende
Beweise liefern, wie ich den Kollegen den lukrativen Theil überließ
und unter Hintansetzung großer Vortheile die ganz entgegengesetzte
Richtung nahm, um mir den hohem Genuß durch eine Wirksamkeit für
wissenschaftliche und besonders für Staatszwecke zu verschaffen . . .
Auch würde mir diese schöne Belohnung [hohe Anerkennungen] völlig
genügen, wenn die dafür gebrachten Opfer nicht so groß und ein
sehr bedeutender Theil meines, mir in meinem ausgedehnten Wirkungs-
kreise so höchst nothwendigen Baarvermögens dadurch nicht theils un-
wiederbringlich verloren, theils ziemlich hoffnungslos festgesetzt worden
wäre. Die daraus erwachsene Verlegenheit ist um so größer, als ich
von dem, über das ohnehin arme Weinland hereingebrochenen Unglücke
hart getroffen bin; ich habe bei einem Vorrathe von mehr als hundert
Ohmen guten Weines, im Besitze eines ausgedehnten, in unserer Stadt
wie auswärts und besonders in der Buchhändlerwelt geachteten und in
bestem Rufe stehenden Geschäftes und sonstigen ziemlich bedeutenden
Mo- und Immobiliar-Vermögens mich deswegen auch jetzt, nachdem der
siebenjährige Miether, der Bruder des Lords Portarlington, dasselbe im
vorigen November verlassen hat, — ich spreche es nur mit Wehmuth
aus — mit dem Gedanken vertraut machen müssen, mein schönes Gut,
wenn die Anerbietungen den Werth erreichen sollten, zu verkaufen.“
ln der Eingabe, deren Zweck die Erlangung einer Unterstützung für die
Provinzialblätter war, bittet er, „einen hartbelasteten Familienvater und
Geschäftsmann aus einer bedeutenden Verlegenheit zu retten, worin er
durch Treue, Anhänglichkeit an den Staat und seine Vertreter, durch
Vertrauen in ihre Ansichten, wohlbegründete Hoffnungen und Pflichtgefühl
gerathen ist“.
        <pb n="52" />
        ﻿Schneller als Lambert Bachem dachte, brach das Unglück
über ihn herein. Er hat selbst in einem umfangreichen Briefe
vom 11. November 1840 an den Kgl. Direktor im [preußischen
Kultusministerium v. Ladenberg, mit dem er wegen der Neu-
auflagen seiner Werke in Briefwechsel stand, eine Darstellung
der Vorkommnisse gegeben, aus der Folgendes wiedergegeben sei:

„Das hiesige königliche Handelsgericht versetzte mich durch Urtheil
vom 17. September d. J. auf den Antrag zweier, keinem vernünftigen
Vorschlagei mehr Gehör gebender Gläubiger20 in Fallit-Zustand und
verhängte dadurch über mich und meine Familie unsägliche Leiden. Ich
wurde durch diesen, so plötzlich und unerwartet |auf mich ge-
führten Schlag gleich aufs Krankenbett geworfen . . . Wie sehr ich
einer unsinnigen, rücksichtslosen Leidenschaft zum Opfer gefallen bin,
wollen Euer Hochwohlgeboren daraus entnehmen, daß die, {meistens
hier anwesenden, Gläubiger von einiger Bedeutung, das hiesige Banquier-
haus (S. Oppenheim jr. et Comp, an der Spitze, mit den beiden Antrag-
stellern selbst, dem hiesigen Handelsgerichte, als kaum die Siegel angelegt
waren [am 18. Sept. 1840, 12 Uhr mittags], die Erklärung einreichten,
daß sie sich solidarisch verpflichteten, meine Schulden alle zu bezahlen,
und die verehrliche Stelle auf diesen Grund aller Gründe baten, mich in
den Besitz meines Vermögens, meines Geschäfts und meiner früheren
Rechte wieder einzusetzen, welches Gesuch das Handelsgericht aber ver-
warf. Nach dem Grundsätze, daß in Fällen, wie hier, wo von einem
Banquerott auch nicht entfernt die Rede seyn kann, das Handelsgericht
nur [im Interesse der Gläubiger und des Falliten zu operiren habe, nach
dem gelieferten Beweise, daß auf diese Art keine Schulden von mir,
sondern jblos noch solche meiner potenten Gläubiger bestanden, erheben
selbst einige Rechtsgelehrte Zweifel über die Richtigkeit des Urtheils,
unter dessen Motiven die Erklärung so wenig als jene des Syndiks, daß
er damit einverstanden wäre, aufgeführt sind. Dem Laien wird es daher
nicht zu verargen seyn, wenn er über die so hoch gepriesene, französische
Gesetzgebung fortwährend seine Skrupel behält, . . . einstweilen aber
schmachte ich unter dem Drucke vieler zeitraubender und kostspieliger
Formalitäten, welche keine Hoffnung lassen, mein Sortimentsge-
schäft erhalten zu können . . . Wenn mir nun nach zwei und zwanzig-
jährigem, rastlosem Wirken noch der herbe Schmerz geworden ist, ein
so gut fundirtes, mit der höchsten Sorgfalt geleitetes und im besten
Rufe stehendes Geschäft durch blinden Parteigeist in seinen Grund-
festen erschüttert und durch schmähliche, unsinnige Leidenschaft zu
Grunde gerichtet zu sehen, so habe ich doch auch das Glück gehabt, mich
überzeugen zu dürfen, daß Rechtlichkeit und Ehre, wofür ich gelebt und
gewirkt habe, doch noch nicht ganz zu inhaltlosen Worten herabgesunken
sind und daß auch der moralischen Kraft im Kampfe mit der Geldsucht
        <pb n="53" />
        ﻿und dem Geldstolze noch einige Wirksamkeit geblieben ist. Die all-
gemeinste, achtungsvollste Theilnahme aller Stände und der Buchhändler-
weit haben dafür die schönsten Beweise geliefert, daß ich nicht umsonst
gelebt und meine Kräfte und ein großes Vermögen geopfert habe.“

Im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, Leipzig, 1840
Nr. 107 vom 11. Dezember 1840 findet sich eine Erklärung vom
10. November 1840 „An meine Herren Kollegen!“, in der es heißt;

„Mein Vertrauen in die Zusage eines andern, wodurch ich aus meinen
eigenen Mitteln überflüssige Fonds erhalten sollte [Bachem hatte sein
Haus an der Hohenstraße an den Kaufmann Zanoli verkauft; die zu-
gesagte Zahlung blieb aber ausj, ließ mich eine bedeutende Zahlung auf
bestimmte Zeit annehmen und wurde dadurch, weil dasselbe durch den
mir Verpflichteten, wie es sich aber erst nach abgelaufenem Termine
erwies, nicht gerechtfertigt wurde, eine augenblickliche Insolvenz herbei-
geführt. Diese swurde nun auf die liebloseste Weise benutzt, um ein so
wohlfundirtes, mit der größten Sorgfalt geführtes und im besten Rufe
stehendes Geschäft zu Grunde zu richten, und über mich und meine
Familie eine Unzahl von Leiden zu verhängen . . .; eine vieljährige,
mühevolle und sehr kostspielige Saat wurde mit dem Untergange bedroht
in einem Augenblicke, wo die schönsten Früchte mit der größten Zu-
versicht erwartet werden durften . . . Der herbe Schmerz über ein so
unbesonnenes, herzloses Verfahren, wozu ein elender Wortbruch den
unseligen Grund gelegt hatte, und die traurige Aussicht auf die möglichen
Folgen eines so unverdienten harten Schicksals drohten meine ohnehin
schwache Gesundheit ganz zu untergraben.“ Die meistens anwesenden
Gläubiger von einiger Bedeutung hätten sich bemüht, „ihr Urtheil vom
17. Sept. d. J. zurückzunehmen und die völlige Wiedereinsetzung in
mein Vermögen und mein Geschäft und in die daraus resultirenden Rechte
zu verordnen . . . Das kgl. Handelsgericht erklärte, den Einspruch der
Creditoren verwerfen zu müssen . . . Ich darf, Gott sei Dank, ruhig auf
die Vergangenheit zurückblicken; ich schöpfe aus dem Bewußtsein, nur
das Gute gewollt zu haben, trotz des Gebelles unsinniger Widersacher
den Muth für die Zukunft! . . . Das kgl. Handelsgericht hat unter Con-
trolle des Syndiks die Druckerei bereits zu meiner Verfügung gestellt
und die Befugniß ertheilt, den Druck der angefangenen Werke und
Accidenz-Arbeiten zu beendigen.“

In der Tat ergab die Durchsicht der Bücher, daß die ganze
Angelegenheit überflüssig gewesen war. Die Bilanz, die unter Mit-
wirkung Lambert Bachems aufgestellt wurde, schloß mit 32524Tlr.
29 Sgr. Vermögensbestand und 47269 Tlr. 22 Sgr. Schulden, unter
denen sich aber als höchster Posten eine hypothekarisch ge-
sicherte Forderung der Gattin Bachems auf das Haus Hohestraße 81
        <pb n="54" />
        ﻿33

mit 20807 Taler befand. Bachem machte den Vorschlag, den
Gläubigern 75 Prozent ihrer Forderungen zu zahlen: 50 Prozent
sofort (mit Zuhilfenahme des Vermögens seiner Frau M. H. Bachem),
und 25 Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre, wofür seine
Frau sich verbürgte.

„Am 20. Februar 1841“, so heißt es in dem „Rehabilitations-
gesuch“ vom 23. April 1853, „fand ein Vergleich mit den Gläubigern
statt, wonach die Passiv-Summe 38583 Thlr. 3 Sgr. 1 Pf. betrug,
während die vertretenen 34 Gläubiger, welche den mit mir ab-
geschlossenen Vergleich Unterzeichneten, die Summe von 35990Thlr.
25 Sgr. 7 Pf. repräsentirten. In diesem Vergleiche wurde ein
Nachlaß von 25 Prozent bewilligt; die hienach bleibenden
75 Prozent der Forderungen sollten in der Art bezahlt werden,
daß aus den Kaufschillingen meines nach Bestätigung des Kon-
kordates sofort zu verkaufenden Hauses 50 Prozent an die
Gläubiger, und der Rest von 25 Prozent ohne Zinsen in fünf
Raten binnen fünf Jahren, jedesmal mit fünf Prozent entrichtet
werden sollte. Durch das vom hiesigen Kgl. Handelsgericht am
1. März 1841 erlassene Urtheil wurde dieser Vergleich bestätigt,
und die Vollstreckung desselben in seinem ganzen Inhalte ver-
ordnet. Zugleich wurde in diesem Urtheile ausdrücklich erklärt,
daß »Lambert Bachem zu entschuldigen und fähig sei,
unter den in dem Handelsgesetzbuche ausgedrückten Bedingungen
in den vorigen Stand wieder eingesetzt zu werden«.“

In einer Mitteilung im „Börsenblatt“ vom 10. April 1841 ver-
sichert er, daß er auch nach dem Zustandekommen des Vergleichs
„stets an dem Grundsätze festhalte, der rechtliche Mann schließe
nur ein Conkordat, um sich die freie gesetzliche Wirksamkeit
wieder zu erwerben; sein Gewissen aber erinnere ihn fort und
fort daran, daß er sich dadurch keiner einzigen Verbindlichkeit
entledige“.

Mit tiefgefühltem Dank machte er weiter Mitteilung von den „vielen
Beweisen aufrichtiger Teilnahme und acht freundschaftlicher Anhäng-
lichkeit. Mit höchst tröstlichen und ermunternden Briefen wurden mir
die Verzichtleistungen auf die rückständigen Saldi, unter zugefügtem
Bedauern, daß die Unbedeutendheit derselben ihnen die Freude raube,
ihrem Herzen durch wesentlichere Unterstützung zu genügen, angezeigt.
Diese Acte der Großmut nahmen in der Anzahl, aber auch in den Be-
trägen der Art zu, daß einzelne die Höhe von 200 Taler und darüber
erreichten; Erscheinungen, welche um so wohlthuender waren, als sie
außer von den theilnahmevollsten Herzensergießungen, nicht selten von

100 Jahre J. P. Bachem.	3
        <pb n="55" />
        ﻿den Zusätzen begleitet waren: »Ich verzichte nicht minder auf meine
in Ihrem Besitze befindlichen Novitäten und eröffne Ihnen ein Conto für
immer, wobei es von Ihnen abhängen soll, die Zahlungen zu leisten,
wenn die Möglichkeit mit Ihrer Rechtlichkeit und Ihrem guten Willen
gleichen Schritt hält.«“

Das Haus an der Hohenstraße hatte schon unter Preis für
17000 Taler an A. Kogge verkauft werden müssen; am 19. April
folgte ihm das Honnefer Gut, das für 10966 Taler in den Besitz
eines Engländers, Lewis Agassiz, überging. Alle Mitglieder der
Familie setzten ihr Aeußerstes ein, die Scharte wieder auszu-
wetzen; alles Wertvolle an Gold und Silber wurde verkauft, bis
zu den Patengeschenken der Kinder, der Haushalt möglichst ein-
geschränkt. Infolgedessen konnten denn auch die in dem Ueber-
einkommen mit den Gläubigern übernommenen Verpflichtungen
genau erfüllt werden; schon im Jahre 1845 war dies Ziel erreicht.

Mit der Erfüllung der gesetzlich übernommenen Verpflichtungen
war Lambert Bachem, wie er das schon in seinem obenerwähnten
Rundschreiben zum Ausdruck gebracht hatte, nicht zufrieden.
Auch der in dem Uebereinkommen ausgefallene Teil der Schulden
sollte noch getilgt und für die Firma die förmliche Wiederein-
setzung in den vorigen Stand erreicht werden. Auch das war
im Jahre 1853 gelungen, und Bachem beantragte unterm 23. April
dieses Jahres seine „Rehabilitation“ beim Rheinischen
Appellationsgerichtshofe in Köln.

„Durch Vermehrung der angestrengtesten Thätigkeit und wo
möglich durch größere Sparsamkeit und Entbehrung in Beziehung
auf meine, gleiche Gesinnungen und Gefühle mit mir theilende
Familie“, heißt es in der Eingabe, „ist es mir gelungen, nicht
nur den bewilligten Nachlaß von 25 Prozent, sondern auch d i e
Zinsen der von mir verschuldeten Summe nebst den Kosten
vollständig an meine Gläubiger in der Zwischenzeit bezahlen
zu können“. . .

Der kgl. Generalprokurator beantragte unterm 21. Oktober
1853 die Bewilligung des Gesuches, worauf unterm 7. November
der erste Zivilsenat des Rheinischen Appellationsgerichtshofs
den Buchhändler Lambert Bachem „rehabilitiert“ er-
klärte, welches Urteil durch öffentliche Verlesung und Ein-
tragung in die betreffenden Register bekannt gemacht wurde.
Die Kölnische Zeitung fügte der Erwähnung dieser Tatsache die
Bemerkung bei, daß dies „der einzige Fall einer Rehabilitation
        <pb n="56" />
        ﻿seit einem Zeitraum von 23 Jahren in dem ganzen Bezirk des
Rheinischen Appellationsgerichtshofes“ sei. Diese Tat sei „ins-
besondere aber auch nur dadurch möglich geworden, daß
Bachems drei bereits großjährigen Kinder auf ihr mütterliches
Vermögen von fast 21000 Talern Verzicht leisteten.“

Ein Beweis dafür, daß der schwergeprüfte Mann in der Achtung
seiner Berufskollegen infolge seines redlichen Handelns noch
gestiegen war, mag in dem Umstand erblickt werden, daß sie ihm
zum kurz darauf folgenden Neujahrstage ein für damalige Begriffe
kostbares Geschenk machten. Es ist ein im ältesten Stamm der
Familie vererbter feingeschliffener Kristallpokal mit der ein-
gravierten Inschrift: „Die Kölner Buchhändler ihrem verehrten Prä-
sidenten des Localvereins Herrn L. Bachem zum Neuen Jahre 1854.“

6.	Lambert Bachems weiteres Wirken. Gründung des Kreis-
vereins der Rheinisch-westphälischen Buchhändler 1843 und
des Kölner Verlagsvereins 1844.

Nach der Regelung der Zahlungsschwierigkeiten war der Ge-
schäftsbetrieb der Firma Bachem insofern vereinfacht worden,
als das Sortiment und die Leihbibliothek aufgegeben
worden waren. Lambert hatte das Haus Marzellenstraße 20 von
dem Eigentümer, Lotterieeinnehmer M. Krauß vom 15. März 1841
ab für 280 Taler, nach zwei Jahren für 300 Taler jährlich ge-
mietet21). Mühsam war der Verlag bei beschränkten Mitteln
wieder in Gang gebracht worden. Aber die Vorsicht, die nun
beobachtet wurde, in Verbindung mit der möglichsten Ein-
schränkung in den Ausgaben, brachte doch gute Früchte, und
Lambert Bachem war nach der Erfüllung seiner Verpflichtungen
gegen die Gläubiger 1845 in der Lage, das Haus Marzellenstraße 20
anzukaufen.

Daß sein Ansehen durch sein geschäftliches Unglück nicht
vermindert worden war, beweisen nicht nur die schon erwähnten
Zuschriften, in welchen seine Gläubiger aus freien Stücken auf
ihr Guthaben verzichten wollten, sondern auch der Umstand, daß
er bei der Gründung des „Kreisvereins der rheinisch-
westphälischen Buchhändler“ am 3. September 1843 als
        <pb n="57" />
        ﻿Vorsitzender gewählt wurde. Die Erinnerung an diesen Vorgang
hält eine im Besitze des Aeltesten der Familie befindliche silber-
vergoldete Fruchtschale fest mit der eingravierten Inschrift:
„L. Bachem die Cölner Collegen 9. Sept. 1843.“ Das Amt hat er
bis zu seinem Tode innegehabt.

An dem Zustandekommen dieser Vereinigung, des ersten
der noch bestehenden buchhändlerischen Kreisvereine, die
auf eine Anregung Fr. Joh. Frommanns in Jena ins Leben
traten, hatte Lambert Bachem ein Hauptverdienst. In den Sat-
zungen wurden die Rabattverhältnisse zwischen Sortiment und
Verlag, sowie zwischen Sortiment und Käuferschaft zu ordnen
versucht, Maßnahmen gegen Schleuderen vorgesehen und über-
haupt die geschäftlichen Beziehungen der Buchhändler unterein-
ander geregelt. Weil nur dann auf einen Erfolg zu rechnen war,
wenn alle Buchhändler unter denselben Bedingungen arbeiteten,
so sah der § 12 der Satzungen vor, daß mit Handlungen, die bis
Ende des Jahres 1843 den Beitritt verweigerten, nicht mehr ver-
kehrt werden sollte.

Mit dieser und anderen Zwangsmaßregeln waren nun freilich
weder Frommann, noch andere Kreise im Buchhandel ein-
verstanden. Frommann ließ es nicht daran fehlen, den Buch-
handel darüber aufzuklären, daß er alles andere wünsche, als
seine Ansichten mit denen dieses Vereins gleichgestellt zu sehen.
Als Zwecke eines Kreisvereins wollte man nur die Förderung
nützlicher Einrichtungen gelten lassen, z. B. die Errichtung eines
neuen Kommissionsplatzes in Köln oder gemeinsame Einkaufs-
geschäfte der angeschlossenen Firmen u. a. Allein der neue
Verein ließ sich von dem eingeschlagenen Wege nicht abbringen,
ohne aber auch die genannten Ziele zu vernachlässigen.

Schon in der Gründungsversammlung war der Vorschlag be-
sprochen worden, Kö 1 n zu einem Speditionsplatz für Rhein-
land und Westfalen zu erheben. Die Kölner Buchhändler, die
man mit der bez. Aufgabe betraut hatte, teilten in einem Rund-
schreiben vom 1. Januar 1844 mit, daß sie, um „allen gerechten
Anforderungen zu entsprechen“, es für nötig erachtet hätten,
„diese Speditions- und Commissions-Versorgung einem von allen
hiesigen Buchhandlungen unabhängigen Geschäfte zu übertragen,
und deshalb beschlossen, dasselbe mit der von ihnen unter der
Firma »Kölner Verlagsverein« gegründeten Verlagsbuch-
handlung, über deren Unternehmungen wir Ihnen das Nähere s. Z.
        <pb n="58" />
        ﻿^ 37

mitzutheilen uns beehren werden, zu verbinden . .. Zum Direktor
des »Kölner Verlagsvereins« ist Herr L. Bachem, und zum Mit-
direktor Herr P. Schmitz ernannt“. Als Geschäftsführer leistete
der älteste Sohn L. Bachems, Josef Bachem von Anfang an
die Hauptarbeit22.

Der „Kölner Verlagsverein, Marzellenstraße N. 20“ (den die
vierbändige, von der Historischen Kommission des Börsenvereins der
Deutschen Buchhändler herausgegebene „Geschichte des Deutschen Buch-
handels“ nicht erwähnt), besorgte die Kommission wie die Spedition.
Seine Mitglieder sollten „1. regelmäßig einmal wöchentlich ihre Bestell-
zettel pr. Briefpost frankirt hierherschicken, 2. die verlangten Sachen
gleich nach Eingang der Bestellzettel, ebenfalls einmal wöchentlich hier-
hersenden, was sich indess nur durch Gemeinschaft aller Handlungen
einer Stadt wohl erreichen läßt . . . Wenn auf diese Art aller buch-
händlerischer Verkehr der Provinz durch unsere Hände geht, wird sich
die Masse der spedirten Packete so bedeutend vermehren, daß, wie wir
mit Sicherheit annehmen dürfen, wir im Stande sein werden, an jedem
Ort einmal wöchentlich, und nach den Hauptorten zwei oder nach Um-
ständen mehrmal wöchentlich zu packen.“ Die Pakete wurden für alle
Handlungen einer Stadt an eine Adresse gesandt. Auch Kommissionslager
konnten die Mitglieder von ihren Verlagsartikeln in Köln einrichten.

Im Gegensatz zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die
buchhändlerischen Bestrebungen von Süddeutschland besonders
eifrig betrieben wurden, ging die Reformbewegung seit 1840 vom
Westen aus. Der Vorstand des Kreisvereins (L. Bachem, J. Du
Mont und L. Kohnen in Köln, J. Hölscher in Koblenz und C.Theissing
in Münster) machte sogar mit Rundschreiben vom 1. März 1844
denVersuch, eine Vereinigung sämtlicher Buchhandlungen Deutsch-
lands und der Schweiz zustandezubringen, mit dem Zweck der
Abschaffung des „eigentlichen Grundübels im Buchhandel“, des
Rabattgebens an das Publikum. Heber den Erfolg ist aus dem
Band der Rundschreiben und der Protokolle der jährlichen Ver-
sammlungen des Kreisvereins von 1843 bis 1856, der sich im
Besitz der Firma J. P. Bachem befindet, nichts zu ersehen.

Der Verlagsverein war erfolgreich; „die sich täglich mehr zum Vor-
theile des handeltreibenden Publicums ausbreitende Communication durch
Eisenbahnen und Dampfschiffe, sowie die zur Spedition vorzüglich ge-
eignete Lage Kölns“ erwiesen sich günstig. Nachdem am 15. Oktober 1847
die Köln-Mindener Eisenbahn eröffnet worden war, stand der Einrichtung
des direkten Güterverkehrs auf den ganzen Strecken zwischen Berlin
oder Leipzig und Köln nichts mehr im Wege. Vom Anfang 1848 gingen
        <pb n="59" />
        ﻿38 t'-

Montags Ballen nach Frankfurt und Stuttgart, Samstags nach Leipzig,
außerdem Postpakete nach Leipzig und Frankfurt jeden Donnerstag.

Auch in anderer Beziehung suchte der Verlagsverein die In-
teressen seiner Mitglieder wahrzunehmen. Als die preußische
Verfassungsurkunde vom 5. Dezember 1848 in § 24 erklärte, daß
„die Preßfreiheit weder durch Censur, noch durch Concessionen
und Sicherheitsbestellungen, weder durch Staatsauflagen noch
durch Beschränkungen der Druckereien und des Buchhandels
beschränkt, suspendirt oder aufgehoben werden“ dürfe, waren
auch die Notwendigkeit der behördlichen Genehmigung des Buch-
handelsbetriebes und die Buchhändlerprüfung"3 gefährdet. Das
war aber nicht nach den Wünschen des an dem Bestehenden
festhaltenden Kreisvereins, der sich nun auf seine eigenen Gesetze
zur Regelung dieser Verhältnisse angewiesen sah, was erheb-
liche Erregung hervorrief.

Als Verlag ist der Kölner Verlagsverein, soviel festzustellen
ist, nur mit einem Unternehmen hervorgetreten: mit der von
der Bonner katholisch-theologischen Abteilung der Hochschule,
bestehend aus den Professoren Dieringer, Hilgers, Scholz und
Vogelsang, unter Redaktion des Erstgenannten seit dem 1. Juli
1844 herausgegebenen „Katholischen Zeitschrift für
Wissenschaft und Kunst“, die in monatlichen Heften von
acht Druckbogen oder vier Bünden im Jahre erschien. Sie enthält
in ihrem ersten Halbjahr u. a. einen Artikel von August
Reichensperger über die christlich-germanische Baukunst
und ihr Verhältnis zur Gegenwart. Bis zum Ende des Jahres
1846 erschien sie (zuletzt mit 331 Beziehern) in Köln, worauf sie
von dem Herausgeber unter dem Titel „Katholische Vierteljahrs-
schrift für Wissenschaft und Kunst“ in Umfang von 12 bis
13 Bogen im Verlag der Schwannschen Buchhandlung in Köln
und Neuß noch einige Jahre fortgeführt wurde. Der Preis wurde
von 6 Taler auf 3 Taler 10 Sgr. für den Jahrgang herabgesetzt.

7.	Der Buchverlag von 1840 bis zum Tode Lambert
Bachems 1854. Beginn der Tätigkeit Josef Bachems.

Der älteste Sohn Lambert Bachems, Josef Wilhelm Peter,
war bei Aufhebung des Falliments noch nicht 20 Jahre alt. Ueber
seinen Lebenslauf lassen wir ihm am besten selbst das Wort,
        <pb n="60" />
        ﻿wie er es bei Gelegenheit der Nachsuchung der Zulassung zum
Betriebe des Buchhandels und der Druckerei im Jahre 1854 in
einer Eingabe an die preußische Regierung führte.

„Geboren am 21. Oktober 1821 in hiesiger Stadt,“ heißt es da, „besuchte
ich nach dem Austritt aus der damaligen Pfarrschule zu St. Alban von
Ostern 1830 bis Herbst 1837 die hiesige höhere Bürgerschule, welche ich
nach gemachtem Abiturienten-Examen mit dem Prädikat „vorzüglich be-
standen“ verließ, um in das Geschäft meines Vaters einzutreten. In dem-
selben bestand ich am 20. November 1837 bis 17. September 1840 die
Lehre als Buchhändler und arbeitete ferner als Gehülfe in dem-
selben bis Ende 1843, indem ich mich zugleich speziell mit der Erlernung
der Buchdruckerei beschäftigte. Letztere Beschäftigung setzte ich bis
Ende 1847 fort, während ich als Gehülfe und später Geschäftsführer in
der Verlagsbuchhandlung des „Kölner Verlagsvereins“ arbeitete23,
da mir dazu fortwährend Zeit verblieb. Anfangs 1848 ging ich als Bevoll-
mächtigter des „Kölner Verlagsvereins“ nach Brüssel und Paris, um
dort für die Gemeinschaft der Buchhändler Kölns neue Geschäftsverbin-
dungen anzuknüpfen. Die Erfolglosigkeit meiner Bemühungen veranlaßte
mich, Anfangs Februar in das alte, wohlrenommierte Bankgeschäft von
P. J. Chedeaux &amp; Cie. in Paris einzutreten24, wo mir in Folge guter Emp-
fehlungen die Führung des Journals an vertraut wurde. Die mit der
Februar-Revolution für den Handelsstand eintretenden schlimmen Con-
juncturen zwangen dieses, in große algierische Landspekulationen ver-
wickelte Haus bald nachher seine Zahlungen einzustellen. Ohne Aussicht
auf eine neue Stelle, ging ich nach Köln zurück, wo damals Vorbereitungen
zur Gründung der Rheinischen Volkshalle getroffen wurden, und
dort trat ich am 12. September 1848 als zweiter Gerant der Actien-
Commandit-Gesellschaft H. Stienen &amp; Comp, in deren Dienste. Nach Auf-
lösung dieser Gesellschaft erhielt ich die Stelle als Gerant der neuge-
bildeten Actien-Commandit-Gesellschaft Jos. Bachem &amp; Comp., als welcher
ich die kaufmännische Geschäftsführung und den Verlag resp. Verkauf
der Deutschen Volkshalle vom 1. October 1849 bis zum 15. Juli
1854 betrieb. Durch den am 10. Januar d. J. erfolgten Tod meines ein-
zigen Bruders25, der das Geschäft meines schon seit längerer Zeit schwäch-
lichen und seit September vor. J. fast ununterbrochen kranken Vaters
selbständig führte, war diesem Geschäft die Stütze entrissen. Vom
Januar bis Juli d. J. konnte ich, mit der Geschäftsverwaltung der
Deutschen Volkshalle beschäftigt, kaum die nöthige Zeit gewinnen,
um dasji väterliche Geschäft — in welchem bekannter Maßen meiner
Schwester und mein einziges Vermögen beruht — nicht in Stillstand
kommen zu lassen. Dies war umsomehr der Fall, als die Generalver-
sammlung der Actionäre in jenen Zeitraum fiel, und ich diesen gegen-
über gehalten war, alles in der pünktlichsten Ordnung zu überliefern.
Von Anfang August bis Oktober war mein sei. Vater im Bade abwesend,
        <pb n="61" />
        ﻿40

und ich hatte daher nicht ein Mal die, seit der im December v. J. einge-
tretenen Krankheit meines Bruders in unserem Geschäfte aufgehäuften
Rückstände beseitigen können, als der Tod auch meinen Vater wegraffte.“

Mit zäher Tatkraft und eisernem Fleiße hatte Josef Bachem
die Familie über die schwierigen Verhältnisse nach dem Jahre
1840 hinwegzubringen gesucht. Durch kaufmännische Berech-
nung der einzelnen Verlagswerke und Einführung einer genauen
Buchführung erreichte er zunächst eine solide Grundlage für die
Wiederaufrichtung des Geschäftsbetriebes.

Das Jahr 1840 bildete aber nicht nur in geldlicher Hinsicht
einen bedeutsamen Einschnitt in der Geschichte des Hauses
Bachem; aus dem Zusammenbruch ging vielmehr ein neuer, von
anderen Gesichtspunkten aus geleiteter Verlag hervor. Lambert
Bachem, welcher mehr und mehr die Bürde des Alters fühlte, trat
hinter seinem strebsamen ältesten Sohne Josef zurück. Die
rechtswissenschaftliche Richtung des Verlags wurde aufgegeben
— das große Danielssche Unternehmen erlitt natürlich keine
Unterbrechung — und in bezug auf die Haltung zu kirchlichen
Angelegenheiten erfolgte eine völlige Neueinstellung.

In den 1840er Jahren bewegte sich der Verlag vielfach in
volkstümlich-theologischen Bahnen; eine Anzahl Gebet-
und Betrachtungsbücher wechselte, wie aus dem Verlags-
verzeichnis am Schlüsse dieses Buches zu ersehen ist, mit
theologischen Werken für Priester ab.

Im Jahre 1845 tritt zuerst der Koadjutor des Kölner Erz-
bischofs, der spätere Kardinal Johannes von Geissei26, im
Bachemschen Verlag auf mit seiner Festrede bei Gelegenheit
des fünfzigjährigen Bischofsjubiläums des Bischofs von Münster,
Caspar Max Reichsfreiherrn von Droste zu Vischering, am

6.	September 1845. Im nächsten Jahre entbot Geissei bei seiner
Thronbesteigung als Erzbischof den Gläubigen am 11. Januar 1846
einen „oberhirtlichen Gruß“, und die Grundsteinlegung zum Weiter-
bau des Kölner Domes im Jahre 1848 begeisterte ihn zu einem
umfangreichen Festgedicht, das aber, in seinem Nachlaß gefunden,
erst im Jahre 1865 in den Verlag kam, in Verbindung mit einem
Lebensbilde Geissels von Domkapitular Dr. W. Molitor in Speyer.
Auch die Hirtenbriefe der Erzbischöfe verbreitete der Bachemsche
Verlag fast regelmäßig. Nach dem Tode Geissels sind von 1868
bis 1874 seine sämtlichen „Schriften und Reden“, kirchlichen
Erlasse, Verordnungen und Bekanntmachungen systematisch
        <pb n="62" />
        ﻿geordnet von Domkapitular C. Th. Dumont in vier Bänden
gesammelt und mit Lebensbeschreibung versehen erschienen.

Auf Veranlassungdes Borromäusvereins27, der es für wünschens-
wert hielt, daß des Flavius Josephus (37—101) treffliches
Quellenwerk für die Geschichtsbücher des Alten Testaments:
Jüdische Altertüm er wieder als eine Art Haus- und Familien-
buch in den christlichen Familien heimisch werde, gab der Theo-
logieprofessor Dr. K. Martin an der Bonner Universität, der
spätere Bischof von Paderborn, eine neue Uebersetzung des
Werkes heraus, das für die jüdische Geschichte von der baby-
lonischen Gefangenschaft bis über die Zeiten der christlichen Zeit-
rechnung hinaus die einzige Quelle bildet. Es erschien in den
Jahren 1852 und 53 bei Bachem in zwei Bänden, mit Anmerkungen
versehen, die den pharisäischen fatalistischen Standpunkt des
Verfassers für christliche Leser zurechtrückten. Von seinen
beiden Mitarbeitern, dem Lizentiaten Velten und dem Kaplan
Franz Kaulen, hatte der letztere, der spätere bedeutende Exeget
(1827—1907), den größeren Teil der Uebersetzung geliefert. Er hat
dann im Jahre 1883, inzwischen zum Professor in Bonn aufge-
rückt, eine von ihm allein bearbeitete zweite Ausgabe besorgt,
die bisher in drei Auflagen Verbreitung gefunden hat.

8.	DerZeitschriften- und Zeitungsveriag von 1840 bis 1855.

a) Zeitschriften.

Im Interesse der regelmäßigen Beschäftigung einer Druckerei
liegt die Verlagsübernahme von Zeitschriftenliteratur, die der
Bachemsche Verlag schon frühzeitig sorgfältig pflegte. Im Jahre
1842 begann ein eifriger Aschaffenburger Geistlicher, Kehrer,
der dem Volke eine nützliche Sonntagslesung verschaffen wollte,
eine Sammlung katholischer Volksbücher unter dem Titel „Boni-
faciusdenkmal“, dessen Erlös „dürftigen Kirchen und Schulen
Deutschlands“ zufließen sollte. Drei Jahrgänge sind davon bei
Bachem erschienen, dann ging das Unternehmen an G. J. Manz
in Regensburg und J. J. Wittmann in Bonn über.

Im Jahre 1844 übernahm Bachem das „Gemeinnützige
Wochenblatt des Gewerb-Vereins“ in Kommissionsverlag.

Der „Gewerb-Verein“, der sich um die Befruchtung von Kölns Gewerbe
und Handwerk große Verdienste erworben hat, bestand damals schon
        <pb n="63" />
        ﻿42

anderthalb Jahrzehnte lang. Am 2. Februar 1829 war er unter dem Namen
„Polytechnischer Verein“ gegründet worden. Das Organ war von einem
Privatunternehmen ausgegangen, das unter dem Titel „Allgemeines
Organ für Handel und Gewerbe des ln- und Auslandes und damit
verwandte Gegenstände“ seit dem 3. Dezember 1834 erschien, von C. C.
Becher, vormaligem Unterdirektor der Rheinisch-Westindischen Com-
pagnie besorgt und verlegt. Der Herausgeber wollte „das Vorhandene
wie die fortschreitenden Bewegungen des Handels und der Gewerbe
möglichst vollständig und klar vor Augen legen“. In der Tat ist es eine
wahre Fundgrube für das gewerbliche und industrielle Leben im 19. Jahr-
hundert. Als Becher am 21. März 1836 gestorben war, übernahm dessen
Sohn Dr. jur. A. J. Becher die Herausgabe, seit Juli 1836 unterstützt durch
A. v. B i n z e r, der seit Oktober die „Redakzion“ allein führte unter dem
Verlag von Bechers Witwe 28.

Mit dem Jahrgang 1842 ging der Verlag auf A. v. Binzer über, der
sich mit C. Bedbur in die geistige Leitung teilte. Im Mai 1843 wird
E. D e 11 e n b u s c h in die Schriftleitung aufgenommen, der seit dem 18. Juli
1843 als alleiniger Leiter und Herausgeber zeichnet, während Binzer nur
als Verleger erscheint.

Den Druck des „Allgemeinen Organs“ übernahm Lambert Bachem, der
sich mit Dellenbusch duzte, im Jahre 1844 mitten im Vierteljahr (März),
mit dem wöchentlichen Beiblatt für das Transportwesen. Gleichzeitig
wurde das „Redaktionsbureau und die Expedition“ von Sachsenhausen 37
(Druckerei J. A. Mermet) nach Marzellenstraße 15 verlegt. In der Nummer
vom 23. März befindet sich „Ein Wort über die projektirte Rhein-
brücke“, in dem schon der Bau einer Kettenbrücke in Vorschlag
gebracht wurde. Mit dem dritten Vierteljahr 1848 erschien das Blatt
viermal wöchentlich (vom 20. September ab täglich) und die Schrift-
leitungs- und Versendungsräume kamen in das Haus des Druckers. In der
Leitung teilte sich Dellenbusch mit L(evin) Schücking, der sie seit
dem IV. Vierteljahr, nachdem Dellenbusch nach Nordamerika ausge-
wandert war, allein führte. Am 22. Juni 1849 machte die Schriftleitung
die Mitteilung, daß „die Stockung, welche seit den politischen Erschütte-
rungen des vorigen Jahres in den Geschäften eingetreten ist, in einer
Weise auf unser Unternehmen eingewirkt hat, daß dasselbe in jüngster
Zeit nur mit bedeutenden Opfern hat weitergeführt werden können. Die
Verhältnisse der Gegenwart versprechen leider keine baldige Wendung
zum Bessern und wir haben uns dadurch gezwungen gesehen, auf die
Fortsetzung des Organs im folgenden Quartal zu verzichten“.

Inzwischen hatte der Vorstand des Vereins vom h. Karl
Borromäus in Bonn sich zur Herausgabe eines „Monats-
blattes“ unter Leitung des Verwaltungsausschusses entschlossen
und Bachem den Kommissionsverlag übertragen.
        <pb n="64" />
        ﻿Schon die erste Nummer vom 15. April 1846 erschien mit einer vier-
seitigen Beilage, die auch jedem Teilnehmer zugestellt wurde, mit einem
ersten Verzeichnis empfohlener Bücher, die der Verein den Mitgliedern
und Teilnehmern alljährlich zweimal, im Dezember und Juni, durch die Be-
zirks- und Lokalvorstände zu zwei Dritteln des Ladenpreises postfrei
lieferte. Aus diesem bescheidenen Verzeichnis (das zweite vom 1. Juni
1847 führte schon 333 Titel auf) hat sich heute ein jährliches dickes Buch
mit über 5000 Titeln entwickelt.

Der Vorstand des Vereins beschloß am 11. Juli 1850, das „Monatsblatt“
künftig nur alle fünf bis sechs Wochen erscheinen zu lassen und deshalb
den Titel in „Blätter des Vereins vom h. Karl Borromäus“ zu ändern.

Mit der Nr. 32 vom 5. August 1849 ging das Blatt in den Bachemschen
Verlag über, und Bachem zeichnete auch für die Redaktion. Mit dem
Jahrgang 1868 schrumpften die Blätter zu dem stetig größer werdenden
Gaben Verzeichnis zusammen, um am 1. Oktober 1903 als „Borromäus-
Blätter, Zeitschrift für Bibliotheks- und Bücherwesen“ einen neuen
ersten Jahrgang unter Leitung von Hermann Herz im Bachemschen
Kommissionsverlage zu beginnen. Sie erschienen alle zwei Monate, ein
Jahr später monatlich. Am 1. Oktober 1906 wurde der Titel in „Die
Bücherwelt, Zeitschrift für Literatur und Volksbüchereien“ geändert,
als welche das heute zu großem Ansehen gelangte Unternehmen gegen-
wärtig weiterblüht.

Mittlerweile war im Jahre 1849 auch die Wochenschrift Pius IX.
in Bachems Kommissionsverlag übergegangen. Sie war eine
Frucht des ersten Zusammenschlusses der deutschen Katholiken.

In der gärenden Zeit, die dem „tollen Jahre“ voraufging, regten der
Mainzer Domdekan L e n n i g und Professor Kaspar Riffel einen „Verein
für religiöse Freiheit“ oder „Piusverein“ an mit dem Zweck,
die sozialen und politischen Fragen vom katholischen Standpunkt aus
zu behandeln und insbesondere die Freiheit, Unabhängigkeit und das
Wohl der katholischen Kirche zu wahren und zu fördern. Um ihn scharte
sich bald eine große Zahl von Ortsvereinen in Westdeutschland; schon
am 3. bis 6. Oktober 1848 hielten sie die erste Hauptversammlung in Mainz,
die erste der seitdem jährlichen Katholikenversammlungen. Der
„VizeVorsitzende“ des Kölner Vereins Pius IX. war „J. P. Bachem“, unter
welcher Form Lambert Bachem in den offiziellen Aeußerungen des Vereins
erscheint. Als die Vereine zum Zwecke der Einigkeit und des festen
Zusammenhaltens das „Vereinsorgan“ unter dem Titel „Pius IX., Christ-
lich-demokratische Wochenschrift, Organ für die katholischen Vereine
Deutschlands“ ins Leben riefen, übernahm die Firma L. Schwann in
Köln Schriftleitung und Verlag. Die erste Nummer erschien am 5. Juli
1848. Seit dem 16. März 1849 ging die Zeitschrift von Bachems Verlag
aus, und auf der Nummer 21 vom 3. August erscheint Dr. Eikerling als
        <pb n="65" />
        ﻿verantwortlich; später übernahm der Maler Fritz B a u d r i29 die Schrift-
leitung, und die Nummern erschienen alle fünfWochen in zwei Bogen Umfang
und in einer Auflage um 1200 herum. Die Nummer 10 des 23. Jahrganges
1871 vom 11. November brachte die Mitteilung, das Pius-Blatt werde
„in Folge der veränderten Zeitverhältnisse mit der nächsten Nummer
seine Laufbahn beschließen. Als es in der tiefbewegten Zeit des Jahres
1848 gegründet wurde, eröffnete es gewissermaßen den Reigen der kleinen
Volksblätter, deren Existenz sich bald als eine Nothwendigkeit bemerklich
machte, und zwar erschien es, noch ehe man in Deutschland zur Grün-
dung größerer katholischer Organe geschritten war“. Die ungenannte
Redaktion teilt weiter mit, daß das Unternehmen nur zu halten war
durch die „Mitwirkung des Verlegers, der eine Reihe von Jahren hin-
durch sich zu materiellen Opfern entschloß . . . Seit der Gründung des
Blattes . . . haben sich die bezüglichen Verhältnisse in außerordentlicher
Weise geändert. Rings um uns her sind namentlich in den letzten Jahren
Wochenblätter... in großer Anzahl entstanden. So gibt es, abgesehen von
den hierselbst durch den unvergeßlichen Kolping gegründeten »Rhei-
nischen Volksblättern«, die jetzt in ihrem 18. Jahrgang stehen, u. a. in
Trier, Aachen, Düsseldorf, Crefeld, Elberfeld, usw. katholische Volks-
blätter, die schon den Vortheil des öfteren Erscheinens vor dem Pius-
Blatt voraus haben.“

In Kommissionsverlag übernahm Bachem im Jahre 1851 gleich-
zeitig zwei Zeitschriften: die „Jahrbücher des hl. Vincenz
von Paul“ und das „Organ für christliche Kunst“.

Der Verein des hl. Vincenz von Paul in Rheinpreußen wurde 1833
von acht Studenten der Pariser Hochschule, die auf Anregung ihres
geistigen Hauptes Friedrich Ozanam wöchentlich zusammenkamen, um die
Vorträge ungläubiger Professoren zu besprechen, gegründet. Sein Haupt-
zweck besteht „in der Heiligung seiner Mitglieder durch die persönliche
Ausübung der Werke der Barmherzigkeit“, und zwar für Angehörige aller
Konfessionen. Der Pariser Verein gab seit 1849 monatliche „Bulletins de
la Societe de St. Vincent de Paul“ heraus. Als die „Conferenzen“ für
christliche Nächstenliebe auch in Deutschland, und besonders in der
Kölner Erzdiözese, wo Kardinal v. Geissei das Protektorat übernommen
hatte, nach Provinzen sich auszubreiten begannen, veranstaltete der
Provinzialrat für Rheinland und Westfalen (Präsident Karl Frhr. v.
Devivere, Sekretär L. Meurin) eine wortgetreue Uebersetzung dieser
Bulletins unter dem Titel „Jahrbücher des Vereins vom hl. Vin-
cenz von Paul mit einer Zugabe für die deutschen Conferenzen ver-
sehen“. Mit dem Jahrgang 1911 ging die Zeitschrift ein. Seitdem erscheinen
an ihrer Stelle die „Vinzenz-Blätter, Zeitschrift des Vinzenzvereins
für Deutschland. Herausgegeben vom General-Sekretariat, Geschäftsstelle
Köln“.
        <pb n="66" />
        ﻿Das oben erwähnte „Organ für christliche Kunst“ gab
der Maler Fritz B a u d r i29 seit dem 1. Juli 1851 vierzehntäglich im
Umfang eines Quartbogens (SSeiten) heraus, vielfachmit Steindruck-
Beilagen. Es wollte gegenüber der „seichten, bis zum leeren,
geistlosen Formelspiel herabgesunkenen Richtung in der Kunst“,
wie sie aus einer antichristlichen Zeitrichtung hervorgegangen
war, einer echt kirchlichen Kunst dieWege ebnen. Das Unternehmen
ging mit dem 5. Jahrgang (1855) in den Verlag von DuMont-
Schauberg über. Es ist die Vorläuferin der von Domkapitular Prof.
Dr. Schnütgen in Köln seit 1887 herausgegebenen Zeitschrift
für christliche Kunst (jetzt bei L. Schwann in Düsseldorf).

Aus der Bachemschen Druckerei ging seit 1852 auch der „K i r c h-
licheAnzeiger“ hervor („herausgegeben und verlegt von dem
Erzbischöflichen Generalvikariate in Köln“), der durch Beschluß
des Kardinals v. Geissei „anstatt der seitherigen Mittheilung durch
lithographirte Circulare der Erlasse allgemeinen Inhalts, sowie
der bisher einzeln gedruckten Verordnungen von jetzt an unter
fortlaufender Nummer sämmtliche kirchliche Erlasse, Verord-
nungen und Bekanntmachungen der Erzbischöflichen Behörden
zur Kenntniß der Betheiligten“ bringen sollte. „Auch werden in
diesem Blatte die Lokal- und Personal-Veränderungen und andere
auf die Kirchen-Verwaltung, sowie die Pastoration bezügliche
Anzeigen und Erörterungen Veröffentlichung finden.“ Ferner
sollten fortan die Hirtenbriefe im Original in dem Anzeiger er-
scheinen. Er wurde zweimal monatlich ausgegeben bis zum
12. Juni 1876 (25. Jahrg.), als er dem Kulturkampf zum Opfer fiel.
Seit dem 2. Januar 1886 (26. Jahrg.) erscheint er wieder regelmäßig.

Ebenso sind die heute noch in hohem Ansehen stehenden
„Annalen des Historischen Vereins für den Nieder-
rhein“ im Bachemschen Verlag aus der Taufe gehoben worden.

Der Verein wurde am 17. Mai 185*1 in Köln gegründet zu dem Zwecke
der „allseitigen Erforschung der Geschichte dieses Landstriches und Ver-
öffentlichung der Ergebnisse“. Von Heft 5 ab (1857) erschienen die
„Annalen“ in der Langenschen Buchdruckerei (Lesimple) in etwas ver-
größertem Format. Die Hefte 7 bis 39 (1859—1883) gingen von der DuMont-
Schaubergschen Buchhandlung aus, und mit dem Heft *10, das ein Gesamt-
register von Dr. C. Bone brachte (1888), ist der Verlag der geschätzten
Zeitschrift an J. &amp; W. Boisserees Buchhandlung in Köln übergegangen.

Einer Anregung des Kanonikus Prisac und des Kölner Mu-
seumsvorstehers Ramboux verdankt der „Verein vom hl.
        <pb n="67" />
        ﻿Grabe“ seine Entstehung. Die beiden Männer hatten zu Ostern
des Jahres 1854 an der zweiten französischen Pilgerfahrt nach
Palästina teilgenommen und dabei die traurige Lage der dortigen
Katholiken kennen gelernt. Sie zu verbessern, und die Förderung
der katholischen Interessen im Hl. Lande, die der Vergessenheit
anheim zu fallen drohten, sollten die Hauptaufgaben des im Früh-
jahr 1855 gegründeten Vereins bilden. Nachdem er in Deutschland
willkommene Anerkennung gefunden hatte, konnte der Vorstand
im Jahre 1857 ein eigenes Organ unter dem Titel „Das heilige
Land“ ins Leben rufen, das jährlich in vier Heften im Kommissions-
verlag von J. P. Bachem erscheint und gegen den Mitgliedsbeitrag
von sechs Mark geliefert wird.

Mit dem Verein vom hl. Grabe vereinigte sich der 1885 in Aachen
entstandene „Palästina-Verein deutscher Katholiken“ im Jahre 1895
zum „Deutschen Verein vom hl. Lande“ in Köln. Protektor und
Erster Vorsitzender ist der jeweilige Erzbischof von Köln. Der Titel der
Vereinszeitschrift blieb unverändert. Sie erscheint seitdem auch in
einer Kleinen Ausgabe.

b) Zeitungen.

1. Die politischen Zeitungen in Köln in den 1840er Jahren.

Um die politische Presse, nach deren Bereicherung die Tat-
kraft Lambert Bachems seit Jahren vergeblich gestrebt hatte,
war es zu Anfang dieses Jahrzehnts in Köln schlecht bestellt.
1839 hatte sich die Kölnische Zeitung des Wettbewerbs des „Welt-
und Staatsboten“ durch Ankauf für 12000 Taler entledigt und
sie war nun wieder die einzige politische Zeitung in Köln. Ihre
politische Aeußerung war freilich noch recht bescheiden. Erst
seit 1841 fing sie an, zu den Tagesfragen in sog. Leitartikeln
Stellung zu nehmen. Bei der Regierung geriet sie sogar in den
Verdacht, „ultramontane“ Tendenzen zu begünstigen (welches
Fremdwort man übrigens damals noch nicht mit vaterlandslos
übersetzte) und man sehnte deshalb ein Unternehmen herbei, das
die Politik der Regierung energischer unterstützte. In diesem
Sinne hatte man schon 1830 Lambert Bachem eine Anregung
zukommen lassen. Die Regierung genehmigte deshalb am
11. Dezember 1839 die „Rheinische Allgemeine Zeitung“
des Dr. F. Schulte und des Hermesianers Dr. B. Rave, des
früheren Herausgebers des „Welt- und Staatsboten“.

i
        <pb n="68" />
        ﻿Von den Katholiken bekämpft, von den Liberalen vernachlässigt und
von seinem Geldgeber Dr. F. Schulte verlassen, ging das am 1. Oktober
1840 begonnene Unternehmen schon im Dezember 1841 ein.

So wichtig erschien aber der Regierung die Schaffung eines ihre
Politik vertretenden Organs, daß sie keine Einsprache erhob, als eine
Gruppe wohlhabender junger Leute ungesetzlicherweise die Ravesche
Genehmigung zur Herausgabe einer Zeitung ankaufte und eine Kommandit-
aktiengesellschaft zur Herausgabe der „Rh e i n i s ch e n Zeitung für
Politik, Handel und Gewerbe“, für den „kommerziellen und politischen
Fortschritt“ gründete, die am 1. Januar 1842 zu erscheinen begann und
deren Schriftleitung im Oktober der 24jährige Dr. Karl Marx übernahm.
Am 1. April 1843 unterdrückt, sollte das Unternehmen fünf Jahre später,
am 1. Juni 1848 in der „Neuen Rheinischen Zeitung“ eine Wieder-
auferstehung erleben unter Leitung des 1845 ausgewiesenen und nun von
Brüssel zurüekgekehrten Kommunisten Karl Marx, der gleichzeitig mit
der erneuten Unterdrückung am 19. Mai 1849 zum zweitenmal des Landes
verwiesen wurde.

2. Die Vorläufer der Kölnischen Volkszeitung,

a) Die Rheinische Volkshalle.

Als mit dem Erlaß des preußischen Gesetzes über die Presse
vom 17. März 1848 die Zensur gefallen30 und die Erlaubnis zur
Herausgabe einer Zeitung nicht mehr an die Genehmigung des
Regierungspräsidenten geknüpft war, auch die Vorschriften über
Hinterlegungen am 6. April aufgehoben worden waren, da
sproßten die Preßorgane allerorten wie Pilze nach dem Regen
hervor; meist freilich nur, um nach einem ebenso kurzen Be-
stehen wieder einzuschlafen oder, was häufiger war, trotz Preß-
freiheit totgeschlagen zu werden.

Auch auf katholischer Seite machte man sich diesen Um-
schwung der Verhältnisse zu nutze. In seiner Vorstandssitzung
vom 11. April 1848 wählte der Verein vom hl. Karl Borro-
mäus in Bonn27 auf Vorschlag seines Trierer Hilfsvereins ein
Komitee31 zurGründungeinerkatholischenZeitung. SchonamlS.Mai
trat es mit dem Plan für die „Rheinische Volkshalle“ hervor,
als deren Erscheinungsort Köln bestimmt wurde. Unter dem
Grundsatz „Freiheit in Allem und für Alle“ sollte sie „kämpfen
für eine Verfassung, welche, auf echt volksthüralichen Grundlagen
        <pb n="69" />
        ﻿48

beruhend, allen Staatsbürgern gleiche bürgerliche und politische
Berechtigung sichert, die freie und selbständige Entwicklung des
Individuums am wenigsten beschränkt und gegen jede ungehörige
Bevormundung durch die Staatsgewalt die meiste Garantie bietet“.
Auch dem religiösen Elemente sollte sie ihre Aufmerksamkeit
zuwenden, [die kirchliche Freiheit und 'die Unabhängigkeit der
Kirche vom Staat fordern.

Ueber diese Bestrebungen berichtete Lambert Bachem seinem
Sohne Josef, der sich damals in Paris aufhielt. Dort hatte ihm
die Empfehlung von Prof. Dieringerin Bonn das Haus des Grafen
Montalembert erschlossen, des Präsidenten des „Comite pour
la defense de la liberte religieuse“, wo er mit manchen anderen
Herren der katholischen Bewegung bekannt wurde. Durch Louis
Veuillot erhielt er einen Einblick in die Schriftleitung des
Univers, wo er eine Zeitlang bei der Bearbeitung deutscher
Nachrichten behilflich war. Auch als Berichterstatter versuchte
sich Josef Bachem; außer dem im Verlag seines Vaters er-
scheinenden „Organ für Handel und Gewerbe“ gewann er
noch die „Saar- und Moselzeitung“ in Trier und die „Wies-
badener Zeitung“ für den Abdruck seiner Beiträge, die mit je
15 Franken bezahlt wurden. An Stoff fehlte es in jener bewegten
Zeit keineswegs, und er hätte wohl seine Tätigkeit, die ihm lieb
zu werden anfing, noch längere Zeit beibehalten, wenn nicht die
Nachricht von der beabsichtigten Gründung der „Rheinischen
Volkshalle“ zu ihm gedrungen wäre. In der Hoffnung, an diesem
Blatte eine Stellung zu finden und damit seine lang gehegten
Wünsche in Erfüllung gehen zu sehen, eilte er nach halbjährigem
Aufenthalt in Paris am 2. August 1848 in die Heimatstadt zurück.

In der Tat wurde er hier bei der Gründung der Rheinischen
Volkshalle zum zweiten Geranten [Geschäftsführer] gewählt. Zu
ihrem Herausgeber hatte sich im September 1848 eine Aktien-
Kommanditgesellschaft32 gebildet unter der Firma „H. Stienen &amp; Co.“,
deren Kapital im Betrag von 30000 Taler in Aktien zu 5 Taler und
1200 Losen zu 25 Taler eingeteilt war. Heinrich Stienen war erster
Gerant, obwohl er von der Tagesschriftstellerei gar nichts ver-
stand. Als Schriftleiter an dem neuen Blatt, dessen erste Nummer
am 1. Oktober 1848 erschien33, war Wilhelm v. Chezy gewonnen
worden, der Sohn eines Orientalisten und der Dichterin Helmine
v. Chezy, einer Enkelin der Volksdichterin Anna Luise Karsch
(der „Korschin“). Den Druck der Zeitung erhielt die Firma

s
        <pb n="70" />
        ﻿JOSEF BACHEN
        <pb n="71" />
        ﻿49

Bachem gegen Uebernahme von 120 Losen. Mitredakteure waren
Dr. F. Marquard aus Berlin, und seit November der noch nicht
30jährige Dr. Eikerling, der nach anfänglich theologischen
Studien in der Propaganda in Rom auf der Rückreise nach seiner
Heimat Paderborn von Bachem verpflichtet worden war.

Mit der Haltung des Blattes war aber der Zentralverwaltungs-
Ausschuß des Borromäusvereins (Dieringer, Walter, L. Müller,
Reinkens) gar nicht zufrieden. In einer Kundgebung vom
19. Februar 1849, abgedruckt in No. 30 des Monatsblattes des
Vereins vom 1. März, rügte er, daß die Zeitung „von den im
Programm ausgesprochenen Grundsätzen entschieden abwich“.
Zwischen dem Verwaltungsrat des Blattes und seiner Schrift-
leitung brachen ebenfalls Zwistigkeiten aus, so daß sowohl Mar-
quard im April 1849, wie auch bald darauf Chezy entlassen
wurden. Eikerling war nun tatsächlich Hauptredakteur und
Josef Bachem, dem die „technische Leitung der Redaktion“ über-
tragen worden war, der wirkliche Gerant. Zum Glück fand das
Blatt in Prof. Dr. Hermann Müller34 aus Würzburg, zu
jener Zeit Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, einen
eifrigen Mitarbeiter.

Der geldliche Zusammenbruch des Unternehmens konnte aber
nicht aufgehalten werden. Es war nicht möglich gewesen, den
ersten geschäftlich unfähigen Geranten Stienen zu einer geordneten
Buchführung anzuhalten. Obgleich die Bezieherzahl nach drei
Monaten auf 2500 gestiegen war, ergaben sich für die ersten vier
Vierteljahre Verluste von 5600, 4600, 4880 und 4795 Taler. Die
Hauptversammlung vom 12. September 1849 erklärte die Gesell-
schaft für aufgelöst; fast das ganze eingezahlte Aktienkapital
(von 20310 Taler) war verloren; davon hatten Lambert Bachem
3000 Taler, Josef Bachem und der Kardinal von Geissei je 300
Taler, alle übrigen Aktionäre weniger eingezahlt.

b) Die Deutsche Volkshalle.

Trotz des geldlichen Mißerfolges war es weniger die Absicht
der Gesellschaft der Rheinischen Volkshalle, das Blatt eingehen
zu lassen, als sich durch ihre Auflösung von den vertraglichen
Verpflichtungen gegen Stienen und Chezy, dessen Vertrag noch
bis zum Jahre 1853 lief, zu befreien. Deshalb folgte jener Sitzung
vom 12. September 1849 eine Stunde später unter Vorsitz des

100 Jahre J. P. Bachem.	4
        <pb n="72" />
        ﻿50

Kammerpräsidenten August Reichensperger die Gründung
einer neuen Kommanditgesellschaft unter der Firma Jos.
Bachem &amp; Comp, zur Herausgabe der „Deutschen Volks-
halle“ mit einem Kapital von 10000 Taler, deren alleiniger
Gerant Josef Bachem wurde. Die politischen Grundsätze waren
nach der Erklärung des provisorischen Verwaltungsrats vom
14. September (abgedruckt im Monatsblatt des Borromäus-
Vereins No. 33 vom 25. September 1849) im wesentlichen die
der Rheinischen Volkshalle: „Ein einiges, großes und mächtiges
Deutschland“ (mit Oesterreich), die „Unabhängigkeit der Kirche“,
die „Freiheit des Unterrichts gegen jede Beeinträchtigung“, der
Friede unter den Konfessionen.

Die Einrichtungsgegenstände der Gesellschaft Stienen &amp; Co.
waren für 294 Taler, das Verlagsrecht der Zeitung mit 1 Taler
von der neuen Gesellschaft erworben worden, und so konnte
nach der letzten Nummer der Rheinischen Volkshalle für Sonntag
den 30. Sept. 1849 die erste Nummer der Deutschen Volks-
halle für Dienstag den 2. Oktober am Montagabend erscheinen.
Ein schwungvoller Eröffnungsartikel aus der Feder Hermann
Müllers leitete das neue Unternehmen würdig ein. Als Schrift-
leiter waren Dr. Eikerling und Dr. Kutscheit übernommen
worden. Vom 1. April 1850 ab war dem Professor Müller „die
Oberleitung der Redaktion“ gegen 1500 Taler Gehalt übertragen
worden. Obschon die Bezieherzahl stieg — den höchsten Stand
erreichte sie mit 3853 im ersten Vierteljahr 1852 — ergab sich
doch ständig ein geldlicher Fehlbetrag, zu dessen Deckung
seit 1852 ein damals gegründeter „Katholisch-konservativer
Preß verein“ 800 Taler beitrug, im nächsten Jahr 1000 und
dann noch einmal 700 Taler.

Indes zeigte sich bald, daß mit dem sehr selbstbewußten
Professor Müller schlecht auszukommen war. Auf sein Betreiben
mußte Kutscheit entlassen werden, mit dem Mitarbeiter Franz
v. Florencourt56 in Wien, der ihm zu österreichisch war,
geriet er in Mißhelligkeiten wie mit dem Verwaltungsrat der
Zeitung, und im November 1850 hatte er es bereits so weit ge-
bracht, daß er polizeilich ausgewiesen wurde. Nachdem ihm auf
Fürsprache am 3. Februar 1851 die Rückkehr erlaubt worden
war, verscherzte er sich die preußische Gunst zum andern
Male durch Artikel gegen die Raumerschen Erlasse betr. Jesuiten
und Missionare so sehr, daß er am 12. August 1852 als Bayer
        <pb n="73" />
        ﻿aus ganz Preußen verbannt wurde. In Würzburg erlangte er
vier Jahre später wieder eine Professur, die er bis 1868 inne
hatte. Acht Jahre später starb er in Aschaffenburg.

Während langwieriger Unterhandlungen zur Erlangung eines
neuen Hauptschriftleiters führten Eikerling, der Kaplan Heinrich
Keusch 36 von St. Alban in Köln und Josef Bachem die Geschäfte.
Schließlich wurde der wieder besänftigte Florencourt berufen,
der am 1. Januar 1853 die Leitung des Blattes antrat.

Die Haltung der Volkshalle war schon vorher in mancher
Beziehung gemäßigt worden; die „Verfassungsstürmerei“ und
die „ständige Reaktion“ hatte sie aufgegeben und über die
preußische Politik zu einer Verständigung zu kommen gesucht;
dagegen waren die jesuitenfeindlichen Ministerialerlasse des
Kultusministers v. Raumer fortgesetzt Gegenstand der Kritik.
Ihre Bekämpfung bildete auch fast das alleinige Feldgeschrei
für die Wahlen am 3. November 1852 zur Preußischen Zweiten
Kammer auf katholischer Seite. Sie waren der Anlaß für das
Zustandekommen der „Katholischen Fraktion“, mit der dann
freilich die „Volkshalle“ später unter Florencourt mehrfach,
besonders scharf in der Frage der Juden-Emanzipation, in Mei-
nungsverschiedenheiten geriet. Diese führten am 1. Mai 1854
zur Kündigung des Vertrags mit Florencourt, woraufhin der
Katholisch-konservative Preßverein jeden weiteren Zuschuß
für die „Volkshalle“ ablehnte. Statt dessen unterstützte er die
von Florencourt in Köln gegründete „Politische Wochen-
schrift“, von der im Jahre 1854 20, und im nächsten Jahre noch
14 Hefte erschienen. Nach dem Verschwinden dieses Unter-
nehmens im März 1855 schlief auch der Preßverein langsam ein.
An seine Stelle trat am 9. Januar 1855 der in Köln gegründete
„Katholische Preßverein“.

Nach den bisherigen schlimmen Erfahrungen ging der Ver-
waltungsrat nicht mehr auf die Suche nach großen Schriftstellern,
sondern stellte den bisherigen Korrektor Dr. Jos. Krebs als
Schriftleiter ein, an dessen Stelle am 1. Juli 1855 Karl H.
Brückmann trat, der seit 1850 eine Wochenschrift „Blätter
aus Nassau“ herausgegeben hatte. Die Politik der Volkshalle
deckte sich fortan mit derjenigen der Katholischen Fraktion.
Ihre Orientpolitik drängte sie nun aber auch zur Stellungnahme
gegen Rußland und ließ sie mit der französischen Politik liebäugeln.
Nicht lange darauf, am 10. Juli 1855, zuckte aus völlig heiterm
        <pb n="74" />
        ﻿Himmel der Blitz der Unterdrückung auf die Volkshalle herab.
Dem Geranten Carl Jos. Schmitz-Leven, der am 1. Juli 1854 an die
Stelle Bachems getreten war, eröffnete der Polizeidirektor Geiger
in einem musterhaften Beamtendeutsch, daß ihm die Konzession
als Gerant entzogen werde, „weil er dem preußenfeindlichen
Treiben der Deutschen Volkshalle, zu deren Verkauf ihm die
Konzession seitens der Königl. Regierung dahier am 28. Juni
v. J. erteilt worden, durch deren Verlag und Verkauf fortwährend
Vorschub leiste, er hierdurch bewiesen habe, daß er die Eigen-
schaften nicht besitze, welche bei seiner Konzessionierung voraus-
gesetzt worden, und er ferner nicht als ein ehrenwerter, unbe-
scholtener preußischer Untertan, was die erste Bedingung seiner
Konzessionierung sei, angesehen werden könne“.

Alle Einsprüche und Besprechungen des Verbotes im Ab-
geordnetenhause blieben fruchtlos; den 2794 Beziehern (davon
nur wenig über 200 in Köln) durfte nicht einmal Mitteilung von
der Unterdrückung gemacht werden.

Gleichwohl machte Josef Bachem im August 1855 noch einen
Versuch, die Herausgabe einer kleineren katholischen Zeitung
zu ermöglichen, die den Titel „Kölner Tageblatt“ führen sollte
und zu der Keusch, der 1853 als Repetent an das Bonner Konvikt
berufen worden war, in Bonn schon den Plan ausgearbeitet
hatte. Er erhielt aber von dem Polizeidirektor den kurzen Be-
scheid, „daß jedes politische Blatt, welches unter Redaktion des
jetzigen oder eines andern Redakteurs in der Druckerei von

J.	P. Bachem erscheint, sofort, nötigenfalls unter Anwendung von
Gewalt, unterdrückt und die Druckerei versiegelt werden würde“.

9.	Der Buchverlag von 1854 bis zumTode Josef Bachems 1893.

a) Lambert Bachems Tod.

Ausbau des schöngeistigen Verlags.

Es ist oben schon erwähnt worden und geht auch aus den
Aufzeichnungen Josef Bachems (vgl. S. 39) hervor, daß dieser im
Juli seine Stellung als Gerant der Deutschen Volkshalle kündigte,
um sich nach dem Tode seines Bruders ganz dem Verlag widmen
zu können. Mehr und mehr waren in den letzten Jahren die
        <pb n="75" />
        ﻿Geschäfte von den Schultern des kränklichen 65jährigen Vaters
auf die seinen übergegangen; am 29. Mai 1854 hatte Lambert
seinem Sohne Prokura erteilt und ihm die Leitung des Geschäftes
auch formell überlassen. Noch kein halbes Jahr später, am
10. November 1854, machte eine Lungenentzündung „nach langen
rheumatischen Leiden“ seinem Leben ein Ende.

Im Tode vorangegangen waren ihm seine Gattin Maria Helene,
geborene Wasserfall, am 9. März 1846 und seine Söhne25 Adolf
im Alter von 20 und Karl im Alter von 30 Jahren, so daß er
als einzige Erben seinen ältesten Sohn Josef und eine Tochter
Emilie hinterließ.

Beide Erben zeigten unterm 5. Dezember 1854 an, daß sie das
Geschäft unverändert fortsetzen würden und daß Josef Bachem
von seiner Schwester zur Leitung bevollmächtigt worden sei.
Da der Titel eines Hofbuchhändlers Lambert Bachem nur per-
sönlich zuerkannt worden war, mußte er fortan fallen gelassen
werden.

Indes war diese Vereinbarung von nur privater Bedeutung. Zwar
hatte der Polizeidirektor Geiger unterm 23. Dezember 1854 die Fortführung
des väterlichen Geschäftes zum Zwecke der Nachlaßprüfung einstweilen
auf sechs Monate gestattet. Dazu mußte aber ein geprüfter Stellvertreter
in Wirksamkeit treten; als solcher wurde zuerst unterm 23. Dezember 1854
der Buchdrucker Johann Aime Mermet ernannt, am 24. Januar 1855 gab
die Regierung dieselbe Erlaubnis dem Buchdrucker Jos. Stadler aus
Erfurt. Diese sechs Monate benutzte Josef Bachem, um sich auf die
Buchhändler- und Buchdruckerprüfungen vorzubereiten.

Neben der Unbescholtenheit, Zuverlässigkeit, der allgemeinen Bildung
und dem Nachweis der nötigen Mittel zur Ausübung der Gewerbe eines
Buchdruckers oder Buchhändlers, die die Gewerbeordnung von 1845
forderte, bestimmte das Preßgesetz vom 12. Mai 1851 in seinem ersten
Paragraphen, daß die genannten Gewerbe nur mit Genehmigung der
Bezirksregierung ausgeübt werden dürften. Diese wurde aber nur auf
Grund eines Befähigungsnachweises erteilt.

Die Buchhändlerprüfung, der sich Josef Bachem am 23. März 1855
unterzog und in der er eine Darstellung der Entstehung und Entwicklung
des deutschen Buchhandels zu bearbeiten hatte, bestand er mit „sehr gut“.
Unterm 16. Juni folgte die Prüfung als Buchdrucker23, die sich aus
einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammensetzte. Die
Buchdrucker Peter Schmitz und Adolf Baedeker stellten ihm als theo-
retische Aufgabe die Ausarbeitung einer „Geschichte der Buchdrucker-
kunst von ihrem Ursprung bis auf die Gegenwart, nebst Mitteilungen
über die neuesten Erfindungen in dieser Kunst“. Die praktische Prüfung,
        <pb n="76" />
        ﻿



die sich auf die Tätigkeit des Setzens und Drückens bezog, bestand er
in der Hof- und Universitätsdruckerei von Carl Georgi in Bonn mit dem
im allgemeinen ungewöhnlichen Prädikat „gut“, worauf er unterm
19. Dezember 1855 von der kgl. Prüfungskommission das Befähigungs-
zeugnis „zum selbständigen Betrieb des Buchdruckergewerbes“ erhielt.
Auf Antrag wurde ihm dann am 15. Januar 1856 die Genehmigung zum
Betrieb des Buchhandels und des Buchdruckergewerbes erteilt.

Unter den beiden Erben kam am 18. Juni 1856 ein Teilungs-
vertrag zustande, gemäß welchem Josef Bachem das Geschäft
mit Rechten und Pflichten übernahm und für seine eigene Rech-
nung fortführte.

Jetzt dachte er auch an die Gründung eines eigenen Haus-
standes. Im Alter von 35 Jahren hatte er sich am 14. März 1855
mit Katharina Degen, der Tochter des Kaufmanns Johann
Heinrich Degen in Bonn und dessen Gattin Anna Helena Hittorf,
verlobt. Die beiderseitigen Familien waren durch jahrzehntelange
Freundschaft verbunden. Am 26. April des nächsten Jahres fand
die Trauung statt, der eine kurze Hochzeitsreise in die Schweiz
folgte. Seine Lebensgefährtin hat mit ihm getreu Leid und Freud
des Lebens geteilt. Sie lebt nun in einem Landhaus in Rhön-
dorf, das Josef Bachem im Jahre 1872 erbaut hatte, und zwar in
nächster Nähe des alten väterlichen Weinguts. (Vgl. Abschnitt VII.)

Mit vollem Eifer widmete Jos. Bachem sich nun dem schön-
geistigen Verlag.

Eine aus katholischer Weltanschauung erwachsende Unterhaltungs-
literatur gab es bis dahin überhaupt noch nicht. Kein Wunder! Hatte
doch die sog. Aufklärungszeit des 18. Jahrhunderts, deren Wirkung bis
tief in das 19. hinein naehzitterte, den Katholizismus als kulturförderndes
Element ausgeschaltet. Wohl hatte die Gegenwirkung gegen die ein-
seitige Verstandesrichtung in Kirche, Staat und Literatur zunächst die
romantische Schule ins Leben gerufen, die sich ihrem Charakter gemäß
dem religiösen Gefühl und im besondern dem Katholizismus wieder
näherte. Gleichzeitig erfuhr dieser von kirchlicher Seite, durch den Eifer
der späteren Bischöfe Sailer von Regensburg, Raeß von Straßburg und
Weis von Speyer in den 1820er und 1830er Jahren eine geistige Erneuerung.
Wie aber diese ausging von der Anlehnung an das Aüsland, im besondern
an Frankreich, dessen literarische Erzeugung eine lebhafte Uebersetzer-
tätigkeit für den deutschen Katholizismus hervorrief, so war auch in
den 1850er Jahren die katholische Literatur noch auf die Uebersetzung
fremdländischer Werke angewiesen. Dieser Aufgabe widmete sich Josef
Bachem mit Eifer; hatte er doch an dem ständig wachsenden Borro-
mäus-Verein, der sich die Hebung der katholischen Literatur zur

.
        <pb n="77" />
        ﻿

Hauptaufgabe gestellt hatte und oft sieh im voraus zur Abnahme
mehrerer Hundert Stück eines Buches verpflichtete, einen starken
Rückhalt.

Mit zwei englischen Schriftstellern von großem Ruf eröffnete
Josef Bachem 1854 seine „Sammlung von klassischen
Werken der neuern katholischen Literatur Eng-
lands“. Der erste Band brachte des Kardinals John Henry
Newman” Darstellung „Die Türken in ihren geschichtlichen
Beziehungen zur Christenheit“, von Pfarrer G. Schündelen
übersetzt; die beiden nächsten enthielten in trefflicher Ueber-
tragung durch Keusch „Vermischte Schriften des Kardinals
Wiseman“, Erzbischofs von Westminster39.

Dieser, durch blendende Beredsamkeit ausgezeichnet, zog durch Pre-
digten und Vorträge die öffentliche Aufmerksamkeit seiner Zeit auf sich,
gründete mehrere Zeitschriften und erwies sich als Schriftsteller überaus
fruchtbar. Seine heute noch sehr lesenswerten und lehrreichen „Ver-
mischte Schriften“ der Bachemschen Sammlung vereinigten viele seiner
geistvollen, von Mitteilungen geschichtlichen, künstlerischen, volkskund-
lichen Charakters reichen Reden über die vorzüglichsten Lehren und
Gebräuche der katholischen Kirche. Wisemans berühmtestes Werk, die
Erzählung „Fabiola oder die Kirche der Katakomben“ erschien im
Original 1854 ohne Verfassernamen als erstes Bändchen in der „Populär
Library“ bei Burns &amp; Lambert in London. Auf das Werk wurde Lic. F.
H. Reu sch in Bonn durch günstige Besprechungen aufmerksam, worauf
er und Bachem unterm 2. Juli 1855 von Wiseman „das ausschließliche
Recht zur Herausgabe einer deutschen Uebersetzung von Fabiola“ er-
langten.

Die Fabiola erschien bereits 1856 in der 4. Auflage und ist
heute noch ein gangbares Verlagswerk der Firma. In den
ersten zehn Jahren wurden über 22000 Stück abgesetzt. 1918
kommt das 75. bis 80. Tausend heraus, mit elf Vollbildern von
0. Maehly and mit den englischen Originalholzschnitten.

Als 5. bis 7. Band der Sammlung folgten das Werk von
L. Silliman Ives „Kampf und Sieg auf dem Wege zur katholischen
Kirche“, das erste Werk von Lady G. Fullerton: Die hl.
Franziska Romana, und N e w m a n s bekannte Erzählung K a 11 i s t a
aus dem 3. Jahrhundert, die die Beziehungen der Christen und
Heiden, insbesondere die Verhältnisse der afrikanischen Kirche
zur Zeit des h. Cyprian und der Verfolgung des Decius zum ge-
schichtlichen Hintergrund einer ergreifenden Erzählung macht.
        <pb n="78" />
        ﻿So entwickelte sich bis zum Jahre 1865 die Sammlung bis auf
21 Bände, deren Einzelinhalt in dem Verlagsverzeichnis auf-
geführt ist.

Die englische Literatur wies damals eine große Anzahl von
unterhaltenden Werken auf, die „in jeder Hinsicht werth schienen,
in Deutschland bekannt zu werden“. Deshalb entschloß sich
Bachem zu einer neuen Reihe, einer „Sammlungunterhalten-
der Schriften der neueren englischen Literatur für gebildete
katholische Leser“, deren erster Band 1857 erschien und die
historische Erzählung aus der Zeit Heinrichs VIII. „Alice Sherwin“
von C. J. M a s o n brachte. In rascher Folge schlossen sich noch
im selben Jahre daran an M. Thompsons Novelle „Die Hexe
von Melton-Hill“ und Sadliers Sittengemälde aus denVereinigten
Staaten „Alt Irland und Amerika“. 1858 erschienen Vater B a p t i s t s
[des irischen Priesters Prof. Dr. O’Brien am All-Hallows-
Seminar bei Dublin] Geschichte aus Irlands Gegenwart „Ailey
Moore“ und Paul Peppergraß’ Erzählung aus der Zeit der Köni-
gin Elisabeth „Das Geheimniß der Königin“ usw. Geber das Ein-
zelne weist das Verlagsverzeichnis 1857—60 das nötige aus.

Diesen beiden Sammlungen schloß sich eine dritte an; „B i 1 d e r
aus dem Volksleben für Jung und Alt“ mit kleineren
Erzählungen, vorzüglich für die reifere Jugend, deren vier Bänd-
chen in Sedez im Jahre 1859 erschienen. Das erste brachte die
Erzählung Wisemans „Die Lampe des Heiligthums“ in der
Uebersetzung Reuschs, die übrigen drei enthielten Werkchen von
M. Parsons (vgl. das Verlagsverzeichnis). Ein fünftes Bündchen,
dessen Druck für 1860 angezeigt wurde, ist nicht erschienen.

Lebhafte Förderung erfuhr die schöngeistige Richtung des
Verlags seit den 1860 er Jahren, durch den Unterhaltungsteil der
„Kölnischen Blätter“. Zwar brachten sie im Anfang nur wenig
wirklich erzählende Originalarbeiten; 1860 in Nr. 27—39 eine
Novelle „Drei Wetterschläge“ von M. T.; im Dezember „vom Ver-
fasser der Neuen Deutschen Zeitbilder“: „Der Schulze von Drons-
zeln. Ein Bild von der russischen Grenze“. Im Jahre 1861
erschien eine Erzählung „Ein Sturm auf dem Vierwaldstätter
See“ von Louise Meyer von Schauensee (1829—1902),
welcher wir später auch im Verlag begegnen. Eine historische
Novelle aus der Zeit der Kreuzzüge „Goswin von Randerode“
lieferte Nicolaus Schüren, eine Erzählung „Das Kind des
Feuerschiffs in der Elbmündung“ Heinr. Smidt. Dazwischen
        <pb n="79" />
        ﻿wurden Uebersetzungen aus dem Englischen und Französischen
geboten.

Es gab aber eine besondere „Belletristische Beilage zu den
Kölnischen Blättern“ im Quartformat (etwa 20X29 cm), wie es vom
Jahre 1850 ab schon eine „Zugabe zur Deutschen Volkshalle
für Sonn- und Feiertage“ gegeben hatte (etwa 22 x 30 cm), die größere
Artikel allgemeinen und literarischen Inhalts, Besprechungen hervor-
ragender Erscheinungen, aber noch keine Novellen und Romane brachte.
Die „Belletristische Beilage“ begann dagegen in ihrer ersten Nummer
vom 1. April 1860 die Erzählung „Rosa Leblanc“ von Lady Full er ton,
neben der vom 17. Mai ab die Novelle „Pfalzgrafentöchterlein“ des fein-
sinnigen Rechtsanwalts Jos. Pape (1831—1898) herlief. Fleißig beteiligte
sich auch an dem unterhaltenden Teil der Kölnischen Blätter Freifrau
M. von Roskowska (mit zehn Romanen und Erzählungen) in den
Jahren von 1864 bis 1871.

Die Nummern dieser Beilagen waren fortlaufend durch die Jahrgänge
1860 bis 1865 und beliefen sich auf 319; mit 1866 begann eine „neue
Folge“, mit 1869 eine „dritte Folge“. Neben diesem reichen unterhaltenden
Stoff finden sich in den Beilagen sehr gediegene Beiträge aus fast
allen Gebieten, besonders dem geschichtlichen mit vielen Arbeiten des
damaligen Archivars Dr. Ennen. Dagegen verschwand seit 1862 nach und
nach der erzählende Stoff aus der Beilage und wunderte 1863 gänzlich in
die Zeitung selbst über. Vom Jahre 1870 ab kam die Beilage in Fortfall.

Einen breiten Raum im Unterhaltungsteil der „Kölnischen
Blätter“ beanspruchte gleich von Anbeginn die „Kleine Chronik
aus Paris“. Nach einer Arbeit „Szenen aus dem Leben in
London“ treffen wir sie zum ersten Mal am 27. April 1860 in
Nr. 22. Der Verfasser, Adolf Ebeling, ein außergewöhnlich
fähiger, vielgereister Schriftsteller, welterfahren, glücklich in
der Wahl seiner Themen, entfaltete in den nächsten Jahren
eine fleißige Tätigkeit für die Zeitung38. Die Beliebtheit, deren
sich die Chronik erfreute, veranlaßte Josef Bachem, sie in Buch-
form zu sammeln. Die beiden ersten Bände „Lebende Bilder
aus dem modernen Paris“ erschienen 1863 im Umfang von
je 400 Seiten. Zwei weitere Bände folgten zwei Jahre später.

Das Jahr 1865 brachte dem Verlag mehrere glückliche Unter-
nehmungen. Zunächst begann ein neues Sammelwerk in Art der
vorausgegangenen in den „Zeitbildern in Erzählungen aus
der Geschichte der christlichen Kirche“, deren Haupt-
zeitabschnitte aus der Gründungs- und Entwicklungsgeschichte
        <pb n="80" />
        ﻿58

geschildert werden sollten. Das ursprünglich französische
Unternehmen verpflanzte Bachem auf deutschen Boden, nicht in
wortgetreuen Uebersetzungen, sondern in Bearbeitungen, bei
denen auch die in Deutschland auf kirchengeschichtlichem
Gebiete gewonnenen Ergebnisse verwertet wurden. Ein Stamm
tüchtiger Uebersetzer, deren Namen man im einzelnen in dem
Verlagsverzeichnis findet, arbeitete unter Ueberwachung von
Professor Keusch äußerst fleißig, so daß die zwölf Bände in
fünf Jahren, bis zum Jahre 1869, Vorlagen. Um die Geschichte
je eines einzelnen Mannes gruppierte sich die Schilderung seiner
Zeit, so um Hanani die letzten Tage von Jerusalem, um
Sabianus die ersten Apostel Galliens, um Antonia die Mär-
tyrer von Lyon, um Kaiser Julian die Zeitereignisse, um
Severinus die Bekehrung der Donauländer etc.

Weiterhin sicherte sich der Verlag die englische Koman-
schriftstellerin Lady Georgiana Charlotte Full ertön. Sie war
die Tochter des englischen Lord Granville Leveson-Gower und
wurde drei Jahre nach dem Uebertritt ihres Gemahls, des irischen
Gutsbesitzers Alexander Fullerton/51846 gleichfalls katholisch.
Seit dem Jahre 1865, als der außerordentlich günstig aufgenom-
mene zweibändige Koman „Unglaublich und doch wahr“
in der trefflichen Uebersetzung von Freifrau Olga von Leonrod
zum ersten Mal erschienen war (1912 wurde das 14. Tausend
gedruckt), brachte der Verlag die meisten ihrer Werke in guten
Uebersetzungen heraus, z. B. 1869 „Ellen Middleton“, 1874
„Luisa de Carvajal“, ein Zeit- und Lebensbild aus den wilde-
sten Tagen der englischen Katholikenverfolgung unter Jakob I.
Alle ihre Werke erschienen in mehreren Auflagen.

In den 1870 er Jahren war endlich die katholische schöne
Literatur derart erstarkt, daß man von einem wesentlichen
Aufschwung sprechen kann. Von dem damals in Aufnahme
kommenden realistischen Stil hielt sie sich freilich fern; aber es
machten sich doch wenigstens Ansätze zu einem solchen Cha-
rakter der Erzählungsliteratur bemerkbar, die hauptsächlich in
mehreren Vorläufern der Heimatkunst sich kundgaben. Als eine
solche kann man wohl Maria Lenzen di Sebregondi ansprechen,
die sich mit ihrem ersten Novellenwerke „Aus der Heimat“
im Jahre 1871 im Bachemschen Verlag sehr vorteilhaft einführte.
        <pb n="81" />
        ﻿Sie war die älteste Tochter des Arztes Dr. Rüdiger di Sebregondi in
Dorsten, dessen Familie aus Italien stammte. Am 18. Dezember 181*1 ge-
boren, war sie mit mehreren Geschwistern unter Leitung des hochgebildeten
Vaters aufgewachsen, und obwohl sie seit ihrem 14. Jahre keinen regel-
rechten Unterricht mehr erhielt, bildete sie sich unermüdlich weiter,
wovon ihr Jugendwerk „Melete oder der Sieg des Glaubens“ Zeugnis
ablegt, das Kenntnisse griechischen Lebens voraussetzt. Schon mit
16 Jahren verlobte sich Maria mit dem Referendar Gustav Lenzen in
Dorsten, dem sie zwei Jahre später zu einer kurzen Ehe die Hand reichte.
Nachdem der kränkliche Gatte schon zehn Monate später in Elberfeld
am Typhus gestorben war, kehrte Maria ins Vaterhaus zurück. 18*18
folgte sie dem fürstlich Salmschen Rentmeister Ignaz ten Brink (geb.
1804), einem früheren Offizier als Gattin nach Anholt und lebte mit dem
vornehmen Manne bis zu seinem 1875 erfolgten Tode in glücklicher Ehe.
Sie starb am 11. Februar 1882 in Anholt. Ein liebevolles Gedenkblatt
hat Dr. Jos. Wiedenhöfer einer Auswahl ihrer Gedichte mit auf den Weg
gegeben (Dorsten 1908).

Schon früh hatte sich das Schriftstellertalent in der fleißigen Frau
geregt. Ihre erste Erzählung „Nekodas“ aus der Zeit der Zerstörung
Jerusalems ist 1841 bei Manz in Regensburg erschienen. Sechs weitere
Werke, darunter vier je dreibändige Romane folgten, in kurzen Zwischen-
räumen bis 1847 im selben Verlag oder bei Kollmann in Leipzig. Seit
ihrer Anholter Zeit überwiegt als ihr Verleger Bachem.

Dem obengenannten Novellenbande folgte im nächsten Jahre
(1872) ein Band Gedichte: „Das erste Jahr. Eine Weihnachts-
gabe für junge Mütter“. Zwei neue Reihen von Erzählungen
faßte sie im gleichen Jahre unter dem Titel „Zwischen Ems
und Wupper“ zusammen. Die Historie vom Niederrhein „Das
Fräulein aus dem Sassenreich“ hat ihren Schauplatz in
Elten im 11. Jahrhundert. 1877 erschien als drittte Folge der
gesammelten Novellen die zweibändige Sammlung „Schloß und
Heide“, der noch zwei weitere: „Vor einem halben Jahr-
hundert“ und „UnterSommerlaub und Winter schnee“,
folgten. Dazwischen und später entstanden noch andere Werke,
von denen Bachem die historische Erzählung „Sunehild“, die
Romane „Drückende Fesseln“, „Trüber Morgen golde-
ner Tag“ und endlich 1888 die Novelle „Gefehlt“ herausbrachte.
Im ganzen veröffentlichte Maria Lenzen 44 Romane und Erzäh-
lungen, die im wesentlichen in den Jahrzehnten von 1840—47
und 1871—81 entstanden sind. Sie zeichnen sich durch gute
Schilderungen aus, die ihr leicht und anschaulich aus der Feder
kommen, und bilden eine treffliche volkstümliche Lektüre. Ihr
        <pb n="82" />
        ﻿60 &amp;&amp;

unermüdliches Streben war, wie sie im Vorwort zur zweiten
Auflage von „Aus der Heimat“ selbst sagt, durch ihre Erzäh-
lungen „echtes Gottvertrauen und reine, wahrhaftige Gesinnungen
zu fördern und in guter Absicht, ohne Bitterkeit die Irrtümer
und Schwächen meiner Mitmenschen zu bekämpfen“. Indes tritt
diese Absicht durchaus nicht lehrhaft oder überhaupt besonders
bemerkbar zutage. Auch ihr katholisches Bekenntnis, wenn
sie es auch nie verleugnet, drängt sich dem Leser nicht etwa
in auffälliger Weise auf. So gibt sich Maria Lenzen als echte
Heimatdichterin, die unsere schnellebige Zeit, die nur nach dem
Neuen hascht, vielleicht zu rasch vergessen hat.

Ein zweites, noch wesentlich stärkeres Erzählertalent trat
im Jahre 1875 in Ferdinande Freiin von Brackei im
Bachemschen Verlag in die Erscheinung.

Am 24. November 1835 zu Welda im Kreise Warburg i. W. geboren
und von dem hochbegabten Pfarrer des Dorfes bis zu ihrem 18. Jahre
wissenschaftlich ausgebildet, trat sie zuerst im Jahre 1864 mit einigen
Gedichten in die Oeffentlichkeit. Im gleichen Jahre hatte eine Fahrt nach
Gastein sie zu einer Geschichte „Heinrich Findelkind“ angeregt, die
im Jahre 1874 im Westfälischen Volksblatt in Paderborn und dann im
Echo der Gegenwart in Aachen erschien. In Buchform bildete sie ein
Bändchen des Manzschen Lesekranzes, ohne aber Beachtung zu finden,
bis sie im Jahre 1906 als 33. Bändchen in der Sammlung Bachems Volks-
und Jugend-Erzählungen (s. später) wieder auferstand und seitdem in
fünf Auflagen erschien. Im Todesjahre ihres Vaters, der 1873 vierund-
aehtzigjährig starb, erschienen ihre Gedichte bei Junfermann in Paderborn
als Buch, das 1880 in Bachems Verlag überging.

Als leuchtendes Beispiel für ihr Schaffen galt ihr Lady Fullerton,
„die — so sagt sie in ihrer Selbstbiographie — ohne lehrhaft zu sein,
doch dem katholischen Boden, dem sie entsprungen, auch gerecht wurde“.

Ihr ältester Bruder, der auf der Universität den Zirkus Renz
in seinem Glanze gesehen hatte, erzählte viel davon während der
langen Wintermonate in dem einsam gelegenen westfälischen
Freiherrnsitz. Diese Erzählungen erzeugten in Ferdinande den
Gedanken zu ihrem ersten Roman „Die Tochter des Kunst-
reiters“. Ohne jemals einen Zirkus gesehen zu haben, ohne die
Schauplätze der Handlung näher zu kennen — nur der rheinischen
Universitätsstadt Bonn hatte sie bisher einen flüchtigen Tagesbe-
such gewidmet — entstand dies Gemälde des Kunstreiterlebens, ein
        <pb n="83" />
        ﻿handlungsreiches Werk, dessen treibende Kräfte Standesvor-
urteile sind.

Das erste Kapitel des Romans sandte sie an Josef Bachem, der die
Arbeit lobte, wenn er auch später noch sehr viel an ihr zu verbessern
fand. „Das Manuskript“, sagt die Verfasserin in ihrer Lebensbeschreibung,
„war herzlich schlecht und hat jedenfalls dem Bearbeiter viele Mühe
verursacht. Wenn meine schlechte Schrift und mangelnde Interpunktion
ihn gewiß oft schier zur Verzweiflung brachten, so übten die Korrekturen
auf mich eine ähnliche Wirkung aus.“

Das Werk erschien von Januar bis März 1875 zunächst im Unter-
haltungsteil der Kölnischen Volkszeitung und wurde von den Lesern mit
wahrer Begeisterung verschlungen. Im Herbst desselben Jahres lag es
als Buch vor und hatte einen so durchschlagenden Erfolg, daß die erste
starke Auflage in acht Monaten vergriffen war. 1907 erschien die 25.
Auflage und gleichzeitig eine Prachtausgabe mit einem Gedenkblatt von
Frl. M. Hamann. Es war das erstemal, daß eine Romandichtung einer
katholischen Schriftstellerin in Deutschland es auf ein Viertelhundert
Auflagen gebracht hatte. (1918 wurde das 56. Tausend gedruckt.) Eine
englische Uebersetzung erschien bei Burns and Dates in London unter
dem Titel „Nora. A novel by Mary Princess Liechtenstein“, dem Namen
der Uebersetzerin. Auch ins Spanische ist das Werk übertragen worden.

Durch den Erfolg angeregt, nahm die Schriftstellerin nunmehr eine
neue Arbeit vor, die früher aus dem Grund liegen geblieben war, weil
in ihr ein städtisches Ballfest eine Rolle spielte, während sie ein solches
noch nicht erlebt hatte. So umweht die Novelle „Nicht wie alle
Andern“ ein Teilchen Jugendhauch.

Während dann noch ein anderes kleineres Werk „Aus fernen
Landen“ entstand, ein Bild mexikanischen Landsehafts- Kultur- und
Liebeslebens, entwarf Ferdinande schon den Stoff zu ihrem zweiten
großen Roman „Daniella“. Der Kampf des von Gott losgelösten selbst-
herrlichen Geistes (geschildert in der Heldin) gegen die demütige Unter-
ordnung und die Arbeit für die höchsten Ideale des christlichen Glaubens
schwebte ihr dabei vor. Auch dieser Roman erzielte sowohl bei den
Lesern der Kölnischen Volkszeitung, wo er von Dezember 1877 bis Mai
1878 erschien, wie auch in Buchform im Jahre 1878 einen großen Erfolg.

Hatte die Dichterin bisher ihre Stoffe ihrer aristokratischen Umwelt
entnommen — auch in der Tochter des Kunstreiters handelt es sich um
hochgestellte Personen — so trat in ihrem nächsten Roman „Am Heid-
stock“ zum erstenmal ihr soziales Empfinden in den Vordergrund, in
dem sie das ihr ebenfalls wohlbekannte Volksleben ihres Dorfes zum
Vorwurf nahm. Diesem 1881 erschienenen Werke, in dessen Mitte eine
schlichte Bauerntochter steht, folgte schon 1883 die Novelle „Prinzeß
Ada“, in der eine Fürstentochter ihr Herz an einen im Range Tieferste-
henden verliert.
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        ﻿62

Angeregt durch eine Dame, welcher der alte westfälische Bildhauer
Wilh. Achtermann in Rom einen Teil seiner Lebenserinnerungen diktiert
hatte, entstand in den Jahren 1885 bis 1889 die Novelle „Der Spinn-
lehrervonCarrar a“, die ein Vorkommnis aus dem Leben des genannten
Künstlers zum Gegenstände hat. Ein westfälischer Bauernsohn, war er
erst mit 30 Jahren auf die Berliner Akademie zur Ausbildung gekommen,
dann im Aufträge des Frankfurters H. von Bethmann Hollweg nach
Carrara gegangen, hatte dort noch mit der Spindel arbeitende Mädchen
gesehen und dann das Spinnrad in deren Heimat eingeführt. Dies
mit einer Liebesgeschichte umschlungen, bildet den Vorwurf der
Künstlernovelle. Gleichzeitig schrieb sie die Märchennovelle „Vom
alten Stamm“ und die Novelle „Verschiedene Wege“, die
zuerst im „Deutschen Hausschatz“ zum Abdruck kam und seit 1905
unter dem Titel „Wem gebührt die Palme?“ zusammen mit
„Talisman“ den Band 29 von Bachems Volks- und Jugend-Erzählungen
bildet.

In Holstein, wo das Freifräulein sich von 1884 fünf Jahre der Erziehung
der Kinder ihres verwitweten Bruders zu Plön widmete, begann sie den
großen sozialen Roman „Im Streit der Zeit“, dessen Beendigung erst
in das Jahr 1895 fällt. Mehrmals umgearbeitet, ist er nach ihrer eigenen
Ansicht ihr bestes Werk. In den Geschicken dreier adeliger und einer
kleinbürgerlichen Familie spiegeln sieh in diesem politischen Roman
die großen Ereignisse der Jahre 1866 und 1870 ab, wozu noch die folgende
Zeit des Kulturkampfes tritt. Der soziale Gehalt kennzeichnet sich in der
Schilderung des Aufstiegs der gebildeten, aber unbemittelten Kreise. Das
Werk, in das die Verfasserin viel Selbsterlebtes hinein verwoben hat,
ist auch von kulturgeschichtlichem Wert.

Es war ihr letztes vollendetes Buch. Als sie am 4. Januar 1905 in
Paderborn starb, hinterließ sie unfertig einen ferneren großen sozialen
Roman „Die Enterbten“, dem die neueren sozialistischen Bestrebungen
zu Grunde liegen, und die Vorarbeiten zu ihrer Lebensbeschreibung „M e i n
Lebe n“.

Der schriftstellerische Hauptvorzug der Freiin von Brackei besteht in
der geschickten Komposition und dem Phantasiereichtum der Verfasserin;
ihre Werke zogen schon stofflich an und fesselten immer. Das war auch
bei ihren kleineren Erzeugnissen der Fall, wie „Eine Nähmamsell“
(aus dem Jahre 1900) und der Novelle „Chic“ (1901), sowie auch in den Er-
zählungen „Frühlingsrausch und Herbststürme“ und „Nur
eine kleineErzählun g“, die im Todesjahre der Verfasserin in einem
Bande bei Habbel in Regensburg erschienen, endlich bei dem Novellen-
bande „Letzte Ernte“, der außer „Nähmamsell“ und „Chic“ die
Novellen „Herzensinstinkt“, „Der Lenz und ich und du“ und
„Ein Märchen, das eigentlich keins ist“ in sich vereinigt-
(Bachem, 1909.)
        <pb n="85" />
        ﻿

Eine vortreffliche Einführung in das Schaffen der Dichterin mit Aus-
zügen aus ihrem reichen Briefwechsel gab 1907 Fräulein E. M. Hamann,
in dem Gedenkbuch „Ferdinande Freiin von Brackel“ (Bachem).



Nun war der katholischen erzählenden Literatur der Weg
gebahnt, auf dem es langsam aber stetig vorwärts ging. Josef
Bachem ist ihr ein unermüdlicher mächtiger Förderer geworden,
besonders nachdem er in seiner Zeitung den erzählenden Teil
immer sorgfältiger ausbildete. Sein feines Stilgefühl und ein
entschiedenes Talent, die bessernde Hand an gute, aber nicht voll
ausgereifte Werke anderer Federn zu legen, machte erst manches
Werk druckreif; freilich hatte er dieserhalb auch mehr als einen
Strauß mit dem Selbstgefühl mancher Verfasser und Verfasse-
rinnen zu bestehen.

Das Jahrzehnt von 1880—1890 ist auf dem Gebiete der katholischen
schönen Literatur überaus fruchtbar gewesen; in dieses fallen
neben dem Auftauchen bedeutender Erzählertalente auch die
großen Unternehmen der billigen Sammlungen, die für die
Verbreitung katholischer Literatur von weittragender Bedeutung
geworden sind.

An der Schwelle dieses Jahrzehnts steht das Ergebnis eines
Preisausschreibens, das von der Kölnischen Volkszeitung ausge-
gangen war. Unterm 15. Dezember 1877 (Nr. 344 I) hatte sie für
den besten „auf dem Boden christlicher Weltanschauung“ ste-
henden Roman oder Novelle im Umfang von 300 bis 400 Druck-
seiten kl. 8° einen Preis von 2500 M. ausgesetzt. Preisgekrönt
wurde nach dem 31. Dezember 1878 die Arbeit „Vergib und
Vergiß“ von Ernst Lingen, unter welchem Decknamen sich
Fräulein Elisabeth Schilling in Erkelenz verbarg, die bereits im
Jahre 1877 mit einem Werkchen „An der friesischen Küste“
ihre Besuchskarte bei der Kölnischen Volkszeitung abgegeben hatte.

Die preisgekrönte Novelle erschien im September und Oktober 1879
in der KV, im nächsten Jahre als Buch und fand eine sehr gute Auf-
nahme (1917 wurde die 14. bis 16. Auflage gedruckt; eine Uebersetzung ins
Englische war schon vorher erschienen). Die Verfasserin war 1832 als
Tochter eines Lehrers an der hohem Bürgerschule zu Erkelenz geboren
und ist dort am 3. April 1907 gestorben. In ihrem 30. Jahre schrieb sie
die erste Erzählung „Im Dom zu Köln“, die in einer katholischen Zeit-
schrift Aufnahme fand. Dann wurde sie ständige Mitarbeiterin des bis
1879 in Köln erscheinenden „Kalenders für das kath. Volk“. 1877 waren
        <pb n="86" />
        ﻿64

drei Bände gesammelte Erzählungen erschienen. Auch ein weiterer
Roman „Zweimal vermählt“ (der in der ersten Auflage den Titel
„Ein Wort aus Kindesmund“ führte) fand einen großen Leserkreis, und
weiterhin ist die Verfasserin mit mehreren Beiträgen in Bachems
Novellensammlung vertreten.

In derselben Zeit, anfangs der 1880er Jahre, gewann der Ver-
lag eine junge, vielversprechende Schriftstellerin, deren fernere
Entwicklung voll gehalten hat, was man von ihr erhoffte:
Therese Kellner (geh. 1859 in Melsungen, Rgbz. Kassel, als
Tochter eines hessischen Kanzleirats, der 1848 auf seine Stelle
verzichtet hatte). Sie schrieb unter dem Decknamen M. Herbert
und hat ihn bis heute beibehalten.

Im Juli 1881 sandte sie ihre erste Novelle „Miß Edda Brown“ an die
Kölnische Volkszeitung ein. Unterm 19. August erklärte die Schriftleitung
die Annahme, und im Juni 1882 erschien sie in den Spalten der Zeitung.
Die Arbeit verrät allerdings die Jugend der Verfasserin. Von dem natu-
ralistischen Stil, der damals in Deutschland unumschränkt herrschte, hatte
sie jedenfalls keine Spur; sie huldigte vielmehr, wie alle bisher erwähnten
katholischen Schriftstellerinnen, der Romantik. Man fühlt auch den Mangel
an Erlebnis, die Unsicherheit der Komposition; aber ein Talent war ebenso
zweifellos darin zu erkennen, und es finden sich auch schon Ansätze
der Vorzüge, die bei der Verfasserin in ihrem ferneren Schaffen immer
mehr zum Vorschein kommen: Reiche Phantasie, geistreiche Tiefe und
feinsinnige Psychologie. Das erkannte der Hauptschriftleiter Dr. Cardauns
sofort und ermunterte sie unterm 15. Juli zu ferneren Einsendungen. Diesem
Wunsche entsprach die Verfasserin, der damals schon das dichterische
Schaffen sehr leicht von der Feder ging, so rasch, daß ihr bereits am
23. November desselben Jahres (1882) die Annahme der Novelle „Moderne
Jugend“ mitgeteilt werden konnte, die im Januar 1883 in der KV Auf-
nahme fand und drei Jahre später unter dem Titel „Kinder der Zeit“
als Buch herauskam.

Auch in der Folgezeit erwies sich Therese Kellner als außerordentlich
fleißige Schriftstellerin; denn im gleichen Jahre 1883 konnte die Zeitung
im Oktober-November auch ihren ersten Roman „Das Kind seines
Herzens“ veröffentlichen, der im Jahre darauf als ihr erstes Werk in
Buchform erschien. Im Juli 1884 folgte in der KV die Novelle „Fräu-
lein Käthe“, die zwei Jahre später als Buch gedruckt wurde. Im Jahre
darauf erschien der Roman „Die Jagd nach dem Glück“, und nun
hatte die Schriftstellerin schon eine kleine, im Lauf der Jahre sich immer
mehr ausbreitende Gemeinde gewonnen, die ihr mit großer Treue anhing
und sie durch ihr gesamtes reiches Schaffen begleitete, mochte sie ihre
        <pb n="87" />
        ﻿Leser und Leserinnen nun durch moderne Lebenswirren führen oder in
längst verflossene Zeiten, wie in der Künstlernovelle „Alessandro
Botticelli“ (1901) die Mediceerherrschaft schildern, oder wie in der
Novelle „A g 1 a e“ aus dem 4. Jahrhundert (1897) das Eindringen des
Christentums in die römische Welt zeichnen. (1918 erschien sie neu
unter dem geänderten Titel „Die Römerin“.)

Eine erstaunliche Reife wies schon der erste Roman der Vierund-
zwanzigj übrigen „Das Kind seines Herzens“ auf. Hier schon zeigte sich
eine sichere Komposition, der tiefe ethische Ernst, der alle Bücher der
Verfasserin durchzieht, und unverkennbar auch die Anfänge der feinen
psychologischen Darstellungsweise, die ihr ganzes Schaffen auszeichnet.
Gleichzeitig mit diesem Erstling machte sie sich mit dem Band „Flitter“
auch auf dem Gebiete der Novelle bekannt, wo sie später zur Meister-
schaft heranreifen sollte. Die vollständige Aufführung ihrer zahl-
reichen Werke ist aus dem Verlagsverzeichnis vom Jahre 1884 ab zu
ersehen.

M. Herbert ist mit ihrer ganzen Gedankenwelt eine katholische Dich-
terin (sie hat ihre Ausbildung bei den Ursulinen in Fritzlar genossen),
aber von dem, was man Tendenz nennt, ist sie weit entfernt; ihr künst-
lerisches Empfinden bewahrt sie vor dieser Klippe mancher Schriftsteller.
Ihr Reichtum an Lebensweisheit, der sich in Sinn- und Denksprüchen
äußert, offenbart sich in den „Aphorismen“ aus ihren Werken
(1895). Freilich wird ihr dieser Umstand von manchen Kritikern
verübelt; auch Heinr. Keiter, dem sie im Jahre 1888 als dessen
zweite Frau die Hand zum Lebensbunde reichte und an dessen Seite
sie zehn glückliche Jahre verlebte, machte bei der Besprechung der
„Jagd nach dem Glück“ die Ausstellung, daß der Fluß der Er-
zählung durch solche Einschaltungen unterbrochen werde. Andere
Beurteiler empfinden dagegen diesen gedankentiefen Reichtum als einen
Vorzug.

Anna Freiin von Krane nennt Herbert in der „Zukunft“ vom 20. Juli
1907 eine „Dichterin der Stimmung“. Diese Eigenschaft prägt sich am
deutlichsten in ihrer Lyrik aus, die in den Bänden „Einsamkeiten“
(1903, 6. Aufl. 1915), „L e b e n s 1 i e d e r“ (1908), „Heimfahrten (1910),
„Tröstungen“ (1912), „Verborgenheiten“ (1914) gesammelt sind.
Tief dringt sie hier in das menschliche Herz, und mit der ernsten,
zeitweilig wehmütigen Lebensauffassung vereint sich eine seltene Liebe
zur Natur. Hervorragendes hat sie auf dem Gebiet der religiösen Lyrik
geschaffen. In ihrer Prosa zeichnet sie mit einer gewissen Vorliebe den
schwachen haltlosen Mann, das starke uneigennützige Weib und das
leidende Kind. Trotz ihres Reichtums an Gestalten sind sie alle echt
und wahr; mit geringen Ausnahmen geht ihr über das äußere Geschehen
die Schärfe der Charakteristik und die Wahrheit des psychologischen
Gemäldes.

100 Jahre J. P. Bachem.

5
        <pb n="88" />
        ﻿66

b) Bachems Novellen- und Roman-Sammlungen.

Zu Ende der 1870er und Anfang der 1880er Jahre hatte im
deutschen Buchhandel die Zeit des „billigen Buches“ begonnen.
Die „Collection Spemann“ lieferte gut ausgestattete, gebundene
Bände von Unterhaltungsliteratur zu 1 Mark; in höhere Regionen
führte die „Cottasche Weltliteratur“, und die vereinigten Firmen
G. Freytag-Leipzig und Tempsky-Wien hatten sogar eine treffliche
volkstümlich-wissenschaftliche Bücherei: das „Wissen der
Gegenwart“ herausgegeben. Diesen Beispielen folgte auf katho-
lischer Seite der Bachemsche Verlag mit „Bach(ems Novellen-
Sammlung“. Im August 1882 wandte er sich in erster Linie an
eine Reihe von Mitarbeitern am Unterhaltungsteil der Kölnischen
Volkszeitung und machte ihnen den Vorschlag auf erneuten
Abdruck ihrer Werke in der geplanten Sammlung.

Da die Liste eine gute Uebersicht über die damals für ein katholisches
Unternehmen in Frage kommenden Schriftsteller und Schriftstellerinnen
gibt, so mag sie hier folgen: Frau v. Adelsheim-Se’nnfeld, Adels-
heim (Odenwaldbahn), Dr. Beta, Berlin, San.-Rat Dr. med. Buck, Ehingen,
Rektor Cüppers, Ratingen, Freifrau Wan da v. Dalllwit'z geb. Gräfe,
Berlin, Emmy Freiin v. Dincklage-Campe, Lingen, Fräulein Jos.
Flach, Wiesbaden, Fräulein Helm'ine Fred,| Neiße, Frau Eta’my
G i e h r 1, Geh. Leg.-Rat Dr. R. H e p k e, Berlin, Gräfin Holnstein, Schloß
Rheda b. Brakei i. W., Frau Franz Jarke, Königsberg, Fräulein Kuni-
gunde Ittenbach, Burg Gymnich, Fräulein Therese Kellner, Frau
Wwe. H. Klein, Siegen, Major E. Knackfuß, Ehrenbreitstein, Dr. Herrn.
Kuhn, Paris, Dr. Neuhaus, Straßburg, Fanny und Marie v. Pelzein,
Wien, Frau Elise Polko, Deutz, Schriftleiter Jos. Rank, Wien,^Fräulein
M. v. Roskowska, Hamburg, Fräulein Elise Schilling, Erkelenz,
Fräulein (Melanie Schultze, Badenweiler, Hub. Schumacher, Geist-
licher, Münster i. W., Ferd. Strunck, Unna, Frau Therese Winkler,
geb. Messerer, München, Fräulein Hedw. Wolf, Mauer b. Wien, Dr. C.
Th. Z i n g e 1 e r, Fürstl. Archivassessor, Sigmaringen, Frau Notar Z ü n d,
geb. Luise Meyer v. Schauensee, Luzern.

Wohl die übergroße Mehrzahl, aber nicht alle diese Verfasser gehörten
dem katholischen Bekenntnis an, was selbstverständlich keine Bedingung
sein konnte, wenn ihre Werke in christlicher Weltanschauung wurzelten.

Die meisten der Aufgeforderten sind in der Sammlung auch
vertreten. Der Umfang des hübsch gebundenen Bandes mit
geschmackvoller Pressung war auf etwa zwölf Bogen (200 Seiten),
        <pb n="89" />
        ﻿die Auflage auf 5000 vorgesehen. Die Bezieher einer ganzen Reihe
erhielten den letzten, 20. Band unentgeltlich.

Im ersten Bande waren Freiin von Brackei mit der präch-
tigen Novelle „Nicht wie alle Andern“ und Elise Polko mit dem
tiefempfundenen Dommärchen „Mitgeholfen!“, einer rührenden
Kindergeschichte, vertreten. Damit war ein guter Anfang gemacht.
Der zweite Band brachte die Herbertsche Novelle „Miß Edda
Brown“, von der schon oben die Rede war, und Ernst Lingens
Novelle „An der friesischen Küste“.

In rascher Folge wurden nun die zwanzig ersten Bände hinter-
einander herausgegeben, und der Erfolg war so befriedigend,
daß noch im Jahre des Erscheinens der letzten zwei Bände (1884)
als ähnliches Unternehmen „Bachems Roman-Sammlung“
zu erscheinen begann. Es war eine Reihe von 10 doppeltstarken ge-
bundenen Bänden zu 2 Mark, die eine Anzahl guter Romane größeren
Umfangs von Lenzen, LeoTepevanHeemstede, Cuno Bach,
Emmy von Dincklage, Herrn. Hirschfeld u. a. brachten.

Im März 1886 konnte dann mit den Vorbereitungen für eine zweite
Reihe (Bd. 21—40) der Novellen-Sammlung begonnen werden. Die Grund-
sätze : „Gediegenheit des Inhalts, sittliche Reinheit, fesselnde Gestaltung und
Schönheit der Form“ blieben die gleichen. Wiederum ergingen Aufforde-
rungen an die Schriftsteller (u. a. Freifrau Lina von Berlepsch, Frau
Generalin A. v. Wege rer, Berlin, Gräfin Brockdorff geb. v. Ahle-
feld, Darmstadt, Rechnungsrat L. Keiffenheim, Trier, Fräulein Vik-
torine Bieser, Trier usw.) und wiederum mit gutem Erfolg. Auch die
zweite Reihe konnte im Verlauf von drei Jahren vollendet werden. Die
meisten Bände haben seitdem viele Neudrucke nötig gemacht.

Durch die Novellen-Sammlung wurde auch eine damals sehr beliebte
Schriftstellerin in den Verlag eingeführt, die allerdings früher schon zu
den Mitarbeiterinnen am Unterhaltungsteil der Kölnischen Volkszeitung
zählte: Elise Polko. Sie gehörte zu ihren protestantischen Mit-
arbeiterinnen, war eine Schwester des Afrikareisenden Eduard Vogel,
am 13. Januar 1823 zu Wackerbartsruhe bei Dresden geboren, wo ihr
Vater Musikdirektor am Langschen Institut war, und schlug anfangs die
Laufbahn einer Bühnensängerin ein. Die KV hat von ihr seit 1878 viele
ihrer Erzählungen gebracht, von denen acht in die Novellen- und Roman-
Sammlung aufgenommen wurden.

Noch eine zweite, sehr beliebte Schriftstellerin, Lina Freifrau von
Berlepsch (1829—1899), kam durch die Novellen-Sammlung in den
Verlag. Nach dem Tode ihres Gatten (1877) übersiedelte sie nach München
        <pb n="90" />
        ﻿68

und entfaltete hier eine erstaunlich fleißige Uebersetzertätigkeit; haupt-
sächlich für Zeitungen bearbeitete sie amerikanische Romane. Als nach
ihrem Tode ihr Lebenswerk (1895—1903) gesammelt in Buchform erschien,
füllte es 60 Bände.

Von weiteren, in den Sammlungen vertretenen Schriftstellern und
Schriftstellerinnen nennen wir Hermann Hirschfeld (mit der „Komö-
diantentoni“ und dem Roman „Die Hexe von Scharnrode“), Rektor Adam
Jos. Cüppers (mit der feinen Novelle „In der Knospe gebrochen“), Th.
Messerer (mit frischen Hochlandgeschichten), Josefine Flach (mit dem
Roman „Herzenswirren“ und „Durch Kampf zum Ziel“), M. Berger
(S. v. Follenius) mit dem Roman „Angelika von Sainte-Croix“ und der Novelle
„Dolores“), E. Rudorff (mit den Novellen „Verloren“ und „Schlichte
Größe“), Antonie Haupt (mit der Novelle „Heideröschen“), H. Beta (mit
der amerikanischen Novelle „Der Spieler“), Karl von Lenhard (mit den
kulturgeschichtlichen Novellen „Der Teufelstriller“ und „Meister Müller
und sein Geselle“), Everilda v. Pütz (mit den Novellen „Maria Angela“
und „Der letzte Schuß“)40.

Die besondere Art der kölnischen Mundart-Schriftstellerei hat
der sehr furchtbare Kölner Schriftsteller Wilhelm Koch mit seinen
„Kölsche Scheidereie“ [Schilderungen] 1882 in den Verlag einge-
führt. Koch war ein echter Kölner, am 30. Juli 1845 als Sohn eines
Metzgers geboren, von seinen Eltern zum Geistlichen bestimmt, wandte
sich aber, da er zu der geistlichen Laufbahn keinen Beruf empfand, dem
Postfach zu und trat schon früh mit novellistischen Arbeiten hervor.
Seine „Kölsche Scheldereie“ erschienen seit Dezember 1881 in der Köl-
nischen Volkzeitung, wo sie großen Anklang fanden. 17 kleinere Schwänke
vereinigte er 1890 unter der Bezeichnung „Oemmerjööncher [= Zucker-
körner]. Lästige kölsche Verzällcher“. Außer seinen Dialektsachen schrieb
er auch lange Jahre für katholische Blätter wöchentlich „Politische
Streifzüge“. 1877 erschien sein erster Artikel in der KV und seit 1887
bis zu seinem Tode (10. Dezb. 1891) machte er sich mit seinen Wochen-
plaudereien im Leserkreis des Blattes beliebt. Im Kölner Local-Anzeiger
ist sein Sohn, der Pfarrer Heinr. Koch in Wahn, in des Vaters Fuß-
stapfen getreten, indem er seit Dezember 1907, als er noch Pfarrer in
Gierath bei Grevenbroich war, sonntäglich meist humoristisch gefärbte
Erzählungen veröffentlichte, die im August 1914 durch wöchentliche
„Kregsbilder“ abgelöst wurden, deren Zahl bis März 1918 auf 180 ange-
wachsen ist. Mit diesen Plaudereien, die auch in Heften gesammelt
bei Bachem erschienen, hat er dem Volke in Stadt und Land, das seine
Mundart liebt, in heiterem Gewände das Verständnis für die Schwere
und Größe der Zeit vermittelt.

Einen zweiten kölnischen Dialektdichter von Ruf erwarb der Verlag
1893 in Dr. Wilh. Schneider-Clauß41, der in diesem Jahre zwei
        <pb n="91" />
        ﻿

Erzählungen in einem Bande; „Us unse Lotterbovejohre“ herausgab.
Rasch hat sich dieser, 1862 in Köln geborene Schriftsteller zu einem
bedeutenden Vertreter des mundartlichen Schrifttums entwickelt.



In den folgenden Jahren wurde der schöngeistige Verlag im
wesentlichen von den Erzeugnissen der obengenannten Schrift-
stellerinnen und Schriftsteller in Anspruch genommen. Von denen,
die in diesem Zeitraum bis zum Tode Josef Bachems noch neu hin-
zukamen, steht an erster Stelle der frühere Hauptschriftleiter der
Kölnischen Volkszeitung Dr. Hermann Cardauns, der sich lange
Zeit unter dem Decknamen H. Kerner verbarg. Mit dem kultur-
geschichtlichen Roman „Die Abenteuer des Johannes
Keusch“ aus dem 15. Jahrhundert trat er im Jahre 1888 zum
erstenmal im Verlag auf. Von besonderem Reiz ist der Chroniken-
stil, dessen sich der Verfasser für die Erzählung des Mönches
von St. Martin in Köln mit Glück bedient. Das Werk erschien
1897 in Bachems neuen illustrierten Jugendschriften, wo auch
zwei Jahre später die kulturgeschichtliche Erzählung aus der
Zeit Kaiser Friedrich Barbarossas „Walter der Erzpoet“
eine Stelle fand, jene reizvolle handlungsreiche Ich-Erzählung
des seltsamen Kölner Stiftsschülers Walter von Honnef, des
Dichters des übermütigen Trinkliedes Mihi est propositum in
taberna mori.

Im Jahre 1889 begegnet zum erstenmale Mariam Tenger
und A. Veldenz, jene mit dem bemerkenswerten Roman Die
Frau aus dem Veilchenhause, diese mit der prächtigen
Novelle Im Banne der Schlange. Unter dem Decknamen
Tenger verbarg sich die sehr fleißige ungarische Schriftstellerin
Marie Edle von Hrussolzy (1821—1898), die auf Anregung Adalbert
Stifters zur Feder griff und ihr reiches Erleben in ihren Romanen
verwertete. Auch der 1890 erschienene Roman „Magdalenens
Erinnerungen“ von M. J. Parr (Maria Justina Rapp, 1832—1895)
brachte es bald zu einem Neudruck. Beliebt waren die Romane
der zwei amerikanischen Schriftstellerinnen Gerard „Die
Mexikanerin“, „Plündere den Nächsten“, „Eine geheime Sendung“
(1894) und „Lady Baby“. Auch die westfälische Dichterin Antonie
Jüngst war in Bachems Verlag durch einen Novellenband ver-
treten (1892), ebenso die emsländische Schriftstellerin Emmy
Freiin v. Dincklage mit acht Novellen.
        <pb n="92" />
        ﻿70

c)	Der Verlag mit Ausschluß der schönen Literatur

(1854—1893).

War die Arbeit der ersten Jahre dieses Zeitraums auch vor-
nehmlich auf den Ausbau des schöngeistigen Verlags gerichtet,
so schwanden die übrigen Bestrebungen doch nicht ganz. Auch
hier bewies Josef Bachem mehrmals eine sehr glückliche Hand.

Das war gleich anfangs der Fall in der volkstümlich-religiösen
Literatur bei der Uebernahme des „Himmlischen Palmgärtleins“
des Jesuiten Wilh. Nacatenus (geb. 1617 in M.Gladbach, gest.
1682 zu Aachen), eines Dichters, der Spee und Balde an die Seite
gestellt wird48. Das Buch war in der Bearbeitung des Pfarrers
Th. Wollersheim in Jüchen in den drei ersten Auflagen
Eigentum des Borromäusvereins und erschien im Bachemschen
Verlag seit 1855 in vielen Ausgaben und Auflagen. In 10 Jahren
wurden über 40000, in 30 Jahren 86000 Stück abgesetzt.

Ein ebenso glücklicher Griff war die Neuherausgabe des
Volksschriftstellers P. Martin von Cochem. Der Pfarrer
Grubenbecher in Bocklemünd hatte seine „Erklärung des
hl. Meßopfers“ bearbeitet und 1865 erscheinen lassen, ein
Buch, von dem, 1869 mit der fünften Auflage stereotypiert, in
den nächsten zehn Jahren an 40000 Stück verkauft wurden.
Ebenfalls einen guten Erfolg hatte er mit dem zwei Jahre später
veröffentlichten Cochemschen „Meßbuch für weltliche Leute“,
das es in gleichem Zeitraum auf einen Absatz von 10000 Stück
brachte. Noch heute sind die beiden Bücher gangbare Verlags-
werke.

Mit dieser Wiedererweckung des bedeutenden geistlichen
Liederdichters Nacatenus gingen gleichzeitig Bestrebungen zur
Besserung des Kirchengesanges und der kirchlichen Gesang-
bücher einher. In Köln fanden sie Gehör; hier war es Pfarrer
Alb. Gereon Stein43, zugleich Gesanglehrer im Erzbischöflichen
Priesterseminar, der sich entschloß, zur Hebung des kirchlichen
Volksgesanges im Verein mit mehreren kölnischen Pfarrern 1852
ein „Kölnisches Gesangbuch“ herauszugeben.

Das handliche Büchlein brachte (mit „Anhang“) auf 286 Seiten
270 Lieder, die lateinischen Hymnen, Psalmen und Antiphonen
mit deutscher Uebersetzung oder Bearbeitung und fand außer-
ordentlich gute Aufnahme. Im nächsten Jahre (1853) kam ein
        <pb n="93" />
        ﻿Choralbuch „in elegantem deutschen Notendruck“ heraus, und
1854 fügte der Verfasser dem Gesang- ein Andachtsbuch bei mit
allen, im Laufe des Kirchenjahrs vorkommenden öffentlichen
Andachten usw. Seitdem führte das Buch den Titel „Kölnisches
Gesang- und Andachtsbuch zum Gebrauche bei den gemeinsamen
Meß- und Nachmittagsandachten katholischer Gemeinden“.

Der Erfolg des Buches war erstaunlich und wuchs zusehends.
Nach der fünften, 1859 in 15000 Stück erschienenen Auflage
wurde das Buch stereotypiert (zum erstenmal 1860). Im Jahre
1880 erschien es zum erstenmal als Diözesangesang-
buch. Als Stein ein Jahr später starb, vermachte er das
Urheberrecht an seinem Buche dem Erzbischöflichen Stuhle,
der es jetzt noch ausübt. So volkstümlich ist der Verfasser des
Werkes geworden, daß das „D iözesan-Gesang- und Gebet-
buch“, wie der Titel jetzt heißt, heute noch oft als „Steins
Gesangbuch“ verlangt wird. Im Laufe der Jahre sind dann nach
Vorschlägen des Verlags eine ganze Reihe von verschiedenen
Ausgaben (große, kleine, Dünndruck- und Großdruck-Ausgabe,
Ausgabe für höhere Lehranstalten) veranstaltet worden.

Unter der theologischen Literatur des Verlags verdienen be-
sondere Erwähnung die Kaysersche Uebersetzung des Predigt-
werkes des Erzbischofs Daniel Murray von Dublin, die 1860
und 61 in drei Bänden herauskam, sowie die beliebten Bücher
des Jesuiten P. Jos. Schneider „Medulla pietatis“, „Manuale
congregationis B. M. V.“ und „Manuale sacerdotum“ aus derselben
Zeit. Schneider war Rheinländer (1824 zu Friesheim geboren)
und starb 1884 als Mitglied der Kongregation für Ablässe und
Reliquien zu Rom.

Von kirchenrechtlicher Bedeutung ist die „Sammlung kirch-
licher Er 1 asse, Verordnungen und Bekanntmachungen für die
Erzdiözese Köln“, die der Kölner Domkapitular Dr. K. Th.
Dumont im Jahre 1874 herausgab mit dem Zweck, die wichtigsten
Erlasse usw. der Geistlichkeit und den Kirchenverwaltungen in
einer nach dem Inhalt, nicht chronologisch geordneten Uebersicht
für den praktischen Gebrauch an die Hand zu geben.

Derselbe Verfasser veranlaßte auch eine in geschichtlicher
und kirchlicher Hinsicht bedeutsame Veröffentlichung: die nach
den einzelnen Dekanaten geordnete „Geschichte der Pfarreien
der Erzdiözese Köln“, deren Einzelheiten eine Kommission
am 24. Februar 1880 festsetzte. Der ersten, im Jahre 1883
        <pb n="94" />
        ﻿erschienenen „Geschichte der Pfarreien des Dekanates Greven-
broich“ von Landdechant und Pfarrer H. H. Giersberg in Bed-
burdyck folgten die weiteren Dekanate: Hersei von Pfarrer G.
H. Chr. Maußen im Jahre 1885, Brühl von Definitor R. W.
Rosellen 1887, M. Gladbach von Kaplan Dr. Norrenberg
1889, Königswinter von Maaßen 1890, Blankenheim von
Pfarrer J. Becker 1893, Bonn von Maaßen (I. Teil, Stadt
Bonn, 1894; der II. erschien bei P. Honstein in Bonn) und Sieg-
burg von Pfarrer H. Th. De Ivos 1896.

Schon früher, im Jahre 1878, war in seiner 14. Ausgabe das
„Handbuch der Erzdiözese Coeln“ in Bachems Verlag
übergegangen. Bei dieser Rechnung war sein erstes Erscheinen
im Jahre 1825 nicht inbegriffen, weil die Ausgabe anscheinend
nicht amtlich war.

Diese führte den Titel „Uebersicht der Erzdiöcese Köln für das Jahr 1825“,
ist bei Th. F. Thiriart gedruckt und enthält u. a. den deutschen Text der
Bulle De salute animarum Pius’ VII. vom 16. Juli 1821. Es gab damals
18 Pfarreien in Köln; auf dem linken Rheinufer zählte man 44 Cantons,
auf dem rechten 4 Dekanate; im ganzen 686 Pfarreien. Während in
diesem Buche ein Herausgeber nicht genannt ist, wurde das folgende
im Jahre 1827 bei M. Du Mont-Schauberg erschienene „Hand- und
Adreß-Buch der Erzdiöcese Cöln“ „mit Genehmigung Sr. Erz-
bischöflichen Gnaden von den Beamten des Erzbischöflichen General-
Vicariats zu Cöln“ herausgegeben. Hierin ist die neue Einteilung des
ganzen Erzbistums in Dekanate enthalten, und die wesentliche Ein-
richtung ist dieselbe, die das Unternehmen heute noch zeigt.

Unter dem Titel „Handbuch der Erzdiöcese Cöln“ kam das Buch zum
dritten und vierten mal, aber als zweite und dritte Auflage bezeichnet,
im Jahre 1830 und 1833, 184 Seiten stark, beim selben Verleger heraus.
Eine Chronik der Erzdiözese hielt die Ereignisse seit 1825 fest.

Mit der 14. Auflage ging, wie erwähnt, das Handbuch in Bachems
Verlag über. Sie war auf 440 Seiten angewachsen (gegen 418 der letzten
Ausgabe 1872). Die 15., 16. und 17. Ausgabe wurde von Registrator
Joh. P. Ferdinand 1888, 1892 und 1895 herausgegeben. Die Bearbeitung
der Reihenfolge der Erzbischöfe war 1892 auf Pfarrer Dr. P. Norren-
berg übergegangen. Seit der 18. „Ausgabe“ (1901) wurde als Herausgeber
das Erzbischöfliche Generalvikariat genannt. Die 19., 20. und 21. Ausgabe
erschienen 1905, 1908 und 1911. Der letzte Band umfaßte 568 Seiten.

In das Jahr 1876 fällt ein für die Geschichte der katholischen
Wissenschaft und für den Verlag bedeutsames Ereignis: die
Gründung der Görres-Gesellschaft.
        <pb n="95" />
        ﻿Die Anregung dazu war schon im Jahre 1874 von dem Mainzer Dom-
dekan Dr. Heinrich ausgegangen, der mit dem damaligen Domkapitular
H a f f n e r und dem Bonner Privatdozenten Frhrn. v. H e r 11 i n g den Gedanken
erörterte, ob es nicht möglich sei, eine von katholischen Grundsätzen
geleitete wissenschaftliche Gesellschaft ins Leben zu rufen. Hertling
veranlaßte im September des nächsten Jahres eine erste Besprechung
in Rolandseck, an der noch der Kölner Rechtsanwalt Julius Bachem,
der Privatdozent Dr. Cardauns, der Kölner Arzt Dr. med. Karl Hop-
mann, der frühere Bonner Oberbürgermeister Leopold Kaufmann und
der Koblenzer Rechtsanwalt Ed. Müller teilnahmen. In einer weiteren
Besprechung hervorragender rheinischer Katholiken wurde dann in
Koblenz am 9. Oktober 1875 ein „provisorisches Komitee“ gewählt und am
25. Januar 1876 mit 285 Mitgliedern unter Anwesenheit auch des greisen
Dechanten B e r g e r aus Boppard (der mit Görres persönlich verkehrt
und sich als Dichter unter dem Pseudonym Gedeon von der Heide
bekannt gemacht hatte) zur Gründung geschritten. Die Gesellschaft will
„namentlich Jüngern katholischen Gelehrten Anregung geben und zugleich
die nötige materielle Unterstützung gewähren zur Bearbeitung wichtiger
Fragen aus dem Gebiete der Philosophie, der Naturwissenschaft, der
Geschichte, der Rechts- und Sozialwissenschaft . . . Sie bezweckt nicht
minder, 'durch Anregung und Beförderung gediegener populär-wissen-
schaftlicher Werke dem Ueberwuchern einer seichten Modeliteratur ent-
gegenzutreten, welche einseitige Spekulationen und grundlose Hypothesen
unter dem Namen der Wissenschaft in Umlauf zu bringen geschäftig ist“.

Aus kleinen Anfängen heraus hat sie sich kräftig emporgerungen,
so daß sie heute zu den angesehensten wissenschaftlichen Gesellschaften
gehört. Im Jahre 1917 betrug die Zahl ihrer Mitglieder rund 3400. Den
Höchststand hatte sie 1910 mit 4300 Mitgliedern (mit 10 M. Jahresbeitrag)
und 1100 Teilnehmern (mit 3 M. Beitrag) erreicht. Bis zum Jahre 1917
beliefen sich die Gesamteinnahmen der vier Jahrzehnte auf rund zwei
Millionen Mark. Von der Gesellschaft wurde im Jahre 1888 auch das
„Römische Institut“ für die Quellenforschung der neuern Kirchen-
geschichte gegründet. Mit der Errichtung einer „Geschäftsstelle“ im Jahre
1891 übernahm die Firma Bachem auch die laufenden Verwaltungs-,
insbesondere die Kassen- und Expeditionsgeschäfte. Die Einnahmen und
Ausgaben der Gesellschaft belaufen sich heute auf jährlich mehr als
50000 Mark, ihr Vermögen betrug im Jahre 1916 63500 Mark.

In die Veröffentlichungen der Gesellschaft teilten sich mehrere Verleger.
Die Firma Bachem übernahm den Kommissionsverlag der Jahres-
berichte und der sog. V ereinsschriften, deren jährlich gewöhnlich
drei herausgegeben werden. (Die Einzelheiten im Verlagsverzeichnis.)
Von den im Auftrag der Gesellschaft veranlaßten Fest- und Einzelschriften
sind 1880 H. Cardauns’ Konrad von Hostaden (zur Fertigstellung des
Kölner Domes), 0. Bardenhewers Pseudo-aristotelische Schrift über
        <pb n="96" />
        ﻿das reine Gute und F. Hippiers Deutsche Predigten der ermländischen
Bischöfe Hosius und Kromer bei Bachem erschienen. Von dem seit 1880
erscheinenden „Historischen Jahrbuch“ der Görresgesellschaft
gingen die ersten drei Bände von der Theißingschen Buchhandlung in
Münster'aus, die fernem von Herder u. Co. in München. Das „Philo-
sophische Jahrbuch“ erscheint seit 1888 in der Fuldaer Aktien-
druckerei, die Halbjahreshefte für die Kunde des christlichen Orients:
„0 r i e n s c h r i s t i a n u s“ (begründet vom Priesterkollegium des deutschen
Campo Santo in Rom) bei Harrassowitz in Leipzig. In die Veröffent-
lichungen der einzelnen Sektionen teilen sich die Verleger Bachem
(Philosophische Sektion; seit 1877), F. Schöningh in Paderborn und Herder
in Freiburg (historische, seit 1892; Rechts- und Sozialwissenschaft [Heft
1 bis 6 bei Bachem], darunter das fünfbändige „Staatslexikon“, seit 1887;
Altertumskunde; seit 1807). Die Mitglieder erhalten die Jahresberichte
mit Einschluß von drei Vereinsgaben kostenlos und können die Ver-
öffentlichungen (mit Ausnahme des Staatslexikons und mehrerer streng
wissenschaftlicher Studien) zu zwei Drittel (die Veröffentlichungen der
Sektion für Rechts- und Sozialwissenschaften zu drei Viertel) des Laden-
preises beziehen.

Ein „Verzeichnis sämtlicher Jahresberichte, Vereinsschriften und im
Auftrag und mit Unterstützung der Gesellschaft erschienenen Veröffent-
lichungen“ enthält der Jahresbericht für 1913. Zum Silberjubiläum der
Gesellschaft erschien 1901 eine von dem Generalsekretär Dr. Cardauns
verfaßte Denkschrift, die ein anschauliches Bild des fruchtreichen Wirkens
der Gesellschaft entwarf, das derselbe Verfasser beim Jahresbericht für
1916 für die Jahre von 1901 bis 1916 ergänzte. Ihr langjähriger Vor-
sitzender Dr. Georg Frhr. v. Hertling wurde 1912 zum bayerischen Minister-
präsident und Staatsminister des Aeußern berufen und im November 1917
zum deutschen Reichskanzler ernannt.

Mit dem Jahre 1877 tritt der Kölner Erzbischof Dr. Paulus
Melchers mit seinen „Erinnerungen an das 50jährige
Bischofs-Jubiläum Pius’IX.“ in die Reihe der Verlags-
schriftsteller. Die Zeitumstände brachten es mit sich, daß er in
der Folge viele Jahre in immer neuen Schriften, die er an Stelle
der üblichen alljährlichen Fastenhirtenbriefe herausgab, zu seinen
Erzdiözesanen aus der Verbannung sprechen mußte44.

Von Holland kamen seine Sendschreiben in Form von Abhandlungen,
die durch den Bachemschen Verlag verbreitet wurden. Gleich die erste
dieser Veröffentlichungen, die „Unterweisung über das hl. Meß-
opfer“ (1878), brachte dem Verfasser und dem Verleger unerwartet An-
klagen ein, weil auf dem Titel der Verfasser sich Erzbischof nannte,
        <pb n="97" />
        ﻿während er doch als solcher „abgesetzt“ war. Wegen dieser unbefugten
Führung des Titels und der Vornahme einer Amtshandlung erkannte
das Appellationsgericht gegen den Erzbischof auf 50 Mark Geldstrafe,
während der der Beihilfe angeklagte Verleger freigesprochen wurde.

Dieser Veröffentlichung folgten bis zum Jahre 1885 jährlich
weitere, die im Verlagsverzeichnis aufgeführt sind.

Wirkte hier der Kulturkampf erschwerend, so zeitigte er
anderseits eine bedeutsame Frucht in der Schrift des Trierer
Domkapitulars und Seminarregens Bernhard Endres, die unter
dem Titel „Die Bildung und Erziehung der Geistlichen
nach katholischen Grundsätzen und nach den Mai-
gesetzen von Irenäus Themistor“ im Jahre 1884 Aufsehen
erregte. (3. A. 1904). Er schrieb das Werk, das auch in fran-
zösischer Ausgabe erschien, in seiner unfreiwilligen Muße, als
das Trierer Knabenkonvikt geschlossen worden war.

In Köln beging man am 15. November 1880 die 600. Wiederkehr
des Todestages des großen Theologen Albertus Magnus, der
nach Beendigung seines bischöflichen Wirkens in Regensburg die
letzten Jahre seines Lebens im Kölner Dominikanerkloster zu-
gebracht hatte und dessen Gebeine nun in der Andreaskirche
ruhen. Vom Bachemschen Verlag gingen bei dieser Gelegenheit
drei Schriften aus. In der von einem Komitee herausgegebenen
Festschrift schildert der ungenannte Verfasser, Dr. Thoemes,
den Seligen in Geschichte und Sage. Noch wertvoller waren des
Frhrn. v. Hertling „Beiträge zu seiner Würdigung“, und end-
lich gab Kaplan Heinr. Goblet eine volkstümliche Schrift über
den gefeierten Gelehrten und die Geschichte seiner Reliquien heraus.

Als die katholische Welt 1887 das 50. Priesterjubiläum des
Papstes Leo XIII. beging, legte der Bachemsche Verlag in die
Hände des Jubilars eine von dem spätem Domkapitular Professor
Dr. Joh. Weinand in Aachen besorgte, auch bildlich reich aus-
gestattete Bearbeitung und Fortführung der Biographie des
Papstes aus der Feder des Anglo-Amerikaners Dr. Bernard
O’Reilly in Rom. Das prächtige Werk erschien 1893 in einer
neuen (Volks-) Ausgabe.

Auch die bekannten Brüder Alexander und Leopold
Kaufmann sind im Bachemschen Verlag vertreten. Des erstem
„Thomas von Chantimpre“ gab Cardauns 1899 als erste Görres-
schrift des Jahres heraus, und Leopolds „Albrecht Dürer“ er-
schien 1881 ebenfalls als Veröffentlichung der Görresgesellschaft.
        <pb n="98" />
        ﻿Dieser folgten drei Jahre später die kulturgeschichtlichen „B i 1 d e r
aus dem Rheinland“, in welchen er über den Bacharacher
Gerhard von Kügelgen (den Verfasser der „Erinnerungen eines
alten Mannes“), den Kanonikus Franz Pick, über die Pflege der
Musik am Hofe des letzten kölnischen Kurfürsten, die Geschichte
des Kreuzbergs bei Bonn u. a. m. anregende kurze Skizzen bringt.
Der Verfasser war im Jahre 1848 kommissarischer Bürger-
meister in Unkel (worüber das genannte Buch auch ein Kapitel
Erinnerungen festhält), wurde 1851 Oberbürgermeister seiner
Vaterstadt Bonn, als welcher ihn die Regierung 1875 in der
Kulturkampfszeit nicht mehr bestätigte. Im nächsten Jahre zog
er dafür ins Abgeordnetenhaus ein, dem er zwölf Jahre angehörte.
Sein Sohn Franz (jetzt Stiftspropst in Aachen) lieferte eine
Biographie seines Vaters im Jahre 1903 als Vereinsschrift der
Görresgesellschaft, deren Mitbegründer und erster Generalsekretär
Leopold Kaufmann gewesen ist.

Die neueren Verlagsverzeichnisse der Firma führen zwar
August Reichensperger nicht mehr unter den Verlagsver-
fassern auf. Dicke Bücher hat er auch nicht geschrieben, wohl
aber durch kleinere Veröffentlichungen eine Fülle fruchtbarer
Anregungen, besonders auf dem Gebiete der gotischen Kunst,
gegeben (vgl. im Verlagsverzeichnis die Jahre 1875, 1876, 1879,
1880, 1881 und 1886).

Endlich ist noch ein glückliches Verlagsunternehmen zu nennen,
das den Seminardirektor Michael Bach inBoppard zum Verfasser
hatte (geb. dortselbst 1808, gest. am 17. April 1877). Der erste
Band seiner „Studien und Lesefrüchte aus dem Buche
der Natur“ erschien im Jahre 1865 und erlebte nach zwei
Jahren, als auch der zweite Band herauskam, schon eine neue
Auflage. Die ansprechende Form, in welcher der Verfasser in
die Wunder der Natur, insbesondere des Tierreiches, einführt,
hat bei der gesamten Kritik Anerkennung und bei den Lesern
so gute Aufnahme gefunden, daß die vier Bände, die mehrfach,
zuletzt von Prof. Ludw. Borgas in Osnabrück, neu bearbeitet
wurden, jetzt noch gern gelesen werden.

Mit gleichem Glück bewegte sich auf denselben Bahnen der
Lehrer Carl Adam Berthold an der hohem Bürgerschule zu
Bocholt (geb. 1835 zu Münster i. W., war er seit 1874 Redakteur
der Zeitschrift „Natur und Offenbarung“; gest. am 15. Okt. 1884)
in seinen „Darstellungen aus der Natur, insbesondere
        <pb n="99" />
        ﻿77

aus dem Pflanzenreiche“, denen er eine Einleitung über die
christliche Naturauffassung voranschickte. Dem 1869 erschienenen
Werk folgte 1873 ein Band „Betrachtungen der Natur im
Lichte des Christenthums, der Geschichte, Wissen-
schaft und Kunst“. Die „Darstellungen“ sind in der fünften
Auflage ebenfalls von Professor Borgas bearbeitet worden.

Bis in die 1860er Jahre erforderte der Betrieb des Verlags
nicht mehr als eine Arbeitskraft. Der Gehülfe teilte im Jahre
1860 seinen Arbeitsraum, der im alten Bau der Marzellenstraße
hinter dem „Kontor“ gelegen war, mit einem jungen Manne und
dem Schriftleiter der in der Druckerei hergestellten Zeitschrift
„D e r B e r g g e i s t“ namens Steinborn. Als Verlagsgehülfe arbeitete
damals Otto Gracklauer, der im Jahre 1862 austrat, um einen
guten Gedanken in die Tat umzusetzen. Obwohl die deutschen
Verlagskataloge sich immer durch eine so genaue Bearbeitung
ausgezeichnet haben, daß sie anderen Völkern als Muster vor-
geführt wurden, so hatten sie (wie selbst heute noch trotz der
Anwendung aller möglichen Sorgfalt) manche Lücken und ließen
den Sortimentsbuchhändler manchmal bei der Suche nach den
Verlegern bestimmter Bücher im Stich. Gracklauer eröffnete nun
in dem genannten Jahre das heute noch bestehende, im ganzen
deutschen Buchhandel bekannte Bibliographische Auskunftsbüro,
in dem die unbekannten Väter solcher Verlagswerke ermittelt
wurden. Auf Gracklauer folgte in Bachems Verlag ein Stuttgarter
Gehilfe mit Namen Grünrock. Dann rückte langsam der 1864
als Lehrling eingetretene Jakob Klein in die Stelle des ersten
Gehilfen. Nach seinem Tode (12. April 1886) trat Robert Schnura
an die Spitze des Verlagskontors, den eine kurze Zeit Ferd. Sohn,
der jetzige Inhaber der J. G. Schmitzschen Buchhandlung, vertrat
und dem nach einigen Jahren Gustav Schmidt und 1889 Jean
Schmitz (eingetreten 1886) folgte. Heute untersteht ihm als
Verlagsprokurist ein Stab von 19 (seit der Kriegszeit meist weib-
lichen) kaufmännischen Mitarbeitern und 14 Personen in der
Verlagspackerei.

Schon früh war ein Handverkauf der Verlagswerke ein-
gerichtet worden, der sich mit der Vergrößerung des Verlags
und seiner Ausdehnung auf alle Gebiete nach und nach fast zu
einer Sortimentsbuchhandlung ausgestaltete. Heute hat sie
        <pb n="100" />
        ﻿im Neubau an der Marzellenstraße straßenwärts zu ebener
Erde eine schöne Unterkunft gefunden. Der große Raum dient
gleichzeitig als Druckereiannahmestelle, der seit 1886
Robert Hölzer vorsteht, und endlich der Verlags- Drucke-
rei- und Zeitungskasse, deren verantwortungsvolles Amt
seit 1894 Josef Paffenholz (eingetreten 1891) innehat.

10,	Der Zeitschriften- u. Zeitungsverlag von 1854 bis 1918.

a) Zeitschriften.

Die Zeitschriftenliteratur in diesem Zeitraum ist zunächst
vorwiegend theologischer und erzieherischer Natur.

Dem Wunsche, daß der Klerus der Metropole des Rheinlandes
und der Erzdiözese Köln durch die Herausgabe eines eigenen
Pastoralblattes einen Mittelpunkt für den Gedankenaustausch
über die verschiedenen Gebiete seiner pastoralen Wirksamkeit
gewinnen möchte, sollte durch die Tatkraft des bekannten Dog-
matikers Professors Dr. M. Sehe eben am Erzbischöflichen
Priesterseminar Erfüllung werden. Im Januar 1867 kam unter
seiner Redaktion die erste Nummer des ,;Pastoralblattes. Unter
Mitwirkung eines Vereins von Curatgeistlichen der Erzdiözese
Köln“ im Bachemschen Kommissionsverlag heraus und seitdem
erscheint das Blatt monatlich.

Ebenfalls für den Klerus gab der Kaplan Dr. P. Oberdörffer
seit Oktober 1887 die „Kölner Correspondenz für die
geistlichen Präsides katholischer Vereinigungen der ar-
beitenden Stände“ heraus. Nach ihrem 13. Jahrgang (1900) wurde
das Unternehmen als Manuskript gedruckt für Präsides oder
Vereine fortgesetzt unter dem Titel „Präsideskorrespondenz,
unter Mitwirkung von Präsides hg. von Dr. Aug. Pieper“.

Auch das von dem jetzigen Domkapitular Dr. Heinr. Maria
Ludwigs herausgegebene „Kölner Sonntagsblatt für Stadt
und Land“ ging zuerst, von 1872—75 aus der Bachemschen
Druckerei aus. Von 1876 ab übernahm es die Firma Heinrich
Theissing in Köln.

„Ausgehend von der Ueberzeugung, daß eine wirksame Be-
kämpfung der mit dem Großgewerbe verbundenen vielfachen
Uebelstände und der dadurch der bürgerlichen Gesellschaft
        <pb n="101" />
        ﻿79

drohenden Gefahren nur auf dem Boden des Christentums möglich
ist“, vereinigten sich im Jahre 1880 katholische Industrielle und
andere Arbeiterfreunde Deutschlands zu einem Verbände, „um
mit Ausschluß aller politischen Zwecke die Verbesserung der
Lage des Arbeiterstandes anzustreben.“ Im Vorstand waren die
Fabrikbesitzer Frz.Brandts-M.Gladbach, CI. Straeter-Aachen, Louis
Beissel-Aachen, Jos. Albers-Münster und Math. Wiese-Werden,
ferner Prof. Dr. Frhr. v. Hertling-Bonn, der Redakteur der Christlich-
socialen Blätter A. Bongartz-Rellinghausen, Berginspektor Hager-
Ruda (Schles.), Generaldirektor Hilt-Aachen, Domkapitular Dr. Chr.
Moufang-Mainz und (als Generalsekretär) Frz.fHitze-M.Gladbach.

Ein an die Großgewerbetreibenden und Arbeiterfreunde des
katholischen Deutschlands gerichteter Aufruf brachte dem Ver-
bände im nächsten Jahre 600 Mitglieder, und seit Januar 1881
erschien das vom Generalsekretär geleitete Organ des Verbandes
unter dem Titel „Arbeiterwohl“ im Bacheraschen Kommissions-
verlag als Monatsschrift, die eine Zusammenfassung der katho-
lischen sozialen Bestrebungen zur Lösung der sozialen Frage
bezweckt.

Vor allem sollte es mit den bestehenden, zum Besten der Arbeiter
getroffenen Einrichtungen bekannt machen, sowie solche ins Werk setzen
und ausbauen. Großindustriellen wie Arbeiterfreunden, im besonderen
auch den Geistlichen wollte es Mittel und Wege zeigen, wie sie für ihre
Kreise zur Lösung der zahlreichen sozialen Fragen tätig sein können.
Seit 1894 erschien das Organ monatlich, und zehn Jahre später bildete
die „Soziale Kultur“ die Fortsetzung von „Arbeiterwohl“ und der
„Christlich sozialen Blätter“, die unter Redaktion von Dr. W. Hohn in
Verbindung mit Prof. Dr. Franz Hitze im Verlag des Volksvereins für das
kath. Deutschland in M.Gladbach (seit 1917 unter dem Titel „Glaube und
Arbeit“) erscheint.

Die von dem Verbände veranlaßten Schriften „Das häusliche Glück“
und die verschiedenen „Kompasse“ für Arbeiter gingen vom Bachemschen
Kommissionsverlag aus, sind aber später in den Verlag des Volksvereins
übergegangen (das Einzelne im Verlagsverzeichnis).

Um den geistigen Zusammenhalt unter den Mitgliedern der
Studentenverbände zu festigen und zu fördern, gründeten diese
in der Mitte der 1880er Jahre an den deutschen Hochschulen
eigene Verbandszeitschriften, in denen die akademischen Fragen
und die besonderen Interessen der betreffenden Verbände plan-
mäßig gepflegt wurden. Im Herbst 1888 übertrug der Verband
        <pb n="102" />
        ﻿der Katholischen Studenten-Vereine (KV) durch Be-
schluß seiner Hauptversammlung in Münster der Firma J. P.
Bachem den Kommissionsverlag für seine ein Jahr zuvor gegründete
Zeitschrift „Akademische Monatsblätter“45). Das Organ
nahm seitdem einen bedeutenden Aufschwung, es hat zurzeit
10000 Bezieher und zählt zu den angesehensten und reichhal-
tigsten akademischen Verbandszeitschriften. Sein Leiter, Dr. Karl
Hoeber, hat später im Bachemschen Verlag auch das Hand-
buch für die Mitglieder des Verbandes der Katholischen Stu-
denten-Vereine Deutschlands herausgegeben, das inzwischen in
dritter Auflage erschienen ist und die Organisation, Entwicklung
und Tätigkeit des Verbandes und seiner Vereine an Hand eines
weitschichtigen Stoffes schildert.

Auch die Elementarschullehrer hatten sich zu Ende der 1880 er
Jahre zusammengeschlossen. Bei Gelegenheit der 36. Katholiken-
versammlung in Bochum war 1889 der Katholische Lehrerverband
des Deutschen Reiches gegründet worden, und nun machte sich
auch bald das Bedürfnis nach einer auf dem Boden des Verbandes
stehenden Zeitschrift bemerkbar. Die in Aachen erscheinende
Westdeutsche Lehrerzeitung war wegen ihrer liberalisierenden
Haltung nicht dazu geeignet, die Verbandsmitglieder zu befriedigen,
und so gründete auf Veranlassung des Aachener Lehrers H. Sittart
und unter dessen Leitung der Bachemsche Verlag am 20. Juni 1893
die „Westdeutsche Lehrer-Zeitung“. Sie erschien zunächst
zweimal monatlich, seit 15. Juni 1894 dreimal und seit 1905
wöchentlich. Ihr Wahlspruch lautet: Hochhaltung der Rechte der
Familie und des Staates auf die Schule, aber auch Wahrung des
göttlichen, natürlichen und geschichtlichen Rechtes der Kirche
an der Schule. Entschieden tritt das Blatt für die konfessionelle
Schule ein. Schon von Nr. 3 ab zeichnete die Verlagshandlung als
Herausgeber (bis 10. April 1895). Seit 20. April 1895 ist die Zeitung
amtliches Veröffentlichungsblatt des Katholischen Lehrerverbandes,
Prov. Rheinland, und seit Oktober 1915 des Vereins kath. Lehrer
in der Diözese Fulda. Im April 1896 wurde ein Literatur-
Blatt mit Bücherbesprechungen, besonders von Jugendschriften,
angegliedert. Als monatliche Sonderbeilage erscheint seit dem
1. Mai 1910 der „Wächter für Jugendschriften“, und zu
Ende desselben Monats wurden die „Blätter für Rechts-
schutz“ zum erstenmal zugegeben. Seit Januar 1913 erscheinen
cls vierte Beilage die „Blätter für Volksschulpraxis.
        <pb n="103" />
        ﻿81

Von Rektor Dr. Jos. Drammer begründet, kam seit dem
1. Januar 1896 alle zwei Monate das „Correspondenz-Blatt
für die Präsides der christlichen (später kathol.) Jugend-
Vereinigungen“ als Organ der kath. Jugendvereinigungen
Deutschlands heraus. Seit Juli 1896 erschien das Blatt monatlich
bis 1907 (hg. von Dr. Pasc. Pirnay) im Bachemschen Kommissions-
verlag, bis es 1908 an den Verlag der Druckerei Lehrlingshaus
in Mainz überging.

Die schwierige und wichtige Aufgabe der Religionslehrer an
höheren Lehranstalten zu erleichtern, die Lösung der vielen
Fragen, die beim Unterricht in der Religionswissenschaft auf-
tauchen, zu fördern und den Erfahrungen der Religionslehrer
eine Gelegenheit zur Aussprache zu verschaffen, führten die
Religionslehrer Dr. Franz Becker in Bonn, Prof. Dr. Hoffmann in
München und Rud. Wildermann in Recklinghausen zur Gründung
der „Monatsblätter für den katholischen Religions-
unterricht“, die seit dem 1. Januar 1900 erscheinen und sich
hohen Ansehens erfreuen. Gegenwärtige Herausgeber sind: Kgl.
Geistl. Rat Prof. Dr. Jakob Hoffmann in München, Prof. Dr. Pet.
Junglas in Koblenz, Dr. Karl Kästner in Königshütte O.-Schl.

Des Wiederauflebens der Zeitschrift des Borromäus-Vereins
(„Borromäus-Blätter“), die auf dem weitverzweigten Gebiet der
Literatur nach katholischen Grundsätzen wegweisend wirken
sollte, ist bereits Seite 43 gedacht worden. Sie brachte vor
allem aufklärende Aufsätze über diejenigen Schriftsteller, deren
Werke in katholischen Kreisen gelesen zu werden verdienen.
Die Besprechungen sollten sodann den grundlegenden Stoff liefern
zu geplanten Musterkatalogen für Volks- und Vereinsbüchereien.
Heft 12 des 10. Jahrgangs der „Bücherwelt“, wie die Zeitschrift
seit 1907 heißt, enthält ein Inhaltsverzeichnis der zehn Jahrgänge
von dem Mitschriftleiter Sekretär Alb. Rumpf.

In Ausführung des Beschlusses einer Stadtverordneten-
zusammenkunft der Rheinischen Zentrumspartei wurde Ende
1909 eine Monatsschrift ins Leben gerufen, welche das der
Zentrumspartei bisher fehlende Zentralorgan für Gemeinde-
angelegenheiten bilden, vor allem den Stadtverordneten, Gemeinde-
vertretern und allen der Zentrumspartei angehörenden Mitgliedern
gemeindlicher Selbstverwaltungskörper als geistiges Bindeglied
dienen sollte. Als Herausgeber wurde ein fünfgliedriger Stadt-
verordneten-Ausschuß unter dem Vorsitz des Reichstags- und

100 Jahre J. P. Bachem.	6
        <pb n="104" />
        ﻿Landtagsabgeordneten Trimborn, damals Stadtverordneten in
Köln, bestellt. Die Schriftleitung übernahm Dr. Otto Thissen
(Köln). Im Januar 1910 erschien im Bachemschen Kommissions-
verlage die erste Nummer dieser „Kommunalpolitischen
Blätter, Archiv für die Angelegenheiten der Selbstverwaltungs-
körper in Stadt und Land“. Die Zeitschrift fand nicht nur in
der Rheinprovinz, sondern auch in anderen deutschen Landesteilen,
wo die Zentrumspartei in den Gemeindekörperschaften vertreten
ist, eine günstige Aufnahme und hat auf die Anbahnung und
Förderung des organisierten Zusammenschlusses der Zentrums-
Gemeindevertreter einen wesentlichen Einfluß ausgeübt. Nachdem
1914 eine Stadtverordnetenvereinigung der Rhein. Zentrumspartei
und — im weiteren Ausbau derselben — 1917 eine Kommunal-
politische Vereinigung (Stadtverordneten- und Gemeinde-
vertretervereinigung der Zentrumspartei) gegründet und die
Kommunalpolitischen Blätter zu deren offiziellem Organ bestimmt
worden waren, wurde aus den Kreisen dieser Vereinigung ein
eigenes Verlagsunternehmen geschaffen: Kommunal-Schriften-
Verlag G. m. b. H. (Geschäftsführer Dr. Otto Thissen), an den die
Zeitschrift aus dem Kommissionsverlag J. P. Bachem mit dem
1. Januar 1918 überging. Die Druck-Herstellung verblieb der
Bachemschen Offizin.

Aus dem Bachemschen Kommissionsverlag geht seit 1908 auch
Alt-Köln, das Organ des gleichnamigen Vereins, hervor, der
1902 gegründet wurde zur Erhaltung kölnischer Eigenart und
Pflege kölnischer Geschichte.

b) Die „Kölnischen Blätter“
und die „Kölnische Volkszeitung“ 1860 bis 1918.

Wurden auch im Verlag und in der Druckerei schöne Erfolge
erzielt, so war bisher doch Josef Bachems Lebenswunsch, eine
politische Zeitung aus seinem Verlag ausgehen zu sehen, unerfüllt
geblieben. Die Einwohnerzahl der Stadt Köln war mittlerweile
auf 100000 gestiegen, von denen vier Fünftel katholisch waren,
die Stadt selbst hatte sich zur bedeutendsten Westdeutschlands
entwickelt. Mit den Wünschen Josef Bachems trafen Anregungen
von seiten des Kölner Weihbischofs Dr. Baudri und des Dom-
kapitulars Dumont zusammen, die Bachem zur Gründung einer
        <pb n="105" />
        ﻿

katholischen Zeitung auf eigene Rechnung ermunterten, und so
entschloß sich dieser, am 17. März 1860 — das Kölner Provinzial-
Konzil war auf den 1. April einberufen — die Probenummer der
„Kölnischen Blätter“ herauszubringen.

Die geldliche Unterstützung, die er zu dem Unternehmen erhielt,
blieb sehr bescheiden. Einige Herren streckten gemeinschaftlich
die preßgesetzliche Hinterlegungssumme von 5000 Taler vor.

Für die Leitung der „Kölnischen Blätter“ hatte Bachem den
Bonner Theologie-Studenten Fridolin Hoffmann46 gewonnen,
der für den Verlag einige französische Werke bearbeitet und
sich als ein Mann von umfassendem Wissen gezeigt hatte. Am
17. März wurde Bachem inmitten der Vorbereitungsarbeiten durch
einen Brief Hoffmanns überrascht, in dem dieser bedauerte, die
Stelle nicht antreten zu können. Um allen Ueberredungen zu
entgehen, verlasse er Bonn. Augenblicklich reiste Bachem dem
Flüchtling nach und erwischte ihn glücklich bei dem Oberlehrer
Dr. Stumpf in Koblenz, der später an den Kölnischen Blättern
und dann in der altkatholischen Bewegung eine bedeutsame Rolle
gespielt hat. Es bedurfte aber noch längerer Verhandlungen, bis
Hoffmann zum Antritt seiner Stellung zu bewegen war. Erst
am 25. April 1860 kam der förmliche Anstellungsvertrag zustande.

Das geschickte Programm der neuen Zeitung aus der Feder Reuschs
betonte das Streben nach wahrheitsgetreuer Berichterstattung, die Be-
urteilung der Tagesereignisse ohne Verletzung der Lehren und Grundsätze
der Kirche, die Achtung vor dem rechtmäßig Bestehenden, das Eintreten
für die Aufrechterhaltung der Verfassung und für die Entwickelung des
Verfassungslebens in Preußen; „durch freimüthige und wohlwollende
Darstellung und Beurtheilung der Verhältnisse wollen wir die rechte
patriotische Gesinnung bei unseren Lesern zu fördern und das rechte
Verhältniß zwischen Regierung und Volk zu befestigen suchen.“ „Daß
die Kölnischen Blätter eine katholische politische Zeitung, nicht eine
Kirchenzeitung sein werden, brauchen wir wohl kaum hervorzuheben.“

Die erste Nummer der „K ö 1 n i s c h e n B1 ä 11 e r“ erschien am Sonntag
den 1. April 1860. Das Format war kleiner als das der „Volkshalle“
(etwa 47x32 cm) und maß etwa 40x28 cm, die Hälfte des Umfanges der
heutigen Kölnischen Volkszeitung. Es wurde am 1. Januar 1866 auf
***&gt; : 63 cm, am 20. November 1886 auf 57 ; 83 cm vergrößert. Seit 1. Januar
1866 hieß das Hauptblatt „Erstes“, das bisherige Beiblatt „Zweites Blatt“;
beide wurden aber zusammen versandt. Erst vom 1. März 1872 begann ein
Morgen- und Nachmittagsversand. Der vierteljährliche Bezugspreis stellte
sich 1860 für Köln und Deutz auf 1 Tlr. 10 Sgr. (seit 1. Januar 1862 auf
15 Sgr., seit 1. Januar 1865 auf 1 Tlr. 20 Sgr., seit 1. Januar 1875
        <pb n="106" />
        ﻿auf 1 Tlr. 25 Sgr.), für Preußen auf 1 Tlr. 15 Sgr. (1 Tlr. 22V* Sgr., 1 Tlr.
27‘/i Sgr., 2 Tlr. 7*/s Sgr.) und für das übrige Deutschland auf 1 Tlr.
22'/&gt; Sgr. (2 Tlr., 2 Tlr., 2 Tlr. 7l/s Sgr.).

In dem einführenden Artikel aus der Feder Stumpfs hieß es: „Wir
stehen im Dienste keiner Person und keiner Partei; der Sache aber,
welche wir vertreten wollen, wird durch nichts besser gedient, als durch
Wahrheit . . . Der Maßstab aber, nach welchem wir urtheilen, ist der
einfachste und sicherste, den es geben kann, zugleich der einzige, den
wir Katholiken anlegen können: Die ewigen Grundsätze und Gesetze der
Gerechtigkeit, welche das Leben des Einzelnen so der Nationen regeln
und beherrschen sollen. Indem wir uns dazu bekennen, verpflichten wir
uns, an der Hand der Geschichte der Gegenwart zu lehren: Achtung aller
begründeten Rechte, Gehorsam und Treue gegen die von Gott gesetzten
Gewalten in Kirche und Staat, Vertretung der Rechte unserer Kirche und
unseres Vaterlandes, Abscheu vor allem Despotismus, vor gewaltsamen
Umsturzbestrebungen und geheimen Wühlereien, kurz, eine wahrhaft
conservative Politik.“

Fast zwei Jahre lang blieb Hoffmann der einzige Schriftleiter.
Allerdings ersetzte sein Hauptmitarbeiter Keusch, der sich sowohl
im Hauptblatt als auch in der Beilage fleißig betätigte, einen
zweiten Leiter; außer zahlreichen Leitartikeln bearbeitete er
vielfach die Rubriken Spanien, Italien und England, wozu ihn
seine großen Sprachkenntnisse besonders befähigten. „Die eigent-
liche Oberleitung des Blattes“, sagt sein Biograph Professor
L. Karl Goetz vielleicht ein wenig übertreibend, „lag in seinen
Händen; während der Ferien war er oft mehrere Wochen lang
in Köln als Redakteur beschäftigt. Keusch sorgte auch für
Herbeischaffung tüchtiger Mitarbeiter. Dabei hatte er oft die
Stelle des Vermittlers zwischen Bachem und dem etwas leiden-
schaftlichen Redakteur Fridolin Hoffmann.“

Fridolin Hoffmann und Reusch, wenn er in Köln war, teilten ein
Zimmer ebener Erde; beide waren starke Raucher, was Josef Bachem
abhielt, sich lange dort aufzuhalten. Wohl aber war er stets in der
Stunde vor der Fertigstellung des Blattes zugegen. Artikel kölnischen
Inhalts durften ohne sein Zeichen nicht in die Presse. Die letzten Korrek-
turen wurden meist während des Mittagessens erledigt, das Hoffmann und
Reusch mit der Familie Bachem gemeinsam einnahmen.

Außer Reusch waren als ständige Mitarbeiter tätig der Ge-
schichtsschreiber Dr. Joh. Bumüller in Ravensburg, Oberlehrer
Dr. Theodor Stumpf, der die jeden Dienstag erscheinende
Wochenrundschau schrieb, und August DuMont in Köln,
der gelegentlich trotz erheblicher Taubheit gediegene Konzert-

j
        <pb n="107" />
        ﻿85

besprechungen lieferte und am 1. Januar 1862 als Hilfe für den
ausländischen Teil in die Schriftleitung eintrat.

Die Zeitung erschien täglich außer Montags mit vier Seiten, Sonntags
wurde ein zweiseitiges Beiblatt gegeben, das bald auch in der Woche
mehrmals erschien. Im ersten Vierteljahr zählte das Blatt 1650, im
zweiten 2150 Bezieher. Von da ab wuchs die Zahl stetig, wenn auch
langsam auf 2530, 3100, 3300 usw. Schon damals bestanden Anzeigen-
annahmestellen in Aachen (Hensen &amp; Co.), Bonn (Lützenkirchen), Düssel-
dorf (Kampmann) und Münster i. W. (Cazin). Seit dem 26. April 1862
findet sich die Bezieherzahl täglich am Kopf der Zeitung: 4400; Ende
des Jahres: 4500.

Kurze Zeit nur hatte August DuMont seine Stellung inne,
als der Tod ihn abberief. Wenige Tage darauf begegnete Bachem
auf der Straße Heinrich Schmidt, der schon einzelne Artikel
für die Kölnischen Blätter geliefert hatte und nun kurzer Hand
als Ersatz DuMonts verpflichtet wurde. Vom folgenden Tage an
füllte er elf Jahre lang als Bedakteur für das Ausland seinen
Posten aus, ohne daß jemals eine Zeile Schriftliches zwischen
ihm und dem Verleger festgelegt worden wäre. Schmidt war
ein Schwabe, ein Bruder des späteren Wiener Dombaumeisters
Friedrich von Schmidt, und von vielseitigen Talenten. Während
sein Bruder 1858 zum Katholizismus übertrat, blieb Heinrich
Schmidt Zeit seines Lebens Protestant, stand aber allen katho-
lischen Verhältnissen ohne Voreingenommenheit gegenüber. Be-
achtung fanden seine strategischen Kenntnisse und Voraussagungen
bei den kriegerischen Vorgängen auf der Balkanhalbinsel, beim
spanischen Karlistenaufstande und während des deutsch-franzö-
sischen Krieges, wie auch seine etwas frisch-fröhlichen Theater-
kritiken, zuerst über das Theater im Cafe Kobell in der Schilder-
gasse, dann über das am 1. Oktober 1862 eröffnete neue Theater,
beide unter Direktion L’Arronge. Als der Kulturkampf das Ver-
hältnis von Katholizismus und Protestantismus zuzuspitzen begann,
wurde ihm seine Stellung unbehaglich und er verließ sie frei-
willig, ohne daß eine Mißhelligkeit mit dem Verleger vorange-
gangen wäre, um eine Bibliothekarstelle in seiner Vaterstadt
Stuttgart zu übernehmen.

In der Zeit des militärischen Konflikts der 1860er Jahre
standen die Kölnischen Blätter zwar entschieden auf seiten der
Opposition, hielten sich aber so vorsichtig, daß sie schließlich
durch alle Fährlichkeiten glücklich hindurchgelangten.
        <pb n="108" />
        ﻿Fridolin Hoffmann und Heinr. Keusch waren die beiden
Männer, deren geschickter Leitung neben dem unermüdlichen
Fleiß des Verlegers die Kölnischen Blätter ihr Ansehen und
ihren Aufschwung verdankten. Schon damals befolgten sie den
Wahlspruch, der später erst förmlich ausgegeben wurde: Ent-
schieden in der Sache, milde in der Form. An Anerkennung für
ihre Leistungen fehlte es den Kölnischen Blättern nicht; auf der
Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands zu
Frankfurt a. M. im September 1863 verkündete der damalige
Kaplan Franz Hülskamp öffentlich ihr Lob.

So erfreulich solche Anerkennungen auch waren, dienten sie doch
mehrfach den Gerüchten zur Nahrung, daß die Kölnischen Blätter dem
Verleger einen ansehnlichen Gewinn abwürfen, und daß sie deshalb einer
Unterstützung der Partei nicht mehr bedürften. Solchen Ansichten trat
Josef Bachem in den Blättern des Vereins vom hl. Karl Borromäus von
1862 (Nr. 112) und 1861! (Nr. 117, 118 und 121) endlich in Rundschreiben
vom 15. Dezember 1865 und vom 4. Juli 1866 entgegen, woraus zu ent-
nehmen ist, daß die Zeitung im zweiten Vierteljahr 1866 5400 Bezieher
hatte, wofür eine Stempelsteuer von über 8000 Taler jährlich bezahlt
werden mußte. Die Anzeigen waren schon im Jahre vorher um 20—30 °/»
jährlich gestiegen. Auf die Schriftleitung waren 1864 7518 Taler Gesamt-
ausgaben entfallen, die 1865 auf 9029 Taler gestiegen waren. „Im I. Quartal
d. J. (1866) habe ich außer den Gehältern von drei Redacteuren und zwei
Correctoren, außer den Zahlungen für Telegramme, lithographirte Corre-
spondenzen und Zeitungen allein an Honoraren auswärtiger Mitarbeiter
für Artikel und Feuilletons 1026 Thlr. 23 Sgr. 7 Pf. bezahlt (was also für das
Jahr über 4000 Thlr. ausmacht) .. . Außer der „Kölnischen Zeitung“ mit
mehr als 16000, und dem „Frankfurter Journal“ mit 8500 Abonnenten haben
die „Kölnischen Blätter“ die größte Abonnentenzahl unter den größeren
politischen Tagesblättern im westlichen Deutschland. Ihnen zunächst
stehen die „Elberfelder Zeitung“ mit stark 3000 und die „Rheinische
Zeitung“ mit nicht viel über 2000 Abonnenten (im ersten Quartal d. J.).“
Der Kern all dieser Ausführungen war jedesmal der Nachweis, daß die
„Kölnischen Blätter“ einen Gewinn nicht abwürfen.

War die Zeitung über die politischen Schwierigkeiten gut
hinweggekommen, so war das weniger der Fall in dem kirch-
lichen Konflikt, der sich in den 1860er Jahren langsam vor-
bereitete. 1861 trat das Blatt in den Streitigkeiten Döllingers
über den Kirchenstaat zwar nicht ausdrücklich auf seine Seite,
aber es verurteilte den Kampf der katholischen Presse gegen
die Odeonsvorträge des Münchener Gelehrten. Am 8. Dezember
1864 erschien die päpstliche Enzyklika Quanta cura mit dem
        <pb n="109" />
        ﻿Syllabus. Bald nachher wurde bekannt, daß im allgemeinen
Konzil in Rom die päpstliche Unfehlbarkeit in Sachen der
Glaubens- und der Sittenlehre verkündet werde. Die Kölnischen
Blätter vertraten zunächst klar und entschieden den kirchlichen
Standpunkt. Dann aber fand auch der unter den deutschen
Katholiken sich bemerkbar machende Widerstand hier und da
versteckt Eingang. Dieses Widerstreben, von Keusch und
Stumpf ausgehend und von Fridolin Hoffmann zugelassen und
unterstützt, nahm immer schärfere Formen an, so daß Erz-
bischof Paulus Melchers Bachem gegenüber im Oktober 1867 seine
Mißbilligung der Haltung der Kölnischen Blätter zum Ausdruck
brachte, nachdem kurz vorher die (erste) Fuldaer Bischofskon-
ferenz ihre Bedenken dagegen erhoben hatte. Der Erzbischof
und später auch Bischof v. Ketteier in Mainz rügten besonders
die Haltung Reuschs in der Frage der deutschen Wissenschaft
(„Richtung Döllinger“) und die unangemessene Kritik erzbischöf-
licher Erlasse. Der Einwirkung des Subregens Prof. Heuser war
es zu verdanken, daß der Erzbischof fernerhin nicht mehr in der
Zeitung angegriffen wurde.

So dankbar nun auch Josef Bachem für die gesamte ihn
außerordentlich verpflichtende Tätigkeit Reuschs bei der Zeitung
und in seinem Verlag auch war, vertieften sich die Gegensätze
beider in vielen grundsätzlichen Fragen immer mehr. Vergebens
suchte August Reichensperger gewissermaßen ein Schieds-
richteramt auszuüben. Schon im Jahre 1868 hatte sich der Ver-
leger gezwungen gesehen, gegen Hoffmanns Willen Stumpf um
Einstellung der Wochenschau zu ersuchen, mit deren Bearbeitung
er Dr. A. J. Krebs für die innere deutsche Politik und Dr.
J-Bumüller für Süddeutschland, Oesterreich und das Ausland
betraute. Eine Kündigung von seiten Hoffmanns und ihre Zurück-
nahme führte zu einem Vertrag, gemäß welchem der Verleger
für die Aufnahme von kirchenpolitischen Artikeln sich ein Ein-
spruchsrecht vorbehielt. Die Stellung des Verlegers Keusch
gegenüber wurde immer schwieriger. Im September 1868 schrieb
Bachem an Keusch: „Wie ich Euer Hochwürden schon einmal.
Ich glaube zur Zeit des Syllabus sagte, wenn es auch der
schwerste Tag meines Lebens sein würde, wenn Sie den Köln.
Blättern Ihre Mitwirkung entzögen, so darf ich doch nicht gegen
meine Ueberzeugung handeln. Sie wollen in dieser Erklärung
keine Ueberhebung finden. Es ist doch Thatsache, daß diejenigen
        <pb n="110" />
        ﻿hochverehrten Herren, welche beim Beginn des Unternehmens vor
achteinhalb Jahren eines Sinnes waren, immer mehr auseinander-
gehen, was bleibt mir übrig, als so zu handeln, wie es meine, aus
sorgfältiger Erkundigung auf beiden Seiten sich entwickelnde
Ueberzeugung mir vorschreibt ?“ Als ein Artikel R e u s c h s über
Angelegenheiten des Konzils stark gekürzt und die Aufnahme eines
anderen von Bachem ganz verweigert wurde, kündigte Keusch
die Mitarbeiterschaft, und monatelang beschränkte sich der Ver-
kehr des Verlegers mit Hoffmann auf den schriftlichen Weg.
Der noch bis Ende März 1870 laufende Vertrag mit diesem wurde
von Bachem am 26. November 1869 gekündigt aus Anlaß eines
Artikels, der „vom Geist der Koblenzer Laienadresse durch-
drungen war“, unter Zahlung einer erheblichen Abfindungssumme
und der beiderseitigen Verpflichtung, das bisherige Verhältnis
„weder in Zeitungen noch in anderen Druckschriften zum Gegen-
stand einer Polemik zu machen“.

Daß es dem Verleger gelang, sein Blatt durch diese Wirren der sog.
Altkatholischen Bewegung gut durchzusteuern, schrieb Josef Bachem in
dankbarer Anerkennung vorwiegend dem selbstlosen Rat des Subregens
Prof. Dr. Ant. Heuser, des spätem Kölner Domkapitulars (gest.3. April
1891) zu, einem besonnenen, klugen, vielseitig gebildeten Manne. Er hat
Josef Bachem in den Schwierigkeiten jener Zeit in treuer Freundschaft
beigestanden. Der immer hilfsbereite Mann versagte niemals und stand
am frühen Morgen wie am späten Abend stets zur Verfügung.

Mittlerweile hatte Josef Bachem seine frühere Absicht, den
Kölnischen Blättern den Namen Kölnische Volkszeitung zu
geben — ein Plan, gegen den man das Bedenken eines „demo-
kratischen Beigeschmacks“ geäußert hatte! — am 1. Januar 1869
verwirklicht und gleichzeitig das Format des Blattes etwas
vergrößert.

Die letzte Nummer, die Hoffmann zeichnete, war das 2. (Abend-)
Blatt vom 13. Dezember 1869, nachdem das erste Blatt über die
Eröffnungsfeierlichkeit des Konzils in Rom vom 8. Dezember
berichtet hatte. Die Verlegenheit, in die das Unternehmen
so plötzlich geraten war, äußert sich in der Tatsache, daß
auf dem 1. Blatt vom 14. als „Stellvertretender verantwortlicher
Redakteur Robert Bachem“ — der im geschäftlichen Betriebe
tätige Vetter des Verlegers, später Prokurist der Firma —
erscheint, der mit der Schriftleitung gar nichts zu tun hatte,
        <pb n="111" />
        ﻿den allerdings schon am 16. als stellvertretend verantwortlich
Heinr. Schmidt als Redakteur ablöste. Am selben Tage brachte
die Zeitung an der Spitze die Mitteilung, daß die Verhältnisse
einen Personenwechsel bei der Redaktion der Kölnischen Volks-
zeitung notwendig gemacht hätten. „Der zweite Redacteur,
der die Hauptrubriken des Auslandes seit acht Jahren be-
arbeitet (Schmidt), wird bleiben, und der dritte Redacteur
(der 1862 eingetretene Herrn. Bentlage) in kurzem durch eine
bedeutendere Kraft ersetzt werden. Die überwiegende Mehr-
zahl der hervorragenden Mitarbeiter, namentlich diejenigen,
welche in den letzten Jahren die Wochen-Rundschau schrieben,
haben bereits die Zusage gegeben, die Redaction auch ferner
unterstützen zu wollen. Ein Systemwechsel wird nicht statt-
finden.“ Das ursprüngliche Programm bleibt maßgebend, „und
zwar in dem Sinne, daß die Kölnische Volkszeitung das Blatt
aller Katholiken sein und bleiben soll“.

Die Verlegenheit, in die Bachem durch den Austritt Hoffmanns
und Bentlages geriet, wurde noch durch den Umstand vergrößert,
daß auch der Mitarbeiterkreis infolge des Redaktionswechsels
sich merklich lichtete. Freilich hatte Bachem schon am 25. Nov.
1869, also vor der Entlassung Hoffmanns, den früheren Schrift-
leiter der Deutschen Volkshalle Karl Heinrich Brückmann
gewonnen, um neben seiner Zeitung ein billiges volkstümliches
katholisches Blatt herauszugeben, aber dieser konnte erst am
1. April 1870 von seinen Wiesbadener Verpflichtungen loskommen.
Der Plan eines zweiten Blattes mußte nun aufgegeben werden
und Brückmann trat in die Leitung der Kölnischen Volkszeitung
ein.

Ihre Haltung in kirchenpolitischen Angelegenheiten stimmte
fortan wieder durchaus überein mit den katholischen Grund-
sätzen, und auch die weitere Geschichte des Blattes während
des Kulturkampfes wird gekennzeichnet durch eine völlige
Uebereinstimmung seiner Politik mit derjenigen der Zentrums-
partei. Zu deren Bildung hatte der Obertribunalrat Peter
Reichensperger am 11. Juni 1870 in der Kölnischen Volks-
zeitung — im Facsimile wiedergegeben in Dr. Ed. Hüsgen,
Ludwig Windthorst, Erste Aufl. 1907, Bachem, Köln, Seite 80
— ein allgemeines Wahlprogramm für das preußische
Abgeordnetenhaus veröffentlicht, auf Grund dessen 48 gewählte
Abgeordnete sich am 13. Dezember zur „Zentrumsfraktion
        <pb n="112" />
        ﻿(Verfassungspartei)“ vereinigten. (Die frühere „Katholische
Fraktion“ von 1852 war im Herbst 1867 erloschen.) Die neue
Partei wollte „für Aufrechterhaltung und organische Fortbildung
verfassungsmäßigen Rechtes im allgemeinen und insbesondere
für die Freiheit und Selbständigkeit der Kirche und ihrer Insti-
tutionen“ eintreten. Dieselben Beweggründe führten bei den
Reichstagswahlen anfangs März 1871 zur Bildung der politischen
Zentrumsfraktion des Reichstags.

Wie in früheren kritischen Zeiten, so erhoben auch jetzt in
der KV hervorragende Politiker ihre Stimme, so aus Parlaments-
kreisen Aug. Reichensperger, Freiherr v. Hertling, Julius Bachem,
die Professoren Hitze, Schädler usw. und befähigten sie zur
Stellungnahme zu allen Fragen des politischen Lebens. Diesen
Leistungen galt auch die mehrfache Anerkennung Ludw. Windt-
horsts und der übrigen Führer der Zentrumsfraktionen.

Uebrigens wurde der Kulturkampf Veranlassung zu manchen
Neugründungen von katholischen Zeitungen in Westdeutschland,
die natürlich der KV manche Bezieher abnahmen. Dazu kamen
noch unmittelbare Schädigungen. Auf amtliche Anzeigen, die ihr
wegen ihres Verhaltens gegenüber der Regierungspolitik ent-
zogen worden waren, mußte sie verzichten, ihr Verkauf auf den
Bahnhöfen wurde untersagt. Eine lange Reihe von Preßprozessen,
die zwar manchmal mit Freisprechungen endeten, nahmen aber
doch die Kasse des Verlegers stark in Anspruch. Das hinderte
aber Verlag und Schriftleitung nicht, den Inhalt immer mehr
auszubauen, besonders nach der kulturellen Seite. Bevorzugt
wurde dabei das Schul- Erziehungs- und Bildungswesen.

Durch den Eintritt Brückmanns nach der Katastrophe Hoff-
mann-Reusch waren die Verhältnisse in der Schriftleitung noch
nicht wieder zufriedenstellend geregelt. Bei seinen Bemühungen
um weitere Vervollständigung der Leitung traf nun der suchende
Blick des Verlegers auf den Sohn eines Vetters, des Kaufmanns
Wilhelm Bachem in Mülheim a. d. Ruhr; Julius Bachem.

Julius Bachem sollte nach dem Willen des Vaters Kaufmann werden.
Am 2. Juli 1845 geboren, verlebte er seine Jugendjahre in kleinen Ver-
hältnissen und besuchte dann die Handelsschule zu Rolduc in Holländisch-
Limburg, mit der auch eine Lateinschule verbunden war. Er entschied
sich nun für das akademische Studium und studierte nach Ablegung der
        <pb n="113" />
        ﻿Abiturientenprüfung in Kempen am Rhein zuerst in Bonn neuere Sprachen,
dann Rechtswissenschaft. Der Vater hatte nur unter der Bedingung darin
eingewilligt, daß er sich nach Ablegung der ersten rechtswissenschaft-
lichen Prüfung auf eigene Füße stellen werde. Schon ehe er das „Aus-
kultatorexamen“ bestanden hatte, war er in Bonn an den „Kölnischen
Blättern“ gelegentlicher Mitarbeiter gewesen. Als nun Josef Bachem ihn
an seine Zeitung berief, folgte er in Erfüllung des seinem Vater gegebenen
Versprechens dem Rufe. Seine Schriftleitungstätigkeit hielt ihn von
weiteren Studien nicht ab und als er sich 1873 der Assessorprüfung
unterzog, bestand er sie mit Auszeichnung.

Es zeigte sich bald, daß Josef Bachem mit der Erwerbung dieser
jungen Kraft zu Ende 1869 den rechten Mann gefunden hatte. Julius
Bachem war nicht nur ein geborener Tagesschriftsteller, sondern
auch ein zur politischen Führung berufener Mann. „Gleich in der
ersten Zeit meiner journalistischen Tätigkeit,“ sagt er in seinen
»Erinnerungen eines alten Publizisten und Politikers“ (Bachem,
Köln 1913, S. 32), „fiel mir eine Aufgabe zu, welche die Hauptaufgabe
meines öffentlichen Wirkens geworden und geblieben ist: die
Propagierung des Zentrumsgedankens und die Vertretung der
Zentrumspolitik. Publizistisch habe ich an der Wiege der Zen-
trumsfraktionen gestanden und die Fraktionen zeitlebens auf
ihren Wegen in den Parlamenten begleitet. Insbesondere wurden
von mir schon im Jahre 1871 in einer Reihe von Artikeln in
der Kölnischen Volkszeitung eingehender die Gesichtspunkte ent-
wickelt, welche für die Bildung des Reichstags-Zentrums maß-
gebend waren.“

Hatte Josef Bachem mit der Gewinnung dieses hervorragenden
Mannes einen glücklichen Griff getan, so war er weniger
zufrieden mit Dr. Paul Majunke, der von Februar bis Septem-
ber 1870 in der Schriftleitung tätig war. Als 28jähriger Kaplan in
Breslau hatte er mit einigen Flugschriften die Aufmerksamkeit
auf sich gelenkt; eine von ihnen; „Die confessionslose Volks-
schule vor dem Richterstuhle der Vernunft, der Geschichte und
des Gesetzes“ war im Jahre vorher im Bachemschen Verlag
erschienen. So gut auch die Grundsätze waren, die er verfocht,
so wenig gefiel manchem die Art, mit der er es tat. In einem
gegen Döllinger gerichteten Artikel hatte Majunke auch die
allgemeine Wendung von den „hochmütigen deutschen Profes-
soren“ gebraucht. Josef Bachem wollte sie beseitigt wissen. Als
Majunke darauf bestand, kam es zu Auseinandersetzungen,
deren Schluß die Kündigung von seiten des Verlegers war.
        <pb n="114" />
        ﻿Katholische Tagesschriftsteller waren damals selten, und die Schrift-
leitung der KV stets ausreichend zu besetzen hatte seine Schwierigkeiten.
Im April 1872 konnte Josef Bachem den Gymnasiallehrer Gerhard
Büscher in Goch verpflichten, einen kenntnisreichen, mit Witz und
Humor begabten Mann. Ihn quälte, wie auch Brückmann, ein Lungen-
leiden, das durch den aufreibenden und aufregenden journalistischen
Beruf besonders in jenen bewegten Zeiten mit ihren Preßprozessen
natürlich nur ungünstig beeinflußt werden konnte. Brückmann erlag
seinem Leiden am 13. Juli 1875 in Badenweiler, wohin er sich zur
Erholung begeben hatte. Seit dem 22. Juni zeichnete Büscher verant-
wortlich. Auch ihn zwang die Krankheit drei Jahre später, sich in
seine Heimat Goch zu begeben, wo ihn der Tod am 4. Juli 1878 im Alter
von nur 36 Jahren dahinraffte.

Im Mai 1874 war in die Schriftleitung als Auslandsredakteur Dr. Eduard
Hüsgen*' eingetreten, der schon früher als Einsender mit ihr gelegent-
lich in Verbindung getreten war. Kurz vorher war er aus dem Justiz-
dienst ausgeschieden und konnte nun seiner alten Liebe zur Tagesschrift-
stellerei folgen. In dieser Stelle blieb er freilich nur acht Monate, denn
am 1. Januar 1875 übernahm er die Leitung des Düsseldorfer Volks-
blattes, das sich in der Folgezeit aus einer kleinen Lokalzeitung zu
einem Blatte von Bedeutung entwickelte.

Nach dem Tode Brückmanns trat an den Verleger die Sorge
um die Ergänzung der Schriftleitung von neuem heran. Da
wurde er eines Tages auf den Bonner Privatdozenten Dr.
Hermann Cardauns aufmerksam, der ebenfalls schon seit
1870 zu den gelegentlichen Mitarbeitern der KV zählte. Nun hatte
damals der Justizrat Vincenz von Zuccalmaglio in Greven-
broich, der bis an sein Lebensende agitatorisch sich betätigte
und in seinen „antiultramontanen“ Flugschriften sich als „alter
Fuhrmann“ bezeichnete, 1875 einen Vortrag über den Kölner
Erzbischof Engelbert den Heiligen drucken lassen, der in kultur-
kämpferischem Sinne gehalten war. Darauf hatte Cardauns an
ihn ein „Sendschreiben“ in der Köln. Volksztg. vom 22. März
1875 veröffentlicht, in dem Zuccalmaglio eine „wahrhaft kläg-
liche Unwissenheit“ in geschichtlichen Dingen nachgewiesen
wurde. Es gab nun Verteidigungen und Erwiderungen; im ganzen
erschienen vier „Sendschreiben an Herrn V. v. Zuccalmaglio“,
ohne Verfassername. Das letzte vom 26. April war mit „*? Nach-
forscher in historischen Dingen“ unterzeichnet und dies rj be-
zeichnet noch jetzt gelegentlich den Verfasser von Beiträgen in
der KV. Cardauns erwies sich in diesen Sendschreiben nicht
nur als geschickter Fechter, sondern auch als Mann von Grund-
        <pb n="115" />
        ﻿Sätzen und als gewandter Stilist, und so erkannte Josef Bachem
in ihm den richtigen Mann, dem er die Leitung der Zeitung an-
vertrauen konnte. Die ganze Polemik erschien übrigens im Jahre
1875 unter dem Titel „Der alte Fuhrmann (Vincenz von
Zuccalmaglio) heimgefahren von einem Rheinischen Antiquarius“
in zwei Auflagen im Verlag Bachem.

Cardauns, der drei Jahrzehnte lang die Kölnische Volkszeitung geleitet
hat (seit 6. Juli 1878 als Haupt- und gleichzeitig verantwortlicher Schrift-
leiter) entstammt einer alten Kölner Juristenfamilie, aus der er als zwölftes
Kind des Notars Alexander Cardauns am 8. August 1847 hervorging. In
München, Bonn und Göttingen hatte er Geschichte studiert und sich schon
im Winter 1872/73 als Privatdozent in Bonn niedergelassen. Nachdem er
sich in den Herbstferien 1875 sechs Wochen auf der Redaktion eingearbeitet
hatte, trat er am 17. März 1876 in dieselbe ein. Nach dem Tode
Büschers, seit dem 5. Juli 1878, zeichnete dann Dr. Cardauns dauernd als
verantwortlicher Schriftleiter die KV bis zu seinem Austritt am 1. Mai 1907.
Seit dieser Zeit war Josef Bachem der Sorge um die rechte politische
Haltung der Zeitung ledig. Julius Bachem und Herrn. Cardauns über-
nahmen nun die Verantwortung für die KV auf ihre Schultern und
trugen sie einträchtig drei Jahrzehnte lang.

Der zweite große Zeitabschnitt in der Geschichte der Zeitung hatte
mit dieser Neuregelung der Schriftleitung begonnen. Gekennzeichnet wurde
er, wie oben schon angedeutet, durch die folgerichtige Vertretung des
Zentrumsgedankens, in den meisten Fällen in Uebereinstimmung mit den
Fraktionen, hie und da aber auch einmal in Einzelfragen gegen die
Ansichten der Fraktionsmehrheiten. Hat doch die KV sich nie als ein
Werkzeug der Partei willenlos verschrieben, sondern stets die eigene
Meinung selbständig vertreten und, wenn es ihr nötig erschien, nach-
drücklich verfochten. Unentwegt und folgerichtig wurden die einmal
festgelegten Richtlinien in allen auftauchenden Fragen festgehalten und

verteidigt.

In den 1870er Jahren und auch noch später gab Josef Bachem
manchem jungen Redakteur Gelegenheit zur Ausbildung an der
KV, und so ist er als „Altmeister der katholischen Presse“ in
weiten Kreisen bekannt gewesen.

So verdient sich der Verleger damit auch für die Zentrumspresse
gemacht hat, so kamen diese in der Ausbildung begriffenen Hilfs-
kräfte für die Arbeit an der KV selbst kaum in Betracht. In
diese teilten sich vielmehr nur wenige Männer: Neben Julius
Bachem und Dr. Cardauns war seit dem 1. Oktober 1880 acht
Jahre lang als Nachfolger Büschers Dr. Eduard Marcour als
Auslandsschriftleiter tätig, als Provinz- und Ortsschriftleiter
        <pb n="116" />
        ﻿betätigte sich Adam Uelk, als Leiter des damals nur bescheidenen
wirtschaftlichen Teils der Zeitung Ludw. Mar hoff er.

Die Arbeitskraft Julius Bachems war aber in der aufreibenden
Tagesschriftstellerei nicht erschöpft; er spielte auch im öffent-
lichen Leben eine Rolle. Als im Jahre 1875 die Zentrumspartei
zum erstenmal ihre sämtlichen Stadtratskandidaten in der
dritten Wählerabteilung durchbrachte, kam auch Julius Bachem
(mit Dr. Röckerath, Kanzler Schenk, Justizrat Landwehr, Dr.
med. Braubach) in die Stadtverordneten-Versammlung, der er bis
1891 angehörte. Als ihn 1876 der Kreis Mülheim-Sieg-Wipper-
fürth zu seinem Vertreter im preußischen Abgeordnetenhaus
wählte, übernahm der damalige Domkapitular Dr. Alfons
Bell es heim zur Entlastung der Schriftleitung die Bear-
beitung der Auslandsberichte. Die KV erfreute sich dafür bis
1890 der fast täglichen, teilweise umfangreichen Berichte Bachems
aus Berlin.

Daß es für einen an Zahl so beschränkten Redaktionsstab eine achtens-
werte Leistung bedeutete, ein täglich zweimal erscheinendes Blatt mit
verhältnismäßig wenigen regelmäßigen Mitarbeitern als führendes Organ
einer großen Partei zu gestalten, wird man anerkennen. Dabei waren
die 1870er Jahre für katholische Schriftleiter recht dornenreich. Bei der
gegensätzlichen Auffassung vieler Dinge ließen sich trotz aller Vorsicht
zahlreiche Zusammenstöße mit der öffentlichen Gewalt nicht vermeiden;
in der Zeit vom 9. Juli 1872 bis 2. Mai 1875 wurde die Zeitung dreißigmal
beschlagnahmt, und in der Mehrzahl erfolgten Verurteilungen, und zwar
zu Geldstrafen von 30 bis 450 M. Einmal machte Brückmann zwei Monate
lang Bekanntschaft mit der Festung Ehrenbreitstein.

Trotz schlechter geldlicher Abschlüsse während des Kriegsjahres 1870
hatte Josef Bachem am 1. Januar 1871 die Ausdehnung der Zeitung auf
zwei Bogen gewagt. Aber die Hoffnung, daß die Zukunft des Blattes in
der nächsten Zeit gesichert werden möchte, erfüllte sich noch nicht.
In einem kritischen Zeitpunkt um das Jahr 1874 rettete das neue Preß-
gesetz vom 7. Mai im Verein mit dem Sinken des Papierpreises das Blatt
vor dem Eingehen. Das Gesetz von 1874 brachte nämlich neben der
Rückzahlung der hinterlegten Sicherheiten die Aufhebung des
Zeitungsstempels, der schon 1870 bei 6400 Beziehern jährlich 11000
Taler betragen hatte. Obgleich auch in den nächsten Jahren noch von
einer Einträglichkeit kaum gesprochen werden konnte, entschloß sich
der Verleger doch im Jahre 1878 zu der wöchentlichen Beigabe einer
Dritten Ausgabe. Seit Dezember 1872 wurden die beiden täglichen
Ausgaben, die in Köln schon früher einzeln ausgetragen wurden, auch nach
auswärts getrennt, vor- und nachmittags, versandt. Von 1880 ab kam ein
        <pb n="117" />
        ﻿

95

weiteres Drittes Blatt hinzu und nach ferneren fünf Jahren wurden es
wöchentlich drei. Die Zahl der Bezieher erreichte in den 1870er Jahren,
zu Ende 1874 mit 8600 ihren damaligen höchsten Stand, aber die zahl-
reichen Neugründungen von Zentrumsblättern in der Provinz ließ die Zahl
fernerhin wieder sinken.

Dieser Umstand beeinträchtigte aber nicht die weitere Ausge-
staltung des Blattes; im Gegenteil war man sich klar, daß nur
immer größere Leistungen das Ansehen und den Bezieherkreis der
KV vergrößern konnten. So erfreute sich neben dem politischen auch
der kulturelle Teil der Zeitung, der während des Kultur-
kampfes ebenfalls meist auf die Wahrung der katholischen Inter-
essen eingestellt war, einer sorgsamen Pflege. Bevorzugt wurden
dabei das Schul- Erziehungs- und Bildungswesen.

Mit Eifer trat die Kölnische Volkszeitung in den 1870er
Jahren für eine Aenderung in der Zollpolitik des Deutschen
Reiches ein. In dem deutschen Zolltarif vom 23. Mai 1873 hatte
der Freihandel obgesiegt, aber die schwere folgende Wirtschafts-
krisis hatte die Notwendigkeit der Rückkehr zu den Schutzzöllen
erwiesen. Nachdem in der Thronrede vom 12. Februar 1879 eine
neue Steuer- Zoll- und Handelspolitik angekündigt worden war,
unterstützte in Köln am 15. April desselben Jahres (Osterdiens-
tag) eine große öffentliche Versammlung im Gürzenich zuerst in
breitester Oeffentlichkeit die Schutzzollbewegung, die dann später
mit ausschlaggebender Unterstützung des Zentrums zum Sieg
gelangte. Auch war die Zeitung, nachdem am 13. Oktober 1882
in Köln der erste Bimetallistische Kongreß getagt hatte, in der
bimetallistischenBewegung das führende Organ geworden.
Josef Bachem war bis zu seinem Tode Schatzmeister der Local-
obteilung des Deutschen Vereins für internationale Doppelwäh-
rung, der allerdings später im Sande verlief.

Einen neuen Anstoß erhielt die Entwicklung der Zeitung in
dieser Zeit durch den Eintritt des ältesten Sohnes des Hauses,
Franz X. Bachem in den Zeitungsbetrieb. Seit 1881 schon
hatte er den Vater in der Geschäftsführung und besonders im
Zeitungsverlag tatkräftig unterstützt. So ist auch die bedeutende
Erweiterung des Inhalts der KV, die sich in der Vergrößerung
ihres Umfanges aussprach, wesentlich auf sein Betreiben zurück-
zuführen. Diese Raumvermehrung von 2898 auf 4731 qcm, die am
        <pb n="118" />
        ﻿96

20. November 1886 durchgeführt wurde, kam einmal der neu ins
Leben tretenden unterhaltenden und belehrenden Abteilung „Welt
und Wissen“, dann aber vorallem dem Ausbau des damals kleinen
wirtschaftlichen Teils der Zeitung zu einem Handelsteil zu
gute. Zu letzterem Zweck wurde an Stelle von Ludw. Marhoffer am
1. April 1887 der Schriftleiter des Frankfurter „Finanzherold“, Max
Anton Traub, berufen, ein kenntnisreicher und tüchtiger Berufs-
genosse, der sich dieser Aufgabe mit Eifer, Pflichttreue und größtem
Erfolge unterzog. Unabhängig und unbeeinflußt sollte der Han-
delsteil sein und dafür war in dem geraden, demokratischen,
akademisch wie kaufmännisch vorgebildeten Manne die rechte
Persönlichkeit gefunden. 1854 in München geboren, hatte er eine
Zeitlang den Lehrberuf ausgeübt und war dann zur Tagesschrift-
stellerei übergegangen.

Der Handelsteil der KV — der sich als ein wesentlicher Teil der
Zeitung seit September 1887 auch im Titel durch den Zusatz „und Handels-
blatt“ kundgab — sollte sie aber keineswegs zu einem Börsenblatt ge-
stalten, sondern vielmehr dem Nutzen aller Erwerbsstände, besonders
aber derjenigen dienen, die sich jeweils in bedrängter Lage befinden. So
trat die KV unter Traubs Leitung für die deutschen Schutzzölle in
tunlichst mäßiger angemessener Höhe ein, zum Schutze von Gewerbe
und Landwirtschaft, eine segensreiche Arbeit, wie sich besonders während
des Weltkrieges gezeigt hat.

Der Berichterstattung über Gewinnung und Verarbeitung von Natur-
erzeugnissen und Waren aller Art und den Handel mit ihnen, namentlich
über den Eisen- und Kohlenmarkt wurde besondere Aufmerksamkeit
geschenkt, die Ringbildungen mit ihren für die Verbraucher schädlichen
Folgen bekämpft. Dadurch hat sich dieser Teil der Zeitung die Anerkennung
weiter Kreise erworben. Die Mitarbeiter, für deren Werbung Traub sich
gleichfalls verdient machte, erhielten die Weisung, „lediglich die Wahrheit
zu berichten ohne Schönfärberei und ohne Beschönigung, und die Ver-
hältnisse so darzustellen, wie sie wirklich sind, nicht wie gewisse Leute
ein Interesse daran haben könnten, sie dargestellt zu sehen“.

Volle 28 Jahre lang stellte Traub seine Kraft in den Dienst der KV,
bis er am 29. November 1915 einem mehrjährigen Herzleiden erlag. Im
letzten Jahrzehnt seines Lebens hatte er seine Kenntnisse und Erfahrungen
auch als Dozent der Kölner Handelshochschule verwertet. Mit der Zeit war
die Arbeit an dem Handelsteil derart angewachsen, daß noch ein zweiter
und dritter Schriftleiter gewonnen werden mußten. Am 15. April 1902
kam Christian F ü 11 e s (geb. 1875 zu Köln) aus dem Bankfach zur KV
herüber. Seit dem Tode Traubs nimmt er nun dessen Stellung als Erster
Leiter ein. Am 25. Januar 1913 und am 2. November 1915 traten Dr. Friede-
        <pb n="119" />
        ﻿97

Liebei (geb. 1882 zu Waldsee i. Wttbg.) und Dr. C. Cheneval, ein
Schweizer, in die Handelsteilleitung ein.

Dieser Ausbau des Handelsteiles, mit dem ein Zentrumsblatt
zum ersten Male mit der übrigen großen Presse in Wettbewerb
trat, erwies sich als eine weittragende Tat. Sie war zwar mit
vieler Arbeit und großen Kosten verknüpft, hob aber die Ver-
breitung und das Ansehen der KV in einem Maße, daß sie auch
von ihren politischen Gegnern beachtet und bezogen wurde.

Am 4. Dezember 1888 ging der Verlag zur Ausgabe eines eigenen
Kursblattes als Ergänzungsblatt über, das mit den Zügen gegen
’/*5 Uhr nachmittags zum Versand kam. Es wurde zunächst nur an
die Bezieher in den größeren rheinischen Städten versandt. Weil es
außer dem Kurszettel auch die neuesten Handelsdrahtberichte enthielt,
wuchs die Auflage ständig (am 18. Juni 1890 wurde es zum ersten Male
nach Westfalen versandt) bis es endlich am 12. März 1898 als „Drittes
Blatt“ der Gesamtauflage angegliedert wurde. Zum regelmäßig drei-
mal erscheinenden (d. h. dreimal ausgetragenen und versandten) Blatte
wurde aber die KV erst am 26. Februar 1903. Schon im Jahre vorher
waren die eigenen Hauptvertretungen der Geschäftsstelle (Agenturen) auf
die Städte Aachen, Bonn, Brühl, Düren, Düsseldorf, M.Gladbach, Mül-
heim a. Rh. und Neuß ausgedehnt worden, durch welche seit 1903 die
Zeitung durch besondere Boten vom Bahnhof aus täglich dreimal aus-
getragen wird. Eine Haaptvertretung der Geschäftsstelle in Berlin W,
Potsdamerstraße 127 b, wurde am 10. November 1904 eröffnet (seit
15. März 1909 W 66, Leipzigerstraße 123 a) im Anschluß an das Berliner
Schriftleitungsbüro.

Die Entwicklung des Handelsteils der KV wurde weiter gefördert
durch den am 16. Februar 1890 erfolgten Ankauf des in Köln erscheinenden
„Allgemeinen Anzeigers für Rheinland-Westfalen (Köl-
nische H a n d e 1 s z e i t u n g)“. Der Name wird heute noch im Titelkopf
der Zeitung weitergeführt.

Der Kaufmannswelt diente die KV zu Ende der 1880er Jahre auch
noch durch die Aufdeckung eines verbreiteten Londoner Schwindels. In
der Morgenausgabe vom 30. September 1887 erschien zuerst ein Artikel
„Deutsche Schlittenfahrer in London“, mit welchem eine
lange Reihe ähnlicher Arbeiten eingeleitet wurde. Der Ausdruck Schlitten-
fahrer bezeichnete in der Londoner Kaufmannswelt die unreellen Ge-
schäftstreibenden, die sieh von Deutschland mit Hilfe schön bedruckter
Briefbogen und selbstbesorgter „Auskünfte“ Waren kommen ließen, die sie zu
bezahlen dann vergaßen. Verfasser dieser gut geschriebenen in Deutschland
großes Aufsehen hervorrufenden Enthüllungen war der aus Westpreußen
stammende, in London lebende Kaufmann Stephan Reuschel, der sich
des Decknamens „Rollo“ bediente. Als er auch einen gewissen Opitz

100 Jahre J. P. Bachem.	^
        <pb n="120" />
        ﻿und dessen Freund, den Auskunftsagenten Lothar Lehnert auf Grund
unerhörter Schwindeleien an den Pranger stellte, erhoben diese eine
Verleumdungsklage gegen Reuschel und die Kölnische Volkszeitung mit
dem Ergebnis, daß Opitz am 25. Mai 1895 zu acht Monaten Zwangsarbeit
verurteilt wurde, nachdem Lehnert das Weite gesucht hatte. Freilich hatte
diese Genugtuung für die Zeitung den bitteren Nachgeschmack, daß, da die
Verurteilten unpfändbar waren, sie für die hohen Kosten des englischen
Gerichtsverfahrens im Betrage von fast 50 000 Mark aufkommen mußte.

Den praktischen Bedürfnissen der Landwirtschaft und
des Gartenbaues kam in der Zeitung eine Donnerstags er-
scheinende besondere Abteilung seit 1878 entgegen. Durch die
genaue Berichterstattung über alle die Landwirtschaft betreffenden
Tagesfragen hat sich dieser Teil der Zeitung unter den Gutsbesitzern
und Landwirten Westdeutschlands und Westfalens einen großen
Leserkreis erworben, wozu auch ein wöchentlicher Garten-
baukalender beitrug. Dem kenntnisreichen Leiter dieses
Teiles, Dr. Emil Kalender, verdankte der Verlag aus den
Jahren 1881 und 1882 mehrere praktische kleine Werkchen über
den „Blumengarten“, den „Rationellen Gemüsebau“, die „Kultur
der Zimmerpflanzen“ und den „Rationellen Obstbau“. Seit August
1901 schied sich diese Abteilung für Landwirtschaft und Garten-
bau als besondere „Landwirtschaftliche Beilage“ aus
der Zeitung aus. Dr. Kalender hatte seine Tätigkeit an der KV
schon seit April 1895 eingestellt, als er Präsident des Vereins
für Gartenkultur und Botanik geworden war. An seine Stelle
war im Oktober 1896 der Bürgermeister Gustav Biesenbach
in Rheinbreitbach, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses
und Weinbaukommissar des Rheinischen Bauernvereins, getreten.
Die neue Leitung war besonders auf den unmittelbar praktischen
Nutzen für die Leser bedacht. In Rheinbreitbach errichtete der
Verlag eine eigene Versuchsanstalt, deren Anbau-Ergebnisse
auf dem Gebiete der Landwirtschaft, des Gartenbaues und der
Obstzucht den Lesern zugute kommen sollte.

Als selbständiges Unternehmen bestand neben der Landwirtschaftlichen
Beilage von Juni 1901 bis März-1902 der „Westdeutsche Lanjdwirt“
unter der Leitung des Landwirtschaftslehrers und Tierzuchtinspektors
Dr. Wilh. Mintrop. Von April 1902 ,wurde er an Stelle der Landwirt-
wirtschaftlichen (Beilage der ganzen Auflage der KV beigelegt und der
Preis des Einzelbezugs von M I.— auf M 0.50 ermäßigt.
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        ﻿99

Eine ähnliche Wandlung machte der Literaturteil der Zeitung
durch. Bücher-Besprechungen und literarische Artikel waren bis
zum Jahre 1892 in den verschiedenen Ausgaben der Zeitung
zerstreut; seitdem wurden sie auf einer besonderen Seite in den
Mittwochsausgaben vereinigt, und seit Januar 1900 in einer
besonderen wöchentlichen „Literarischen Beilage“ ge-
sammelt. Wie der Westdeutsche Landwirt, fiel auch sie während
des Krieges vorübergehend der Papiernot zum Opfer.

Als eine besondere Sparte pflegte der Verlag seit Ende der 1880er
Jahre zahlreiche überseeische Verbindungen. In einer langen
Reihe von anregenden Artikeln wurden die geographischen und
kulturellen Verhältnisse des fernen Auslandes den Lesern näher
gebracht, wobei Missionare und Forschungsreisende (z. B. Ernst
v. Hesse-Wartegg) schätzbare Mitarbeiter wurden. Leider hat
der Weltkrieg diese wertvollen Verbindungen unterbrochen.

Mit dieser vielseitigen Ausgestaltung des Inhalts der Zeitung
mußte die Vergrößerung der Schriftleitung gleichen Schritt halten.
Als Nachfolger Dr. Marcours trat am 1. April 1888 R. A. Koernig
in die Schriftleitung für den Auslandsteil ein, ein kenntnisreicher,
sprachkundiger Mann, dem aber Zigeunerblut in den Adern floß.
Er hielt nur bis zum 1. November desselben Jahres aus und
begann bald ein abenteuerndes Leben im hohen Norden, von
wo er nach München und Wien (als dort die „Zeit“ gegründet
wurde) verschlagen wurde, um bald darauf in den besten Mannes-
jahren zu sterben. Ihn ersetzte am 13. November 1888 Dr. Otto
Dresemann, der schon als Aachener Verwaltungsbeamter ein
geschätzter Mitarbeiter der KV gewesen war. In Crefeld 1860
geboren, hatte er in Straßburg, Bonn und Münster Philologie und
Geschichte studiert und war nun in den Beruf seines Vaters
gekommen. Neben der Behandlung der auswärtigen Angelegenheiten,
für die ihn seine reichen Sprachkenntnisse vor allem befähigten,
entfaltete er fast 27 Jahre lang eine überaus vielseitige Tätigkeit
an der KV, besonders auf dem Gebiete der Geschichte, der
Technologie, der Erd- und Völkerkunde, der Philologie und
der belehrenden Plauderei. Er leitete auch die am 26. Juli 1899
eingeführte neue Rubrik „Aus der Frauenwelt“ und schrieb
die Wochenrundschau, die besonders für die 1893 vom Verlag
gegründete Wochenausgabe fürs Ausland unentbehrlich
        <pb n="122" />
        ﻿war. Als er zusammen mit Jul. Bachem im März 1915 aus
der Schriftleitung austrat, rückte Dr. Aegidius Müller,
im Jahre 1880 bei Fulda geboren, der schon seit dem 1. Ok-
tober 1905 der Schriftleitung angehörte, in die Stelle des Ausland-
schriftleiters ein. Leider wurde er bereits am 5. September 1917
das Opfer einer heimtückischen Krankheit, worauf Dr. Eduard
H e m m e r 1 e, ein gebürtiger Kölner (geb. 1883), den besonders im
Kriege wichtigen Posten besetzte. An die Stelle Julius Bachems
war ein halbes Jahr später Justizrat Dr. Karl Bachem, der
zweite Sohn von Jos. Bachem, getreten.

Julius Bachem ist die Altersruhe nach fünfundvierzigjähriger
Tätigkeit an der Kölnischen Volkszeitung nicht lange gegönnt gewesen.
Am 22. Januar 1918 machte ein altes Leiden seinem Leben voll unermüd-
licher vielseitiger Arbeit ein Ende. Seine Verdienste um die Zentrums-
parteierschöpften sich nicht in seinem Wirken an der K.V. Im Augustinus-
Verein zur Pflege der katholischen Presse41 wiesen seine klaren politischen
Erörterungen der gesamten Zentrumspresse oft genug ihren Weg, und
sein Verdienst ist es nicht zum kleinsten Teile, wenn sie der Presse
anderer Parteirichtungen als das Muster festen Zusammenhalts hingestellt
werden darf. In einem für Tagesschriftsteller wertvollen kleinen Büchlein
„Allerlei Gedanken über Journalistik“ hat er eine Fülle guter Beobachtungen
und Grundsätze niedergelegt. Seine „Erinnerungen eines alten Publizisten
und Politikers“ sind gleichfalls ein Buch voll Gedanken und Laune. Eine
wichtige katholische Kulturaufgabe löste er mit der Neuherausgabe des
fünfbändigen „Staatslexikons der Görresgesellschaft“, von dem er die
zweite und dritte Auflage besorgte und ihr seinen Geist aufdrückte.

Auch an der Leitung der übrigen Teile der Zeitung vollzogen
sich während dieser Zeit fortwährend Aenderungen, d. h. die
Zahl der an der Schriftleitung Beteiligten wuchs fortgesetzt. Für
den westdeutschen Teil trat 1886 Cornelius Bebber ein,
ein humorvoller Mann und großer Lateiner, der als Schriftleiter
der Saarzeitung in Saarlouis am 29. April 1903 gestorben ist.
Sein Nachfolger war am 15. September 1892 Oswald Neuwiem,
der Bearbeiter der Drahtnachrichten wurde und auch für den
politischen Teil der Zeitung tätig war. Den westdeutschen Teil
besorgte dann der Leiter des Local-Anzeigers Peter Brendgen
(vgl. S. 113), bei dem aber bald schon sein asthmatisches Leiden
sich bemerkbar machte, dessen Opfer er geworden ist. Seit dem
1. April 1898 erhielt Bernhard Reuter (geb. 1857 in Borken
in Westfalen) die Leitung des westdeutschen Teils der KV und
des LA. Ihn unterstützte Dr. Aug. Hommerich, der aber

J
        <pb n="123" />
        ﻿schon nach drei Vierteljahren am 1. Oktober 1905 zum Düssel-
dorfer Tageblatt überging. Die Sorge um den Local-Anzeiger
nahm seit 1913 Josef Bestler (vgl. S. 113) mehr und mehr
auf sich, besonders, nachdem auf Reuter neben dem westdeutschen
auch der wirtschaftliche Teil der KV nach und nach über-
gegangen war. Als Leiter des erzählenden Teiles der Zeitung
nahm Anton Wolf (geb. 1863 in Weil der Stadt i. Wttbg.) seit

7.	November 1892 Josef Bachem die Arbeit der Prüfung des sehr
reichlich einlaufenden bez. Materials ab. Der Kommunalpolitiker
Dr. Otto T h i s s e n, ein Kölner (geb. 1875), wirkt an der KV seit
dem 26. Februar 1903, in welchem Jahre auch Ernst H. Kley
(geb. 1867 in Brühl) von Aschaffenburg aus an die KV
übersiedelte. Nach dem Austritt von Dr. Cardauns wurde am
1- Juli 1907 der Kais. Seminardirektor Dr. Karl Ho eher aus Metz
berufen (geb. 1867 in Diez an der Lahn), der ebenfalls eine viel-
seitige Tätigkeit ausübt und auch durch bedeutsame literarische
Leistungen auf erzieherischem, schönwissenschaftlichem wie
politischem Gebiet sich einen klangvollen Namen erworben hat. Der
Tod Dr. Müllers veranlaßte den Eintritt von Dr. Karl Zach er 1
(geb. 1887 in Passau) in die politische Schriftleitung. Anton
Stehle (geb. 1870 in Schussenried i. Wttbg.) löste am 1. Juli 1910
den Professor Hermann Kipper (gest. 25. Oktober 1910) nach
38jähriger Tätigkeit als Musik- und Theaterkritiker der KV ab.
Als theologischer Berater trat Dr. phil. und theol. Philipp
Huppert, bis dahin Konviktsrektor in Bensheim a. d. Bergstr.,
1901 in die Schriftleitung ein. Seinem segensreichen Wirken auch
auf dem literarischen Gebiete setzte der Tod am 19. April 1906
oin Ziel. Seit Januar 1912 ist in gleicher Weise tätig Dr. theol.
Jos. Froberger (geb. 1871 in Hirsingen, Elsaß). Er wirkte
vormals als Provinzial der Weißen Väter in Trier und brachte
reiche theologische, philologische und literarische Kenntnisse
und Erfahrungen mit. In seiner früheren Tätigkeit hatte er viele
Länder und Leute kennen gelernt.

Als jüngstes Mitglied betätigte sich in der Schriftleitung seit 15. April 1914
Of’ Karl Bachem, der zweite Sohn des Verlegers Franz X. Bachem.
Sei Ausbruch des Krieges trat er sofort am 1. August 1914 als Leutnant
der Res. für sein Vaterland ein, dem er dann am 8. Oktober 1917 sein
junges, vielversprechendes Leben zum Opfer brachte.48

Auch für die auswärtige Vertretung der KV war schon in
Jen 1880er Jahren gut gesorgt. In Berlin wahrte Jakob
        <pb n="124" />
        ﻿H e c k 1 e r — unterstützt durch Dr. W. K e r c k h o f f — ein
gewandter Tagesschriftsteller mit rascher Auffassungsgabe und
reifem Urteil, ihre Interessen. Am 1. Oktober 1899 löste ihn
Dr. Theodor Müller ab. Dieser, der am 1. Juni 1908 nach
längerem Leiden starb, machte am 1. Oktober 1906 dem jetzigen
Leiter der Berliner Redaktion Dr. HansEisele (geb. 1875) Platz.
Wie seine Vorgänger war er eine Zeitlang in der Kölner Schrift-
leitung tätig gewesen, wohin er von Coblenz aus berufen worden
war. Ihm standen nach einander noch die Herren Albert Schmid,
Dr. Eduard Hemmerle, Dr. Heinz Teipel, Dr. Ernst Häfner
und gegenwärtig Alfons Steiger zur Seite.

In R o m hatte die KV schon seit Oktober 1878 in der Person
Heisterbergks eine Vertretung, dessen bis Anfang 1889 er-
schienenen Beiträge das Zeichen F führten. Ihm zur Seite stand
seit Juni 1880 der Cavaliere Leopold Marzorati, ein früheres
Mitglied der päpstlichen Garde, der neben kirchlichen auch an-
regende unterhaltende Beiträge lieferte und bis zu seinem Tode
am 31. Dezember 1901 ein fleißiger Mitarbeiter blieb. Ihn ersetzte
seit 1899 Comm.Ernst Kappenbergaus Düsseldorf. Seit Eintritt
Italiens in den Weltkrieg vertrat er die Zeitung von Lugano und
seit April 1918 von Basel aus.

Die französische Hauptstadt bot Hermann Kuhn seit 1881
den Stoff zur Berichterstattung. 1834 bei Trier geboren, hatte er
sich in der langen Zeit seines Aufenthaltes in Paris eine
genaue Kenntnis der Verhältnisse angeeignet, die er in fesselnden
Plaudereien und politischen Artikeln bis zu seinem Tode am
16. März 1905 verwendete. Sein 1882 im Bachemschen Verlag
erschienenes Buch „Aus dem modernen Babylon“, das mehrere
Auflagen erlebte, war eine Sammlung dieser Aufsätze.

Einen politisch hervorragenden Vertreter hatte die KV in der
belgischen Hauptstadt inLouisHackenbroich, der als Chef-
redakteur des Patriote in den Ministerien verkehrte und dessen
Beiträge sehr beachtet wurden. Erstarb am 14. Sept. 1915 in Neuß.

Aus Wien kamen der Zeitung meist unterhaltende Beiträge
zu von Friedrich Bacciocco, einem Aachener, im gleichen
Jahre wie Kuhn geboren. Er hatte sich in der Welt umgesehen,
bevor er in der österreichischen Hauptstadt seßhaft wurde. 1866
war er Kriegsberichterstatter gewesen, 1867 hatte er in Rom die
letzte Zeit der päpstlichen Herrschaft erlebt, der Krieg 1870 hatte
        <pb n="125" />
        ﻿

103

ihn in Paris überrascht, wo er seine Erlebnisse während der
Herrschaft der Kommune in einem Buche „Die neuen Schreckens-
tage in Paris“ 1872 schilderte.

Mit der Vertretung der KV in St. Petersburg war bis
zum Ausbruch des Krieges ebenfalls eine vortrefflich beratene
Persönlichkeit betraut. Aus London endlich unterrichtete Dr.
Adolf Rosendorff die KV in umfassender Weise auf politi-
schem, wirtschaftlichem und unterhaltendem Gebiete, bis der
Krieg der Verbindung ein Ende machte. Ebenso wurde die
K V aus New-York, den nordischen Ländern, aus Spanien, der
Türkei usw. durch gute Berichterstatter auf dem laufenden gehalten.

Das Jahrzehnt vor dem Ausbruch des Krieges war für das
Zentrum eine politisch hocherregte Zeit. Man hatte gegen die
Katholiken den Vorwurf erhoben, daß sie sich von dem Allge-
meinleben der Nation abschlössen und in ihr einen „Fremdkörper“
bildeten. Auch früher schon hatte man das Zentrum als eine
konfessionelle Partei aus dem parlamentarischen Leben als
Fremdkörper ausscheiden wollen, eine Anschauung, die Windt-
horst bereits 1872 Bismarck gegenüber als falsch bezeichnete.
Aber in der Folgezeit wurde der Versuch wiederholt, das Zentrum
allein zu stellen. Dieser Sachlage gegenüber forderte man auf
katholischer Seite, wie schon berufene Wortführer und besonders
nachdrücklich Windthorst verlangt hatten, daß die Katholiken
mehr hinausträten unter die Andersgläubigen, die Anhänger an-
derer politischen, sozialen, wissenschaftlichen Grundsätze, Theo-
rien und Ideale, und ihnen das wahre Bild der katholischen
Weltanschauung zeigten. Aus dieser Stimmung heraus, „im
Hinblick auf die politische Gescrotlage“, schrieb Julius Bachem
in den Historisch-politischen Blättern am 1. März 1906 seinen
aufsehenerregenden Aufsatz „Wir müssen aus dem Turm heraus!“,
in dem er die Auffassung bekämpfte, daß „die Zentrumsfraktion
ein ausschließlich im Interesse des Katholizismus geschaffenes
Gebilde sei“.

Dieser Artikel wurde der Ausgangspunkt der gegen die sog.
,,K ö 1 n e r R i c h t u n g“ vergehenden Bewegung, die das Ziel einer
»katholischen Fraktion“ statt des rein politischen Zentrums her-
beizuführen bestrebt war. Einen festen Anhalt erhielt die Be-
wegung in der von Kaplan Schopen-Oberhausen veranlaßten
        <pb n="126" />
        ﻿sog. Osterdienstagskonferenz in Köln (13. April 1909), die
zwei Grundsätze aufstellte: „1. Das Zentrum ist eine politische
Partei, die sich zur Aufgabe gestellt hat, die Interessen des ge-
samten Volkes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens in Ein-
klang mit den Grundsätzen der katholischen Weltanschauung zu
vertreten. 2. Der große Einfluß, den der Volksverein für das
katholische Deutschland auf das katholische Leben übt, erfordert
einen engeren Anschluß an den Episkopat.“

Die Bewegung gegen die „Kölner Richtung“ oder die „Richtung
Bachem“, die diesen Vorgängen folgte, und die unter anderem
1910 auch die namenlose Veröffentlichung des Kaplan Schopen
„Köln, eine innere Gefahr für den Katholizismus“ zeitigte, nahm
in den nächsten Jahren immer schärfere Formen an, bis 1914
der Reichsausschuß der Zentrumspartei durch eine
Kundgebung vom 8. Februar dem Streite ein Ende machte. Zwei-
undvierzig Mitglieder (von 44 anwesenden) des Ausschusses
(darunter der Vorsitzende Dr. Spahn, Franz Brandts, Erzberger,
Gerstenberger, Gröber, Herold, Hitze, Fürst Löwenstein, Marx,
Müller-Fulda, Dr. Forsch, Dr. von Savigny) erklärten darin mit
Bezugnahme auf eine ähnliche Erklärung des Landesausschusses
der preußischen Zentrumspartei vom 28. November 1909 als
Grundsatz, was die „Kölner Richtung“ stets vertreten hatte: „Das
Zusammenwirken katholischer und nichtkatholischer Männer
innerhalb der Zentrumspartei dient zur Erhaltung des Friedens
unter den christlichen Konfessionen und der Förderung gemein-
samer Interessen. Das Zentrum ist eine grundsätzlich poli-
tische, nicht konfessionelle Partei. Unter Ablehnung
jeder weiteren Definition erklären wir: Das Zentrum soll bleiben,
wie es war und ist.“ Endgiltig setzte erst der Ausbruch des
Weltkrieges diesem Zwist ein Ziel, hoffentlich für immer. Eine
zusammenfassende Darstellung des Verlaufs dieser ganzen Be-
wegung gab Dr. K. Hoeber in seinem Buche: Der Streit um
den Zentrumscharakter (Zeit- und Streitfragen der Gegenwart,
Köln, Bachem, 1910, Bd. I).

Kurze Einzelheiten aus der Geschichte der KV.

Trotz der mehrseitigen'tErweiterung der KV seit den 1880er Jahren
blieb der Bezugspreis bis zum 1. Januar 1907 unverändert, viertel-
jährlich M. 6.75. Nachdem im letztgenannten Zeitpunkt die Viertel-
        <pb n="127" />
        ﻿^ 105

jahrsstärke von 640 Seiten im Jahre 1886 auf 1150 Seiten gestiegen war,
wurde der Postbezugspreis auf 7, später auf M. 7.50 erhöht. Die Papier-
und Materialienteuerung während des Krieges machte am 1. Januar 1918
eine fernere Erhöhung auf M. 8.25 nötig. In der Stadt Köln wurde der
Bezugspreis 1903 bei der dreimaligen täglichen Zustellung von M. 5.50
auf M. 5.80, am 1. Januar 1907 auf M. 6.— und während des Krieges
auf M. 7.25 erhöht.

Bei dem bei jeder Zeitung vorhandenen Bestreben, möglichst die
letzten am Schluß des Blattes eintreffenden Nachrichten noch zu ver-
wenden, spielt die Versendung stets eine wichtige Rolle. In den 1830er
Jahren war die Versendung bei den Kölnischen Blättern ein Teil der Auf-
gabe des Buchbindermsisters Dick, dann nahm sie Peter Geisbüsch
in die Hand, der mehrere ältere Hilfsarbeiter dazu hatte. Die Zeitungen
mußten, wenn sie aus der Maschine kamen, noch mit der Hand gefalzt
werden, um dann verpackt zur Post in der Glockengasse oder nach dem
Bahnhof gebracht zu werden. Später wurde die „Expedition“ in zwei
Abteilungen gegliedert; die Zeitungsverpackung, der Mathias No Iden,
(eingetreten am 28. Februar 1859; gestorben 20. Juni 1914) Vorstand, und
die Versandabteilung, deren Vorsteher zuerst Heinr. Alleker war. Die
Arbeit wurde hier immer schwieriger, je mehr sich die Postverbindungen
über das Reich ausbreiteten. Am 1. September 1899 trat an die Spitze
der Versandabteilung der aus der praktischen Postlaufbahn hervorge-
gangene jetzige Prokurist Josef Schäfer, der seine Aufgabe mit zehn
Hilfskräften bewältigt.

Heute ist die Versendung ein verwickelter, ausgedehnter Betriebs-
zweig geworden. In der Bandschreiberei werden die zur post-
mäßigen Versendung der KV und ihrer Nebenausgaben nötigen Streif-
bänder bearbeitet. Besondere Druckmaschinen drucken mittels vorher
gestanzter Blechschablonen die Postorte oder Adressen auf die Bänder,
auf die mit großen blauen Ziffern die Zahl der Bezieher geschrieben
wird. Es gehören eingehende posttechnische Kenntnisse und ein sorg-
fältiges Studium der Eisenbahn- und Postkursbücher dazu, für jeden
Postort in Deutschland und im Auslande den schnellsten Versendungsweg

der nicht immer der kürzeste ist — ausfindig zu machen und in das
verwickelte System der Versendungsliste einzufügen.

Die letzte Hand an die Zeitungen wird in dem neben dem Rotations-
maschinensaal gelegenen „Versendungssaal“ gelegt, wo an langen Tischen
die „Expedienten“ mit erstaunlicher Raschheit die aufgeschriebene Zahl
in die Streifbänder einfalten und verkleben. Sache des Vorstehers
dieser Verpackungsabteilung ist es, die fertigen Streifbänder nach den
Postkursen zu ordnen. In große Säcke verpackt, bringen Dreiräder die
Lasten zur nahen Hauptpost oder zum ebenso nahen Hauptbahnhof«
        <pb n="128" />
        ﻿

Eigentlich ist die Verpackung und Versendung Sache der Post; da
diese aber dafür einige Stunden Zeit beansprucht, so übernimmt jede
größere Zeitung diese Arbeit selbst auf eigene Kosten.

Neben der Versorgung der Post geht die Abfertigung der Trägerinnen
für die St ad tauf läge. In den Nachmittagsstunden muß auch noch für
das Austragen des L A in Köln, seinen Vororten und in den zahlreichen
Ortschaften der umliegenden Landkreise gesorgt werden. Ueberflüssig
zu sagen, daß in diesem hastenden Getriebe sich alles peinlichst genau
nach Minuten, ja Sekunden abspielen muß, um nicht die Züge zu ver-
passen und damit den fernen Leser um seine gewohnte Zeitunglesung
zu bringen, was dieser vielleicht mit einem höchst ungnädigen Schreiben
rügen würde.

Die erste Wochenausgabe der Köln. Volksztg. erschien mit dem vierten
Vierteljahr 1881 und führte den Titel „Colonia. Sonntagsausgabe der
Kölnischen Volkszeitung“. Im Umfange von zwei Bogen nebst der Unter-
haltungsbeilage „Sterne und Blumen“ kostete die Ausgabe vierteljährlich
1 M. Sie brachte eine politische Wochenrundschau,Jeine „kölnische Wochen-
chronik“, einen laufenden Roman und viele unterhaltende und belehrende
Artikel.

Der Gedanke, eine „Wochenausgabie fürs Ausland“ zu veran-
stalten, die für die Ausländsdeutschen ein Organ zur engeren Ver-
bindung mit |der Heimat bilden sollte, war in den letzten Lebensjahren
Jos. Bachems erwogen worden. Nach einer Amerika-Reise seines ältesten
Sohnes kurz vor seinem Tode wurde der Plan am H. September 1893
Wirklichkeit. Die Ausgabe erfreute sich lebhafter Anerkennung und hatte
sich trefflich entwickelt, als ihr der Weltkrieg den Hauptlebensnerv
unterband. Gleichwohl hielt sie (auch während des Krieges durch und
beschränkte sich auf das verbündete und neutrale Ausland. Mit dem
Jahre 1909 war das Format verkleinert worden (3 Spalten) und statt den
früheren acht großen wurden 16 kleine Seiten geliefert, d. h. der Lese-
stoff wurde um ein Neuntel vermehrt. Sie führt jetzt den Titel Wochen-
Ausgabe für Ausland und Uebersee.

Zum goldenen Bischofsjubiläum des Papstes Leo XIII. erschien am
19. Februar 1893 eine besondere „Festgabe der Kölnischen Volkszeitung“
in Form eines mit Bildern geschmückten Lebensbildes des Hl. Vaters. Zum
silbernen Papstjubiläum veranstaltete das Zentralkomitee für die Katho-
likenversammlungen zum 1. Mai 1903 einen Jubiläums-Pilgerzug, woran
die Köln. Volksztg. zwölf katholischen Männern, die sich im öffentlichen
Leben verdient gemacht hatten, aber nicht in der Lage gewesen wären

J
        <pb n="129" />
        ﻿■*&amp;£&amp;&amp;&amp; 107



aus eigenen Mitteln sich an der zwanzigtägigen Fahrt zu beteiligen,
die Teilnahme durch Uebernahme der Kosten ermöglichte. Von den
Verbänden der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands, Süd-
deutschlands, Nord- und Ostdeutschlands, dem Verband der katholischen
Gesellenvereine, des Windthorstbundes und des Volksvereins für das
katholische Deutschland wurden je zwei Mitglieder in Vorschlag gebracht,
die dann auch die Reise mitmachten. (Die Namen in Nr. 372 der KV
vom 3. Mai 1903.)

Das Bild des Kopfes der K V änderte sich am 20. April 1897 insofern,
als an diesem Tage das KV-Signet mit dem zuerst bei der Festnummer

zum Silberjubiläum der Zeitung am 1. April 1885 angewandten Wahl-
spruch „Fortiter in re, suaviter in modo“ und dem Spruchband „Mein
Feld ist die Welt“ erschien.

•X

Zur besseren Unterscheidung von anderen Tagesblättern wurde im
Kopfe der Zeitung links seit 10. März 1916 das KV-Zeichen eingefügt:

CUD

Seitdem hat| sich noch mehr als früher die kurze Benennung der
Kölnischen Volkszeitung als KV eingebürgert.

Eine noch mehr in die Augen fallende äußere Wandlung vollzog sich
mit dem 23. August 1917, seit welchem Tage die KV als die erste
deutsche politische Tageszeitung in der W e 111 e 11 e r, d. h. in lateinischer
Druckschrift (Antiqua) erscheint, nachdem der Handelsteil schon seit dem
8- September 1892 in dieser Beziehung vorangegangen war. Die historisch
gewordene Titelzeile blieb unverändert in der alten Frakturschrift.49
        <pb n="130" />
        ﻿Am 31. Oktober 1898 hatte der Verlag der KV einen Preis von 500 M. aus-
gesetzt für ein Zentrumslied, das sein sollte „ein Nachklang der Kämpfe
und Siege, die hinter uns liegen, und zugleich ein Gelöbnis, die Einigkeit
und ideale Gesinnung zu bewahren, welche das Geheimnis unserer Kraft
bilden“. Unter den tausend eingelaufenen Liedern erhielten Gymnasial-
oberlehrer Dr. Th. M. Kummer in Schalke i. W. und Volksschullehrer
Fr. Brücker in Krefeld Preise von 300 und 200 M.

Am 26. Juli 1899 erschien zum erstenmal der Abteilungskopf „Aus
der Frauenwelt“. Infolge der durch die Kriegswirtschaftsstelle für
das deutsche Zeitungsgewerbe in Berlin getroffenen starken Papier-
beschränkung im Verlaufe des Weltkrieges hat diese Abteilung der
Zeitung wie manche andere sehr eingeschränkt werden müssen.

Als erste unter den deutschen Tagesblättern hat die KV seit dem
1. Oktober 1906 eine besondere Bibliothek-Ausgabe aut holzfreiem,
also haltbarem Papier hergestellt, die ausschließlich an Bibliotheken zur
dauernden Aufbewahrung der Zeitung als Geschichtsquelle für die
kommenden Zeiten geliefert wird.

Am 50. Geburtstag der KV gestaltete der Verlag die Nr. 261 vom
1. April 1910 zu einer 69 Seiten umfassenden „Jubiläums-Festnummer“,
in der Fragen der Politik, der Wissenschaft, Kunst und Technik, der
religiösen und sozialen Tätigkeit, der Geschichte, Standes- und Berufs-
fragen, Wirtschaftliches und Unterhaltendes, in erster Linie von den be-
währten Mitarbeitern der KV behandelt wurden. Die Nummer hat da-
durch einen über das Tagesinteresse weit hinausreichenden bleibenden
Wert erlangt. Sie enthielt Beiträge von: Dr. P. J. M. Aalberse in Leiden
(Holland), Oberbürgermeister Dr. Antoni in Fulda, Justizrat Dr. Julius
Bachem in Köln, JustizratSDr. Karl Bachem in Köln, Hauptschriftleiter
Gg. Baumberger in Zürich, Bürgermeister Gust. Biesenbach in Rheinbreit-
bach, P. Mich. Bihl 0. F. M. in Quaracchi bei Florenz, Franziska Bram
in Coblenz, Hedw. Dransfeld in Werl, Dr. Otto Dresemann in Köln,,
P. Franz Ehrle S. J. in Rom, Univ.-Prof. Dr. Jos. Felten in Bonn,
Christ. Fülles in Köln, Joh. Giesberts, M. d. R., in M.Gladbach, Elisabeth
Gnauck-Kühne in Blankenburg, Schriftsteller Georges Goyau in Paris,
Landgerichtsdirektor A. Gröber, M. d. R., in Heilbronn, Dr. P. Hartmann
von An der Lan-Hochbrunn 0. F. M. in München, Kgl. Baurat F. C. Heimann
in Köln, Bischof A. Henninghaus, Ap. Vikar von Süd-Schantung, M. Herbert
in Regensburg, Dombaumeister B. Hertel in Köln, Geh. Rat Univ.-Prof.
Dr. Gg. Frhr. von Hertling in München, Geh, Hofrat Ernst von Hesse-
Wartegg in Luzern, Geh. Sanitätsrat Prof. Dr. Hopmann in Köln, Prälat

J
        <pb n="131" />
        ﻿Dr. Franz Hülskamp in Münster i. W., Justizrat Herrn. Kausen in Köln,
Paul Keller in Breslau, Oberlandesgerichtsrat Dr. J. B. v. Kiene in Stutt-
gart, Ernst H. Kley in Köln, Dipl.-Ing. Dr. Alexander Lang in Char-
lottenburg, Rektor P. Lettenbauer in Edea (Kamerun), Klemens Frhr.
von Loe auf Burg Bergerhausen, Alois Fürst zu Löwenstein, M. d. R., in
Kleinheubach, Bürgermeister Dr. Karl Lueger in Wien, Prinz Max, Herzog
zu Sachsen, Prof. Dr. J. Meyers in Luxemburg, Rieh. Müller, M. d. R., in
Fulda, Oberst a. D. Ohnesorg in Tempelhof, Landschaftsrat Carl Götz
von Olenhusen, M. d. R., in Olenhusen, Hofrat Ludw. v. Pastor in Rom,
Prof. Dr. J. Plaßmann in Münster i. W., Privatdozent Dr. Walter Rothes
in Posen, P. A. de Santi S. J. in Rom, Alfred Fürst zu Salm-Reiffer-
scheidt in Dyck (Rhld.), Generalsekretär Dr. Th. Scharmitzel in Köln,
Hofrat Prälat Prof. Dr. Franz M. Schindler in Wien, P. W. Schmidt
S. V. D. in St. Gabriel-Mödling bei Wien, Domkapitular Prof. Dr. Alex.
Schnütgen in Köln, Anton Schott in Bergham (Böhmen), Generalpräses
Prälat Dr. F. Schweitzer in Köln, Univ.-Prof. Dr. Martin Spahn in Straß-
burg i. Eis., Hofstiftskanonikus S. Staudhamer in München, Generalsekretär
A. Stegerwald in Köln, Hermann Graf Stolberg-Westheim in Westheim i. W.,
Jassy Torrund (Josefa Mose) in Breslau, Max Anton Traub in Köln,
Dr. E. Vercesi in Mailand, P. Erich Wasmann S. J. in Luxemburg, Prälat
Dr. Werthmann in Freiburg i. B. Der aus diesem Anlaß erschienenen
Festschrift von Dr. H. Cardauns ist schon gedacht worden.

Vier Jahre später, im Mai 19H, gab die KV aus Anlaß der Einge-
meindung von Mülheim a. Rhein, wodurch Köln mit 19680 ha die
»größte“ Stadt des Deutschen Reiches wurde, eine zweite Festnummer in
Form einer „Industrie- und Handelsnummer“ im Umfang von 7 Bogen mit
anregenden Abhandlungen angesehener Fachleute volkswirtschaftlichen,
erdkundlichen, gewerblichen und handelspolitischen Inhalts heraus. Sie
enthielt Beiträge von Oberbürgermeister A. Clostermann, Hafendirektor
Frz. Lanters, Studiendirektor Prof. Dr. Eckert, Prof. Dr. Ernst Wall, Bei-
geordneter Reg.- u. Baurat W. Klutmann, Prof. Dr.K. Wiedenfeld, Direktor
Hugo Klutz (Neuwied), Geheimrat Fr. Romberg, Geh. Baurat F. C. Heimann,
Oberingenieur W. Oellerich, Beigeordneter Dr. C. Löhe, Generaldirektor
Frz. Ott, Dr. Herrn. Cardauns.

•äk

Auch die Anforderungen, die die Entwicklung der Zeitungen
an ihre Geschäftsstellen in Gefolge hat, wuchsen von Jahr
zu Jahr. In den 1880er Jahren stand an ihrer Spitze Edmund
ßöhm, unter dessen Leitung auch noch die räumliche Ver-
größerung zu Ende 1890 fiel. Bis dahin mußten sich Verlag,
Geschäftsstelle und Buchhandlung (Handverkauf des eigenen
        <pb n="132" />
        ﻿Verlags) in einen großen Raum zu ebener Erde teilen. Erst durch
den Aufbau eines dritten Stockwerks auf das Eckhaus Marzellen-
Bahnhofstraße konnte der nötige Raum zu einer Ausbreitung der
Geschäftsstelle gewonnen werden. Damals entstand auch der
erste F r e i s a a 1 mit freier Lese- und Schreibgelegenheit. Nachdem
E. Böhm 1894 ausgetreten war, nahm seine Stelle am 1. Juni
1895 Carl Okle ein, der, inzwischen Prokurist geworden, den
Posten bis zu seinem Tode am 3. November 1910 innehatte.

Die verschiedenen Aufgaben, die die Geschäftsstelle j einer
großen Zeitung zu erfüllen hat, führten 1900 zu einer Teilung
derselben in mehrere Abteilungen. Die erste besorgt die Anzeigen-
verwaltung und die Verteilung der Stadtauflage der KV, die
zweite die Werbearbeit; an der Spitze beider stehtjseit dem Tode
Okles der Prokurist Bonifaz Gutberiet (eingetreten 1. April 1897).

Als eine besondere Frucht der|Werbetätigkeit erschien vor dem Kriege
jährlich ein Gasthofanze ige|r, der 1911 nachwies, daß die KV in über
4600 Gasthöfen, Restaurants usw. auflag, eine Zahl, die im nächsten Jahre
auf 4800 und 1914 auf 5140 gestiegen war.

Die dritte Abteilung, die Post-Zeitungsversendung, ist schon
Seite 105 erwähnt worden, und als vierte hat sich während des
Krieges die Einrichtung einer Feldpostabteilung nötig
gemacht, welcher Franz Josef Birgel vorsteht. Endlich besorgt
eine besondere Abteilung unter Theodor Bonn (eingetreten 15. Mai
1876) die Versendung des Kölner Local-Anzeigers.

Die gesamten Buchhaltungsarbeitender verschiedenen Geschäfts-
zweige, Verlag, Zeitung und Druckerei laufen in der Hauptbuch-
halterei zusammen, die dem Prokuristen Aug. Steinkrüger
(eingetreten 15. Dez. 1900) untersteht und in der mit fünf Hilfs-
kräften die endgültigen Geschäfts-Abschlüsse festgestellt werden.

Die Oberleitung dieser verschiedenen Geschäftsstellen liegt
in den Händen von Robert Bachem, dem jüngsten Sohne Josef
Bachems, der gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des
Vereins Deutscher Zeitungsverleger, Vorsitzender des Vereins
Rheinischer Zeitungsverleger und seit 1905 Mitglied der Kölner
Handelskammer ist. —

Früh hatte sich von der Geschäftsstelle eine besondere Zeitungs-
verlagsabteilung abgezweigt, die gewissermaßen die Vorarbeiten
für die Schriftleitung übernahm. Besonders als in den 1880er Jahren
der Fernsprecher mehr und mehr in den Dienst der Zeitungen
trat, liefen in diesem Raum neben den drahtlichen auch die
        <pb n="133" />
        ﻿111

telephonischen Nachrichten zusammen. Bei Uebersiedelung in den
Neubau erhielt dieses Zeitungskontor einen besondern großen
Raum, in dem fünf Fernsprechzellen die Verbindung der Zeitung
mit der Welt hersteilen, eine Rohrpost fürs Haus mündet und
eine solche mit dem Telegraphenamt die schnellste Uebermittlung
der einlaufenden Drahtnachrichten besorgt. Hier wird die ge-
samte einlaufende Post für alle Abteilungen gesondert, geöffnet
und verteilt. An der Spitze dieser wichtigen Abteilung steht der
Prokurist Herrn. Sombetzki (eingetreten 1881). Die Beamten
und (seit dem Kriege auch) Beamtinnen müssen besonders ge-
wandt in kurzschriftlichen Aufnahmen sein. Die Stelle endlich,
der der Briefwechsel der Schriftleitung und die Honorierungsange-
legenheiten obliegt, wurde von 1876 bis 1. April 1884 von Johannes
Schmidt, dem jetzigen Prokuristen der Bonifatiusdruckerei in
Paderborn, ausgefüllt. Sein Nachfolger war Oskar Hofmann, der
am 1. April 1886 durch den Verfasser dieser Schrift ersetzt wurde.
Seit anderthalb Jahrzehnten ist das Sekretariat erweitert worden.

•iv

In die erfreuliche) Entwicklung der Zeitung griff der am
1- August 1914 ausgebrochene Weltkrieg mit seiner rauhen
Hand verheerend ein. Zu Anfang schienen Handel und Wandel
für die Dauer der Kriegszeit völlig lahmgelegt, alle Anzeigenauf-
träge wurden zurückgezogen und damit den Zeitungen die Lebens-
ader gefährdet; denn die Beziehergelder decken bekanntlich nur
einen geringen Prozentsatz der Herstellungskosten einer Zeitung.
Erst allmählich kehrte das Vertrauen in die Zukunft zurück, haupt-
sächlich angesichts des unvergleichlichen Siegeszuges unserer
Westheere, und langsam stellte sich das geschäftliche Leben
wieder ein. Aber dann machte eine steigende Papierteuerung
und schließlich eine immer stärker sich bemerkbar machende
Rapierknappheit, die 1916 zur gesetzlich festgesetzten Verteilung
führte, den Zeitungen das Leben schwer.

Währenddes Krieges verfolgte die KV eine entschieden vater-
ländische Politik, die sich besonders nach der Freigabe der
Erörterung der deutschen Kriegsziele deutlich kundtat, und ihr,
selbst in den Reihen der eigenen Parteigenossen, manche Wider-
sacher erstehen ließ. Sie wollte „keine Eroberungs- und Annexions-
politik, aber Friedenssicherung und gerechte Entschädigungen“
        <pb n="134" />
        ﻿(21. 5. 1917). Sie erstrebte einen für unser Vaterland ge-
deihlichen Frieden, der alle die gebrachten unsäglichen Opfer
wert sein muß — einen „Frieden der Verständigung und des
Ausgleichs, der Deutschlands politische Sicherung und wirt-
schaftliche Weiterentwickelung gewährleistet“ (24.7.1917), einen
Frieden, dem nur noch Englands Vernichtungswille entgegensteht.
Möge bald die Stunde schlagen, die uns dieses Ziel bringen, unsere
heißen Wünsche verwirklichen wird.

Mit dem Eintritt in den Krieg wurden die Zeitungen mit der hemmen-
den Militär-JZensur belegt, die freilich im Staatsinteresse getragen
werden mußte. Es ist klar, daß hierbei die Behauptung des eng-
lischen Geschichtsforschers Macaulay, wonach die einzig wahre Ge-
schichte aus den Zeitungen zu entnehmen sei, einigermaßen einge-
schränkt wird. Trotzdem bieten auch über diesen Krieg die Zeitungen
eine überaus wertvolle ursprüngliche Geschichtsquelle, was der General-
direktor der Königlichen Bibliothek in Berlin, Prof. Dr. v. Harnack, in
einem Schreiben vom 10. Mai 1917 an die Kölnische Volkszeitung bei
Gelegenheit der Papierzuweisung für die Bibliotheksausgabe besonders
hervorhob. „Die Königliche Bibliothek,“ heißt es darin, „kann bestätigen,
daß es für die historische Wissenschaft ein Verlust sein würde, wenn
durch Nichtanfertigung des geringen Postens holzfreien Papiers die
Bibliotheksausgabe der Kölnischen Volkszeitung während des Krieges nicht
ununterbrochen erscheinen könnte. Es ist vielmehr ein dringendes Be-
dürfnis, auch vom staatlichen Standpunkte aus, daß dieses holzfreie Papier
geliefert wird.“

Als erstes deutsches Blatt veranstaltete die KV eine tägliche
„Kriegsausgabe“ (seit 28. November 1917 Auswahl-Ausgabe
genannt), die in einem Blatt den Hauptinhalt der drei Tagesaus-
gaben zusammenfaßte. Die erste Nummer erschien bereits am
28. November 1914. Das Unternehmen wollte „den Hunger nach
Nachrichten, der sich allenthalben in der Front und in den
besetzten Gebieten bei Offizieren und Mannschaften bemerkbar
macht“, stillen helfen. Günstige Erscheinungs- und Beförderungs-
verhältnisse machten die Kriegsausgabe zur Erfüllung dieser
Aufgabe hervorragend geeignet und bald war sie im Feld und in
der Etappe so beliebt, daß ihre Auflage im Jahre 1916 auf 100000
und 1917 noch darüber stieg. Einer weitern Steigerung der Auflage,
wie sie der Nachfrage entsprochen hätte, stellten sich technische
Schwierigkeiten und Papiermangel entgegen, die unter den Ver-
hältnissen der Kriegszeit nicht bewältigt werden konnten. Der
Bezugspreis war anfangs bei Feldpostversand M 1.30 monatlich,
        <pb n="135" />
        ﻿113

M 3,60 vierteljährlich, vom 3. Mai 1915 ab wurden die Sätze
auf M 1.50 und M 4.50, am 2. Januar 1916 auf M 1.75 und M 5.25
erhöht. Der Preis für die einzelne Nummer von 15 Cts. oder 12 Pfg.
wurde am 3. Mai 1915 auf 10 Pfg. ermäßigt. Auch durch die
Post kann die Auswahl-Ausgabe zum .Vierteljahrspreise von
M 6.75 bezogen werden.

Die Schriftleitung dieser Ausgabe besorgten von Anfang an
bis zum 10. März 1915 Karl Henkel, der dann zur militärischen
Dienstleistung eingezogen wurde, vom 11. März 1915 Dr. E.
H e m m e r 1 e, vom 29. April bis 27. Mai 1915 wieder Karl Henkel
und seit dem 28. Mai 1915 Jos. Geisen (geh. 1873 in Schillingen
bei Hermeskeil im Hochwald).

Infolge der Einführung des Rotationsraaschinenbetriebs im Sep-
tember 1887 konnte auch ein Jahrzehnte alter Plan von Jos. Bachem,
die Gründung eines Lokalblattes, verwirklicht werden. Der am
8. Oktober 1887 mit einer Probenummer und seit dem 14. täglich
Qls Anzeigenblatt vormittags, vom 1. Januar 1905 ab als Abend-
blatt erscheinende „KölnerLocal-Anzeiger“ sollte einerseits
die Zentrumspolitik in Köln in den breitesten Kreisen kräftig
vertreten, andererseits die KV von den nur örtliche Bedeutung
beanspruchenden Berichten entlasten. Unter der sehr geschickten
Leitung von Peter Brendgen, eines Kölners, der bis zu seinem
Tode (21. März 1904) der einzige Schriftleiter des Blattes war,
erfüllte es seine Aufgaben in trefflichster Weise, und wenn die
Kölner Zentrumsstadtverordneten seit dem Jahre 1903 gegenüber
den Liberalen die Mehrheit errangen, so war das nicht zum
wenigsten ein Verdienst des Blattes.

Als Schriftleiter folgten Josef Bestler, der vom 15. März 1904
bis 1. Oktober 1913 das Blatt leitete, und Max Horndasch
(geb. 1883 in Würzburg), der schon seit dem 1. März 1906 an der KV
und dem LA tätig war. Seit dessen militärischer Einberufung zu
Beginn des Krieges zeichnete Heinrich Müller (geb. 1886 in
Kalk), der am 1. Juli 1912 eingetreten war, als verantwortlich.
Seit 1. Oktober 1913 war noch ein Kölner, Dr. Waninger
(geb. 1889), in der Schriftleitung des LA tätig, der gleichfalls
einberufen wurde und am 24. Oktober 1915 bei Illuxt vor Düna-
burg sein junges Leben dem Vaterlande opferte. Von der KV-
Schriftleitung half Anton Wolf beim LA und Paul S a u p e (geb.
1873 in Döbeln in Sachsen) wurde mit hinzu berufen.

100 Jahre J. P. Bachem.

8
        <pb n="136" />
        ﻿114 5

Der Local-Anzeiger wurde anfangs unentgeltlich in die Erdgeschosse von
11811 Häusern verteilt. Für Bewohner der Stockwerke und Hinterhäuser
stellte sich der Bezugspreis auf monatlich 40 Pfg., vom II. Vierteljahr
1888 ab mit Sonntagsbeilage auf 50 Pfg.

Vom Jahre 1905 erschien der Local-Anzeiger als Abendblatt; am 30. No-
vember 1907 wurde die unentgeltliche Verteilung eingestellt und von den
Beziehern wöchentlich 10 Pfg. erhoben, welcher Preis allerdings infolge
der Kriegsverhältnisse später auf monatlich 80 Pfg. erhöht werden mußte.

Aus Anlaß seines 25 jährigen Bestehens gab der Kölner Local-Anzeiger
am 12. Oktober 1912 eine 80 Seiten starke „Festnummer“ heraus, in
der vorwiegend kölnische Stoffe behandelt wurden, z. B. die Häusernamen,
die Fleischversorgung, Verkehrsaufgaben, Rechtspflege in Köln, Marien-
hospital, Erfolge des Kölner Handwerks, Anna Maria Schürmann, das
kölnische Weltwunder, Entwicklung des gewerblichen Schulwesens in
Köln, Konstantinische Erinnerungen usw. Dieser Festnummer folgte am
30. Mai 1914 eine „Köln-Nummer“ mit einem Ueberblick über die
Geschichte Kölns, ferner Beiträge über den Dom, die Museen, Denkmäler,
Rathaus, Gürzenich, Rheinbrüeken usw.

11.	Josef Bachems Tod. Der Buchverlag von 1893 bis 1918.

Der Mann, der den größeren Teil dieser Verlags-Geschichte
in seiner Person selbst vergegenwärtigte, Josef Bachem, den
man als den zweiten Begründer des gesamten Verlags bezeichnen
kann, wurde am 21. August 1893 aus seinem langen, arbeits-
aber auch erfolgreichen Leben nach kurzem Krankenlager abbe-
rufen, seine Gemahlin und fünf Kinder zurücklassend. Seine
Bedeutung besonders für die katholische Literatur und für die
politische Zentrumspresse ist heute allgemein anerkannt und in
der umfassenden Biographie aus der Feder seines Sohnes, des
Justizrats Dr. Karl Bachem, gebührend gewürdigt worden.
Auch aus diesen Blättern geht sie deutlich hervor.

Wie er von seinem Vater Lambert Bachem schon bei dessen
Lebzeiten die Leitung der Geschäfte in die Hand genommen hatte,
so war auch in den letzten zehn Jahren seines Lebens die
Führung aller Angelegenheiten des Verlags nach und nach in die
Hände seiner Söhne übergegangen und zuletzt hatte er nur mehr
die Vorprüfung der Angebote für den erzählenden Teil der
Zeitung und den Buchverlag beibehalten. Der älteste der Söhne,
        <pb n="137" />
        ﻿£5 115

Franz Xaver (geb. 1857), war in Leipzig bei dem langjährigen
Kommissionär des Buchverlags, F. A. Brockhaus, als Buch-
drucker und Buchhändler ausgebildet worden, um dann als die
Seele des Zeitungs- und Buchverlages in den heimischen Betrieb
hineinzuwachsen, während der dritte, Fridolin (geb. 1860), als
praktischer Buchdrucker sich in Köln, Leipzig und Berlin betätigt
hatte, um sich der Druckerei zu widmen. Der vierte, Robert
(geb. 1863), erhielt seine kaufmännische Ausbildung in Köln, Ant-
werpen und London, von wo er im Jahre 1887 heimkehrte und
den kaufmännischen Teil des Gesamtbetriebs übernahm. Der
zweite Sohn, Karl (geb. 1858), hatte die juristische Laufbahn ein-
geschlagen und war schon frühzeitig zur politischen Betätigung
übergegangen. Seit 1887 Rechtsanwalt beim Oberlandesgericht
in Köln, vertrat er von 1889 bis 1902 den Stadt- und Landkreis
Krefeld im Reichstag, von 1889 bis 1904 die Stadt Krefeld im
preußischen Abgeordnetenhause. Am 1. Oktober 1915 trat er
nach seiner Uebersiedelung von Berlin nach Köln, wie bereits
erwähnt, in die Schriftleitung der KV ein. Die einzige Tochter
Josef Bachems, Helene, verheiratete sich im Jahre 1898 mit dem
Gymnasialoberlehrer Professor Theodor Meyer in Köln.

So war denn beim Tode Josef Bachems alles Geschäftliche
aufs beste geordnet, und die Arbeitsteilung erwies sich als
praktisch und glücklich. Der Verlag lief nicht allein in be-
währten alten Bahnen weiter, sondern war auch zeitgemäßen
Neuerungen nicht abhold, nahm neue Ideen auf und suchte be-
sonders auf seinem ureigenen Gebiete, dem der unterhaltenden
Literatur, den von gewissen Kritikern überscharf betonten Vor-
wurf der Rückständigkeit der Katholiken auf diesem Gebiete
durch Taten zu entkräften.

a) Die schöne Literatur.

Im Jahre 1896 erschien des Spaniers Luis Coloma feine No-
velle „Verrechnet“ in der Uebersetzung von J. Caspari-Madrid,
ein prächtiges, mit Witz und Humor durchsetztes Werkchen,
weiterhin die von derselben Uebersetzerin besorgte deutsche
Ausgabe der Novelle „Hinter den Kulissen“, die im Original
den Titel La Gorriona, die Spätzin, trägt. Trotz des ernsten
Inhalts — eine Gräfin erkennt, daß ihre Feste Gelegenheit zu
Ausgelassenheit und Unsittlichkeit geben — belebt auch hier eine
        <pb n="138" />
        ﻿Fülle von Humor und Satire die Darstellung. Die Kunst
begründet sich auf die Lebenserfahrung Colomas, der, am
7. Januar 1851 in Jerez de la Frontera geboren, noch als Knabe
in den Seedienst getreten war, dann fünf Jahre in Sevilla Rechts-
wissenschaft studiert hatte und nach größeren Reisen 1874 in
die Gesellschaft Jesu aufgenommen wurde.

Schon in dem früheren bez. Abschnitt ist von Vertretern
der Heimatdichtung im Bachemschen Verlag die Rede gewesen,
bevor diese Dichtungsart die große Literaturmode geworden war.
Ihnen reihen sich noch weitere an.

Die Kölnische Volkszeitung, sagt Prof. Wilh. Kosch in einer
Studie in der Literarischen Warte von 1904, entdeckte im Jahre 1890
Anton Schotts Dichterseele. In den folgenden Jahren führte
sie den neuen Böhmerwalddichter mit den kleinen Geschichten
„Schwarzblattl“ (Aug. 1891) und „Am Scheidewege“ (Jan. 1893) in
die Leserwelt ein.

Aus einer kleinen Waldgemeinde Hinterhäuser, nahe der österreichi-
schen Bezirksstadt |Neuern und angesichts des jedem Böhmerwald-
besucher bekannten Arbers ist Schott am 8. Februar 1866 als Sohn eines
armen Häuslers hervorgegangen. Erst im Jahre 1877 konnte er eine neu
eröffnete Volksschule zwei Jahre lang besuchen. Ihr Lehrer erreichte
es, daß der Vater unter Opferung der einzigen Kuh den begabten Jungen
zur Realschule nach Pilsen sandte. Als Selbstlerner bestand er 1887 die
Lehramtsprüfung und wirkte nun bis 1896 als Lehrer in deutschen Schulen.
Nach einer weiteren Ausbildung zog er sich zuerst nach seinem Heimat-
ort zurück, wo er nach mancher Anfeindung Gemeindevorsteher, Orts-
schulrat und vielfacher Familienvater wurde, um 1908 eine zweite Heimat
in Bergham bei Linz an der Donau zu finden. Schott hat eine außer-
ordentlich fruchtbare schriftstellerische Tätigkeit entfaltet.

Seine ersten Werke, die bodenständigen Novellen „Der
Königsschütz“ und „Aus der Art geschlagen“, sowie
„Der Hüttenmeister“, erschienen 1896,„D er Wildhof“ 1898 im
Bachemschen Verlag. Ihnen folgte im Jahre 1901 die kulturge-
schichtliche Erzählung „Der letzte Richter“, in der der see-
lische Konflikt eines um alte Gerechtsame kämpfenden Bauern
im Mittelpunkt steht. Auch den Roman „Gottestal“, der aus
einem von der Deutschen Literatur-Gesellschaft in München
ausgeschriebenen Preisausschreiben gekrönt hervorging, erwarb
1908 Bachems Verlag. Das Werk gehört zu den sozialen Romanen
und schildert die Verhältnisse in einer der Böhmerwald-Glas-
hütten. Schott ist ein trefflicher Volksschriftsteller, seine
        <pb n="139" />
        ﻿117

kraftvollen Bauern reden in einem natürlichen, derben und anschau-
lichen Stil, dem die Untermischung mit Mundartwörtern zum Vor-
teil gereicht; er ist ein echter Heimatkünstler, der mit Rosegger
und Anzengruber verglichen wird und der immer wieder Stoffe
aus seinem engeren Vaterlande aufzufinden versteht.

Aehnliche Wirkungen gehen von der Tiroler Erzählerin Marie
Freiin von Buol aus (geb. in Innsbruck am 21. Aug. 1861), die
im Jahre 1899 mit einer Erzählung „Das Marterle“ im Verlag
auftrat. Behandelt dieses Werk ein seelisches Problem, so ist
die fünf Jahre später entstandene Erzählung „Die Kirch-
f a h r e r i n“ eine vorzügliche Volksgeschichte, die unverdorbene
Tiroler Luft atmet. Die Verfasserin, die gut charakterisiert,
durch treffliche Naturschilderung und leichten Humor erfreut,
bekundete sich auch als lyrische Dichterin. Sie lebt seit 1869
in Kaltem bei Bozen. Ihr einsames Landleben unterbrach sie
durch öftere Reisen, die sie in das Rheinland und nach Belgien,
nach Rom, Südfrankreich, Palästina und Aegypten führten. Zur
Schriftstellerei, zu der sie eine treffliche Ausbildung, besonders
in Musik und Sprachen befähigte, führte sie die Ermutigung durch
Emilie Ringseis.

Als ein trefflicher Kenner und Schilderen seiner Heimat Tirol
machte im neuen Jahrhundert Hans Schrott-Fiechtl von
sich reden. Mit ihm kam ein origineller Kopf in den Verlag.

Wie er an’s Schreiben kam? Milchwirtschaftliche Schriften hatte er
schon eine ganze Reihe herausgegeben, da las er einmal in der „Biblio-
thek der Unterhaltung und des Wissens“ eine schlechte Bauerngeschichte,
glaubte es besser machen zu können und sandte eine solche nach Stuttgart,
wo sie dankbar angenommen und gut honoriert wurde. Nach etwa einem
Dutzend Jahre faßte er zehn solcher Geschichten 1905 in einer Sammlung
„Zwischen Joch und Ach’n“ zusammen, die in der Grazer Volksbücherei
erschienen. Die gute Aufnahme, die das Bändchen bei der Kritik fand,
war dem Verfasser umso überraschender, als er einen Roman von zwölf
Schriftleitungen zurückerhalten hatte Erst als er ihn dann an die
KV sandte, erhielt er innerhalb dreier Wochen die Annahmeerklärung.
Das war der Roman „Ich zwing’s!“, der dann als erster im Jahre 1907
aus Bachems Verlag ausging und dessen Mittelpunkt die prächtige Schil-
derung einer Wildbachverbauung in den Alpen bildet.

Der Verfasser hatte nun auch seine Besonderheit in der Schrift-
stellerwelt entdeckt: seine Unterhaltung sollte belehren, praktische
Fragen erörtern, für den Kulturfortschritt begeistern, und zwar
gleicherweise dem Städter und dem Bauern Nutzen bringen. Und
        <pb n="140" />
        ﻿es ist auch etwas Knorriges, Bäuerliches, Trotzköpfisches und
Holzschnittartiges in seiner ganzen Schreibweise, aber ein Reich-
tum an Darstellungskraft und Phantasie, der sich sehen lassen
kann. Vier Jahre später brachte der Verlag den Roman „D e r
Bauernprofessor“ heraus, in dem die Betätigung des Direk-
tors einer in einem Tiroler Dörfchen neugeschaffenen land-
wirtschaftlichen Schule dem Verfasser Veranlassung zu manch
originellen Betrachtungen und guten Winken für die Praxis
bietet. Einen gemütlichen Ton bringt Schrott-Fiechtl, der auch
des Humors nicht entbehrt, durch Anwendung von mundartlichen
Beiklängen in seine Werke. Im Frühjahr 1918 trat er mit einem
vortrefflichen neuen Roman „Wettertannen“ vor die Leserwelt.

Unter den bodenständigen Heimatdichtern des Verlags kann
auch J. v. D i r k i n k einen Platz beanspruchen. Unter dem
Decknamen verbarg sich die Tochter des Ingenieurs Werthmöller,
die 1839 zu Mettingen im Kreise Tecklenburg in Westfalen
geboren wurde und unter eigenartigen Umständen aufwuchs.

Auf dem Gut ihres Großvaters in heiterer Ungezwungenheit sich
tummelnd, lernte sie notdürftig lesen und schreiben und wurde die Gattin
des Kaufmanns und Gutsbesitzers A. Sandhage im Jesuitenhof bei
Coesfeld. Nun erst begann sie die großen Lücken ihrer Bildung auszu-
füllen, was ihr bei einem trefflichen Gedächtnis und leichter Auffassung
bald gelang. In ihrem literarischen Schaffen, zu dem sie sich angespornt
fühlte, weil Levin Schücking ihre erste Novelle gelobt hatte, hielt sie
sich an den Grundsatz, festzuhalten, „was zu meiner Zeit mir gut und
lobenswert dünkte“. Das Volk der Moor- und Heidebauern ist ihre
Domäne, die sie trefflich kennt und aus der sie reichlich schöpft. Aller-
dings sind ihre Gestalten vielfach Kompromißleute, der naturalistische
Stil war zu ihrer Zeit noch zu wenig entwickelt, um die Figuren so
derb und deutlich reden zu lassen, wie die Wirklichkeit sie sah.

Ihr Lebenswerk, der Roman „Die beiden Brune“, der
1904, ein Jahr vor ihrem Tode, in Bachems Verlag erschien, ließ
ihre früheren Erzeugnisse weit hinter sich, und hier traten auch
die echten Bauern in ihrer ganzen Natürlichkeit vor die Augen
der Leser. Die Novellen „Herms Vermächtnis“ und „Im Kampf
mit der Welt“ haben in Bachems Novellen-Sammlung mehrere
Auflagen erlebt.

Die neueste Vertreterin der Heimatkunst im Bachemschen
Verlag ist wiederum ein starkes Talent: Maria Köck-Gmeiner.
Aus ihrem prächtigen Roman mit dem bescheidenen Titel „Das
Vorstadthaus“, diese Geschichte des bürgerlichen Pfeifen-
        <pb n="141" />
        ﻿Schneiders Höllriegl aus der Hafengasse, spricht dasUrwienertum
der Verfasserin fesselnd und lockend den JLeser an. In der
Kaiserstadt ist sie als Tochter eines höheren Eisenbahnbeamten
geboren und hat eine Zeitlang als Lehrerin gewirkt, bis sie dem
Dr. Gustav Köck die Hand zum Leben reichte. In Spital am
Semmering, wo sie den Sommer in einer Alpenvilla zu verbringen
pflegt, machte sie die Studien zu ihrem Roman „Wunder der
Heimat“, der die Wirkung des Weltkrieges auf eine kleine
Gemeinde der Nordsteiermark schildert. Als erstes Werk war
ihm 1913 die Geschichte eines Stiefkindes „Liese“ voraufge-
gangen und aus demselben Jahre stammt Das Vorstadthaus. Mit
den köstlichen Wiener Erzählungen „Wiener Gemüat“ und dem
humorvollen Landsturmmann „Stützerl“ erwarb sich die Ver-
fasserin neue Anerkennung, und eine „Geschichte aus dem dritten
Kriegsjahr: Wiener Frauen“ ist das neueste Werk ihrer schätz-
baren fleißigen Feder, von der wir noch manches Wertvolle
erwarten dürfen.

Als bedeutsame und fleißige Erzählerin erwies sich für die
KV und den Verlag Franziska Bram, deren Vorzüge einer
plastischen Darstellung, eines guten Stils und eines gelegentlich
feinen Humors noch nicht nach Gebühr anerkannt worden sind.

Sie ist ein Eifeier Kind, stammt aus Hillesheim, wo der Vater Friedens-
richter war, und verlebte hier ihre Kindheit und — nach dem frühen
Tode der Mutter im großväterlichen Hause — ihre erste Jugend. „Die
stärksten Eindrücke meines Lebens,“ sagt sie selbst, „habe ich in den
Jahren in der Eifel gehabt, nicht nur von der eigenartigen Natur, sondern
auch von den Menschen, von denen die Tante, die uns erzog, aus alter
und neuer Zeit immer und immer wieder mit viel Phantasie und großer
Erzählungskunst zu berichten wußte. Schon damals war in mir der
Wunsch rege, einmal alles dies und noch viel mehr niederzuschreiben,
eine Ahnung, die aber erst in viel späterer Reifezeit zur Erfüllung kam.“
Von 1892—99 war sie dann bei ihrer Schwester in Bingen, in den letzten
zehn Jahren auch viel und lange in Berlin. Nachdem sie schon in Bingen
die ersten Versuche in der Schriftstellerei gemacht hatte, kam der Wunsch
ihrer Kinderzeit 1902 zuerst in einer kurzen Skizze erfolgreich zum
Durchbruch.

Im Jahre 1903 schrieb sie für die KV eine kleine novellistische
Arbeit: „Tante Dorotheas Feierabend“. Seitdem ist die hoch-
begabte Schriftstellerin eine treue Mitarbeiterin geblieben. Aus
        <pb n="142" />
        ﻿

der Zeitung gingen in den Buchverlag über die Romane „Voh-
winkels Drei“ (1909), „Am Ende der Welt“ (1910; beide
unter dem Decknamen Endeers), „Die Zelle der Gerech-
tigkeit“ (zusammen mit den Novellen „Die schöne Melusine“
und „Der fressende Pfennig“; 1912), „Der Zorn Gottes“ (1913),
„Der Ruf des Lebens“ (1916) und der Spiritistenroman „Der
Meister“ (1918). Seit 1912 lebt Franziska Bram in Lehmen
a. d. Mosel zusammen mit ihrer Schwester Frau Luise Schulze-
Brück, die ebenfalls mit einem trefflichen Roman „Das Mosel-
haus“ (1910, 2. Aufl. 1918) im Bachemschen Verlag vertreten ist.

Eine besondere Art von schöngeistiger Literatur pflegt Freiin
Anna von Krane in ihren religiösen Erzählungen, deren Eigen-
art sich einen großen und gewählten Leserkreis erworben hat.
Aus ihrer kürzlich bekannt gewordenen eigenen Lebensschilderung,
die in der Wiedergabe ihres seelischen Erlebens den Schlüssel
zu ihrem Schaffen als Dichterin und Schriftstellerin bietet, wissen
wir, daß fsich in ihr westfälisches Adelsblut mit dem leichten
der französischen Schweiz mischt.

[Als einziges Kind 1853 in Darmstadt geboren, wandte sie sich nach
einem Versuch, in Düsseldorf Malerin zu werden, der Schriftstellerei zu.
Nachdem sie 1890 mit Märchen zuerst hervorgetreten war, im nächsten
Jahre Gedichte und 1893 „Hauskomödien“ herausgegeben hatte, trat sie
im Jahre darauf mit einem Bändchen „Von der Palette“ auf, in dem sie
allerlei „Lustiges, Trauriges und Boshaftes“ von der Zunft erzählte. Ihrem
ersten Frauenroman „Sibylle“, der 1899 und 1900 entstand, folgte zwei
Jahre später der Roman „Starke Liebe“, nach ihrem Ausspruch „ein
ganz unsinniges, dummes Buch für die meisten Menschen“, in dem sie
ein Bild der verkehrten, an ihr selbst angewandten Erziehungsart gibt.

Schon als Kind befaßte sich Anna von Krane gern mit religiösen
Problemen, und die Bibel war ihr eine erhebende Lektüre. Noch zu Leb-
zeiten des Vaters, der diesen Schritt ebensowenig wie zahlreiche ihrer
Familienmitglieder verstehen konnte, trat die Protestantin zur katho-
lischen Kirche über. Schwer sind ihr jene Jahre gemacht worden. Ihr
Leben neigte infolgedessen immer mehr zur Einsamkeit. Und da ging ihr
denn bei der Lesung der Hl. Schrift die Erkenntnis ihrer eigentlichen
Stärke auf, ihre Besonderheit, die sie in der Schriftstellerwelt behaupten
sollte. Die biblischen Figuren reizten ihre künstlerische Phantasie
zur Nachschaffung, und so entstanden zunächst die Legenden „V o.m
Menschensoh n“.
        <pb n="143" />
        ﻿^ 121

Gleichzeitig mit dem in Düsseldorf spielenden Adelsroman
„Der Kunstbaron. Einige Kapitel aus einem Menschenleben“ er-
schienen die Christuserzählungen im Bachemschen Verlag.
Künstlerisch sehr hoch steht der Magdalenen-Roman „Magna
peccatrix“ (1908), von dem auch holländische, portugiesische
und magyarische Uebersetzungen erschienen sind. Den gleichen
Stoff behandelte Freiin v. Krane 1918 in anderer Form in einem
Drama „Die Sünderin“. Einen zweiten Band biblischer Le-
genden vereinigte sie im Jahre 1910 in dem Buche „Das Licht
und die Finsternis“, in dem sie Idyllen aus der Jugendzeit
des Heilandes bot. In ihrem letzten, im zweiten Jahrhundert n.
Chr. auf den Ruinen des zerstörten Jerusalems spielenden Roman
„ W enndieSteinereden“ erzählt die Dichterin, wie die Lehre
Christi suchende heidnische Seelen adelt: ein packendes Buch.

Unter den sehr zahlreichen Werken der Schriftstellerin
sind noch der prächtige Herodes-Roman „Wie der König
erschrak“ und der im 13. Jahrhundert spielende, ganz eigen-
artige Roman „Das Schweigen Christi“ hervorzuheben,
den die Verfasserin als ihr Lebenswerk bezeichnet hat.

Es ist eine feststehende Tatsache, daß ein Teil der Leser und
der Kritik bei der Beurteilung der katholischen schönen Literatur von
zu engen Gesichtspunkten ausgehen und sie auf den Standpunkt der
Jugendlektüre herabdrücken wollen. Der Roman und die Novelle sollen
einen Spiegel des Lebens oder einen Ausschnitt daraus darstellen, und
in der Wirklichkeit verläuft nun einmal nicht alles nach hübsch auf-
gebauten Theorien. Will man aus der Schilderung des Lebens die Schuld
ausmerzen, so ist damit dem Schriftsteller vielfach die treibende lebendige
Kraft, das Blut für den Lebensnerv seines Schaffens, der Konflikt, ge-
nommen. Eine Gelegenheit, sich über diese Frage grundsätzlich auszu-
sprechen, die auch bei der Beurteilung der Lage der katholischen Literatur
eine Rolle [spielt, gab der Leitung des Unterhaltungsteils der KV das
Erscheinen des Romans „Durch gekämpft“ von Marie Luise von
Hutten-Stolzenberg, den verschiedene Stimmen für die katholische
Leserschaft ungeeignet erklärt hatten. Der Konflikt, heißt es in dieser
Erörterung, ist dem modernen Leben entnommen, und deshalb müssen
im Lauf der Erzählung auch die Schattenseiten dieses Lebens vorgeführt
werden. Der Roman enthält nichts Schlüpfriges, nichts Pikantes, anstößige
Szenen sind streng vermieden. Andererseits ist mit Recht gefordert
worden, daß unsere Schriftsteller tiefer ins Leben greifen und
an großen Konflikten nicht Vorbeigehen sollten, ja, daß gerade unsere
        <pb n="144" />
        ﻿Schriftsteller dazu besonders berufen seien, weil sie die Konflikte im
Sinne der katholischen Weltanschauung lösen. Wenn Verirrungen mensch-
licher Leidenschaften als verwerflich dargestellt werden, können sie nur
abschreckend wirken. Schädlich und verwerflich wäre efe nur, wenn eine
solche Verirrung als Tugend erschiene und gepriesen würde. Diesen
ausführlich dargelegten Grundsätzen stimmten die meisten Romanleser
der KV durchaus zu, wie aus dem, der ersten Auflage (1904) des Romans
vorausgesandten Abdruck dieser ganzen Erörterung unter dem Titel
„Die Behandlung tiefer Konflikte im Roman“ hervorging.

Eine weitere starke Talentprobe gab Marie Luise von Hutten-Stolzenberg
1912 in ihrem Roman „Die Stärkere“, in der sie eine hervorragende
Charakterisierungskunst offenbart. Sie hinterließ ihn unfertig; vollendet
hat ihn auf Grund der nachgelassenen Aufzeichnungen Franziska Bram.

Auffallenderweise hatte sie erst in den letzten 8 bis 10 Jahren
ihres Lebens die Schriftstellerei begonnen. Am 19. September 1858
zu Bayreuth geboren, erhielt sie ihre Erziehung im Salesianerinnen-
kloster Zangberg; nach ihren Büchern könnte man auf reiche
äußere Erlebnisse schließen, die sie aber nicht hatte. Um so
mehr ist ihre Phantasie und der Reichtum inneren Lebens zu
bewundern. Am 11. November 1907 starb sie unvermählt auf
Schloß Steinbach bei Lohr a. Main.

Dort wohnte auch ihre Base, die Baronin Marie von Hutten,
die als Stiftsdame den Frauentitel führt und sich durch den
Roman „Rufende Weite“ einen Namen von gutem Klang
geschaffen hat. Er ist auch kein Erstlingswerk, denn sie schrieb
seit Ende der 1890er Jahre in der KV bis zum Tode ihrer
Base, um Verwechslungen zu vermeiden, unter dem Pseudonym
Marie Scotta Novelletten und Märchen. Den Lesern der
Zeitung ist sie 1916 auch durch den Roman „Des Weges Ende“
noch näher bekannt geworden. Am 24. Jan. 1867 zuWürzburggeboren,
besuchte sie in Dietramszell bei München ein Salesianerinnen-
kloster, lernte aber dann auf vielen Reisen die Welt kennen,
bevor sie sich auf Steinbach zurückzog. Bücher waren ihr stets
gute Freunde, und so gewann sie eine reiche Bildung.

Im Jahre 1906 trat die schweizerische Dichterin Isabelle
Kaiser in die Reihe der Bachemschen Schriftstellerinnen. „Zwei
Orte,“ sagt sie in einer Skizze über ihr Leben, „werden dem
Menschen zur Heimat auf Erden: die Stätte, wo er das Licht
        <pb n="145" />
        ﻿der Welt erblickte, und die Stadt, wo sein Geist zum Leben er-
wachte. Der Umstand, daß bei mir die erste am Vierwaldstättersee,
im schattig gefriedeten Beckenried lag, wo deutsch-schweize-
rische Art und Sprache herrschen, und die zweite am Rhone-
strand, in Genf, wo romanische Sitten und französische Kultur
gelten, löst wohl in natürlicher Weise das Rätsel meiner zwei-
sprachigen literarischen Tätigkeit.“ Im 13. Lebensjahr Isabellas
übersiedelte die Familie von Genf in Vaters Heimat Zug, einem
schönen, Bethlehem getauften Landsitz. Nie hat Isabelle von
ihren Eltern ein deutsches Wort gehört; ohne Anleitung lernte
sie hier die deutsche Sprache. Mit 18 Jahren erhielt sie bei einem
französischen Wettbewerb für eine Novelle „Gloria victis“ den
ersten Preis. In ihrem Geburtsort Beckenried, wohin sie zur
Mutter 1896 verzogen war, kehrte die altkatholisch Erzogene zur
Mutterkirche zurück, und nun gingen von hier aus ihre deutschen
Werke in die Welt. Für Novellen errang sie den ersten Preis
eines Ausschreibens von Ueber Land und Meer, ihre erste
deutsche Novellensammlung: „Wenn die Sonne untergeht“ er-
schien im Jahre 1901 bei Cotta in Stuttgart. Nach dem im
Todesjahr der Mutter erschienenen Novellenband „Seine Majestät“
[der Tod] veröffentlichte sie 1906 als erstes Werk im Bachem-
schen Verlag die deutsche Uebersetzung des im Jahre 1900 ent-
standenen meisterhaften sozialen Romans Notre pere, qui etes
aux cieux unter dem Titel „Vater unser . . .“ Ihre ferneren fein-
sinnigen Schöpfungen sind „Die Friedensucherin. Roman aus
dem Leben einer Frau“, eine Art psychologischer Selbstbiographie
(französisch u. d. T. Marcienne de Flue, Memoires d’une femme),
der zuerst in der Leipziger Illustrierten Zeitung erschienene
Roman „Der wandernde See“, die Schilderung eines Kampfes
zwischen Natur und Mensch (1910, 8—10.Tausend 1918), und die
im Jahre 1914 erschienene Novellensammlung „Von ewiger
Liebe“. Sie zeugen von der unverminderten Schaffenskraft
trotz schmerzhafter Krankheit, die sie 1913 schon einmal in den
Zeitungen hat sterben lassen. Sechs Skizzen über Beckenried
(»Mein Dorf“) faßte sie in einem kleinen Bändchen zusammen.
»Noch ist Tag und Schaffenszeit“, so schließt sie die Lebens-
skizze, „meine Garbe ist noch nicht gebunden . . .“
        <pb n="146" />
        ﻿Wenn es auch nicht möglich ist, alle Verfasser und Ver-
fasserinnen von Werken der schönen Literatur des Verlags in
diesem fünfundzwanzigjährigen Zeitraum einzeln aufzuführen,,
wofür auf das Verlags- und das Namenverzeichnis verwiesen
werden muß, so sei doch eine kurze Uebersicht über die weitern
hauptsächlichsten Namen gegeben.

Mit kleineren Geschichten voll tiefer Empfindung tritt in
diesem Zeitraum 1895Fabri deFabris (Deckname fürFrauMaria
Schmitz-Köhler in Aachen) auf, die in den Bänden „Was
die Blumen erzählen“, „Lieb und Leid“, „Von der Wander-
straße“ und „Im Wandel des Lebens“ gesammelt sind. Auch
mit einem Roman „Wacholderleute“ ist sie vertreten. Auf dem
Gebiete des Romans begegnen ferner mit mehreren Werken die
phantasievolle Itha von Goldegg (mit dem prächtigen zwei-
bändigen Roman „Das Märchen vom Glück“ und „Was ist die
Liebe?“), dann Freiin Marie Amelie von God in, ein starkes Talent,
mit den eigenartigen Romanen „Benedetta“ und „Alte Paläste“
und dem Novellenbande „Sonne des Südens“. In ihrem
neuesten Roman Feinde (1917) schildert sie anschaulich
die Wirkung des Krieges auf die Ehe eines Deutschen mit
einer Französin. Viel Anerkennung haben auch die Romane von
Josefine Grau „Das Lob des Kreuzes“ und von M. Scharlau
„Gesa Pütt“ gefunden, ferner G. von Stokmanns Roman „Auf
eigenen Füßen“, M. von Oertzen-Fünfgelds „Goldene Augen
der Weldersloh“, Emil Franks münsterländischer Roman „Die
Schulten vom Brink“ sowie „Im Ringen um das Luftmeer“ und „Die
Steinbauern“, Zingelers Münsterbaumeister von Straßburg u.v.a.

Von ausländischen Romanwerken seien genannt die Ueber-
setzungen von Champol: „Herzog Hans“ und „Schwester Alexan-
drine“, Bordeaux: „Furcht vor dem Leben“ und „Der Irrweg
der Freiheit“, deVitis: „Roman der Arbeiterin“, Bazin: „Aus
ganzer Seele“, N e s b i t: „Das rote Haus“, S h e e h a n: „Mein neuer
Kaplan“, Hungerford: „Schwiegertochter“, Murray: „Glän-
zende Laufbahn“, Jeske-Choinskis geschichtliche Romane
„Eine Sonne im Erlöschen“ und „Die letzten Römer“.

b) Der Verlag mit Ausschluß der schönen Literatur.

Die politischen Bestrebungen der verschiedenen Parteien, aus-
einandergehende philosophische Auffassungen, die Ausreifung
        <pb n="147" />
        ﻿

sozialer Gedanken und der Kampf um Weltanschauungsfragen
bewegten seit den 1890er Jahren die Gemüter besonders lebhaft
und nachhaltig und ließen das Bedürfnis nach zeitgemäßen
Wegweisern stärker als früher hervortreten. Diesem Bedürfnis
suchten und suchen mehrere Sammlungen von Veröffentlichungen
im Bachemschen Verlag entgegenzukommen.

Zunächst sollte die gesamte Politik derZentrumspartei
dargestellt werden, wie sie in den Fraktionen der Parlamente
vertreten wird, „teils zur Benutzung für die im öffentlichen Leben
tätigen Mitglieder der Partei im Lande, teils als Hilfsmittel für
die Schriftleiter derjenigen Zeitungen, welche sich der Verteidi-
gung der Politik des Zentrums widmen, teils auch zum Selbst-
unterrichte eines jeden Wählers“. Die Abgeordneten Dr. Julius
Bachem-Köln, Landgerichtsrat Gröber-Heilbronn, Prof. Dr. Hitze-
Münster, Dr. Lieber-Camberg, Domvikar Dr. Pichler-Passau, Gym-
nasialprofessor Dr. Schädler-Landau und Oberlandesgerichtsrat
Spahn-Berlin gaben zu diesen Zwecken seit 1895 im Bachemschen
Verlag „Soziale und politische Zeitfragen“ in zwanglosen
Heften heraus, die von Dr. F. Pichler (Geschichte, parlamentarische
Behandlung und Würdigung des Antrags Kanitz betr. Mono-
polisierung und Preisfestsetzung des ausländischen Getreides und
der Mühlenfabrikate, sowie über „Zentrum und Landwirtschaft“),
Oherlandesgerichtsrat Roeren (über das Gesetz betr. unlautern
Wettbewerb) und Domvikar Wenzel (über gewerbliche Sonn-
tagsruhe) verfaßt wurden. Die Sammlung ging 1908 in den
Volksvereinsverlag in M.-Gladbach über.

Aehnliche Ziele verfolgt die von Dr. Froberger seit 1913
herausgegebene Sammlung „Rüstzeug der Gegenwart“, die
es ermöglichen sollte, Abhandlungen und Reden über religiöse,
philosophische und apologetische Tagesfragen ohne Verzug einer
größeren Oeffentlichkeit mitzuteilen. Besonders sollten Schriften
aufgenommen werden, „die zu den Irrtümern und Gefahren der
Gegenwart Stellung nehmen, die eine Abwehr bedeuten gegen
modernen Unglauben, gegen Monismus, subjektive Religionsbauerei
und Verschwommenheit in wichtigen Lebensfragen“. Bis zum
Jahre 1918 erschienen fünf Bände des Unternehmens. Den Anfang
machte Dr. Hoeber mit seiner Rede auf dem Metzer Katholiken-
tag 1913 über die religiösen Pflichten des gebildeten Laien-
standes, Prof Dr. A. Rademacher lieferte eine Abhandlung über
denEntwickiungsgedanken in Religion und Dogma. 0. Cohausz
        <pb n="148" />
        ﻿S. J. steuerte religiös-wissenschaftliche Vorträge bei unter dem
Titel „Idole des 20. Jahrhunderts“ und „Das moderne
Denken“. Prof. Dr. M. Grabmann legte die Grundgedanken des
h. Augustinus über Seele und Gott dar.

Ein weiteres Unternehmen geschichtlicher Art erscheint seit
1912 unter dem Titel „Zeit- und Streitfragen der Gegen-
wart“, das Beiträge zur politischen und kulturellen Tagesge-
schichte der Gegenwart bringt. Mit der Frage des Zentrums-
charakters, die damals zur erregten Erörterung stand (vgl.
Seite 103), befaßten sich Dr. Julius Bachem und Dr. Karl Hoeber,,
der auch dieBömischeFrage und Englands Kriegs- und
Blutschuld behandelte. Dr.Hans Rost erörterte die Paritäts-
frage, Prof. Dr. G. J. Ebers das italienische Garantiegesetz,
Dr. J. Löhr gab unter dem Titel Der Krieg und das Schicksal
der Kirchen Frankreichs eine deutsche Antwort auf fran-
zösische Anklagen, Dr. H. Brauweiler untersuchte den Einfluß
der Freimaurer im Weltkrieg und 0. Kley die zukünftige
deutsche Schulreform.

Die Sonderfrage, die Dr. Rost in seiner Paritätsbroschüre
erörterte, war schon vorher mehrfach von katholischer Seite
behandelt worden. Sind doch die Beschwerden über mangelnde
Gleichberechtigung des katholischen Volksteils in Preußen, be-
sonders bei Besetzung von Staatsämtern, so alt wie der preu-
ßische Staat selbst. Sogar in Städten mit erdrückenden katho-
lischen Mehrheiten wurden früher die Bürgermeister- und Richter-
stellen fast ausschließlich mit Protestanten besetzt. Schon 1898
hotten Hauptredakteur W. Hankamer und Jul. Bachem in einer
auf zuverlässigem Material beruhenden, namenlos erschienenen
Denkschrift: „Die Parität in Preußen“ den Beweis für die Tat-
sache einer planmäßigen Zurücksetzung der Katholiken bei der
Vergebung der öffentlichen Stellen erbracht, und seitdem hat die
Zentrumspresse nicht aufgehört, für eine Aenderung dieser Ver-
hältnisse einzutreten, ln der letzterwähnten Veröffentlichung
Rosts aus 1914 wird gezeigt, wie wenig im Grunde seit Erhebung
der Forderung nach größerer Gerechtigkeit in dieser Frage bis
zur Zeit unmittelbar vor dem Kriege sich gebessert hatte.

Eng verknüpft mit diesen Beschwerden ist naturgemäß die
Erörterung der wirtschaftlichen Lage der Katholiken. Derselbe
Verfasser hatte (Köln, 1908) ein mit vielem statistischen Ma-
terial ausgestattetes Buch „Die Katholiken im Kultur- und
        <pb n="149" />
        ﻿

Wirtschaftsleben der Gegenwart“ veröffentlicht, das auf
Grund der Berufszählung vom 12. Juni 1907 umgearbeitet im
Jahre 1911 in zweiter Auflage erschien. Das Glaubensbekenntnis
in seiner praktischen Beziehung zu Beruf, äußerm Wohlstand und
Bildung sind die wesentlichen Erörterungen Rosts, die die Ur-
sachen der sog. Inferiorität ausführlich begründen bzw. erklären.

Der erzieherische Verlag erfreute sich im letzten Jahr-
zehnt des 19. Jahrhunderts mehrerer wichtigen Veröffentlichungen.
Zur Benutzung der „BiblischenGeschichten“ von Overberg, Schuster,
Schuster-Mey und Christoph v. Schmid-Werfer für die Hand des
Lehrers ein erläuterndes Werk zu besitzen, war ein Bedürfnis,
dem der Verleger entgegenzukommen beschloß. Auf Empfehlung
des Weihbischofs Dr. Antonius Fischer wurde der geistliche Schul-
rat und Direktor des Seminars zu Brühl Dr. Karl August Beck
mit dieser Aufgabe betraut. 1896 erschien der erste Band
des „Handbuches zur Erklärung der Biblischen Ge-
schichte“, das Alte Testament behandelnd, der innerhalb zehn
Jahren drei Auflagen erlebte. Leider starb der Verfasser, bevor
er den zweiten Band fertigstellen konnte, und so blieb das Werk
unvollendet.

Einer Anregung des Weihbischofs Dr. Fischer verdankt auch
das Seitenstück zu diesem Handbuch, eine ausführliche Er-
klärung des Kölner Diözesan-Katechismus von Ferd. Heinr.
Jägers, Pfarrer zum h. Andreas in Köln, seine Enstehung. Nach-
dem der Kölner Katechismus endgültig festgestellt und in vielen
Diözesen eingeführt war, bestand für seine Erläuterung und eine
praktische Anleitung zum Katechisieren die Notwendigkeit, einen
Kommentar zu besitzen. Der erste Band des „Katechet“ erschien
1899, dem der zweite und dritte (Schluß-) Band 1903 und 1905
folgten. Auch hier wurde der ursprüngliche Verfasser in die
Ewigkeit abberufen, ehe er sein Werk vollenden konnte. Nach
Jägers’ Tode wurde Pfarrer Ludw. Inderfurth in Randerath
mit der Fortsetzung des Werkes betraut, der es im Sinne des
verstorbenen Verfassers vollendete. Das dreibändige Werk hat
inzwischen eine Neuauflage nötig gemacht.

Am 1. Juli 1901 waren neue Lehrpläne für die Präparanden-
anstalten in Kraft getreten. Als Stoff für den Religionsunterricht
bestimmen sie u. a. die Behandlung einer Anzahl Evangelien,
        <pb n="150" />
        ﻿128

Kirchenlieder, Lebensbeschreibungen der Heiligen im Anschluß an
das Kirchenjahr, Einführung in das Verständnis der gottesdienst-
lichen Handlungen und Besprechung des gesamten Kirchenjahres.
In den Lehrplänen für Lehrerseminare von demselben Tage wurde
als Unterrichtsstoff des zweiten Seminarjahres auch Liturgik im
Zusammenhänge vorgeschrieben. Diesen Anforderungen kam ein
Lehrbuch entgegen, das der damalige Religionslehrer des Lehrer-
seminars zu Odenkirchen, spätere Direktor des Kgl. Lehrerseminars
zu Cornelymünster, Dr. W. v o n d e r F u h r, der sich schon im Bachem-
schen Verlag mit einer Methodik des Religionsunterrichtes in
der Volksschule für Lehrer und Katecheten eingeführt hatte,
unter dem Titel „Handbuch für die Perikopenstunde“ 1903
herausgab. (Perikopen = Bibelabschnitte, die beim Gottesdienst
zum Vorlesen oder zu Predigttexten bestimmt sind). Wie sehr
das Buch einem Bedürfnis entsprach, beweisen die sieben Auf-
lagen, die davon in zehn Jahren nötig wurden.

Die Methodik des gesamten Religionsunterrichtes in
der Volks- und Mittelschule behandelte auch der geistliche Se-
minarlehrer Jos. Schieserzu Wollstein in einem W erke, das soeben
in 12. Auflage erscheint. Weiterhin entwarf Rektor W. J. Sauren
in einem zweibändigen Werke ein Bild über die Praxis des
ersten und zweiten Schuljahres in katholischen Volks-
schulen, das ebenfalls in 10 bzw. 8 Auflagen vorliegt. Seminar-
direktor Dr. Hub. Schmitz ließ 1913 ein Werk über die reli-
giöse Unterweisung der Jugendkatechetik folgen, dem
Pfarrer Dr. W. H. Meuniers „Lehrmethode im Katechismus-
Unterricht“, Krings und Schlossers „Methodische Winke für
den biblisch en und liturgischen Unterricht“ vorangegangen
waren. „Kirchengeschichtliche Charakterbilder“ von Oberlehrer
Prof. Dr. Aloys Baldus erschienen im vorigen Jahre in 12. Auf-
lage und dessen „Lehrbuch der Kirchengeschichte für die
oberen Klassen höherer Lehranstalten und zum Selbstunterricht“
ist ebenfalls ein geschätztes Buch. Endlich ist noch zu nennen
das vierteilige „Lehrbuch der katholischen Religion“ für
die oberen Klassen höherer Lehranstalten von Religions- und
Oberlehrer Prof. Dr. Wilh. Capitaine.

Der naturwissenschaftliche Verlag erfuhr eine Erwei-
terung durch gemeinverständliche und allgemein anregende Werke
        <pb n="151" />
        ﻿wie dasjenige des Direktors des Kölner Botanischen Gartens Dr.
P. Esser über „Das Pflanzenmaterial für den botanischen Unter-
richt“, von dem der erste Teil über Anzucht vorliegt, dasjenige
des Dr. Friedr. Knauer über „Tierwanderungen und ihre Ur-
sachen“, die Veröffentlichungen des Prof. Gockel über „das Ge-
witter“ und die „Schöpfungsgeschichtlichen Theorien“, Lützelers
reich illustrierte Abhandlung über den „Mond als Gestirn und
sein Einfluß auf die Erde“, sowie viele Schriften der Görres-
Gesellschaft.

Auf welchem Wege das deutsche Volk zu der Weltanerkennung
seiner Bedeutung gekommen, aber auch gleichzeitig zum Gegen-
stand einer tiefen Beneidung geworden ist, davon gab Schul-
rat Karl Kollbach ein anschauliches Bild in seinen Wande-
rungen durch die Fabriken, Werkstätten und Handelshäuser
Westdeutschlands, das er in den zwei Bänden „Deutscher
Fleiß“ entwarf. Ein großes mühsam gesammeltes Material ist
darin gründlich verarbeitet und in belehrende, angenehm lesbare
Schilderungen verwoben worden.

Auf geschichtlichem Gebiet brachte das Jahr 1907 ein
Werk von hohem Gegenwartswert, das die Zentrumspolitik in ihrer
Entwicklung, ihren Hemmnissen und ihrer Verkörperung in
Ludwig Windthorst darstellte. Mit diesem bedeutsamen,
auf urkundlichem Material ruhenden Lebensbilde entsprach Dr.
Eduard Hüsgen einem Bedürfnis weiter katholischer Kreise.
Das Buch ist für alle, die sich irgendwie mit Politik beschäftigen,
von größtem Wert, aber auch Nichtpolitiker werden darin viel
Schönes und Wertvolles zur Zeitgeschichte finden. Der Verfasser
hat den richtigen Ton für eine volkstümliche Darstellung gefunden,
und es wurde dankbar begrüßt, daß der Verlag 1911 eine billige,
noch verbesserte und mit 148 Abbildungen versehene Volks-
ausgabe des Buches veranstaltete. Hüsgen hat sich selbst mit
dem trefflichen Werke ein Denkmal gesetzt, das seinen Namen
davor schützt, vorzeitig vergessen zu werden.

Weiter seien hier erwähnt die neuen Bände der Dumontschen
Geschichte der Pfarreien der Kölner Erzdiözese, die Dekanate
Blankenheim, Siegburg und Stadt Bonn betreffend. Prof. Dr.
H. Günther veröffentlichte 1906 seine „Legendenstudien“, der
Provinzarchivar P. Kilian Müller die Geschichte der ehemaligen

9

100 Jahre J. P. Bachem.
        <pb n="152" />
        ﻿kölnischen Kapuziner-Ordens-Provinz, nachdem P. Schlager
mit „Beiträgen zur Geschichte der kölnischen Franziskaner-
Ordens-Provinz“ vorangegangen war. Mit dem Freiwerden
der Werke Leopold v. Rankes bot Dr. Rud. Schulze eine
Auswahl unter dem Titel „Männer und Zeiten der Weltgeschichte“
in drei Bänden. Zeitbilder des Weltkrieges hielt Dr. O.Thissen
nach Schilderungen aus der KV fest in seinen Kriegsgedenk-
büchern „Mit Herz und Hand fürs Vaterland“ und „Der Kaiser
im Weltkriege“. Wie tief der neuere mystische Geist im Volke
Eingang gefunden hat, beweist der große Erfolg der Bücher von
Prof. Dr. zur Bonsen über „Die Völkerschlacht der Zukunft
am Birkenbaum“ und „Die Prophezeiungen zum Weltkrieg“, sowie
auch über „Das zweite Gesicht“. Pfarrer Jos. May lieferte im
Auftrag des Zentralkomitees eine „Geschichte der Generalver-
sammlungen der Katholiken Deutschlands“, als 1903 die fünfzigste
dieser Versammlungen zu Köln tagte. Ortsgeschichtlich bedeutsam
ist die reich illustrierte „Geschichte der Stadt Köln“ von Prof. Dr.
Bender, Dr. Jos.Bayers Sammlung von Schilderungen „Köln um
die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts“, Dr. A. Lauschers „Erz-
bischof Bruno II. von Köln“, Dr. Th. Paas’ Geschichtliche Ent-
wicklung des „Cellitinnenklosters zur h. Maria in der Kupfer-
gasse zu Köln“, Domkapitular Dr. Ludwigs Lebensbild des
Kardinals Erzbischofs Dr. Paulus Melchers und die St. Paulus-
kirche, sowie Pfarrer J. Schmitz’ Lebensbeschreibung des
Kardinals Erzbischofs Antonius Fischer, Prof. Dr. Cardauns’
„Fünfzig Jahre KV“ sowie dessen und Jul. Bachems Lebens-
erinnerungen. Letzterer war auch Herausgeber der Denkschrift
zur Jahrhundertfeier der „Vereinigung der Rheinlande mit
Preußen“. Weit über das ortsgeschichtliche geht das Interesse an
Dr. Karl Bachems groß angelegter Biographie seines Vaters
Jos. Bachem hinaus, die eine ganze Geschichte der katholischen
Presse und der katholischen Bewegung in Deutschland enthält.

Die Kunst ist vertreten durch drei reich illustrierte Werke
des Privatdozenten Dr. Walter Rothes: „Di e Madonna in ihrer
Verherrlichung durch die bildende Kunst aller Jahrhunderte“,
„Christus, sein Leben, Leiden, Sterben und Verherrlichung in
der bildenden Kunst aller Jahrhunderte“, und „Die Schönheit
des menschlichen Antlitzes in der christlichen Kunst“.
        <pb n="153" />
        ﻿^ 131

Privatdozent Dr. Heribert Heiners lieferte Beschreibungen und
Würdigungen der „Kölner Kirchen“.

Von den vielen herausgebrachten rechts- und staats-
wissenschaftlichen, politischen und sozialen Schriften sind
die in Sammlungen erschienenen schon hervorgehoben worden.
Zu nennen sind noch Dr. Baumstätters Darlegung der „Rechts-
verhältnisse der deutschen Frau“, die Feststellung des rechtlichen
Verhältnisses der „Katholischen Kirche zum modernen Staat“ von
Prof. Dr. Karl Böckenhoff, dessen Veröffentlichung über
„Reformehe und christliche Ehe“, des Apostolischen Protonotars
Dr. Frz. Hein er „Kirchlicher Zivilprozeß“ und „Kirchlicher Straf-
prozeß“, ferner Prof. Dr. Aug. Knechts schon im 7. und 8. Tau-
send vorliegende Erläuterung der „Neuen eherechtlichen Dekrete
Ne temere und Provida“, Giesberts kleine Schrift aus 1909
„Friede im Gewerkschaftsstreit“, G. Kühlings „Verwaltung des
Kirchenvermögens“, F. v. Schilgens „Deutsches Vormund-
schaftsrecht“ und Dr. J. Schwerings „Vergleichung der recht-
lichen, ethischen undwirtschaftlichen Grundgedanken im römischen,
deutschen Recht und im Bürgerlichen Gesetzbuch“.

Auch die philosophischen und theologischen Veröffent-
lichungen sind, soweit sie in Sammlungen vertreten sind, schon
erwähnt worden. Außerdem untersuchte Dr. theol. Kopp „die
Philosophie des Hermes und ihre Beziehungen zu Kant und Fichte“,
Dr. Alb. Lang lieferte mehrere Schriften über das Kausal-
Problem sowie ein „Repertorium der Geschichte der neueren Philo-
sophie“, P. Erich Wasmann S. J. eine Studie über „Menschen-
und Tierseele“, Dr. Alf. Böhm „eine Untersuchung der Gottes-
idee bei Aristoteles auf ihren religiösen Charakter“, Dr. Alb.
Dockei betrachtet die „schöpfungsgeschichtlichen Theorien“,
Prof. Dr. Mausbach „die katholische Moral und ihre Gegner“,
sowie den „Eid wider den Modernismus“, Dr. theol. Ph. F r i e d r i c h
erörtert den „Christus-Namen im Lichte der alt- und neutesta-
nientlichen Theologie“, sowie die „Mariologie des h. Augustinus“,
Prof. Dr. Ant. Seitz beleuchtet die „modernistischen Grund-
Probleme in den dogmengeschichtlichen Untersuchungen von
Dr. Schnitzer und Dr. Koch“ und Rektor Dr. A. Pottgießer
bietet ein Werk über „Johannes den Täufer und Jesus
Christus“.
        <pb n="154" />
        ﻿Die Bachemschen Jugendschriften-Sammlungen.

Anfangs der 1890er Jahre nötigte Ueberarbeitung den ältesten
der Söhne Josef Bachems, Franz Xaver, sich auf einige Jahre
von manchem zu entlasten. Als die beiden Brüder Robert und
Fridolin sich in seine Arbeit teilten, fiel dem letzteren die Sorge
um den Buchverlag anheim. Mit tatkräftiger Unterstützung des
inzwischen zum Prokuristen aufgerückten ersten Verlagsgehilfen
Jean Schmitz nahm er mit Eifer den weiteren Ausbau des
Verlags in die Hand, und unter seiner Führung wurde der Grund
gelegt zu den verschiedenen Sammlungen der Jugendschriften
der Firma.

Ueber die Anforderungen, die man an gesunden Jugend-
lesestoff stellen müsse, bereitete sich damals ein Umschwung vor.
Die vorhergehende Generation hatte sich einerseitsan den schlimmen
Indianergeschichten ergötzt, die in bunten schreienden Umschlägen
phantasievergiftende Mordgeschichten boten, andererseits an den
romantischen Erzählungen von Herchenbach, Christoph von
Schmid erfreut, die von Wirklichkeitsschilderungen weit entfernt
waren. An ihre Stelle traten nun die geschichtlichen Erzählungen
des Bachemschen Verlags. Einige Jahre später sollten die von
dem Hamburger Lehrerverein hervorgerufenen grundsätzlichen
Erörterungen über die Jugendschriftenliteratur einen langen Streit
darüber einleiten.

Als einen Glücksfall betrachtete es Fridolin Bachem, als ihm
1894 von dem Lehrer Rob. Münchgesang in Hückeswagen eine
Jugendschrift „Spartacus der Sklaven-Feldherr“ angeboten wurde,
die, einen Stoff aus dem alten Rom behandelnd, nach dem Urteil
des Verlegers der richtige Lesestoff für die Jugend war. Er nahm
sie nicht allein sofort an, sondern entwarf einen Plan, nach dem
er Münchgesang mit der Abfassung einer ganzen Reihe zeitlich
fortschreitender Geschichtserzählungen beauftragte. So entstanden
die ersten Bände von „BachemsneuenillustriertenJugend-
schriften“, von denen drei bereits auf dem Weihnachtstisch
des Jahres 1895 lagen. Nun erschienen in jedem der folgenden
Jahre bis 1907 durchschnittlich drei neue Bände, von der jugend-
lichen Leserschaft stets willkommen geheißen, so daß in dem ge-
nannten Jahre 38 Vorlagen, von denen fast die Hälfte der fleißigen
        <pb n="155" />
        ﻿^ 133

Feder Münchgesangs entstammten. Weiterhin machten sich noch
Rektor Cüppers in Ratingen und Lehrer Ad. Holdschmidt
in Duisburg-Meiderich um die Sammlung besonders verdient.

Es lag nun nahe, in ähnlicher Weise für die weibliche Jugend
zu sorgen, und hier war es Frau Maria Schmitz (geb. 1858
als Tochter des Gymnasialdirektors Köhler) in Aachen, die unter
dem zweiten Decknamen (den ersten: Fabri de Fabris haben wir
schon kennen gelernt) AngelikaHarten, auf des Verlegers An-
regung mit einem Bande „Aus Wildfangs Kinderjahren“ 1896 den
Reigen eröffnete. Bald fügte sie dem Erstling noch mehrere Bände
mit Schilderungen aus Wildfangs Entwicklung zu und lieferte auch
noch eine ganze Reihe weiterer Beiträge. Besonders auf dem
Gebiete des Kunstmärchens leistete die phantasiebegabte Schrift-
stellerin Uebergewöhnliches.

Nachdem mit solchen Unternehmungen einmal begonnen ist,
pflegen die Anerbietungen sich bald einzustellen und auch hier war
rasch ein reichliches Angebot anderer Verfasserinnen zur Stelle,
die in gleichem Sinne Beiträge beisteuerten, so daß die Bücherei
»Bachems illustrierte Erzählungen für Mädchen“
rasch anwuchs und nach zehn Jahren (bis 1915) 33 Bände zählte.

Hatte der Verlag auf diese Weise den Bedürfnissen großer
katholischer Kreise für den Nachwuchs entsprochen, so blieb
noch die Berücksichtigung der geldlich ungünstiger gestellten
Volksmasse, die für den Band nicht M. 3 bzw. 2.50 auszugeben
in der Lage war. Dahingehende Erwägungen führten zur Gründung
der Sammlung „BachemsVolks-undJugenderzählunge n“,
von denen das schmucke illustrierte Bändchen zu M. 1.20 ver-
kauft wurde. Eröffnet wurde diese Reihe 1897 mit dem früheren
Verlagswerke Clara Maitland, Erzählung aus dem Leben eines
jungen Mädchens, Heinr. Keiters Erzählung „Aus dornenreicher
Jugendzeit“ und drei Erzählungen Lorenz Heitzers, der in der
Folgezeit noch oft in der Sammlung erschien. Sie brachte es,
von vielen Verfassern unterstützt, bis 1917 auf die höchste Zahl
von Bändchen, nämlich 77.

Für beide Geschlechter bestimmt war eine neue Sammlung
von Jugend- und Volksschriften, die 1909 unter dem Titel „Aus
allen Zeiten und Ländern“ zu erscheinen begann. Es sind
Erzählungen aus dem Mittelalter, der neuen und neuesten Zeit
mit geschichtlichem und kulturgeschichtlichem Hintergründe; auch
diese Reihe brachte es bis zum Kriegsjahre 1914 auf 21 Bände
        <pb n="156" />
        ﻿und erfreute sich großer Beliebtheit. Rektor Cüppers und Gerhard
Hennes sind die am meisten darin vertretenen Schriftsteller.

Der Buchverlag im Kriege.

Der Krieg hat auf den Buchhandel in mehrfacher Weise einen
bedeutsamen Einfluß ausgeübt. Zunächst schien bei dem allgemein
befürchteten wirtschaftlichen Zusammenbruch der Buchhandel
als Handel mit Luxusgegenständen — Bücher waren noch nicht
als Gegenstände des täglichen Bedarfs erklärt! — in erster Linie
in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Manche Verleger glaubten
den Sortimentern allen Kredit entziehen zu müssen und nur gegen
Barzahlung liefern zu dürfen. Als sich dann die unerwartete
Tatsache zeigte, daß der Krieg im Gegenteil eine unerhörte Geld-
flüssigkeit im Gefolge hatte und das wirtschaftliche Leben geradezu
aufblühte, da machte sich auch die Nachfrage nach Büchern
in einer Weise bemerkbar, daß der Buchhandel den Anforderungen
kaum genügen konnte. Nicht zum wenigsten trug hierzu der
ungeheure Bedarf des Heeres bei. Leuten, die früher kein Buch
angesehen hatten, drückte die Langeweile des Stellungskrieges
und der Etappenwache Bücher in die Hand. Die allerorten ent-
stehenden Feldbuchhandlungen und Feldbüchereien stellten unge-
heure Anforderungen an den Verlagshandel.

Diesen erfreulichen Verhältnissen standen weniger erwünschte
gegenüber. Je länger der Krieg dauerte, um so mehr nahmen die
für die Buchherstellung nötigen Rohstoffe an der allgemeinen
Teuerung teil. Dieser Umstand und die allgemeine Teuerung der
Lebenshaltung machten fortgesetzte Zuschläge zu den sonst so
unverrückbaren Bücher-Ladenpreisen nötig.

Nach dreijähriger Kriegsdauer war es schon schwierig, Papier
zur Buchherstellung zu erhalten. Dazu waren die Papierpreise
auf eine Höhe gestiegen, die nur schwer mehr in die Bücher-
preise einzurechnen war, und Unternehmungen, die durch Massen-
auflagen auf billige Preise angewiesen waren, mußten vielfach
auf Neudrucke verzichten. Oft las man in den buchhändlerischen
Blättern „Vergriffen. Neudruck erst nach dem Kriege möglich.“
Von Jahr zu Jahr ging seit der Papier-„Rationierung“ der dem
Verleger von der Berliner Papierstelle bewilligte Prozentsatz
zurück unter gleichzeitigem steten Anziehen der Preise.
        <pb n="157" />
        ﻿Unter diesen Verhältnissen hatte auch der Bachemsche Verlag
naturgemäß stark zu leiden. Die Jugendschriftensammlungen
z. B. konnten einstweilen nicht fortgesetzt werden. Nur das
Notwendigste durfte hergestellt oder neugedruckt werden.

Zweifellos hat der Krieg insofern auf manche Volkskreise
günstig eingewirkt, daß in ihnen die Freude am Buch erweckt
worden ist, die auch im Frieden nachwirken wird. Mag auch
jetzt noch lediglich das Unterhaltungsbedürfnis dabei eine Rolle
spielen, so ist doch anzunehmen, daß mit der Zeit das Lesebedürfnis
auch ein höheres Interesse gewinnt und an seinem Teil auf die
Kulturstufe des Volkes günstig einwirkt. Der Krieg als Ursache
einer Kulturförderung! Ein widerspruchsvoller Gedanke in der
Tat, aber ein solcher, dessen Verwirklichung zu begrüßen wäre!

Den Bedürfnissen besonders der katholischen Soldaten hat
der Bachemsche Verlag durch verschiedene Veröffentlichungen
Rechnung getragen. Großen Anklang hat gleich zu Anfang des
Krieges ein Kriegsgebetbüchlein gefunden, das im Aufträge
des katholischen Garnison-Pfarramts der Festung Köln heraus-
gegeben wurde, und von dem innerhalb dreier Jahre über 400000
Stück abgesetzt wurden. Dem Verlangen nach Unterhaltung kam
die Sammlung „In der Feuerpause“ entgegen, die, zu 30 Pfg.
die Nummer, ernste und heitere kleine Erzählungen bot und von
denen rasch 30 Hefte herauskamen. Auch die letzten Bände der
Jugendschriften nahmen auf den Krieg Bezug, wie aus unserm
Verlagsverzeichnis zu ersehen ist.

Auf den Werken des Verlags erscheint auf der Titelseite zum
ersten Male im Jahre 1879 das Verlagszeichen (Signet):

In seiner Leipziger Ausbildungszeit ließ es F. X. Bachem durch den
Leipziger Zeichner Fr. Baumgarten herstellen. Es zeigt den Wahlspruch
Josef Bachems und in den Ecken verteilt die Ziffern des Gründungsjahrs
1818. Das weiter unten erwähnte Druckerei-Signet ist ebenso entstanden.
        <pb n="158" />
        ﻿136

Die Buchdrucker- und Buchhändler-Signete haben sich wahr-
scheinlich aus den Hausmarken entwickelt. Diese galten an
Häusern und auch an beweglichen Gegenständen als Eigentums-
zeichen. Wir lesen z. B., daß die Kölner, nachdem sie dem Erz-
bischof Engelbert II. 1262 den befestigten Bayenturm abgenommen
hatten, sofort an allen vier Seiten das Stadtwappen anbringen
ließen, zum Zeichen, daß der Turm nun städtisches Eigentum sei.
Diese Bedeutung der Hausmarken ist, wie man sagt, auf die
Drucker- und Verlagszeichen insofern übertragen worden, als
sie, wenigstens in der ersten Zeit, den Ursprung der Bücher be-
kunden sollten. Besonders waren sie für solche Bücher von Be-
deutung, denen Drucker- und Verlegernamen nicht aufgedruckt sind.

Das Signet ist so alt wie die Druckkunst selbst. Schon von
Fust und Schöffer ist das Druckerzeichen bekannt; es erscheint
in den ersten Zeiten, als die Bücher noch keine Titelblätter hatten,
am Schluß der Werke. Von der Mitte des 16. Jahrhunderts ab
beobachtet man häufig das Verlagssignet vorn, die Druckermarke
am Schluß des Buches. In Köln hat der berühmte Künstler des
Holzschnitts Anton Woensam, der zu Anfang des 16. Jahrhunderts
nach Köln kam, den Verlegern ihre schönen Signete geschaffen.
Sonderbar ist freilich, daß mehrere Signete für ein und denselben
Drucker in Köln im Gebrauch waren. Damals, im 17. Jahrhundert,
hatten sie also ihre ursprüngliche Bedeutung verloren und dienten
nur mehr als Zierat. Oft freilich waren es redende Druckerwappen.
So hatte z. B. der Kölner Drucker Birkmann, der Unter Fetten Hennen
wohnte, eine Birke und eine Henne in verschiedenen Signeten.

Im gleichen Jahre 1879 tritt zum erstenmal in den aus der
Druckerei hervorgehenden Verlagswerken das Druckersignet auf.
Während das Verlegerzeichen auf dem Titel erscheint, steht das
Druckerzeichen auf dessen Rückseite mit der Nummer der Druck-
sache des Jahres. Die beiden letzten Ziffern dieser Zahl be-
zeichnen das Druckjahr.
        <pb n="159" />
        ﻿Wenn wir am Schlüsse dieses Abschnitts den Blick auf die
Zeit vor hundert Jahren rückwärts wenden, so ist eine gewisse
Aehnlichkeit der damaligen Lage mit der unsrigen nicht zu ver-
kennen. Als der Gründer des Verlags nach Köln kam, waren die
Zustände in Europa nach einem bis dahin unerhörten Kriege gegen
den Feind im Westen noch nicht gefestigt. Noch tagte der Wiener
Kongreß, der die politischen Verhältnisse des Kontinents von
Grund aus neu regeln sollte, noch war der Entscheidungstag von
Waterloo, der Europa endgiitig von der französischen Tyrannei
befreien sollte, nicht angebrochen. Soeben war die Rheinprovinz
an Preußen gekommen, unter dessen Herrschaft sie während des
kommenden Jahrhunderts einen beispiellosen Aufstieg erleben
sollte.

Fast genau hundert Jahre später ist von neuem die Kriegs-
fackel in unser friedliches Heim geschleudert worden, und wir
mußten gegen eine Welt von Feinden, die gerade jener Aufstieg
mit Neid erfüllt hatte, uns wehren. Noch sind wir ihrer nicht
völlig Herr geworden, aber wir stehen jetzt, im Frühjahr 1918,
inmitten gewaltiger Erfolge, die uns zu der Hoffnung berechtigen,
daß, wie vor hundert Jahren, das Morgenlicht des Friedens bald
neu erscheinen wird, daß der kulturvernichtende Schritt der
Bataillone verhallen und die Religion der Liebe, die Kunst und
die Wissenschaft, der Fortschritt der Menschheit wieder die
Herrschaft ausüben und unser Volk durch friedliche innere
und äußere Kulturarbeit zum Glücke führen werden.

Möge der Chronist, der nach einem weiteren Jahrhundert, das
für uns noch im Zeitenschoß seine Lose birgt, die Verlagstätig-
keit des Hauses Bachem überschauen wird, auf einen glücklichen
Zeitraum der Fortentwicklung zurückblicken können. Möge auch
er vor allem an der Schwelle jenes neuen Jahrhunderts einen
ebenso erfreulichen Abschluß einer schlimmen Zeit schauen, wie
es uns vergönnt ist. Das ist unsere feste Hoffnung, das walte Gott!
        <pb n="160" />
        ﻿II

Verlagsverzeichnis von 1815—1918.

Erklärungen.

* = Kommissionsartikel.

BJ = Bachems Jugendschr. f. Knaben.
BEM = Bachems Erzählgn. f. Mädchen.
BNS = Bachems Novellensammlung.
BRS = Bachems Eomansammlung.

BV = Bilder ans dem Volksleben.

BVJ = Bachems Volks- u. Jugenderzähl.
E = Erzählung; En = Erzählungen.

G = Gedichte.

GG = Schrift der Görres-Gesellschaft.
Gr. = Groschen.

M = Märchen.

N — Novelle; Nn = Novellen.

R = Roman.

RG = Rüstzeug der Gegenwart.

S = Seitenzahl.

SK = Sämig, klass. engl. Werke.

SU = Sämig, unterhalt, engl. Schriften.
SPZ = Soziale u. pol. Zeitfragen.

Z = Zeitbilder in Erzählungen aus der
Geschichte der christlichen Kirche.

ZL = Aus allen Zeiten und Ländern.

ZS = Zeit- u. Streitfragen d. Gegenw.

Verzeichnis der Decknamen, die mehrmals Vorkommen.

Bauer, H. = Frau Ä. Petersdorf.
Berg, Jobs* = Dr. P. Scherer.

Berger, Marie = Prl. Sofie v. Follenius.
Biedembach R. = Oberamtsarzt Dr.
Buck.

v. Dlrklnk, J. = Frau J. Sandhage.
Dukas Theodassos = J. Gottwald.
Endeers = Frl. Franziska Bram.
Erlenbnsch, H. = Frfr. M. v. Adelshf im.
Fabri de Fabris = Frau Maria Schmitz,
Aachen.

Franz, Emma = Frl. Marie v. Pelzein.
Fred, H. = Frl. A. v. Prondzynska.
v. Garten, J. = Frfr. v. Gregory.
Gerard, I). = Dorothea v. Longard-6,
Gerard, E. = B. v. Laszowska-Gerard.
Gerard E. D. = gemeinsam von vor-
stehenden.

George, Anna = Frau Archivrat Kauf-
mann, Bonn.

v. Goldegg, Itha = Gräfin Itha v. Bossi-
Fedrigotti, Wien.

Harten, Ang. = Frau Schmitz (s. Fabri).
Haupt, Antonie = Frau V. Endler.
Helmy, J. = prl. Helmine Friok.
Herbert, M.=Frau Th.Keiter, Regensburg.
Holm, Joh. = Frau Jda v. Mucha-Eltz.
Joachim, A. = Elise Knaokfuß.

Kerner, H. = Prof. H. Cardauns, Bonn,
v. Lenhard, Karl = C. Bentlage.

Leonhart, E. = Frau Majorin E. Knack-
fuß.

Lingen, Ernst = Frl. Elise Schilling.

Maidorf = Frau M. Mathey.

Messerer, Th. = Frau Th. Winkler.

Müller, Christine = Frau v. Walree.

v. Neidegg, L. = Graf Waldburg-Zeil.

Nemo = Frl. Connemann.

Norden, E. = Frau Generalin A. v.
Wegerer, Berlin.

Parr, M. J. = Frau Rechtsanwalt Marie
Justine Rapp, München.

Relly, E. = Forstrat E. Reuß, Dobrisch.

Rheinau, CI. = Frl. A. Sichert, Worms.

Ritter, H. = Frau H. Schäfer, Köln.

v. Rothenfluh, E. = Dr. J. H. Stacke-
mann.

Rudorff, E. = Frau Frz. Jarke, Königsb.

Schwarz, Walter = Baronin Wanda
v. Dallwitz, Tarnow b. Wüstenhausen.

Teimann, Konr. = E. 0. K. Zitelmann.

Tenger, Mariam = Marie Edle von
Hrussolzy, Berlin.

Torrund, Jassy = Frl. Jos. Mose.

Veldenz, A. = Frl. A. Weißmüller,
Düsseldorf.

v. Veltheim, H. = Frau Hptm. P. v.
Vollmar-Veltheim, Bayreuth.

Waldau, K. = Frl, Lina Kämmerer,
München.

vom Walde, M. = Frfrl. Marg. v. Loe
        <pb n="161" />
        ﻿Ohne Namen erschienene Werke sind, soweit der wahre Name
festgesteilt werden konnte, unter diesem in eckigen Klammern
aufgetührt. Die Vornamen der Verfasser, soweit sie ermittelt
werden konnten, finden sich im Inhaltsverzeichnis.

1 Ql e Comte, Unmöglichkeit einer konstitutionellen Regierung unter einem
lOU militair. Oherhaupte. Aus d. Franz, von Th. v, Haupt. 43 S.

1 Ql	Butte, Erinnerungen, aus Europa zu wandern. 109 S. — [Groote], (Faust’s)

lOlU Versöhnung mit dem Lehen. 308 S. — Keine Volksrepräsentation. 78 S.—
Vorschläge zur Errichtung eines allgemeinen Jungfrauenstiltes in Preußen. 54 S.
(1815 u. 16 Verlag von DuMont-Bachem.)

loto Anleitung zur Arithmetik von G. v. H. (16 Gr.) — * Heynen (Schreib-
lOIO lehrer in Koblenz) Vorlagehlätter zur deutschen Schönschrift. (14 Gr.) —
Ders., kalligr. Wandfibel zum Elementarunterr. in der deutschen u. engl. Schön-
schrift in 11 Tafeln (1 TIr. 4 Gr.) — Hiillmann, Ursprünge der Besteurung. 74 S. —

*	Mlnola, röm.-deutsche Gesch. [Aufdruck: Verlag von Mathieux, Köln.] 324 8. —
Noback, Weehsel-Arhitrage-Tafeln nebst Erläut. (eine versiegelte Rolle) [Krefeld ;
18 Gr.] — * Zum Bach, Adressenwesen. 34 S.

1819 Delbrück, Sokrates, Betrachtungen und Untersuchungen. 144 S
löOft Elsholtz, Wanderungen durch Köln. 103 S. — Günther, Medizin. Anwen-
(Jung ,jes Zuckers. 32 S. — * Haaß, Zeichen des Croups. [Moskau.] 158 S. —
Hüllmann, Staatsrecht des Altertums. 424 S. — * Sntamilli, Decouverte sur le croup,
ou Tasthma. [Moscou.] 720 S. — Zum Bach, Ehen zwischen Kath. u. Protest. 120 8.

1	Caemmerer, preuß. Steuergesetze. — *	[Elsholtz],	Der neue Achilles.	N.

128 S. — Hoffmann v. Fallersleben, Lieder u.	Romanzen. 114 S.	—

Kreuser, über P. A. Fonk. 198 S. — Neigebanr, provisor. Verwaltung am Rhein.
395 8. — Rechtfertigung der gemischten Ehen. 227 S. — Werres, Schutzmittel gegen
Augenentzündung. 341 S.

1ROO	Benzenberg, Briefe über die Assise in	Trier. 581	S. 1. Teil. S. 1—198,

^	2. Teil. S. 199—582. — * Correns, Aut-	u. Abzug	der Pächter. 218 S.	—

*	[Fonk], Kampf für Recht u. Wahrheit. 2 Hefte. 342 u. 424 S. — Ders., Verteidi-
gungsreden vor dem Assisenhofe in Trier am 1., 7. u. 8. Juni 1822, herausg. von d.
Verteidiger Aldenhoven. 63 S. — Heifter, Athenäische Gerichtsverfassung. 509 S.

[Heffter], Aprils-AImanach. 208 S. — * Klein, Vergleichung der republ. Zeit-
rechnung v. Jahre I—XIV mit dem greg. Kal. 20 S. — Luther, Enchiridion. 56 S.
~ Multer, Elementarschul- u. Unterrichtswesen in Deutschland. 163 S. — Eive,
Aufhebung der Fideikommisse. 140 S. — Schreibkalender für 1822, f. Kanzleien etc.
128 8. — Wesermann, Magnetismus u. Weltsprache. 340 S.

1SOQ * Aldenhoven, Rechtsstreit Schaaffhausen wider Sandt. 27 S. * Bender,
U4,J polizeiliche Rechtspflege. 295 S. — * Haas, Das Schuldenwesen der Ge-
meinden in Rhein-Preußen. 92 S. — * Renard, Elementar-Vorschrift für Stadt- u.
Landschulen. 214 Sgr. — Zeller, Woyciech, eine Soldatengeschichte, 260 S.

IßQA [L. Bachem?] Bemerkungen über Weinbau. 32 S. — Braun, Handbuch der
Erdkunde. I. 1. 113 8. — * Collmann, Srafrecht. 390 S. — Daniels, H. G. W.,
ronn d. gerichtl. Verf. in Dominialsachen. 120 S. — »Günther, Bemerkungen über
Hdln u. seine Bewohner in medizin.-phys. Hinsicht. 51 S. — Harkort, plani-stereom.
Sehreiblineal. 80 S. — Harkort, Universal-Planimeter. 16 S. — Kreuser, Dichtungen.
300 S. — * Mezard, Würdigung d. Geschworenenanstalt. 64_ S. — Molitor, über das
Jodin. 90 S. — * Rive, Bauerngüterwesen. I. 536 S. — Schmitt, Rechtfertigung gegen
Aldenhoven in der Rechtssache der Gemeinde Conz wider Grach. 26 S. —- Stoll,

2	Stimmen im Weltall. G. in 5 Sprachen. 48 S. — Thomas v. Kempis, Das Lilien-
thal. 108 S.	:
        <pb n="162" />
        ﻿lOOK Dnbyen, Darstellung meiner Syndikatsverwaltg. der Fallitmasse von
Preyers u. Petersen in Kaiserswerth als Verteidigung. 61 8. — Göller,
META’h rAZEls- Samml. von Übersetz, ins Griechische. 81 S. — Keinen, Geistl,
Lieder f. das kath. Landvolk. 208 8. — [Ladenberg], Preußens gerichtl. Verfahren
in Zivil- u. Krim.-Sachen. 624 S. Nachtrag 1836. 306 8. Zusätze, Anmerkungen u.
Abänderungen. 1836. 107 8. 3. Aufl. 1842 (bearb. von R. Const. Jany). 624 8. —
Sammlung der Gesetze betr. Bestrafung der Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz.
48 8. — * Schier, Palestrina. Künstlerdrama nebst lyr. Ged. u. e. Festspiel Der
Künstler Morgenröthe. 198 S. — * Taurlnus, Theorie der Parallellinien. 102 8. —
Wallraff, Erhebungsrollen f. ein-, aus- u. durchzuführ. Handelsgegenstände v.
19. 11. 1824. für die westl. Provinzen, geltend v. 1825—27. 67 8.

jOQf\ * Correns, Unterschied zwischen Landesrechten usw. 192 8. — Darstellung
IOZU (]CI, Form u. des Wesens der fallirten sog. anonymen Akt.-Ges. unter der
Firma Baumwollspinnerei unter Sachsenhausen Nr. 39 in Köln, von dem Syndik.
30 8. — * Gerard, Vergleichungstafeln der preuß. Maaße etc. mit den altköln.
45 8. — Hüllmann, De cercopibus. 16 8. — * Müller, Meine Ansicht von der Ge-
schichte. 519 8. — * Ders., Güterwesen. 525 8. — * Ders., Ursprache. 956 8. —-
* Taurinus, Geometriae prima elementa. 74 8. — Tonrlst’s, The, Pocket journal.
Notizbuch in 3 Sprachen u. Münzvergleichungstafeln. 96 8. — Verzeichnis sämtl.
zum Hypothekenbez. Köln gehöriger Ortschalten m. Ang. der früheren Einteilg.
nach Kantons u. Bürgermeistereien. 12 Gr.

1007 Blnff, Entwickelungs-Combinationen organischer Wesen. 52 8. — Ders.,
IO^i Pastoralmedizin 180 8. — Braun, Handb. der Erdkunde I 2. 455 8. —
Daniels, Wechselrecht. 413 8. — * De la navigation du Rhin, considdrde dans ses
rapports avec le royaume des Pays-Bas. Traduit de l’allemand. 252 8. — * Marder,
Die Mineralquelle zu Ründeroth. 55 8. — v. Oppen, Vergleichg. der französischen
und preußischen Gesetze. 2 Hefte. 278 8. — Schiereck, Tafeln aller Quadrate von
1—10 000. 32 8. — Ders., Handb. f. Geometer (1834 u. d. Titel Samml. v. Formeln
etc.). — Schneider, Leitfaden beim Vortrage der deutschen Geschichte für Schüler.
91 8. — * Weyer-Lenzen, Ansichten öffentlicher Plätze etc. in Köln. 160 8.

iOOO Adreßbuch der Stadt Köln. 332 8. — Butte, anthropolog. Biotomie. 32 8. —
10^0 jacobs, Disputatio de tribus locis librorum Ciceronis de Offlciis. 26 8. —
Köln u. Bonn [von Dr. Jacob, DeNoel, Nöggerath]. 343 8. — Leontii carminis Her-
mesianactei fragm. emendatum a. F. A. Riglero et C. A. M. Axtio. 32 8. — Lnclanl,
Alexander graece, hg. von C. G. Jacobs. 192 8. —- Manethonls apotelesmaticorum
libri sex, hg. von C. A. M. Axtius u. F. A. Rigler (Probe, 26 8., vgl. 1832). — Merlo-
Horstii aphorismi eucharistici, 192 8. — Ders., Aphorismen über die hl. Eucharistie,
übersetzt von M. W. Kerp. 304 8. — Merrem, über den Cortex adstringens Brasil.
112 8. — Ristelhüber, hist.-stat. Beschreibg. des Land-Arbeitshauses zu Brauweiler.
168 8. — * Schiereck, erratende Redekunst zur Unterhaltung. 212 8. — Schröder,,
Gedichte. (16 Gr.) — Wallraff, Erhebungsrollen f. ein-, aus- u. durchzuführ. Handels-
gegenstände f. 1828—30.

Cttpper. christ-kath. Religionshandbuch. 324 8. — Ders., Katechismus. 168 8.
— [Ladenberg], Übersicht der franz. u. preuß. Hypothekengesetzgebnng..
156 8. — v. Myllus, Der Handel. 175 8. — Pelllccla, der christianae ecclesia, hg. von
Prof. J. Ritter, 1. Bd., 528 8.; 2. Bd. 1838, hg. von J. W. Jos. Braun, 515 8. —
Schreiner, christl. Reden über Religion u. Moral, 233 8.

1830 Cologne et Bonn, übers, von N. B. Sautelet. 282 8. — Grysar, de graecorum
tragoedia. 42 8.; Abdr. aus dem Progr. des kath. Gymn. — [Ladenberg],
Bemerkungen auf e. flüchtigen Reise am Rhein u. durch das Kgr. der Niederlande.
230 8. — * Leitfaden für den Unterricht im Aufnehmen. 41 8. — v. Myllus, Ge-
memdeverfassnng. 174 g. — «Philipp!, Sammlung neuer preuß. Gesetze über die
indirekten Steuern. 634 8. — v. Ulmenstein, Entwürfe zu e. Gemeinde-, Bezirks- u.
Departemental-Ordnung für Frankreich. 407 8.

1829
        <pb n="163" />
        ﻿1	Auszug aus einem Berichte	des Hrn. Dr.	Barchewitz	über die Cholera zu

tOJl	Elbing, hg. von Merrem. 23	S. — Belehrung über die	orientalische Cholera,

f. Wundärzte etc. 24 S. — Richter, vaterländisches Erinnerungsbuch, G. 83 S. —
Übereinkunft der Uferstaaten betr. die Rheinschiffahrt. 86 S.; auch franz. n. d.
T.: Convention entre les dtats rivörains. — Übersicht aller zu Köln abgehenden
und ankommenden Posten. 103 S. — * Worte, warnende, über Stockjobbery (öl-
preise). 33 S.

tooo	de Greck, über die Cholera in Berlin.	75 S. —	* Förster, Waaren-

lO-Jzw	verzeichniß zum Gebrauch	bei Erhebung	von Ein-,	Aus- n. Durchgangs-

Abgaben. 122 S. u. 18 Tafeln. — Mancthonis apotelesmaticorum libri sex, hg. von
C. A. M. Axtius u. P. A. Rigler. 300 S. — * Wülffing, Arbeitsbetrieb in Gefangenen-
anstalten. 68 S.

lOOO Braun, Handbuch der Erdkunde. II. 652 S. — DIederlchs, Systeme der
IOJO Staatswissenschaften von Say, Jacob u. Pölitz. 136 S. — Caroline v. Fouque,
de la Motte-, Der Schreibtisch in alter und neuer Zeit. 284 S. — * Goßler, Das
Christenthum. 134 S. — Handbuch der für die kgl. preußischen Rheinprovinzen ver-
kündigten Gesetze, Verordnungen u. Reg.-Beschlüsse aus der Zeit der Fremd-
herrschaft, hg. von K. Th. F. Bormann u. A. v. Daniels etc. I. 639 S. II. 1834,
646 S. III. 1835, 847 S. IV. 1836, 685 S. V. 1837, 910 S. VI. 1841, 939 S, VII. 1842,
769 S. VIII. 1, 2 1843, 1845, 370 u. 543 S. — * [Hauer], Über e. allg. Communalver-
fassung der Rheinpr. m. d. revid. Städteordn. v. 17. 3. 1831. Mit Entw. e. Gemeinde-
ordnung. Als Handschrift f. d. Mitglieder des 4. rhein. Prov.-Ldtgs. 78 S. —
* [Lenne], Vorschrift zum Weinbau, Leitf. u. Pachtbestimgn. f. Winzer. 26 S. —
[Maurenbrecher], Andeutungen über den Entwurf e. Rhein. Provinzialgesetzh. 18 S. —
v. Oppen, Beiträge z. Revision der Gesetze. 168 S. — Schultz, geschichtl. Staats-
wissenschaft der Römer. 662 S.

1QOA Handbuch von Bormann u. Daniels (vgl. 1833). II. 646 S. — Hansen, Die
Weihbischöfe von Trier. 46 S. — Provinzlalblätter, gemeinnützige, hg.
von Nöggerath. I. Jahrg. (II. 1835. III. 1836. IV. 1837. Je 12 Monatshefte.) —
Schiereck, Samml. v. Formeln usw. f. Polygon-Vermessung. 182 S. u. 3 Tafeln,
(1827 u. d. T. Handb. f. Geometer). — Stierlin, Hilfstafeln u. Beiträge zur neueren
Hygrometrie. 180 S.

Handbuch von Daniels (vgl. 1833), III. 847 S. — Handelsgesetzbuch d.
Rheinprovinzen von den Hdlsger.-R. Broicher u. Grimm. 320 S. —
More, Th., Religionswandernngen, mit Anmerkgn. von Dr. Augusti. 476 S. —
v- Oppen, Geschworene u. Richter. 134 S. — Schreiner, Predigten u. Reden. 212 S.
~ Slegl, Herr! Laß sie alle ruhen in Frieden! 307 S. (seit 1846 u. d. T. „Selig, die
im Herrn sterben!“)

IQQ/v Fürth, Die Ministerialen. 560 S. — Handbuch von Daniels (vgl. 1833).

IV. 685 S. — Philipp!, Nachtrag zur Samml. preuß, Ges. 306 S. — * Scotti,
Die Kunstschule in Düsseldorf. 20 S. (Aus den Prov.-Bl.)

1ÖQ7 Gehührentaxe in Civilprozeßsachen. 116 S. (aus dem Danielsschen Hdb.) —
Handbuch von Daniels (vgl. 1833). V. 910 S. — [Ladenberg], Preußens
gerichtl. Verfahren. Nachtrag. 107 S.

IQ GO Augusti, Bedeutung des Erzbistums Utrecht. 20 S. (Aus den Prov.-Blättern).
ujo — [Blende], Die Hermesianer in Rom, von Edm. Michaelis. 56 S. —
Blnmenbach, Darstellung der Gelehrsamkeit des Bischofs Dr. Ziegler. 92 S. —
* Grüner, Freiheit u. Nationalität m. bes. Bez. auf Teutschland. 223 S. — Irnmer-
mann, Das Fest der Freiwilligen zu Köln am 3. Febr. 1838. 113 S. — Krosch,
Kennzeichen nnächter Münzen. 16 S. (Aus den Prov. Blättern.) — * [Lange], Send-
schreiben der evang. Frfr. Athanasia an den Pater Athanasius in Betreff einiger
von demselben angeregten Bedenken. 52 S. — Pellicia, de Christianae II. (vgl, 1829).
— Provinzlal-Blätter, Rhein., hg. von J. P. Bachem, (vgl. 1834). Neue Folge.
V. Jahrg. (2 mal wöchentl.), VI. Jahrg. (1839). — Rationaler u. histor. Stand-
punkt zur Beurteilg. des Verhältn. zwischen Staatsregierungen u. dem röm.
Stuhle, in Beziehung auf gemischte Ehen. 160 S. — Sack, die kath. Kirche inner-
halb des Protestantismus u. ihr Recht, vorzüglich in den gemischten Ehen. 32 S.
        <pb n="164" />
        ﻿1839

Andachtsübgn. z. Tröste der Yerst. aus der Buchdr.-Krankenkasse zu Köln.
11 S. — Aphorismen, betr. die Frage: Ist die Bewirthschaftung der Ge-
meinde-Waldungen in der Eifel zweckmäßig? 16 S. (Aus den Prov.-Blättern.)
— A. v. Daniels, preuß. Civilrechtspflege. I. 617 S. — * Göbel, Paulus, der 1.
Heidenmissionar (im Jahresber. d. Miss.-Ges.) — * Kölner Misslonsgesellsch., 17.
Jahresber. 63 S. — Zur Hermesianischen Angelegenheit. 47 S. (Ans den Prov.-Bl.)

1840 * Sanltäts-polizeil. Vorschriften bei ansteckenden Krankheiten. 182 S.

-l Qyl 1 Handbuch der für die kgl. preuß. Eheinprovinzen verkündeten Gesetze,
hg. von Daniels (vgl. 1833), VI. 939 S.

1 Q/I O Bonitacins-Denkmal. Samml. kath. Volksbücher. I. Jahrg. 6 Bdchn., je
96 S. II. 1843. 12 Bdchn, III. 1844. 6 Bdchn. (Die Fortsetzung bei Manz
in R. u. Wittmann, Bonn.) — Diintzer, Competenz des Geburtshelfers üb. Leben u.
Tod. 57 S. — Handbuch von Daniels (vgl. 1833). VII. 769 S. — Ritz, Medizinalges.
f. Apotheker. 136 S. — * [Schündelen], Die Verwandtschaft als Ehehinderniß. 108 S.

1Q/JQ Betrachtungen u. Andachten zur Eucharistie. 44 S. (Aus Bonifac.-Denkmal.)

Deutschmann, Franz. Sprachlehre. 1. Lehrstufe. 134 S. 2. 296 S. — Handbuch
der für die kgl. preuß. Rheinprovinzen verkündeten Gesetze usw., hg. von Daniels.
VIII. 1. 370 8. (vgl. 1833.) — Müller, Ph., Hanptwahrheiten der Religion. 2 Hefte,
je 96 S. (Aus Bonifac.-Denkmal.) — [Renard], Gloria, Gebetbuch f. d. Jugend.
407 8. — [Ders.], Te Deum! oder d. betende Christ. 550 S. — Rosenkranzbüchl. 16 S.

1 «44 * Anrede z. Wiedereröffnung der Rhein. Ritterakademie 15./10. 43 v. Ober-
‘ direkter. 16 S. — * Mohren, Compendium ritunm ac caerimoniarura missae,
hg. von Dr. J. Weitz (454 S.) * Schlünkes, epistolae quae sec. Maccahaeorum lihro
cap. I. v. v. 1—9 legitur, explicatio. 51 S. — * Weitz, Predigt auf Oberpfr. Reinarz.
36 S.

104c * Ceremoniale consecrationis electi in Episcopura (lat. und deutsch [Die
IOt-J Bischofsweihe]). 79 8. — v. Daniels, Hülfsb. zu Vorlesgn. üb. das rhein.
Civilrecht. Aus dem Handb. (vgl. 1833) 461 8. — * Geissei, Festrede bei der 50jähr.
Jubelfeier des Bischofs Caspar Max, Reichsfreiherrn v. Droste zu Visehering zu
Münster. 24 8. — Handbuch der für die kgl. preuß. Rheinprovinzen verkündeten
Gesetze usw. hg. von Daniels. VIII. 2. 170 8. — Mohren, Betrachtungen üb. das
Leiden Christi, hg. von Pastor P. J. Honben. 340 S. — Stein, Fibel zu Leseübungen
f. Anfänger. 44 8. — Wochenblatt, gemeinnütziges, des Gewerhvereins zu Köln.
10. Jahrg., Neue Folge 1. Jahrg. (52 Nrn.; vgl. 1856.)

104A	* Dieringer,	Der	h.	Karl Borromäus	u.	die Kirchenverbesserung

lO^LU	sejner Zeit.	408	8.	— Ditmar, W.,	Handbuch über die preuß.

Branntweinsteuer. 325 8. — Gammersbach, Handbuch für die Gemeindevorsteher
i. der	Rheinpr. 188	8.	—	* Geissei, Oberhirtl.	Gruß an die Geistl. u.

Gläubigen der Erzd.	bei	der	Inthronisation am	11.	1. 1846. 14 8. ■— Ders.,

Hirtenbriefe f. 1846—58. — * Kruchten, Licht! Lieht! Das ist die neueste Auf-
räumung im Christentum. 32 8. — [v. Liitzow-Schäfer], Cordelia, Julie u. Marie.
Briefe über den kath. Cultus. 324 8. — * Monatsblatt des Vereins v. h. Karl Borro-
mäns. (15. Apr. 1846—4. Nov. 1867.) [Erschien seit Juli 1850 alle 5—6 Wochen u.
d. T. Blätter des Vereins usw.] — * Stein, Antiphonarum coloniense. 482 8. —

*	Wollersheim, Die gemischten Ehen u. deren Folgen. 71 8.

1047 Ausschreiben u. Gebete für das von Pius IX. verliehene Jubiläum. 34 S. —
Icard, Beharrlichkeit des Christen. Deutsch v. Pfr. Stöveken. 288 8.

1848 * Hilmar, Abgaben des deutschen Zoll- u. Handelsvereins. 2. Teil. 898 8.
[1- Teil ist nicht erschienen.] — Octroi-Erhebungen am Rhein. 32 8. —

*	Wunsche rhein. Volks-Schullehrer betr. Lehr- u. Lernfreiheit usw. 16 8.

1Ö40 [Baudri], Synodal-Richter, Synodal-Examinatoren u. Diözesan-Synoden.

84 8. — Pius IX. Organ der kath. Vereine. (Erschien bis 1871.) — Stein,
Kynale. 88 8.

I
        <pb n="165" />
        ﻿lOCfJ Blätter d. Ver. v.’h. Borromäus (vgl. 1846). — * Bundesversammlung in
_	Frankfurt u. die Union. 68 S. (aus der D. Volkshalle). — * Denkschrift

über die Lage der Katholiken in den Niederlanden seit 1798. Aus. d. Franz. 85 S. —
Senl, Trennung der Schule von der Kirche. 120 S.

1QC1 * Jahrbücher des Vereins vom heil. Vincenz v. Paul. [Erscheinen jährl.
1UJI bis jetzt.] * Organ für Christi. Kunst, hg. von Fr. Bandri. [14tägl. 1 Bogen
bis 16. Dez. 1854; dann im Verl, von DuMont-Schauberg.] — * Steinhansen, Lilien
u. Rosen. Gedichte. 334 S. — * Vorschriften über das Verfahren b. Eigentums-
Entzlehgn. 47 S.

lOCO * Abend Unterhaltungen f. Handwerker. Aus d. Franz, von Dubelman. 304 S.

-1 — • Ditmar, Braumalzsteuer. 162 S. — Ders., Tabaksteuer. 66 S. — Flavins
Josephns, Die jüdischen Altertümer, deutsch von Prof. Dr. K. Martin. I. 672 S.
II. 1853. 640 S. — Priester n. Soldat. Aus d. Franz, von F. v. B. 120 S. — * Sehl-
meyer, Index specierum Hymenomycetum. 60 S. — Stein, Kölnisches Gesangbuch.
300 S.

1QCO Anweisung zur Verwaltung des Gemeinde-Bauwesens i. Eg.-Bz. Köln. 38 S.

u. 2 Tafeln. — Clemens, Die spekulative Theologie A. Günthers u. die
bath. Kirchenlehre. 194 S. — Ders., Abweichung der Güntherschen Speculation von
der kath. Kirchenlehre. 78 S. — Ders., Darlegung des Widerspruchs der Günther-
schen Speculation mit der kath. Kirchenlehre durch Herrn Prof. Dr. Knoodt. 115 S.
— Ditmar, Nachtrag z. Handbuch der preuß. Branntweinsteuer, 2. Ausg. 34 S. —
* Geissei, Festpred. bei Wiedereröffnung des Kaiserdoms zu Speyer a. 15. 11. 1853.
16 S. — Josephns, jüd. Altert. II. 640 S. (vgl. 1852). — [J. Müller], Diesseit u. jenseit
der Linie. En. von Ph. Pölking. [Ring d. Polykrates, Der gerettete Fuß, Ein Häuf-
lein Tapferer, Zwei Nachbarskinder, Längs Schicksale, Durch Kampf zum Sieg,
Franz Zaudig.] 566 S. — Stein, Orgelbegleitung zu den Melodien des Kölnischen
Gesangbuches. 156 S. — Verleumder, die, der Jesuiten. 36 S. (Ans der D. Volkshalle.)

1854	Dubelman, Leitf. f. den kath. Rel.-Unterr. 128 S. [1856 in den Verlag
. ~ Henry u. Cohen in Bonn übergegangen.] — Legitimitätsfrage, Die Portu-
giesische. 23 S. — Newman, Die Türken u. ihre Beziehungen zur Christenheit.
Deutsch v. Schündelen. 182 S. (SK 1.) — Stein, Kölnisches Gesang- u. Andachts-
hnch. 342 S. — Wlseman, Verm. Schriften 1, deutsch v. Reusch. 240 S. (SK 2.)

1855	* Annalen des hist. Vereins f. d. Niederrhein 1855/56. 1. Heft 112 S. 2. Heft
h. 224 S. II. Jahrg. 1856/7. 1. Heft 180 S., 2. Heft 204 8. [Die ferneren Jahrg.
hm der Schmitzschen Buchhandlung, DuMont n. Boisseree.] — Capes, Anna v. Mont-
morency, deutsch v. Schündelen, mit Fnllerton, Die h. Franzisca Romana. 176 S.
(SK 6.) — * Geissei, Sequentia de Beata M. V. 4 S. — Ders., Empfehlg. in den
schütz der Gottesmutter. Aus dem Lat. v. K. S. [Dr. Karl Simrock.] 4 S. — Ives,
Kampf u. Sieg auf dem Wege zur kath. Kirche. Deutsch v. Schündelen. 220 S.
(SK 5.) — * Mehlem, Gebet- und Erbauungsbuch. 318 S.; lat. Anhang dazu. 96 S. —
('akatenns Palmgarten, bearb. v. Pastor Th. Wollersheim, Jüchen. 4. Aufl. (Die
G~-8. [1860—53] waren Eigentum des Borromäus-Ver.) 612 S. — Ders., Auszug
)"■ Wollersheim, 600 S. — Wiseman, Fabiola, deutsch v. Reusch. 475 S. (SK 3). —
Ders., Verm. Schriften 2, deutsch v. Reusch. 252 S. (SK 3).

l«5fi Koenen, Gesänge f. d. verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres (ging. 1857
„ w an Henry u. Cohen in Bonn über). * Küppers, Festnm pretiosissimi
Sanguinis D. n. Jesu Christi. 24 S. — «Monatsschrift des Gewerbevereins [als
Jahrg. des Wochenbl., vgl. 1845; jährl. bis 1858; dann im Verlag des Vereins]. —
Newman, Callista (engl.), 300 S. — Newman, Kallista, deutsch v. Schündelen
"• Reusch. 336 S. (SK 7.) — Wiseman, 4 Vortr. über Konkordat; [deutsch v. Repe-
tent Könen, Bonn], 120 S. (SK 8.) — »Ders., Fabiola, engl., 395 S.

IgfU? Brownson, Jack u. sein Neffe, deutsch v. Schündelen. 216 S. (SK 9). —
* Generalvers., erste, des Christi. Knnstvereins am 9.—11. Sept 1856.
156 g. _ Mason, Sherwin, E., deutsch v. B. Wörner. 626 S. (SU 1). — Northcote,
rom. Katakomben, deutsch v. Dr. med. Soer, Essen. 160 S. (SK 10). — Sadlier,
        <pb n="166" />
        ﻿Alt-Irland u. Amerika, deutsch v. Frid. Hoffmann, Koblenz. 472 S. (SU 31. —
Thompson, Die Hexe v. Melton Hill, N., deutsch v. Eeg.-R. Milden, Sigmaringen.
408 S. (SU 2). — * Warnefried, Pilgerfahrt nach den Ver. Staaten. 486 S. — Wise-
man, Verm. Schriften 3, deutsch v. Keusch, Dr. Plifke, Münster, Hoffmann, Könen.
330 S. (SK 11).

io KO Baptist [O’Brien], Aily Moore,	deutsch v. Dr.	W.	Bürklein, München,

IO JO 492 g (su 4)_ — Brownson, Erinnerungsblätter e. Convertiten, deutsch v.
Keusch. 320 S. (SK 15). — * Küppers, Festum patroc. S. Joseph, S. Cordis Jesu.
24 S. — Maguire, Rom u. seine Beherrscher, 1. Abt., deutsch v. Soer. 430 S.
(SK 12.) — Newman, Universitäten, deutsch v. Schündelen. 288 S. (SK 14.) —
Peppergraß, Das Geheimnis d. Königin, E., deutsch v. Dr. Brinkmann, Dülmen.
816 S. (SU 5). — Wiseman, Erinnerungen an die letzten 4 Päpste [Pius VII,
Leo XII., Pius VIII., Gregor XVI.], deutsch v. Keusch. 411 S. (SK 13.)

jocn Bruderschaftsandacht f. Mitgl.	des Bonif.-Ver.	32	S. — Jahresbericht

IO Jtz (7.) des Ver. z. ünterstützg. armer Negerkinder. 102 S. (1860 : 108 S.) —
Maguire, Eom. 2. Abt. [deutsch v. Keusch, Soer]. 230 S. (SK 18). — Mason,
Szenen aus London [deutsch v. Soer u. stud. Holz]. 408 S. (SU 7). — Newman,
Die Kirche der Väter, deutsch v. Kayser. 272 S. (SK 17). — Parsons, Unter
Polizeiaufsicht, deutsch v. Frl. Jenny Dyckhoff. 144 S. (BV 2). — Ders., Der
Schein trügt [deutsch v. Frau Dr. Künstle]. 152 S. (BV 3). — Ders., Die Macht
der Gewohnheit. 144 S. (BV 4). — Segur, Anbetung des allerh. Sakramentes [deutsch
v. Dr. Vosen]. 166 S. — Thompson, Margaret Danvers, N. [deutsch v. H. Duhois,
Heidelberg, Soer], 636 S. (SU 6). —	Verhandlungen	der	10. Gen.-Vers. der

kath. Vereine Deutschlands am 6.—9.	Sept. 1858 zu Köln.	262 S. — Vosen,

Venite adoremus, 432 S.; nach der 23. Äufl., Juli 1906, an Butzon u. Bercker,
Kevelaer. — Wiseman, Die Lampe des Heiligtums, deutsch v. Keusch. 86 S.
(BV 1). — Ders., Beden und Vorträge, mit Biogr., deutsch v. Keusch. 368 S. (SK 16).

ISfSO Bruderschaftsbüchlein f. Verehrer des Erzengels Michael (von Insp. Roth,
lOUVJ gönn), 24 S. — [Brentano], von der göttl. Vorsehung. Nach d. Franz.
192 S. — Dupanloup, Maria von der Menschwerdung [deutsch von Prof. Heuser],
276 S. — Endert, de opinionis probabilis usu ad efformandum consc. dictamen.
88 S. — * Frincken, Rosenkranzbüchlein. 147 S. — Gelssel, Hirtenbrief f. 1860. —
Haaß, Die Convente in Köln. 192 S. — * Holl, Gedanken. 199 S. — Maitiand,
Aus d. Leben e. Kindes, [deutsch v. Dr. Kaufmann, Wertheim]. 168 S. — Morley,
Selbstbiogr., [deutsch v. Künstle]. 288 S. (SU 8.) — Murray, Predigten I, [deutsch
v. Prof. Dr. J. Kayser, Paderborn], 242 S. II 1. u. 2. 420 S. (1861), III, 200 S. (1861).
— Newman, Vorträge u. Reden, deutsch v. Schündelen. 336 S. (SK 19). —
* Schröteler, Nachm. And. 24 S. — Tyburn u. die Märtyrer, die dort starben [deutsch
v. Kayser]. 236 S. — * Verein, Der, d. h.Vincenz v. Paul in Rhpr., 82 8. — Wise-
man, Der verborgene Edelstein, Drama [deutsch v. Dr. Kaufmann], 130 S. Musik-
beilage dazu (komp. v. Schulthes; ging 1908 an J. Esser in Paderborn über).

1Q AI Delaporte, Nachfolge des h. Vincenz v. Paul. Aus d. Franz, [von Oberpfr.
lOUl Schröteler, Viersen]. 336 S. — *Holl, Magdalena. Dichtung. 116 S. —
Hube, öftere h. Communion, deutsch v. Dubelmann, Bonn. 148 S. — Murray,
Predigten (vgl. 1860). — Newman, Verlust u. Gewinn, (deutsch v. Schündelen).
436 S. (SK 20.) — Schneider, Medulla pietatis. 390 S. — Ders., Manuale congrega-
tionis B. M. V. 604 S. — Ders., Manuale Sacerdotum. 760 S. — * Schröteler, Die
Herrlichkeit u. Stadt Viersen. 436 S.

186”? * Acta et decreta concilii provinciae coloniensis 1860. 352 S. — _* Bemer-
_ kungen zu den Statuten des Ver. z. h. Vincenz. 86 S. — Festbericht über
die Feier des 25]. Bischofsjub. Kard. Gelssels am 13. 8. 1862. 72 S. — * Holl, Der
Kampf um Liebe. 270 S. — Wiseman, Rom u. der Episkopat am Pfingstfeste 1862
[deutsch v. Keusch]. 66 S.

1863 Pramen&gt; 3 kleine [Die Hirtinnen zu Bethlehem; Sanct Ursula von Wiseman,
übers, v. H[enriette] R[eusch]; Das Rosenwunder v. H[enriette] R[eusch].
88 S.; gingen nach der 6. Aufl. 1900 im Febr. 1908 an Jos. Esser, Paderborn, über.

J
        <pb n="167" />
        ﻿S 145

[Ebellng], lebende Bilder aus dem modernen Paris, 2 Bde. I 401, II 390 S. —
Pape, Bertha u. Maria, Schausp. (2. Ausg. früher n. d. T. Friedr. v. Spee). 88 S.
(ging 1867 in den Verlag von B. Kleine, Paderborn, über). — Urtheil des Kgl. Ober-
tribunals v. 19. Mai 1863 hetr. Kirchenfabriken. 72 S. (aus Köln. Blätter). — Wise-
man, Berührungspunkte zw. Wissenschaft u. Kunst, deutsch v. Reusch. 100 S. —
Ders., s. Dramen.

1ÖA4 Bandon, Unvollkommenheiten der Christen, deutsch v. C. J. Cämmerer,
luw Darmstadt. 198 S. (3. Aufl. bearb. von T. Pesch, S. J., 1896.) — Dieringer,
Trauerrede auf Card. v. Geissei. 14 S. — * Pape, Herzog Konrad, Trauersp. 156 S.
(ging 1867 in den Verlag B. Kleine, Paderborn, über). — Saedt, Kath. Kirchenfabrik.
200 S. — Stein, Die kath. Kirchenmusik. 134 S. — Wiseman, Die relig. u. gesellsch.
Lage der Katholiken in England, deutsch v. Reusch. 72 S. — Ders., Predigten über
den Heiland u. die allersei. Jungfrau, [deutsch v. Kayser u. Sohündelen]. 400 S.

Bach, Studien u. Lesefrüchte aus dem Buche der Natur. I 327 S. — Cochem,
Erklärung des h. Meßopfers, deutsch v. Pfr. Grubenbecher, Bocklemünd.
696 S. — Encyclica Pius’ IX. v. 8. Dez. 1864 u. der Syllabus, deutsch v. Subregens
Dr. Heuser, Köln. 180 S. — * Erzbrnderschaft des Herzens Mariä. 12 S. — Pullerton,
Unglaublich u. doch wahr. Roman, 2 Bde., [deutsch v. Frau v. Leonrod]. 608 S. —

*	Gelssel, Festgedicht auf die Grundsteinlegung zum Fortbau des Kölner Domes.
70 S. — Darin: Molitor, Geissei. 34 S. — Gnenot, Hanani oder die letzten Tage von
Jerusalem [deutsch v. Hoffmann, Pfr. Nick, Euskirchen, Kpl. Arenz, Köln], 224 S.
(Z 1.) — Newman, Gesch. meiner relig. Meinungen [deutsch v. Sohündelen], 432 S.
(SK 21.) — Sabianns, oder die ersten Apostel Galliens [deutsch v. Hoffmann,
Kpl. Weynand, Wipperfürth], 240 S. (Z 2.) — * Scbeben, Die Brauerzunft. 12 S. —
Sonreck, Gasbeleuchtung v. Coeln. 64 8 .— Stumpf, pol. Ideen des Nie. v. Cues.
126 8. — Vosen, Trauerrede beim Begräbn. Kolpings. 19 S. — Wiseman, Shake-
speare [deutsch v. Reusch]. 102 S — Ders., Pred. üb. das Christi. Leben, deutsch
v. Kayser n. Schündelen. 423 S. — [Ziind-Meyer, Frau L., Luzern], Der alte Soldat.
"• von Meyer v. Sohauensee. 116 S.

Beugnon, Antonie	oder die Märtyrer von Lyon [deutsch v. Arenz, Kpl.

„ Isenkrahe, Bonn],	264 S. (Z 3.) [Ebeling], Bilder aus Paris. III 360	S.	IV

rj — Terrier, St. Vincenzbuch, 322 S. — Ponbianque, Verworrene Fäden. 2 Bde.
[deutsch v. L. Keiffenheim, Trier]. 283 u. 304 S. — Princken, Trost- u. Andachts-
buch. 431 g. — Gnenot, Chlnodewig [deutsch v. Hoffmann, Weynand]. 256 S.
(Z 6.) — Ders., Severinus [deutsch v. C. Bentlage]. 348 S. (Z 5.) — Labadye,
Kaiser Julian [deutsch v. Hoffmann, Dr. Küpper, Aachen]. 320 S. (Z 4.) —
[Melchers], Hirtenbr. zu s. Intbronisationsfeier am 8. Mai 1866. 12 S. — Newman,
D’e hl. Maria [deutsch v. Schündelen], Sendschreiben an Dr. Pusey. 208 S. —
Tapst u. Revolution, deutsch v. Reusch. 60 S. — Paulus, Erzb., Hirtenbrief
1866. 12 S. — Stumpf, Die Franzosen kommen. 48 S.

1	®acb, Studien u.	Lesefrüchte aus dem Buche der Natur II. 336	S.	—

—	Cochem, Meßbuch	f. weltl. Leute, deutsch v. Rekt. Dr. Neuhaus. 5-8	S.	—

[Ebeling], Pariser Weltausstellg. 326 8. — Emery, Roh. v. Saverny, deutsch v.
Bentlage, Hoffmann. 336 S. (Z 8.) — Princken, Jesus m. Zuversicht. 456 S. (Ging
mit der 2. Aufl. [1868] in den Verlag von Schöningh, Paderborn, über.) — Hopstein,
Preuß Gesch. f. Elem. Schüler. 48 S. (100. Aufl. 1882; 200 Aufl. 1897.) —
Meslettes, Rodoald, deutsch v. Kpl. Bongartz, Bonn, Hoffmann. 238 S. (Z 7.) —

*	Pastoralblatt, hg. von Prof. Scheeben [erscheint monatl. Hgber: bis Juli 1888:
Scheeben; dann : Prof. Dr. Kreutzwald ; 20. April 1891—Mai 1892 : Prof. Dr. Berren-
rath u. Kreutzwald; dann; Berrenrath u. Prof. Dr. Hermes; nach dessen Tode, 16.
April 1896: Berrenrath bis 1901; 1902—Juni 1914: Berrenrath u. Prof. Dr. Vogt, seit
Juli 1914: Prof. Frz. Jos. Peters u. Prof. Dr. Gerh. Susen. Dazu: Monatl.
lit. Anzeiger]. — Potter, Fluch u. Segen. Deutsch v. Frau v. Berlepsch. 185 S. — Remy
von Trehoux. E. Deutsch v. Hptm. v. Vollmar-Veltheim, Ingolstadt. 177 S. — Henriette
Reusch, Die Errettung des Moses. Drama. 52 S. (Ging 1897 an Coppenrath i. Regens-
burg über.) — Veronla, R. nach dem Engl. 2 Bde., deutsch von L. Keiffenheim,
Trier. 227 u. 203 S.

100 Jahre J. P. Bachem.

10
        <pb n="168" />
        ﻿

1QAQ Beugnon u. Galiffe, Lucia von Mommor u. Calvins Schreckensherrschaft in
lOUO (Jenfj deutsch v. Bentlage. 340 S. (Z 10.) — * Bökler, Die Stiftung Orth ab
Hagen zu Köln. 135 S. — Der»., Gesch. Mitt. üb. die Stadt Belcke. 50 S.; vorher bei
Haarmann in Meschede. — Bourdon u. Guenot, Delphine von Neuville u. die Kirchen-
räuber mit der Freiheitsmiitze [deutsch v. Bentlage]. 216 S. (Z 11). — Knocken,
Jesus m. Zuflucht. 2. Aufl. 456 S. (1. Aufl. bei Schöningh, Paderborn). — Geissei,
Schriften u. Reden (mit Lebensabriß), hg. von Dr. K. Th. Dumont I. 492 S. —
* Herrschaft, die weltl. des Papstes. Reden auf d. Kath.-Vers. 62 S. — Labadye,
Wilderich von Ravenhorst, deutsch v. Bentlage, Hoffmann. 408 S. (Z 9). — Schüler,
Was sind die Gottesleugner für Leute? 116 S.

iQ6ß Berthold, Darstellungen aus der Natur. 360 S.; 4. Aufl., 1901, bearb. von
lOUV l Borgas. — * Coleridge, Vita Vitae Nostrae. 348 S. (London, Burns). —
Pullerton, Ellen Middleton. R. [deutsch v. Hptm. v. Veltheim, Ingolstadt], 2 Bde.
614 S. — [Dr. Ginzel, Leitmeritz], politische Zustände Österreichs. 136 S. (aus KV).

—	*Meurin, des Zuaven Schlachtgesang. 4 S. Noten. — Navcry, Das priesterl.
Geheimnis n. die Engländer auf der smaragdenen Insel [deutsch v. Bentlage]. 344 S.
(Z 12). — Northcote, Berühmte Gnadenorte U. L. P., deutsch v. [Frl.] Studemund
[Münster]. 362 S.

1&amp;TO Leonrod, Verschiedene Wege u. Ein Ziel, R. 2 Bde. 225 u. 237 S. — Majnnke,
IO/U Die konfessionslose Volksschule. 36 S. — Marianns, Jesus u. Maria in ihrer
äußeren Gestalt. 138 S. — * Richrath, Ceremonien b. Einweihung e. Kirche. 104 S.

—	Schmitz, Der kath. Seelsorger u. die Elementarschule (aus Pastoralbh). 38 S.

1071 [Kausen], Rath. Kirche u. Staatsgewalt seit 100 Jahren, v. Herrn. Canning.

i 36 S. — Lenzen, Aus der Heimat. Nn. 2 Bde. (I. Die Getreuen, Schwarz-
garten, Die Heimathlose; 451 S. II. Ans verschied. Lebenskreisen, Die Frau von
Holmerdamm, Die Glocke von Walmoden. 435 S.) — Montgomery, Die Cliffords.
E., nach dem Engl., v. Olga Frfr. v. Leonrod [n. Kpl. P. Norrenherg, Viersen].
412 S. — * Schaffer, Der Gesellenverein an seinem Jubelfeste. 16 S. — * Steinheuer,
Des Kriegers Heimkehr. Schausp. 26 S.

-»070	Berthold, Betrachtungen der Natur	i. Lichte des	Christentums usw.

IO / £	355 g — Donelan, Flora Adair. R.	nach	d. Engl. v. P. N[orrenberg]. 2 Bde.

365 u. 307 S. — [Elise Knackfuß], Die Pflegetochter. E. v. Joachim. 200 S. —
Lenzen, Zwischen Ems u. Wupper. Nn. 2 Bde. (I. Das Teufelsehmiedchen, An der
Balkenfurth, Die Wallfahrt; 483 8. II. Rau v. Netteihorst, Hannehen, Die begrabenen
Schuhe; 432 S.). — Dies., Das erste Jahr. Weihnachtsgabe f. junge Mütter. 6.
72 S. — * Wander-Versammlung, Erste, des Vereins der deutschen Katholiken zu
Köln am 6. 10. 1872. 76 S.

1070 [Jul. Bachem n. Weinand], Vor den Wahlen, Mahnruf an das Christ).-
101J	konserv. Deutschland. 100 8. (aus	KV).	— Lamy, Ein	Opfer der Geheim-
bünde.	Auszug aus P. Brescimis Jude von	Verona [von	Fr. Semmerau u.

Jul. Bachem]. 268 S. — Manning, Kirche, Staat u. Gesellschaft, Vorträge, deutsch
v. Gymn.-L. Dr. Weinand, Neuß. 272 S. — Möller [Frau v. Walree], Lieb u. Leid
aus einer kleinen Welt. Holl. Roman. 2 Bde., übers, von [Seminarist] P. Schnettler
[Paderborn]. 528 8. — Rouard de Card, Andacht zu den h. drei Königen. Nach dem
Franz, von Weltpriester B. Wienker [Kevelaer]. 144 8.

1874	Bachem], Das Zentrum im Landtag u. im Reichstag. 36 S. (aus KV). —
... ,. Dumont, Sammlung kirchl. Erlasse, Verordnungen u. Bekanntmachungen
für die Erzdiözese Köln. 550 S. Nachtrag 1889. 80 S. — Fullerton, Luisa de Carvajal,
deutsch v. Weinand. 396 S. — [Kirch, Domkap., Dr., Köln], Andacht zur Ver-
ehrung des h. Herzens Jesu. 24 S.

1875	r. ?’ra&lt;'hel, Die Tochter des Kunstreiters. R. 411 S. — [Cardauns], Der alte
Fuhrmann, (V. v. Zuccalmaglio.) 36 S. — Hertllng, Erinnerung an P. Over-
beck 31 S. (Ans KV.) — Manning, Andacht zum h. Herzen Jesu, deutsch v. Weinand.
60 S- ~ Pinskalender f. 1876. (174 S.; von P. Braun in Linz a. Rh. für 750 M. er-
worben.) Erschien jährl. bis 1881. Dann bis 1885 unter dem Titel Leo-Kalender. —
        <pb n="169" />
        ﻿147

A. Reichensperger, Über das Kunsthandwerk. 28 S. (Aus KV.) — Roland, Er-
innerungen an Jos. v. Keller. 30 S. (Aus KV.) — * Schoben, Das Zunfthaus u. die
Zunft der Brauer. 180 S. — Thomas y. Kempen. Nachf. Christi. Bearb. von F. A.
Frincken [Pfr. in Manheim b. Buir]. 468 S.

Bachem]. Ein Kapitel über die Polizei. 34 S. — [DersJ, Gesetz u.
io i Cf Recht, von e, rhein.-preuß. Juristen. 24 S. — Geissei, Schriften u. Reden,
ßd. I—IV, hsg. yon Domkap. Dr. Dumont [Bd. 1—3 (492, 496, 713 S.) im Verlag
von DuMont-Schauberg 1869/70 erschienen; von Bachem übernommen], Bd. IV (Der
Kaiserdom zu Speyer, 2. Aufl.; 628 S.; 1. Aufl. 1826 u. 1829 zu Speyer u. Mainz er-
schienen). — Heinrich, Verwaltung des Kirchenvermögens. 180 S. (2. Aufl. 1891
von Hermes). — * Hergenröther, Der h. Athanasius (24 S.) in G. G. 1. — * Kaulen,
Assyrien u. Babylonien (151 S.) in G. G. 1. — Lenzen, Das Frl. aus dem Sassen-
reich. Historie v. Niederrhein. 307 S. — Martin, Andacht z. göttl. Herzen Jesu.
132 S. — [A. Reichensperger], Fragebogen z. Handgebrauch f. Wähler, von Quidam.
42 S. — Ders., Monumentale Malerei. 21 S. (Aus KV.) — Ders., Deutsche Kunst,
Replik an Prof. Dr. H. Grimm. 27 S.

IQ77 [Jul. Bachem], Strafrechtspflege u. Politik. 40 S. — Ders., Gesetz u. Recht,
' ' von e. preuß. Juristen. (Aus KV.) 21 S. — * Baumstark, span. Nat.-Lit.
108 S. G. G. — * Berthold, Zweckmäßigkeit in der Natur. 98 S. G. G. — Brackel,
Nicht wie alle anderen; Aus fernen Landen, Nn. 296 S. — Classen-Kappelmann, ein
»pol. Charakter“. 60 S. (Aus KV.) — Ditges, H. Petrus, 32 S. — Ders., Die
Heiligen Pius’ IX. 32 S. — Ders., Die Seligen Pius’ IX. 32 S. — Ders., Hoch Pius IX.
32 S. — [Dnmont], Die linksrhein. Pfarrdotalgüter. Verhdlgen im Abgh. u. Doku-
mente. 164 8. — Geschäftsanweisung des kgl. Kommissarius f. d. Erzb. Vermögens-
Verwaltung. 62 S. (Aus KV.) —	* Haffner, Stand der deutschen Philosophie.

™ S. G. G. —	* Hagemann, Empirismus. 9 S. G. G. — * Heinrich,

Vergangenheit und Aufgaben der katholischen Wissenschaft. 10 S. G. G. —
Bertling, Darwin, Häckel, Virchow. (Aus KV, 29 S.). — * Ders., Riemann-Helm-
holtzsche Raumtheorie. 50 S. G. G. — *Ders., Alb. Magnus. 15 S. G. G. — Lenzen
dt Sebregondl, Schloß u. Haide, Nn. 2 Bde. (I. Arme Kinder, Milian; 514 S. II. Im
schwarzen Veen, Cornelius Janssens Haus.) 108 S. — Melchers, Erinnerungen an das
50jähr. Bischofsjub. Pius’ IX. 48 S. — * Röckerath, Die preuß. Volksschule unter
Dr. Falk. 60 S. (Aus KV.) — Simar, Der Aberglaube. 80 S. G. G.

187S Dienst-Instruction f. kathol. Küster, hg. v. Pfarrer-Kolleg. 20 S. — Fnllcrton,
u Die Tochter des Notars [deutsch v. Frl. Ch. Rolfs, Köln, u. Frl. Paula
Ried, Breslau], 376 S. — Haffner, Lessing. 112 S. 6. G. — Hagemann, Deszendenz-
theorie. 11 S. G. 6. — * Heinrich, Brentano. 112 S. G. G. — Heinrichs, Gedichte,
ausgew. v. W. Lindemann. 100 S. — Handbuch der Erzdiözese Cocln. 496 S. —
[Heuser], Gedenkblatt an Pius IX. 4 S. (auch zum Einrahmen). — * Kayser, Eine
Nilfahrt. 104 S. G. G. — Lleßem, Gedichte u. Pestgrüße f. d. Kleinen. 136 8. —
* m8’’ Höhlungen f. d. Kleinen. 101 S. — Melchers, Altarsacrament. 64 S. —
Mooren, Th., Meine Amtsentsetzung. 112 S. — * Schwane, Bossnet. 20 S. GG.

* Bardenhewer, Ursprung des Buches „de causis“. 28 S. GG. — Beilesheim,
kl. Nachfolge der Heiligen [nach engl. Original]. 2 Tie. in 1 Bd. 388 u.
•&gt;82 S. — Dasselbe in Zettelausgabe. — v. Brackel. Daniella, R. 2 Bde. 384 u. 391 S.
~ * Brüll, Lessing, Geist u. Kraft. 12 S. GG. — * Falk, Druckkunst i. Dienste der
Kirche bis 1520. 112 S. GG. — [Göbel], 150 vaterl. Ged. 250 S. — »Haffner,
kchelling. 23 S. GG. — «Hetlinger, Theol. der Götti. Komödie. 142 S. GG. — «Heuser,
kirchl. Baudenkmale Kölns. 18 S. GG. — Lenzen, Sunehild, N. 342 S. — Leonhart,
Von Rhein u. Mosel, Nn. (Gertrud, Onkel Richard, Die beiden Brüder, Ein Myrthen-
zweig.) 492 S. — Llngen, Vergib u. Vergiß, N. 392 S. — Melchers, Das h. Meß-
opfer. 96 S. — Mooren, Wort an den Bauernstand. 84 S. — «Mosler, Das Drama.
16 8. GG — A. Reichensperger, Bauhütten des MA. 22 S. — «Rodenstein, Lehen
«er Pflanze, theol. dargestellt. 104 S. GG — «Schütz, Philosophie. 17 S. GG —

' Simar, Buß, Alzog, Arndts. 6 S. GG — Stein, h. Ursula. 132 S. — «Thomas,
Gesch. d. Pfarre St. Mauritius zu Köln. 263 S. — Vennewald, d. kath. Köster. 84 S.
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        ﻿lOOf) C. Bachem, Unterschied zwischen dem Furtum des röm. Rechtes u. dem
lOOU Diebstahl. 57 S. — * [Bardenhewer], das Buch „de causis“ u. der h. Thomas
v. Aquin. 22 S. GG — Blackmore, Lorna, die Königin der Geächteten, Sittengemälde.
Aus d. Engl, von Josefine Flach. 597 S. — * Bone, das röm. Castell in Deutz.
38 S. — Bonn, König Mammon, R. 372 S. — * Cardanns, Konrad v. Hostaden. 176 S.

—	Ders., Regesten Konrads v. Hostaden. 66 S. (Ans „Annalen des hist. Yer.“.) —

*	Galland, die Fürstin Gallitzin. 2 Tie. 235 S. GG. — * Gams, „Germania sacra“.
4 S. GG. — Gesang- u. Gebetbuch f. d. Erzd. Cöln. 640 S. — Goblet, Alb. Magnus u.
d. Gesch. s. Reliquien. 112 S. — * v. Hertling, Alb. Magnus, Festschr. 158 S. — Leon-
rod, h. Catharina v. Siena. 408 S. — Melchers, päpstl. Sendschreiben Leos XIII. über
den Sozialism. 111 S. — Melodien z. Gesangb. der Erzd. Cöln. 156 S. — • Norren-
berg, Frauenarbeit. 112 S. GG. — A. Relchensperger, Parlamentarisches über Kunst
u. Kunsthandwerk. 96 S. — * Schmld, Schelling, Baader, Görres. 14 S. GG — Stein,
die Pfarre zur h. Ursula. 196 S. — * [Dr. Thömes], Alb. Magnus i. Gesch. u. Sage.
Festschr. 172 S. — Urtheil des Reichsgerichts vom 7. Jan. 1880 i. Sachen der
lksrhein. Pfarrdotalgüter. 40 S. — ZIngeler, Aus altem Geschlecht. R. 454 S.

IO Ql Allies, Entscheidung für das Leben. Aus d. Engl, von Domvicar Dr. A.
lOOl ßellesheim. 404 S. — * Arbeiterwohl, Organ des gleichnam. Verbandes
kath. Industrieller. 1. Jahrgang. Jährl. 4 Hefte. — * Baudrl, Erzb. Geissei. 336 S.
GG. — v. Brackel, Am Heidstock, R. 412 S. — * Fischer, Negative Bedeutung des
modernen Pessimismus. 4 S. GG. — Flach, Unter der Herreneiche, R. 440 S. —

*	Gerlach, Ferd. Walter. 3 S. GG. — * Hardy, Platon. Frage. 10 S. GG. — Hans-
kalender, 80 S. — * Hopmann, Ringseis. 6 S. GG. — Kalender, Gemüsebau. 138 S. —
Ders., Blumengarten. 174 S. — Ders., Zimmerpflanzen. 125 S. — * Kaufmann,
Dürer. 120 S. — *Komp, Zachariasdiplom vom 4./11. 751. 17 S. GG. — Koenen,
Orgelbegleitung z. Diözesan-Gesang- u. Gebetbuch. 164 S. — Lenzen, Vor einem
halben Jahrhundert, Nn. (Landrichter Lange; Zweimal entführt; Sorge um fremdes
Glück.) 445 S. — Dies., Unter Sommerlaub u. Winterschnee, Nn. (Harte Köpfe, Die
Rütenbroeks, Eine Haideblüthe.) 461 S. — Melchers, Lehre von der Kirche. 211 S.

—	A. Relchensperger, Domban in Köln. 69 S.

lOOO Alberdingk-Thljm, Philipp v. Marnix. 68 S. GG. — *Belleshelm, Forschgn.
*OOZ zur engl. Kirchengesch. 4 S. GG. — v. Brackel, Nicht wie alle andern.
N. 189 S. (BNS 1). — Comptoir-Kalender f. 1882. — Cüppers, In der Knospe ge-
brochen. Dem Franz, nacherzählt. 24 S. (BNS 3.) — Brlenbusch, die Sphinx, N.
192 S. (BNS 3.) — Flach, Gabriele, N. 277 S. — Pnllerton, ein Wille,
ein Weg, übers, von Josefine Flach. 505 S. — * Gntberlet, Spiritismus.
100 8. GG. — Herbert, Miß Edda Brown, N. 146 S. (BNS 2.) — * Kellner,
Tertullian. 15 S. GG. — Koch, Kölsche Scheldereie, En. I. (Der Bätes, E.) 104 S.; II
1883. (Der Rippet von der Bess) 116 S.; III. 1885. (Et Johr Aachunveezig) 123 S.; IV
1887. (Der Kölsche Klüngel) 120 S. — Lingen, An d. friesischen Küste, N. 59 S. (BNS 2)

—	Dies., Ein Wort aus Kindesmund, R. 379 8. — Melchers, Das Eine Nothwendige.
316 S. — Polko, Mitgeholfen, Dombau-Märchen. 14 S. (BNS 1) — Portemonnaie-
Kalender f. 1882. — * Scheeben, Nominalism. in der deutschen Theologie des ansg.
MA. 1 S. GG. — * Stelnhener, Lust u. Leid, G. 290 S. — * Unkel, Berthold v.
Regensbnrg. 124 S. GG — Wlnterer, Sozialismus in den letzten 3 Jahren. Aus d.
Franz, von Dr. P. Sch[erer, Straßburg]. 70 S. — Woll- n. Blutlaus, Die. 4 S. —

1883 {!&lt;&gt;r"er (Sofie v. Follenins), Angelica von Ste. Croix, R. 250 S. (BNS 16) —
Bledembach, Der Schalmeier von Wald, oberschw. Dorfgesch. aus d.
Bauernkrieg. 96 S. (BNS 7). — v. Brackel, Prinzeß Ada, N. 288 S. — Dies., Aus
lernen Landen. N. 126 S. (BNS 10) — Branntwein, der, u. die arbeitenden Klassen.
5bi?i »Arbeiterwohl“). — * Cardauns, Sturz der Maria Stuart. 112 S. GG —
rRxräniSase’ Eürstl- Blut, N„ 52 S. (BNS 5) — Dies., Die echten Abbergs, N., 96 S.,
w to	B|acfü Herzenswirren, R. 212 S. (BNS 13). — Franz, Schneekatherl.

«. 71 S (BNS 9). — Fred, Nach langem Suchen, N. 106 S. (BNS 4). — Glersberg,
Dekanat Grevenbroich, 440 S. — Grube, Gerhart Groot. 108 S. GG. — v. Holnstein,
Am See, N. 102 S. (BNS 7.) — Hopstein, Vaterland. Gesch. f. d. Mittelstufe. 34 S. —
        <pb n="171" />
        ﻿149

Hiiffer, Karoling. Königsherrschalt. 15 S. GG — Kalender, Obstbau. 224 S. — Koch,
Scheldereie. II. (vgl. 1882). — Leonhart, Gertrud, N. 168 S. (BNS 6) — Gingen,
Vor Pavia, N. 119 S. (BNS 17) — Marby, Hanka, N. 170 S. (BNS 14) — Melchers,
Das Gebet des Herrn. 119 S. — Messerer, Die Waisen. 94 S. (BNS 4). — Dies., Die
beiden Vettern. E. 152 S. (BNS 12) — * Pohle, P. Secchi. 164 S. GG — Polko,
Herzensfrühling. 63 S. (BNS 12) — Hammers, Hptm. Garbas, N., 82 8. (BNS 6) —
Kelly, Der gefüllte Pfannkuchen, 17 S. (BNS 8.) — Bled, Nach 20 Jahren, N. 70 S.
(BNS 11) — v. Roskowska, Die Grafenbraut, N. 112 S. (BNS 15) — Rudorf!, Onkel
Born, Sittenbild, 82 S. (BNS 10) — Dies., Verloren, N. 94 8. (BNS 17) — Schnaps,
der, 48 S. (ging 1908 in den Verlag des Volksvereins über). — Schumacher, Das Frl.
von Groenerode. N. nach Melati von Java. 143 S. (BNS 9) — Schwarz, Die Rechte,
N. 28 S. (BNS 14.) — Tenger, Der letzte Capy, R. 197 S. (BNS 8) — v. Veltheim,
Napoleon Potee. N. nach d. Franz. 165 S. (BNS 5) — Weichensteller, Der, 8 S.
(BNS 14) — Zingeler, Zigeuner Rosel, N. 141 S. (BNS 11)

ISSA [Auffenberg], Kompaß für die Söhne Kolpings. 94 S. (ging 1908 in den
Volks ver.-Verlag über). — J. Bachem, Preußen u. die kath. Kirche. 120 S.
■— Berger (Sofie v. Pollenins), Wie sie sich finden. E. 97 S. (BNS. 20.) — [Cardauns]
Jan van Weerth. Zur Enth. d. Denkmals Juli 1884. 31 S. — Droste, Sicher-
stellg. des Vermögens f. relig., gemeinnützige etc. Zwecke [Aus „Arbeiterwohl“].
32 S, — Prlncken, Pilgerstab [Auszug aus Frincken, Jesus m. Zuversicht]. 480 S.
— * Gloßner, Aristotel. Begr. der realen Mögl. 34 S. GG — * Gutberiet, Ursprung
des Lebens. 25 S. GG — Herbert, Flitter, N. 31 S. (BNS 20) — Dies., Das Kind
seines Herzens. R. 328 S. — Hertllng, Thomas v. Aquin. 24 S. GG. — * Hipler,
ehristl. Geschichtsauffassung. 104 S. GG — Kaufmann. Bilder aus dem Rheinland.
275 S. — Kompaß f. d. jungen Arbeiter. 94 S., dgl. für den verheirateten. 94 S.
[gingen 1908 an den Volksvereins-Verl. über]. — Lenzen di Sebregondi, Die be-
Üoo enen	Schuhe, N. 51 S. (BNS 20) — Dies.,	Trüber Morgen,	goldener Tag,	R.

d'	1) * Liessem, Herrn, van dem Busche (Gymn.-Progr.	1884/9. 108 S.)	—

io, o n’ Dekanat Hersei. 442 S. — Melchers, Leben der allersei. Jungfrau.
194 S. —	v. Pelzeln, Der Erbe von Weidenhof.	R. 403 8. (BRS 2) — * Pohle, Die

mwSenwelten- L 128 s- n- (1885) 220 S. GG.	— Ried, Keine	Wahl, N. 167	S.

y lj).- v. Rothenfluh, Das Grab des Verschollenen, N. 74 S. (BNS 18) — * Schneid,
, ‘Defektivität der Sinneswahrnehmung. 21 S. GG — * Schlitz, Die vis aestimativa des
n 1 l}?’nas v- Aquin. 24 S. GG. — Schwarz, Verlassen, N. 35 S. (BNS 20.) — Tenger,
.„‘öckner von St. Difeze, N. 55 S. (BNS 19) — Themistor, Bildg. u. Erziehg. der
geistlichen. 272 S. (3. Aufl. 1907 bei Paulinus-Druckerei in Trier.) — v. Veltheim,
et Verueher, N. nach d. Russ. des Sagoskin. 140 S. (BNS 18) — *Woker, Aus
norddeutschen Missionen d. 17. n. 18. Jh. 121 S. GG

1885 Abschied d. Erzb. Melchers von Köln. Bericht d. röm. Deputation. 31 S.

— Bach, Ein stolzes Herz, R. 246 S. (BRS 4.) — * Bach, Das Systeme de la
nature. 16 S. GG. — * Baumker, Metaphysik. 36 S. GG. — * Bralg, das phil. System
Rotzes, 38 8. GG. — v. Dlncklagc, Die Seelen der Hailas, R. 233 S. (BRS 7). —
P™ t r’ Gesch- der Pfarre St. Joh. Baptist in Köln. 264 S. — Festbericht über
V'mpfang des Erzb. Krementz am 14./16. Dez. 1885. 72 S. — Flach, Durch Kampf
‘Um Ziel, R. 332 g. (BRS 8.) — Förster, Carl [Frau Regierungsrat Emma Sprin-
horum, Köln], Die Kunst des Sparens. 95 S. — Herbert, Jagd nach dem
•nck, R. 344 g. — * Hipler, Pred. u. Katechesen der Ermländ. Bischöfe
Hosins u. Kromer. 188 S. — Hirschfeld, Die Hexe v. Scharnrode, R. 244 S. (BRS 5.)

Kalender, Der ländl. Schulgarten. 78 S. — Koch, Scheldereie III (vgl. 1882). —
orcmej|tz Dr. Phil., Erzb., Lebensbild. 16 S. — * Krieg, Boethins. 30 S. 66. —
Die Wüstenräuber. 160 S. (BRS 4.) — Melchers, Zur Erinnerg. 20 8. —
'esserer, In Treue fest, Hochlandsgesch. 109 S. (BRS 6.) — v. Dosten, Ein Sohn
’r?- 174 S- &lt;BRS 7-&gt; - v- Pelzeln, Prinzessin Irrlicht, R. 153 S. (BRS 5.) -
nado Ikuvusflügei• 72 S. (BRS 8.) — Ried, Die Osteringen-Haldenstein, R. 295 S.
i *'■ ,— * Schmld, Gefühl u. Gefühlsvermögen. 25 S. GG. — Troska, Vorher-
stimg. des Wetters. 76 S. u. 1 Tafel. — * Woher, Aus den Papieren des kurpfälz.
Ministers A. Stefani. 132 S. GG.
        <pb n="172" />
        ﻿

1 QQfi Berger (Follenius), Dolores, N. 80 S. (BNS 22.) — Befa, Der Spieler,
luuu E. 30 S. (BNS 23.) — Bnet, Der Parteigänger der Königin, R., bearb. y. A.
Zingeler. 272 S. — v. Dlncklage, Das Comtessel, N. 65 S. (BNS 22.) — y. Dirkink,
Herms Vermächtnis, N. 86 8. (BNS 24.) — Haupt, Haideröslein, N. 118 S. (BNS 22.)

—	Herbert, Kinder der Zeit. Nn. (Kinder der Zeit; Die taube Blüte; Frl. Käthe;
Das böhmische Lied; Nur ein kleines Leben.) 332 S. — Dies., Ein modernes
Märchen, N. 70 S. (BNS 23.) — Karnitz, Kl. bibl. Gesch. 24 S. — v. Lenhard, Der
Teufelstriller, N. 51 S. (BNS 24.) — Lenzen di Sebregondi, Rau v. Netteihorst, R.
420 S. (BRS 9.) — Lindeinan, Die ratende Freundin. 172 S. — Messerer, Des Ach-
müllers Recht. 115 S. (BNS 21.) — v. Oosfen, Vannina, N. 106 S. (BNS 23.) —
* Pieper, Propaganda-Congreg. 116 S. GG. — * Plngsmann, Santa Teresa de Jesus.
116 S. GG. — Polko, Papilion, N. 105 S. (BNS 21.) — Dies., Dita, N. 64 S. (BNS 24.)

—	A. Reichensperger, Zur Protan-Architektur. 90 S. — v. Eoskowska, Im Strudel
der Hauptstadt, R. 281 S. (BRS 10.) — Tenger, Hann Kuljeyich, N. 125 S. (BRS 10.)

—	* Woher, Agostino Steffani. 142 S. GG.

10QY * Adeodatus, Philosophie u. Cultur der Neuzeit u. Thomas v. Aquin. 64 8.
lOO l Q.Q — Bach, Das Geheimnis von King’s Norton, Weihnachtsgesch. n. d.
Engl, 90 S. (BNS 25.) — v. Berlepsch, Im fernen Westen, R. 216 S. (BNS 29.) -
* Böcker, Damme als Schauplatz der Varusschlacht. 81 8. u. 4 Pig. — v. Brackel, Der
Spinnlehrer v. Carrara. N. 320 S. — Brockdorff, Ein Geheimnis des Königsee, N.
119 S. (BNS 30.) — * Cernnschl, Das biraetall. Pari. 44 S. — Dittrich, Mittelalterl.
Kunst i. Ordenslande Preußen. 32 S. GG. — Pogowltz. Djaraar, N. 85 8. (BNS 30.)
— Hirschfeld. Die Komödiantentoni, R. 216 S. (BNS 26.) — Hiiffer, Bernard
v. Clairvaux. 8 S. GG. — * Keiter. Eichendorff. 112 S. GG. — Koch, Führer d. d.
zoolog. Garten. 36 8. — Ders., Scheldereie IV (vgl. 1882). — Lenze, Gräfin Eva, N.
94 8. (BNS 27.) — Localanzeiger, Kölner, seit 8. Okt. tägl. erscheinend. — Polko.
Frohe Augen, N. 43 8. (BNS 28.) — Raven, Die Mutter der Marquise, N. nach d.
Franz. 128 8. (BNS 28.) — O’Reilly, Leo KITT. Deutsch [von Prälat Dr. Weinand].
498 8. - Rosellen, Dekanat Brühl. 642 8. — Rudorff, Schlichte Größe, Sittenbild.
126 S. (BNS 25.) — * Schauerte, Gustav Adolf. 95 S. GG. — Schwarz. Die Uhr des
Renö Cardillac, N. 42 S. (BNS 28.) — v. Wegerer (Ernst Norden), Schicksals-
wechsel, N. 130 8. (BNS 27.) — Wilfberger, Vor- u. Nachspiele z. Diöz.-
Gesangb. 213 S.

lOQO Berger (Sof. v. Follenius), Schloß Hartenfels, R. 236 8. (BNS 36.) —
IOOO Bertram, Gesundheitskompaß. 88 S. (Ging 1908 in den Verlag des Volks-
vereins über.) — * Bockenhelmer, Die Mainzer Unterr.-Anst. 13 8. GG. — Franz,
2 Bräute, E. 65 S. (BNS 33.) — Fred. Die Tochter des Flüchtlings, N. 75 8.
(BNS 33.) — v. Freyenstein [Prof. Dr. Dierschke], Dativ, R. 127 S. (BNS 34.) —
Herbert, Gemischte	Gesellsch.	Nn. [An	Isabell; Glücksvorübergangj Das

Kuckucksei: Die Geschichte von den Engelsflügeln; Levin’s Rheinfahrt;
Konrad Riemann’s Mutter; Der Goldhahn; Die Botin; Refugium pecca-
torum;	Der Mönch	Telemach.]	305 S.	—	* Hetlinger, Dantes Geistes-

gang. 140 S. GG. — * Hitze, Pflichten u. Aufgaben der Arbeitgeber.
97 8. (Ans Arbeiterwohl.) — Holm. Die Heldin der Saison, N. 84 S. (BNS 34.) —
Kerner,	Die Abenteuer	des Jobs.	Reusch, R.	286	S. — Lenhard, Meister Müller

u.	sein	Geselle. 41 S.	(BNS 32.)	— Lenzen	di	Sebregondi, Gefehlt, N, 113 S.

(BNS 37.) — Lingen, Ein verborgenes Leben, N. 66 8. (BNS 33.) — Meyer

v.	Schauensee. Ein Sturm auf dem Vierwaldstättersee, E. 44 S. (BNS 31) —
* Plaßmann, veränderl. Sterne. 120 S. GG. — Polko, Eine 10. Sinfonie, N. 19 S.
(BNS 35.) — y. Pütz, Maria Angela, N. 105 8. (BNS 35.) — Dies., Eine fremde
Blume, N. 102 8. CBNS 37) — Regeln des Ver. von der h. Elisabeth, 24 8. — Rlotte,
Theodulf, e. Sang aus alter Zeit 65 8. — Rudorff, An den Stufen des Thrones, R.
91 S. (BNS 35) — Schilling, Aphorismen z. BGB. 76 8. (Aus KV) — Schrattenthal,
[Prof. Karl Weisz. Preßbnrg], Der Armendoktor. N. 92 S. (BNS 32) — * Schwicker.
Peter Pdzmäny, 99 S. GG. Weber, Auf dornigem Pfad, R. 171 S. (BNS 31).
        <pb n="173" />
        ﻿151

1ÖQQ Andacht z. Verehr, d. h. Herzens Jesu. 16 S. (Aus dem Diöz.-Gesangb.)
luu'' — Arbeiterfrage, die, in der Niederld. Preßhefe- u. Spiritusfabr. 139 S.
n. 1 Tafel. (Aus Arbeiterwohl.) — * Böcker, Erinnergn. e. Rompilgers. 60 S. —
Brackel, Vom alten Stamm, N. 61 S. (BNS 38) — v. Dirklnk, Im Kampf mit der
Welt, 91 S. (BNS 40) — Dumont, kirchl. Erlasse (vgl. 1874). Nachtr. 80 8. — Rim-
beck [Dr. Stackemann], Im Lande der Mondscheinler. 76 S. (BNS 40) — * Falk, Meßaus-
legnngen. 63 S. GG— Frage, die Römische, a. d. 1. span. Kath.-Vers., 3 Reden, deutsch
v. Dr. B. Vogel. 91 S. — Keiffen [K. Keiffenheim, Trier], Das düstere Haus, N.
60 S. (BNS 38.) — Kreuzweg-Andacht z. Verehrung d. h. 5 Wunden. 20 S. (Aus dem
Diöz.-Gesgb.) — * Meier, süddeustche Klöster vor 100 Jahren. Reisetageb. des P.
Hauntinger. 125 S. 6G. — Mecken, Kirchenkassen-Föhrung. 16 S. — Norrenberg,
Dekanat M.-Gladbach. 370 S. — Osberg, Fügungen, N. 97 S. (BNS 38.) — v. Pütz,
Der letzte Schuß, N. 72 S. (BNS 39.) — Schröder, E., kath. Antwort auf den
Giordano Bruno-Skandal. 24 S. — Schwarz, Gelandet, N. 45 S. (BNS 40.) —

*	Schynse, 2 Jahre am Kongo. 120 S. GG. — Tenger, Die Frau aus dem Veilchen-
hause, R. 282 S. — Veldenz, Im Banne der Schlange. N. 208 S. — v. Veltheim.
Die Sühne. N. 147 S. (BNS 39.)

lOQD Andachten f. kath. Arbeiter-Vereine. 32 S. — * Baumker, Herb. Spencer.
lUts'VJ 20 S. GG. — [Dechene], Marian. Skapulier-Bruderschaftsbüchl. 51 S. —

*	Entwurf e. Bürgerl. Gesetzbuches u. der Rhein. Bauern-Verein. 107 S. — * Falk,
Sterbebächlein bis 1520. 91 S. GG. — * Hilt, des h. Gregor v. Nyssa Lehre v.
Menschen. 360 S. — * Hitze, Schutz dem Arbeiter ! 272 8. (Aus „Arbeiterwohl“.) —
Kipper, 20 Vaterlandslieder. 44 8. — Koch, ömmerjööncher. 125 S. — Maaßen,
Dekanat Königswinter. 576 S. — Mnnsabre, Das künftige Leben. Aus dem Franz,
von Dr. J. Drammer. 231 S. — Ders., Die andere Welt. Aus dem Franz, von Dr.
J. Drammer. 271 8. — Parr, Magdalenens Erinn., R. 328 S. — * Plaßmann, Beob-
achtungen veränderl. Sterne. 2. Teil. 26 S., 3. Teil (1891) 24 S. — Reichsgesetz
ftetr. die Gewerhegerichte, erl. von Dr. K. Bachem. 150 S. — * Schynse, Mit
Stanley u. Emin Pascha durch Ostafr. 116 S. GG. — * Steinle, Ed. v. Steinle u. A.
Reichensperger. 108 S. GG.

1QQ1 * Atzberger, Hettinger. 5 S. GG. — Brandenburg, Die Sperrgesetz-Nov. v.

2i. Juni 1891. 81 S. — [Cardauns], Windhorst. Zur Erinn. 46 S. — * Ebner,
Propst Seidenbusoh. 80 S. GG. — * Rndres, Kunstgesch. Sehensw. v. Augsburg.
10 S. GG. — Gerard, Die Mexikanerin. (Reata) R., deutsch v. Johannes Holm. 608 S.
— Haaß, Künstlerleben, Nn, Hum. u. En. (Haydns erste Liebe; Die Töchter des
Theatercopisten; Aus Beethovens Häuslichkeit; Der Türmer von Blankenburg; Wie
weiland der Kurfürst von Sachsen seinen Sänger erzog; Lorbeer u. _ Myrte; Das
Ständchen wider Willen; Mutter Anastasias Vermächtnis; Rubinis Schatten;
Sarastro-Schneidlein; Ein Incognito; Aus Bendas Lehr- u. Wanderjahren; Augustin
uer Jüngere). 235 S. — Hermes, Verwaltg. des Kirchen-Vermögens, 2. Aufl. 272 S.
(Ygh 1876: Heinrich). — * Kaufmann. Maler Ph. Veit. 120 S. GG. — * Keiter, Heinr.
Heine. 132 S. GG. — Mies, Einkommensteuer. 48 S. — «Plaßmann, 2. Verzeichn, v
Meteorbahnen. 28 S. [Das 1. erschien 1886 in Warendorf, Beil, zum Gymn.-Progr.]
—• * Prinz n. Page, E. aus dem Engl, von 6. L. [Gräfin Therese v.Loe]. 303 S. —

*	Scheuffgen u. Lager, Domkapitel i. Trier u. Bantusseminar. — Scnmid, de Maistre,
9 S. GG. — Vocke, Rechtspflege in den Ver. Staaten. 179 S. — Winterer, intern
Sozialism. v. 1885—90. Aus d. Frz. v. Joh. Berg. 196 S.

1800 Bachem, Der unlautere Wettbewerb. 45 S. — «Baumgarten, Giovanni
lüy,i Batt. de Rossi. Festschr. zu s. 70, Geburtstag. 130 S. — Beck, Taschen-
kalender f. kath. Akademiker 1892/3. 230 S. — Belke, hl. Harfenklänge, 2. Aufl.
(1. Aufl.; i. Selbstverl.) 164 S. — Ders., Ginsterblumen. 2. Aufl. (dgl.) 164 R. —

*	Chambaln, Stromveränderungen des Niederrheins seil der vorröm. Zeit. 32 S. u.
1 Tafel. — P. Cyprian [Fröhlich] v. Eggolsheim, Missionskompaß f. Jünglinge.
116 S. (ging 1908 an den Verlag des Volksvereins über). — Esser, Epheuranken.
G. 209 S. — * Esser, Das Pflanzenmaterial f. d. botan. Unterr. 184 S. — Fulano,
[Pfr. Th. Esch, Trier], Der Sturz d. Kaiserthrones i. Brasilien. 204 S. — * Graön,
        <pb n="174" />
        ﻿

Hildesh. Holzarch. 7 S. GG. — Hammer, Die Franzisk. i. d. Ver. Staaten. 149 S. —
Hertling, Naturrecht u. Sozialpol. 87 S. GG — Ders., J. B. Heinrich. 12 S. GG. —
Hespers, P. Schynsea letzte Eeis. 104 S. GG. — Hitze, Normalarbeitsordng. 126 S. —
Jüngst, 3 Nn. (Wider Willen, Wandlgn., Hüben u. Drüben). 314 S. — Kohlenring,
Der geplante. 36 S. (Aus KV.) — Kuhn, Aus dem modernen Babylon. 233 8. —
v. Lassanix, Bekämpfung der Reblaus. 40 S. — Lingen, Zweimal vermählt. (Ein
Wort aus Kindesmund.) 394 S. — Mies, Gewerbesteuer. 46 S. — Oidtmann, Glas-
malerei I 74 S. II: 1898. 376 S. — Pastor, Joh. Janssen. 5 S. GG. — Plaßmann,
Der Planet Jupiter. 115 S. GG. — Ders., Veränderl. Sterne. 8 S. GG. — Wlndthorst
n. Görres. 4 S. GG.

lOQO C. Bachem, Bebel u. sein Zukunftsstaat vor dem Reichstage. 168 S. —
J J. Bachem, Wie ist dem unlauteren Wettbewerb zu begegnen? 63 S. —
Baumgarten, Für und gegen Kneipp. Ärztliche Aussprache [von Dr. med. Bergmann,
Dr. med. Euteneuer, Dr. med. Niemann]. 159 S. — Bebel und sein Zukunfts-
staat vor dem Reichstag. Stenogr. Bericht, herausg. vom Volksverein. 116 S.
— * Becker, Dekanat Blankenheim, 656 S. — Bestimmungen über Lehrplan t.
Erteilg. des Rel.-Unterr. 8 S. (Aus Kirchl. Anz.) — [Brendgen], Erzb. Card.
Krementz, zur Card.-Erhebg. 95 S. — Clanß, Us nnse Lotterbove-Johre I (Der Seil-
spenner; Unse Student). 212 S. — v. Dlncklage, Die Dorfnihilistin, N. nebst 7
weiteren Nn. (Der rechte u. der linke Flügel, Das große Kreuz, Der Eggenrod-Bach,
Ein	verlorenes Leben, Der Landmesser, II	Gobbo,	Der	Erbonkel).	382	S. —

Dukas Theodassos, Im Zeichen des Halbmonds. Schilderungen aus der türk. Haupt-
stadt. 399 S. — Gerard, Plündere den Nächsten, R., übers, von J. Holm. 387 S. —
Herbert, Baalsopfer, Nn. (Baalsopfer, Flucht des Engels, Der schöne Ferdinand,
Unlöschbare Schrift, Wiedergeboren). 320 S. — * Kirsch, Christi. Kultusgebäude i.
Altertum. 104 S. GG. — Knlel, Maria Laach. 160 S. — Landwirtschaft!. Artikel der
KV .1—V (bis 1899; 572 S.) — Lehrerzeitung, Westdeutsche, erscheint seit 20. Juni.
Beilagen: seit 1896: Lit. Beilage; seit 1. Jan. 1910: Blätter für Rechtsschutz, monatl.;
seit 1. Mai 1910; Der Wächter f. Jugendschriften, monatl.; auch (viertel], M. 1,20)
für sich zu beziehen; seit 1. Jan. 1913: Blätter f. Volksschulpraxis, red. von Phil.
Krug. — Llessem, Das rote Glückwunscbbüchl. 168 S. — Melchers, De visitatione.
186	S. — Metzmacher,	Das Kreuz Christi. 204	S.	—	Mocken,	Kirchen-
lagerbücher. 11 S. —	Mußestunden, Für	(aus	KV)	I	390 S.,	II	1894

399	S., III 1895 399	S., IV 1896 399	S., V	1897	351	S.,	VI	1905

270 S. — Oidtmann, Glasmalerei. I; Technik; 70 S. II: Gesch. bis 1400 (1898;
376 S.) — * Paulus, Job. Wild. 82 S. GG. — Pauly, Perlen aus dem Sagenaehatze
des Rheinlandes. 147 S. — Staarstecher [Heinr. Keiter], Heine, der Antisemit u
Nihilist. 56 S. — Steffens, Der h. Agilolfus. 40 S. — Veldenz, Postlagernd. Nn. (Wie
ich Maler wurde, Die beiden Schwestern.) 322 S. — * Weber, Kirchengesang i.
Fürstbist. Bamberg. 72 S. GG. — Zum gold. Bischofsjub. Leos XIII. 24 S.

1QQ4 * J. Bachem, Bedingte Verurteilung. 68 8. GG. — Bauer, Treu im Kampf,
R. 298 S. — Clanß, Us unse Lotterbove-Johre. II (Achzehnhundertsibbenzig).
172 S. — 50 Commerslleder. 24 S. — * Festschrift zur 3. Rhein. Prov.-Vers. des
kath. Lehrer-Ver. 126 S. ■— Pranke, Das preuß. höh. Unterrichtswesen. 80 S. —
Frelmuth, Ardennenwanderungen. 131 S. — * Funk, Hefele. 4 S. GG. — Für Wert-
papierbesltzer (aus KV). 150 S. — E. Gerard, Eine geheime Sendung, R. Aus d.
Engl, von S. Orref [Oberstleutn. v. Ferro]. 326 S. — Grubenbecher, Lauretan.
Gnadenkapelle i. d. Pfarrkirche Maria i. d. Kupfergasse. 128 8. — Hertling, Aufg.
d. kath. Wissensch. 6 S. GG. — Kelter, Aus dornenreicher Jugendzeit. E. 176 S.
* Klhn, altchristl. Schriften. 6 S. GG. — Lenzen di Sebregondi, Drückende Fesseln,
R. 284 S. — Limburg, Der Prinzessinnenthurm, N. 317 8. — Maaßen, Dekanat
Bonn I. (Stadt.) 422 §.; II in Hausteins Verl. Bonn. — Mußestunden, s. 1893. —
Oberdorff er, Bücher u. Bühnenstücke f. kath. Vereinsbibi. 36 S. — * Schmitt, Joh.
Tausen. 128 8. GG. — * Schnürer, Entstehg. d. Kirchenstaates. 116 S. GG. —
v. Walde, Märchen. (Rosen u. Dornen. Das Quellchen, Herzlieb). 89 S. — * Weber,
Gesch. v. Bamberg. 6 S. GG. — * Wider den uni. Wettbewerb. Versamlgsbericht.
48 8. — Woude, Tom n. ich. Nov. nach d. Holl, von A. Herbst. 271 8.
        <pb n="175" />
        ﻿lOQC * Beleuchtung u. Wasserversorgung der Stadt Köln. Festschr., hg. von
F. Joly. 119 S. 4°. — Brandts, Die kath. Wohltätigkeits-Anstalten (Aus
Arheiterwohl) 256 S. — * Cardauns, Märchen Brentanos. 120 S. GG. — Drummer,
Das Gebet des Arbeiters. 102 S. — Fahr! de Fabris, Was die Blumen erzählen,
Gesch. (Das Blumen-Buch des alten Fräuleins; Dunkelblauer Enzian; Belladonna;
Erika; Feuerroter Mohn; Radieschen; Zeitlose; Aloe; Sonnenblume; Rosmarin;
Schlüsselblume; Immortelle; Schwarzer Nachtschatten; Steppengras.) 215 S.
— D. Gerard, Lady Baby, R. Aus d. Engl, von Th. Eminger-Longard,
485 S. — * Gockel, Das Gewitter. 120 S. GG. — * Gründung u. Tätigkeit des Ver. v.
h. Karl Borromäus, Festschr. 144 S. — Herbert, Aphorismen. 154 S. * Kleiner-
manns, Die Heiligen u. Seligen auf dem bischöfl. Stuhle von Köln. I. [Maternus,
Severin, Evergislus, Kunibert, Agilolfus, Bruno.] 192 S. II. (1898) [Heribert]. 88 S.
(Aus Pastoralblatt.) — Münchgesang, Spartacus, der Sklaven-Feldherr, E. 155 S.
(BJ 1.) — Ders., Thankmar, der Sngambrer, E. 160 S. (BJ 2.) — Ders., Der Weg
zur Wahrheit, E. 128 S. (BJ 3.) — Mußestunden III (s. 1893). — v. Neidegg, Aus
bewegter Zeit, R. 388 S. — Pichler, Antrag Kanitz. 180 S. (8PZ 1; ging 1908 in den
Verlag des Volks Vereins über.) — * Plaßmann, P. Denza. 3 S. GG. — v. Pütz,
Tiroler Dorfgeschichten. (Er soll dein Herr sein; Die Wäsche; Das Büble; Moidel;
Der Zweifler; Bis in den Tod). 318 S. — Rollo-Reuschel, Moderne Raubritter. 344 S.
—- Scheben, Die Thorburgen Kölns. 228 S. — * Schneider, Sittl. Bewußtsein. 138 S.
}*G. — Stephinsky, Schulaufsichtsfrage (Aus Westd. Lehrerztg.). 91 S. — * Zaun,
Gesch. der Pfarre Lövenich b. Zülpich. 209 S.

18Qfi * Bachem, Bed. Verurteilung oder bed. Begnadigung? 39 S. GG. — Beck,
Erklärg. der bibl. Gesch. I. 519 S. — Coloma, Verrechnet, N., deutsch v.
J. Caspar!. 128 S. — Delvos, Dekanat Siegburg. 448 S. — * Finke, Karl Müller.
117 8. GG. — Grach, Die Märtyrin v. Sicca, Drama nach Newmans „Kallista“. 96 S.
Musik dazu von Kipper. 26 S.; ging Peb. 1908 an J. Esser in Paderborn über. —
Harten, Aus Wildfangs Kinderjahren. E. 158 S. (BEM 1.) — Dies., Draußen in der
Welt, E. 160 S. (BEM 2.) - * v. Bertling, K. A. Lossen. 6 S. GG. — [Monatl.] Korre-
spondenzblatt f. die Präsides der kath. Jugendvereinigungen, hg. von Dr. J. Dram-
5*. (Ging m. Jahrg. 1908 an Druckerei Lehrlingshaus, Mainz.) — v. Lilien, Duell u.
Ehre, R. 491 g. — * Miller, Die Ebstorfer Weltkarte. 63 S. GG. — Münchgesang,
Der ägypt. Königssohn, E. 173 S. (BJ 5.) — Ders., Pyramide v. Gizeh, E. 176 S.
'•BJ 4.) — Mußestunden IV (3. 1893). — v. Pütz, Von der Pike auf, E. 159 S. (BJ 6.)

Dies., Die Tochter des Marquis, E. 136 S. (BEM 3.) — Roeren, Unlauterer Wett-
bewerb. 47 S. (SPZ 2; ging 1908 an den Volksverein.) — Schott, Der Hütten-
meister, N. 151 S. — Ders., Der Königsschütz, Aus der Art geschlagen, Nn. 184 S.
Westerraaier, Abstammungslehre. 6 S. GG.

1807 * Aufgaben von Gemeinde u. Staat in der Wohnungsfrage. 83 S. (Aus
_	Arbeiterwohl.) — [J. Bachem u. W. Hankamer], Die Parität in Preußen.

E- Denkschrift. 169 S. — Bonsen s. Zurbonsen. — Brackel, Im Streit der Zeit, R.
~ Bde. 319 u. 379 S. — * Domanlg, A. Bruder. 4 S. GG. — Dransfeld, Grafendorh,
E. 157 S. (BEM 6.) — Dies., Wie das Grafendorli glücklich wird, E. 158 S. (BEM 7.)

Pollenlus, Führungen u. Fügungen, E. 194 S. (BEM 5.) — v. Goldegg, Das
Märchen vom Glück, R. 2 Bde. 345 u. 286 S. — Harten, Wildfang im Pensionat,
"• 167 S. (BEM 4.) — Heitzer, Des Geigers Enkelkind, Am Weihnachtsabend, Das
Sparbuch, En. 125 S. (BVJ 3.) — Ders., Des Kindes Opfer, In die Welt hinaus, En.

S. (BVJ 4.) — Herbert, Aglae, N. 199 S. — * v. Hertllng, Katholizism. u.
Wissensch. 8 S. GG. — * Hitze, Handwerkerschutzges. (Aus Arheiterwohl.) 49 S.

~ *Ders., Ergänz, der Arbeitervers. durch freie Fürsorge. (A. Arbeiterw.) 26 S. _

Kampers, Mittelalterl. Sagen vom Paradies u. v. Holze des Kreuzes Christi. 119 g.
GG. _ Kelter, Aus dornenreicher Jugend, E. 129 S. (BVJ 2.) — Kerner, Joh!
Heuschs Abenteuer, E. 144 S. (BJ 9.) — * Kirsch, Die Akklamationen d. altchristl.

Grabschr. 86 S. GG. — Lehrplan f. d. Rel.-Unterr. (Aus Kirchl. Anz.) 31 g.  

Maitland, Clara, E. 128 S. (BVJ 1.) — Münchgesang, Radbert Overstolzen, E. 164 S.
(BJ 7.) _ Derg^ Der Vierherr v. Erfurt, E. 160 S. (BJ 8.) — Für Mußestunden V
(s. 1893). _ gtrelfzüge durch das Reich der Freimaurerei. 77 S. (Ans Deutsches
        <pb n="176" />
        ﻿Adelsblatt.) — Veldenz, Auf den Brettern, N. 180 S. — * Zurbonsen, Völkerschlacht
„am Birkenbaume“ 94 S. GG.

1QQQ Dransfeld, Nach harter Prüfung, E. 166 S. (BEM 8.) — Dies., Theo
loyo Westerhold, E. 168 S. (BEM 9; 1914 als Bd. 18 von ZL.) — Die Ehren-
wallsche Kuranst. zu Ahrweiler. 64 8., 32 Taf. u. 10 Pläne. — Fahr! de Fabris, Lieb

u.	Leid, Gesch. n. Bilder. (Wenn der Klee blüht; In der Rumpelkammer; Der arme
Poet; Die Papageientante; Um einer Ungetreuen willen; Die Vergeltung; Das alte
Spinnrad; Deborah; Himmelsmorgen in der Weihnacht: Gradje; Vision; Das Glück;
Wie es geht; Die Liebe höret nimmer auf; Frohe Herzen.) 215 S. — * Finke, Jos.

v.	Ittenbach. 97 S. GG. — Glattfelter, Ges. betr. Diensteinkommen der kath. Pfr.
58 S. — Heitzer, Die Tochter des Bergmanns, E. 141 S. (BVJ 6.) — * v. Hertllng,
Kath. Wissenschaft. 4 S. GG. — Jeske-Choinskl, Eine Sonne i. Erlöschen. Aus d.
Poln. von J. Glinkiewicz, 2 Bde. 401 u. 260 S. — Kellner, Der Sieg des Kreuzes,
E. 152 S. (BJ 12.) — * Kleinermanns, Die Heiligen v. Köln II 1 (vgl. 1895). —
Liessem-Piel, Lumen cordium, Gebet- u. Ges.-B. 226 S. — Müller, Marinevorlage.
80. S. — Münchgesang, Der Gießerbursch v. Nürnberg, E. 159 S. (BJ 10.) —
Ders., Der Altar des unbekannten Gottes, E. 144 S. (BJ 11.) — Pichler,
Ceutrum u. Landwirtschaft. 72 S. (SPZ 3; ging 1908 an den Volksver.-Verl.) —
Fiel, Orgelbegleitung z. Gesangb. Lumen cordium. 96 S. — Rolfes, Gottes-
beweise bei Thomas v. Aquin u. Aristoteles. 313 S. — * Scheid, Der Jesuit
J. Masen. 80 S. GG. — * Schlecht, Christi. Kunst u. Naturalism. 12 S. GG. — Schott,
Der Wildhof, E. 211 S. — De Vltis, Der Roman der Arbeiterin, R. aus dem Franz,
[von H. Geehl]. 466 S. — * Wllloh, Gesch. d. kath. Pfarreien: Hzt. Oldenburg A.
Dekanat Vechta-Neuenkirchen, 3 Bde. 500, 487 u. 551 S. B. Dek. Cloppenburg (1899)
2 Bde. 526 u. 556 S,

lOQQ *Arbeifskamraern, Bedeutg. u. Organis. (Aus Arbeiterwohl.) 64 S. —
* Bruderschaftsand. z. Mutter d. guten Rates. 12 8. — Buol, Das Marterle,
E. 241 S. — Centrums-Lleder. 16 S. — * Dahlmann, Das altind. Volkstum. 139 8.
GG. — Dransfeld, Flitter u. Schein, E. 143 S. (BEM 11.) — Dumont, Sämig, kirchl.
Erlasse. Nachtr. 80 S. — Ferdinand, Die Wahlen der kirchl. Verwaltungsorgane.
31 S. — Follenius, Dorothee, E. 140 S. (BEM 10.) — v. Goldegg, Was ist die Liebe?
N. 160 S. — Görgen, Die Macht der christl. Liebe, E. 176 S. (BVJ 7.) — [Graham-]
Hummel, Weiß u. Rot, E. 128 S. (BVJ 6.) — Grau, Das Lob des Kreuzes. Kloster-

u.	Hofgesch. 604 8. — Harten, Am Wichtelborn, M. 203 8. — Helm, Unser Herr
Jesus Chr. v. Nazareth. 647 8. — Heitzer, Die Goldsucher, Die Pfändung, Eines
Künstlers Jugendzeit. En. 116 S. (BVJ 8.) — Ders., Der rote Franzis, E. 126 8.
(BVJ 9.) — * v. Hertling, Freiheit der Lehre. 9 8. GG. — Hoeber, Handb. d. kath.
Studentenver. 171 S. — Huppert, öffentl. Lesehall. 100 S. — Jägers, Der Katech. I.
608 8.: II (1903 mit Inderfurth) 520 S.; III (1905) 504 S. — »Kaufmann, Thomas

v.	Chantimprd. 138 S. GG. — Kerner, Walter der Erzpoet, E. 159 S. (BJ 15.) —
Korthaus, Rohstoff- n. Gewerkgenossenschaft d. Tischler zu Osnabrück (Aus
Arbeiterwohl). 16 S. — Kühling, Aufstellg. der Kirchen-Etats u. Rechngn. 231 S. —

*	Mausbach, Sittenlehre des h. Thomas. 16 S. GG. — Münchgesang, Der Retter v.
Neiße, E. 136 S. (BJ 13.) — Ders., Der rechte Falkensteiner, E. 143 S. (BJ 14.) —
Pahl, Anleitg. f. Kirchenrendanten. 35 S. — v. Schilgen, Vormundschaftsrecht. 248 8.

—	[Schmitz Dr. J.[ Dr. Hub. Simar, Erzb. v. Köln. 62 S. — * Schulte, Die Kunst in
Münster. 10 8. GG. — Schwering, Röm. Recht u. BGB. 190 S. — Waldau, Bellinis
Kinder u. der Ziegen-Beppo. 210 S. — * Wibbelt, Görres als Lit.-Hist. 78 S. GG. —

*	Wilpert, Gewandung der ersten Christen. 58 S. GG. — * Zardetti, Pflichten u.
Rechte des Adoptivbürgers in Amerika. 28 S.

lOnn Brackel, Eine Nähmamsell, N. 288 S. — Braun, Das Fleißzeichen, Das
1	rosafarbene Kleid, Nepomuk, En. 124 S. (BVJ 12.) — * Bumüller, Aus der

Urzeit des Menschen. 90 S. 66. — [Dillov], Rechtsverhältnisse der deutschen Frau,
von Dr. A. Baumstätter. 152 S. — Dransfeld, Die Geschwister, E. 152 8. (BEM 13.)

—	* Duhr, Jesuiten u. Hexenprozesse. 96 8. GG. — Follenins, Das Burggeheimnis, E,
152 S. (BEM 12.) — Gebet- u. Gesangb. f. kath. Gesellenvereine. 160 S. — Heitzer,
Der Räuber vom Eichenhof, E. 128 8. (BVJ 13.) — Herbert, Marianne Fiedler; Eva;
Leben u. Liebe, Nn 209 S. —- * Konlen, Prühlingsfahrten durch Italien, Dichtgn.
        <pb n="177" />
        ﻿155

98 S. — [Lanfenberg], Kirchenlieder f. d. Schulgebrauch. 16 S. — Leo XIII. Rund-
schreiben über den göttl. Erlöser. 23 S. — Die Lex Helnze u. ihre Gefahr f. Kunst,
Literatur u. Sittlichkeit. 54 S. — * Mirbach, Nach Oben! G. 284 S. — Münchgesang,
Nach schwerer Zeit, E. 152 S. (BJ 16.) — Ders., Der Verbannte von Naxos, E. 180 S.
(BJ 17.) — Ris, Detlev u. Geira, E. 128 S. (BVJ 10.) — Sauren, Die Praxis des
1. Schuljahres. 208 S. u. 22 Tafeln. 2. Schulj. (1903) 208 S. — »Schulte, Die „große
Gesellschaft“ von Ravensburg. 8 S. GG. * Schultz, Charakteristiken u. Kritiken von
Görres 1804—5. 92 S. II. Folge 1902. 106 S. GG. — Schwering, Rom. Recht,
deutsches Recht u. BGB. 199 S. — * Trimborn u. Thlssen, Die Tätigkeit der Ge-
meinden. 103 S. (Aus Arbeiterwohl.) — Wehrmeister, Das Geheimnis des Sonnen-
priesters, E. 128 8. (BVJ 11.) — [Wltkowski], Schattenbilder aus dem preuß. Osten
von Germanus. 32 S. — Zlngeler, Der Miinsterbaumeister v. Straßburg, E. 258 S.

IQOl Barth, Pflege u. Ernährg. d. Kindes. 132 S. — Banordnung f. d. Stadtkreis
Köln. 67	S. — Bazln,	Aus ganzer Seele, R., deutsch	v. J. Kelbe. 332 S.	—

y. Brackel, Chic,	N. 126	8. —	Böcker, Ges. u. Verordn,	ii. d.	bürgerl. Ehe. 36 S.	—

*	Cardauns, Görresgesellsch. 1876—1901. 112 S. GG. (1901—16 in Jahresber. 1917;

14 S.) — Coudenhove, Johannes der Täufer, G. 96 S. — Follenlus, Allzeit wahrhaftig,
E. 148 8. (BEM 15.) — v. d. Fuhr, Der Rel-Unterr. i. d. Volksschule. 92 S. —
Harten, Frl. Übermeer, Gesch. e. jungen Mädchens. 206 S. (BEM 14.) — Dies., Wild-
fangs Brautzeit, E. 187 S. (BEM 17.) — Herbert, Aless. Botticelli. 164 S. — Klein-
rodt [Anna Hoch], Die b. Nachbarschlösser. E. 143 S. (BVJ 16.) — Lang, Nietzsche
n. d. deutsche Kultur. 29 S. (Aus Ak. Monatsbl.) — Ders., Maine de Biran. 67 8. —
Leben der ehrw.	Maria	v. d.	Menschwerdg., Ursuline,	geh.	Maria Guyart. Aus	d.

Franz, [v. Marie	de la	Presentation, Nantes]. 288 S.	— *	Lossen, Katholiken	n.

akadem. Lehramt. 170 8. GG. — [Löwenstein, Fürst Carl zu], Schutz der Ehre u.
Bekämpfung des Duells. Leipziger Besprechg. am 19. Okt. 1901. 46 S. —

*	Mausbach, Kath. Moral. 158 S. GG. — Messerer, Dorfgeschichten f. die Jugend.
(Das Plumpsack-Versteck: Der alte Dorfpfarrer; Das Pflegekind; Der Hennenbub
von Bichelsdorf.) 128 S. (BVJ 14.) — Münchgesang, Sertorius, E. 176 S. (BJ 18.) —
Ders., Ambros Daffinger, E. 167 S. (BJ 19.) — * [Prüm. E.l. Notschrei a. d. Mittelgeb
(Quebrachozoll). 52 8. — Ritter, Der Polenflüchtling, Die Kinder des Malers, Steppen
blume, En. 154 S, (BVJ 15.) — Schott. Der letzte Richter, N. 215 S. — Schweitzer,
Energie u. Entropie der Naturkräfte. 59 8. — Sheehan, Mein neuer Kaplan, E. Aus
dem Engl, von J. Nemo. 396 S. — [Strejeck], Eine wilde Rose, E. von L. Dalfon.
227 S. (BEM 16.) — Waldau, Beppo u. s. Freunde, E. 168 S. — Wiseman. Mensch-
werdung u. Leben Jesu Chr.. deutsch v. Pfr. Grewer, Cöthen. 270 S.

1Q09 Bendel, Schönschreibeunterr. 128 S. — Berlage, Gedächtnisrede auf Erzb.

Simar. 7 S. — Champol, Herzog Hans. N. aus d. Franz, von E. v. SIchart.
197 S. — [Kpl. CI. u. Rektor A. ,T. Ciippers], Kirchengesch. f. Oberstufen. 42 S. —
Doorman, Aus dem Wunderland, En. (Die Schwalben; Der kleine Sardellenfischer:
Fatima; Der kleine Schiffsjunge; Achmed, der Träumer: Die Wunderblume.) 127 S.
(BVJ 17.)	_ v. d. Fuhr, Der Religions-Unterricht in der Volksschule.

92 S. — Geschäftsanweisnng f. Kirchenvorstände. 92 S. — Herbert, Von
unmodernen Frauen. Nn. (Bettina; Nur einmal in seinem Leben: Der Wunsch; Die
Geburtstage; Scherenrecht; Maria: Meines Vaters Schwester; Ein Totentanz; Valter-
dorfs Ehe- Reclusa: Ein Buch über Venedig; Zenohia.) 401 S. — Bertling, Silber-
jub. der GG 8 S. GG. — Herwegen, Reichsverf. u. Bundesrat. 89 S. (Dias.) —
Holdsehmidt. Der Tiirkenscbreck, E. 128 8. (BJ 21.) — Hungerford, Die Schwieger
tochter R deutsch v, ,T. Heimv. 347 8. — Huppert, Der deutsche Protestantism
164 S — Jägers, Katechet II (vgl. 1899). — Klein, Die linkarbein. Kircbhofsfrage.
56 S. — Küster, Gottesfrieden. 45 S. — Lossen, Der Pall Spahn. 43 S. — Maidorf,
Rudolfs Stiefmutter, Eine böse Schuld, En. 125 S. (BVJ 18.) — Messerer, In der
Staffelklamm Der Kasperl, En. 126 8. (BVJ 19.) — Dies., Am Gamshörnl, Der
Schnaps-Michl. En. 109 S. (BVJ 20.) — Münchgesang. Derfflingers Hufschmied, E.
156 S. (BJ 20.) — Ders., Karl der Hammer, E. 167 S. (BJ 22.) — [O. Neuwieml,
Dr. Ant. Fischer, erwählter Erzbischof von Köln. 32 S. — Peters, St. Michael.
16 8. __ v. Radkersberg-Radnicki Kinderszenen. Scbumannschen Melodien nachge-

dichtet. (Von fremden Ländern und Menschen; Kuriose Geschichte; Hasche-Mann;
        <pb n="178" />
        ﻿Bittendes Kind; Glücks genug; Wichtige Begebenheit; Träumerei; Am Kamin;
Ritter vom Steckenpferd; Fast zu ernst; Fürchtenmachen; Kind im Einschlummern;
Der Dichter spricht.) 328 S. — Rheinau [Frl. Anna Sichert], Ernste Stunden f. junge
Mädchen. 260 S. — * Rosenberg-Grussezynski, Sursum corda, G. 60 S. — * Schnürer,
Kümmernisbilder. 8 S. GG. — Seltz, Willensfreiheit. 64 S. — Wegweiser durch die
Wohlfahrtseinr. der Stadt Köln. 32 S. — * Wimmer, Palästina mit seiner Pflanzen-

u.	Tierwelt. 128 S. GG. — * Wurm, Papstwahl. 136 S. GG.

IQno Bach, Leonis XIII. carmina, Inscript, numismata. 184 S. — Bennet, Der
kieine gänger von Stratford, E. 316 S. (BJ 23/24.) — Bocken, Um u. in
Afrika. 241 S. u. 1 Karte. — Bremme, Geistl. Lieder des Wilh. Nakatenus. 163 S. —
Dransfeld, Erwachen, G. 152 S. — BttUnger, Deszendenztheorie. 86 S. GG. —

v.	d. Fuhr, Perikopenstunde. 284 S. — Fnhrmans, Unterr. über das Sakr. des
Altars. 84 S. — v. Garten, Das Wetterhexchen, E. 187 S. (BEM 18.) — Grimme,
Das Gesetz Chamurabis u. Moses. 47 S. •— Harten, Heimchen, E. 218 S. (BEM 19.)

—	Dies., Zur Sonnwendzeit, Neue Märchen. (Prinzessin Tausendschön; Die Zauber-
burg; Besserweiß und Dummchen; Freund Helferich; Lügenliesel; Das Märchen vom
Rapünzelohen; Das nußbraune Schlänglein; Die Roggenmuhme; Bruder Leichtherz;
Das Märchen vom traurigen Königssohn.) 193 S. — Heitzer, Seines Vaters Schutz-
engel, E. 128 S. (BVJ 24.) — Herbert, Einsamkeiten, G. 148 S. — Hermann, War
Windthorst ein Reichsfeind? 48 S. — Holdschmidt, Cornelius, E. 126 S. (BJ 26.) —
Kaufmann, Leop. Kaufmann. 262 S. GG. — Knth, Die Regimentsböcke und andere
Militär-Humoresken (Die Regimentsböcke; Auf Vorkommando; Knubbels Rache.)
131 S. — Lauscher, Erzbischof Bruno II. v. Köln. 79 S. — Lentz, Verkehrsleben
f. Schulen. 48 S. (4°) — Liessem, Poesie fürs Haus. 525 S. — Lossen, Offener Brief
an Alb. Ladenburg. 26 S. —■ Maidorf, Der verhängnisvolle Steinwurf, E. 127 S.
(BVJ 21.) — Dies., Freud u. Leid im kleinen Kreise, Mariechens Brief, En. 110 S.
(BVJ 23.) — May, Gesch. der Gen.-Vers. der Kath. Deutschlands. 401 8. (Nachtrag
1904.16 S.) — Meunier, Das Werk der Kindheit Jesu. 172 S. — Müller-Fulda u. Slttart,
Der Deutsche Reichstag 1898—1903. 60 S. — Münchgesang, Unter dem alten Dessauer,
E. 145 S. (BJ 27.) — Murray, Glänzende Laufbahn, R., deutsch von A. Schultze [Fr.
Anna Zarnaok], 382 S. — Neumann, Reform der Trinksitten. 63 S. — Nienkemper,
Der Kern der Wahlnuß. 96 S. — Ritter, Mit Meißel u. Pinsel, E. 167 S. (BJ 22.)

—	Roos [Em. Hirsch], Schmierbrenners Maxi, Die Blinde vom Wolfenhof, Irrfahrten,
En. 129 S. (BVJ 22.) — Sauren, Praxis des 2. Schuljahrs. 216 S. — [Schmitz, Rel.-L.,
Andernach], Collectio canticorum Sacr. 20 S. — Seidenberger, Der pariament. An-
stand. 78 S. — Verhandlungen der 50. Kath.-Vers. in Köln. 539 S.

1004. BsW®8» Kirchengeschichtl. Charakterbilder. 117 S. — Behandlung tiefer
lKonflikte im Roman. 28 S. (aus KV.) — Bohrer, Vom Kölner Dom u. s.
Umgebg. 31 S. u. 2 Pläne. — Bordeaux, Furcht vor dem Leben, R., deutsch v. Job.
Berg. 330 S. — Brentano, Gockel, Hinkel u. Gackeleia, M. bearb. v. B. Wldmann.
110 S. (BVJ 27.) — Bnol, Die Kirchfahrerin, E. 182 S. — Clemcntz, Mutter! Ihr Lob,
ihre Freude, ihr Leid. Ans der Weltlit. 443 S. — Coloma, Hinter den Kulissen, N.
128 S. — v. Dirkink, Die beiden Brune, R. 276 S. — Doormann, Ihr Lied der Lieder,
holl. Mädchengesch. 174 S. (BEM 21.) — Driesch, Vollkom. Reue. 32 S. — Ehen,
junge, Nn. (Weyrauther, Hochzeitspärchen; Bornewasser, Hochzeitsreise; Böttcher,
Sie leben getrennt; Schlippenbach, Wir drei, Mein Junge, Die zweite Frau; Wilda,
Egon als Erzieher; Eegholm, Die Probe, deutsch v. G. Johanns; Mirbach, Ehestands-
protokoll; Clippers, Sie radelt; Turner, Am roten Weg, deutsch v. Lobedan.) 534 S.

—	Fahr! de Fabris, Von der Wanderstraße, Gesch. u. Bilder. (Kehr’ wieder; Walde-
mar; Lenz u. Liebe; Das fuchsige Buch; Caritas der Armen; Lied der toten Zeit; Er-
gebung; Aus der Mappe e. Briefträgers; Stark wie der Tod; Friede den Menschen;
Großmütterchen; Mein Volk, was tat ich dir?; Das Glück; Das Ende vom Lied;
Ennnyen; Augen der Erbarmg.; Frei.) 286 S. — Frauenwelt, Ans der, Beiträge
aus KV, hg. von [Frau] Adele Sieger. [Frau und Haus, 22 Artikel; Dienstboten und
Küche, 7 Art.; Das Kind, 24 Art.; Die heranwachsende Tochter, 9 Art.; Tugenden
n. Fehler, 13 Art.; Gesellschaftliches, 6 Art.: Höhere Interessen der Frau u. Lektüre,
11 Art.; Soziale Fragen, 8 Art.; Caritative Bestrebungen, 7 Art.; Vermischtes,
17 Art.] 333 S. — v. Garten, Maus, Mädchengesch. 206 S. (BEM 20.) — Herbert, Buch
von der Güte, Nn. (Don Quichotte; Die eines guten Willens sind; Frau und Dame;
        <pb n="179" />
        ﻿Irdische und himmlische Liebe; Der Arzt.) 338 S. — Bertling, Voraussetzungslosig-
keit n. Kath. 11 8. GG. — M. L. v. Hutten-Stolzenberg, Durchgekämpft, R. 288 8.

—	Konrad y. Würzburg, Goldene Schmiede, hg. yon B. Arens. 98 8. — Eorth,
Patrocinien der Kirchen u. Kap. d. Erzbist. Köln. 288 8. (Aus dem Verl. C. Korth,
Düsseldorf.) — * Kregh-Tonning, Hugo Grotius. 101 8. GG. — Krings u. Schlösser,
Bibi. u. liturg. Unterr. in der kath. Volksschule. 124 8. — Lang, Kausalproblem I.
527 8. — Leo XIII., G., Inschriften, Denkmünzen, deutsch v. Prof. Dr. B. Barth.
185 8. — Maldorf, Licht u. Schatten, En. (Treue Freundinnen; Du sollst nicht
stehlen.) 158 8. (BVJ 28.) — Molsberger, Wie erziehen wir uns. Töchter zur soz.
Arbeit? 47 8. — Mundt, Arbeiterversichg. 16 8. — Neumann, Liederb. f. Jungfrauenver.
5. Aufl. (1.—4. bei P. Brandts, Ehrenf.) 36 8. — Rhenanns [Brauns], Christi. Ge-
werkschaften oder Fachabteilgn? 96 8. — Roeren, Die öffentl. ünsittlichkeit. 32 8.

—	* Schindele, Deutsches Volkstum südl. der Alpen. 136 8. GG. — Schlager, Köln.
Pranziskaner-Ordensprov. in MA. 316 8. — Thomas v. Kempen, Leben Christi,
deutsch y. H. Pohl. 392 8. — Treu zum Zentrum. 62 8. (Aus dem Verl. C. Korth,
Düsseldorf.) — Wasmann, Menschen- u. Tierseele. 16 8. — * Weiß, Kant u. Christen-
tum. 103 8. GG. — Wenzel, Gewerb). Sonntagsruhe. 352 8. (SPZ 4; 1908 an den
Volksverein.) — y. Wlnekelsett-Zumbrock, In Not n. Gefahr, En. (Das Hubertus-
kreuz; Leben um Leben; Der brave Rex; Der kleine Zeitungsverkäufer; Der arme
Josi.) 144 8. (BVJ 26.)

1QAC Bauordnung f. d. Stadtkreis Köln. 78 8. — Berthold, Darstellgn. aus der
Natur. 307 8. — v. Brackel, Mein Leben. 191 8. — Dies., Wem gebührt die
Palme? Der Talisman, En. 128 8. (BVJ 29.) — Clausius, Die Gemblows, N. 202 8.
—- Dies., Auge um Auge, N. 154 8. — Cohen, Orgelb. z. Gesang- u. Gebetb. f. d.
Erzdiöz. Köln. 240 8. [3. Aufl. v. Koenen, Orgelbegl.] — Cüppers, Hanani, E. 210 8.
(BJ 28.) — Ders., Die Königin d. Rugier, E. 128 8. (BJ 31.) — Ders., Die Priesterin d.
Vesta, E. 233 8. (BJ 29.) — *Dresemann, Das 1. Eisenbahnsystem (Belgien). 121 8.
~ * Esser, Naturwissenschaft u. Weltanschauung. 91 8. GG. — * Falk, Die Bibel.
99 8. GG. — Friedrich, Der Christusname. 146 8. — v. Garten, Goldene Sporen, E.
180 8. (BJ 30.) — Heitzer, Der Schützling des Soldaten, Sparpfennige, En. 126 8.
(BVJ 31.) — Herbert, Ohne Steuer, R. 262 8. — Hörster, Vom lieben Jesuskind,
Legenden. (Gott zum Gruß; Der Hirtenknabe; Das Milchmädchen; Die Johannis-
käfer; Das kranke Bübchen; Die Tiere der Wüste; Der Apfelbaum; Der Hagedorn;
Christkinds Geburtstag; Das neue Röckchen; Die Schaukel; Die Lehmvögelein;
In der Werkstatt; Huldigung.) 30 8. — Jägers n. Inderfurth, Katechet III. 508 8.
~ Kerres, Zeichenunterr. I. 49 8. n. 59 Tafeln. — Lahmann, Gesundheitsgem.
Lebensweise. 16 8. — Lützeier, Der Mond. 316 8. — Maidorf, Mutters Romreise, E.
128 8. (BVJ 30.) — Dies., Am schönen Strand der Mosel, E. 128 8. (BVJ_ 32.) —
Mcunier, Lehrmethode: Katechism.-Unterr. 322 8. — Mennier, Die Familie des
Admirals, E. 204 8. (BEM 22.) — Für Mußestunden VI (s. 1893). — * Rost, Der
Selbstmord. 115 8. GG. — Rothes, Die Madonna i. der bild. Kunst. 176 8. — Stelz-
mann, Firmungsbüchl. 52 8. — * Weiß, Pfälz. Kurfürsten u. Geistesleben. 28 8. GG.

lOOft Antoni, Gesetz betreffend Unterhaltung der Volksschulen vom 28. Juli
rZ 1906.	46 8. — * Baumstark, Abendländische Palästinapilger. 87 8.

CG. _ v. Brackel, Die Enterbten, R. 415 8. — Dies., Heinrich Findelkind.
E- 126 8. (BVJ 33.) — Brüggemeler, Geistliche Schulaufsicht. 22 8. —
Kuol, Gillis Hobelspäne, E. 122 8. (BVJ 34.) — Friedrich, Die Manologie des
h- Augustinus. 279 8. — Gesetz betr. Kirchensteuern v. 14./7. 1905. 60 8. — *Grisar,
Luthers Seelenleben. 16 8. GG. — Günter, Legenden-Studien. 204 8. — y. Harten,
Zauberland, M. (Junker Wohlgemut; Spitzchens Wanderschaft; Vom zänkischen
Dickköpfchen; Die traurige Geschichte vom Musalinchen; Päulchen Leckermäulchen;
Gas arme Lieschen ; Der Peuermann ; Hans Häsichens Brautzug ; Firlefänzehen u.
Pluderliese; Die Meerfrau u. Klein Kunilind; Die Blume Wunderhold; Hutzel-Putzel;
Allerlei Kinderreime.) 146 8. — Heine, Dichtungen, hg. von Dr. A. Lohr. 249 8. —
Herbert, Doktor Sörrensen, R. 199 8. — »Hertling, Leistungen u. Aufg. der GG.
98. GG. — Holdschmidt, Im Kampf um die Freiheit, E. 194 8. (BJ 32.) —
HHe-] Beeg, Auf der Sonnenalp, E. 163 8. (BEM 23.) — Kaiser, Vater unser,
R. 210 8. — *Kosch, Briefe und Dichtungen ans dem Nachlasse Eichendorffs.
        <pb n="180" />
        ﻿111 S. G6. — Kriege, Die Simultanschule. 124 S. — Maidorf, Unter schwerem Ver-
dacht, E. 128 S. (BVJ 36.) — Mertens, Meine Schule. G. 80 S. — Molsberger, Rat-
schläge z. Berufswahl d. Frauen. 132 S. — Nesbit, Das rote Haus, R. deutsch v.
H. Lobedan. 291 S. — v. Pütz, Die kleine Nachbarin, E. 170 S. (BEM 24.) —

*	Sawicki, Persönlichkeit i. Christentum, 105 S. GG. — Schlicht, Anita Paggini,
Der Waldfriedei, En. 150 S. (BVJ 36.) — Schreiber, 2. Lehrerprüfg. 72 S. —
Seitz, Christus-Zeugnisse. 81 S. [Aus Monatsbl. f. kath. Rel.-Unterr.] — Sieben-
gartner, Gebetbücher f. Studenten. 57 S. — Stelzmann, Firmungsbüchl. 52 S. —
v. Wahlde, Kreuz u. Halbmond, E. 148. S. (BJ 33.) — Wasmann, Biol. Untere. 30 S.

1007 Bendel, Die Lauretan. Litanei. 77 S. — Zur Bonsen, Das 2. Gesicht. 108 S.
1	Cüppers, Der Gotenfürst, E. 144 S. (BJ 34.) — Ders., Klodwig d. Franken-

könig, E. 152 S. (BJ 37.) — Ders., Die Märtyrer von Lyon. E. 148 S. (BJ 38.) —

*	Dyroff, Symholism. u. Alleg. 28 S. GG. — Fabri de Fabrls, Im Wandel des Lebens.
Gesch. u. Bilder. (Gradje; Wenn der Klee blüht; Der arme Poet; Die Vergeltung;
Dunkelblauer Enzian; Belladonna; Deborah; Himmelsmorgen in der Weihnacht;
Erika; Feuerroter Mohn; Assisi; Die Papageientante: Radieschen: Zeitlose; Vision;
Erlöser Tod; Rosmarin; Wie es geht; Schlüsselblumen; Immortellen; Die Liebe hört
nimmer auf; Steppengras; Schwester Manuela; Letzte Begegnung.) 236 S; —

*	Gockel, Schöpfungsgeschichtl. Theorien. 148 S. GG. — * Grisar, Lateranensische
Palastkap. 5 S. GG. — Haaß, Das Franzosenkind, E. 146 S. (BJ 36.) — Hamann,
Ferd. v. Brackei. 114 S. — * Herz, Musterkatalog f. volkstüml. Bibliotheken. 61 S.
(Aus Bücherwelt.) — Hortmanns, Das Brautexamen. 22 S. — Hüsgen, L. Windthorst.
493 8. — Kirchenlieder z. Schulgebr. 16 S. — Knecht, Die neuen eherechtl. Dekrete.
74 S. GG. — v. Krane, Vom Menschensohn. (Der Träumer von Nazareth; Levi ben
Alphäus; Der Centurio; Das Gastmahl der Sünder; Dismas; Mariä Abschied.) 130 S.

—	* Kngler, Babyl. Astron. 13 S. GG. — Märzfeld [Schw. Josefa], Der schw. Wind ■
müller, E. 136 S. (BVJ 38.) — Mey, Burgschimmelchens Lust u. Leid, E. 144 S. (BEM
25.) — Nabor, Der Helfensteiner, E. 112 S. (BVJ 37.) — Oswald, Im stillen Winkel.
344 S. — Pastor, Das Kind d. Witwe, E. 152 S. (BEM 26.) — Sawicki, Kath. Kirche u.
sittl. Persönlichkeit. 116 S. — Scharlan, Gesa Plitt, R. 447 S. — Schott, Gotswin
des Fiedlers Denkbuch, E. 144 S. (BJ 35.) — Schrott-Fiechtl, Ich zwings, R. 274 S.

—	Schwartz, 60 Jahre ärztl., amtl. u. schriftstell. Tätigkeit. 16 S. — * Schweitzer,
Reform unter Julius III. 16 S. GG. — Spalding, Die geheimnisvolle Höhle, aus d.
Engl. [v. P. A. Boegle SJ]. 216 S. (BVJ 39.) — Thissen, Wahlkampf 1906/7. 16 8.

—	Wasmann, Zellenlehre. 14 S. GG. — * Weiß, Die deutsche Kolonie an der Sierra
Morena u. J. K. Thürriegel. 119 S. GG. — * Wilpert, Grab des h. Petrus. 16 S. GG.

mnS * Alt-Köln, Zeitschr., hg. vom Verein Alt-Köln. (Jährl. 6 Nrn.) — Banm-
JVvJO garten, Von der apostol. Kanzlei. GG. 185 S. GG. — v. Brackel,
Letzte Ernte. Nn. (Herzenswirren; Der Lenz und ich und du; Ein Märchen, das
eigentlich keins ist; Die Nähmamsell; Chic.) 339 S. — Brentano, Klopfstock, Murmel-
tier, Myrtenfräulein, M., hg. v. Prof. Dr. K. Fecht. 122 S. (BVJ 40.) — Capitaine,
Lehrb. d. kath. Rel. I. Apolog.; 104 S. II. (1909) Kirchengesch.; 296 S. III. (1909)
Dogmatik; 186 S. IV. (1909) Sittenlehre: 164 S. — Champol, Schwester Alexandrine,
R. [deutsch v. Frl. Weißenthurn] 230 S. — Ehses, Konzil v. Trient u. Übers, d. Bibel,
14 S. GG. — Brzberger, Klerus u. Gehaltsfrage. 68 S. — v. Godin, Sonne des Südens.
Nn. (Von der Küste; Sehnsucht; Herbstblätter; Ein erfüllter Wunsch; Auf See;
Paridö; Ali ben Ibrahim; 332 S. — Harten, Im Waldparadies, E. 218 S. (BEM 28.) —
Heilmann, Die Klostervogtei i. d. Diöc. Konstanz. 133 S. GG. — Herbert, Aus unseren
Tagen. R. u. Nn. (ferner; Aus den Familienerinnerungen des Grafen Moritz Biesen-
dap Der häßliche Tag.) 266 S. — Dies., Lebenslieder, G. 204 S. — * v. Hertling, Beun-
ruhigung unter den Kath. 12 S. GG. — Hirtenbrief der am 10. 12. 1907 in Köln
versammelten Bischöfe. 16 S. — Inderfurth, Nach der Schulzeit. 32 S. — Kaiser.
Die Friedensucherin, R. 233 S. — Koch, Die Ehe Heinr. II. mit Kunigunde. 20 S.
GG. — Kollbach, Deutscher Fleiß I. 288 S. — Krane, Magna peccatrix, R; 432 S.

—	Lorenz, Das Tagebuch des Bruders; Kirmesschneiders Kasimir; Eine Ferienreise;
Die erste Hose.) En. 128 S. (BVJ 41.) — Ders., Die h. 3 Könige; Die Leni-Bas;
Die Schwammerl-Hex.) En. 128 S. (BVJ 42.) — Mercier-Benzler, Modernismus. 32 S.

—	* Meyer, Entwicklungsbegriff. 30 S. GG. — * Middeldorf, Weingesetzentw. 37 S.
        <pb n="181" />
        ﻿5 159

—	Müller, Rheinberg u. die Kapuziner. 108 S. — * Plaßmann, Nebelflecke u. Milch-
straße. 12 S. GG. — Rhoades, Winifred, Erzählung aus dem Englischen von
Eckardt v. Pütz. 136 S. (BEM 27.) — Rittner, Abenteuer von Berta und
Mutz, E. 48 S. — Rost, Die Katholiken im Kultur- und Wirtschaftsleben.
Mit Einf. von Prof. Meyenberg. 88 S. — * Rösch, Das rel. Leben i. Hohenzollern u.
Wessenberg. 140 S. GG. — * Sägmüller, Bischofswahl bei Gratian. 24 S. GG. —
* Schmidt, Ethnol. Grundlage d. Soziologie. 15 S. GG. — Schott, Gottestal, preisgekr.
R., 2. Anfl. (die 1. erschien bei der Allg. Verl. Ges. Berlin). 430 S. — Sommer,
ßrautunterr. 16 S. — Stokmans, Auf eigenen Füßen, R. 242 S. — Troxler, Alt-
katholizismus. 147 S. GG. — Volksschulgesetzgebung, hg. von Dr. G. Antoni. 231 8.

—	* Wasmann, Abstammung des Menschen. 11 S. GG.

1000 Baldus, Lehrb. der Kirchengesch. 168 S. — * Behandlung des 6. Gebotes
j jer Prima. 93 S. (Aus Monatsblätter f. d. Rel.-U.) — Bendel, Tafel des
kath. Kirchenjahres. (69X80 cm.) — Bürgel, Die Kölner Herz-Jesu-Kirche. 64 S.

—	Capitaine, Lehrb. II—IV (s. 1908). — Cüppers, Versiegelte Lippen, E. 156 S.
(ZL 1.) — Ders., Delphine v. Neuville, E. 166 S. (ZL 2.) — Ders., Die Tochter des
Schatzmeisters, E. 154 S. (ZL 4.) — Ders., Der Letzte der Longobardenkönige, B.
153 S. (ZL 5.) — v. Endeers, Vohwinkels Drei, R. 309 S. — * Flugschriften der Rhein.
Zentr.-Partei, 5. Die Selbstverwaltungskörper. 96 S. — Das Gebet des Jünglings.
172 S. — Gerg, Erziehg. des Menschen. 184 S. — Giesberts, Gewerkschaftsstreit.
64 S. — y. Godin, Benedetta, R. 442 S. — Gotthelf, Der Knabe des Teil, E. hg. v.
J- P. Mauel. 164 S. (ZL 3.) — Herbert, Die Wenderoths, R. 365 S. — * Hertling,
Skeptizismus u. Enzykl. „Pascendi“. 8 8. GG. — Jansch, Die Physik in d. Volks-
schule. 384 S. — Ders., Fragen aus der Physik. 77 S. — Jüngling, Der kath. 120 S.

—	Kipper, Klavierbegl. z. Liederb. f. Jungfr.-Ver. 718. — Knauer, Tierwanderungen.
298 S. — * Kongreß, 20. Eucharist., hg. v. Lokal-Komitee. 1013 8. — v. Krane,
Starke Liebe, R. (u. N.: Der Fluch Adams). 362 8. — LAB [Local-Anzeiger-Bücherei;
Beitr. aus dem Kölner Local-Anzeiger.j I 205 8. II 205 8. — * Lang, Gesch. der
neueren Philos. 70 8. — Lehrplan f. d. Rel.-Unterr. in d. kath. Volksschulen. 31 8. —

Leitschuh, Kunstentwicklg .im Elsaß. 111 8. GG. — Ludwigs, Kard.-Erzb. Melchers
u- die Pauluskirche in Köln. 103 8. — Ders., Seminarvorträge f. d. Kandidaten des
Priestertums. I. 46 8. — Märchen deutscher Dichter. Hg. von L. K i e s g e n. I.
(Dhamisso, Peter Schlemihl; Goethe, Der neue Paris; Mörike, Der Bauer und sein
Sohn); 120 8. (BVJ 46.) — Desgl. II. (Hauff, Der Zwerg Nase; Hebbel, Der Rubin;
L- T. A. Hoffmann, Das Märchen von der harten Nuß; Immermann, Die Wunder im
Spessart.) 112 8. (BVJ 47.) — * Meyer, Zur Psychol. d. Gegenw. 104 8. GG. —
Mullcr-Fulda, Die Reichsfinanzref. v, 1909. 48 8. — Musäus, Volksmärch., bearb. v.
Prof. Dr. K. Fecht. (Die Bücher d. Chronika v. d. 3 Schwestern; Die Nymphe des
Brunnens; Kaufmann von Bremen.) 126 8. (BVJ 43.) — Nabor, Der Stern von
Marburg, E. 128 8. (BVJ 44.) — * Obermaler, Kunst des Eiszeitmenschen. 19 8.

— Paas, Das Cellitinnenkloster i. d. Kupfergasse. 164 8. — * Rieder, Berthold
von Regensburg. 11 8. GG — Rohr, Oreola, die Perle der Iroquesen; Ein tapferes
Mädchen ; Die Heldin des Mohawktales ; En. 126 8. (BVJ 45.) — * Scherer, Dal-
bergs rel. Entw. 19 8. GG — * Schmidlin, Verständnis des Luthertums. 14 8. GG —
Die Selbstverwaltgskörper. 96 8. [Flugschriften der Rhein. Zentrumspartei V;
i IV im Selbstverlag der Partei.] — Timpe, Die deutsche Bonifatius-Mission in
London. 75 8. — * Wasmann, Ameisenpsychologie. 25 8. GG. —

1910 * Baur, Das phil. Lebenswerk des Rob. v. Grosseteste. 25 8. GG. — Blätter
T	für Rechtsschutz (erscheinen monatl. seit 1. Jan. als Beilage zur Westd.

Behrerzeitg). — Capitaine, Kirchengesch. f. Mittelkl. 68 8. — Cardauns, 50 Jahre
wV. 80 8. — * Dölger, Der h. Fisch. 11 8. GG. — v. Endeers, Am Ende der Welt,
R. 319 8. — Esser, Sonntagsweihe. 383 8. — Das Gebet des Kindes. 160 8. —
v. Godin, Alte Paläste, R. 264 8. — * Grauert, Görres i. Straßburg. 52 8. GG —
Deiner, Der kirohl. Zivilprozeß. 144 8. — Hennes, Der Sieger, E. 128 8. (ZL 7.) —
Herbert, Heimfahrten, Ged. 142 8. — * Hertling, Alte u. neue Philos. 10 8. GG —
Dlrtz, Kommunallasten der Lehrer. 68 8. — Hollmut, Roh. v. Saverny, E. 131 8.
(ZL 6.) — Inderfurth, Erstkommunionunterr. 395 8. — Kaiser, Der wandernde See,
R- 318 8. — Kongreß, eucharist. in Köln. 480 8. — v. Krane, Das Licht u. die
        <pb n="182" />
        ﻿Finsternis, Christuserz. [Voll der Gnaden; Verhüllte Größe; Der Felsen; Das
schwarze Schäflein; Bist du Christus?; Satans Lachen; Die Dornenkrone; Das
Siegesfest der 6. Legion.] 267 S. — * Kurth, Metz u. das kommun. Leben i. MA. 9 S.
GG. — v. Lo'e, Rosen und Dornen, M. (Rosen und Dornen; Die Märchen-
mine ; Der alte König u. der liebe Gott; Verträumt, versäumt, verscherzt; Zauber-
töne.) 112 S. (BVJ 51.) — Ludwigs, Fastenpred. 52 S. — Ders., Wandergn. u.
Wallfahrten d. Jungfrau Maria. 100 S. — Mädchen-Erzählgn. deutscher Dichter,
hg. v. Elise Kronberg. (Aurbacher, Das Marienkind; Brentano, Chronika des fahr.
Schülers: Hebel, Das schlaue Mädchen, Unverhofftes Wiedersehen, Drei Wünsche,
Kaiser Napoleon u. die Obstfrau in Brienne; Kurz, Das gepaarte Heiratsgesuch;
Mörike, Lucie Gelmeroth; Stifter, Der Waldbrunnen.) 160 8. (BEM 29.) — Märchen
deutsch. Dichter. III. (E. M. Arndt, Erdwurm; Elchendorff, Kasperl u. Annerl; Der
seltsame Ring; Novalis, Der Sänger ; Tieck, Die Elfen; Wieland, Der eiserne Arm-
leuchter.) 122 S. (BVJ 48.) — Dgl. IV. (W. Fischer, Berthold, d. Königssohn; Handel-
Mazzettl, Vom König, den Dracheneiern u. d. Prinzessin Caritas; Just. Kerner, Das
Märchen v. Lichte; Anna Klle, Die Wundersprache; Jul. Mosen, Die rote Blume; W.
Müller v. Königswinter, Der starke Hermel; Rob. Reinlck, Die Waldmühle.) 118 S.
(BVJ 49.) — * Plaßmann, Die Kometen. 106 S. GG. — * Ders., Atmosph. Polari-
sation. 7 S. GG. — Pottgießer. Joh. der Täufer u. Christus. 56 S. (Diss., erweitert
1911, 168 S.) — Rothes, Christus in der bildenden Kunst. 338 S. — Roland, Leichen-
verbrennung. 20 S. — Schott, Der letzte Richter. E. 154 S. (ZL 8.) — * Schotte,
Südpolarforschg. 64 S. GG — v. Schnitze, Aus Napoleons Tagen, En. (Das Kleinod
des Herzogs; Der Knabe von Rinn; Die Waisenkinder.) 124 S. (BVJ 60.) —
Schulze-Bröck, Das Moselhaus. R. 312 S. — * Seppelt, Wundmale des h. Franz
v. Assisi. 11 S. GG. — Tillmann, Jesus u. Papsttum. 78 S. — Der Wächter für
Jugendschriften, erscheint monatl. seit 1. Mai. Organ zur Hebg. der d. Jugendlit.,
hg. vom Kath. Lehrerverband des D. R., Prov. Rheinland. Schriftleiter L. Kiesgen
(auch als Beilage zur Westd. Lehrerzeitg.).

1 Ql 1	Arndt, plattdeutsche M., hochdeutsch v. Prof. Dr. L. Freytag. (Wie pfeifen

*	1 die Mäuse? ; Vom Ochsen u. Pferd ; Die Könige der Tiere ; Der Blaufuß ;
Die Eiche u. der Grashalm; Kringelkranz die Weide; Der bekehrte Verwalter;
Das Graumännchen u. der Schatz ; Der scharrende Hahn ; Weißtäubchen.) 120 S.
(BVJ 54.) — Bender, illustr. Gesch. Kölns. 309 S. — Ders. u. Bützler, Kl. Gesoh. v.
Köln u. Umgebg. 160 S. — Böckenhoff, kath. Kirche u. Staat. 144 S. — Bonn-
Cfippers, Hdb. der Buchführg. 160 S. — Dies., Entwickelung der Buchführg. 21 8-

—	Dies., Tabellen zur Buchführg. 9 Tafeln. 66X92 cm. — Cabral, Austreibg. der
Jesuiten aus Portugal. Deutsch von P. W. Wiesebach. 28 S. — Cohausz, Das
moderne Denken. 136 S. (Klippen der Zeit. I; in 2. Aufl., 1916 als Bd. 4 des Rüst-
zeugs der Gegenw. aufgenommen.) — • Dltges, St. Kunibert. 93 S. u. 25 Tafeln. —
Ditscheid, Die christl. Heidenmission. Mit Geleitw. v. P. Acker u. Alois Fürst zu
Löwenstein. 115 S. — * Ehses, Von Konstanz u. Basel nach Trient. 15 S. GG. —

*	Faßbinder, Eichendorffs Lyrik. 130 S. GG. — Fischer, Kard., Documenta tum ad
cottidianam SS. Eucharistiae sumpt. tum ad primam Communionem puerorum
spectantia. 52 S. — Ders., Fastenhirtenbrief betr. die Erstkomm. 23 S. — Frank,
Die Schulten vom Brink, R. 366 S. — v. d. Fuhr, Erklärg. des kl. Katechism. 192 S.

—	Ders., Anleitg. z. Erteilg. des 1. Rel.-Unterr. 71 S. — Ders., Der 1. Rel.-Unterr.
im Elternhaus. 90 S. — Ders., Das Gebet des Arbeiters. 120 S. — * Granert, Die
päpstl. Kurie im 13. Jh. 17 S. GG. — Geschichten, 20 lustige von deutschen Dichtern,
hg. v .E. Kronberg (L. Sechsteln, Der Schmied v. Jüterbog; Brentano, Kater Mores,
Legende v. e. Schwaben, der das Leberlein gefressen; Chamisso, Böser Handel, Der
rechte Barbier; v. Droste-Hnlshoff, Eine Gerichtsszene; Goethe, 2 Gesch.: 1. Klop-
stocks Wirkung, 2. Besuch bei Gottsched; Hauff, Gutekunst u. Ohnegrund; Hebbel,
Pauls merkwürdigste Nacht; Hebel, 4 Spitzbubengeschichten: 1. Die drei Diebe,
2. Wie der Zundelfrieder u. s. Bruder dem roten Dieter abermals einen Streich
spielen, 3. Der Heiner u. der Brassenheimer Müller, 4. Wie der Zundelfrieder über
die Grenze kam; H. v. Kleist, Ein preußischer Beiter; Kolping, Der gebannte Schaf-
dieb, Der Ströpper; O. Ludwig, Ein Streich des Anne Dorle; Rob. Reinick, Des
Esels Schatten: Zschokke, Max Stolprian.) 124 S. (BVJ 55.) — Hauff, Lichtenstein.
Sage. 179 S. (ZL 9.) — Heiner, Der kirchl. Strafprozeß. 240 S. — Herbert, Die

I
        <pb n="183" />
        ﻿161

Schicksalsstadt, R. 341 S. — Hermann, Zentrum u. Vaterland. 67 S. — Heß, Der
Kampf um die Schule. 255 S. — v. Ilutten-St., Die Stärkere, R. 342 S. — Kern, Die
Industrie u. ihre Lasten. 32 S. — * Konen, Internat. Organis. naturw. Forschg. 17 S.
GG. — * Kongreß, eucharist. Deutsche Sektionssitzg. 102 S. — Koschel, Das
Lebensprinzip. M. Begleitwort v. P. E. Wasmann SJ. 169 S. — v. Krane, Der ver-
zauberte Königssohn, Das Nelkchen, M. 120 S. (BVJ 53.) — Mausbach, Der Eid
wider den Modernismus. 79 S. — Ders., Kath. Moral. 416 S. — Mönnichs, Welt-
anschauung des Katholiken. 152 S. — Müller-Fulda, Wertzuwaohssteuer. 48 S. —
Mnsäug, Legenden v. Rübezahl, Der Schatzgräber, Der geraubte Schleier, bearb. v.
Dr. K. Fecht. 143 S. — Örtzen-Fünfgeld, Die goldenen Augen der Weldersloh, R.
192 S. — * Plaßmann, Atmosph. Polarisation. 17 S. GG. — Heiners, Kölner Kirchen.
247 S. — Reuter, Aus der Pranzosenzeit, E. bearb. v. G. Hennes. 144 S. (ZL 10.) —
*Rieger, Sven Hedin. 116 S. GG. — Rost, Die Wirtschaft!, u. kulturelle Lage der
Katholiken. 227 S. — Santi, Die Tränensaat, R. aus dem Italien, [v. C. Schlesinger].
366 S. — Schieser, Methodik des Rel.-Unterr. 164 S. — * Schnürer, H. Franziskus.
15 S. 66. — * SchoIImeyer, Altbabyl. Briefe. 10 S. GG. — Schrott-Piechtl, Der
Bauernprofessor, R. 272 SM— Seltz, Modernistische Grundprobleme. 97 S. — Simons,
Uinearzeichnen. 31 S. u. 24 Tafeln. — Steinaecker, Unter den Fahnen des Hohenz.
Püs.-Reg. Nr. 40. 128 S. — Zingeler, Der Münsterbaumeister v. Straßburg, E. 144 S.
(ZL 11.)

IQIO J. Bachem, Erinngn. e. Politikers. 195 S. — K. Bachem, Jos. Bachem I.

„ “ 422 S. II. 535 S. — Bayer, Köln um d. Wende des 18./19. Jh. 215 S. —
Böckenhoff, Reformehe u. christl. Ehe. 128 S. — Bordeaux, Furcht vor dem Leben,
deutsch von Joh. Berg. 277 S. — Bram, Die Zelle der Gerechtigkeit, ferner: Die
schöne Melusine; Der fressende Pfennig. 290 S. — Buol, Christopherus, R. 268 S. —
Cardauns, Aus dem Leben e. Redakteurs. 276 S. — Caro-Helmonds, Gesch. d.
/ Unterr. i. Rechnen. 248 S. — Cohansz, Idole des 20. Jahrh. (Der neue Gott; Frei-
denkertum; Der neue Messias; Diesseitskultur, nicht Jenseitshoffnung; Feuer-
bestattung; Los von Rom; Moral ohne Religion.) 136 S. (in 2. Aufl. als Bd. 3 von
■•Rüstzeug d. Gegenw.“) — Cüppers, Hercus Monte, E. 137 S. (ZL 13.) — Driesch,
Irrweg der gern. Ehe. 32 S. — * Ebses, Der deutsche Episkopat auf dem Trienter
Konzil. 12 S. 66. — Engel, Das Denkmal der Liebe. 80 S. — Fahr! de Fabrls, Die
Wacholderleute, R. 263 8. — Frank, Aus eiserner Zeit, E. 165 S. (ZL 14.) — Gaudy,
Das eiserne Halsband u. a. Legenden, G. (Paulinus v. Nola; Die Zauberin; Mutter-
liebe; Joh. Nepomuk: Die Rettung von Lichtental: Die Legende v. Kaiser Jovinian:
Die Proben Ahasvers; Der Goldschmied v. Köln; Der Gefangene; Friedr. der Sanft-
routige; Der Schwur; Die Statue des Houdon; Verscherzt; Venedetta; Die Schiffs-
sallionen v. Skagen; Miramare; Die weißen Frauen vom Odenwald; Die Heldin;
Dte Urwaldtanne; Die Kaiserglocke v. Köln; Der Sprung ins Meer; Des alten
Kaisers Wunsch; Nebelbild: Die alte Uhr; Der stille Wanderer; An Gottes Hand:
Das Gelübde.) 108 S. — v. Hartmann, erw. Erzb. v. Köln, Lebensbild. 16 S. —
Hatweg [Noldt], Lustiges u. Ernstes a. d. Militärleben. 126 S. — Hennes, Die Sklaven
oer Marianne, E. 141 S. (ZL 12.) — Herbert, Tröstungen, G. 135 S. — Hilden, Die
Krbm von Ardara, dem Engl, nacherz. 158 S. (BEM 30.) -- Hirtz, Besteuerg. d.
Uienstwohng. 20 S. — • Hoberg, Der Brief im N. T. 8 S. GG. — Hoeber, Streit um
oen Zentrumscharakter. 140 S. (ZS 1.) — Humpert, Schawissant der Zauberer, E.
'•31 S. (BVJ 56.) — Jeske-Cholnskl, Die letzten Römer, R. 463 S. — * Keller, Unter-
nehmung u. Mehrwert. 96 S. GG. — Kiesgen, Nächtl. Geschichten. (Diethelms Aben-
teuer; Plutos Bild; Der blasse Hinzen; Kribbli-Krabbli; Heiligste Nacht — Finsternis
weichet), En. 127 S. (BVJ 58.) — Kollbach, Deutscher Fleiß II. 190 S. — »Konen,
Sternwarten u. Laboratorien der Ver. Staaten. 114 S. GG. — Kopp, Philosophie des
Hermes. 140 8. — v. Krane, Das Schweigen Christi, R. 403 S. — Malzbender, Schul-
kommissionen. 76 S. (Aus Westd. Lehrerztg.) — Militäranwärter-Bücherei, hg. v.
Mittelschnll. K. Becker u. Hptl. G. Hennes. I. Postfranzösiseh. 116 S.; II. Rechnen.
-’2 S.; III. (1913) Raumlehre. 85 S.; IV. Deutsches Übgsbuch f. Kapitul.- n. Militär-
nnw.-Schulen, von Boes u. Becker. 195 S.; V. (1914) Vaterl. Gesch. v. Boes u. Feiser.
'HS,; VT. (1914) Zeichensetzung, Satzlehre v. Schuster. 153 S. — Müller, Ponape.
80 S. — * Pfeilschifter, Pürstabt M. Gerbert v. St. Blasien. 35 S. GG. — * Plaß-

100 Jahre J. P. Bachem.	11
        <pb n="184" />
        ﻿mann. Sonnenfinsternis v. 17. 4. 12. 19 S. GG. — Sauren, Aufsatzunterr. 140 S. —
* Schellberg, Werke v. Görres. 13 S. GG. — Söhligen, Das neue Brevier. 44 8.
(2. Aufl. 1913 u. d. T. Wie bete ich Brevier?) — Steinaecker, Kampf u. Sieg vor
100 Jahren. 242 S. — Streit, Das Opfer, E. 128 S. (BVJ 57.) — Temming, Gedanken
u. Gebete f. Kranke. 32 S. — * Willmann, Religionsforschung. 6 S. GG. — Wlnter-
feld-Warnow, Die Blinde, R. 283 S.

IQiq J. Bachem, Das Zentrum. 84 S. (ZS 2.) — Baldus, Wilh. II. Religiosität u.
1VIO Pfiichtbewußtsein, in Reden, Briefen u. Erlassen. 59 S. — * Baumstark,
Konstant. Bauten am h. Grab. 17 S. GG. — Becker-Boes, Übgsbuch (s. 1912). —
Blätter für Volksschulpraxis, seit 1. Jan.; Beilage z. Westd. Lehrerztg. (vgl. 1893). —
Bram, Der Zorn Gottes, R. 299 S. — Cüppers, Die Sansculotten ira Berg. Lande, E.
144 S. (ZL 16.) — Driesch, Das große Übel unserer Zeit, Vorw. von A. Lehmkuhl.
32 S. — * Ehses, Dekret zur Papstwahl. 10 S. GG. — * Faßbinder, Fr. Hebbel. 131 S.
GG. — Feldmann, Musteraufsätze. 269 S. — * Görres, Briefe an F. Chr. Perthes, hg.
von Schellberg. 116 S. GG. — * Grauert, Max Jansen. 5 S. GG. — v. Hartmann, Erzb.,
z. Feier der Inthronis. am 9. 4. 13. 4 S. 4°. — Heldet, Der letzte Einsiedler
Palästinas, deutsch v. P. Maurus Gisler. 148 S. m. Geleitw. von Dr. F. Düsterwald. —
Hennes, Das Volk steht auf. 126 S. (BVJ 59.) — Ders., Das Tal der Geächteten,
E. 241 S. (ZL 15.) — Herbert, Die Kinder der Kilians, R. 239 S. — Hlrtz, Die Kora-
munallasten der Lehrer (aus Westd. Lehrerztg.). — Hoeber, Die rel. Pflichten des
gebild. Laienstandes. 32 S. (RG 1.) — Holler, Der Jäger aus Kurpfalz, sein Revier,
Denkmal, Grabstätte. 23 S. — Kiesgen, Vom lieben Kind Maria. 13 S. 4°. — Krane,
Familie Schwammerling, Die bösen Buben, M. 126 S. (BVJ 62.) — * Krebs,
Scholastisches u. Danteprobleme. 21 S. GG. — Liessem, Poesie fürs Haus. 517 S. —
Militäranwärterbücherei (s. 1912). — * Muckermann, Vererbungsträger. 17 S. GG. —
Rensing, Behandl. kath. Kirchenlieder. 169 S. — Rost, Geburtenrückgang u. Kon-
fession. 95 S. — Schmitz, Rel. Unterweisg. der Jugend. 232 S. — v. Schnitze, Ein
verhängnisvoller Fund, (ferner: Der Tiroler Tafelmaler; Aus den Schweizer Bergen;
Heiteres aus e. traurigen Kriege; Der Kuckucksruf; Die Begegnung: Das Stndent-
lein; Die St. Leonhardsfahrt), En. 126 S. (BVJ 60.) — v. Steinaecker, Unter den
Fahnen des Hohenz. Füs.-Reg. 40 im Kriege 1870/1. 130 S. (ZL 17.) — Stricker,
Slawische Volksmärchen. 126 S. (BVJ 61.) — Verordnungen, welche alljährl. von
der Kanzel zu verlesen sind. 16 S. — * Wilpert, Vision u. Labarum Konstantins.
13 S. GG.

1 Ql A	Aurbacher, Alte Historien, bearb. v. Joh. Pet. Mauel (Placidus u. s.

IVl4* Familie; Marienkind; Legende v. d. Ritter St. Georg; Offerus, e. christl.
Mythe; St. Augustin u. das Knäblein; Der Einsiedler; Das Vöglein; Das Gericht;
St. Antonius u. der Schwabe). 136 S. (BVJ 64.) — Ders., Lebensweisheit in Anek-
doten, Schwänken u. Sagen, bearb. v. Mauel (Schule der Weisheit; Selbsterkenntnis:
Der Weisen Sprüche; Die Fabel geht dich an; Das Grömlein; Hans Pfriem; Ei so
beiß: Der Talisman; Der alte Gott lebt noch; Mut über Gut: Ein braver Kaufherr;
Ein braver Hausknecht; König Bauer; Von der Ungleichheit der Stände: Von der
Versuchg. i. Glauben; Die 3 Blicke; Die Tugenden; Die Weisheit auf der Gasse;
Abbas der Weise: Von der Menschen Urteilen; Glück u. Unglück; Die Nachbarn;
Von Recht u. Freiheit; Die Säcke; Die Hausräte; Das Hirtenbüblein; Der Lügner;
Marianne; Die Christgeschenke). 134 S. (BVJ 65.) — K. Bachem, Zentrum, kath.
Weltanschauung u. prakt. Pol. Antw. auf Roeren: Zentr. u. Kölner Richtg. 77 S.
— * Birkner, Kunst- u. Kulturstätten des diluvialen Menschen. 11 8. GG. —
Bordeaux, Der Irrweg der Freiheit, R., deutsch v. Kerner. 316 S. — * Bosch,
Knt*k der Entwicklungstheorien. 136 8. GG. — Buscher, Kinderexercitien. 48 S.
~ Büachi, Kard. Schiner. 11 S. GG. — Cüppers, Um eine Königskrone, E.
156 S. (ZL 21.) — Dransfeld, Theo Westerholt, E. 151 S. (ZL 18.) — [Drüdlng], Vor
i™tt e’ KM. vor d. Feinde e. Held. Kriegsgebetbüchl. f. kath. Soldaten. 48 S. —
Ehses, Schlußakt des Konzils v. Trient. 10 S. GG. — Frank, Im Ringen um
das Luftmeer, R. 306 S. — v. Garten, Der Dolch des Sejanus, E. 142 S. (ZL 19.) —
Gesang- a. Gebetb. f. d. Erzdiözese Cöln. Ansg. V f. höh. Lehranst. m. Musik-
noten u. lat. Meßand. 522 S. — Hartmann-Krey, In Feindesland. Kriegaerinn. 1870/1.

I
        <pb n="185" />
        ﻿152 S. (ZL 20.) — Hennes, Das Glück der kl. Amy, E. 151 S. (BEM 31.) — Ders.,
Parzival der Gralsucher, E. 120 S. (BVJ 63.) — Herbert, Prinz Spiro Maria, R.
244 S. — Dies., Verborgenheiten, G. 138 S. — Hutten, Rufende Weite, R. 276 S. —
Kaiser, Von ewiger Liebe, Nn. (ferner: Die wilde Flut; Der Eindringling; Lord
Lawrences Heimkehr; Der Alphornbläser; Die Frau Gräfin; Das Largo; II sole mio;
Appassionata; Das Schlummerlied des Königs; Gavotte; Caro mio ben; Das letzte
Lied; Sie muß sterben; Was die Herde tat; Aquis submersus; Mein Freund!; Im
Traum; Ein Erwachen). 224 S. — Kolping, Das Lindenkreuz u. a. En. (ferner: Wie
einer sich zugrunde richtet; Der gebannte Schafdieb; Der Ströpper; Der Karfuchs).
128 S. (BVJ 66.) — Ders., Ein Spielchen u. a. En. (ferner; Heimat u. Fremde; Eine
Brautwerbg. auf d. Lande; Ein Bäuerlein nach altem Schlag). 117 S. (BVJ 67.) —

—	* Kosch, Ludw. Aurbacher, 127 S. GG. — v. Krane, Wie der König erschrak, R.
244 S. — Militäranwärterbncherei, V. VI. (s. 1912). — Pflichten, Die Christi., der Ehe-
leute (Hirtenbrief der Bischöfe zu Fulda v. 20. 8. 13). 16 S. — Phillips, Der fremde
Prinz, R. N. d. Engl, von [Frau] K. Rybiczka. 187 S. — Rademacher, Entwickelungs-
gedanke i. Rel. u. Dogma. 102 S. (RG 2.) — Rhoades, Rosamond, E. nach dem
Bngl. v. Eck. v. Putz. 161 S. (BEM 9.) — Rost, Die Parität u. die deutschen Katho-
liken. 72 S. (ZS 3.) — Rothes, Die Schönheit des menschl. Antlitzes i. d. Christi.
Kunst. 172 S. — »Rücker, Die liturg. Poesie der Ostsyrer. 12 S. GG. — Schleser,
Rel.-Unterr. i. d. Fortbildungsschule. 88 S. — Schnürer, Die Spielmannslegende.
13 S. GG. — de Waal, Die Kirche St. Joh. ante port. Latinum. 23 S. 4°.

| Ol C * Böhm, Die Gottesidee bei Aristoteles. 130 S. — zur Bonsen, Die Prophe-
^ zeiungen zum Weltkrieg. 67 S. — Cardauns, Brentano u. Emmerich. 130 S.
— Ebers, Italien u. Garantieges. (Z S. 4.) — In der Feuerpause, En, H, 1—30
JBach n. Udo, Als Leichtmatrose; Er fand den Anschluß; Kriegslist [30]. Dnfcas
Iheodassos, Türk. Geschichten [16]; Sizilian. Räuber u. a. fragw. Gesch. [17]. Hennes,
Der ehrliche Finder [9], Ders., Der verhängnisvolle Zylinder; Hochwasser [10].
Ders., Geheilter Liebeswahn; Im Dämmerlichte [11]. Ders.. Der buckelige Heide-
mann [12], Ders., Mein erstes u. mein letztes Auftreten im Zirkus; Der erste Ein-
druck [13], Ders., Das rote Häuschen [23]. Ders., Sühne [24]. Kann, So nach und
nach [27], Ders., Drei Mütter [28]. Kiesgen, Die Botokuden u. a. En. [18]. Ders.,
D®r Kampf um die Brücke u. a. En. [19]. Kipper, Die Kritik e. Königs u. a, En.

v- Krane, Der Träumer v. Nazareth; Dismas [1]. Dies., Das Gastmahl der
"dnder u. a. Legenden [2]. Dies., Der Zöllner [3], Dies., Das Siegesfest der 6. Legion
1261. Rellstab, Des Vaters Segen [16]. Ritter, Kriegszeit daheim [20—22]. v. Rotfien-
fd”&gt; Jagdgesch. [25]. Saburln, Jagdgesch. [25]. Schwerlng, Da erwachte der Zar
Hf]. v. Steinäcker, Mobil; Auf Vorposten; Der erste Tanz [4]. Ders., Ein heißer Nach-
nuttag; Bei Vionville—Mars-la-Tour [5], Ders., Bei Gravelotte; Ein Sonnen- u. ein
Regentag vor Metz; Das Ende der Rheinarmee [6]. Ders-, Westwärts ging die
fahrt; Mein Weihnachten im Feindesland; Trübe Stunden [7]. Ders., Kehraus; Heim-
wärts ging die Fahrt [8]. Theinert, Jagdgesch. [25]. Udo [s. Bach]). Je 32 S. —
krank, Der Fürstenmeister, E. 154 S. (ZL 24.) — Ders., In der Zeit der Not, Die
Scholaren, En. 117 S. (BVJ 70.) — v. Garten, Die vier Burgwitz, E. 146 S. (BEM 33.)
r~ Dies., Lisabeths Paradies, E. 169 S. (BEM 32.) — Götz, Unter Habs-
burgs Fahnen, Aus Österr.-Ung. Kriegsjahr 1914/16 (An bedrohter Grenze; Die
roten Teufel; Das Licht v. Löwen; „Herr Hauptmann“: Christnacht im Felde;
Irene; Kastor u. Pollux; Ein Zufall; Frohe Botschaft.) 109 S. (BVJ 74.) —
Haardt [Frid. Bachem], Warmhaltg. d. Körpers u. Verhütg. d. Erfrierens i. Felde.

8. — Harten, Die Wasserfrau, 3 M. (ferner: Sternjüngferlein; Die wandernden
Blumen.) 109 S. — (BVJ 73.) — v. Hartmann, Kard., Die göttl. Vorsehg. Hirtenbr. 16 S.

—	Hennes, Wider den heißen Tod. E. 161 S. (ZL 23.) — Ders., Der Kampf um die
Heimat, E. aus d. Völkerkriege. 157 8. (ZL 26.) — Herbert, Mein Kriegsbuch, 91 S.

Hilden, Unter des Feindes Schutz von Moskau nach Paris, E. 158 S. (ZL 22.) —
Jahrhundertfeier, zur, der Vereinig, der Rheinlande mit Preußen, hg. v. Dr. J.
Bachem (Beitr. von Huyskens, Schellberg, Frz. Schmidt, Lauscher, W. Köhler,
Glasen, Schnitzler, Kausen, Heimann, Steinaecker, Pieper, Jul. Bachem.) 268 S. —
Jesus, unser Lehrer und Vorbild. Gebetb. m. Vorw. v. Prof. Dr. Peters. 95 S. —
Kelleter, Aus großer Zeit (Reden d. Kaisers etc.). 32 S. — Kern, Heil.
        <pb n="186" />
        ﻿deutsches Jahr. G. 16 S. — Kiesgen, Mickel-Pickels Abenteuer auf 3
Kriegsschauplätzen. 154 S. (ZL 26.) — Koch, Kregsbilder 1—4, je 32 S. —
Korth, Mittagsgespenster. 178 S. — v. Krane, Der Friedensfürst. Christus
Erzählungen. (Weihenacht; Die Eiche von Bethlehem; Der Schmied; Das häßl,
Mädchen; Vom Stamme Davids; Die große Sehnsucht; Eine Begegnung; Nur ein
Tier; Das Schilfrohr; Secundam Lucam; Der Sonntag des h. Job.) 152 S. —
Kriegsbinten. Aus Feldhriefen, hg. v. Pfr. J. Schmitz. 6 Hefte. (Der religiöse Zug
im Heere; Was dem Krieger die Frömmigkeit nützt; Des Kriegers Pflicht; Aus
herber Wurzel süße Früchte; Kriegspflicht in der Heimat; Ein bunter Strauß), je
16 S. — Kriegsnovellen, hg. v. E. v. Witzlehen (Brey, Fürs Vaterland; Budde,
Blühe, deutsche Jugend; Diel, Sein Opfer; Eick, Im Militärzug; Gade, Timm Ohlsens
Weihnachten; Hagelstange, Das Telegramm; Hemmann, Aus der Schlacht 1. Deutsch-
Lothr.; Körte, Söwen Slachten; J. Mose, Aus stillem Heimatwinkel; Ritter, Eine
Moselfahrt m. deutschen Helden; Schwiedam, Die stummen Ritter; Hände hoch!
Sonnenschein, Zwischen 2 Zügen; Torrund, Nicht mehr abseits; Der einzig Über-
lebende von S. M. S. „Köln“; Sturmangriff unseres Bataillons.) 176 S. — Kriegs-
volk, En. von Krieg u. Kriegsleuten, hg. von H. Gathmann. (Alexis, Ein preuß.
Grenadier v. 1760, Die Beschwörung; Amicis, Der sard. Tambour; Archenholtz, Der
schwarze Husar; Aurbacher, Fliegenjagd; Bone, Die halbe Flasche; K. H. Caspari,
Der Kampf um den Brückenturm; Fontane, 3 von den 3. Garde-Ulanen; Gotthelf.
Das heißt Puntenöhri; Grimmelshausen, Wie die Landsknechte die Bauern schinden;
Hackländer, St. Rosalia; J. P. Hebel, Der Furtwanger in Philippsburg, Der Kom-
mandant u. die Jäger in Hersfeld, Blutbad in Neuburg a. Rh.; Heller, Messer u.
Gabel; Kielst, Husarenmut; K. Linzen, E. Reiterstücklein; La Roche, E. Todesritt:
v. Schaching, Schmied v. Kochel; Stöber, Die Frau des Amtmanns; Wickram, Von
2 Landsknechten; Wörnhör, Die Husaren der Mutter Gottes.) 117 S. (BVJ 75.) — Lehr-
plan f. d. kath. Rel.-Unterr. 31 S. — Lohr, Krieg u. Kirchen Franke. 44 S. (ZS 5.)
Ludwigs, Des kranken Priesters geistL Messe. 24 S. — Mit Herz u. Hand fürs
Vaterland, hg. von Dr. 0. Thissen. 409 S. (Beitr. aus KV.) — Mnndt, Rechenauf-
gaben über den Weltkrieg. 24 S. — ♦ Rademacher, Vaterlandsliebe u. GG. 80 S. —
* Reinhard, Haller. 130 S. GG. — Ruffieux, Der Fremdling, E. 117 S. (BVJ 71.J.
— Schmitz, Antonius, Kard. Fischer. 258 S. — Tiergeschichten, hg. von H. Gath-
mann (Brinckmann, Fuchs u. Igel; Campe, Der treue Hund; Cnrtmann, Der Bär als
Fliegenverjager, Die Eierdiebin; Hebel, Der Star v. Segringen; Hepner, Die Gesch.
v. Kuckuck: Jacobs, Das Kind unter d. Wölfen, Der gelehrte Kanarienvogel, Der
Star des Königs Max Joseph; Löns, Der Kantor, Die Großmutter; Raabe, Hund u.
Katze vor dem Küchenschrank; Relnicke, E. Hühnerwirtschaft; Verbeck, Jackson
«. Munga, Jochen; Wagner, Feldmaus auf der Reise; v. Werner, Mein Orang-Utan:
Wichner, E. treuer Diener s. Herrn, Das Kaninchen als Arzt, ’s Huckerl.) 129 S.
(BVJ 72.) — Wais, der Förstertoni, E. 129 S. (BVJ 69.) — Wehr, Die eiserne,
Kriegsgesch., hg. von H. Gathmann (Buoi, Eine Verborgene; Hansjakob, Der Leutn.
v. Hasle als Bauerngeneral; Kaiser, Holi ho! Dia hu! Llliencron, Unter flatternden
Fahnen; Rieger, Der Fahnlbub; Zlethe, Getreu bis zum Tode.) 133 S. (BVJ 68.) —
Zeit- n. Streitfragen d. Gegenw. v. Ebers, Löhr.

IQIfi Bram, Der Ruf des Lebens, R. 250 S. — Branweller, Die .;. Brüder im
'71VJ Weltkrieg. 91 S. (ZS 6.) — Ders., Deutsche n. rom. Freimaurerei. 77 S.
(ZS 8.) — Cohen, Gebet f. den König, Lied. 7 S. — Ders., Laudamus te. 81 S. —
Frank, Die Steinbauern, R. 259 S. — * Dyrott, Windischmann. 123 S. GG. — Grab-
mann, Der h. Augustinus üb. Seele u. Gott. 126 S. (RG 5.) — Hartmann, Harre des
Herrn, Hirtenbr. 16 S. — Hoeber, Papst u. röm. Frage. 63 S. (ZS 7.) — Hutten,
Rufende Weite, R. 275 S. — * Kampers, Lichtland d. Seelen u. h. Gral. 96 S. GG. —
Kersting, Deutschland fletschere! 31 S. — Krane, Seine Vielgetrenen. En. ans der
Zed Christi. (Der erste Gruß; Hanna im Tempel; Wartende Gnade; Das Letzte;
Heilige Demut; Talitha kumi; Wer hebt den 1. Stein?; Das Stündlein Christi; In
Fesseln; Eins ist tot; Gottes Maßliebchen; Die Stunde der Entscheidung; Noli me
tangere; Der letzte Kreuzweg.) 279 S. — Tladen. Das eiserne Geschlecht, E. 121 S.
(BVJ 77.) — Wieser, Selig sind die ... R. 328 S.
        <pb n="187" />
        ﻿

1017 Anhang /.. Gesg.- u. Gebetb. d. Erzdiöz. Köln, enthalt. 23 Einheitslieder.

'	39 S. — * Büchner, Erztüren v. St. Denis. 12 S. GG. — * Cardauns, Die GG

1901—16. 14 S. GG. — • Ders., Die „Vereinsschriften“ der GG. 15 S. GG. —
* Ehses, Ein päpstlicher Nuntius am Rhein. 5 S. GG. — Godin, Feinde, R. 232 S.
— Guggenberger, Die deutschen Päpste. 157 S. — Helmonds, Methodik des
naturkundl. Unterr. 92 S. — Herbert, Lebensbeichte, E. 102 S. — Hessen, Abso-
lutheit des Christentums. 62 S. (RG 6.) (Aus dem Handel zurückgezogen.) —
Hlrtz, Hauswirtsch. Unterr. i. Landschulen. 78 S. — Hoeber, Englands Kriegs-
“• Blutschuld. 235 S. (ZS 10.) — * Innitzer, Die österr. Leo-Gesellschaft.
4 8. GG. — Der Kaiser im Weltkrieg, hg. von Dr, 0. Thissen. 208 S.
(Beiträge aus KV.) — Kley, Schulreform der Zukunft. 190 S. (ZS 9.) — Koch,
Kregsbilder. En. 5—8, je 32 S. — Köck, Vorstadthaus, R. 331 S. — v. Krane,
Wenn die Steine reden, R. 335 S. — Leky, Grundl. einer allg. Phonetik. 133 S. —
Lennemann, Vergeßt sie nicht, die große Zeit, Kriegs-En. (Freiwillige vor!; Bei
Sedan auf der Aue; Im Kampf um Raon l’Etappe; Die Schneise; Die Brücke:
Ahnung?; Die Hand; Die Vergeltung; Der Ruf.) 121 S. (BVJ 76.) — Lübeck, Kath.
Orientmission. 152 S. GG. — Neureuter, Biol. Charakterbild, a. d. Tierwelt. 177 S.
—- Oberdörffer, Die schöne Tugend. 240 S. — Piper, Der Spuk. 172 S. — v. Ranke,
Männer u. Zeiten der Weltgesch., hg. v. Dr. R. Schulze. I. 283 S., II. 338 S., III.
322 S. — * Schellberg, Görres. 21 S. GG. — v. d. Speulhof, Gottsuchen. 143 S.

1Q1Q (bis Mai) Bram, Der Meister, R. 252 S. — Capltaine, Lehrb. d. kath. Rel.
j 10 III 186 S. — * Duhr, Ausländerei im 17. Jh. 13 S. GG. — »Ehses, Ein
deutscher Chronist des Trienter Konzils unter Pius IV. 22. S. GG. — Herbert, Der
blutige Lehrpfennig, E. 115 S. — v. Hutten, Des Weges Ende. R. 238 S. —
Kampers, Die Mär von der Bestattung Karls des Gr. 26 S. GG. — v. Kersting,
Gaesdonck. 135 S. — v. Krane, Die Sünderin. Mysterium. 144 S. — »Löffler,
deutsche Klosterbibliotheken. 72 S. GG. — * Sacher, Schwestergesellschaften der
GG, in Österr.-Ung. 6 S. GG. — Schmitz, Das allerh. Altarsakr. im Rosenkranz. 168
— Schrott-Piechti, Wettertanen, R, 252 S.
        <pb n="188" />
        ﻿III

Die Druckerei J. P. Bachem 1818 bis 1918.

ijie „Cronica van der billiger Stat van Coellen“ von 1499
behauptet, daß die um die Mitte des 15. Jahrhunderts
von Mainz sich in Deutschland ausbreitende Kunst
Gutenbergs mit dem Meister Ulrich Zell „zu allererst
nach Köln gekommen“ sei. Das ist freilich ein Irrtum,
aber immerhin kann die Stadt die fünfte, vielleicht auch die vierte
Stelle unter den frühesten Druckorten der Welt beanspruchen.
Der erste mit einer Jahreszahl versehene Druck Zells stammt
aus 1466, und die Zahl der in Köln in der nächsten Zeit tätigen
Pressen wächst in erstaunlichem Maße.

Ueber das Aussehen der Gutenbergschen Druckerpresse sind
wir nicht genau unterrichtet. Die älteste Abbildung einer solchen
Presse erscheint im Jahre 1498 in Gestalt des Druckerzeichens des
Pariser Buchdruckers Jodocus Radius. Wir sehen dort ein Gestell
aus zwei senkrechten Balken, die durch einen oberen Querbalken
verbunden sind. Zwischen den senkrechten Balken befindet sich
ein Tisch mit dem Drucksatz, auf den eine andere Fläche mittels
einer durch den Querbalken gehenden Spindel herabgedreht
werden kann. Der Drucksatz wird mit Korbbällen eingeschwärzt,
ein Bogen Papier darauf gelegt und dieser dann mittels der herab-
gehenden Fläche auf den Satz angedrückt, so daß ein Abdruck
entsteht. In dieser Weise wurde im wesentlichen vier und ein
halbes Jahrhundert lang gedruckt und auch die hölzerne Drucker-
presse, die Johann Peter Bachem 1818 von der Buchdruckerei
Thiriart et Comp, kaufte50 und in seinem Hause Hohestraße 133
aufstellte, wird im wesentlichen eine solche Handdruckpresse
gewesen sein.
        <pb n="189" />
        ﻿ir; 167

Das Ziel dieser bescheidenen Druckerei beschränkte sich
zunächst auf die Herstellung des eigenen Verlags; daß sie dieser
Aufgabe aber in hohem Maße gerecht wurde, beweisen die
Verlagswerke durchaus, die drucktechnisch auf einer hohen
Stufe stehen.

Als das Geschäft im Jahre 1840 in das Haus Marzellenstraße
Nr. 20 übersiedelte, das nach hinten einen ansehnlichen Garten
hatte, entstand in diesem ein bescheidenes Druckereigebäude;
auch eine Anzahl von Erdgeschoßräumen des früheren Privat-
hauses wurde für den Druckereibetrieb hergerichtet.

Einen größeren Aufschwung nahm der Betrieb der Druckerei,
als die beiden ältesten Söhne Lamberts, Josef und Karl61, sich
ihr widmeten. Daß sie dem Fortschritt huldigten, beweist die
frühzeitige Anschaffung einer sog. Schnellpresse, die Friedrich
König im Verein mit dem Mechaniker Andr. Fr. Bauer in Oberzell
bei Würzburg erfunden hatten. Es war die erste wesentliche
Verbesserung der Druckpresse seit Gutenberg, indem die bisherige
obere Fläche, mit der der Druck ausgeübt wurde, durch
einen drehbaren Zylinder ersetzt wurde, unter dem die flache
Druckform hergeschoben wurde. Dabei lief das Papier über den
Zylinder, der es auf die durch ein Farbwerk angeschwärzte
Druckform drückte und dadurch den Abdruck hervorrief.

Die erste Schnellpresse an die Bachemsche Druckerei lieferte
die Maschinenbauanstalt G. Sigl in Berlin am 5. August 1845
für 1770 Taler Pr. C. Eine zweite soll schon im nächsten Jahre
gefolgt sein. Eine weitere Maschine lieferte die C. Reichen-
bachsche Maschinenfabrik in Augsburg am 3. Januar 1855 an
die Bachemsche Offizin. Diese Maschinen wurden noch durch
Menschenkraft in Bewegung gesetzt.

Die Druckerei entwickelte sich nun befriedigend; schon 1844
konnte sie die Herstellung des „Organs für Handel und Gewerbe“
übernehmen, dem 1849 das Wochenblatt „Pius IX“ und 1851 das
„Organ für christliche Kunst“ folgten.

Das Streben der beiden Söhne, den Verlagswerken durch Ver-
wendung guten Papiers und sauberen Druck ein gutes Aussehen
zu verleihen, führte seit 184S zur Herstellung von Akzidenz-
orbeiten. Zu diesem neuen Geschäftszweig wurde ein reiches
Satzmaterial an Schriften, Ziereinfassungen, Ornamenten usw.
angeschafft. Muster davon liefern noch einige, im Archiv der
Firma vorhandene Druckarbeiten aus jener Zeit, vor allem mehrere
        <pb n="190" />
        ﻿168 S

reichverzierte Glückwunschdiplome, in denen das Druckerei-
personal nach damaliger Sitte zu den Namenstagen des Prinzipals
in schwungvollen Versen seinen Gefühlen Ausdruck verlieh.

Die stetige Vergrößerung des Druckereibetriebes beweist auch
dieTatsache, daß im Jahre 1854 die täglich erscheinende „Rheinische
Volkshalle“ hier hergestellt werden konnte. Ihr erster Schriftleiter
Wilh. v. Chezy hat in seinen ..Lebenserinnerungen“ ergötzlich
geschildert, auf welche Art diese Vergrößerung damals vor sich
ging. Danach hatte sich Lambert Bachem erboten, „innerhalb
zehn Tagen“ auf das Hinterhaus, in dem die Druckerei sich
befand, ein Stockwerk zu setzen, „um einen Raum für 15 bis
20 Setzer herzustellen. Letzteres Anerbieten klang im Ohre des
Fremdlings einigermaßen abenteuerlich weil er noch nicht wußte,
wie schnell man in Köln baute. Die Arbeit war freilich liederlich
genug, doch darauf kam es im gegebenen Falle nicht an.“ Mit
der Erbauung wurde „bereits am Dienstag nachmittag begonnen,
nachdem vormittags die Verabredung mit dem Besitzer endgültig
sich abgeschlossen. Die Redaktion erhielt drei Räume; ein zwei-
fenstriges Zimmer, zwei Klafter breit, drei Klafter tief, acht
Schuh hoch, nebst einer Kammer, die halb so groß war, und
einem rückwärtigen Gemach für die Korrektoren . . .“

Gemäß den Aufzeichnungen des Herrn Franz Zündorf. der 1860 als
Lehrling in das Geschäft eintrat, sprang die südlich des Hauses gelegene
Jesuitenapotheke (Nr. 18) gegen Nr. 20 etwa anderthalb Meter in die Straße
vor, so daß zwischen dem Eingang zur Druckerei und der Apotheke ein
kleiner Winkel gebildet war. Nachdem die Apotheke ein neues Heim
gegenüber, An den Dominikanern, gefunden hatte, war auch dieses Haus
von Lambert Bachem gemietet und die unteren Räume als Zeitungssetzerei,
die oberen zu Zwecken der Schriftleitung, der Werksetzerei und als
Wohnung für den Faktor (Druckereileiter) Münze'eingerichtet worden.

Gleich beim Eintritt in das alte Haus standen nach der Zündorfschen
Beschreibung rechts und links hohe Bretterverschläge mit Büchern des
Verlags. Links zwischen diesen war der Eingang ins Kontor. Dort saß
im ersten Raum Herr Robert Bachem1'4, der Korrektor W. Ho st er
und ein Buchhandlungsgehülfe. Im zweiten Raum hatten ein zweiter
namens Gracklauer und ein junger Mann mit Namen Thelen ihren Platz
sowie Herr Steinborn, der Leiter der in der Druckerei hergestellten
Zeitschrift „Der Berggeist“. Rechts hinter dem Lattenverschlag (Bücher-
lager) war ein großes, düsteres Gelaß mit vergittertem Fenster nach dem
Hof der Apotheke, das als Papiervorratskammer diente. Daneben befand
sich die Küche, in der die sehr geschätzte Köchin, die Traut, ihres Amtes
waltete.
        <pb n="191" />
        ﻿Neben der Küche, zwei Stufen aufwärts, stand in einem kleinen Vorbau
nach dem Hofe zu eine Holzpresse, auf der morgens zwischen 10 und
11 Uhr der Wechselkurs für das Bankhaus Stein gedruckt wurde. In
demselben Raum saß der Zeitungskorrektor Stadler. Durch eine neben
diesem „Kapäuschen“ befindliche Hoftür kam man zum Eingang in die
Buchbinderei, wo der Meister Dick mit 2—3 Gehilfen, einem Lehr-
ling und 8—10 Hilfskräften seines Amtes waltete.

Etwa vier Meter hinter der Buchbinderei befand sich im Erdgeschoß
die Druckerei, im ersten Stock die Setzerei und darüber noch ein Lager
und der Trockenspeicher. In der Druckerei standen eine große Maschine
für die „Kölnischen Blätter“, eine andere für den Werkdruck und eine
kleinere, die Reichenbachsche, für den Akzidenzdruck. Außerdem zwei
Handpressen. Zu der größeren Maschine gehörten je ein bis zwei, zu
der kleineren ein Raddreher. Sie hatten schwere Arbeit, zu der manch-
mal für den an die Stunde gebundenen Zeitungsdruck einige Soldaten
aus der nahegelegenen Artilleriekaserne (wo jetzt die Hauptpost steht)
zu Hilfe geholt werden mußten.

Um diesen unsicheren Zuständen abzuhelfen, entschloß sich Josef
Bachem im Jahre 1860 zur Anschaffung einer neu erfundenen Heißluft-,
der sog. kalorischen Maschine. Der Volksmund hatte rasch für
sie die Bezeichnung „die Kalosch“ geprägt; für sie war zwischen Buch-
binderei und Druckerei im Hofraum ein kleines Maschinenbaus aufgeführt
worden. Die schwerfällige Kalosch vollführte einen fürchterlichen Lärm;
bei jedem Hub gab es ein Geräusch, als ob ein Hammer auf eine Eisen-
nlatte aufschlüge. Die Hitze in dem kleinen Raum war fast unerträglich.
Da die Maschine etwa anderthalb Meter tief stand, führte eine kleine
Treppe zu ihr hinunter. In seiner freien Zeit saß der Heizer Quast auf
der oberen Treppenstufe, spielte auf seiner Gitarre und sang dazu — ein
Idyll, wie es die gute alte Zeit noch kannte.

Indes zeigte sich die Kalosch als recht launisch und versagte bei dem
stets wechselnden Kraftverbrauch für die Druckerei häufig den Dienst.
Das Undichtwerden des Luftkessels infolge Ueberhitzung verursachte
allemal eine unangenehme Betriebsstörung, die dadurch behoben zu werden
Pflegte, daß die alten Handschwengel wieder an die Presse angeschraubt
and mit Hilfe eines wohlgesinnten Feldwebels wieder Soldaten aus der
benachbarten jArtilleriekaserne herbeigeholt wurden, die für Geld und
gute Worte die Herstellung der Zeitung im Schweiße ihres Angesichtes
ermöglichten.

Waren die Raumverhältnisse nach dieser Schilderung im
Jahre 1860 nicht eben luxuriös, so sollten sie um diese Zeit noch
eine Einschränkung erfahren. Die großen Pläne der Rheinischen
Eisenbahngesellschaft hatten zu Anfang der 1850 er Jahre die
Anlage eines Zentralbahnhofs nötig gemacht, der, 25000 qm groß.
        <pb n="192" />
        ﻿1859 an die Stelle der wunderschönen früheren Gärten des
Jesuitenkollegs trat, die zur französischen Zeit in den städ-
tischen Botanischen Garten ?umgewandelt worden waren. Die
Verkehrsbedürfnisse erforderten naturnotwendig eine Verbindung
mit dem Straßenzug Unter Sachsenhausen-Gereonstraße, zu der
der Eisenbahngesellschaft 1857 das Recht jder Enteignung ver-
liehen worden war. Die geplante Bahnhofstraße durchschnitt
nun das Bachemsche Grundstück in recht unglücklicher Weise,
so daß es langwieriger Verhandlungen bedurfte, bis ein Ein-
vernehmen erzielt wurde. „Nach zweijährigen Bemühungen“,
heißt es in einem Bachemschen Rundschreiben aus dem
Jahre 1861, „ist endlich das durch das Expropriationsgesetz
bedrohte Verbleiben meines Geschäftes in dem seit zwanzig
Jahren bekannten Lokale (Marzellenstraße Nr. 20) für einst-
weilen gesichert.“

Die alten Gebäude, Geschäftshaus und Druckerei, mußten
nun niedergelegt und durch Neubauten ersetzt werden. Zu
dem entstehenden Eckhaus an der Bahnhofstraße wurde am
25. Mai 1861 der Grundstein gelegt, dessen im Juni 1906
wieder zum Vorschein gekommene Urkunde von 43 Unter-
schriften bedeckt ist.

„Für die Dauer des Neubaues meines Geschäfts-Locals“, besagt ein
Plakat, „verlegte ich mein Comptoir, so wie die Buchdruckerei und Ex-
pedition der Zeitung: »Kölnische Blätter« in das Nebenhaus, Marzellen-
straße Nr. 18 (früher Krusesche Apotheke).“ In den Grundstein wurden
ein gezeichnetes Blatt mit den Unterschriften der Geschäftsangehörigen
und des Maurermeisters Pet. Roß, sowie Druckmuster und eine Nummer
der Kölnischen Blätter eingelegt.

Von der Grundsteinlegung zu dem Druckereigebäude erzählt eine
Pergamenturkunde vom 30. August 1861, daß der Stein gelegt wurde
„von Joseph Bachem, Firma J. P. Bachem, Verlags-Buchhändler und
Buchdrucker, und seiner Ehefrau Catharina Bachem geh. Degen, in
Gegenwart ihrer Kinder Franz, Karl, August und Fridolin, des Vetters
Robert Bachem, des Redacteurs der »Kölnischen Blätter« Fridolin
Hoffmann und des ganzen Geschäftspersonals, gegenwärtig aus sechzig
Personen bestehend.“

Die neuen Gebäude kamen in die Bahnhofstraße zu liegen.
Das fünfgeschossige, helle und luftige Druckereihaus von etwa
20 m Frontlänge und 9 m Tiefe konnte schon im nächsten Jahre
(1862) bezogen werden. Das Eckhaus beherbergte im Erdgeschoß
das Ladengeschäft und die Kontorräume der Verlagsbuchhandlung
        <pb n="193" />
        ﻿171

und der Zeitungsexpedition, auf den beiden Stockwerken Wohn-
und Schriftleitungsräume.

Die alte „Kalorische“ hatte den Umzug nicht mitgemacht; sie
war an ein Bergwerk verkauft worden. In dem Neubau besorgte
eine Piedboeuf-Dampflokomobile von 4 PS, die im Keller auf-
gestellt war, den Antrieb.

Geschäftshaus und Buchdruckerei von 1861/62 bis 1889.

In dem Druckersaal des neuen Gebäudes im Erdgeschoß ge-
sellten sich zu den vorhandenen zwei Schnellpressen — eine
Siglsche war nach der Unterdrückung der Deutschen Volkshalle
an J. Kammann in Köln für den Druck seiner Kölnischen Handels-
zeitung „Allgemeiner Anzeiger für Rheinland-Westfalen“ verkauft
worden — noch zwei neue, und die Zahl der Handpressen erhöhte
sich auf drei. Diese beiden von der Firma König &amp; Bauer ge-
lieferten Schnellpressen sowie zwei Handpressen sind noch
heute in Betrieb. Das erste Stockwerk nahm die Zeitungs- Werk-
und Akzidenzsetzerei ein, im zweiten war die Buchbinderei unter
        <pb n="194" />
        ﻿der Leitung des Meisters Bölling untergebracht, und auf dem
dritten Stockwerk befand sich außer einer Abteilung der Werk-
setzerei ein Papierlager; ein viertes Stockwerk enthielt endlich
das Bücherlager.

Als Faktor war damals Gottlieb Münze tätig, unter
dem für die Zeitung die Metteure Jakob Gerard und Georg
Müller nebst sechs Setzern, für den Werk- und Akzidenzsatz
acht Setzer, darunter Jakob Halter, und zwei Lehrlinge arbeiteten.

Die erfreuliche Entwicklung der Kölnischen Blätter und der
Verlagsbuchhandlung, die die Anforderungen an die Leistungs-
fähigkeit der Buchdruckerei erhöhten, machten deren weitere
Ausdehnung notwendig. Deshalb kaufte Josef Bachem im Jahre
1868 das Nachbargrundstück Marzellenstraße 24 an, das bei 8 m
Breite eine gleiche Tiefe aufwies. Im nächsten Jahre entstand
auf dem Grundstück ein Gebäude, das im Erdgeschoß den Ver-
sendungsraum für die Zeitung, in den vier Obergeschossen
Setzereisäle, Trockenräume für die gedruckten Bogen der Verlags-
werke und Lagerräume darbot.

Die Raumgewinnung ermöglichte die dringend notwendig ge-
wordene Aufstellung einer König und Bauerschen Doppel -
Schnellpresse für den Zeitungsbetrieb noch im Jahre 1871.
In den beiden nächsten folgten weitere zwei Schnellpressen aus
der Maschinenfabrik Johannisberg für die Herstellung von Akzidenz-
arbeiten. Eine dieser Maschinen ist noch in Betrieb. Die An-
schaffung einer sechspferdigen Dampflokomobile war nunmehr
eine Notwendigkeit geworden.

Der mächtige wirtschaftliche Aufschwung in dem neu errich-
teten Deutschen Reiche und die kraftvolle Entwicklung der
rheinisch-westfälischen Industrie blieb nicht ohne befruchtende
Einwirkung sowohl auf das Buchdruckereigewerbe wie auf die
Zeitungsbetriebe. Die Auflage der Kölnischen Volkszeitung war
anfangs der 1870er Jahre auf 8000 gestiegen; die Bogenzahl
mußte vermehrt werden, und 1874 war der Zeitpunkt gekommen,
wo die Druckerei-Einrichtung den Anforderungen der Zeitung nicht
mehr genügte. Josef Bachem entschloß sich daher zur Aufstellung
einer sog. vierfachen Schnellpresse, die für 20775 M. aus
der Maschinenfabrik C. Hummel in Berlin bezogen wurde und
eine Bedienung von vier Einlegern beanspruchte; sie lieferte in
der Stunde 4000—4200 fertige Zeitungen, d. h. wenn alles klappte,
was meistens nicht der Fall war. Die Maschine erwies sich als
        <pb n="195" />
        ﻿HS 173

ein wahres Schmerzenskind. Als neue Kraftspenderin erforderte
diese mächtige Maschine die Aufstellung einer weiteren zwölf-
pferdigen stehenden Dampflokomobile englischer Herkunft. Den
Raum für beide Maschinen mußte zum Schmerze der Bachem-
schen Jugend der Garten mit Hinterhaus hergeben, der im Winkel
der beiden Druckereiflügel lag und nun einem Oberlichtsaal mit
Unterkellerung geopfert wurde.

Innere Umänderungen in den oberen Geschossen ermöglichten
die Vermehrung des Setzer- und Buchbindereipersonals, so daß
die Kopfzahl der Beschäftigten auf über 150 stieg.

Das Aufblühen von Handel und Gewerbe blieb nicht ohne
günstigen Einfluß auf die damals noch mit zwei Setzern und
zwei Lehrlingen arbeitende Akzidenzabteilung. Josef Bachem
sah dies bald ein und versuchte durch Einstellung von Leuten,
die im bessern Akzidenzsatz Erfahrung hatten, die Abteilung
zu heben, was ihm auch in erheblichem Maße gelang. Unter
diesen Leuten zeichnete sich besonders der Sohn des Ber-
liner Buchdruckereibesitzers Köpsel durch geschickte Satzzu-
sammenstellungen und geschmackvolle Farbenwahl aus. Manche
der damals hergestellten Drucksachen machten in Fachkreisen
berechtigtes Aufsehen. Keine dieser Arbeiten ging aus dem
Hause, ohne daß Josef Bachem mit kunstsinnigem Geschmack
und feinem ästhetischem Gefühl Satzanordnung und Farbenwahl
geprüft und mit beraten hatte. In den Jahren 1875 bis 1880
hoben sich die Leistungen der Akzidenzabteilung derart, daß
Josef Bachem es wagte, die bedeutende Kunst- und Gewerbe-
Ausstellung zu Düsseldorf 1880 zu beschicken. Die Anerkennung
für die Bemühungen der letzten fünf Jahre blieb nicht aus.
Den Erzeugnissen der Bachemschen Offizin wurde als dritthöchste
Auszeichnung für graphische Gewerbe die bronzene Staats-
uiedaille zuerkannt. Zu ihrer Würdigung muß berücksichtigt
werden, daß diese Anerkennung allein den ausgestellten Kunst-
und Akzidenzdruckarbeiten galt im Gegensatz zu den mit den
beiden höheren Auszeichnungen bedachten Firmen, deren gewerb-
liche und technische Gesamtleistungen gewertet worden waren.
Den Kampf mit dem Satzfehlerkobold führte Jakob Halter,
ein sehr befähigter und tüchtiger Mann, der auch die erste
stilistische Feilung der Vorlagen besorgte, mit vorbildlicher
Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue mehr als 50 Jahre wirkte und
als Goldener Geschäftsjubilar in hohem Alter ausschied.
        <pb n="196" />
        ﻿174

Mit dem Aufstreben des Bachemschen Buchverlags hob sich
auch die Abteilung für Werksatz, der lange Jahre Heinrich
Knipper gewissenhaft verstand.

Der flotte Geschäftsgang, der zu Anfang der 1880er Jahre im
Buchdruckereigewerbe einsetzte, eröffnete dem Akzidenzsatze und
der Buchausstattung ein weites Feld kunstgewerblicher Betätigung.
Josef Bachem geizte nicht mit Anschaffungen und stattete die
Druckerei mit einer reichen Auswahl an Schriften und Ziermaterial
aus. Eine tüchtige Kraft kam ihm hierbei zu Hilfe, die dem an
der Schwelle des Alters stehenden Faktor Münze zur Seite trat,
nachdem Robert Mannewitz, ein tüchtiger Fachmann, als
zweiter Faktor vorübergehend tätig gewesen war. Anfang 1882
trat Philipp Messenzehl ein, geboren in Stuttgart, der in
süddeutschen Druckereien tüchtige Fachkenntnisse erworben
hatte. Mit seinem lebhaften Temperament widmete er sich mit
Feuereifer seiner neuen Aufgabe. Sein künstlerisches Streben und
sein feinsinniger Geschmack harmonierten in glücklicher Weise mit
demjenigen Josef Bachems. Gehoben wurden seine originellen
Schöpfungen durch lebhafte Farbengebung. Der Ruf der Firma
breitete sich unter seiner Leitung dergestalt aus, daß in kurzer
Zeit für die Akzidenzdruckerei eine Schnellpresse und drei Tiegel-
druckpressen — kleine, gedrungen gebaute Maschinen ameri-
kanischer Erfindung, wobei an Stelle der Zylinder bewegliche
Tiegel in Aufnahme gekommen waren — angeschafft werden
mußten. Als Gottlieb Münze am 18. Januar 1884 starb, trat
Messenzehl als erster Faktor an seine Stelle, bis er drei Jahre
später einem Rufe als Geschäftsführer einer Berliner Groß-
druckerei folgte.

Im Sommer 1885 war Josef Bachems dritter Sohn Fridolin,
der seit 1879 seine Studien- und Ausbildungsjahre in hervor-
ragenden Berliner und Leipziger Druckereien verlebt hatte, heimge-
kehrt, um die Geschäftsführung der Druckerei zu übernehmen. Der
Unzulänglichkeit der Betriebskraft half er zunächst durch Auf-
stellung einer 20pferdigen liegenden Dampfmaschine und eines
Röhrenkessels neuester Konstruktion ab. Dies gab der Weiter-
entwicklung der Druckerei nach zwei Richtungen hin neuen
Aufschwung. Für den Kunst- und Akzidenzdruck wurde 1886 eine
großformatige schwergebaute Bilderdruckmaschine von König &amp;
Bauer, besonders zum Druck illustrierter Verlagswerke und
Geschäftskataloge, und in den Jahren 1888, 1890 und 1891 je eine
        <pb n="197" />
        ﻿Akzidenzmaschine aus der Maschinenfabrik Augsburg erworben.
Für die erstere bot die illustrierte Lebensgeschichte Leos XIII.
von O’Reilly Gelegenheit, ihre Leistungsfähigkeit zu beweisen. Bis
zum Einband ging das Werk 1887 aus dem eigenen Betriebe hervor.

Zwei weitere vervollkommnete Tiegeldruckmaschinen erhöhten
die Maschinenzahl auf 16. Die damit Hand in Hand gehende
Vermehrung des Akzidenz- und Werksetzerpersonals wie eine
Vergrößerung der Buchbinderei wurde durch Schaffung neuer
Arbeitssäle durch innere Umbauten ermöglicht.

In den 1880 er Jahren stellte der Zeitungsbetrieb an die
Druckerei erhebliche Anforderungen, besonders nach der Format-
vergrößerung der Kölnischen Volkszeitung im September 1886.
Die Erhöhung ihrer Auflage machte dann die Aufstellung einer
Rotationsmaschine wünschenswert. Die Firma Hummel
in Berlin lieferte im September 1887 für 21000 Mark einschließlich
Stereotypie-Einrichtung die erste dieser Maschinen. Am 27. Sep-
tember trat sie für die Herstellung der KV in Tätigkeit. Die
Maschine lieferte aus dem endlosen Papier die auf beiden Seiten
fertig bedruckte und gefalzte Zeitung in einer Schnelligkeit von
10000 Drucken in der Stunde (gegenüber 1000 der Schnellpresse).

Die Einführung der Rotationsmaschine in den Betrieb hatte
die Einrichtung einer Stereotypie zur Voraussetzung, deren
Wesen bekanntlich darin besteht, daß nicht von dem aus ein-
zelnen Buchstaben bestehenden Satz gedruckt, sondern eine
weiche feuchte Papiermater mit der Bürste in die Satzform ein-
geschlagen wird, so daß sich das Satzbild in der Mater genau
wiedergibt. Diese wird nach Trocknung und dadurch entstehen-
der Erhärtung in einem entsprechenden Gießinstrument mit Metall
(Mischung von Blei, Zinn und Antimon) ausgegossen und dann die
entstandene flache oder (für den Zylinderdruck notwendige) halb-
runde Metallplatte in die Maschine gebracht. Das Verfahren wird
zur Herstellung hoher Auflagen benutzt, um die Satztypen zu
schonen und muß beim Rotationsdruck angewandt werden, weil
diese die runde Form der Druckplatte verlangt, die auf den Druck-
zylinder festgeschraubt wird.

Ein kleiner Fahrstuhl befördert die Druckplatten zur Rotations-
druckerei, wo der Maschinenmeister in kurzer Zeit die Platten
an den Zylinder anklemmt. Die Bedienung einer Maschine von
so verwickelter Zusammensetzung, wie die Rotationsmaschinen
sind, erfordert größte Aufmerksamkeit, gediegenste Fachkenntnis,
        <pb n="198" />
        ﻿Umsicht und Gewandtheit. Das Reißen des Rollen-Papiers, das
nicht immer gleichmäßig beschaffen ist, ist eine der häufigsten
Plagen des Druckers.

Die Einführung der Rotationsdruckerei brachte wieder erhöhte
Anforderungen an die Raumverhältnisse mit sich. Für die S t e r e o-
typie waren helle und luftige Räume im Untergeschoß notwendig.
Aber auch die Setzer- Druckerei- und Schriftleitungsräume er-
heischten dringend Erweiterung. Deshalb kaufte Josef Bachem am
30. September 1887 das Engelssche Nachbarhaus Bahjnhof-
straße 3 an, dessen Vorderhaus vom Mai 1889 bis August 1890 in
seinen beiden untersten Geschossen zu Büroräumen der Akzidenz-
Buch- und Kunstdruckerei, in seinen Obergeschossen zur Erweite-
rung der Zeitungssetzerei und Buchbinderei umgebaut wurde. Nach
hinten nahm ein viergeschossiger Anbau im Erdgeschoß und ersten
Stockwerk Maschinensäle, in den beiden Obergeschossen zwei
Werksetzersäle auf. Der Oberlichtsaal war schon im Jahre
1886 vergrößert worden, und nun konnte |auch die Stereotypie
in einen größeren und luftigeren Raum auf dem ersten Stock des
alten Querflügels unter der Zeitungssetzerei verlegt und maschinell
vervollkommnet werden.

Das Eckhaus Bahnhofstraße und Marzellenstraße erhielt gleich-
zeitig (1889) ein drittes Stockwerk, in das die Schriftleiter der
Blätter am 10. Februar 1890 einzogen. Im Erdgeschoß konnte am

8.	November desselben Jahres ein modern eingerichteter Annahme-
saal mit fünf Schaltern für die Zeitung eröffnet werden, und vom
1. Januar 1891 bot ein sog. Freisaal Gelegenheit zum Lesen,
Schreiben und Nachschlagen in Adreß- und sonstigen Auskunfts-
büchern. Das erste Stockwerk gab [einem großen Raum der
Buchverlagsabteilung Unterkunft.

Nach Vollendung dieser durchgreifenden Umgestaltung konnten
1890 'nicht nur eine zweite, besonders für den Local-Anzeiger
bestimmte Rotationsmaschine aus der Maschinenfabrik
König &amp; Bauer untergebracht, sondern auch für die Akzidenz-
druckerei in den Jahren 1891, 93, 96 je eine Johannisberger
Schnellpresse und 1894 und 96 je eine große Tiegeldruckpresse
von Rockstroh &amp; Schneider aufgestellt werden. Ein zweiter
liegender Röhrendampfkessel6S und eine zweite 25 pferdige stehende
Dampfmaschine erhöhten die Betriebskraft. Durch die Auf-
stellung der zweiten Rotationsmaschine wurde die bisher als
Reserve für die Zeitung belassene vierfache Flachdruckmaschine

i
        <pb n="199" />
        ﻿^ 177

überflüssig. Hummel hatte sie gegen die erste Rotationsmaschine
in Gegenrechnung genommen und als Altmaterial verkauft. An
dem Vormittag, an dem mit der Abmontierung der Vierfachen
begonnen werden sollte, erschienen einige handfeste Männer mit
schweren Zuschlaghämmern und machten aus der Maschine
„Kleineisen“. Das unglückliche Monstrum sank innerhalb einiger

Geschäftshaus und Buchdruckerei von 1889 bis 1902.

Stunden zu einem Haufen Schrot zusammen, ein Althändler
entführte dann mit seinem Karren die traurigen Reste. Kein
Mensch hat dieser Maschine nachgeweint. Etwas erleichtert
freute man sich über den freigewordenen schönen Platz.

Die Zahl der beschäftigtenPersonen betrug im Jahre
1891 250, an Maschinen waren im Betrieb: 2 Rotations-
hiaschinen, 1 Doppelschnellpresse, 13 Schnellpressen, 28 Hilfs-
maschinen, 2 Dampfmaschinen mit 40 PS.

Seit 1884 lag und liegt heute noch die Leitung der Zeitungs-
setzereien in den Händen von J o h. Rings, eines hierfür

100 Jahre J. P. Bachem.	fr
        <pb n="200" />
        ﻿hervorragend geeigneten Mannes von seltenen Geistesgaben. Wer
die aufreibende Tätigkeit in einer Zeitungsdruckerei kennt, wo mit
halben Minuten gerechnet zu werden pflegt, der weiß, welch eine
Aufgabe der leitende Metteur Stunde für Stunde zu lösen hat.
Seit der Gründung des Local-Anzeigers 1887 führte in dessen
Setzerei Theod. Schumacher das Szepter, der 1916 in den
wohlverdienten Ruhestand trat. Rings und Schumacher hatten
beide ihre technische Ausbildung und Reife im Hause erlangt.

Das im Jahre 1898 eingeführte Dritte Blatt der Kölnischen
Volkszeitung machte eine weitere Vergrößerung der Setzerzahl
und damit eine fernere Raumvermehrung notwendig, die durch
Benutzung des 1880 neu erbauten, bisher Privatzwecken dienenden
Hauses Marzellenstraße 2H erreicht wurde. Zwei Jahre später
hielt die dritte Rotationsmaschine, aus der Hummelschen Fabrik,
ihren Einzug.

Nach dem Weggange Messenzehls Ende 1886 hatte die tech-
nische Leitung zwei Jahre lang in den Händen der Faktore
E. Schmidt, Hajdozy und (1887) R. Sander gelegen, dann
übernahm sie am 1. Mai 1888 Anton Korn, der im Hause die
Buch- und Akzidenzdruckerei erlernt und seine fernere Ausbil-
dung in bedeutenden Berliner und Leipziger Kunst- und Akzidenz-
druckereien genossen hatte. Tüchtige typographische und betriebs-
technische Fachkenntnisse vereinigen sich bei ihm mit feinem
kunstverständigem Geschmack und geschickter Zeichnerhand.
Als Oberfaktor leitet er den gesamten technischen Betrieb.

Die Druckerei widmete sich von nun ab in besonderem
Maße den für das Großgewerbe erforderlichen Drucksachen
und pflegte besonders die Herstellung illustrierter Ka-
taloge und Prospekte. Formenfreudigkeit in der Ornamentik
und harmonisch abgestimmte lebhafte Farbenwirkung waren dabei
die ästhetischen Richtlinien. Entsprechend erfuhr das Akzidenz-
setzerpersonal eine wesentliche Verstärkung, und der Maschinen-
park wurde durch eine Illustrationsschnellpresse mit
besonders feinem Farbwerk aus der Maschinenfabrik Johannis-
berg vermehrt. Nicht vernachlässigt wurde dabei die Pflege der
alltäglichen kaufmännischen und gewerblichen Drucksachen, viel-
mehr hatte sich jeder einzelne Auftrag, dem Grundsätze der Firma
getreu, gleicher Sorgfalt in bezug auf geschmackvolle Druckaus-
führung zu erfreuen. Mit besonderer Vorliebe pflegte die Druckerei
die Herstellung kunstvoller, farbenreicher Diplome, Hochzeits-
        <pb n="201" />
        ﻿drucksachen, kunstvoll ausgeführter Festschriften, Reklamebro-
schüren, Neujahrskarten u. dgl. Von letzteren — „wahre
Kabinettstückchen typographischer Kleinkunst in vornehmer
Ausführung“ nannte sie eine der angesehensten typographischen
Fachzeitschriften — wurden in einigen Jahren bis zu 2 Millionen
Stück abgesetzt. Ihr Drucker war der Künstler im Maschinensaal,
Emil Gramer, der fast 35 Jahre lang an derselben Maschine,
von der er sich nicht trennen wollte, mit stillem Fleiße wirkte,
ehe er in hohem Alter in den Ruhestand trat.

Als der Verlag die Herausgabe der Bachemschen Jugend-
schriften in Angriff nahm (1895), wurde besonders für deren
Illustrierung ein eigenartiges Farbendruckverfahren ersonnen.
Durch Unterlegen von sechs fein abgestimmten Farbtönen unter
kräftig konturierte Autotypien wurde sehr schöne Wirkung erzielt.
Eine Anzahl Kunstmaler und Zeichner unterstützte die Druckerei
hierbei.

Sympathische Aufnahme in der beteiligten Finanzwelt fand
auch die besondere Abteilung für den Wertpapier druck, die
manche Hundertmillionenwerte an Anleihescheinen, Aktien, Kux-
scheinen und Kuponbogen durch ihre Pressen laufen sah.

Der Kraftüberschuß der Betriebsdampfmaschinen lieferte seit
dem Jahre 1896 die Energie für eine eigene elektrische Be-
leuchtungsanlage. Freilich mußte an Wintertagen eine besondere
große Dynamomaschine mit eigenem Kraftantrieb zu Hilfe kommen,
denn der Gesamtbedarf betrug schon damals über 400 Glühlampen.

Das kaufmännische Kontor der Druckereiabteilung erhielt
1894 in dem Prokuristen Joh. Andr. Seidenberg eine selb-
ständige Leitung.

•X

Anfangs der neunziger Jahre schon wurde erkennbar, daß bei
der fortgesetzten Entwickelung der Geschäftsbetriebe in abseh-
barer Zeit die Räume an der Ecke der Bahnhof- und Marzellen-
straße nicht mehr genügen könnten. War doch schon im Jahre
1893 die Zahl der beschäftigten Personen auf 280 gestiegen. Nach
beiden Seiten, Marzellen- wie Bahnhofstraße, war aber eine
weitere Ausdehnungsmöglichkeit ausgeschlossen; man mußte sich
also mit dem Gedanken einer Aufgabe des alten Grundstückes
vertraut machen. Die Bedürfnisse der Zeitungen erforderten,
in der Nähe der Post oder des Hauptbahnhofs zu bleiben. Deshalb
        <pb n="202" />
        ﻿wurde Anfang 1893 eine Gelegenheit benutzt, ganz in der Nähe
der alten Stelle zwischen Hauptpost und Hauptbahnhof ein über
1000 qm großes Grundstück Marzellenstr. 35 zu erwerben. Im
Laufe der nächsten Jahre, bis 1899, wurden noch die Häuser
Nr. 37, 39, 41, 43 hinzugekauft. Zur Ausführung des Neubaues
konnte geschritten werden, nachdem das an den Hofraum anstoßende
Schulgrundstück Ursulastraße Nr. 3 und 11 im Dezember 1898
von der stadtkölnischen Verwaltung im Umtausch gegen ein
zweieinhalbmal so großes Grundstück an der Machabäerstraße
und gegen bedeutende bare Zahlung erworben worden war. Die
ganzen zur Verfügung stehenden Grundstücke waren 2660 qm groß.

Am 15. Juni 1899 begann man mit dem Abbruch der genannten
fünf Häuser an der Marzellenstraße 35 bis 43, und am Samstag
den 29. Juli geschah der erste Spatenstich zu dem Neubau, zu
dem Regierungsbaumeister H. Krings nach den Unterlagen von
Fridolin Bachem die Pläne entworfen hatte. Die Bauausführung
übernahm Architekt Willi. Asbach. Der Neubau stellte an die
Arbeitskraft Fridolin Bachems, die durch den Druckereibetrieb
sowieso schon übrig genug in Anspruch genommen war, außer-
ordentliche Anforderungen, da ja auch weitausschauend der Neu-
bau für viele Jahre dem stark aufstrebenden Geschäfte ein Heim
werden sollte. Dank der großen Umsicht und unermüdlichen
Arbeitskraft Fridolin Bacheras war der Bau am 2. November
1900 so weit gefördert, daß die Schriftleitungen der KV und des
LA, Setzerei, Druckerei und Verlagsgeschüftsraum der beiden
Blätter in den fünfgeschossigen Hinterbau einziehen konnten, wo
der anstoßende Hof der Hauptposthalterei die günstigsten Licht-
verhältnisse verbürgte. Das Abendblatt dieses Tages wurde noch
im alten Hause hergestellt, während die Morgenausgabe von
Samstag den 3. November schon im Neubau redigiert, gesetzt,
stereotypiert und gedruckt wurde.

Die Geschäftsstellen der Zeitungen blieben noch bis zum
9. Februar 1901 in dem alten Hause, an welchem Tage sie den
Vorderbau des neuen Hauses mit dem dreifach vergrößerten
Freisaal bezogen. Dann nahmen die Drucksachen-Annahme,
der Buchverlag und der Handverkauf der Verlagsbuchhandlung
sowie die Hauptkasse im Herbst des Jahres Besitz von dem nördlichen
Teile des Vorderbaues, der am 10. November besetzt war. Im
Herbst 1901 siedelten außerdem die Akzidenz- und Werk-Druckerei,
sowie die Buchbinderei in den Nordflügel über, wo Säle von
        <pb n="203" />
        ﻿etwa je 400 qm Flächeninhalt eine übersichtliche Aufstellung von
Maschinen, Regalen und Arbeitstischen gestattete. Der Bau auf
dem Grundstück des anstoßenden Hauses Ursulastr. 3 konnte
erst im Herbst 1901 fertiggestellt werden, weil zuvor die Ersatz-
schule errichtet werden mußte.

Der Neubau Marzellenstraße 35—43.

Die Schauseite des dreigeschossigen gotischen Baus wurde in Heil-
bronner Sandstein mit Tuffblendung in den Formen des altkölnischen
Uebergangsstils ausgeführt. Die Außenfront zieren Standbilder des h. Josef,
des Namenspatrons des Gründers der KV, ferner solche von Johann Guten-
berg, dem Erfinder der Buchdruckerkunst, und Ulrich Zell, dem ersten
Kölner Buchdrucker, schließlich die Wappen der Familie Bachem, der
Buchdruckerkunst usw.

Die Größe des Grundstücks erlaubte die Anlage eines geräumigen
Binnenhofs zur Belichtung, aut dem sieh der 31 m hohe Kamin erhebt.
Darunter bieten zwei Kellergeschosse Lagerräume für Rollen- und Flach-
druckpapiere sowie für Zeitungen und Verlagsbücher. Lichtschächte im
Binnenhofe versorgen beide Keller mit Tageslicht.

Im Straßenflügel wurden die Geschäftsstellen der Zeitungen,
der Verlagsabteilung und der Akzidenz- Buch- und Kunstdruckerei unter-
gebracht.

Die D ampfkraftanlage, bestehend aus zwei Cornwallkesseln von
Je 65 qm Heizfläche, fand unter dem Binnenhofe ihren Platz, daneben
sehr geräumige Kohlenbunker, die vom Hof aus gefüllt werden. Um die
Nachbarschaft vor Ruß- und Flugaschebelästigung zu schützen, ist der
Schornstein mit den Dampfkesseln durch einen 15 m langen, 2 m hohen
und 1,2 m breiten Fuchs mit Querschotten als Rauchfang verbunden. Die
von der Maschinenbauanstalt Humboldt gelieferte hundertpferdige Ver-
bundmaschine mit Ventilsteuerung und Kondensation hat neben den Dampf-
kesseln ihren Platz im Mittelpunkt der ganzen Gebäudeanlage erhalten.
Bie von der Elektrizitäts-A.-Ges. Helios in Köln-Ehrenfeld umgebaute
und erweiterte elektrische Station bestand außer den drei im alten
Sau tätigen Siemens &amp; Halske-Dynamomaschinen von 180, 68 und 64
Ampere aus einer neuen Helios-Maschine mit 200 Ampere; sie speicherte
den Tageskraftüberschuß der Dampfmaschine in zwei Akkumulatoren-
Batterien für die Abendstunden auf.

Das Erdgeschoß des West flügels (Zeitungsdruckerei) beherbergte
den geräumigen Rotationsmaschinen- und den daneben gelegenen Ver-
sendungssaal; darüber befanden sieh die Stereotypie und das Zimmer
des Oberfaktors bezw. die technische Betriebsleitung, der kauf-
umnnische Betrieb der Druckerei, Zimmer des Krankenkassenführers
        <pb n="204" />
        ﻿und Ansprachzimmer. Der ganze zweite Stock wurde für das Zeitungs-
kontor (vgl. S. 111) und die Räume für die Schriftleitungen der KV
und des LA eingerichtet. Der dritte Stock und dazu ein Teil des dritten
Stockes vom Nordflügel war den Zeitungssetzereien der KV und
des LA eingeräumt, im vierten wurden Räume für Verlagslager und für
die «Bücherei der fSchriftleitung bestimmt, und das Speichergeschoß
diente als Verlagslager für Rohdruckbogen.

Neue Geschäftshäuser erbaut 1900—1902.

Der Nordflügel (Akzidenz - und Werkdruckerei) nebst einem
rechtwinkligen Anbau nahm im Erdgeschoß die Buchbinderei auf,
im ersten Stock die Flachdruckmaschinen (16 Schnellpressen und sechs
Tiegeldruckpressen). Die Akzidenz- und Werksetzerei fand im
zweiten Stock Unterkunft, während der dritte teils zur Local-Anzeiger-
Setzerei eingerichtet wurde. Das Dachgeschoß diente zu Lagerräumen
für Rohdrucke u. dgl.

Die hydraulischen Fahrstühle aus der Maschinenfabrik Leo Hopmann
in Köln-Ehrenfeld besorgen die Beförderung der Druckereimaterialien,
darunter einer, der die Zeitungs-Setzerei mit der Stereotypie und Rotations-
druckerei verbindet. Der größte mit 1 */z X 2 m Bodenfläche führt aus dem
tiefsten Keller des Nordflügels bis zum höchsten Speichergeschoß. Das
Druckwasser wie auch solches zu Waschzwecken liefert eine eigene Haus-

k
        <pb n="205" />
        ﻿Wasserleitung aus einem Brunnen des Grundstücks, lieber dem Treppen-
haus des Mittelbaues ist ein Behälter von 25000 1 Inhalt dazu angebracht,
in den das Wasser hinaufgepumpt wird.

Der Feuersicherheit und Standfestigkeit wegen ist das ganze Geschäfts-
und Druckereigebäude in Eisen, die Decken mit zwischengespannten Beton-
wölbungen ausgeführt.

Das alte, 936 qm große Eckgrundstück Marzellen- und Bahnhofstraße
ging mit dem 1. Oktober 1905 in das Eigentum einer Kölner Baufirma
über, die darauf das City-Hotel, das jetzige Hotel Kronprinz, errichten ließ.

Die außergewöhnlichen Anforderungen an Arbeitskraft, die
mit der Errichtung des Neubaues verbunden waren, blieben nicht
ohne schädlichen Einfluß auf den Gesundheitszustand von Fridolin
Bachem, so daß er Ende 1900 zu seiner Erholung längere Zeit
dem Betriebe fern bleiben mußte. Dabei verschlimmerte sich ein
bereits früher aufgetretenes Augenleiden derart, daß er gezwungen
war, seine liebgewonnene Tätigkeit aufzugeben. Robert Bachem
trat trotz der bereits auf ihm ruhenden großen Arbeitslast in
der kaufmännischen Leitung und in den Geschäftsstellen der
Zeitungen an die Stelle seines Bruders, und Franz X. Bachem
übernahm wieder den ganzen Buchverlag.

Bei Errichtung und Ingebrauchnahme des Neubaues konnten
die Firmainhaber annehmen, daß die Raumverhältnisse den
Bedürfnissen für eine Reihe von Jahren vollauf entsprochen
hätten. Dem war nicht so. Da durch die Verlegung der Er-
scheinungszeit des Kölner Local-Anzeigers das Bedürfnis für
eine weitere Rotationsmaschine sich geltend machte, erwies
sich die Rotationsdruckerei als zu klein. Im Jahre 1903
begann bereits das Umbauen. Die erste Zwillingsrotations-
maschine wurde von Koenig und Bauer geliefert. Die Maschine
war für zweierlei Formate gebaut und besaß zwei Ausgänge,
so daß sie auch die Arbeit von zwei getrennten einfachen
Maschinen übernehmen konnte. Die Vielseitigkeit dieser Maschine
hat sich im Laufe der Jahre gut bewährt. Da die Maschine
18 PS als Antriebskraft beanspruchte, erwies sich der als
Reserve-Betriebskraft aufgestellte stehende Gasmotor als zu
schwach, und es wurde unter Anschluß an das städtische Elektri-
zitätsnetz ein von der Firma Geist gebauter 40 PS Elektro-
m°tor aufgestellt, welcher in Zeiten, wo die Dampfkraftanlage
        <pb n="206" />
        ﻿ruhte, den gesamten Antrieb für die Rotationsdruckerei über-
nehmen konnte.

Der schnell wachsende Umfang der KV bedingte ausgedehntere
Arbeitsräume. Im Jahre 1909 entschloß sich die Firma zum An-
kauf des 561 qm großen Betzlerschen Grundstückes Marzellen-
straße 31/33. Die Hintergebäude des Betzlerschen Hauses wurden
mit dem Westflügel der Druckerei verbunden. Die Keller waren
willkommene Lager für eine notwendige Vergrößerung des
Zeitungspapier-Rollenlagers. Das Erdgeschoß erhielt eine Hof-
überdachung und wurde zum neuen Zeitungs-Versendungsraum.
Der erste Stock wurde zu Kontorzwecken eingerichtet, während
das zweite, sehr hohe Stockwerk zu einem 70 qm großen zeit-
gemäß ausgestatteten S i t z u n g s s a a 1 für die regelmäßig wöchent-
lich stattfindende Redaktions-Konferenz usw. umgewandelt wurde.

Die Rotationsdruckerei folgte durch weitere Einstellung von
Druckmaschinen dem schnellen Aufschwung der Kölnischen
Volkszeitung und des Kölner Local-Anzeigers. In den Jahren
1907 und 1909 wurden je eine Vierseiten-Maschine für die KV,
in den Jahren 1909 und 1911 je eine Pony-Zwillingsmaschine
für den LA, alle von Koenig und Bauer, geliefert, so daß der
Rotationsbetrieb der Firma jetzt aus fünf einfachen und drei
Zwillingsmaschinen besteht. Eine weitere einfache Vierseiten-
Maschine für die KV befindet sich bei der genannten Firma noch
im Bau.

Diese kaum vorherzusehende rasche Ausdehnung der Zeitungs-
druckerei stellte an den Kraftbetrieb große Anforderungen. Man
schritt daher zur Anschaffung einer weitern großen Dampf-
maschine. Deren Aufstellung bedingte sehr schwierige Vor-
arbeiten. Der Grundstein zum Unterbau der Maschine konnte
gerade in dem Augenblick gelegt werden, als Kaiser Wilhelm II.
am 22. Mai 1911 unter dem Geläute der Kirchenglocken zur
Einweihung der Hohenzollernbrücke der Stadt Köln einen Besuch
abstattete. Am 13. Oktober 1911 wurde die von der Maschinen-
fabrik Gebrüder Sulzer in Ludwigshafen gelieferte 170 PS-Maschine
dem Betrieb übergeben, womit die gesamte Kraftanlage auf
350 PS gebracht wurde.

Diese neue starke Kraftquelle bot Gelegenheit, die Erzeugung
der Elektrizität ebenfalls zu erweitern. Den bereits stehenden
vier Dynamos mit zusammen etwa 730 Amp. Erzeugung ward
eine neue 600 Amp. Dynamomaschine zugefügt, nebst der
        <pb n="207" />
        ﻿Schaltanlage von der Firma Geist, Köln-Zollstock, geliefert.
Jetzt war der Betrieb derart eingerichtet, daß eine dreifache
Sicherheit vorhanden war sowohl für die Zeitungs- als auch
für die Werk- und Akzidenz-Abteilung. Im Laufe der Jahre hat
sich mehrfach gezeigt, wie wichtig für einen großen Zeitungs-
betrieb solche Sicherheiten sind, um auf alle Fälle das recht-
zeitige Erscheinen der Zeitungen zu ermöglichen.

Zu diesen Sicherheiten gehörte auch die Anpassung der
Zeitungssetzerei an die vermehrten Ansprüche der Zeitungsleser.
Wenn bis dahin die Setzmaschine im Zeitungsbetriebe der
Firma nicht eingeführt war, so war dies hauptsächlich aus
sozialen Rücksichten geschehen, um den Handsetzern den Lebens-
unterhalt durch Fortnahme der Arbeit nicht zu erschweren.
Die von Jahr zu Jahr auf einen kürzern Zeitraum zusammen-
gedrängte tägliche Satzleistung ließ jedoch im Jahre 1911 die
Durchführung des erwähnten Grundsatzes nicht länger zu. Zu-
nächst gelangten drei Ideal-Setzmaschinen der Mergenthaler
Setzmaschinenfabrik zur Aufstellung, die aber nach einigen
Monaten gegen drei Doppelmagazin-Zweibuchstaben-Maschinen
derselben Fabrik umgetauscht wurden. Eine Entlassung von
Handsetzern wurde vermieden. Die Zeitungssetzerei war nun
in der Lage, die Satzformen in kürzerer Zeit fertig zu stellen
und so noch manche für die Leser wertvolle Nachricht im
letzten Augenblick aufnehmen zu können.

Der Stereotypi{e konnte durch die Verlegung von Kontor-
räumen in den Betzlerschen Hinterbau ein größerer Raum ge-
schaffen werden, um die' Aufstellung von' Hilfsmaschinen zu
ermöglichen und den Arbeitern eine luftige gesunde Arbeitsstätte
zu sichern. Die bisher mit der Hand besorgte Bearbeitung der
Stereotypplatten wurde drei Fräsmaschinen übertragen. Dann
folgten Kalander, Flachfräsmaschinen u. a. Gut geschultes Per-
sonal führt sicher und schnell die Arbeiten aus, so daß auch
diese Abteilung sich dem auf äußerste Zeitausnutzung eingestellten
Zeitungsbetriebe voll anpaßt.

Gleichen Schritt mit der Ausdehnung des Zeitungsbetriebes
hielt auch die Akzidenz- und Bücherdruck-Abteilung.
Erstere machte sich die Fortschritte in der modernen Kunst-
richtung schnell zu Nutze und sicherte ihren alten Ruf als
Kunststätte. Die aus dieser Abteilung hervorgegangenen Arbeiten
waren vielfach tonangebend für die Buchdruckerwelt. Namentlich
        <pb n="208" />
        ﻿186

trugen die in Fachkreisen aufsehenerregenden Musterbücher der
Kölner Papiergroßhandlung Poensgen &amp; Heyer dazu vieles bei.
Kommerzienrat Wilhelm Heyer, ein sehr kunstsinniger Herr,
scheute keine Kosten, um seinem über den ganzen Erdball sich
erstreckenden Kundenkreis mustergiltige Vorführungen der Ver-
wendungsmöglichkeiten seiner Papiere in immer neuen Arten
und Formen zu bieten. Der Betriebsleitung war dabei vorzüg-
liche Gelegenheit geboten, ihr ganzes Können zu verwerten, und
was da geschaffen worden ist, war vorbildlich für Tausende
von Buchdruckern. Dem leider zu früh Verstorbenen gebührt
der Dank für die Gelegenheit, die er dem Betriebe gab, fort-
während prächtige Arbeiten zu ersinnen und auszuführen.

Gleichzeitig nahm der Druck von illustrierten Werken und
Katalogen sowie von Wertpapieren einen erfreulichen Auf-
schwung, so daß die Aufstellung von weiteren modernen Maschinen
in der Flachdruckerei sich nötig machte. In den Jahren 1901,
1906 und 1913 wurden je eine Tiegeldruckpresse schwerster Bau-
art von Scheiter &amp; Giesecke, für Präge- und Kunstdruckarbeiten
besonders geeignet, aufgestellt. Die Zylindermaschinen wurden
in den Jahren 1901, 1904, 1906, 1910, 1912, 1914 um je eine ver-
mehrt. Auch bei diesen Maschinen legte man auf schwere Bau-
art den größten Wert. Die Anteilnahme, welche die Betriebs-
leitung dem Bau und der stetigen Vervollkommnung der Druck-
maschinen entgegenbrachte, zeitigte öfteren Gedankenaustausch
mit der Fabrik von Koenig&amp; Bauer. Mancher dieser Gedanken ist
heute Gemeingut geworden zum Fortschritt und zum Wohle der
deutschen Druckkunst.

Die Ansprüche an die Ausstattung der Wertpapiere bedingte
im Jahre 1913 die Anschaffung einer Guillochiermaschine.
Sie dient dazu, die für Wertpapiere nötigen Untergrundplatten
zu gravieren. Ein auf dieser Maschine ausgeführtes Muster läßt
sich nicht nachmachen. Dadurch sind die betr. Wertpapiere gegen
Fälschung in hohem Maße geschützt. Schöne mustergiltige Arbeiten
wurden auf diese Weise herausgebracht. Die Wertpapier-Abtei-
lung hatte damit einen großen Fortschritt erzielt und konnte nun
den verwöhntesten Geschmack zufrieden stellen.

Der Illustrations -Farben- und Prägedruck erfreute
sich ebenfalls der größten Aufmerksamkeit. Die Ergebnisse waren
derart, daß aus dem Kundenkreise viele freiwillige Anerkennungen
in den schmeichelhaftesten Worten einliefen.

I
        <pb n="209" />
        ﻿So hat die Kunstdruckerei der Firma das gehalten, wozu
Josef Bachem in den siebziger Jahren den Anstoß gegeben, was
sein Sohn Fridolin Bachem weiter gepflegt und die jetzige Be-
triebsleitung vollendet hat: Ausführung einfacher bis feinster
Druckarbeiten in jeder Ausstattung, dabei jede Arbeit ihrem
Zweck angepaßt.

Neben diesem Streben, mustergiltige Arbeiten herauszubringen,
mußte auch daran gedacht werden, bei dem jungen Nachwuchs
schon zeitig die nötige Liebe für Kunst und zu fachlicher Weiter-
bildung zu wecken. Im Jahre 1906 konnte einem lange gehegten
Wunsch nach einem Versammlungs- und Ausstellungsraum durch
Freiwerden eines Teiles des vermieteten dritten Nordflügel-Stocks
entsprochen werden. Es wurde der etwa 90 qm große schön
ausgestattete Museumssaal eingerichtet. Außerdem wurde
in diesem Saale den Lehrlingen und jungen Gehilfen Fortbil-
dungsunterricht erteilt in Deutsch, Fremdwörterkunde,
Rechnen, Buchführung, Französisch, Stenographie und Zeichnen,
wozu die Firma tüchtige Lehrkräfte stellte. Für gute Leistungen
der Schüler sind von der Firma Bücherpreise ausgesetzt. Gleich-
falls werden bei regelmäßig stattfindenden Stenographiewett-
schreiben die besten Schnellschreiber durch Preise ausgezeichnet.
Mancher aufnahmefähige junge Mann*hat in dieser Hausschule
die Unterlage zu seinem späteren Emporstieg erhalten. Um den
Setzerlehrlingen besondere Gelegenheit zu geben, Einrichtung
und Arbeitsweise der Setzmaschine kennen zu lernen, wurde in
der Werk-Abteilung eine weitere Linotype-Setzmaschine auf-
gestellt, die vorwiegend Anlernezwecken dient. Der Weiter-
bildung und dem Unterhaltungsbedürfnis der Geschäftsangehörigen
dient seit dem Jahre 1904 eine Hausbücherei mit über 600 Bänden.

Im Jahre 1909 trat der älteste Sohn von Franz X. Bachem,
Runs Bachem50, der seine kaufmännische und praktische
Ausbildung als Buchdrucker, Buchhändler und Verleger in
bedeutenden Leipziger, Berliner und Münchener Häusern er-
halten hatte, in die Firma ein. Am 1. Januar 1912 wurde ihm
Prokura erteilt.

Im Jahre 1913 wurde eine günstige Gelegenheit ergriffen, dem
für den Werk- und Akzidenz-Betrieb zu eng gewordenen Nord-
flügel durch Ankauf des westlich gelegenen 530 qm großen
Pering’schen Grundstücks an der Ursulastraße 13 eine Er-
weiterungsmöglichkeit zu sichern.
        <pb n="210" />
        ﻿Im Jahre 1914 beschickte die Druckerei die Internationale
Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig (Bugra)
sowie die Werkbund-Ausstellung in Köln. Die Anerkennung, die
den von der Firma ausgestellten Arbeiten allseitig zu Teil wurde,
diente ihr als weiteren Ansporn für steten Fortschritt.

Alle die guten Aussichten für das weitere Blühen und Gedeihen
des Betriebes traf wie ein Blitz aus heiterm Himmel am 1. August
1914 die Kriegserklärung. Das Bild änderte sich mit einem
Schlage. Tag für Tag sah die Betriebsleitung mehr und mehr die
eingearbeiteten guten Kräfte dem Rufe des Vaterlandes folgen und
ihre Arbeitsstätte verlassen. Die Aufträge wurden von den Be-
stellern zurückgezogen; das Räderwerk stockte. Es war eine
überaus schwierige Zeit, voller Aufregungen und Sorgen, die
wenig glückverheißend für die Zukunft schien. Als dann die
ersten großartigen Erfolge unserer Heere bekannt wurden, raffte
sich zuerst der Zeitujngsbe|trieb schnell und tatkräftig auf.
Man muß es gesehen haben, wie der große Geschäftshof fast zu
klein war, um alle die Leute zu fassen, die sich auf den Einzel-
verkauf von Zeitungen warfen, reißenden Absatz findend, dem
Verkäufer guten Verdienst bringend. Die Auflage der KV schwoll
an, die Hast in der Herstellung, die man kaum noch zu steigern
für möglich gehalten hatte, ging ins Fieberhafte. Es bedurfte der
äußersten Anspannung aller Kräfte, um der Nachfrage nach den
neuesten Ausgaben zu genügen. Der Ruf nach Zeitungen aus dem
Felde bewirkte eine bedeutende Erhöhung der Auflage der
Wochen-Ausga;be der KV, die jeden Mittwoch durch ein aus
dem Westen kommendes Militär-Auto abgeholt wurde, um unsern
Truppen auf dem schnellsten Wege zugänglich gemacht zu werden,
ln dieser Zeit des Nachrichtenhungers tauchte der Gedanke einer
Kriegsausgabe der KV auf, der für die Rotationsdruckerei
und den Versendungssaal eine außergewöhnliche Mehrarbeit
brachte. Diese Ausgabe (vergl. S. 112) erscheint gegenwärtig in
einer Auflage von über 115 000 am Tage. Diese nie für möglich
gehaltene Druckleistung stelltejalle bisherigen Einrichtungen nahe-
zu auf den Kopf, es mußte vollständig umgelernt werden.

Welch gewaltige Mengen an Rollenpapier die Maschinen zu
bearbeiten hatten, möge aus folgenden Angaben ersehen werden
        <pb n="211" />
        ﻿^ 189

Im Jahre 1916 durchliefen die Rotationsmaschinen 79388000 Meter
Rollenpapier. Die Papierbahn, welche aus dieser Meterzahl an-
einandergeklebt entstünde, würde sich mehr als zweimal um die
ganze Erdkugel schlingen lassen. Das Gesamtgewicht dieser
Zeitungspapiermenge betrug rund 2316000 kg, zu deren Herbei-
schaffung 231 Eisenbahn-Doppelwagen oder alle drei Tage zwei
Doppellader gehörten.

Aber wie unsere tapfern Soldaten draußen sich an die oft
übermenschlichen Anstrengungen nach und nach gewöhnten, so
gaben auch die Daheimgebliebenen ihre ganze Kraft hin, um den
an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Und es muß
zu ihrer Ehre gesagt werden, daß sie [sich zu Hause ebenso
tapfer durchgeschlagen haben, wie ihre Kollegen da draußen.

Der Buch- und Akzidenzbetrieb hatte ganz besonders unter
starken Einberufungen zum Heere zu leiden. Die kleine Zahl
der zurückgebliebenen gelernten Gehilfen tat ihr mögliches, um
das Getriebe in Gang zu halten. Auch da zeigte sich, daß guter
Wille und Opferfreudigkeit sehr viel vermag, und so konnte
noch eine verhältnismäßig umfangreiche Arbeitsleistung erzielt
werden.

Das Vertrauen auf einen guten deutschen Frieden und einen
damit verbundenen neu aufblühenden Geschäftsgang ließ es rat-
sam erscheinen, noch zeitig für eine Vermehrung des Maschinen-
parkes zu sorgen. Auf der Zeitungssetzerei wurden an Stelle
der drei Doppelmagaziner während des dritten Kriegsjahres 1917
neue Setzmaschinen mit drei Magazinen, sog. Dreidecker, aufge-
stellt, die ein wesentliches schnelleres Arbeiten ermöglichten.
Drei weitere Dreidecker harren noch der Anlieferung und Auf-
stellung. Anfang 1918 wurden noch zwei schwergebaute große
Druckmaschinen aus der Fabrik von Koenig &amp; Bauer für aller-
teinsten Druck aufgestellt, so daß die Flachdruckerei jetzt im
ganzen über 22 Zylindermaschinen und i7 Tiegeldruckpressen
verfügt. Ebenfalls im Vertrauen auf eine gute Zukunft wurden
von der Firma weitere Grundstücke von zusammen 1238 qm
Flächeninhalt in westlicher Verlängerung des Nordflügels, Ursula-
straße 17-27, käuflich erworben, so daß jetzt die Gesamtfläche
der zusammenhängenden Grundstücke an der Marzellen- und
Drsulastraße 5287 qm umfaßt.

Der Aufschwung des Gesamtgeschäftes seit 1900 läßt sich am
besten daraus ersehen, daß damals rund 320 Personen, vor
        <pb n="212" />
        ﻿Ausbruch des Krieges dagegen 720 Personen bei der Firma
beschäftigt waren. Während des Krieges wurden 228 An-
gestellte zur Fahne einberufen, so daß der Personalbestand
entsprechend sank. Einschließlich der neu eingestellten weiblichen
Hilfskräfte, die nach bestem Können die entstandenen Lücken
auszufüllen sich bemühen, sind doch gegenwärtig noch 645 Per-
sonen, teilweise in überlanger Arbeitsschicht, beschäftigt.

So können wir denn beruhigt, in der Hoffnung auf ein neu
aufblühendes Vaterland der Zukunft entgegensehen mit dem
Wunsche, daß das Verhältnis zwischen der Firma und ihrem
Personal so gut bleiben möge, wie es bisher zum beiderseitigen
Besten gewesen ist.

Die Buchbinderei J. P. Bachem.

Gründliche Forscher führen die Kunst der Buchbinderei bis
auf die Römer zurück, obschon diese ihre Schriften, wie die
Aegypter, in Rollenform aufbewahrten. Aber man hatte damals
schon Notizbücher, die sog. Diptychen, aus zwei Deckeln von
Holz, später Elfenbein oder edeln Metallen bestehend. Die künst-
lerische Ausgestaltung dieser Buchdeckel hatte im Mittelalter
einen hohen Grad erreicht, und aus karolingischer Zeit sind uns
prachtvolle Goldschmiede- und Elfenbeinarbeiten für Evangeliare
usw. erhalten. Wie alle Kunst und Wissenschaft und im besonderen
die Bücherherstellung, wurde die Buchbinderkunst im Mittelalter
ausschließlich in den Klöstern ausgeübt und konnte erst ein
Gewerbe werden, als die Erfindung Gutenbergs die leichte Ver-
vielfältigung des Buches ermöglicht hatte. Erst vier Jahrhunderte
später traten für die manchfachen Hantierungen, die zur Her-
stellung eines Bucheinbandes nötig sind, nach und nach Maschinen
ein. So nahm die Bogenfalzmaschine dem Menschen das Falzen
mittels Falzbein ab, die Einsägemaschine besorgte dann das
Einsägen der Bogenrücken, die Vertiefungen für den Bindfaden,
auf der Draht- oder Fadenheftmaschine wird die Arbeit für das
Zusammenhalten der Bogen geleistet, verschiedene Pressen und
Schneidmaschinen vollenden das Werk.

Diese Entwicklung der Buchbinderei zur Massenherstellung
fällt erst in das 19. Jahrhundert. In den Anfang der 1850 er Jahre
werden auch die Anfänge der Bachemschen Binderei verlegt
        <pb n="213" />
        ﻿werden müssen, worüber sich Aufzeichnungen oder Anhaltspunkte
nicht erhalten haben. Ihre Tätigkeit wird sich in der Hauptsache
auf zwei Ausübungen beschränkt haben; das Trocknen und Pressen
der feuchtgedruckten Werkdruckbogen und das Broschieren der
Verlagswerke, das freilich erst damals allgemeiner üblich wurde,
denn vordem versandte der Verlagsbuchhandel einfach die un-
gefaßten („rohen“) Bogen.

Aus den schon früher erwähnten Zündorfschen Aufzeichnungen
geht hervor, daß im Jahre 1860 in der Bachemschen Buchbinderei
und der Zeitungs-Versendung der Meister Dick mit zwei bis drei
Gehilfen, einem Lehrling und acht bis zehn Hilfsarbeitern tätig
war. Außer einem Papierschneide-Apparat befanden sich dort
zwei hölzerne und eine eiserne Glättpresse und andere Vor-
richtungen. Die vor dem Druck gefeuchteten Bogen mußten
nach dem Druck wieder getrocknet werden. Damals wurden
je sechs bis acht Bogen über nahe der Zimmerdecke angebrachte
Schnüre aufgehängt. Solche befanden sich nicht allein in der zu
ebener Erde gelegenen Buchbinderei, sondern auch in der Setzerei
und Druckerei. Die nach einigen Tagen heruntergenommenen Bogen
wurden dann zu mehreren zwischen Glanzpappen in der Glätt-
presse — einer alten, sehr massiv gebauten Schraubenpresse
aus Eichenholz — über Nacht glatt gepreßt.

In dem Druckereigebäude an der Bahnhofstraße war die Buch-
binderei im zweiten Stockwerk in einem großen hellen Raum
untergebracht, in dem der Meister Peter Josef Bölling seit dem
23. Oktober 1865 mit gutem Erfolg das Zepter führte. Zu der
hölzernen Glättpresse hatte sich eine neue eiserne Schrauben-
spindelpresse gesellt, zu Anfang der 70 er Jahre kam eine hydrau-
lische Presse dazu.

Jos. Bachem ließ seine sämtlichen Söhne während ihrer jungen Jahre
einen förmlichen Lehrkurs bei Meister Bölling durchmachen, um sie in
der Handfertigkeit zu üben. Vielfach wurde dazu unter Beteiligung von
Schulfreunden der Sonntagvormittag verwandt. Daß die Jungen, nicht
gerade die ruhigsten, dabei häufig auch mit dem Lederriemen Böllings
fühlbare Bekanntschaft machten, bildet noch heute eine ihrer fröhlichsten
Jugenderinnerungen.

Anfangs der 80er Jahre wurde es im Bachemschen Verlagsbuch-
handel üblich, geeignete Werke in gebundenem Zustande auf den
Markt zu bringen. Das Steinsche Gesang- und Gebetbuch ließ Josef
Bachem damals noch in fremden Buchbindereien und staatlichen
        <pb n="214" />
        ﻿Arbeitsanstalten binden, weil die eigene Binderei für Massen-
betrieb noch nicht ausreichend eingerichtet war. Sie beschränkte
sich vielmehr in der Hauptsache auf das Broschieren der Verlags-
werke, was bis zum Ende der 1870er Jahre ausschließlich mit
der Hand geschah. Erst zu dieser Zeit hielten zwei dampfgetriebene
Falzmaschinen Schweizer Herkunft ihren Einzug in die
Binderei.

Bald darauf begann man auch mit der Herstellung der Ein-
b ä n d e, womit der Grundstein zur Großbuchbinderei gelegt wurde.
Dem lebhaften Interesse, das Fridolin Bachem seit seinem Eintritt
ins Geschäft der Entwicklung der Buchbinderei entgegenbrachte,
verdankte diese den Aufschwung, den sie aus den damals noch
bescheidenen Anfängen genommen hat.

Die unzulänglichen Raumverhältnisse hielten die Leistungen
indes vorerst noch in engen Grenzen. Nur die einfachen Halb-
leder- und Ledereinbände des Diözesan-Gesang- und Gebetbuches,
die freilich eine umfangreiche laufende Arbeit darstellten, konnten
ausgeführt werden, während die sog. Salonbände der belletristischen
Verlagswerke noch in Leipzig angefertigt werden mußten. Nach
Beseitigung der räumlichen Behinderung infolge des Erweiterungs-
baues von 1889 kam es im nächsten Jahre zur Aufstellung von
allen zur Buchherstellung erforderlichen Maschinen. Drei Buch-
und mehrere Broschüren-Heftmaschinen sowie Vergolderpressen
wurden angeschafft, so daß von nun ab nicht nur viele Buch-
decken für die Belletristik aus Kaliko, sondern auch sämtliche
Diözesanbuch-Einbände vom einfachen Halblederband bis zum
vornehmsten Saffian- und Kalblederband mit Goldschnitt im
eigenen Hause angefertigt wurden.

Auf diese Weise entwickelte sich auch die Bachemsche Buch-
binderei schon zu Ende der 1890 er Jahre langsam zu einer der
größten Dampfbuchbindereien Westdeutschlands.

Bei dem Umzug im Jahre 1901 konnte der Buchbinderei das
Erdgeschoß des Nordflügels mit ungefähr 400 Quadratmeter
Arbeitsraum überwiesen werden. Eine geordnete Aufstellung der
Maschinen, dem Entwicklungsgang des Buches angepaßt, brachte
eine bessere Uebersicht und Ausnutzung mit sich. Schnell stieg
dabei die Menge der geleisteten Arbeit, während auch die Güte
durch dauernde Bemühung der Betriebsleitung sich weit über
den Rahmen der Durchschnitts-Buchbinderarbeit erhob. Nach
und nach wurde die Herstellung der großen Mengen Decken für

J
        <pb n="215" />
        ﻿den Buchverlag durch die eigene Buchbinderei ausgeführt. Auch
die Entwürfe und Zeichnungen dazu wurden in der eigenen
Abteilung Kunstwerkstätte angefertigt.

Bald war der oben angeführte Raum zu klein, ein großer
Raum des Westflügels und ein Raum des! Ursula-Anbaues mußten
dazu genommen werden. Trotzdem sah man schon nach einigen
Jahren die Arbeiter oft in drangvoll fürchterlicher Enge ihr Tage-
werk vollbringen, so daß ein Raum von etwa 80 Quadratmeter
vom vierten Stock des Nordflügels noch für Herstellung von Buch-
binderarbeiten abgetrennt werden mußte.

Die Buchbinderei arbeitet jetzt mit sechs Falzmaschinen, vier
Buchheftmaschinen, vier Broschürenheftmaschinen, acht Schneide-
maschinen, fünf Prägepressen, drei Klebmaschinen und etwa
25 andern Maschinen, Pressen und Apparaten. Vor dem Kriege
waren in der Buchbinderei beschäftigt zwei Meister, 17 Ge-
hülfen, 5 Lehrlinge, 26 Hülfsarbeiter. Der Krieg brachte eine
starke Verschiebung des Personals mit sich, weibliche Hülfs-
kräfte mußten herangezogen werden, so daß heute außer einem
Meister 11 Gehülfen, 2 Lehrlinge, 7 Hülfsarbeiter und 24 Hülfs-
arbeiterinnen beschäftigt werden.

Durch Eintritt des Kunstbuchbinders und Ledertechnikers
A. Wemmer wurde die Abteilung Kunstwerkstätte in die Lage
versetzt, wirklich bedeutende, auch von der Kritik als vorbildlich
anerkannte Arbeiten herzustellen. Aus dieser Werkstätte sind aus-
gezeichnete Prachteinbände mit ziseliertem Goldschnitt, Mappen,
Albums u. dergl. in Lederschnitt, Handvergoldung, Metalltreib-
arbeiten in jeder nur denkbaren Art und Aufmachung hervor-
gegangen. Manches schöne Stück wurde für hohe und höchst-
stehende Personen in dieser Kunstbuchbinderei-Abteilung an-
gefertigt, und mit Stolz zeigt man gerne dem Besucher der
Druckerei eine kleine Auslese von solchen Arbeiten.

So reiht sich die Großbuchbinderei würdig der künstlerischen
Richtung der Buchdruckerei an.

100 Jahre J. P. Bachem,

13
        <pb n="216" />
        ﻿IV

Die Wohlfahrtseinrichtungen der Firma.

1.	Haus- Betriebs- und Zuschußkrankenkasse.

Schon drei Jahre nach der Errichtung der Druckerei gründete
Lambert Bachem 1824 eine seinerseits mit 10 Berliner Taler
bedachte Hauskrankenkasse für die erkrankten Gehilfen,
die bei freier ärztlicher Behandlung und kostenloser Lieferung
von Arzneimitteln ein wöchentliches Krankengeld von 2 Taler
3 Silbergroschen bezogen. Für Verstorbene wurden 6 Taler Sterbe-
geld gezahlt. Das „Reglement“ vom 1. Oktober 1824 verpflichtete
jeden Gesellen zum Beitritt. „Jeder durchreisende Buchdrucker,
wenn er ein ordentlicher Mensch ist, erhält aus dieser Kasse
2 Silbergroschen Reisegeld.“ Jeder Arbeiter, der fünf volle Jahre
gearbeitet hatte und durch Altersschwäche oder sonstige unver-
schuldete Gebrechen arbeitsunfähig wurde, erhielt lebenslänglich
eine Unterstützung im Verhältnis des Kassenvorrats bis zum
Höchstbetrag von einem Berliner Taler wöchentlich.

Den Bemühungen Bachems war auch das Zustandekommen
der „Kranken- und Fremdenanstalt für Buchdrucker
und Schriftgießer in Köln am Rhein“ zu verdanken, die
am 24. Mai 1838 ins Leben trat und in welcher die Bachemsche
Hauskasse aufging.

Im Besitze der Familie befindet sich eine kleine silbervergol-
dete, hübsch gravierte Schnupftabakdose mit der Inschrift:

Dem Stifter unserer Krankenkasse
L. Bachem

Die Buchdrucker und Schriftgießer Cölns
1843.
        <pb n="217" />
        ﻿195

Diese Kasse, deren Vorsitzender Lambert Bachem bis zum
Jahre 1848 blieb, bestand mit zeitgemäßen Ausgestaltungen ihrer
Satzungen 75 Jahre lang als „Allgemeine Cölner Buch-
drucker Krankenkasse“, zuletzt als eingeschriebene Hilfs-
kasse, bis diese 1884 gemäß den Bestimmungen des Kranken-
versicherungsgesetzes vom 15. Juni 1883 in eine Ortskrankenkasse
unter dem Titel „Krankenkasse für die Buchdrucker
und Schriftgießer (Ortskrankenkasse)“ umgewandelt
wurde. Aus dieser traten am 1. Januar 1885 die Bachemschen
Mitglieder aus, nachdem die Firma ihre Hauskrankenkasse frei-
willig in eine gesetzliche Betriebskrankenkasse umgewandelt hatte.
Die Ortskrankenkasse für Buchdrucker und Schriftgießer erlitt
1913 das Schicksal aller kleineren Ortskrankenkassen Kölns, sie
ging bei der Neuordnung der Kölner Krankenkassenverhältnisse
in die Städtische Allgemeine Ortskrankenkasse auf.

Als ergänzende Hilfskasse zur Kölner Buchdruckerkranken-
kasse hatte Josef Bachem 1873 eine Hauskrankenkasse gegründet,
deren Satzungen seit 1881 und 82 allen Geschäftsangehörigen des
Hauses J. P. Bachem den Beitritt ermöglichte. Das wöchentliche
Krankengeld betrug M. 7,20, das Sterbegeld 36 M.

Diese Kasse wurde 1884 auf Grund des Krankenversicherungs-
gesetzes vom 15. Juni 1883 in eine Betriebskrankenkasse
umgewandelt, deren Leistungsfähigkeit eine Erhöhung des Ar-
beitgeberbeitrags auf die Hälfte der Mitgliederbeiträge stärkte. In
drei Klassen zahlten die Mitglieder 30, 20 und 10 Pfg wöchentlich,
bei einem Krankengelde von 9, 6 und 3 M. und einem Sterbegelde
von 60, 50 und 40 Mark. Ein besonderer Kassenführer besorgte
die sich immer mehr ausdehnenden Geschäfte. Die Sätze sind
seitdem mehrfach erhöht worden.

Zu dieser Betriebskrankenkasse gründete die Firma im Jahre
1890 eine Zuschußkrankenkasse, zu der sie ebenfalls einen
Beitrag in Höhe der Hälfte der Mitgliederbeiträge leistete.

Waren bisher die Mitglieder der Kassen auf einen bestimmten
Kassenarzt angewiesen, so trat 1896 hierin durch Einführung
der beschränkten Arztwahl eine Aenderung ein. Für den Stadt-
bezirk Köln wurden sechs Aerzte, für Nippes und Ehrenfeld je
®&gt;n Kassenarzt zur Wahl gestellt, außerdem mit mehreren Spezial-
ärzten und Krankenanstalten bez. Verträge geschlossen. Die
Erhöhung der Leistungen machte eine Erhöhung der Beiträge
v°n 3 v. H. des durchschnittlichen Tagelohnes auf 31/* v. H.
        <pb n="218" />
        ﻿193

notwendig. Die gesetzlichen Bestimmungen nötigten die Kasse im
Juni 1898, die bisherige längste Unterstützungsdauer von 52 auf
26 Wochen herabzusetzen.

Im Juni 1898 wurde der Beitritt zum Kölner Krankenkassen-
verband beschlossen und im April 1904 die freie Arztwahl ein-
geführt.

Bei Gelegenheit des 25jährigen Bestehens der Haus- jetzt
Betriebskrankenkasse stiftete Frau Josef Bachem eine mit sinn-
reichen Emblemen und Wappen der Familie und der Buchdrucker
kunstvoll bestickte Fahne, die seitdem bei allen feierlichen An-
lässen gebraucht wird.

Die Krankenversicherungsnovelle vom 25. Mai 1903 nötigte
die Kasse zur Einführung neuer Satzungen auf Grund des
ministeriellen „Normalstatuts“, das am 1. Januar 1904 in Kraft
trat. Damit hörte die Kasse eigentlich auf, [eine eigene soziale
Schöpfung zu sein. Dabei wurde der Gesamtbeitrag von 3V* auf 4
v. H. des durchschnittlichen Tagelohns erhöht (zwei Drittel von
den Mitgliedern, ein Drittel von der Firma). Der bisherigen Lohn-
klasseneinteilung der Mitglieder wurde eine neunte Lohnklasse
mit mehr als 25 M. Wochenverdienst, 18 M. Krankengeld, 112, 50 M.
Sterbegeld (einschließlich der Zuschußkasse 172,50 M.) hinzugefügt.

Nach den Bestimmungen vom 4. Dezember 1910 besteht der
Vorstand der Kasse aus 10 Mitgliedern, und in den Hauptversamm-
lungen pst die Gruppenwahl nach dem technischen und kauf-
männischen Betrieb eingeführt.

Die neueste, am 1. Januar 1914 in Kraft getretene Satzung
erweiterte die Versicherungsberechtigung kaufmännischer und
Betriebsbeamten bis zu einem Jahresgehalt von 2500 M. und ver-
mehrte die Klasseneinteilung der Mitglieder um zwei weitere
Lohnstufen, nämlich

mit 5 M. Grundlohn (Krankenhilfe M. 23,80, Sterbegeld M. 150);

mit 6 M. Grundlohn (Krankenhilfe M. 28,—, Sterbegeld M. 180).

Unter den mancherlei Verbesserungen, die das reichsgesetz-
liche „Normalstatut“ mit sich brachte, sei die Verlängerung der
Unterstützungsdauer von der 27. bis 39. Woche der Krankheit
mit dem halben Krankengeld, die Einführung der Wochenhilfe
für die Ehefrauen der Mitglieder und für die weiblichen Mit-
glieder die Erweiterung der Wöchnerinnenunterstützung erwähnt.

Die Mitgliederzahl der Hauskrankenkasse stieg von 1873
bis 1884 von 49 auf 125, und die Ausgaben belaufen sich in diesem

J
        <pb n="219" />
        ﻿&amp; 197

zwölfjährigen Zeitraum auf 8486 M. Die Betriebskranken-
kasse hatte 1886 133, 1917 758 Mitglieder, und die Gesamt-
aufwendungen betrugen in diesem dreiunddreißigjährigen Zeit-
raum M. 427 736.

Die Zuschußkrankenkasse hatte 1891 96, im Jahre 1917
136 Mitglieder, an die von 1890—1917 M. 79 997 gezahlt wurden.

Die Gesamtaufwendungen der drei Kassen beliefen sich
also von 1873—1917 auf M. 516 219.

2.	Die St. Josefskasse, Invaliden-und Altersversorgungskasse.

Am Abend seinesjarbeitsreichen Lebens gedachte Josef Bachem
auch derjenigen seiner Geschäftsangehörigen, die durch Invalidität
und Alter arbeitsunfähig werden würden.

Bei Gelegenheit des 75jährigen Bestehens der Firma und wenige
Monate vor seinem Tode, stiftete er am 4. Mai 1893 als Grund-
kapital einer Invaliden- und Altersversorgungskasse die Summe
von 5000 M., die im gleichen Jahre mach seinem Ableben von
den Firmeninhabern auf 8000 M. erhöht wurde. Dieses Stiftungs-
kapital erhöhte sich durch eine Reihe fernerer Zuwendungen
der Firma, nämlich 1897 um 6000, 1898 um 10000, 1906 und 1910
um je 15000. Das Grundkapital betrug demgemäß cm Schlüsse
ihres 24jährigen Betriebsjahres 54CC0 und das Betriebs-
kapital, das aus den jährlichen Ueberschüssen sich angesammelt
hat, M. 111 236. Zudem steuerte die Firma fortlaufend ebenso-
viel bei wie die Mitglieder selbst.

Es bestanden vier Beitragsklassen mit 25, 30, 35 und 40 Pfg.
Wochenbeitrag, der durchschnittlichen Wochenverdiensten von

19,50, 22,50, 25,50 und 28,50 entsprach.

Die St. Josefskasse gewährt eine Invalidenrente demjenigen,
vvelcher länger als ein Jahr dauernd krank oder erwerbsunfähig
ist, und eine Altersrente nach Vollendung des 65. Lebensjahres,
*uit der Maßgabe, daß ^diejenigen, welche nach Vollendung des
65. Lebensjahres drei Viertel ihres bisherigen durchschnittlichen
Arbeitsverdienstes nicht mehr erzielen können, aber weiter
urbeiten wollen, diesen Ausfall aus der St. Josefskasse zugezahlt
erhalten. Beispielsweise erhalten seit 1900
        <pb n="220" />
        ﻿die Mitglieder der 3. Beitragsklasse nach 20 Jahren 428 M.

99

99

30

45

die Mitglieder der 4. Beitragskiasse nach 20

99

99

30

45

549

745

490

852

99

99

Um der St. Josefskasse den gleichzeitigen Charakter einer
Sparkasse zu gewähren, bestimmen jetzt die Satzungen, daß
allen aus der St. Josefskasse austretenden Mitgliedern, gleichviel ob
sie bei der Firma verbleiben oder nicht, ihre sämtlichen persön-
lichen Beiträge zurückerstattet werden; im Falle des Ausscheidens
durch Tod an die Hinterbliebenen.

♦ *

♦

Was die St. Josefskasse bisher geleistet hat, mag aus
nachstehenden Zahlen erhellen.

Der Beginn der Rentengewährung begann mit einem Renten-
empfänger im Jahre 1901. Die Zahl der Alters- und Invaliden-
Rentner war im Jahre 1909 auf 9 gestiegen und betrug seitdem
im Durchschnitt 9—10 Rentenempfänger im Jahre. Die Gesamt-
zahl derjenigen Geschäftsangehörigen, welche der Wohltaten der
St. Josefskasse teilhaftig geworden sind, beträgt bisher 20 und
die Gesamtsumme der ausgezahlten Rentenbeträge am Schlüsse
des 24. Betriebsjahres rund 45 000 Mark.

Die Mitgliederzahl betrug im Kassenjahr:

1894/95 durchschnittlich 73 Mitglieder
1906/07	„	84

1909/10	„	154

1916/17	„	163

3.	Unterstützungskasse.

Am 21. November 1887 gründete Josef Bachem für seine Firma
eine Unterstützungskasse mit dem Zwecke, aus derselben an un-
verschuldet in Not geratene Geschäftsangehörige finanzielle Bei-
hülfen leisten und Geldspenden bei besonderen Anlässen gewähren
zu können. Zu letzteren gehören Geldspenden an die Eltern von
Erstkommunikanten und Konfirmanden, welche in Höhe von 15,—
bis 30,— M. gewährt werden.

J
        <pb n="221" />
        ﻿Die Unterstützungskasse wird von dem Vorstand bezw. dem
Kassenführer der Betriebskrankenkasse verwaltet. Jedes Mitglied
desselben hat Recht und Pflicht, Unterstützungsanträge bei allen
zu seiner Kenntnis gelangten Notständen, selbstverständlich unter
dem Siegel der Verschwiegenheit, zu stellen.

Die Einnahme der Unterstützungskasse bestehen größtenteils
aus Zuwendungen seitens der Firma.

4.	Kriegsunterstützung.

Seit Ausbruch des Weltkrieges gewährt die Firma regel-
mäßige Kriegsunterstützungen an die Familien der im Felde
stehenden Geschäftsangehörigen nach Maßgabe der Gehälter bezw.
Wochenverdienste.

Die Gesamtsumme dieser Unterstützungen beläuft sich bis
heute auf ungefähr 240 000 Mark.

Hierbei sei auch unter besonderer Anerkennung der hier zu-
grunde liegenden echt kollegialen Gesinnung der besonderen
Kriegsunterstützungen gedacht, welche durch regelmäßige
wöchentliche bezw. monatliche Sammlungen unter dem Geschäfts-
Personal für die Familien der im Felde stehenden Berufsgenossen
zusammengebracht werden. Die Summe der seitens des Per-
sonals des technischen Betriebes geleisteten Kriegs-
unterstützungen belief sich bis 1. Januar 1918 auf 20000 Mark.
Die Sammlungen unter den kauf männischen Bürobeamten
beliefen sich auf 1 970 Mark und diejenigen unter den Kontor-
Hilfsarbeitern auf 730 Mark.

Den Daheimgebliebenen half die Firma die schwierigen Er-
uährungsverhältnisse für sich und ihre Familien überwinden,
indem sie die für einen kriegswichtigen Betrieb greifbaren Lebens-
mittel namentlich für die Winterversorgung unter beträcht-
lichen Zubußen ihren Angestellten vermittelte.

5.	Die Sparkasse.

Um den Geschäftsangehörigen, sowohl den Bürobeamten wie
dem Personal des technischen Betriebes, Gelegenheit zu geben,
Quf möglichst bequeme Weise und zu höheren Zinsen als die
öffentlichen Sparkassen und Bankhäuser geben, ihre Ersparnisse
        <pb n="222" />
        ﻿anzulegen und auf diese Weise Sparsinn und Sparsamkeit zu
pflegen und zu fördern, wurde am 1. Januar 1892 die Sparkasse
gegründet, welche Spareinlagen bis zu 100 Mark mit 6°/o, bis zu
1000 Mark (Höchstbetrag) mit 5% verzinst. Den Ueberschuß
dieser Zinsbeträge über die Einnahmen aus mündelsicheren
Papieren legt die Firma aus eigenen Mitteln zu. Die Mitglieder
der Sparkasse können Einlagen von mindestens 50 Pfennig
wöchentlich bezw. mindestens 2 Mark monatlich, auf 13 Wochen
sich gleichbleibend, von der Lohn- bezw. Gehaltszahlung sich
einbehalten lassen. Die Sparkasse zählt gegenwärtig 218 Mit-
glieder, deren Guthaben am 1. Juli 1917 37871 Mark betrug.

6.	Die Kollektiv-Versicherung gegen Feuer- und
Flugzeugschaden.

Seit dem 1. Januar 1891 besteht die Einrichtung, daß die
Geschäftsangehörigen das ihnen oder ihrer Familie gehörige
Mobiliar ihrer Privatwohnungen, sofern letztere sich im Stadt-
bezirk Cöln oder in Brühl befindet, gegen Feuerschaden und
seit dem 1. Januar 1918 auch gegen Flugzeugschaden in denkbar
einfachster Weise durch Vermittlung der Firma bezw. der
Kassenverwaltung bei der „Cölnischen Feuerversicherungs-Ge-
sellschaft Colonia“ versichern können. Zum Vollzüge des Ver-
sicherungsvertrages mit dieser Gesellschaft genügt die Ein-
tragung der vom Versicherten selbst abgeschätzten Versiche-
rungssumme in ein Feuerversicherungsbuch und Bestätigung
desselben durch die eigenhändige Unterschrift. Die Höhe der
Versicherungssumme, welche anfänglich auf 5000 Mark begrenzt
war, ist seit dem 1. Juli 1911 unbeschränkt. Die Gesamt-
summe dieser Einzelversicherungen wird seitens der Firma
bei der genannten Gesellschaft durch eine jährlich erneuerte
General-Police versichert. Die Prämie für Feuerschaden be-
trägt für jeden Versicherten 50 Pfennig vom 1000, für Flug-
zeugschaden 25 Pfennig vom 1000, während einen gleichen Prämien-
satz die Firma aus eigenen Mitteln zuschießt.

Auch diese Einrichtung hat sich vollauf bewährt. Die Gesamt-
versicherungssumme am 1. Januar 1918 betrug 744000 Mark.
        <pb n="223" />
        ﻿Eng verknüpft mit der Geschichte unserer Wohlfahrtsein-
richtungen ist der Name Franz Zündorf. 1860 ist er als Lehr-
ling des Hauses eingetreten, später nach Erledigung der Wander-
jahre als Schriftsetzer und Korrektor 13 Jahre im Hause Bachem
tätig gewesen und in dem hier herrschenden Geiste aufgewachsen.
Sein Ansehen als erfahrener Verwaltungsmann, als sozial-
politischer Praktiker und Kenner der sozialen Gesetzgebung ging
weit über den Bereich des Geschäfts hinaus. Wenn die Wohl-
fahrtseinrichtungen der Firma J.P. Bachem in ihrer folgerichtigen
Entwicklung zweckdienlich blühten und gediehen, so gebührt ihm
hierfür der Dank aller derjenigen, welche in einem Zeitraum
von nunmehr 45 Jahren Nutzen aus ihnen gezogen und Wohl-
taten aus denselben empfangen haben.

Seit 1903 pensioniert, zögerte Franz Zündorf nicht, obwohl 72er,
als freiwilliger Hülfsarbeiter in der Krankenkassenverwaltung
von neuem tätig zu werden, als der Gehülfe des Kassenführers
zum Heeresdienste eingezogen wurde.

Seit ungefähr zehn Jahren übt das immer umfangreicher und
verwickelter gewordene Amt der Kassenführung Herr Georg
Schenkberg mit anerkennenswerter Umsicht, Pflichttreue und
Sachkenntnis aus.

\
        <pb n="224" />
        ﻿V

Einzelheiten und Nachweisungen.

1 (S. 1) Wahrscheinlich rührt der Name der Familie Bachem von einem der
gleichnamigen Dörfer ( = Bachheim) her, die es bei Ahrweiler, bei Mehlem
und bei Köln gibt. Die Familie findet sich seit Anfang des 17. Jahr-
hunderts in Erpel am Rhein ansässig; im Jahre 1617 wurde ein Thill-
mann Bachem zum „Schützen“, 1618 „zu Förster ahngeordnet“. Ver-
mutlich ist er im Jahre 1623 gestorben; sein Sohn Heinrich wird als
„Schiffer und Händler in Kolonialwaren“ aufgeführt, wie auch andere
Mitglieder der Familie später als „nauta“ bezeichnet werden. Sie fuhren
mit eigenen Schiffen nach Holland und kauften dort Kolonialwaren, um sie
in der Heimat zu vertreiben. Anscheinend ein Bruder Heinrichs, Andreas
Bachem, wird in dem benachbarten Linz genannt. Ein Votivbild aus
dem Jahre 1636 in der Kirche zu Bruchhausen bei Unkel nennt und ver-
sinnlicht Andreas Bachem und seine Frau Agnes Spe. Sein Sohn Andreas
scheint männliche Nachkommen nicht gehabt zu haben. Dagegen blühte
in Erpel die Familie weiter. Der Sohn Heinrichs war Johann Bachem
der 1664 einen Erbschaftsstreit gegen seinen Oheim Jakob Fischer an-
strengte. Er und seine Ehefrau Elisabeth scheinen etwas heftige Charaktere
gewesen zu sein; beide waren in Beleidigungsklagen verwickelt. Einmal
mußte sich „Johannes BacheimsHaußfrauElisabetha“ gegen des „Johannes
Gießen Ehehausfrau Apollonien“ verantworten, weil sie sie eine Hexe
genannt hatte. Johann Bachem, der um 1670 starb, hinterließ die beiden
Söhne Johann und Wilhelm; der erstere, der mit einer geborenen
Wundlich verheiratet war, wird im Jahre 1710 als Bürgermeister aufge-
führt. Seine zahlreiche Nachkommenschaft ist ausgestorben. Wilhelm
ist der eigentliche Stammvater der Kölner Familie geworden. Im Jahre
1686 erscheint er als Kläger, weil ihm von Schiffersknechten ein Loch
in den Kopf geschlagen worden war. Im übrigen bekleidete er in der Folge-
zeit die Aemter als „Beschworener“, „Gewaehrmeister“, „Bürgermeister“
(1702), „Thürmeister“ usw. Er galt als reicher Mann und besaß außer
        <pb n="225" />
        ﻿^ 203

dem Stammhaus in der Dickgasse mehrere Häuser in Erpel, Weinberge
an der Erpeler Lei und in Dattenberg bei Linz, ein Ackergut in Bruch-
hausen und seit 1716 durch Kauf das Hüttenwerk Hanwerth in der
Gemeinde Höchstenbach bei Hachenburg im Westerwald, mit dem ein
Hammerbetrieb zur Verarbeitung des gewonnenen Eisens verbunden war.
Dieses Hüttenwerk war die Hauptquelle seines Wohlstandes. In den
1720er Jahren erbaute er in Erpel ein Armenhaus, das er 1735 dotierte,
woraus die noch jetzt bestehende Bachem-Stei n-Herzigsche Armen-
stiftung in Erpel entstand. (Die Urkunden bei Karl Bachem, Josef
Bachem I. S. 341 u. ff.) Wilhelm Bachem, der Ende Januar 1737 starb,
war viermal verheiratet, hinterließ aber nur aus seiner zweiten Ehe mit
Katharina Zillickens vier Kinder: Johann Peter, Martin (dessen Nach-
komme 1883—75 Oberbürgermeister von Köln war), Gottfried und Anna
Katharina. Johann Peter war ein tüchtiger Geschäftsmann, der das
Eisenwerk auf dem Westerwald erhielt; er hatte im Jahre 1732 Maria
Agnes Kaufmann in Bonn, die Schwester des nachmaligen Bürgermeisters
dortselbst geheiratet. Bei seinem wahrscheinlich 1761 eingetretenen Tode
hinterließ der sehr wohlhabende Mann sechs Kinder, von denen der
Aelteste im Jahre 1758 in Trier in den Orden der Gesellschaft Jesu eintrat.
Von den übrigen Kindern Anna Katharina, Lambert, Mathias, Maria
Agnes und Wilhelm Josef (geb. 1751) hatte der letztere den betriebsamen
Geist der Väter geerbt. An der Kölner Hochschule hatte er Rechts-
wissenschaft studiert und dann von den Geschwistern das Stammhaus
in der Dickgasse zu Erpel für 3000 Reichstaler erworben. In Erpel wurde
er bald Gerichtsschöffe und im Jahre 1774 Schultheiß, welche Stellung er
elf Jahre behielt. Dann verzog er nach Köln, wo ihm die Stelle des
Domkellners übertragen worden war, die der damalige Inhaber
Becker wegen Alters nicht mehr zu versehen imstande war.

Vom 16. November 1785 datierte seine Bestallung, die ihm 600 Reichs-
taler Gehalt einbrachte, wovon er freilich 200 Reichsflorin als Ruhegeld
dem „abgestandenen Domkellnern Becker“ lebenslang abgeben sollte. Von
dieser Auflage wurde er aber bald „in Gnaden befreyet“, auch erhielt er
nach dem Tode seines Vetters Bennerscheid die Stelle eines Schultheißen
&gt;n Gleuel und wurde „Scheffe am Probsteiligen Severins-Gericht“.

Das Amt des Domkellners drückte ihn nicht allzusehr; alljährlich
brachte der Reisewagen ihn rheinaufwärts zum Besuche der vielen,
zerstreut gelegenen Weinberge, deren Besitzes sich das Domkapitel
erfreute. Dieses hatte in Wilhelm Bachem zu dem Amte den geeigneten
Mann gefunden; er war gesellig und lebenslustig. Auf seinen Reisen
begleitete ihn die Violine, und wenn die Geschäfte des Tages erledigt
Waren, spielte er abends in heiterer Gesellschaft auf. So erfreute er
sich überall bei dem leichtlebigen Völkchen größter Beliebtheit.

Am Gereonsdriesch in Köln ließ er sich ein Haus bauen, das, als
auf Befehl des französischen Stadtkommandanten Generals Daurier im
        <pb n="226" />
        ﻿Oktober 1794 die Häusernumerierung eingeführt wurde, die Nummer
3519 erhielt. In der freien Reichsstadt Köln hatte jedes Haus seinen
Namen. (Das jetzt auf dem Grundstück stehende Haus No. 19 ist im
Besitze des Herrn Franz X. Bachem). Seit 1775 war Wilhelm Bachem
mit Maria Anna Myrbach, der Tochter des Gewaltrichters Myrbach in
Bonn verheiratet.

* (S. 2) Die Familie DuMont stammt aus Belgien, wohin wahrscheinlich im
16. Jahrhundert ein italienischer de Monte ausgewandert ist. Von Sou-
magne bei Lüttich kamen Hermes und Heinr. Josef DuMont als Tabak-
fabrikanten 1738 nach Köln. Heinr. Josefs Urenkel Marcus Theodor
heiratete 1805 Katharina Schauberg und erwarb 1808 von den Erben der
aus dem Luxemburgischen stammenden Schauberg die Druckerei und
die Kölnische Zeitung. Seine Firma schrieb er bis 1836 mit ü. (Dü Mont)

s (S. 3) Das dem Kölner Adreßbuch von 1797 folgende von 1813: „Itineraire
de Cologne“ führt folgende Buchhändler auf: C. A. Haas, C. Imhoff,
D. Keil, J. A. C. Lumscher (zugleich Druckerei), J. Mathieu (dgl.),
M. Odendali (dgl.), }H. Rommerskirchen (dgl.), J. G. Schmitz (dgl.), T. F.
Thiriart (dgl.). Außerdem gab es noch die Drucker: Bourel, DuMont-
Schauberg (Rue du Pont Romain 8), Everaerts, J. M. Feilner, J. M. Heberle
und Wwe. Langen (Komödienstraße 38).

4	(S. 4) Eberhard v. Groote war der Sohn eines Kaiser!. Oberpostmeisters
in Köln, der, wie viele Kölner Patrizier, 1794 vor den französischen
Republikanern mit seinem fünfjährigen Sohne nach Arnsberg geflohen
war. Eberhard, 1789 geboren, studierte in Heidelberg Rechtswissenschaft,
Philosophie und Geschichte. Den Befreiungskrieg machte er als Volontär-
offizier im 3. preußischen Armeekorps und als Adjutant des preußischen
Kronprinzen mit. Seinem Wirken nach dem Einzug der Heere in Paris
ist es hauptsächlich zu danken, daß Frankreich die aus Deutschland nach
Paris verschleppten Kunst- und Literaturschätze großenteils zurückgeben
mußte. Auf seine Veranlassung setzte Blücher eine bez. Kommission
ein. Nach seiner Rückkehr aus Paris wurde Groote 1816 der Kölner
Regierung als Assessor zugewiesen und fand in dem Kanonikus Wallraf,
dem Schöpfer des Kölner Museums, einen Lehrer und Freund. In diesem
Jahre gab er das Jahrbuch für Freunde altdeutscher Zeit und Kunst
heraus. Um die alte Literatur machte er sich im Jahre 1821 durch die
Herausgabe des Tristan von Gottfried von Straßburg verdient. Sechs
Jahre später verließ er den Staatsdienst und stand 20 Jahre lang an der
Spitze der umfangreichen Kölner Armenverwaltung. Ueber das Waisen-
haus zu Köln veröffentlichte er 1830 ein Werk. Von Sulpiz Boisseree
wurde er für den Ausbau des Domes gewonnen. 1834 gab er Hägens
Reimchronik der Stadt Köln heraus.

5	(S-6) Das Montaner Gymnasium war das älteste der drei „Bursen“
in Köln und, wie die anderen beiden — das Laurentianer aus 1426 und
        <pb n="227" />
        ﻿das Jesuitengymnasium aus 1450 — eine Hochschuleinrichtung, vom
Regens Teerstege a Monti domini an der Straße Unter Sechzehnhäuser
(Sachsenhausen) gestiftet. Die sämtlichen Kölner Unterrichtsanstalten
wurden unterm 9. Floreal VI (28. April 1798) aufgehoben und durch sog.
Primärschulen und eine Zentralschule ersetzt.

8	(S. 10) Alexander Bertram Jos. Minola war ein bemerkenswerter Schrift-
steller. 1759 als Sohn eines Kaufmanns izu Linz a. Rh. [als Enkel des
Bürgermeisters geboren, wurde er 1782 Priester und vier Jahre später
Lehrer am Coblenzer Gymnasium. Hier erlebte er die Zeit der Ankunft
der Franzosen und ihrer Herrschaft, worüber er einen von Dr. H. Cardauns
herausgegebenen kulturgeschichtlich wertvollen Bericht hinterlassen hat
(Die Franzosen in Coblenz (1794—1797. Coblenz [1916], Görresdruckerei).
1804 ging er nach Westfalen zur Ordnung des Archivs des Frhrn. v. Hörde
zu Schwarzenraben. 1812 zum Rheine zurückgekehrt, wurde er zwei
Jahre später Lehrer der Geschichte und Geographie am Gymnasium in
Bonn. Siebzigjährig starb er (dort am 9. November 1829. Außer den
Beiträgen zurj röm.-deutschen Geschichte (die der Bachemsche Verlags-
katalog und die Geschäftsbücher als Bachems Verlag aufführen, während
auf dem Buche steht: gedruckt und im Verlag bei J. Mathieux am Hofe
No. 2113) hat er noch veröffentlicht eine geogr.-hist. Beschreibung der
Kanäle (Köln 1802, bei Haas u. Sohn), eine „kurze Uebersicht dessen, was
sich unter den Römern seit Jul. Cäsar bis zur Eroberung Galliens durch
die Franken am Rheinstrome Merkwürdiges zugetragen“ (Ehrenbreitstein
1804, Gehra, 2. Aufl. 1816, Köln, Mathieux), „Das Rauchfeuer, kein neuer,
sondern den Alten bekannter Gebrauch“ (Köln 1826, Mathieux). Seine
»Beiträge zur Gesch. von Linz“ sind 1882 gedruckt worden (Rhein- und
Wiedzeitung No. 44 u. ff. u. Trier, Paulinusdruckerei).

' (S. 11) Benzenberg (1777—1846) stammte aus Schöller bei Elberfeld,
studierte Theologie und Mathematik. 1802 bewies er die Achsendrehung
der Erde durch das Experiment fallender Bleikugeln, das er später in
einem Kohlenschacht bei Schlebusch wiederholte. In Bilk errichtete er
1844 eine Sternwarte, die er der Stadt Düsseldorf vermachte.

8 (S. 15) Daß damals Köln noch nicht zu den schönen Städten des Reiches
gehörte, geht aus der Schilderung Elsholtzens über seinen Einzug vom
Rhein her in die Stadt hervor. Das Stadttor, sagt er, sei „kaum so breit,
daß ein Wagen hindurch kann, und die hohen Häuser, die jeden Augen-
blick dem Einsturz zu drohen scheinen, wehren dem Licht den Zugang
so daß eine stete Finsterniß hier zu wohnen scheint. Zur Linken sieht
man einige Baustellen mit Schutt und altem Mauerwerk bedeckt und
von Gebäuden begrenzt, die durch das Einreißen der Nachbarhäuser ihrer
Stützen beraubt, mittelst hölzerner Pfähle nur mühsam aufrecht erhalten
Werden. Zum Teil sind ihnen die vorderen Wände genommen, sodaß
der Blick, von öden Zimmern und schwarzgebrannten Feuerstellen, einem
Bilde wilder Zerstörung, zurückgescheucht wird.“
        <pb n="228" />
        ﻿Joh. Jak. Günther, der Medizin und Chirurgie Doktor, spricht in
seinen „Bemerkungen über Köln und seine Bewohner, in
medizinisch-physischer Hinsicht“ vom Jahre 1824 von der Luftverpestung
in der West- und Südwestseite der Stadt, die durch die Unreinlichkeit
der Bewohner veranlaßt sei. Nach demselben Gewährsmann wurde
andererseits die Luft durch die „große Anzahl von Gärten innerhalb
der Mauern der Stadt“ verbessert; er zitiert aus den „Materialien zur
geist- und weltlichen Statistik des niederrheinischen und westphälischen
Kreises, Erl. 1781“, daß im Jahre 1779 in den kölnischen Weingärten
15000 „Ahmen“, im Jahre 1775 1000 Fuder oder 6000 Ahmen, und im
Jahre 1780 sogar 6000 Fuder = 36000 Ahmen Wein geraten seien. Noch
im Jahre 1828 sah sich der Verfasser der „Kurzen Bemerkungen auf
einer flüchtigen Reise am Rhein“ (vgl. S.25) in Köln genötigt, das Taschen-
tuch mit Kölnischem Wasser zu sättigen, um den Gestank „ganzer
Seen von Unrat“ in den Straßen wett zu machen.

9	(S. 15) Der Friedrichsd’or galt 5 Taler 23 Sgr. 6 Pfg. Gemäß den Ge-
schäftsbüchern wurde das Honorar nach der Bogenzahl berechnet:
43/« Bogen zu 5 Taler = 23 Taler 22 Sgr. 6 Pfg.

10	(S. 17) Bis zur französischen Zeit, 1794, wurde in Köln jedes Haus nur mit
seinen Namen bezeichnet. Am 5. September 1811 erhielt jede Straße ihre
besondere Nummernfolge und an den Straßenecken wurden die Straßen-
namen in deutscher und französischer Sprache in Stein gehauen. Solche
Steine sind jetzt noch in Köln vielfach zu finden.

n (S. 17) Aus den Verträgen ist zu ersehen, daß die Lehrlinge nach
damaliger Sitte eine vierjährige Lehre durchmachten und im Hause des
Lehrherrn wenigstens die Kost erhielten. Am 1. März 1825 kam der
sechzehnjährige Sohn des Kölner Bäckermeisters Theod. Gummich zu
Bachem in die Lehre „in der Art, daß derselbe gehalten werden soll, die
Leihbibliothek und den Journalzirkel und alle dahin einschlagenden
Geschäfte zu besorgen, in der Buchhandlung und den Druckereigeschäften
zur Hand zu gehen und alle ihm anzuweisenden schriftlichen und Hand-
arbeiten zu besorgen“. Für das erste Jahr erhielt er — da er zu Hause
Kost und Wohnung hatte — 15, für das zweite Jahr 20 Stüber täglich.
— Von auswärts trat am I. September 1830 der siebzehnjährige Sohn
des Münsterschen Verlagsbuchhändlers Hü ff er als Lehrling ein. Er
erhielt vom Lehrherrn Frühstück, Mittag- und Abendessen gegen eine
jährliche Vergütung von 80 Taler Pr. Cour, und wohnte beim Nachbarn
Kievernagel, wo er für das ungeheizte Zimmer im zweiten Stock nach
der Straße 3 Taler nebst 7 Sgr. für die Magd monatlich bezahlte. Die
Geschäftszeit war für ihn von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends mit
1 Stunde Mittagspause. Er sollte lernen „im Comptoir und in der Druckerei
Bücherführung, Rechnungen- Fakturen- und Frachtbriefe schreiben,
vorzüglich aber Briefe copiren, Päckchen packen, überschreiben und
        <pb n="229" />
        ﻿versenden, Correcturen lesen, selbst zuweilen setzen und drucken, haupt-
sächlich aber auch an der Seite des Factors mit Einrichtungen des Drucks,
Walzengießen, Berechnungen mit dem Setzer und Drucker und jene
Zusammenstellungen ganzer Rechnungen über Verlags- und Druckrech-
nungen zu machen.“ — Unter den Lehrlingen war auch Karl Jansen,
der Sohn der Maria Jansen, geh. Bachem in Köln, der für den Buch-
handel, die Leihbibliothek und die Druckerei vom 1. April 1832 verpflichtet
wurde und im ersten Jahre 6, im zweiten 8 Sgr. täglich erhielt. Der
Lehrling C. 0. Lorentzen aus Lübeck, der „durch den jungen Linde-
mann, der ja den Buchhandel bei Ihnen erlernt hat“, erfuhr, daß eine
Lehrlingsstelle offen war, trat am 1. Oktober 1834 ein, kam aber im
Oktober 1835 von einer Urlaubsreise nicht zurück, da er sich wieder dem
Studium widmen wolle. Im November trat er wieder ein, nachdem sein
Fall große Auseinandersetzungen im Gefolge gehabt hatte. — Aus den
Aufzeichnungen Josef Bachems kennen wir aus 1840 die Namen der
Gehilfen W. Empfing, J. Cornet, den Vorsteher der Leihbibliothek
und des Journalzirkels Anton Ferger.

12	(S. 17) Prinz Friedrich Wilhelm Karl von Preußen war der dritte Sohn
des Königs Friedrich Wilhelm II. und Bruder Friedrich Wilhelms III.,
geboren 1783. Er befand sich im Befreiungskriege in Blüchers Haupt-
quartier. Nachdem er 1824—29 Gouverneur der Bundesfestung Mainz
gewesen war, ernannte ihn der König 1830 zum Generalgouverneur der
Rheinprovinz und Westfalens mit dem Wohnsitz in Köln, in welcher
Stellung er bis Dezember 1831 blieb. Er starb am 28. September 1851.

13	(S, 21) Franz Xaver Biunde, 1806 zu Borken i. Westf. geboren, hatte
Philosophie studiert und gehörte zu den sieben jungen hermesischen
Professoren, die Bischof Hommer Ende der 1820er Jahre an das Trierer
Priesterseminar berufen hatte an Stelle der alten, die nach seinen Worten
«doch in die heutige Zeit nicht mehr so recht paßten“. Biunde kam 1826
als Professor nach dort, dankte 1842 infolge seiner Stellung zum Hermesia-
nismus ab und übernahm die Pfarrei Saarburg (Trier). Für dieses Dekanat
wurde er Dechant, war 1852—58 Mitglied des Preuß. Abg.-Hauses, als solcher
1852 Mitgründer der Kath. Fraktion und starb 1860. Als Professor erwarb er
sich den Doktorgrad. — Unterm 17. Okt. 1838 schrieb er an Bachem: „Unter
den gegenwärtigen Verhältnissen hat es mir und meinen Bonner Freunden
angemessen geschienen, die neuerlich erschienenen acta Romana durch
eine kleine teutsche piese ins größere Publikum einzuführen, welche
in populärer Weise den Status quo in der hermesischen Angelegenheit
besprechen sollte. Ich habe eine solche fertig gemacht . . . Der Titel
würde lauten; Die Hermesianer in Rom, oder Fugen zu den acta romana
v°n J. J. Windischman. Diesen fingierten Namen vertrete ich natürlich
selbst . . Nachdem der Anfang des Manuskripts bereits am 19. Oktober
nach Köln gegangen, überbrachte der Subregens Gau am 22. Oktober die
Fortsetzung. Hierbei muß wohl die Aenderung des „fingierten“ Verfasser-
        <pb n="230" />
        ﻿namens besprochen worden sein, denn in einem Schreiben Biundes vom
29. Oktober heißt es: „Den Namen Michaelis will ich gern vertreten, jedoch
wünsche ich, daß er geschrieben werde, nicht E. Michaelis sondern Edm.
Michaelis.“ Später wollte er den Vornamen Edm. in Everhard geändert
wissen, aber der Titel war schon gedruckt. (Schreiben Bachems vom
14. November.) — Ein Verlagsanerbieten Biundes vom 17. Februar 1840
betr. eine lateinische Schrift, deren Erscheinen in der Bonner Zeitschrift
S. 266 beantragt wird, lehnte Bachem unterm 21. Februar wegen Ueber-
beschäftigung ab.

(S. 22) Der Stadtbaumeister Weyer war 1816 als junger Architekt,
nachdem er in Paris auf der Bauschule mehrere Preise erhalten hatte,
nach Köln zurückgekehrt und wurde als Gehilfe des damaligen Stadt-
baumeisters Schmitz (gest. 1822) als dessen Nachfolger angestellt. Er
baute u. a. das (runde) alte Justizgebäude am Appellhofplatz 1824-26, das
Lagerhaus Ähren am Stapelhaus 1838, das neue Bürgerhospital an der
Cäcilienkirche und erneuerte den Gürzenich, das Rathausportal usw.
Mitten in der Ausübung seines Hauptbaues, des Bürgerhospitals, legte er
sein Amt als Stadtbaumeister nieder (sein Nachfolger wurde der Gemeinde-
baumeister Harperath in Siegburg, ein geborener Kölner) und begann
mit Hilfe des Schaaffhausenschen Bankvereins große Grundstückspeku-
lationen, nicht allein in Köln (wo er zum Aerger Aug. Reichenspergers
ziemlich ehrfurchtslos dem Nützlichkeitsgrundsatz huldigte), sondern auch
in Crefeld, Emmerich usw. Nachdem ihm zu Anfang große Gewinne
zugeflossen waren, sanken 1845 die Grundstückpreise außerordentlich,
wodurch Weyer sein ganzes Vermögen verlor und gezwungen war, seine
prachtvolle Sammlung von etwa 600 alten und neuen Gemälden aller
Schulen am 25. August 1862 zu versteigern. Zwei Jahre nach diesem
Tage starb er. Ende der 1830er Jahre hatte er von den 25 Kirchen Kölns
„Bildliche Darstellungen und geschichtliche Nachrichten“ in Zeichnungen
von Cranz, aquarelliert von Maler Ad. Wegelin, herausgegeben, die wahr-
scheinlich 1862 in das Geschichtliche Museum in Brüssel gelangten und
1905 von der Stadt Köln erworben wurden. Sie befinden sich jetzt hier
im Historischen Museum.

(S. 23) Der bedeutende Mineralog Joh. Jakob Nöggerath wurde 1788
in Bonn geboren, besuchte 1800 die Ecole centrale in Köln und begann
seine ausübende Tätigkeit mit der Errichtung einer Alaunhütte bei Bonn
auf einem von ihm entdeckten Braunkohlenflöze bei Friesdorf. Nach
der französischen Zeit 1814 zum Bergkommissar für die niederrheinischen
Departements in Aachen ernannt, wurde er 1816 Oberbergamtassessor beim
Oberbergamt der niederrheinischen Provinz in Bonn, wo er nach mehr
als SOjähriger, sehr ersprießlicher Dienstzeit 1867 als Geh. Bergrat in den
Ruhestand trat. An der Bonner Hochschule übernahm er 1818 das Lehr-
fach für Mineralogie und Bergwerkswissenschaften und hielt bis 1873
Vorlesungen. Schriftstellerisch war er ungemein fruchtbar, auch vielfach
        <pb n="231" />
        ﻿volkstümlich-wissenschaftlich. Im Provinzial-Landtag und bei den Kreis-
tagen seit 1857 vertrat er die Stadt, wo er am 13. September 1877 starb.

(S. 23) Mathias Josef Innoc. d e N o e 1 war der Sohn eines Warenmaklers, auf
dessen Wunsch er seinen Drang nach künstlerischer Ausbildung unter-
drückte, um 1812 das väterliche Geschäft zu übernehmen. Seine ganze
freie Zeit aber hatte der junge Kunstjüngerj mit Hilfe seiner Lehrer
Mengelberg, Grein und Beckenkamp auf die Entfaltung seines Zeichen- und
Malertalentes verwandt, mit dem er mehr als Laienhaftes leistete. Außer
vielen kunstgeschichtlichen Abhandlungen verfaßte er die Kataloge der
Kunstsammlung Tosetti, J. Lyversberg und Hirn (Glasmalereien). Den
letztem Katalog pries Goethe als ein Muster solcher Arbeiten. Auch als
Dichter betätigte er sich mit Glück, und seine Karnevalspossen und köl-
nischen Lustspiele fanden vielen Beifall. Er war eine reiche Künstler-
natur und der erste Bewahrer der nachgelassenen Wallrafschen Samm-
lung, die er in den ehemaligen, auf dem heutigen Wallrafplatze stehenden,
kurkölnischen Hof überführte. Dem Museum kamen auch auf letztwillige
Anordnung seine reichen Sammlungen zu gute. Sein Nachfolger als
Museumsvorsteher wurde Ramboux aus Trier. (1790 — 20. November 1866.)

(S.24) Die Forderung der freien Rheinschiffahrt hatten schon
die Friedensschlüsse von 1648 zu Münster und 1697 zu Ryswyk auf-
gestellt; aber erst die Besitzergreifung des linken Rheinufers durch
Frankreich brachte die Frage ihrer Lösung näher. Im Reichsdeputations-
hauptschluß von 1803 wurden alle Rheinzölle aufgehoben und durch ein
»Octroi“ an 12 Hebestellen ersetzt, dessen Einnahmen zur Hälfte auf die
Instandhaltung des Flußbettes verwendet werden mußten. Obwohl diese
Uebereinkunft vom Jahre 1804 Stapel- und Umschlagsrecht abgeschafft
hatte, behielten Köln und Mainz den Stapel noch bei. Gleichzeitig wurde
in dem Generaldirektor der Rheinschiffahrt eine Art zwischenstaatlicher
Aufsichtsbehörde mit dem Sitz in Mainz (geschaffen, die aber mit dem
Sturz Napoleons 1813 ihr Ende erreichte.) Als Frucht der Beratungen der
Kommission für die Ordnung der Rheinangelegenheiten auf dem Wiener
Kongreß ging die aus Vertretern der sieben Uferstaaten bestehende
Zentralkommission für die Rheinschiffahrt mit dem Sitz in Mainz hervor.
Am nachhaltigsten sträubte sich gegen eine Herabsetzung der Zölle
Holland, das allerdings die schwierigste und kostspieligste Unterhaltung
der Rheinstrecke hatte. Nach dem Abgang Napoleons hatten die Nieder-
lande das französische Dekret vom 20. Oktober 1811, das die freie Fahrt auf
dem Rhein bis zur See bewilligte, 1813 sofort aufgehoben und die alten
Wasserzölle wieder eingeführt, die französischen Zollgesetze aber durch
die alten „Convoyen“ und „Lizenten“ ersetzt, wie sie im wesentlichen
nach dem Plakaat von 1725 bestanden hatten. Und nun beginnt der jahr-
zehntelange Streit über die Freiheit der Schiffahrt „jusqu’ä la mer“,
Worte, die sowohl in dem Pariser Friedensvertrage von 1814 wie in

100 Jahre J. P. Bachem.	I1!
        <pb n="232" />
        ﻿der Wiener Kongreßakte von 1815 gebraucht werden und die Holland
„bis zum Meer“ und Deutschland „bis in’s Meer“ übersetzte. In den
preußischen Handelskreisen machte sich nun das Bestreben geltend,
Holland zur Abschaffung der Zölle zu veranlassen; dieses verlangte aber
dafür die wirkliche Auflassung der Mainzer und Kölner Stapelrechte.
Davon wollte man aber in diesen Städten nicht lassen, und so wogte
der Kampf lange Zeit hin und her. Der Kölner Großkaufmann Heinr.
Merkens hatte wohl 1829 von einer Reise nach Berlin das königliche
Versprechen einer Entschädigung für die Auflassung des Stapels mit-
gebracht, aber es war nichts Festes abgemacht, und nun wandte sich die
Handelskammer mit einer maßlosen Bittschrift an den König, in der sie
ausführte, in Köln sei die allgemeine Volksansicht, man wolle Köln
absichtlich ruinieren, und noch schlimmere Gerüchte gingen um, die man
nicht wiederholen wolle. Wo es sich um Aufhebung eines Vorrechtes
handle, könne man völlige Entschädigung verlangen. Durch sein Ver-
sprechen hielt sich der König gebunden und der Stadt wurden im Gegen-
satz zu Mainz, das als braves Kind nicht schrie und leer ausging, durch
Kab.-Order vom 19. Juli 1831 für zwei Jahre je 50000 Taler bewilligt;
fernere Gewährungen ließen die Gesamtentschädigung auf 232000 Taler
anwachsen.

is (S. 29) P i e r r e M a r t e au kommt als Drucker auf Büchern seit dem Jahre
1660 vor. Gleichwohl hat es niemals in Köln einen Drucker dieses Namens
gegeben ! Es handelt sich dabei meist um Werke in französischer Sprache

—	auf deutschen Büchern erscheint die Firma auch als Peter Hammer in Cölln

—	und zwar um solche, die ihres Inhaltes wegen Veranlassung hatten,
ihre Herkunft zu verbergen. Verleger in Amsterdam, dem Haag, Leyden,
Paris, Rotterdam, London, Petersburg brauchten so häufig die Firma
Marteau, daß ein französischer Forscher Leonce Janmart de Brouillant
im Jahre 1888 ein dickes Buch „Histoire de Pierre du Marteau, imprimeur
ä Cologne“ herausgegeben hat (Paris, Maison Quantin 329 S.). Nachdem
Herr Pierre Marteau den Druckern über ein halbes Jahrhundert seine
Hilfe geliehen hatte, fanden einige von ihnen, daß er nun mit dem Tode
abgehen müsse und sie erfanden nun seine „Erben“ oder seine „Witwe“.
Während er aber solchermaßen schon 1729 Todes verblichen war, lebte
er in anderen, acht Jahre später erschienenen Werken wieder auf und
trat mit seiner Witwe und seinen Erben in Wettbewerb. Die damalige
Bedrückung der Buchdruckereien unter den französischen Königen
seit Franz 1., der in einem Dekret vom 13. Januar 1539 alle Druckereien
zu schließen drohte, war die Veranlassung zum Aufkommen solcher
Drucker-Decknamen bei Werken, die aus irgend einem Grunde nicht
unbedenklich waren. Außer Pierre Marteau, dem am häufigsten vor-
kommenden und zuerst 1660 von der Presse des Jean Elzevier in Leyden
gebrauchten Decknamen, gibt es noch eine lange Liste von Kölner Drucker-
Decknamen.
        <pb n="233" />
        ﻿

&lt;&amp;£&amp;&amp;&amp;£ 211

19	(S. 29) Ernst W e y d e n, ein verdienstvoller kölnischer Forscher, 1805
in Köln geboren, erwarb in Bonn den Doktortitel und wandte sich zu
weiteren Sprachstudien nach Paris. 1828 nach Köln zurückgekehrt, fand
er (bis Herbst 1868) Anstellung als Lehrer an der neugegründeten Bürger-
schule und übersiedelte dann nach Altona, wo er am 11. Oktober 1869
starb. Seine Schilderungen der Eigentümlichkeiten kölnischen Lebens in
seinem „Köln vor 50 Jahren“ (1862) sind durch einen bearbeiteten Neudruck
„Köln am Rhein vor hundert Jahren. Sittenbilder nebst historischen
Andeutungen und sprachlichen Erklärungen“ (1913 bei Stauff &amp; Cie. in
Köln) heute noch bekannt.

20	(S. 31) Die Gläubiger waren ein Verwandter seiner Frau, Wilh. Wasser-
fall, der Besitzer des „Germanischen Hofes“, des späteren Hotels du
Nord, mit dem Bachem in Sachen dieses Gasthauses in geschäftliche
Meinungsverschiedenheiten geraten war, und die Firma Sa 1. Oppenheim
j un. &amp; Cie. Die Forderung des ersteren belief sich auf 1924, die Oppen-
heimsche auf 6129 Taler. Oppenheim bemühte sich später, allerdings ver-
geblich, um Rücknahme der Falliments-Erklärung.

21	(S. 35) Die Adreßbücher führen als in dem Hause Marzellen-
straße 20 wohnhaft auf: 1835 Mühling (der im Einwohnerverzeichnis
nicht aufgeführt wird); 1838 Joh. Wilh. Dietz, Buchdruckerei; 1841 Winand
Schmitz, Angestellter bei der Dampfschiffahrt; 1844 Joh. Peter Bachem.
1841 weist das Adreßbuch Lambert Jos. Frz. Bachem an der Hochstraße 81
nach.

22	(S. 37, 39) lieber Josef Bachems Tätigkeit im Verlagsverein erhielt er
folgendes Zeugnis: „Herrn Joseph Bachem, Sohn des Hof-Buchhändlers und
Buchdruckers Herrn L. Bachem (Firma J. P. Bachem) aus Köln ertheilen
wir hiermit das ehrenvolle Zeugniß, daß er in dem uns gemeinsam zuge-
hörigen Verlags- und Speditions-Geschäfte, dem „Kölner Verlagsverein“
vom 1. Januar 1894 bis zum 31. Dezember 1847 zu unserer vollkommenen
Zufriedenheit gearbeitet und alle ihm übertragenen Geschäfte mit Berufs-
treue, Fleiß, Ausdauer und vorzüglicher Geschicklichkeit und Umsicht
Qusgeführt hat. Wir bedauern lebhaft sein Austreten aus unserem
Geschäfte, an dessen Bildung er den thätigsten Antheil genommen und
welches er seitdem größtentheils selbständig geführt hat, und wünschen
ihm zu jeder geschäftlichen Stellung, die er demnächst einnehmen möchte,
Glück und Heil. Wir sind mit Vergnügen bereit, wo es irgend gewünscht
werden sollte, solche fernere Auskunft zu ertheilen, die jedes, Herrn
Joseph Bachem zu schenkende Vertrauen zu rechtfertigen geeignet ist.

Köln, den 27. Januar 1848.	Kölner Verlagsverein

L. Bachem. P. Schmitz.

Unterschrift der acht Kölner Buchhandlungen.
        <pb n="234" />
        ﻿212

23	(S. 38,53) Die Notwendigkeit, für den Betrieb des Buchhandels eine behörd-
liche Genehmigung einzuholen, stützte sich auf § 48 der preußischen
allgemeinen Gewerbe-Ordnung vom 17. Januar 1845, welcher lautete:
„Buch- und Kunsthändler, Antiquare, Inhaber von Leihbibliotheken oder
Lesekabinetten, Verkäufer von Flugschriften und Bildern, Lithographen,
Buch- und Steindrucker bedürfen einer besonderen Erlaubnis der Regierung,
welche nur dann ertheilt werden darf, wenn diese Behörde von der
Unbescholtenheit und Zuverlässigkeit, sowie von einer
zum Betreiben des Gewerbes genügenden allgemeinen Bildung
des Unternehmers sich Ueberzeugung verschafft hat.“ Der Paragraph
wurde durch § 1 des Gesetzes über die Presse vom 12. Mai 1851 ersetzt,
der aber die Genehmigung der Bezirksregierung von neuem verfügte.
Diese durfte „nicht versagt werden, wenn derjenige, der das Gewerbe
betreiben will, unbescholten ist; überdies müssen Buchhändler und Buch-
drucker vor einer Prüfungs-Kommission ... den Nachweis ihrer Befähigung
führen.“ Diesen Befähigungsnachweis beseitigte für Buchhandel
und Buchdruckergewerbe § 1 des Bundesgesetzes vom 8. Juli 1868 betr.
den Betrieb der stehenden Gewerbe (Notgewerbegesetz), welcher lautete:
„Den Zünften und kaufmännischen Korporationen steht ein Recht, andere
von dem Betriebe eines Gewerbes auszuschließen, nicht zu“, und die
Gewerbe-Ordnung für den Norddeutschen Bund vom 21. Juni 1869 schaffte
die Beschränkungen ab, die der Zulassung zum Gewerbebetrieb
entgegenstanden. Diese Gewerbeordnung und die gegenwärtige vom
26. Juli 1900 sieht für „Buch- und Steindrucker, Buch- und Kunsthändler,
Antiquare, Leihbibliotheken und Inhaber von Lesekabinetten“ nur die
Verpflichtung zur Angabe ihres Geschäftsraumes innerhalb acht Tagen
bei der zuständigen Behörde vor.

24	(S. 39). In dem Bankgeschäft Chedeaux hatte Robert Bachem, ein
Vetter Josef Bachems, seit 1843 eine Stellung. Auf seine Verwendung
fand auch Josef Bachem dort eine Anstellung. Robert Bachem war am
14. August 1823 zu Kempen am Rhein geboren und hatte seine kauf-
männische Ausbildung in Köln und Paris genossen. Nach seiner Rückkehr
aus dem Auslande trat er 1857 in die Firma J. P. Bachem ein und stand
seinem Vetter als Prokurist in 32jähriger aufopfernder Tätigkeit bis zum
Jahre 1889 gewissenhaft zur Seite. Er starb am 7. März 1904.

25	(S. 39, 53). Josef Bachems jüngerer Bruder Karl Aloys Franz war am
7. November 1824 geboren und starb am 7. Januar 1854 infolge einer
Unterleibsentzündung nach kurzem Krankenlager. „Er war wegen vieler
trefflichen Eigenschaften des Geistes und Herzens“, sagt sein Totenzettel,
„von allen, mit denen er umging, geachtet und geliebt; als Geschäftsmann,
in der Führung der Verlags-Buchhandlung und Buch-
druckerei seines Vaters, war er durch Tätigkeit und Umsicht ausge-
zeichnet.“ — Vorangegangen im Tode war ihm der jüngste Bruder
Adolf Franz, geboren am 31. Oktober 1827, gestorben am 6. April 1847.
        <pb n="235" />
        ﻿^ 213

„Gott hatte ihm Anlagen des Geistes und Herzens verliehen, die zu den
erfreulichsten Hoffnungen berechtigten; allein eine organische Krankheit,
die den kaum achtjährigen Knaben befiel und aller Heilkunst Trotz bot,
zerknickte das junge Leben, bevor es sich zur Blüte und Frucht entfalten
konnte.“

26	(S. 40). Der Koadjutor Johannes von Geissei war am 4. März 1842 als
„Engel des Friedens“ nach Köln gekommen, von Klerus und Volk als
„Regierungsbischof“ zunächst mit einigem Mißtrauen empfangen. Dank
seiner hervorragenden Begabung war der 1796 geborene Winzersohn aus
Gimmeldingen schon 1822 Domkapitular, 1836 Bischof von Speyer geworden.
Noch im ersten Jahre seiner Kölner Wirksamkeit, am 4. September 1842,
fand die großartige Feier der Grundsteinlegung zum Weiterbau des Domes
statt, eine Art Versöhnungsfest nach Beilegung des Kirchenstreites. Seit-
dem betrachtete Geissei den Ausbau des Domes als eine seiner Lebens-
aufgaben. — Viele Schwierigkeiten hatte Geissei mit dem, um die katho-
lische Sache hochverdienten, aber im Alter verbitterten Pfarrer Dr.
Binterim in Bilk bei Düsseldorf. 1797 als Sohn schlichter Eltern in
Düsseldorf geboren, war Binterim 1802 Franziskaner geworden, hatte drei
Jahre später (nachdem 1803 die Klöster aufgehoben worden waren) die
Pfarre Bilk übernommen und durch seine gegenrationalistischen Schriften
Aufsehen erregt. Seine siebenbändige Pragmatische Geschichte der
deutschen Konzilien (Mainz 1835—49) ist die erste Geschichte der National-,
Provinzial- und vorzüglichsten Diözesankonzilien vom 4. Jahrhundert bis
zum Konzil von Trient. Einen wertvollen Beitrag zur Geographie, Statistik
und Geschichte des Erzbistums Köln lieferte sein vierteiliges W erk„Die alte und
neue Erzdiözese Köln“ (Mainz 1828—30). Seine 52 kleineren theologischen und
geschichtlichen Schriften sind mit ihrer Fülle geschichtlich-archäologischen
Materials für die Zeitgeschichte wertvoll. Als er 1838 die scharfe Schrift;
»Ein katholischer Brüder- und Schwesternbund zu einer rein katholischen
Ehe“, bei Alberts in Sittard gedruckt, ohne Verfassernamen herausgab,
worin er die Pfarrer veranlassen wollte, einen solchen Bund in ihren
Pfarreien zu stiften, um gemischte Eheschließungen zu vermeiden, wurde
dieses Tun als ein gegen die Landesgesetze gerichtetes Komplott betrachtet
und der durch einen Sittarder Druckereiarbeiter ermittelte Verfasser
sechs Monate auf die Zitadelle zu Wesel geschickt. Bei Gelegenheit seines
50jährigen Priesterjubiläums gab Pfarrer Josef Hubert Mooren in Wachten-
donck den ersten Anstoß zur Gründung des Historischen Vereins
für denNiederrhein. — Als Kard. v. Geissei, durch das dem Minister
Eichhorn gegebene Versprechen gebunden, keinen derjenigen an eine
einflußreichere Stelle zu befördern, die sich im Kampfe gegen die Regierung
hervorgetan hatten, Binterim nicht in die gewünschte Stellung berufen
konnte, ergaben sich jahrelange Reibungen, bei denen der Erzbischof große
Zurückhaltung bewies. Binterim hatte am 27. April 1848 im Verein mit
30 Geistlichen der Bürgermeisterei Düsseldorf in einer Adresse die Errichtung
        <pb n="236" />
        ﻿eines geistlichen Gerichtes, die anderweitige Regelung der Seelsorger-
prüfungen, der Diözesansynoden und der Gehälter der Geistlichen etc.
gefordert. Diese Forderungen unterstützte seine Schrift: „Die Wünsche
und Vorschläge der katholischen Geistlichkeit Düsseldorfs an den Hoch-
würdigsten Herrn Erzbischof von Köln“, auf die im nächsten Jahre (1849)
der Domkapitular und Generalvikar Baudri mit einer namenlosen, bei
Bachem erschienenen Broschüre „Synodal-Richter, Synodal-Exa-
minatoren und Diözesan-Synoden“ antwortete, worin der Ver-
fasser die Forderungen, sowie das „Reformfieber“, demokratische Ele-
mente in die} Kirchenverfassung zu bringen, als unkirchlich verwirft.
„Diese Schrift“, sagt Geissei in einem Bericht an den Nuntius Sacconi in
München vom 7. April 1849, „hat auf den Klerus die beste Wirkung aus-
geübt.“ Binterim antwortete darauf im selben Jahre. Er starb am
17. Mai 1855.

27	(S. 41, 47). Der Verein vom h. Karl Borromäus war im Jahre 1844
auf Anregung des Appellationsgerichtsrats Dr. Aug. Reichensperger
unter Mithilfe des Freiherrn Maximilian von L o e auf Schloß Allner
bei Hennef (Sieg), des geistlichen Professors Dr. Dieringer in Bonn,
des Malers Fritz Baudri in Köln u. a. m. gegründet worden und hatte
am 22. März 1845 die landesherrliche Genehmigung erlangt. Seine Satzungen
vom 20. März 1844 stellten ihm die Hauptaufgabe, „dem verderblichen
Einflüsse, den die schlechte Literatur auf alle Klassen der bürgerlichen
Gesellschaft ausübt, durch die Begünstigung und Verbreitung guter
Schriften entgegen zu wirken.“ Diese Verbreitung sollte vom Verein
gefördert werden 1. dadurch, daß er jährlich oder halbjährlich allen, die
sich an dem Unternehmen beteiligen, nach Maßgabe ihres Beitrags und
der Vereinsmittel, eine oder mehrere Schriften als Vereinsgabe unent-
geltlich zugehen läßt, und 2. dadurch, daß er dieser Vereinsgabe ein Ver-
zeichnis seinem Zwecke entsprechender Schriften beifügt, deren Anschaffung
oder Benutzung er jedem Beteiligten durch Erwirkung möglichst niedriger
Preise zu erleichtern sich bemühen wird.“ Teilnehmer zahlten jährlich
15 Sgr., Mitglieder mindestens 2 Taler. Als erster Vorsitzender wurde
Freiherr von Loe gewählt, nach dessen Erkrankung 1846—71 Prof. Dieringer,
der der erste Schriftführer gewesen war. Dieringer (geboren 1811
zu Rangendingen in Hohenzollern-Hechingen) war auf Vorschlag des da-
maligen Koadjutors Johannes von Geissei von der preußischen Regierung
als ordentlicher Professor der Dogmatik und Homiletik nach Bonn berufen
worden. Sein im Jahre 1846 im Bachemschen Kommissionsverlag er-
schienenes Buch „Der hl. Karl Borromäus und die Kirchenver-
besserung seiner Zeit“ wurde als erste Vereinsschrift des Borro-
mäusvereins in 10000 Exemplaren unter die Vereinsgenossen verteilt und
in 2000 Exemplaren im Buchhandel abgesetzt.

28	(S. 42). Zu diesem Unternehmen erschien seit Januar 1836 ein „Wöchent-
liches Beiblatt zum Allgemeinen Organ, enthaltend die Verband-
        <pb n="237" />
        ﻿28

Jungen und Mitteilungen des Gewerb-Vereins zu Köln, heraus-
gegeben von dem Verein, redigirt von dem Vorsitzenden, C. Vohl.“ Jährlich
wurden 12 Lithographien von Maschinen, Gebäuden, Eisenbahnplänen usw.
beigegeben. Gedruckt wurde der erste Jahrgang bei Büschler u. Comp.,
der zweite in der Langenschen Buchdruckerei, der dritte und der vierte
bis 8. Juni 1839 bei Clouth u. Comp., von da ab bei Friedr. Aug. Weber
u. Comp., der fünfte vom 19. Juli 1840 und der sechste bei J. A. Mermet.
Der 10. Jahrgang (1845; neue Folge 1. Jahrgang) ging in vergrößertem
Quartformat (etwa 25x21 gegen etwa22'/2Xl8 cm) aus der Bachemschen
Druckerei hervor, die Firma übernahm auch bald den Kommissions-
verlag. Gleichzeitig nahmen diese „Verhandlungen etc.“ den Titel „Ge-
meinnütziges Wochenblatt des Gewerb-Vereins zu Köln an,
herausgegeben von dem Verein“. Interessant ist eine Zugabe zu Nr. 25
vom 18. Juni 1852 mit einer umfangreichen Abhandlung des Stadtbau-
meisters a. D. J. P. Weyer; „Kölns Aufschwung seit Aufnahme in das
preußische Reich“, worin er eine Zusammenstellung der neuen (73) Straßen,
der (105) Straßenveränderungen, Abänderung der Werften, der neuen
Schul- und Staatsgebäude, Gasthöfe etc. gibt. Nachdem der langjährige
Schriftleiter Vohl am 30. März 1853 gestorben war, wurde das Blatt von
C. Bolle geleitet, der aber am 3. Juni schon durch den Gewerbeschul-
Direktor Dr. F. Backes abgelöst wurde. Mit dem Jahre 1855 trat als
Schriftleiter der Rendant des Vereins M. Frey tag, „Lehrer der Natur-
wissenschaften an der kgl. Provinzial-Gewerbeschule“ in die Erscheinung,
und mit dem 21. Jahrgang (1856; 3. Folge 1. Jahrgang) erschien das
Unternehmen endlich, gleichfalls im Bachemschen Kommissionsverlag, in
Buchoktavformat von je 36 Seiten als „M onatsschrift desGewerbe-
Vereins zu Köln, redigirt von M. Freytag“. Im Jahrgang 1858 ver-
öffentlichte der kgl. Wasserbauinspektor J. G. Schwedler in Köln zuerst
seine „Elementare Theorie der gitterförmigen Trägerkonstruktionen“, die
bekanntlich bei der ersten Kölner festen Brücke Anwendung gefunden
haben. Im Jahre 1859 ging die Monatsschrift in den Kommissionsverlag
von F. C. Eisen’s kgl. Hof-Buch- und Kunsthandlung über. Nach vierzig-
jährigem Bestehen ging das verdienstvolle Unternehmen 1876 ein.

(S. 44,45) Der Glasmalereibesitzer FritzBaudri hat sich große V erdienste
um die Betätigung des katholischen Lebens in Köln erworben. Schon
&gt;m Jahre 1856 hat er in der Stadtverordnetenversammlung die katholischen
Interessen kräftig vertreten. Auf seine Anregung ist im Jahre 1863 die
Bürgergesellschaft gegründet worden, aus der sich ein Komitee
zur Leitung der Wahlangelegenheiten mit Baudri an der Spitze und
Bachem, Dr. med. Braubach, Advokatanwalt v. Coellen, Dr. med. Sticker II
und Fabrikant Theodor Wolff als Mitglieder bildete. Da dieses Komitee
nur vor jeder Wahl in Tätigkeit trat, so entstand auf Anregung von
Dr. Pet. Jos. Röckerath im Jahre 1867 als ständige Agitationsorganisation
        <pb n="238" />
        ﻿der Neue Bürgerverein. In dessen Rahmen bildeten sich dann zwei
neue Vereine mit dem Zwecke der wirtschaftlichen Förderung der Katho-
liken: der Bauverein im Neuen Bürgerverein zur Schaffung
billiger Häuser für seine Mitglieder und der Kreditverein im Neuen
Bürgerverein. Neben dem ersten Vorsitzenden des Neuen Bürger-
vereins Kaufmann Gerh. Mersch wurde im Jahre 1872 der Kaufmann
Eduard Fuchs stellvertretender Vorsitzender und einige Jahre später
Vorsitzender. Vorher schon hatte der Verein seinen Namen in Katho-
lischer Volksverein geändert. Dieser hat unter der unermüdlichen
Arbeit von Fuchs und unter Mitwirkung der Kaufleute Heinr. Franssen,
Franz Meisen, Karl Alsdorf, Anton von der Acht, des Domvikars Theisen
usw. einen großen Einfluß besonders auf die Wahlen ausgeübt. (Zu den
Stadtratswahlen stellten die Katholiken im Jahre 1869 zum erstenmal
Kandidaten auf, und einen, den Kanzler Schenk, brachten sie auch durch.)
Seit 1874 hatte Fuchs das Reichstags-Mandat auch gegen die Sozial-
demokratie zu verteidigen. Fünf Jahre später glückte es auch dank einer
unermüdlichen Arbeit, zum erstenmal in den Preußischen Landtag die
Zentrumskandidaten Aug. Reichensperger und Dr. Röckerath zu
entsenden.

so (S. 47) Den Jubel über die Aufhebung der Zensur kann man sich heute
schwer vorstellen. Der Buchhändler E. Wengler in Aachen schlug am
21. März 1848 vor, am Buchhändler-Börsengebäude zu Leipzig folgende
Inschrifttafel anzubringen: „ln diesem denkwürdigen Jahre 1848 wurde
die Schmach der Zensur in deutschen Landen aufgehoben und die Presse
in ihre ewigen Rechte wieder eingesetzt. Zur Erinnerung und Warnung
für kommende Geschlechter am Jubilate 1848, 14. Mai wurde diese Tafel
aufgerichtet von den versammelten Buchhändlern Deutschlands“. Der
Vorschlag wurde allerdings nicht ausgeführt.

31	(S. 47) Dem Komitee gehörten an; In Aachen: Justizrat Jungbluth;
Bonn: Prof. Bauerband, Prof. Kaufmann, Rentner L. Müller, Prof. Walter;
Coblenz: Justizrat Adams; Crefeld: Dechant Reinarz; Düsseldorf: Direktor
Kiesel; Köln: Hofbuchh. Bachem, Generalvikar Baudri, Maler Baudri, Dom-
kapitular Dr. Broix, Rentner Clave v. Bouhaben, Justizrat Esser II, Land-
gerichtsreferendar Herrn, v. Fürth, Rentner Frhr. S. v. Geyr, Justizrat
Otto Hardung, Landgerichtsrat Haugh, Kaufmann Th. Kamper, Landgerichts-
rat Ludowigs, Dr. Warkwort (Marquardt), Advokat Schenk; Neuß: Geistl.
Schmeddinck; Neuwied: v. Liano; Trier: Landgerichtsrat Reichensperger.

32	(S. 48) Die Form der Kommandit-Aktiengesellschoft wurde offenbar gewählt,
weil für eine solche nach rheinischem Recht eine besondere kgl. Geneh-
migung nicht erforderlich war. Sie bedingte allerdings auch, daß die an
die Spitze der Gesellschaft tretenden Geranten (Herausgeber dem Gesetz
gegenüber) mit ihrem ganzen Vermögen, nicht bloß mit ihrem Aktienbesitz
hafteten.
        <pb n="239" />
        ﻿33	(S. 48) Bis in die letzten Tage vor dem 1. Oktober war das Erscheinen
der Rheinischen Volkshalle zweifelhaft gewesen; denn im Sep-
tember war auch in Köln, nachdem man noch am 14. bis 16. August unter
Anwesenheit des Königs Friedrich Wilhelm IV. und des Reichsverwesers
Erzherzog Johann das großartige Fest der sechsten Jahrhundertfeier der
Grundsteinlegung zum Dome feierlichst begangen hatte, die Revolution
ausgebrochen. Am 25. September war es zwischen Volk, dem auch die
Bürgerwehr teilweise beigestanden hatte, und Militär bei Barrikaden zu
gelinden Zusammenstößen gekommen. Am nächsten Tage verhängte der
neu ernannte Regierungspräsident von Möller den Belagerungs-
zustand über die Stadt und verbot das Weitererscheinen der vier
demokratischen Blätter: der „Neuen Rheinischen Zeitung“, des „Wächters
am Rhein“, der „Zeitung des Arbeitervereins“ und der „Neuen Kölnischen
Zeitung“. Da diese Zeitungen den Versuch machten, unter anderen Titeln
wiederzuerstehen, untersagte der Festungskommandant unterm 29. Sep-
tember dasErscheinen aller politischen Blätter mit Ausnahme derKölnischen
Zeitung und des Fremdenblatts. Geeignete Vorstellungen erreichten dann
in elfter Stunde noch die Erlaubnis für die „Rheinische Volkshalle“, das
Licht der Welt zu erblicken.

3* (S. 49) Müller hatte schon ein ziemlich bewegtes Leben hinter sich. Mit
27 Jahren war er zum Landrat des Kreises Euskirchen gewählt, aber
zweimal von der Regierung nicht bestätigt worden, worauf er 1833 dem
preußischen Staatsdienst entsagte. Zur Verteidigung des Erzbischofs
Clemens August im Kölner Kirchenstreit schrieb er 1837 ohne Namens-
nennung eine Darstellung, 1838 ebenfalls namenlos die „Beiträge zur
Beleuchtung der Kölnischen Kirchen-Angelegenheit“ unter dem Titel
„Clementina“, 1841 als „H. M.“ eine Erwiderung auf die Schrift „Personen
und Zustände (Michelis-Binterim-Droste)“ unter dem Titel „Die Kölnische
Kirche im Mai 1841“. 1838 war er nach Bayern geflohen und hatte 1840
eine rechtswissenschaftliche Professur an der Hochschule in Würzburg
erlangt. Viel Aufsehen hatten seine 1839 ohne Angabe des Druckers und
Verfassers erschienenen politischen Lieder; „Kölner Lieder, gedichtet am
Rhein nach der Gefangennahme des Erzbischofes“ und „Kölnische Orgel-
lieder“ gemacht.

36	(S.50) Der damals im 50. Lebensjahre stehende geistvolle Journalist Franz
von Florencourt hatte Rechts- und Staatswissenschaft studiert und
war, obgleich Protestant, sowohl im Kölner Kirchenstreit als auch in
dem aus Anlaß der Ausstellung des hl. Rockes in Trier im Jahre 1844
entstandenen Rongestreit auf die Seite der Katholiken getreten. Seine
beiden Schwäger waren der preußische Minister von Westphalen und
— Karl Marx!

36 (S. 51) Heinrich Reusch, 1825 in Brilon i. Westf. als Sohn eines Amts-
schreibers geboren, studierte Theologie in Bonn, Tübingen und München
        <pb n="240" />
        ﻿(hier unter Döllinger). 1849 zum Priester geweiht, nachdem er auf Grund
einer eximia cum laude bestandenen Prüfung und einer Dissertation
Lizentiat geworden war, erhielt er seine erste Stelle in Köln als zweiter
Vikar an St. Alban, wurde Ende 1853 Repetent am theologischen Konvikt
in Bonn, wo er sich im nächsten Jahre für alttestamentliche Exegese
habilitierte. An der 1847—60 erschienenen ersten Auflage von Wetzen
und Weltes Kirchenlexikon war er ein fleißiger Mitarbeiter. 1858 wurde
er außerordentlicher, 1861 ordentlicher Professor, 1865 Leiter des liberalen
Bonner Theologischen Literaturblatts. Sein wissenschaftliches Hauptwerk
ist das in mehreren Auflagen und Uebersetzungen zuerst 1862 erschienene
Buch „Bibel und Natur. Vorlesungen über die mosaische Urgeschichte
und das Verhältnis zu den Ergebnissen der Naturforschung“. Seine
Uebersetzertätigkeit ist noch umfangreicher gewesen als sein Lebens-
beschreiber Götz angibt; die Liste ist nach unserem Verlagsverzeichnis
zu ergänzen. Als er das Unfehlbarkeitsdogma nicht anerkennen wollte,
wurden seine Vorlesungen verboten und er selbst am 12. März 1872 aus der
Kirche ausgeschlossen. Bis 1878 war er Generalvikar des altkatholischen
Bischofs Reinkens, welches Amt er niederlegte, als die altkatholische
Synode 1878 das Zölibat aufhob. 1883—85 erschien sein zweibändiges
Werk über den Index der verbotenen Bücher. Nach seiner Abwendung
von den Kölnischen Blättern wandte er dem „Deutschen Merkur“ seines
Freundes Hoffmann seine fleißige Mitarbeit zu. — Seine Schwester
Henriette Reusch war 1834 zu Köln geboren und lebte seit 1859
bei dem Bruder in Bonn.

37	(S. 55) Newman, 1801 in London geboren, war 1828 anglikanischer
Pfarrer zu Oxford, hatte sich aber seit 1833 an den katholisierenden
Bestrebungen unter Puseys Führung beteiligt, die in aufsehenerregenden
Flugschriften (Tracts) ihren Ausdruck fanden (Traktarianismus). Nachdem
er 1845 zur katholischen Kirche übergetreten war, wirkte er von 1851
bis 1859 als Rektor der neuerrichteten katholischen Hochschule Dublin
und gründete in Birmingham eine Erziehungsanstalt, bei der er bis zu
seinem Tode 1890 ausharrte. Newman war ein Meister englischer Prosa.

38	(S. 55) W i s e m a n , der in Spörnen 1802 von einer irischen Mutter
geboren worden und in seinem siebten Jahre nach England gekommen war,
hatte sich schon in den Colleges von Ushaw und Douay ausgezeichnet
und war 1827, zwei Jahre nachdem er die Priesterweihe empfangen
hatte, Professor der orientalischen Sprachen an der römischen Universität
geworden. 1840 als Bischof i. p. i. nach England gekommen, veranlaßte er
Papst Pius IX. zum Erlaß der Bulle Universalis ecclesiae vom 24. Sep-
tember 1850, die die Hierarchie in England wieder herstellte. Wiseman
wurde der erste Erzbischof von Westminster, dem zwölf Suffraganbistümer
unterstellt waren. Die Angelegenheit rief in England große Aufregung
hervor, die durch einen öffentlichen Schmähbrief des an der Spitze der
Regierung stehenden Lord John Russell gegen „den päpstlichen Angriff“
        <pb n="241" />
        ﻿39

geschürt wurde. Das Parlament schuf im Februar 1851 die „Titelbill“,
wonach sich niemand Erzbischof, Bischof usw. einer Stadt oder eines
Distriktes nennen durfte und alle unter solchen Titeln ausgefertigten
Urkunden ungültig sein sollten. Die Titelbill ist aber niemals angewendet
worden. — Die Fabiola begann Wiseman in Rom, wohin ihn kirchliche
Angelegenheiten geführt hatten, im Herbst 1853. Das Werk entstand in
neun Monaten, während der Verfasser mit anderweitigen Arbeiten über-
laden und dazu noch in einen Prozeß verwickelt war. In dem kleinen
Filey an der Ostküste Englands vollendete er das Werk nach dem ersten
Teile des Prozesses in wenigen Wochen, so daß er am 18. September 1854
seinem Freunde Henry Doyle die Fertigstellung melden konnte. In der
katholischen Welt erlebte das Buch einen wahren Triumph, die stereo-
typierte erste Auflage von 4000 Exemplaren war rasch vergriffen. In
einem Brief Bachems an den Kardinal bei Gelegenheit der vierten Auflage
im August 1856 (5000 Exemplare) heißt es, Fabiola werde auch in Zukunft
noch lange das Lieblingsbuch eifriger Katholiken sein; „sogar Protestanten
erkennen seine Verdienste an“. In alle Kultursprachen wurde das Werk
übersetzt, es hat sich einen Platz in der Weltliteratur errungen.

(S. 57) Adolf E b e 1 i n g war der Sohn eines protestantischen Hamburger
Arztes und einer aus Brasilien stammenden katholischen Mutter. Am
24. Oktober 1827 geboren, wurde er nach dem Tode seines Vaters (1833)
seinem Oheim, einem dänischen Propst, zur Erziehung übergeben. Später
besuchte er das Johanneum in Hamburg, wo er bei dem großen Brande
im Mai 1842 sein Vermögen einbüßte. Er studierte in Heidelberg Philosophie
und erlangte dort 1845 summa cum laude die Doktorwürde. Dann ging
er nach Bahia zu Verwandten seiner Mutter, kehrte als Lehrer nach
Schonberg in Mecklenburg zurück und verzog 1851 nach Paris, wo er
die Bekanntschaft vieler hervorragender Männer, des Grafen Montalembert,
Louis Veuillot, des Bischofs Dupanloup, Pater Lacordaire, Vicomte de
blelun usw. machte und zur katholischen Religion übertrat. Im Jahre 1862
wurde er Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Pariser
kaiserlichen Handelsakademie. Die Frucht seines Aufenthaltes in der
Bretagne war das Werk „Thurine, eine bretonische Dorfgeschichte“
(Berlin 1872). Bei Beginn des Deutsch-Französischen Krieges wurde er aus
Poris ausgewiesen; er ging nach Düsseldorf und von dort nach Köln.
Bein „Kaleidoskop aus den Kriegsjahren 1870/71“ erschien 1871 in Köln.
Nach dem Frieden erhielt er einen Vertrauensposten bei dem damaligen
Präfekten v. Könnertz in Metz, kam nach Köln zurück und leitete hier
das in Düsseldorf erscheinende „Deutsche Künstleralbum“ (Jahrgang 5—7).
1874—78 nahm er eine Stelle an der vizeköniglichen Kriegsschule in Kairo
an (die aber nichts weiter als eine Kaserne mit farbigen Analphabeten
war) und legte seine dortigen Erlebnisse in den „Bildern aus Kairo“
(2 Bände, Stuttgart 1878) und in seinem „Aegyptischen Tagebuch“ (1880—85)
nieder. In den Gründerjahren verlor er seine ganzen Ersparnisse in dem
        <pb n="242" />
        ﻿Zusammenbruch der Kölner Effektenbank. In Köln, wohin er 1879 verzog,
gab er noch mehrere Werke heraus und starb hier am 20. Juli 1896.

•40 (S. 68) Heinr. Beta (eigentl. Bettziech), 1813 in Werben b. Delitzsch geb.,
floh 1848 nach England, von wo er 1862 nach Berlin zurückkehrte, gest.
31. März 1876. — Adam Jos. Cüppers, 1850 in Doveren bei Erkelenz geb.,
wurde, 1869—71 im Kempener Seminar ausgebildet, nach Ablegung der
Rektor-Prüfung, 1877 Leiter der Stadtschule in Ratingen. — Josefine
Flach, 1826 in Wiesbaden als Tochter eines Rates am Appellhof geb.,
der sie selbst unterrichtete. Sie hat nie eine Schule oder ein Pensionat
besucht (gest. Jan. 1901).— Sofie v. Follenius (Deckname Maria Berger),
geb. 1837 in Darmstadt, wo sie noch lebt. —Antonie Haupt (Deckname
für Frau Vikt. Endler in Hannover), geb. 1853 in Trier als Tochter des Arztes
Dr. Bleser. — Karl v. Lenhard (Deckname für C. Bentlage), 1849 als
Tochter des Kfm. Max Heinr. Schmitz in Neuß geb., lebt dort. — Th.
Messerer (Deckname für Frau Th. Winkler, 1824 zu München geb., 19. Dez.
1907 gest. — Everilda v. Pütz, geb. 1843 zu München als Enkelin des
berühmten Architekten Leo v. Klenze, Tochter des Kammerherrn H. v.
Klenze, machte große Reisen, seit 1873 verheiratet mit Bez.-Hptm. Karl
v. Pütz zu Pütz, lebt in München. — E. Rudorff (Deckname für Frau
Franziska Jarke), geb. 1815 zu Königsberg als Tochter des Kfm. Schlesius;
gest. 3. Aug. 1896.

41	(S. 68) Sein Name ist Schneider, Clauß ein Deckname. Wie er zu dem
letzteren kam, erzählt er launig im 5. Jahrgang von „Alt-Köln“: Als er
1903 sein erstes Buch herausgab, war er „doch en beßchen ängslich, ov
dä Hären en Kovvelenz et wähl rääch wör, dat ene junge Magister an-
statt en Geschichte vum linke Botzeknopp Alexanders des Großen en
Geschichte vum kölsche Fastelovend schrevv un anstatt Schullopsätz
köllsche Verzällcher kurregeete, die hä esugar och noch selvs gemäht
hatt“. Schließlich kam der von der Schwiegermutter abgekürzte Vorname
eines Lehrjungen im Hause: „Klaus“ zu der Ehre, den Decknamen zu
liefern. — Schneider ist 1862 in Köln geboren, studierte anfänglich
Medizin, dann Philologie und wurde 1889 Rektor der höheren Schule in
Kerpen bei Köln, 1906 Oberlehrer am Progymnasium in Eupen und ist
nun Professor und stellvertretender Direktor am Realgymnasium in
Köln-Lindenthal.

42	(S. 70) Nacatenus trat 1636 zu Trier in den Jesuitenorden und lehrte
Humaniora und Philosophie. 1675 war er Hofprediger des Kurfürsten
Max Heinrich in Köln. Die erste Ausgabe des Palm-Gärtleins erschien
nach De Bäcker 1660, die erste lateinische 1668. Neue deutsche Aus-
gaben druckten Joh. Wilh. Friessem in Köln 1677 und 1691, Job. Wilh. und
Jos. Huisch in Köln 1721. „Himmlisch Palm-Gärtlein Zur beständigen
Andacht, und geistlichen Hebungen, Nicht allein mit Tagzeiten, Litaneyen,
Gebett, Betrachtungen, etc. Sondern auch mit heylsamen auß Göttlichem
Wort und H. H. Vättern gezogenen Underweisungen und Lehrstücken
        <pb n="243" />
        ﻿Reichlich besetzt, Fruchtbarlich gegründet, Annehmblich geziert: Durch
P. Wilhelmum Nakatenum Der Societät Jesu Priestern. Fünffter Truck,
vom Author merklich in Materi und newen Kupfferstücken vermehrt,
verbessert und in füglichere Ordnung gebracht. Colin Bey Johan Wil-
helm Friessem, Anno 1691.“ Das Buch enthält 35 deutsche Liedertexte
ohne Melodien, teils Uebersetzungen lateinischer Hymnen, teils frei
gedichtete Lieder (vgl. Baumker, Kirchenlied III, S. 34, 52).

(S. 70) Alb. Gereon Stein war ein Kölner Kind aus dem Volke, am
29. September 1809 geboren und 1833 zum Priester geweiht. Nach vier-
jähriger Tätigkeit als Kaplan in Cornelimünster kehrte er in seine Vater-
stadt zurück, zunächst als Rektor an der de Grooteschen Familienkapelle
,,Im Elend“ (bedeutet hier soviel wie der Fremden, Nicht-Einheimischen).
Nach zwölf Jahren wurde er Pfarrer von St. Johann Baptist und
1837 Definitor und Pfarrer von St. Ursula. Als einfacher Mann war
er beim Volke allbeliebt und ein trefflicher Kanzelredner. Auch als
Komponist hat er sich hervorgetan, sein „Ecce homo“, „Kyrie eleison“,
„0 Jesu, all mein Leben bist du“, „Wir grüßen dich heute mit frohem
Sinn, Maria, der Engel Königin“ waren sehr beliebte Melodien.

(S. 74) Gegen die sog. Maigesetze verstieß Erzbischof Melchers zum
ersten Male dadurch, daß er im Mai 1873 zwei Vikaren wegen ihres Ueber-
tritts zum Altkatholizismus die Vornahme der priesterlichen Handlungen
untersagte. Das Kölner Zuchtpolizeigericht verurteilte ihn dafür zu
50 Taler Geldbuße. Als er aber fortfuhr, Geistliche zu entsetzen und
anzustellen, wurde er schließlich am 31. März 1874 verhaftet und in das
Gefängnis am Klingelpütz gebracht, wo er bis zum 9. Oktober blieb. Wieder
freigelassen, erhielt er am 2. Dezember 1875 mit Rücksicht auf „die von
ihm verhängten Exkommunikationen, die gesetzwidrige Anstellung von
Geistlichen und die Nichtbesetzung vakanter Pfarreien, die Verhinderung
der Visitation des Priesterseminars 1873 und 1875, die von ihm inszenierte
Aufregung der Bevölkerung durch den Empfang der Massendeputationen
’a dem Tage vor seiner, wegen Nichtzahlung der erkannten Geldstrafe
notwendig gewordenen Verhaftung, endlich wegen des äußersten Maßes
des Widerstandes, das er seiner Verhaftung entgegengesetzt“ habe, durch
den Oberpräsidenten von Bardeleben die Aufforderung zur Amtsnieder-
Ißgung zugestellt. Als er sich weigerte, wurde er am 28. Juni 1876 durch
den neugegründeten Kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten „ab-
gesetzt“. Das erzbischöfliche Vermögen verfiel der Beschlagnahme, weil
das Metropolitankapitel sich weigerte, einen Kapitelsvikar zu wählen.
Schon vorher (Ende 1875) war der Erzbischof nach Holland zu den Franzis-
kanern in Maastricht geflüchtet. Nachdem sich die Wogen des Kultur-
kampfes wieder geglättet hatten, erhob ihn Papst Leo XIII. in dem
Konsistorium vom 27. Juli 1885 zum Kardinal und berief ihn nach Rom.
Sein Nachfolger auf dem erzbischöflichen Stuhle wurde der Bischof
von Ermland, Philippus Krementz. Auf dessen ’ Aufruf errichteten die
        <pb n="244" />
        ﻿Katholiken der Erzdiözese als Melchers-Denkmal die schöne 1909 vollendete
Pauluskirche in Köln nahe dem Sachsenring.

46	(S. 80) Der erste Jahrgang der Akademischen Monatsblätter
erschien unter der Schriftleitung von Dr. 0. Wilpert in Gr.-Strehlitz und
begann mit dem 25. November 1888. Das Organ, das Beiträge zur Geschichte
und Erörterungen über Einrichtungen, Gebräuche des Verbandes und der
Vereine, kritische Besprechungen, Biographien etc. bringen sollte, wurde
in der Buchdruckerei Lindner in Breslau für die Mitglieder der Vereine
als Manuskript gedruckt. Der zweite und dritte Jahrgang standen unter
der Schriftleitung von Dr. Paul Weilbächer.

46	(S. 83) Fridolin Hoffman n, 1828 als Sohn eines Küfermeisters in
Coblenz geboren, erlernte, nachdem er die Elementar- und eine Privat-
schule durchlaufen hatte, die Lithographie. Infolge anstrengender Arbeiten
litten seine Augen so sehr, daß er diesen Beruf aufgeben mußte. Nach
einem kurzen Aufenthalt in einem Straßburger Kloster kehrte er nach
Coblenz zurück, wirkte hier als Lehrer und redigierte den „Rhein- und
Moselboten“, der aber bald unterdrückt wurde. Dann begann er im Seminar
zu Mainz Theologie zu studieren, verließ es aber im Herbst 1859 vor
Empfang der Weihen, um in Bonn Vorlesungen zu hören. Nach seinem
Austritt aus der Leitung der KV leitete er von 1870 bis 1872 den Rhei-
nischen Merkur, ein „kirchlich-politisches Wochenblatt“, von dann bis
1875 die Aachener Zeitung, von 1875 bis 77 die Bonner Zeitung und war
dann 1878 eine kurze Zeitlang Mitleiter der Baseler Nachrichten. Krankheit
nötigte ihn zur Aufgabe dieser Stellung, worauf er im Juli 1880 gegen
Ueberweisung seiner reichhaltigen, besonders mit Bezug auf die alt-
katholische Bewegung wertvollen Bibliothek auf Grund eines Stadtver-
ordnetenbeschlusses vom 17. Juni 1880 im Alexianerkloster zu Köln
lebenslängliche Aufnahme fand, wo er am 31. August 1886 unbeachtet
starb. Hoffmann hat sich auch in der schönen Literatur betätigt. 1870
erschien von ihm die Römische Familiengeschichte „Die Scornati“ und
die Familiengeschichte „Die Töchter des Hauses“ aus der englischen
Gesellschaft. Ein Jahr später folgten „Bilder römischen Lebens“.

47	(S. 92, 100) Eduard Hüsgen war am 3. Oktober 18*18 als Sohn eines Lehrers
zu Weißenburg am Rhein bei Düsseldorf geboren, studierte in Münster
i. W. und Bonn, anfangs Theologie, bald aber Rechtswissenschaft. Als
Referendar wurde er 1873, als verdächtig, im Düsseldorfer Volksblatt,
dessen gelegentlicher Mitarbeiter er war, einen Artikel mit einer Majestäts-
beleidigung geschrieben zu haben, auf Grund einer Disziplinaruntersuchung
aus dem Justizdienst entlassen. Bald darauf promovierte er in Jena als
Dr. juris und nahm dann die Stelle an der KV an. Nach Düsseldorf über-
siedelt, entwickelte er in den dortigen unklaren politischen Verhältnissen
alsbald eine eifrige Tätigkeit und brachte die Zentrumspartei auch auf
gemeindepolitischem Gebiete zu ihrem Recht. 1898 wurde er Stadtver-
ordneter und trat an die Spitze der Partei. Sein fleißiges politisches
        <pb n="245" />
        ﻿Wirken trug bald auf dem gesamten öffentlichen Leben schöne Früchte;
in Vereinen, in der katholischen Frauenbewegung, Parteiversammlungen
usw. betätigte er sich eifrig. In Verbindung mit dem ihm befreundeten
Hofkaplan an St. Andreas, Dr. Schmitz, dem späteren Kölner Weih-
bischof, und dem Kaufmann Jos. B r o i x in Neuß gründete er die Düssel-
dorfer Volksbank (später Düsseldorfer Bank), die dem Mittelstand einen
geldlichen Rückhalt bieten sollte, und die dann in die Rheinisch-West-
fälische Discontobank aufging. Auch auf eine nähere Fühlungnahme
der Zentrumsblätter untereinander und die Verbesserung ihres Berliner
Nachrichtendienstes war er bedacht. In dieser Beziehung veranlaßte er
das Zustandekommen der sog. CPC (Centrums-Parlaments-
C o r r e s p o n d e n z), die er persönlich in Berlin einrichtete. Zusammen
mit dem Redakteur Pfarrer Zeck arbeitete er für den Zusammenschluß
der Zentrumsorgane eine Satzung aus, die dann auf der Katholiken-
versammlung zu Würzburg 1877 den Grund zum „Augustinusverein
zur Pflege der katholischen Presse“ legte. In dem Verein übernahm er
am 20. Januar 1909 als Nachfolger seines Freundes Otto, des Verlegers
der Niederrheinischen Volkszeitung in Krefeld, den ersten Vorsitz, den er
bis zu seinem Lebensende inne hatte. Im Jahre 1909 schied er aus dem
aktiven Schriftleitungsdienst aus und veröffentlichte dann sein Windt-
horstbuch. Unerwartet starb er am 20. Oktober 1912 an einem
Herzschlag.

Der Augustinus-Verein zur Pflege der katholischen Presse ver-
dankt sein Entstehen einem Antrag, den Kaplan Dr. Herrn. Jos. Schmitz,
der spätere Kölner Weihbischof, und Dr. Ed. Hüsgen auf dem Würzburger
Katholikentag 1877 stellten. Sein Hauptzweck war die Gründung weiterer
katholischer Blätter; ferner sollte „eine gemeinsame quellenmäßige In-
formation und Berichterstattung“ hergestellt werden. 1869 zählten die
sämtlichen katholischen Blätter Deutschlands kaum 60000 Bezieher.
1873 gab es schon 120 größere und 1879 bereits 271 täglich erscheinende
größere Blätter der Zentrumspartei. Außer dem genannten Zweck sollte
der Verein eine Vermittlung schaffen zwischen Tagesschriftstellern und
Politikern. Die in Würzburg gewählte Kommission legte in der Kölner
Gründungsversammlung vom 31. Januar 1878 die Satzungen vor, die
auch eine Pensionskasse für Tagesschriftsteller vorsah. Der Verein
benannte sich nach dem hl. Augustinus, weil dieser Kirchenvater das
Werk De civitate Dei verfaßt hat, in dem er dem Staate Gottes das
Reich der gottentfremdeten Welt kämpfend gegenüberstellt. An diesem
Kampfe soll auch die katholische Presse teilnehmen und die christliche
Weltanschauung gegen die widerchristliche verteidigen. Der erste Vor-
sitzende war Dr. Schmitz-Düsseldorf, dem 1882 Ad. Jos. Bongartz-Relling-
bausen, 1883 Karl Böddinghaus-Münster, 1889 Heinr. Otto-Crefeld, 1909
Df. Eduard Hüsgen-Düsseldorf (vergl. oben) und 1912 Lambert Lensing-
Dortmund folgten.
        <pb n="246" />
        ﻿224

48	(S. 101) Dr. jur. Karl Bachem, geh. 9. Januar 1887, studierte an den
Universitäten Freiburg, Paris, Berlin und Bonn Rechtswissenschaft. In
Greifswald promovierte er als Dr. jur. Nachdem er im Februar 1914
Gerichtsassessor geworden war, trat er bald zur praktischen Tätigkeit
in Schriftleitung und Verlag der KV ein. Am ersten Tage der Mobil-
machung schied er von der Heimat. Als Leutnant im 3. Bayr. Feld.-Art.-
Reg. Prinz Leopold nahm er teil an den schweren Kämpfen in Lothringen,
an der Cöte Lorraine, in Galizien, den Südkarpathen. Während des Feld-
zuges wurde er Oberleutnant und Batterieführer und verheiratete sich
mit Agnes Sonnenschein aus Köln. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz
II. und I. Klasse sowie mit dem Bayr. Militärverdienstorden ausgezeichnet.
Mehrfach verwundet und in Galizien von einem schweren Unglücksfall
betroffen, fand er am 8. Oktober 1917 in den Flandernschlachten süd-
östlich Ypern infolge Volltreffers inmitten seiner Batterie in treuester
Pflichterfüllung den Heldentod. „Falle ich“, so schrieb er in seiner letzt-
willigen Verfügung, „so wird noch im letzten Augenblick meines Lebens
der Gedanke mir Befriedigung geben, daß ich als ganzer Mann für ein
hehres Gut, die Freiheit des deutschen Vaterlandes, für die ich freien
Willens eingetreten, gestorben bin . . . Der Tod war mir keine Ueber-
raschung, und der gütige Gott wird mir gnädig sein und mir ein ewiges
Wiedersehen schenken.“ — Sein älterer Bruder Hans Bachem,
geb. 6. Mai 1883, seit 1. April 1909 in der Firma tätig, folgte ebenfalls
dem Ruf des Vaterlandes schon zu Anfang des Krieges und steht als
Leutnant und Adjutant bei einem preußischen Fuß-Art.-Regt.

49	(S. 107) „Die Kölnische Volkszeitung im neuen Gewände“ hieß ein Leit-
aufsatz an der Spitze der Nr. 676 vom 29. August 1917. Er war veran-
laßt durch Anfragen aus dem Leserkreise, ln demselben hieß es u. a.:

„Die KV mischt sich nicht in den Gelehrten-Streit ein über Fraktur
und Antiqua, über Deutsch- oder Latein-Schrift, sondern sie stellt sich
lediglich auf den praktischen Standpunkt, der für ein großes
Tagesblatt maßgebend sein muß. Da durch die Kriegsüberanstrengung
unsere alte Zeitungsschrift vollständig verschlissen war, mußte zur Be-
schaffung einer neuen Schrift und neuer Setzmaschinen geschritten
werden. Es handelte sich für uns nur darum, eine sehr klare und gut
lesbare, die Augen schonende Schrift zu finden. Somit wurde die schönste
und deutlichste der vorhandenen Schriftarten ausgesucht.

„Auch die Kriegsnotwendigkeit hat dabei eine große Rolle gespielt:
der Mangel an Personal durch Heereseinberufungen und die Unmöglich-
keit der Beschaffung ausreichenden Ersatzes nötigten die Druckereileitung,
mehr wie bisher vom Handsatz zum Maschinensatz überzugehen und
dafür weitere Setzmaschinen anzuschaffen.

„Die bisher eingelaufenen Zustimmungen aus dem Leserkreise, aus
allen Berufsständen und Gesellschaftsklassen zeigen uns, daß wir glauben
dürfen, das Richtige getroffen zu haben.
        <pb n="247" />
        ﻿„Mit nationaler Haltung, deutschem Fühlen u.s.w. hat die
Wahl der neuen Schrift nichts zu tun. Wer die sog. Antiquaschrift
eine lateinische nennt, der darf nicht vergessen, daß die deutsche gotische
sog. Frakturschrift französischen Ursprungs ist.

„Als durchaus nicht unwichtige Nebenwirkung sei erwähnt, daß die
Zeitung im Auslande noch mehr wie bisher gelesen wird und auf
diese Art deutsche Gedanken und deutsche Politik bei unseren Bundes-
genossen (Ungarn, Bulgaren, Türken) wie bei Neutralen und Feinden besser
Eingang finden und verstanden werden. Das ist von besonderm
vaterländischem Wert. Mit der alten Schrift ist, wie ein west-
fälischer Professor sich treffend ausdrückte, „eine Dornenhecke gefallen,
infolge dessen manchem Ausländer ein Blick in deutsches Wesen und
Verständnis für das Deutschtum ermöglicht wird“. An dieser Aufklärungs-
arbeit im neutralen und feindlichen Auslande hat es leider bisher sehr
gefehlt, wie der Verlauf des Weltkrieges zeigte.“

W enn auch hier, wie in so vielen Dingen, der Erfolg entscheidet,
so kann man nur sagen: der Verlag der KV ist sehr zufrieden.
Recht schwierig war es zu beobachten, wie verschiedenartig das ent-
schlossene Vorgehen in der Presse beurteilt wurde: Die Alldeutschen
Blätter nannten es „eine Herausforderung“, die Staatsbürger-Zeitung
»eine nationale Kulturtat ersten Ranges“. (KV 227, 21. 3. 1918.)

50	(S. 16G) Die Buchdruckerei Thiriart et Comp, wird in dem ältesten
gedruckten „Adresse-Kalender der Stadt Köllen“, vom Jahre 1795 als in
der Schmiergasse Nr. 3900 (jetzt Komödienstraße) befindlich aufgeführt.
Die Firma war nach Ausweis des zweiten Kölner Adreßbuches von 1797
Verleger des „Journal-General“, welches Politik, Literatur und Handel
erörterte. Thiriart hat später auch Bachemsche Verlagswerke gedruckt,
z- B. das einzige 1819 erschienene: „S o k r a t e s, Betrachtungen und
Untersuchungen“ von Ferd. Delbrück, ferner 1821 „Der neue Achilles“
von Elsholtz. Aus der Thiriartschen Druckerei ist 1822 das dritte Kölner
Adreßbuch hervorgegangen, während das folgende 1828 im Kommissions-
verlag von Johann Peter Bachem erschien. Dieses kennt die Thiriartsche
Druckerei noch, das nächste von 1831 führt sie nicht mehr auf. — Die
Verweisung auf S. 187 bei Hans Bachem muß richtig 48 heißen.

51	(S. 167) „In den Jahren 18^1—1847 stellten z. B. Pierer in Altenburg,
Reindl in Bamberg, C. G. Naumann in Leipzig, Lintz in Trier, Dannheimer
in Kempten, Bachem in Köln, Litfaß in Berlin, Schwetschke in Halle ihre
erste Schnellpresse auf.“ Gesch. d. D. Buchh., Bd. IV, 285.

52	(S. 176) An diesem Dampfkessel stand 1891 als Heizer ein Mann, der aus
eigener Kraft sich innerhalb dreier Jahrzehnte zu einem hohen Posten
emporschwingen sollte; Johann Giesberts. Als er die Heizerstelle
nntrat, lag schon ein hartes Leben hinter ihm. 1865 in dem Landstädtchen
Straelen an der holländischen Grenze als ältestes von zehn Kindern
eines Bäckers geboren, erlernte er das Handwerk seines Vaters. Mit

100 Jahre J. P, Bachem	15
        <pb n="248" />
        ﻿

17 Jahren arbeitete er bis zu seiner Militärzeit im Sommer auf einer
Ziegelei, im Winter in der Oelmühle, später in einer Bierbrauerei. Arbeits-
los kam Giesberts im Jahre 1891 nach Köln und wurde hier Hilfsarbeiter
in der Eisenbahn-Zentralwerkstätte in Nippes, um dann bei der Firma
Bachem einzutreten. Im Jahre 1896 zog er durch eine treffliche Wahlrede
die Aufmerksamkeit von Fridolin Bachem auf sich. Um ihm eine bessere
Stellung zu bieten, wurde ihm der Posten des Maschinisten übertragen,
den er bis zum Herbst des Jahres 1899 inne hatte. Nur zögernd nahm
er dann die ihm angebotene Stellung als Schriftleiter der Westdeutschen
Arbeiterzeitung an, von wo er weiter zum Arbeitersekretär, zum
Reichs- (1905 für Essen) und Landtagsabgeordneten (1908 für Essen-Land)
und im Oktober 1917 zum sachverständigen Beirat für soziale und Ar-
beiterfragen im Reichswirtschaftsamt aufrückte. Die Jubiläumsnummer
der KV von 1910 enthält von ihm einen wertvollen Beitrag: Die Bedeutung
der katholischen Arbeitervereine für die soziale Entwicklung.
        <pb n="249" />
        ﻿VI

Geschäfts-jubilare.

Die Daten bedeuten die Jubeltage.

1. Goldjubüare.

Schumacher Theod., Obermetteur.......1.10. 1916

Stang Johann, Buchdruckergehilfe .... 27. 5. 1911

2. Silberjubilare.

Mitglieder der Redaktion der KV

Bachem, Justizrat Dr. Julius (f 22. 1. 1918) 8.12. 1891!

Cardauns, Professor Dr. Hermann........15. 3. 1901

Dresemann, Dr. Otto .	..............12. 11. 1913

Hölscher Georg	..............11. 3. 1911

Kipper Herrn, (f 15. 10. 1910)	........1. 5. 1897

Traub Anton (f 29. 9. 1915)............ 1. 4. 1912

Wolf Anton.............................13.11. 1917

Kontor-Angestellte:

Becker Carl, Handlungsgehilfe...........15. 1.	1917

Bonn Theod., Handlungsgehilfe...........15. 5.	1901

Carillon Wilh., Handlungsgehilfe	...	28. *1.	1917

Funken Jos., Handlungsgehilfe...........10.10.	1916

Hölzer Robert, Handlungsgehilfe........... 15. 2.	1911

Kurth Fritz, Buchverlagsabteilung	....	15. 2.	1918

Paffenholz Jos., Haupt-Kassierer........10.10.	1916

Schäfer Jos. II, Handlungsgehilfe.......1. '1. 1910

Schmitz Jean, Prokurist ................16. 2.	1911

Seidenberg J. A., Prokurist.............30.12.	1917

Sombetzki Herrn., Prokurist.............12.12.	1906

Wellendorf Karl, Handlungsgehilfe	....	1.10.	1916

Westorf Matth., Handlungsgehilfe........20. 4. 1911
        <pb n="250" />
        ﻿Angestellte des technischen Betriebes:

Bednareck Jos., Zeitungs-Metteur ..... 15. 1. 1911
Becker Jos., Buchbinder-Hilfsarbeiter . . . 29. 2. 1915

Breuer Jos., Verlags-Packer..............12.12. 1903

Breuer Wilh., Zeitungssetzer.............29.11. 1915

Brüls Quir., Zeitungs-Korrektor..........15.10. 1909

Busch Hub., Verlags-Packer...............27. 7. 1913

Calenberg Karl, Versendungs-Hilfsarbeiter . 30.10. 1905

Gramer Emil, Buchdruckergehilfe..........2. 1. 1890

Deberge Friedr., Zeitungs-Metteur........1. 12. 1915

Dresen Anton, Änzeigen-Metteur...........11.10. 1905

Fischer Friedr. Wilh., Buchdruckergehilfe . 19. 8. 1919
Gneiting Alfred, Buchbindergehilfe . ... 21. 9. 1915
Greshake Konrad, Buchdruckergehilfe... 25. 8. 1909
Hasch Nikolaus, Äkzidenzsetzer .... 15.12. 1915
Heisterbach Peter, Versendungsgehilfe. . . 22. 5. 1916

Herren Theod., Zeitungssetzer............8. 9. 1913

Kampofski Wilh., Versendungsgehilfe ... 29. 9. 1915

Kaumans Josef, Werksetzer................9. 8. 1911

Kopp Anton, Zeitungssetzer,..............5.12. 1913

Korn Anton, Techn. Betriebsleiter, Oberfaktor 7. 5. 1899

Kremer Hugo, Zeitungs-Metteur............13.10. 1912

Laufenberg Wilh., Vorst, d. Zeitungs-Versd. 12. 9. 1907

Lersch Konrad, Zeitungs-Metteur..........13.10.	1912

Mack Hermann, Papier-Verwalter.......... 29.10.	1908

Mosbach Peter, Anzeigen-Metteur......... 25.11.	1897

Müller Johann, Buchdruckergehilfe .... 5.11.	1913

Rennen Karl, Zeitungs-Korrektor.......... 23. 9. 1908

Reuter Wilh., Rotationshilfsarbeiter ....	1. 9. 1910

Rings Johann, Zeitungs-Faktor............ 22. 3. 1895

Schmalz Jos., Buchdruckergehilfe......... 30. 8. 1909

Schmitz Bernhard, Werk-Faktor .... 26. 3. 1907
Schmitz Christian, Zeitungs-Metteur. . . . 15.11. 1911

Schmitz Franz, Werk-Metteur..............29.10. 1912

Schmitz Peter, Akzidenz-Faktor...........21.11. 1917

Schneider Adolf, Anzeigen-Vertreter ... 1.10. 1916
Schreiber Matthias, Zeitungssetzer .	. . 22. 3. 1901

Schüller Peter, Anzeigensetzer...........23. 5. 1917

Strick Wilh., Papier-Verwalter...........7. 2. 1915

Trimborn Albert, Kassenbote..............1. 9. 1910

Wilke Albert, Werk-Korrektor.............15.11.	1911

Zimmermann Peter, Buchbindergehilfe . . 23. 7. 1916
Zündorf Franz, Kassenführer........... . 26. 9. 1895

Weibliche Jubilare:

Faust Frau, Zeitungsträgerin ............8.10. 1912

Herzig Frau, Zeitungsträgerin............23. 9. 1919

Hommerich Frau, Zeitungsträgerin ...	8.10. 1912

Linz, Frau Kath., Zeitungsträgerin .... 7. 7. 1917

Lüttgen Frau, Zeitungsträgerin ..........15. 8.	1907

Presser Frau, Zeitungsträgerin...........29.11.	1915

Trimborn Frau, Zeitungsträgerin..........15. 8.	1907
        <pb n="251" />
        ﻿

Ehrentafel

der Inhaber des Eisernen Kreuzes.

I.	Klasse.

Bachem Hans, Prokurist

Bachem, Dr. jur. Karl (gefallen 8. 10. 1917)

Horndasch Max, Redakteur

Strauch Franz, Akzidenzsetzer (gefallen 16. 4. 1917).

II. Klasse.

Äußern Johann, Akzidenzsetzer
Bachem Hans, Prokurist
Bachem, Dr. jur. Karl (s. o.)
Baggeier Georg, Zeitungssetzer
Bergmann Josef, Handlungsgehilfe
Bloch Johann, Kontorhilfsarbeiter
Boch Jakob, Versendungshilfsarb.
Boch Matthias, Kontorhilfsarbeiter
Buekermann Joh., Handlungsgehilfe
Coellen von, Verlagsgehilfe
Dietz Karl, Handlungsgehilfe
Eich Matth., Buchbindergehilfe
Eichen Hubert, Handlungsgehilfe
Esser Peter, Rotationshilfsarbeiter
Paust Fr., Versendungshilfsarbeiter
Pritsche Peter, Versendungshilfsarb.
Fuchs Heinr., Buchbinderhilfsarb.
Behrmann Jos., Buchbindergehilfe
Goddert Franz, Handlungsgehilfe
Goldbach Jakob, Handlungsgehilfe
Görtz Peter, Buchbinderhilfsarbeiter
Grehl Peter, Rotationshilfsarbeiter
Höllerbach Fritz, Handlungsgehilfe
Hansen Wilhelm, Handlungsgehilfe
Hilgers Jakob, Handlungsgehilfe
Honold Wilhelm, Buchbindergehilfe
Horndasch Max, Redakteur
"Uchem Peter, Handlungsgehilfe
Karst Heinrich, Werksetzer
Koesmacher Mart., Buchdruckergeh.
Kemmerich Joh., Buchdruckergeh.
Kiel Emil, Hilfsarbeiter
Klaeser Andr., Setzereihilfsarbeiter
Klefisch Gerhard, Maschinensetzer
v	(gefallen 22. 8. 1917)

Krauß Karl, Akzidenzsetzer

Küppers Peter, Korrektor
Lichtken Josef, Werksetzer
Ludwig Emil, Stereotypeur
Mois Peter, Zeitungssetzer
Mompour Ferd., Handlungsgehilfe
Moritz Jakob, Maschinist
Müller Ignatz, Buchdruckergehilfe
Neu Hubert, Kontorhilfsarbeiter
Neumann Max, Obermasch.-Meister
Reimann Gerh.,V ersendungshilfsarb.
Reimersdahl van, Fritz, Zeit.-Setzer
Reinders Josef, Stereotypeur
Schmitz Herrn., Handlungsgehilfe
Schmitz Paul, Setzereihilfsarbeiter
Schröder Gustav, Zeitungssetzer
Seemann Rob., Buchbindergehilfe
Stadler Heinrich, Zeichner
Steffen Nikol., Versendungshilfsarb.
Steinkrüger Jakob, Handlungsgehilfe
Strauch Franz, Akzidenzsetzer (s. o.)
Stuhlträger Karl, Akzidenzsetzer,
TerspeckenBernh.,Handlungsgehilfe
(gefallen 20. 3. 1918)
Trierweiler Paul, Akzidenzsetzer
Trimborn Joh., Stereotypiehilfsarb.
Uhlenbroch Jakob, Kontorhilfsarb.
Voller Heinrich, Druckereihilfsarb.

(gefallen 16. 2. 1917)
Volberg W ilh.,Rotationshilfsarbeiter
Volk Johann, Handlungsgehilfe
Weber Franz, Handlungsgehilfe
Weeks Friedr., Setzereihilfsarbeiter
Wenkemann Andr., Obermaschinen-
meister

Wieland Wilh., Handlungsgehilfe
Wolff P., Versendungshilfsarbeiter
        <pb n="252" />
        ﻿Ehrentafel

der im Kriege gefallenen und im Lazarett
gestorbenen Geschäftsangehörigen.

Den Heldentod erlitten:

Ivens Wilh., Maschinensetzer, Musketier

gefallen in Frankreich 13. 8. 1915
Waninger, Dr. Karl, Redakteur

gefallen in Rußland 24.10. 1915
Röhrig Max, Handlungsgehilfe, Musketier

gefallen in Frankreich 31.12.1915
Flock Peter, Handlungsgehilfe, Krankenträger

gefallen vor Verdun 27. 5. 1916
Dausch Karl, Handlungsgehilfe, Musketier

gefallen in Frankreich 17. 7. 1916
Braun Johann, Buchdruckergehilfe, Landst.

gefallen in Galizien 7. 9. 1916
Lauterbach Peter, Versendungsgehilfe, Musketier
gefallen in Rußland 31. 12. 1916
Valler Heinrich, Hilfsarbeiter, Musketier

gef. und gest. im Feldlazarett 16. 2. 1917
Strauch Franz, Akzidenzsetzer, Vizefeldw. d. Garde
gefallen im Westen 16. 4. 1917
Steinweg Johann, Buchdruckergehilfe, Landst.

gefallen im Westen 15. 5. 1917
Thiesen Wilhelm, Buchbindergehilfe, Landst.

gefallen in Rußland 8. 8. 1917
Klefisch Gerh.,Maschinensetzer, Art.-Wachtmeister
gefallen im Westen 22. 8. 1917
Bachem Karl, Dr. jur., Oberleutn. u. Batterieführer
gefallen im Westen 8. 10. 1917
Faust Karl, Hilfsarbeiter

gefallen im Westen 25. 10. 1917
Nuß Joh., Hilfsarbeiter

gefallen im Westen 2. 11. 1917
Terspecken Bernhard, Kraftfahrer, Sergant

gefallen in der Ukraine 20. 3. 1918

Im Lazarett verstarben:

Spitz Peter, Akzidenzsetzer, Landsturmmann

gestorben im Lazarett zu Düren 22. 7. 1915
Otto Max, Zeitungssetzer, Landsturmmann

gestorben im Lazarett zu Wesel 22. 2. 1916
        <pb n="253" />
        ﻿VII

Frau Catharina Bachem.

Ein Charakterbild.

Js geziemt sich, am Schluß dieser Jubiläumsschrift Der-
jenigen zu gedenken, welche am innigsten und am
P längsten, fast zweidrittel Jahrhundert, mit der Firma
und ihrer Entwicklung verbunden ist. Seit 62 Jahren
gehört Frau Catharina Bachem, Josef Bachems Gattin,
der Firma an. Von diesen teilte sie 37 Jahre lang mit ihrem
Gatten Freud und Leid, Mühen und Sorgen und alle die geschäft-
lichen Schwierigkeiten und politischen Kämpfe um die große
Sache, welche das Leben ihres Mannes ausfüllten und welchen
die Bestrebungen seiner Firma gewidmet waren. Ihrem Manne
war sie nicht nur musterhafte Hausfrau, sondern auch treueste
Lebensgefährtin und verständnisvolle Beraterin. Somit gebührt
ihr das reichlichste Maß von den Verdiensten um Fortschritt und
Entwicklung der Firma.

Als Tochter des Bonner Großkaufmanns und Mühlenbesitzers

«loh. Heinr. Degen, eines der Mitbegründer der Rheinischen Eisen-
bahn-Gesellschaft, fand sie, früh verwaist, Zuflucht und liebevolle
Aufnahme in Bonn im Hause ihres Onkels, Wilhelm Birkheuser,
und seiner trefflichen Gattin. In diesem Familienkreise hat sie
einen großen Teil ihrer Erziehung und Ausbildung genossen.
So unter fleißigen und arbeitsamen Menschen aufgewachsen,
durch die Verhältnisse genötigt, aber auch aus angeborenem
Innern Triebe, lernte sie früh den Wert und die innere Kraft
der christlichen Arbeit kennen und schätzen. Dem „Ohm Birk-
heuser“ hat sie stets ein dankbares Angedenken, seinen Kindern
treue Freundschaft und Anhänglichkeit bewahrt.
        <pb n="254" />
        ﻿Als sie am 27. April 1856 dem Verlagsbuchhändler Josef
Bachem am Altäre die Hand reichte, prophezeiten ihr geschwätzige
Zungen wegen der schlanken, schwächlichen Gestalt ihres Mannes:
„Das gibt eine junge Witwe!“ Stolz war und blieb sie aber
darauf, daß trotz des sehr angestrengten Lebens und der schweren
Zeiten, die er durchmachte, ihr Gatte auch körperlich gesundete
und gedieh, niemals ernstlich krank gewesen war und unter
ihrer Pflege das recht ansehnliche Alter von 72 Jahren erreichte.

Alle Geschicke und Entwicklungen der Firma lebte
Catharina Bachem mit. Nicht nur die großen Entschlüsse und
Unternehmungen, sondern auch die kleinen Begebenheiten des
geschäftlichen Lebens pflegte ihr Mann mit ihr zu besprechen
und zu beraten. Wie viele der ersteren unter dem Einfluß der
klugen praktischen Frau zu der richtigen Reife kamen, wird
wohl nur sie selbst wissen. Es war Josef Bachem bei seiner
temperamentvollen Veranlagung gleichsam Herzensbedürfnis, über
die in einem lebhaften Geschäftsbetrieb niemals ausbleibenden
kleinen und großen Aerger- und Kümmernisse bei seiner Frau
das Herz ausznschütten. Seinem bei allem Edelmut und aller
Gutherzigkeit seines Charakters manchmal aufbrausenden Wesen
wußte sie freundlichen aber festen Gleichmut besänftigend ent-
gegenzusetzen. Die gedrückten Stimmungen, denen er beim Ueber-
maß der Sorgen hier und da unterworfen war, wußte sie durch
herzliche Teilnahme und klugen Zuspruch zu verscheuchen, ihm
neuen Lebensmut einzusprechen und seiner Tatkraft neue Anstöße
zu verleihen.

Stramme Zucht hielt sie unter ihren sechs Kindern, fünf
Söhnen — von denen einer, August, mit 17 Jahren starb — und als
jüngstem einer Tochter. Gehorsam und Wahrhaftigkeit verlangte
sie mit eiserner Strenge, so weitherzig sie überschäumender
nicht immer geräuschloser Kinderlust gegenüberstand. In ihren
Erziehungsgrundsätzen blieb sie ernst und folgerichtig; aber wo
sie bei ihren Kindern Liebe austeilen konnte, da öffnete sie ihr
ganzes Herz. In Uebereinstimmung mit ihrem Gatten erzog sie
ihre Kinder durch Wort und Beispiel in Gottesfurcht und Recht-
lichkeit, in Arbeitsamkeit und Pflichterfüllung. In der Anhäng-
lichkeit und Dankbarkeit ihrer Kinder fand sie den Lohn für
dieses Erziehungswerk.

Einfach und bescheiden in ihrem Wesen, von Charakter
genügsam und anspruchslos, ist es ihr auch am Abend ihres
        <pb n="255" />
        ﻿Lebens noch Freude und inneres Bedürfnis, für andere zu sorgen
und zu schaffen. Peinlich ordnungsliebende und sorgsame Haus-
frau, Willensstärke Herrscherin im eigenen Hause, war sie ihren
Dienstboten stets eine freundliche, rücksichtsvolle Herrin, dem
Geschäftspersonal eine mitfühlende, für ihr Wohl und Wehe
stets empfängliche Prinzipalin. So lange sie — bis 1900 — im
alten Geschäftshause Ecke Marzellenstraße und Bahnhofstraße
wohnte, hatte sie für jeden der älteren Leute, die sie kannte,
ein freundliches Wort. War ein gequetschter Finger zu verbinden
oder ein Loch im Kopfe zuzunähen — Ereignisse, die bei den
vielen Arbeitsjungen der Druckerei ab und zu unausbleiblich
waren — flugs war Frau Catharina Bachem mit ihrem Pflaster-
kasten zur Stelle, und ein Chirurge hätte seine Sache kaum
besser machen können. Ihrem ältesten Sohne hat sie in jungen
Jahren einmal eine durch einen Fall hervorgerufene Kopf-
wunde kurz entschlossen selber kunstgerecht vernäht. Als der
Hausarzt dazukam, erklärte er ihr, es nicht besser zu können.
Frau Catharina Bachem war stets teilnahmsvoll gegenüber
den Bedrückten und Bedrängten; wo wirkliche Not oder
öffentliche Wohltätigkeit an sie herantraten, gab sie gern und
reichlich.

Ebensogern aber war sie fröhlich mit den Fröhlichen. Hatte
Josef Bachem seine politischen und theologischen Berater und
Mitarbeiter, was mehrmals im Jahre zu geschehen pflegte, zu
sich zu gemütlicher Abendtafel geladen, dann war sie als liebens-
würdige Gastgeberin in ihrem Element. Mit lebhafter Anteil-
nahme beteiligte sie sich an den ernsten politischen Gesprächen.
Wenn aber alsdann die Geistesfunken rheinischen Humors in
Stücklein und „Krätzchen“ fröhlich sprühten, wie sie die Seminar-
Professoren Dr. Heuser und Dr. Scheeben, Kaplan Ditges u. a.
•m Verein mit den anwesenden Mitgliedern der Redaktion hin
und her zu senden wußten, dann erfreute sich an diesem lustigen
Feuerwerk niemand herzlicher als „Frau Cathrinchen“. Ihre
großen dunklen meist ernsten Augen konnten dabei Tränen
lachen.

Sonstigem geselligen Verkehr opferte sie wenig Zeit und hatte
auch wenig dafür übrig. „Ich habe meine Gesellschaft und meine
Vereine im Hause“, äußerte sie oftmals. Kaffeekränzchen und
das, was auf diesen verhandelt zu werden pflegt, lagen ihr nicht,
um so mehr aber alle Erscheinungen und Begebenheiten des
        <pb n="256" />
        ﻿politischen Lebens. Ausgänge tun, soweit Pflicht und Haushalt sie
nicht erforderten, oder erholungsweise spazieren gehen, hielt
sie für Zeitverschwendung. Nur wenn Wunsch und Gesundheit
ihres Gatten und ihrer Kinder dies erforderten, machte sie,
— dann aber auch jedesmal — Ausnahmen. Vom frühen Morgen
bis zum späten Abend war sie unermüdlich tätig. Wenn Friedrich
Wilhelm Webers schöner Denkspruch

Die Welt ist voll von Gottes Segen,

Greif nur danach, und er ist Dein,

Du brauchst nur Hand und Fuß zu regen,

Du brauchst nur fromm und gut zu sein

auf eine schöne Menschenseele paßte, dann war es auf Catharina
Bachem. Jeden Morgen besuchte sie, solange sie konnte, die
hl. Messe in der nebenan liegenden Kirche St. Maria Himmelfahrt.
Dann folgte sie dem alten christlichen Spruch; Bete und arbeite
und Arbeit macht das Leben süß. In einem Haushalt wie dem
ihrigen, in welchem auch manche Dienstleistung für die Bedürf-
nisse des eng verbundenen Druckerei- und Geschäftsbetriebes
mitgeschafft werden mußten, gab es stets Arbeit in Hülle
und Fülle.

Als Ludwig Windthorst, der große Zentrumsführer, in der
Kulturkampfszeit nach einer seiner weltgeschichtlichen Gürzenich-
reden zur Mittagstafel ihr Tischgast war, und als eine der
lustigen jungen Frauen — deren Gesellschaft bekanntermaßen
die „kleine Exzellenz“ sehr liebte — sich scherzweise rühmte,
sie lese jeden Tag fünf Zeitungen, erwiderte ihr Windthorst mit
ernster Betonung: „Stopfen Sie lieber Strümpfe!“ Da leuchteten
der Hausfrau Augen voll stiller Selbstbefriedigung und innerer
Genugtuung auf: tatsächlich war sie von ihrem Stopfei, von
Nähkorb und Stricknadeln unzertrennlich.

Die „kleine Exzellenz“ war im Laufe der Zeit mehrmals
ihr Wohngast. Bei einem dieser Aufenthalte vergaß er bei der
Abreise sein schwarzseidenes Hauskäppchen, das sich erst beim
lange nachher erfolgenden „Hausputz“ irgendwo vorfand. Frau
Bachem hat es später dem kleinen „Windthorst-Museum der
Kölnischen Volkszeitung“ überwiesen, wo es jetzt, mit seinem
Arbeitstisch-Kruzifix und seinem Schreibgerät usw. vereinigt,
aufbewahrt wird. — Auch mit andern hervorragenden Zentrums-
politikern blieb sie in persönlicher Berührung. August Reichens-
        <pb n="257" />
        ﻿235

perger, Dr. Lieber, Dr. Spahn, Prof. Hitze, Gröber, Trimborn,
Franz Brandts, Mathias Wiese u. a. haben öfters ihre Tafel-
runde geziert.

Das sorgfältige Studium der Kölnischen Volkszeitung be-
trachtete sie als tägliche Lebensaufgabe. Als echte christliche
und deutsche Frau widmete sie den Geschicken ihrer Kirche
und ihres Vaterlandes ihre vollste Teilnahme. Wenn in jener
unglückseligen Zeit der inneren Entzweiung in den siebziger
und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sie der schweren
Ungerechtigkeit und Unbill gedachte, welche ihrer Kirche, deren
heldenmütigen Bekennern und dem katholischen Volke seitens
einer irregeleiteten Zeitrichtung angetan wurde — und unter
welcher auch Persönlichkeit und Geschäft ihres Gatten sehr
litten — dann konnten ihre Augen ebenso blitzen und die Faust
sich ballen, als wenn sie heutzutage der Niedertracht und Ver-
leumdungssucht der Söhne Englands und des törichten Hasses
der Franzosen gedenkt, die so unsagbares Elend über das heiß-
geliebte deutsche Vaterland gebracht haben. Las sie aber in
ihrer Zeitung die großen Reden der Vorkämpfer des Katholizismus
und der Zentrumspartei, dann konnten ihre Augen voll Begeisterung
leuchten — ebenso wie heute — wenn sie von den Heerführern
und Staatsmännern spricht, welche die Geschicke des Vater-
landes im Weltkriege leiten und durchkämpfen, und von den
tapfern Männern, welche aus ihrer geliebten Heimat das Kriegs-
elend fern halten.

Bezeichnend hierfür ist folgendes Geschehnis. Als im Sommer
1917 im Osten der große Erfolg gegen die russische Kerenski-
Offensive zusammentraf mit dem heldenmütigen Widerstande im
Westen in der Flandernschlacht gegen die Engländer, wallte
bei der Siebenundachtzigjährigen ein überaus warmes Dank-
barkeitsgefühl auf. In ihrer vaterländischen Begeisterung gab
sie Auftrag zu einer Begrüßungs- und Dankdepesche an Hinden-
burg, deren Wortlaut sie, ihre Augen auf das glitzernde Band
des Rheinstroms gerichtet, vorschrieb:

Generalfeldmarschall von Hindenburg, Großes Hauptquartier.

Eine 87jähnge Urgroßmutter, die sechs Enkel im Felde hat,
fühlt sich gedrungen, Ew. Exzellenz aus tiefstem Herzen zu danken
für Ihre Sorge, uns das Schlachtfeld vom Rhein fern gehalten zu
haben. Frau Jos. Bachem.
        <pb n="258" />
        ﻿Am folgenden Morgen traf daraufhin bei der Greisin zu ihrer
größten Ueberraschung und Freude folgende Antwort ein:

Gr. H. Qu., 6. August 1917.

Unerreichbar den Feinden bleibt unser schöner Rhein, so lange
Heer und Heimat in treuer Hingabe gemeinsam ihn schützen!

Feldmarschall von Hindenburg.

Diese Antwort prangt gegenwärtig unter Glas und Rahmen
in ihrem Wohnzimmer unter einem Bilde Hindenburgs.

Auch mit den belletristischen und literarischen Freunden
ihres Gatten und Verfasserinnen des Buchverlags unterhielt sie
auch nach dessen Tode freundschaftliche Beziehungen. Der ver-
dienstvolle Literarhistoriker Dr. Franz Hülskamp-Münster, in
früheren Jahren Professor Dieringer-Bonn, und vor seinem
kirchlichen Abfall auch Professor Reusch-Bonn, hatten oft in
ihrem Hause geweilt. Die Romanschriftstellerinnen Maria Lenzen
di Sebregondi, Ferdinande Freiin von Brackei, Lina Freifrau von
Berlepsch, Therese Keiter-Kellner (M. Herbert) hatten sie mehr-
mals mit längeren Besuchen erfreut.

Gemäß letztwilliger Bestimmung Josef Bachems Hauptteil-
haberin der Firma, blieb sie auch nach dessen Hinscheiden in
den engsten Beziehungen zur Fortentwicklung des Gesamtbetriebes,
allen großen und kleinen geschäftlichen Vorkommnissen ihre
lebhafte Anteilnahme bewahrend. Auch in dieser Hinsicht gleich-
geartet wie ihr Mann, war sie jedem gesunden Fortschritt, jeder
notwendigen oder nützlichen Neuerung, jeder aus der Weiter-
entwicklung der Verhältnisse sich ergebenden Vergrößerung des
Betriebes durchaus geneigt. Wohl mahnte sie hier und da zur
Vorsicht, aber auch selbst bei unvermeidlichen großen Ausgaben
verhielt sie sich niemals hemmend oder hindernd, weil sie eben
den politischen und geschäftlichen Bedürfnissen der Zeit volles
Verständnis entgegenzubringen wußte und ihren Söhnen ihr ganzes
Vertrauen schenkte.

Besonders gern weilte sie unter den Mitgliedern der Redaktion
und unter den kaufmännischen und technischen Mitarbeitern
des Geschäftes und freute sich, wenn sie bei den jährlich statt-
findenden Redaktions- und Geschäfts-Essen, welche unter ihren
Söhnen abwechselten, mit den Redakteuren, Prokuristen, Faktoren
und Abteilungsvorstehern des Betriebes angenehme Stunden
plaudern und alte Erinnerungen auffrischen konnte.
        <pb n="259" />
        ﻿S 237

Auch jetzt noch, wo sie als Achtundachtzigjährige in ihrem
Landhause zu Rhöndorf am Rhein ihren ständigen Wohnsitz ge-
nommen hat, ist Frau Catharina Bachem niemals müßig; auch
in ihrem Alter ist Arbeit ihr Bedürfnis. Die soziale Fürsorge
der Firma für die Angestellten hat ihr immer sehr am Herzen
gelegen. Seit einer Reihe von Jahren besucht eine ihrer Schwieger-
töchter regelmäßig die weiblichen Kranken und Wöchnerinnen
und unterstützt sie wenn nötig mit Beihülfen und Kinderzeug.
Das letztere eigenhändig anzufertigen, ist der Seniorin des Hauses
Lieblingsbeschäftigung. Wenn die fleißigen Hände nicht für Kinder
und Soldaten stricken oder häkeln, dann studiert sie die Kölnische
Volkszeitung, in welcher kaum jemand in der Familie besser
Bescheid weiß als sie. Was in der großen und kleinen Welt vor
sich geht, verfolgt ihr erfreulich reger und frischer Geist mit
ganzer Anteilnahme.

Von den freundlichen Glückwünschen zum hundertjährigen
Jubiläumstage der Firma J. P. Bachem gebührt Frau Catharina
Bachem der größte Anteil, entsprechend den mittelbaren und
unmittelbaren Verdiensten, welche sich die „Mutter vom Ganzen“
•n mehr als sechs Jahrzehnten um Blühen und Gedeihen der
Firma erworben hat. Mögen ihr noch weitere schöne Jahre,
jedoch in der heißersehnten Friedenszeit, beschieden sein!

F. B.
        <pb n="260" />
        ﻿VIII

Anhang

Die Feier am 4. Mai 1918.

So schlicht und still angesichts des noch fortgesetzten Wütens
des Weltkrieges die Gedenkfeier des hundertsten Jahrestages
der Gründung der Firma J. P. Bachem auch immer geplant war,
so würdig und eindrucksvoll gestaltete sie sich. Nach einem
feierlichen Hochamte in der St. Maria-Himmelfahrtkirche um
10 Uhr versammelten sich in dem mit Lorbeerbäumen und
Blumenspenden reich ausgestatteten Museumssaale des Druckerei-
gebäudes unter Anwesenheit vieler zur Beglückwünschung er-
schienener Gäste, darunter die Spitzen der weltlichen und geist-
lichen Behörden, die Redaktionsmitglieder der KV und des LA,
die Abordnungen von Angehörigen aller anderen Geschäftszweige
mit den Firmainhabern und ihren Familienangehörigen.

Unter dem Titel „Ein Jahrhundert Verlagsarbeit“
war in der Morgenausgabe der KV (Nr. 349) der Tag mit folgendem
Festartikel eingeleitet worden:

Mitten im Weltkriege begeht heute die Firma J. P. Bachem in Köln
den Gedenktag ihres hundertjährigen Bestehens. In diesen ernsten Jahren,
die wir durchleben, in denen alle Lebenskräfte des deutschen Volkes in
fieberhafter Spannung den schwersten Kampf der ganzen deutschen
Geschichte um unseres Volkstums Berechtigung und Dasein auskämpfen
müssen, steht auch dieser Jubiläumstag unter dem Zeichen opferfreudiger
Arbeit um das Volksganze. Als ein Jubiläum der Arbeit muß es
rückschauend und vorwärtsblickend gewürdigt werden.

Der Rückblick auf ein Jahrhundert unermüdlicher deutscher Arbeit,
durch die ein Unternehmen aus kleinen Anfängen und unter den schwersten
Kämpfen sich zu einer angesehenen Weltfirma entwickelte, die mit einer
führenden Tageszeitung in der vorderen Front des Kampfes um die
        <pb n="261" />
        ﻿deutsche Weltgeltung steht, ist nicht bloß für nahe und fernere Teil-
nehmer als Erhöhung des Bewußtseins eigener Arbeitsbedeutung ein-
drucksvoll, sondern es muß bei allen Mitkämpfern für ähnliche Ziele,
bei allen Volksgenossen, welche in der Gegenwart die Tragweite charakter-
voller Tätigkeit im öffentlichen Leben ermessen können, ein erhebendes
Gefühl der Befriedigung wecken.

Aus der ganzen Betätigung der Verlagsfirma springt, abgesehen vom
umfangreichen Buchverlag seit hundert Jahren, in erster Linie die große
Tageszeitung in die Augen, der sie in umsichtiger Mühewaltung und
unter Ausnutzung der modernsten Entwickelungsmöglichkeiten, mit der
Zeit kühn fortschreitend und keine Opfer scheuend, eine gediegene und
sichere Grundlage geschaffen hat. Im Weltkriege ist es allen Deutschen
zum Bewußtsein gekommen, in welchem Umfange die großen führenden
Tagesblätter auf die politischen Kümpfe der unmittelbaren Gegenwart
einwirken, seitdem wir es am eigenen Leibe bitter fühlen mußten, wie
die Blätter von Paris, London, Rom und New York nicht nur in den
eigenen Ländern den Volkswillen aufpeitschen, sondern in der ganzen
Welt jene starken Stimmungen schaffen halfen, welche Millionen von
Menschen in waffenstarrende Kampfesstellung zwingen.

Bei der Kölnischen Volkszeitung kommt noch in Betracht, daß sie zu
einem führenden Organ der deutschen Katholiken geworden ist, das über
des Reiches Grenzen weit hinaus in fremden Ländern Beachtung findet
und somit fruchtbare Möglichkeiten geschaffen hat, besonders unter den
Katholiken des Auslandes als Ausdruck deutscher Auffassungen wirken
zu können. In allen Ländern hatte von jeher gerade die katholische
Presse mit ungeheuren Schwierigkeiten zu ringen, weil es viel leichter
war, begabte Schriftsteller zu finden, als starke und lebenskräftige
Unternehmungen zu schaffen, welche die finanzielle Leistungsfähigkeit
uufbrachten, um die jährlich steigenden Kosten zu tragen und die von der
neuzeitlichen Entwickelung verlangten Vervollkommnungen durchzuführen-

In vielen Ländern bedeutete die Gründung leistungsfähiger katholischer
Zeitungen ein mühseliges Ringen mit geldlichen Schwierigkeiten. Die vom
gesteckten idealen Ziele als Bedingung geforderte grundsätzliche
Unabhängigkeit solcher Zeitungen mußte mit den wünschenswerten
Erwerbsmöglichkeiten, wobei besonders an den Anzeigenteil zu denken
ist, in Widerspruch geraten. Die vielfach freiwillig gewährte Unter-
stützung durch Einzelpersönlichkeiten und Vereine schuf wieder Ab-
hängigkeiten anderen Charakters, die ebenfalls die innere Spannkraft
einer Zeitung notwendigerweise herunterdrücken.

Ohne eigene Ueberhebung oder einen Anflug von Jubiläumsstimmung
darf heute gesagt werden, daß die mutige technische Ausgestaltung und
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Kölnischen Volkszeitung im Auslande
vielfach vorbildlich wirkte und daß sie für unternehmende Katholiken
anderer Länder als starker vorandrängender Antrieb einen auf die
        <pb n="262" />
        ﻿eigene Unternehmungslust mitbestimmenden, zur arbeitsfreudigen Tat
aufmunternden Einfluß ausübte.

Darum darf das gegenwärtige Jubiläum auch als Gedenktag der Erfolge
eines arbeitsfreudigen Optimismus gelten, der überzeugungs-
treuen gläubigen Katholiken, die besonderen Grund zu unerschütterlicher
Zuversicht haben dürfen, gar wohl ansteht. Die Klagen über die
Schlechtigkeit der Welt haben noch niemand gebessert; wohl aber haben
sie manches dazu beigetragen, solche Leute, die allerlei hätten bessern
können und die zu bessern verpflichtet waren, in eine trübselige Arbeits-
unlust einzuwiegen, die leicht zur verhängnisvollen Ansteckung werden
kann. Auch in den schwierigsten Zeitläuften ist von der arbeitsfrohen
Unternehmung in Köln stets ein belebender Hauch unverzagten Wagemuts
ausgegangen, der manche schlummernden Kräfte aufs neue weckte und
die Gleichgesinnten zur unverdrossenen Arbeit sammelte.

Vorwärtsblickend gilt es, auf den in einem Jahrhundert rastloser
Arbeit geschaffenen Grundlagen weiterzubauen, Wohl kein Auge vermag
jetzt schon die dunkeln Wolken, die am Gesichtskreis lagern und den
Ausblick hemmen, zu durchdringen. Jeden von uns überkommt leicht
ein Zagen, wenn er an die bitteren Zeiten der nächsten Zukunft denkt,
in denen aus dem wirtschaftlichen, geistigen und sittlichen Schutt des
Weltkrieges der innere und äußere Wiederaufbau der durch eigene
Schuld und schwere Prüfung Gottes niedergeschmetterten Menschheit
erfolgen soll. Daß nach den blutigen Kämpfen des Krieges heiße innere
Kämpfe ihren Anfang nehmen werden, um durch lange Jahre hindurch
auf den Gemütern zu lasten, wird wohl niemand bezweifeln. Um so
mehr ist es dringende Forderung der Zeit, mit festem Willen und un-
erschütterlicher Grundsatzfestigkeit an die neuen Aufgaben heranzutreten
und alle vorhandenen Kräfte dafür zur Verfügung zu stellen. Dessen
wird sich auch unser Jubiläums-Verlagshaus bewußt bleiben.

In allen katholischen Kreisen Deutschlands gewinnt in der letzten
Zeit immer deutlicher die Auffassung Ausdruck, daß gegenüber der
schweren inneren und äußeren Not unseres Volkes, gegenüber der
wachsenden Zersplitterung der Anschauungen auf politischem und
sozialem Gebiete unter dem Einflüsse selbstsüchtiger Rücksichten wirt-
schaftlicher Art, in der Zukunft noch mehr als bisher nur eine kraftvolle,
aus tiefer innerer Wärme strömende Betonung unserer grundsätz-
lichen Ueberzeugungen die auseinanderstrebenden Volksteile im
Hinblick auf höhere Ziele wieder zu gemeinsamer Arbeit einigen kann.
Damit treten Aufgaben hervor, die neue Arbeiten und neue Kämpfe
bedeuten.

Der Jubiläumstag des Kölner Verlages und aller seiner Mitarbeiter ist
wie ein Aufatmen zwischen zwei Arbeitsstunden. Ein inhaltreiches
mühevolles Arbeitsjahrhundert ist abgeschlossen; ein neues Jahrhundert
der Kämpfe und Mühen beginnt. Mit Vertrauen auf Gott heißt es nun-
        <pb n="263" />
        ﻿^ 241

mehr in dies neue vielleicht noch schwerere Jahrhundert einzutreten.
In nomine Domini!

Durch alle Reden des Tages zog sich die Anerkennung dieser
Arbeitsfreude, die ein Grundzug im Wesen aller Firmeninhaber
war und noch ist und die Voraussetzung bildete für das Gedeihen
des groß gewordenen Hauses.

Eröffnet wurde die Feier durch eine Ansprache des Herrn
Franz X. Bachem:

Sehr geehrte Festgäste! Sie wollen mir gestatten, mich zur Einleitung
unserer kriegsmäßig schlichten Feier mit einigen Worten an die Gesamtheit
unserer Geschäftsangehörigen zu wenden, die hier durch Abordnungen
vertreten sind.

Meine Herren! Wenn mir als ältestem Firmainhaber heute, am Tage
des hundertjährigen Bestehens unseres Hauses, die Aufgabe zufällt, Sie
alle auch im Namen meiner Brüder hier herzlich zu begrüßen, so geschieht
das zunächst mit einem Gefühl lebhafter Freude und Genugtuung; vor
allem aber des Dankes gegen unseren Herrgott, dem wir heute morgen
in St. Maria Himmelfahrt, der Stammpfarrkirche der Firma, ,für seine
Gnade und seinen Segen gedankt haben. Er ließ uns diesen seltenen
Tag erleben und hat uns trotz der harten Kriegszeit, unter der jeder von
uns mehr oder weniger leidet, Gedeihen und gute Entwicklung geschenkt.

Die schwere Zeit, in der wir leben, hat verhindert, daß wir den
heutigen Tag mit äußerem festlichen Glanz umgeben, der sonst seiner
Bedeutung wohl entsprochen hätte. Eine große öffentliche Feier mit
Festessen, Musik und Festreden mußten wir uns unter diesen Umständen
versagen. Wir mußten es auch schon um deswillen, weil von den
720 Personen, die im Frieden im Hause tätig waren, zurzeit 228 im
Felde stehen.

Aber unser heutiger bescheidener Festakt gibt uns doch die erwünschte
Gelegenheit, das gute Verhältnis zwischen Prinzipalität und Geschäftsan-
gehörigen in die Erscheinung treten zu lassen, auf das wir Söhne, der
Ueberlieferung unseres Vaters folgend, immer nach Kräften den größten
Wert gelegt haben.

Als vor einem Vierteljahrhundert, am 4. Mai 1893, der Gedenktag des
75jährigen Bestehens unserer Firma begangen wurde, haben die er-
wachsenen männlichen Geschäftsangehörigen, damals 158, in einer Adresse
an unseren seligen Vater folgendes gesagt:

Untrennbar von dem geschäftlichen Aufschwung ist in die Ge-
schichte Ihres Hauses eingetragen die Fürsorge für Ihre Geschäftsan-
gehörigen, deren wir heute in besonderer Dankbarkeit gedenken. Das
kleine Reis der ersten Buchdruckerkrankenkasse in Köln, von Ihrem

100 Jahre J. P, Bachem.	16
        <pb n="264" />
        ﻿seligen Vater am 1. Oktober 1824 gepflanzt, hat trotz mancher Stürme
den Wandel der Zeiten überdauert und spendet heute als weitver-
zweigter Baum den kranken und hilfsbedürftigen Mitgliedern seine
Früchte.

Diese schönen Worte, dem Vater dargebracht, decken sich heute
durchaus mit der Gesinnung der Söhne.

Dieser Gesinnung entsprach es zunächst, daß wir allen über drei Jahre
dem Hause Angehörigen — von den Redakteuren, Prokuristen und Ab-
teilungsvorstehern bis zum jüngsten Hilfsarbeiter — als Jubiläumsgeschenk
denjenigen Betrag überwiesen, der einem glatten Monatseinkommen ent-
sprach. Die betr. Beträge sind schon am 15. April zur Auszahlung ge-
langt, um denjenigen, welche es wünschten, im vaterländischen Interesse
die Beteiligung an der 8. Kriegsanleihe noch zu ermöglichen. Wie wir
hören, haben Herren davon gern Gebrauch gemacht.

Aber der Tag durfte nach unserer Auffassung nicht vorübergehen,
ohne ihn auch durch eine Reihe von Stiftungen für spätere Zeit in der
Erinnerung festzuhalten.

Wir haben daher zunächst der Wohlfahrtseinrichtungen des Hauses
gedacht und dafür eine Anzahl Stiftungen festgelegt. Mein Bruder Robert
wird Ihnen darüber im einzelnen Mitteilung machen.

Außerdem freut es uns, anläßlich des heutigen Tages an eine Reihe
von solchen gemeinnützigen, sozialen und caritativen Vereinigungen,
deren Ziele und Bestrebungen mit denen unseres Hauses übereinstimmen,
besondere Stiftungsbeträge auszahlen zu können. Im einzelnen wird auch
diese mein Bruder zu Ihrer Kenntnis bringen.

Diese Summen brauchen Sie nicht in Erstaunen zu setzen. Gleich
wie der Staat im ganz Großen, so muß auch eine große Privatfirma in ihrem
Kreise eine weitausschauende Politik treiben, die nicht nur an das Nächste
denkt. Wir hatten somit in Voraussicht des heutigen Tages lange Jahre
hindurch Rücklagen gesammelt, die uns ermöglichten, heute diese Aus-
zahlungen und Stiftungen ohne Schwierigkeiten zu bewerkstelligen.

Des weiteren bleibt in diesem Rahmen noch eine Denkschrift „100 Jahre

J.	P. Bachem“ zu erwähnen, die heute als Jubiläumsschrift fertig vor-
liegt. Auf Grund langer und fleißiger Vorarbeiten hat sie Herr Georg
Hölscher verfaßt und Herr Dr. Karl Hoeber hat sie mit einem warmen
Geleitwort versehen. Der Druckereileiter, Herr Oberfaktor Korn, hat sie
in geschmackvoller Weise ausgestattet. Ich benutze gern die Gelegenheit,
diesen Herren den besonderen Dank der Firma hier zum Ausdruck zu
bringen.

Jedem Geschäftsangehörigen wird ein Stück dieser Denkschrift als
Erinnerung an diesen Tag zur Verfügung gestellt werden, nachdem ein
Nachtrag über die heutige Festfeier angefügt sein wird. Nur der Kriegs-
zeit ist es zuzuschreiben, wenn wir der Schrift ein verhältnismäßig be-
scheidenes Gewand gegeben haben, bescheidener als ursprünglich zu
        <pb n="265" />
        ﻿243

Friedenszeiten geplant war und wie es sonst der Bedeutung des Tages
entsprochen hätte. —

Meine sehr verehrten Herren! Lassen Sie mich nun namens der
Firmainhaber Ihnen am heutigen Tage unseren herzlichsten Dank sagen
dafür, daß Sie §alle durch pflichteifrige, treue und besonders in der
Kriegszeit aufopfernde Arbeit zum Gedeihen und Blühen der Firma
J. P. Bachem, jeder an seinem Platz und nach seinen Kräften, bei-
getragen haben.

Zeugnis dessen ist ja auch die hohe Zahl der noch lebenden Haus-
Jubilare: die Jubiläumssehrift weißt 2 goldene und 69 silberne, im ganzen
also 71 Geschäftsjubilare aus allen Zweigen der Firma nach. Eine Ehre
für uns alle!

Ich darf der Hoffnung Ausdruck geben, daß das altüberlieferte, schöne
und gute Verhältnis hier im Hause zwischen Arbeitgebern und Arbeit-
nehmern von uns auch auf unsere Söhne und Enkel übergehen und von
ihnen ebenso gepflegt werde wie von uns.

Ein weiterer Wunsch ist der, daß auch fernerhin bei allen Angehörigen
der Firma jener Geist warmer Vaterlandsliebe unvermindert fortwirken
möge, der uns alle hier beseelt und den wir alle in der gegenwärtigen
Zeit als ein Herzensbedürfnis empfinden. Mit besonderer Genugtuung
arwähne ich die Tatsache, daß von den im Felde stehenden Geschäfts-
ungehörigen 4 das Eiserne Kreuz I. Klasse und 68 das Eiserne Kreuz
fl- Klasse verliehen worden ist. —

Bewegten Herzens gedenke ich zum Schluß derjenigen aus der großen
Firmafamilie, die ihr Leben zum Schutze unserer Heimat dem Vaterlande
zum Opfer gebracht haben. Es sind im ganzen 18 Namen, die auf einer
Ehrentafel in der Denkschrift auf geführt sind. Sie haben im Kampf draußen
Qn den Fronten für uns gestritten und geblutet. Uns daheim geziemt es,
daß wir ihrer uns stets dankbar erinnern.

Daß wir hier in unserer schönen Heimatprovinz ungestört durch den
Krieg, wenn auch unter erschwerten Umständen, unserer Arbeit nach-
§ehen konnten, das verdanken wir unseren tapferen Heeren, unseren
herrlichen Führern und nicht zuletzt demjenigen Manne, der sein ganzes
Leben dem Ausbau des Schutzes des Vaterlandes gewidmet hat. Meine
Karren! Ich bitte Sie, unseren heißen vaterländischen Dank dafür zum
Ausdruck zu bringen. Vereinigen wir uns in dem Huldigungsrufe: Unser
tapferes Heer, unsere ausgezeichneten Heerführer und Seine Majestät,
unser allergnädigster Kaiser und König! Hoch, hoch, hoch!

•iK

Herr Robert Bachem führte ergänzend folgendes aus:

Meine Herren! Im Anschluß an die Ausführungen meines Bruders
Franz kann ich zu meiner Befriedigung mitteilen, daß in dankbarer
        <pb n="266" />
        ﻿Anerkennung der jederzeit opferbereiten, verständnisvollen Mithilfe und
Treue in guten, aber auch in vielen harten, mühevollen Tagen und
Monaten seitens aller Angehörigen des Hauses vom höchsten bis zum
letzten die Firma für die Wohlfahrtseinrichtungen unseres Hauses die
Zinsen einer Summe von M. 250 000,— zu 5°/o gestiftet hat, welche eines-
teils unseren Angestellten zwecks Versorgung im Alter und Invalidität
zugute kommen soll, andernteils den Hinterbliebenen derjenigen, welche
uns durch ihren Heldentod Heimat, Haus und Arbeitsstelle vor dem Feinde
geschützt haben. Ueber die Verwendung dieses Betrages werden wir mit
den Vertretern der Angestellten unserer verschiedenen Abteilungen in
Beratungen eintreten, um danach zu bestimmen, wie diese Summe am
zweckmäßigsten verwendet wird. Bei ersterem Zweck könnte zunächst
z. B. an einen unseren Geschäftsangehörigen sicher willkommenen Aus-
bau der St. Josefskasse gedacht werden.

Damit aber auch für Fälle außergewöhnlicher Not einzelner Ange-
stellter sofort beigesprungen werden kann, hat unsere Mutter, Frau
Catharina Bachem, auf unsere Anregung der Unterstützungskasse der
Firma den Barbetrag von M. 5000,— gestiftet, über deren Verwendung
nach Entscheidung des Vorstandes dieser Kasse, welcher aus dem frei-
gewählten Vorstande unserer Betriebskrankenkasse besteht, bestimmt
wird.

Neben Invalidität und Alter gibt’s aber auch noch Fälle, wo eine
Hilfeleistung unseren Angestellten sehr willkommen sein wird. Bisher
wurde ja schon bei der ersten hl. Kommunion oder Konfirmation der Kinder
ein Zuschuß gewährt. Dieser könnte erhöht werden. Auch wäre zu
überlegen, ob bei der Geburt eines Kindes aus Mitteln unseres Hauses
eine Gabe gewährt wird. Ein gleiches könnte in Aussicht genommen
werden für den traurigen Fall des Verlustes eines minderjährigen Kindes,
welches noch nicht einer Krankenkasse angehört. Für letztere Zwecke
hat unsere Mutter einen weiteren Betrag von M. *10000,— in 5°/oiger
Kriegsanleihe gestiftet. Auch über die zweckmäßigste Verwendung dieser
Summe werden wir vor endgültiger Entscheidung mit den Vertretern
unserer Angestellten in Beratungen eintreten, um danach erst die Be-
stimmungen zu treffen.

Unser Beruf hat die Firma in ihren sämtlichen Abteilungen: Verlag
der Kölnischen Volkszeitung und des Kölner Local-Anzeigers, Buch-
druckerei und Verlagsbuchhandlung mit einer großen Zahl von gemein-
nützigen, sozialen und caritativen Vereinigungen in Verbindung gebracht,
deren Ziele und Bestrebungen mit denen unseres Hauses übereinstimmen.
Leider konnten wir sie nicht alle berücksichtigen, aber es war uns doch
ein Herzensbedürfnis, wenigstens einem erheblichen Teil dieser Organi-
sationen bei Gelegenheit des hundertjährigen Bestehens der Firma erneut
unsere Anteilnahme zu beweisen. Dementsprechend sind seitens der
Firma folgende Stiftungen beschlossen worden
        <pb n="267" />
        ﻿Ludendorffspende für die Kriegsbeschädigten..............M. 10000,—

Kriegswaisen der Stadt Köln..............................„ 3000,—

Hinterbliebenen der gefallenen Helden des Kartellverbandes
der Kath. Studentenvereine Deutschlands, des Verbandes
der Kath. deutschen Studentenverbindungen, sowie des

2000,—
5000,—
5 000,—
5000,—
5000,—
5000,—
5000,—
5000,—
5000,—
3000,—
3000,—
3000,—
3000,—
3000,—
3000,—

Unitasverbandes......................................

Verein vom hl. Karl Borromäus in Bonn................

Görres-Gesellschaft..................................

Volksverein für das kath. Deutschland................

Augustinus-Verein zur Pflege der kath. Presse........

Verein Deutscher Zeitungsverleger....................

Deutscher Buchdrucker-Verein, Leipzig................

Börsenverein der Deutschen Buchhändler, Leipzig . • •

Bonifatius-Verein, Paderborn.........................

Albertus-Magnus-Verein...............................

Hildegardis-Verein ..................................

Deutscher Verein vom Hl. Lande.......................

St. Franziskus Xaverius-Missionsverein...............

St. Engelbertus-Verein...............................

Kath. Arbeitervereine Kölns........................ • •

Stadtverordnetenausschuß für die Herausgabe der Kommunal-
politischen Blätter...................................

Verband der Kath. kaufmännischen Vereine.............

Caritas-Verband, Freiburg i. B.......................

Kath. Frauenbund, Zentrale Köln......................

Kath. Frauenbund, Zweigverein Köln...................

St. Elisabethen-Vereine von St. Gereon, St. Andreas, St. Maria

Himmelfahrt und St. Ursula.......................zus-

St. Vinzenzvereine derselben Pfarreien........... • zus-

Kölner Zentrumspartei................................

Karl Muth-Stiftung...................................

Armenstiftung der Familie Bachem in Erpel............

Diese Beträge sind teils in bar, teils in 5*/oiger Deutscher Kriegs
Anleihe den betr. Organisationen in den letzten Tagen bereits zu-
gegangen.

Die Inhaber der Firma hoffen, daß diese Stiftungen einerseits das
innige Band, welches bisher zwischen Firmainhabern und ihren sämt-
lichen Angestellten bestanden hat, hierdurch eine neue Stärkung erfahren
niöge und daß andererseits den idealen Bestrebungen der von uns

3000,—

2000,—

2000,—

2000,—

1000,—

1000,—
1000,—
2000,—

4	000,—

5	000,—
        <pb n="268" />
        ﻿bedachten Organisationen eine kräftige Weiterentwicklung ermöglicht
werde. Das walte Gott!

«5k,

Nachdem der laute Ausdruck der Dankbarkeit für die reichen
Zuwendungen sich gelegt hatte, trat als erster Träger eines Glück-
wunsches das sechsjährige Söhnchen des Herrn Hans Bachem,
Franz Heinz als ältester Vertreter der vierten Generation mit
folgendem Spruch vor seinen Großvater:

Oft wenn ich wollte vorlaut sein,

Ermahnte mich mein Mütterlein;

Wenn große Leut’ beisammen sind,

Muß schweigen ein bescheidnes Kind.

Doch heute darf im Kreis der Gäste
An Bachems frohem Jubelfeste
Als Erster öffnen ich den Mund.

Das hat auch seinen guten Grund!

Ein Verslein sag’ ich Euch zum Preis,

Des jüngsten Stammes ältstes Reis:

Hoch soll die Firma Bachem leben!

Mög’ Gott ihr seinen Segen geben
Und Euch erhalten viele Jahr’!

Drum will ich beten immerdar.

Und wenn ich groß bin, sollt I h r ruh’n,

Dann will ich Eure Arbeit tun,

Und will ein echter Bachem sein
So wie mein liebes Väterlein.

Nun ruf’ ich nochmals laut Hurra!

Hoch Onkels! Und hoch Großpapa!

Nach diesem frisch und herzhaft dargebrachten Wunsch nahm
Redakteur Dr. Karl Hoeber das Wort:

Sehr geehrte Festversammlung! Mitten im brandenden, tosenden
Wogendrang des furchtbaren Weltringens sind wir in diesem Saale zu
einer schlichten Feier versammelt. Diese Feier gilt der heute vor hundert
Jahren erfolgten Gründung der Firma J. P. Bachem. Da erheben wir,
wie es mein Vorredner bereits getan hat, unseren ersten Gedanken und
unseres Herzens wärmste Gefühle empor zu dem Allmächtigen und All-
gütigen, dessen segnende Hand durch ein Jahrhundert sichtbarlich auf
diesem Hause geruht hat, und wir verbinden damit das Gelöbnis, daß
auch wir, die wir an der Redaktion der Kölnischen Volkszeitung und des
        <pb n="269" />
        ﻿^ 247

Kölner Local-Anzeigers zum Mitraten und Mitarbeiten berufen sind, all
unser Wirken und Schaffen unter den Schutz Gottes stellen wollen,
durchdrungen von der Ueberzeugung: Wenn der Herr das Haus nicht
baut, arbeiten umsonst, die daran bauen.

Wir gedenken in aufrichtiger Pietät der beiden ersten Gründer dieser
Firma, Johann Peter Bachem und Lambert Bachem. Sie haben kurz
nach der Einverleibung der Rheinlande in den Großstaat Preußen in ihrem
Bereiche und mit ihren Mitteln das, was König Friedrich Wilhelm III.
als vordringliche Aufgabe des Staates bezeichnet hat, zu erfüllen getrachtet,
nämlich dem Volke durch die Pflege geistiger Güter das zu ersetzen, was
es in langen Kriegsjahren an physischer Kraft verloren hatte.

In stetiger, kluger, tatkräftiger Weiterführung hat dann Josef Bachem
die Absichten der beiden Gründer verwirklicht und hat der Verlagsfirma
ein in Staat und Kirche festgegründetes Ansehen verschafft, ja über die
Grenzen des deutschen Sprachgebietes hinaus, ich darf es sagen, einen
Weltruf erworben. Die drei Männer haben nicht bloß als Kinder ihrer
Zeit gelebt und für ihre Zeit gearbeitet; sie haben auch ihre Herzens-
frömmigkeit und ihre Nächstenliebe, ihren Fleiß, ihre Pflichttreue und
ihre Opferwilligkeit als gereifte Früchte und als kostbares Vermächtnis
ihren Nachfolgern und Erben überantwortet; diese dürfen wir an ihrem
Ehrentage mit den Worten des Dichters beglückwünschen:

Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt,

Der froh von ihren Taten, ihrer Größe
Den Hörer unterhält, und still sich freuend,

Ans Ende dieser schönen Reihe sich
Geschlossen sieht.

Als einzige unmittelbare Zeugin aus der Zeit des ersten Aufschwunges
der Firma lebt noch in hohem Alter von beinahe 88 Jahren Frau Catha-
rina Bachem, die Witwe Josefs Bachem. In ihrer staunenswerten
Deistesfrische nimmt sie in ihrem stillen Heim im Siebengebirge teil an
dieser Gedächtnisfeier, und es ist mir eine freudig empfundene Pflicht,
von dieser Stelle aus ihr unsere Grüße und unseren Glückwunsch zu
entbieten und daneben den ganz besonderen Wunsch, daß der Friede
bald in diese Lande wieder einziehe und mit seinen milden Strahlen den
Lebensabend von Frau Bachem noch lange verschönen möge. (Bravo!)
Das, was die Gründer der Firma J. P. Bachem in Köln geschaffen haben,
das hatte nicht bloß örtliche Bedeutung, es wuchs hinaus über die
Mauern und über das Weichbild Kölns und schuf durch den Buchverlag
und durch die Kölnische Volkszeitung zumal einen geistigen Güteraus-
tausch zwischen der rheinischen Hauptstadt und dem großen deutschen
Vaterland.

Die Quellen, aus denen die Inhaber und die Leiter dieses Hauses ihre
Kraft zu ihren weitblickenden Unternehmungen geschöpft haben, waren
        <pb n="270" />
        ﻿das unerschütterliche Gottvertrauen und das stark ausgeprägte soziale
Pflichtgefühl. Das soziale Empfinden hat sie in Zeiten, da man in kauf-
männischen und industriellen Kreisen solchen Einrichtungen oft noch
recht bedenkenvoll gegenüberstand, veranlaßt, für ihre Angestellten und
ihre Arbeiter Wohlfahrtseinrichtungen der Kranken-, Invaliden- und
Altersversicherung zu schaffen. Sie haben dadurch bei allen Angehörigen
der Firma den Gemeinschaftsgeist und die Freude an ihrer, wie auch
immer gearteten Tätigkeit gemehrt und gefördert, so daß wir auf sie das
schönste Preislied auf die Arbeit buchstäblich anwenden können:

Tausend fleiß’ge Hände regen,

Helfen sich in munterm Bund’,

Und in feurigem Bewegen
Werden alle Kräfte kund.

Der soziale Wille, der soziale Gedanke empfing in diesem Hause seine
stete Nahrung durch die Verbindung mit den beiden gewaltigen Mächten,
deren Wesen und Prinzip die Gemeinschaftsidee ist: Kirche und Vater-
land. Ihre wärmste Betätigung und Bekräftigung fand dieser soziale
Gedanke und soziale Wille während dieses Krieges in der Heimat und
an den Fronten. Seit den glorreichen Augusttagen 1911!, da der Selbst-
erhaltungsdrang und die heiße Vaterlandsliebe das ganze deutsche Volk
zusammenschloß, hat der Krieg uns kein freudvolles, kein leidvolles Ge-
schehnis gebracht, das von den Mitgliedern dieses Hauses nicht so emp-
funden wäre, als ob es jeden einzelnen persönlich anginge. Möge dieser
soziale Geist, dieser echte Familiengeist auch im zweiten Jahrhundert
des Bestehens der Firma J. P. Bachem ihr ein leuchtender, ein treuer
Leitstern sein in einem siegesfreudigen, starken und stolzen deutschen
Reich. Dazu gebe Gott seinen Segen!

•».

Im Namen der kaufmännischen Angestellten aller
Betriebe des Hauses führte Prokurist Bonifaz Gutberiet
folgendes aus:

Die kaufmännischen Angestellten nehmen an dem heutigen Jubeltage
der Firma J. P. Bachem ganz besonders herzlichen Anteil. War es doch
reger kaufmännischer Geist, der heute vor hundert Jahren den Grund-
stein des Hauses Bachem legte. Rasche Entschlüsse nach gründlicher
Erwägung, kühner Wagemut und zähe Ausdauer in der Verfolgung des
gesteckten Zieles werden dem Gründer, seinem Bruder, dem Sohn und
den Enkeln mit Recht nachgerühmt, und Dank dieser hervorragenden
kaufmännischen Eigenschaften hat sich die Firma eine der ersten Stellen
unter den gleichartigen Unternehmungen Deutschlands errungen.
        <pb n="271" />
        ﻿249

Hand in Hand mit dem Aufschwung des Unternehmens ging aber
eine warme Anteilnahme an dem Wohlergehen der im Geschäft
tätigen Mitarbeiter. Nicht nur, daß Angestellte und Arbeiterschaft die
richtige Anerkennung ihrer Leistungen in auskömmlichem Verdienst
fanden, gründete die Firma auch verschiedene segensreich wirkende
Kassen für die Zeit der Not und des Alters. Und darüber hinaus hat sie
manch einem treuen Mitarbeiter, nachdem er seine Arbeitskraft dem Ge-
schäfte gewidmet hatte, durch großzügige freiwillige Beihilfe einen sorgen-
freien Lebensabend ermöglicht. Daß auch die Hinterbliebenen verstor-
bener Geschäftsangehörigen sich der hochherzigen Fürsorge der Firma
erfreuen konnten und erfreuen, möge bei diesem Anlaß auch einmal
offen dankbare Anerkennung finden.

All dies stille segensreiche Wirken unserer Firma ist um so höher an-
zuerkennen, wenn man bedenkt, daß das Unternehmen weitgehend nicht
reinen Erwerbszwecken, sondern ideellen und kulturellen Interessen
dient. Wer eine lange Zeit der Entwicklung der Firma miterlebt hat,
weiß, in welch umfangreichem Maße jahrzehntelang gerade unsere
Zeitungen — die im Dienste des öffentlichen Wohles stehen — ganz erheb-
liche Zubußen aus mühsam erworbenen Gewinnen anderer Abteilungen
erforderten.

Das wäre im gleichen Maße nicht vonnöten gewesen, wenn die
Firma nicht selbst bei rein geschäftlichen Anlässen es immer als selbst-
verständliche Pflicht betrachtet hätte, auf jede Einnahme zu verzichten,
durch welche irgendwie in der Oeffentlichkeit ein auch nur halbwegs
berechtigter Anlaß zum Einspruch hätte gefunden werden können. Um
nur eines aus meiner Abteilung — dem Anzeigenteil der Zeitungen —
unzuführen, kann ich darauf hinweisen, daß — was selbst den Mitar-
beitern im eignen Hause nicht genau bekannt sein dürfte — die Kölnische
Volkszeitung und der Kölner Local-Anzeiger in den letzten 18 Jahren
für nicht weniger als über 200000 Mark erstmalige Anzeigen-
Aufträge ablehnten,und zwar aus religiösen, sittlichen, ja selbst aus
Gründen des guten Geschmacks und rein wirtschaftlichen Rücksichten
auf den Leserkreis. Bedenkt man, daß die Besteller dieser Aufträge,
Wäre die erstmalige Ablehnung nicht erfolgt, jahrelang Kundschaft ge-
worden wären, so erhöht sich die genannte Summe um ein Vielfaches an
freiwillig abgelehnten Einnahmen aus ideellen Rücksichten.

Von den kaufmännischen Mitarbeitern des Hauses ist mir nun der
ehrenvolle Auftrag geworden, den Dank auszusprechen für die uns allen
aus Anlaß des heutigen Jubiläums zuteil gewordene Zuweisung
eines vollen Monatsverdienstes. Diesen Dank soll ich vornehm-
lich auch namens unserer im Dienste des Vaterlandes draußen vor dem
Feinde stehenden Kollegen aussprechen. Diese alle wissen durch die treue
Fürsorge der Firma ihre Lieben daheim vor banger Sorge um die Not-
durft des Lebens in dieser schweren Kriegszeit behütet.
        <pb n="272" />
        ﻿Alle unsere Glückwünsche klingen aus in dem deutschen Kernspruch,
mit dem ich meine Worte schließen möchte; Unserer verehrten Firma noch
recht lange Jahre Treue um Treue!

Redner überreichte den Firmeninhabern ein Album mit den
aus dem Felde eingelaufenen Glückwünschen, die meist mit den
Lichtbildern der Absender verbunden waren.

Das sog. Jubiläums-BIäschen sah wie folgt aus:

t

1818-191$

(	Jubiläum^

er Jirma J, p.	R6I



om4.Hlai 1918

I

Porou03at)luti0 der ^ubüäumsgobc
im Öetro0e eines JTlonatßgdjalteß mit

(EDlrd bereite heute ouegejahlt, um Gelegenheit
jur ßeteiligung an der 8. Kriegsanleihe ju geben,
deren letzter geidjnungetag der 18. Rpril 1918 ifl.)

Kdln, den 15. Bptlll918.

Harne;
        <pb n="273" />
        ﻿

Oberfaktor Anton Korn sprach im Namen der Angestellten
des technischen Betriebs und erörterte die Gründe dafür,
daß die Firma so groß geworden ist, daß sie weit über die
Grenzen Deutschlands einen berechtigten Ruf genießt.

Man sagt im gewöhnlichen Leben: Die Firma hat Glück gehabt! Was
heißt Glück? Glück bedeutet Arbeit. Wenn ich an die Zeit zurückdenke,
da ich vor mehr als *1*1 Jahren, kaum der Schule entwachsen, in den
Geschäftsverband aufgenommen wurde, und an die den heutigen Verhält-
nissen gegenüber bescheidenen Zustände bei der Firma, dann muß ich
sagen: Es muß etwas ganz besonderes sein, daß die Firma in diesen
Jahren einen solchen Umfang angenommen hat. Ich erinnere mich der
damaligen Zeit, als ich bei Korrektor Halter als Vorleser tätig war: Wurde
ich geschickt, ein paar Stahlfedern holen, so gab mir Hr. Robert Bachem
sen., in Papier eingewickelt, zwei gebrauchte aus. Für die Herren,
die kalligraphisch schreiben mußten, waren die neuen Federn, für die
Korrektoren und die übrigen Herren, auf deren Schönschrift kein Wert
gelegt zu werden brauchte, genügten die alten. Ebenso wurden unserm
Farbendrucker, dem alten Kramer, wenn er Farben mischen mußte, einige
Körnchen blaue, rote oder gelbe Farbe ausgeliefert mit der Mahnung:
„Nun aber auch sparsam sein!“ Das ist der Geist weiser Sparsamkeit,
der damals im Hause herrschte, und der auf die heutige Generation über-
gegangen ist.

Wenn ich bedenke, daß damals auf der Zeitungssetzerei 15 Setzer und
in der Akzidenzsetzerei 2 Setzer beschäftigt und alle diese Leute in einem
Raume untergebracht waren, der noch nicht so groß war wie dieser
Museumssaal, und damit vergleiche, wie wir heute zehnmal so große
Räume notwendig haben, um allein unsere Setzer unterzubringen, so
muß ich sagen; Es ist etwas besonderes geschehen. Wenn ich die ein-
fache Doppelflachmaschine, welche damals die Zeitung druckte und Muße
hatte, das zu besorgen, vergleiche mit unseren heutigen zehn Rotations-
maschinen, die nicht imstande sind, die an sie gestellten Anforderungen
zu erfüllen, dann muß ich sagen: Es ist ein Aufschwung, wie er selten

vorkommt.

Herr Josef Bachem war das Bild der Arbeitsamkeit, von morgens früh
his abends spät jederzeit willig, den Anforderungen, die das Geschäft an
ihn stellte, entgegenzukommen. Wenn ich ihm abends um 9 Uhr noch
Korrekturen brachte, konnte ich sicher sein, daß sie andern Morgens
durchgesehen und durchgeackert dalagen, durchgeackert sage ich, denn
er tat nichts oberflächlich. Das war der Geist der Arbeitsamkeit,
her von ihm übergegangen ist auf die späteren Generationen. Wir haben
hier schon die Zusammenfassung von Sparsamkeit, Arbeitsamkeit und
Fleiß. Ich hatte vor wenigen Wochen das Vergnügen, bei Frau Katharina
Bachem in Honnef ein paar Stunden zu Gast zu sein. Als ich eintrat,
        <pb n="274" />
        ﻿

war diese 88jährige würdige Dame mit dem Stricken eines Kinderjäckchens
beschäftigt. Also in diesen Jahren noch dieser Fleiß! Und wenn ich die
wohltuende Wärme, die von dieser Dame ausstrahlte, betrachte, muß ich
sagen: Solche Mutter muß auch solche Söhne haben!

Wir haben eben gehört, welch offene Hand Firma und Familie
Bachem besitzen. Dieses Dreigestirn der Sparsamkeit, der Arbeitsamkeit
und der offenen Hand, das bildet das „Glück“, das über dem Hause Bachem
schwebt, und das uns hoffentlich noch viele, viele Jahre treu bleiben wird.

Meine Herren Bachem! Die Bilder des eingezogenen Kontorpersonals
haben Sie bereits erhalten. Auch vom technischen Personal hat jeder
sein Bild geschickt und einen Glückwunsch dazu geschrieben. Ich über-
reiche Ihnen alle zur bleibenden Erinnerung an den heutigen Tag. Diese
Mitarbeiter, die draußen an den Fronten stehen, wissen und fühlen, daß
bei den Unterstützungen, die die Firma ihren Daheimgebliebenen gern und
freudig gibt, ihre Familien geborgen sind, und geben daher bis zu ihrer
Rückkehr in unser Geschäft gern dem Vaterlande, was dem Vaterlande
gebührt.

Die sämtlichen Angestellten des Hauses folgen gerne der Sitte der
Zeit, ihre Gesinnung in einem Gedenkblatt niederzulegen, das ich der
Firma hiermit überreiche (vgl. die Abbildung). Es hat folgenden Wortlaut:

Hundert Jahre geistigen Schaffens, kaufmännischer und gewerb-
licher Leistungen hat die Firma J. P. Bachem am il. Mai 1918, im
vierten Jahre des großen Weltkrieges vollendet und sich unter Leitung
von Gliedern der Familie aus kleinen Anfängen zu einem Unternehmen
von Weltruf entwickelt. Dankbaren Herzens widmen zum heutigen
Tage die Angehörigen aller Abteilungen des Hauses den derzeitigen
Firmen-Inhabern dieses im eigenen Betriebe hergestellte Gedenkblatt
zum Zeichen treuer Anhänglichkeit mit dem Wunsche, daß Gottes Segen
auch bis in die fernsten Zeiten dem Unternehmen und allen Mitgliedern
der Familie Bachem zuteil werden möge.

Köln, den 4. Mai 1918

Die Redaktion der Kölnischen Volkszeitung und des
Kölner Local-Anzeigers

Das kaufmännische Personal des Buchverlags, der Druckerei,
des Zeitungsverlags

Das Personal des technischen Betriebes

Meine Herren! Ich weiß, daß Sie nicht nach Lorbeer geizen, aber Sie
sollen den Lorbeer heute haben. Das Ornament im Lederschnitt des Rahmens
bildet nur Lorbeer. Die knorrigen Wurzeln, aus denen es erwächst, sind
Ihre Ahnen, sind diejenigen, die das Fundament gebaut haben zu dem,
was heute ist. Dieses ganze Gedenkblatt ist hergestellt in der Abteilung
für Kunstarbeiten im Hause. Es weist Originallederhandarbeit auf, die
        <pb n="275" />
        ﻿Sinnbilder der KV, des Verlags und der Druckerei sind in Kupfer mit
der Hand getrieben. Das Blatt ist auf echtem Pergament gemalt.

Wir alle aus dem technischen Betriebe versprechen auch in Zukunft
treu zur Firma zu halten wie bisher. Damit sprechen wir den Wunsch
aus, daß das bisherige gute Verhältnis, das patriarchalische Verhältnis,
wenn wir es so nennen wollen, ferner bestehen möge, und daß nach
weiteren hundert Jahren das Verhältnis noch immer ein gleich gutes
sein möge. Das walte Gott!

Hr. Franz X. Bachem dankte kurz zusammenfassend:

Es ist mir ein Herzensbedürfnis, den drei Vertretern unserer Haupt-
geschäftszweige, die soeben gesprochen haben, namens der Firma unsern
herzlichsten Dank zu sagen für die warmen und zu Herzen gehenden
Worte, die allen Anwesenden gezeigt haben, welcher Geist in Wirklich-
keit in unserm Hause herrscht.

Sehr verehrte Herren! In den Veröffentlichungen des heutigen Tages,
sowohl in der Denkschrift, wie auch in dem Festartikel in der Morgen-
Ausgabe der KV, werden Sie einen Gedanken finden, der gewissermaßen
als Leitsatz herausleuchtet, ein Gedanke, der mir persönlich immer überaus
sympathisch gewesen ist, der Gedanke des arbeitsfreudigen Opti-
mismus. Ich kann nur wünschen, daß dieser arbeitsfreudige Optimismus,
der auch aus den Worten der Herren, die uns beglückwünschten, heraus-
leuchtete, fernerhin in unserm Hause walten und in Wirkung bleiben möge.
Ich habe das Gefühl, daß dies auch dauernd der Fall sein wird. Deshalb
freue ich mich auf die Zeit, die kommen wird, auf die Zeit der weitern
Zusammenarbeit. Nochmals herzlichen Dank!

Hieran schloß sich die große Zahl der außerhalb des Hauses
stehenden Glückwünschenden an.

Herr Oberlandesgerichtspräsident Dr. Frenken entledigte
sich zunächst eines amtlichen Auftrages:

Seine Majestät der König haben allergnädigst geruht, den Herrn
Justizrat Dr. Karl Bachem zum Geheimen Justizrat zu ernennen.
Herr Geheimrat! Ich überreiche Ihnen diese Auszeichnung nebst einem
Schreiben meines Herrn Chefs, des Herrn Justizministers, und knüpfe
daran meinen herzlichsten Glückwunsch. Persönlich freue ich mich, der
Uebermittler dieser Auszeichnung zu sein. Haben wir doch seit vielen
Jahren in freundschaftlichen Beziehungen zueinander gestanden, Be-
ziehungen, die schon lange Jahre in Berlin gewährt haben, Beziehungen,
die in weitgehender Uebereinstimmung unserer Anschauungen auf hoch-
wichtigen Gebieten, in Gemeinsamkeit idealer Interessen festverankert
        <pb n="276" />
        ﻿sind. Aus kleinen Anfängen hervorgegangen, ist die Firma zur Weltfirma
geworden. Für die weitere Zukunft die allerbesten Glückwünsche! Ich
schaue mit Ihnen, meine Herren, vertrauensvoll in die Zukunft, mag ihr
Dunkel namentlich in der gegenwärtigen Zeit noch so undurchdringlich
sein, mag sie an Schwierigkeiten das vergangene Jahrhundert überbieten.
Vivat, floreat, crescat!

*s&gt;-

Herr Regierungspräsident von Starck sprach als Vertreter
der allgemeinen Staatsverwaltung;

Ich bin berechtigt zu der Annahme, daß die Königliche Staatsregierung
ihrer Wertschätzung für den Verlag von J. P. Bachem und die in ihm
tätigen Personen auch noch weitern sichtbaren Ausdruck zu geben be-
absichtigt')• Eine Firma, wie die Ihrige, die in ihrem Verlage von jeher
Werke hat erscheinen lassen, die einen starken Einfluß auf das öffentliche
Leben zu nehmen beabsichtigten, die insbesondere sich mit dem Verlag
der Tagespresse beschäftigte, hat von jeher die Aufmerksamkeit der
Regierung erregt, und diese Aufmerksamkeit ist in der langen Geschichte
des Hauses nicht immer eine sehr wohlwollende gewesen. Wenn früher
der Königliche Regierungspräsident in der Geschichte der Firma J. P.
Bachem auftritt, war seine Mission häufig für beide Teile keine sehr
erfreuliche. Um so mehr freut es mich, heute sagen zu können, daß alle
diese Dinge als Episoden der Vergangenheit angehören, und mit freudigem
Herzen und aus voller Ueberzeugung kann ich heute der Firma die
Anerkennung für die Vergangenheit und meine herzlichsten Glück-
wünsche für die Zukunft aussprechen. Denn die Zeiten haben sich
gewandelt. Diejenigen politischen Kräfte, die öfter der Staatsregierung
im Kampfe gegenübergestanden haben, und diejenigen politischen Kräfte,
mit denen die Firma J. P. Bachem von jeher verknüpft gewesen ist und
die mit ihrer Größe unzertrennlich verbunden gewesen, sind heute die

') Die damit in Aussicht gestellten Auszeichnungen sind später
bekannt gegeben worden. Es erhielten: den Roten Adlerorden
IV. Klasse die Herren Franz X. Bachem, Robert Bachem und
Hauptredakteur der KV Dr. Karl Hoeber; den Kronenorden
IV. Klasse der Vorsteher der Buchverlagsabteilung Prokurist J. Schmitz
und der Vorsteher des Zeitungsverlags-Kontors, Prokurist H. Sombetzki;
das Verdienstkreuz in Silber der Oberfaktor A. Korn und der
Zeitungsfaktor und Vorsteher der Zeitungssetzerei Stadtverordneter
J. Rings; das Allgemeine Ehrenzeichen der Vorsteher der Ver-
sendungsabteilung des L.-A. Th. Bonn, der Vorsteher der Buchverlags-
versendung J. Breuer, der Oberkorrektor der Köln. Volksztg. Quirin
Brüls, der Metteur am L.-A. Ant. Dresen, der Vorsteher des Ver-
packungssaals der KV W. Laufenberg, der Vorsteher der Anzeigen-
setzerei der KV P. Mosbach und der Flactimaschinenmeister J. Schmalz.
        <pb n="277" />
        ﻿stärkstenStützen des Staates und die stärksten Stützen der Regierung
und der leitenden Staatsmänner, deren Oberster im Deutschen Reiche
und in der preußischen Monarchie aus diesen Reihen gewählt wurde,
ein Mann, der der Firma J. P. Bachem des öfteren seine Feder geliehen hat.

Ich möchte aber heute nicht so sehr die politische Seite des Verlages
hervorheben, sondern mich mehr an die Familie wenden. Es ist
außerordentlich selten, daß eine Familie imstande ist, ein Geschäft,
einen Verlag, hundert Jahre lang in Besitz zu haben, und noch viel
seltener, daß eine Familie hundert Jahre lang immer die Kräfte stellt,
die nicht nur die Firma besitzen, sondern sie auch leiten. Daß das
möglich gewesen ist, verdankt sie dem Umstand, daß sie in allen
Generationen nicht nur eine, sondern mehrere hervorragende Kräfte zur
Verfügung gehabt hat, so daß, wenn einer, müde von der Arbeit, die
Hände in den Schoß legte, neben ihm, unter ihm schon wieder andere
Kräfte emporgewachsen waren, die die Fahne aufgriffen, und die die
Firma aufwärts und vorwärts weiter führten. Die Entwicklung des
Hauses hat in einem kleinen Laden in der Hohestraße ihren Anfang
genommen und es zu diesem riesigen Geschäftshause gebracht, in dem
wir heute versammelt sind. Sie hat es von der kleinen Buchhandlung
zu einer Firma von Weltruf gebracht, deren innere Stärke uns vorhin
die außerordentlich reichen Stiftungen offenbart haben.

Daß diese Männer, die Mitglieder der Familie Bachem, ihre Sache so
führen konnten, wie sie sie geführt haben, das verdanken sie den Eigen-
schaften, die in allen Mitgliedern derselben lebendig gewesen sind. Es
ist die im Boden des Christentums, hier des katholischen Bekenntnisses,
wurzelnde unermüdliche Pflichttreue und die A r b e i t s f r e u d i g k e i t.
Damit war verbunden eine stets fleckenlose Ehrbarkeit und ein
mutiges Bekenntnis zu ihrer Ueberzeugung. Bei der Gründung der
Kölnischen Volkszeitung wurde der Grundsatz aufgestellt: sie sollte
katholisch, konservativ und patriotisch sein. Diese Grundsätze haben
die Familie groß gemacht. Sie sind in der Vergangenheit hoch gehalten
Worden und leben in den heutigen Mitgliedern der Familie. Und so
dürfen wir, in die nächsten hundert Jahre blickend, hoffen, daß diese
guten Grundsätze zu einer weiteren Vorwärts- und Aufwärtsbewegung
führen werden, zum Nutzen der Firma J. P. Bachem, zum Nutzen auch
des Staates, dem solche Familien nur erwünscht sein können.

Herr Domkapitular Prälat Dr. Blank, als Vertreter des Herrn
Kardinals von Hartmann, Erzbischofs von Köln:

Es ist selbstverständlich, daß an einem so großartigen Jubiläum der
Fipma, die hundert Jahre schon zurückgelegt hat, bei einem Verlag, der
Quch so große religiöse Verdienste hat, der Erzbischof von Köln ein
        <pb n="278" />
        ﻿256

großes Interesse nimmt. Es ist sicher, daß der Verlag von J. P. Bachem,
daß besonders die Kölnische Volkszeitung, die jetzt auf der Höhe, voll-
ständig und unbestritten auf der Höhe ist, in der katholischen Presse
die führende Rolle hat, daß sie viel gewirkt hat, gerade im Sinne des
Erzbischofs von Köln, dem zunächst die Pflicht der Erhaltung und des
Schutzes der Religion am Herzen liegt. Redner gab im Namen des Herrn
Erzbischofs und Kardinals dem Wunsche Ausdruck, daß der Aufstieg der
Firma weiter gehe, daß die jetzigen Herren Bachem, die im Sinne der
Väter arbeiten und die Fahne, die der alte J. P. Bachem getragen hat,
weiter tragen und zur ferneren Entfaltung bringen. Dazu gebe der Herr
Erzbischof gerne seinen Segen. Ihm persönlich sei es eine große Freude,
daß er der Träger dieser Botschaft Sr. Eminenz sein könne. Er verbinde
damit seine persönlichen Glück- und Segenswünsche.

•S.

Herr Oberbürgermeister Adenauer überbrachte Glückwünsche
namens der Stadt Köln:

Die Glückwünsche, die ich als Oberbürgermeister der Stadt, in der
Sie nun seit hundert Jahren wirken und schaffen, Ihnen ausspreche, sind
von besonderer Wärme und von besonderer Freude getragen. Wenn Sie
an sich vorüberziehen lassen, was diese hundert Jahre an Umwälzungen
und Fortschritten, auf technischem, auf kulturellem, politischem und
kirchlichem Gebiet gebracht haben, dann können Sie einigermaßen er-
messen, welche Pflichttreue, welch ehrliche Konsequenz und
welch Unentwegter idealismus in diesen hundert Jahren hier tätig
gewesen sein müssen, um den von Anfang an hochgesteckten Idealen
treu zu bleiben, trotzdem aber auch den Fortschritten der Zeit zu genügen.
Selbst wer wie ich sich rühmen darf, ein Freund der Herren Bachem
und ein alter Leser und Freund Ihrer Zeitung zu sein, ahnt ja nur im
entferntesten, welche Unsummen von Schwierigkeiten und inneren sowie
behördlichen Widerständen und Reibungen in diesen hundert Jahren im
Schoße der Firma ausgestanden worden sind. Um so höher muß unsere
Bewunderung sein für die Männer, ich nenne nur den verstorbenen Vater
der heutigen Herren Chefs, die es verstanden haben, allen Schwierigkeiten
zum Trotz die Firma hochzubringen. Welch hohe Auffassung von Idealis-
mus und w ah rer echterR e li gi osit ät muß in dieser Familie herrschen,
wenn es ihr gelungen ist, immer wieder diese neuen Sprossen zu treiben!

Sie haben, meine verehrten Herren, in Ihrer Tagespresse eine größere
Aufgabe sich gesteckt, als im allgemeinen eine politische Zeitung das
tut. Sie sind einem großen Teile der Bürgerschaft dieser Stadt und
einem großen Teile Deutschlands ein Führer und Wegweiser in manchen
Nöten der Vergangenheit und in religiösen Fragen geworden, so daß
heute ein viel engeres Band zwischen Ihnen und dem großen Kreise
        <pb n="279" />
        ﻿GEISTIGEN SCHAFFENS, KAUF
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        <pb n="280" />
        ﻿257

Ihrer treuen Freunde geknüpft ist. Mit diesen treuen Freunden weiß
ich keinen besseren Wunsch als den, daß auch in dem nächsten Jahr-
hundert sich die Entwicklung der Firma in gleicher Weise fortsetzen
möge, daß immer wieder neue Söhne der Familie da sein mögen, die in
gleicher Arbeitsfreudigkeit das Erbe ihrer Väter hochhalten und der
Firma eine weitere gedeihliche Entwicklung geben.

Hr. Geheimer Kommerzienrat Louis Hagen sprach als Vor-
sitzender der Kölner Handelskammer:

Es ist mir eine besonders ehrenvolle Pflicht, unsere Glückwünsche an
unser bewährtes und tätiges, langjähriges Mitglied, Herrn Robert Bachem,
zu richten, von dessen zukünftiger Mitwirkung die Handelskammer sich
noch viel verspricht. Im Gegensatz zu den Beziehungen zu der König-
lichen Regierung, die der Herr Regierungspräsident vorhin erwähnt hat,
die manchmal auf politischem Gebiete gewisse Trübungen erfahren haben,
waren die Beziehungen der Kölner Handelskammer zur Firma J. P. Bachem
während der ganzen hundert Jahre ihres Bestehens nicht nur die ange-
nehmsten, sondern auch die erfreulichsten. Die Kölner Handelskammer
kann stolz darauf sein, daß innerhalb ihres Bezirks, neben so vielen
andern großen wirtschaftlichen Firmen, zwei Zeitungen Raum gefunden
haben, die die Erleuchtung durch ganz Deutschland und weit darüber
hinaus getragen haben.

Außer den Eigenschaften, die den Inhabern des Hauses bereits nach-
gerühmt wurden, hat auch noch der Familiensinn der Firma Bachem
wesentlich dazu beigetragen, daß sie heute mit an der Spitze ihresgleichen
steht. Und wenn von der starken Wurzel hier in der Adresse der
Geschäftsangehörigen die Rede ist, so muß es heute für die Inhaber der
Firma ein ganz besonderes Glück bedeuten, daß neben der starken Wurzel
auch Ranken vorhanden sind, die frühlingsmäßig sich emporarbeiten, die
eine Gewähr dafür bieten, daß noch auf lange lange Zeit hinaus in dem
gleichen Sinne traditionell gearbeitet wird. Sie bieten Ihnen Gewähr
dafür, daß das, was Sie als Nachfolger Ihres Herrn Vaters geleistet haben,
daß das noch für lange Zeit hinaus geleistet werden wird. Einen schönem
Ausblick, ein schöneres Angebinde für den heutigen Tag kann ich mir
nicht vorstellen, als daß die Kinder auf dem bisher betretenen Wege, an
dem Sie unentwegt hundert Jahre festgehalten, weitere hundert Jahre
v°r sich haben, um mit gleichem Gelingen, gleichem Gedeihen und in
gleichem Sinn zu wirken. Das walte Gott!

Hr. Rechtsanwalt Justizrat Mönnig:

Die Zentrumsfraktion des Kölner
kollegiums sendet den Vorstand hierher,

'00 Jahre J. P. Bachem.

Stadtverordnete n-
um Ihnen, meine hoch-
17
        <pb n="281" />
        ﻿258

verehrten Herren, unsere herzlichsten Grüße zu diesem Tage darzubringen.
Viele Arbeit, die Sie in den vergangenen Jahrzehnten geleistet haben, ist
uns und unseren Arbeiten zugute gekommen. Vor allem sind es zwei
Eigenschaften, die uns unendlich genützt haben. Das ist Ihr Idealismus
und Ihr arbeitsfreudiger Optimismus, wie Hr. Franz Bachem sich
ausdrückte. Wie sollten wir unsere Arbeit erledigen, wenn nicht die
Ideale uns trieben, alles das zu tun, und wie sollten wir oft in der Arbeit
weiterkommen, wenn nicht der arbeitsfreudige Optimismus uns triebe!
Das ist es, wobei gerade Ihre Zeitung, Ihre Unternehmungen uns unter-
stützt haben. Nicht allein, daß Sie unsere Arbeit der Bürgerschaft ver-
mitteln, sie ihr mundgerecht machen, Sie haben auch selbst in Ihrer
Zeitung und in Ihren Unternehmungen selbständig gearbeitet, uns Ihre
Gedanken gebracht, uns unterstützt, unsere Arbeit befruchtet. Und so
haben wir in den letzten Jahren einen erfreulichen Aufschwung gehabt.

Gleichzeitig stattete der Redner noch einen besonderen Dank ab als
Vorsitzender der Stadtverordnetenvereinigung der Rheinischen Zentrums-
partei und der Kommunalpolitischen Vereinigung, vor allem
für die der Vereinigung zu Gunsten ihres Organs, der Kommunalpolitischen
Blätter, zugedachte Jubiläumsgabe. Hr. Robert Bachem habe bei der
Gründung des Organs Pate gestanden und als solcher im Laufe der Jahre
es an Wohlwollen nicht fehlen lassen. Der Pate bringt immer ein gutes
Geldgeschenk mit, besonders wenn die Kinder so arm sind, wie unser
Organ es bei der Gründung war. Unser Pate gab uns einen großen
Kredit, und ich habe oft mit Schrecken daran gedacht, wenn unser Konto
eine recht bedenkliche Höhe erreicht hatte. Aber wir kannten unseren
Patenonkel und haben vertrauensvoll weiter gearbeitet. Heute haben
wir bereits annähernd tausend Stadtverordnete und Gemeindevertreter
in unserer Vereinigung zusammengefaßt, und sind nun endlich in der
Lage, unsere Kommunalpolitischen Blätter auf eigene Füße zu stellen.
Daher ein ganz besonderer Dank auch von dieser Seite. Wenn wir
Zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen, werden wir die Kämpfe,
die uns in den nächsten Jahren bevorstehen, überwinden können, Kämpfe,
die viel, viel schwerer sein werden, als wie die Vergangenheit sie
gekannt hat.

•Sv

Hr. Hauptmann Berndorff entledigte sich des Auftrags des
Herrn Gouverneurs der Festung Köln, die herzlichen Glück-
wünsche auszusprechen:

Diesem Befehl bin ich um so lieber nachgekommen, als ich als Leiter
der Presseabteilung so viele Gelegenheit habe, persönlich mit Ihnen
zusammenzuarbeiten. Ich muß gestehen, die vielen Fesseln, die den
Tageszeitungen heute durch die Zensur angelegt werden, sind in so
liebenswürdiger Weise von den Herren getragen worden, daß mir dadurch
        <pb n="282" />
        ﻿

meine Arbeiten auch erleichtert worden sind. Die ungeheure Pflichttreue,
die die Redaktion der Kölnischen Volkszeitung stets an den Tag gelegt,
die Rührigkeit vom Morgen bis zum späten Abend, hat einen so tiefen
Eindruck auf mich gemocht, daß ich den Vorrednern, die die guten Eigen-
schaften der Herren gerühmt haben, nur beipflichten kann.

Herr Rechtsanwalt Justizrat Heinrich Wirtz:

Redner erinnert daran, daß vor hundert Jahren, zur Zeit der Gründung
der Firma, Throne gestürzt und neu aufgerichtet wurden. Heute strahle
der Name J. P. Bachem in allen deutschen Gauen, ja weit über die Grenzen
Deutschlands hinaus in hellstem Glanze. Mit Stolz dürfen wir sagen,
daß dieser Name eng verknüpft ist mit den Traditionen und mit den
Idealen der Zentrumspartei. Es liegt unendlich viel für uns darin, daß
wir sagen dürfen: Der Name J. P. Bachem gehört auch uns. Und so
gestatte ich mir als Vorsitzender der Kölner Zentrumspartei für
die Kreise Köln-Stadt, Köln-Land und Mülheim a. Rh. auszusprechen, daß
die Firma weiter gedeihen möge zu Nutz und Frommen der katholischen
Sache, zum Wohle unserer Ideale von Wahrheit, Freiheit und Recht!

Hr. Universitätsprofessor Dr. Rademacher, Bonn, vertrat
als Generalsekretär die Görres-Gesellschaft zur Pflege der
Wissenschaft im katholischen Deutschland:

Von Anfang an, seit Begründung der Gesellschaft im Jahre 1876,
haben die guten Beziehungen bestanden zwischen diesem Verein und der
Firma J. P. Bachem. Bei Ihnen wußte die Gesellschaft ihre Geschäfts-
führung in den besten Händen. Was könnte auch eine gelehrte Gesell-
schaft ohne einen modernen verständnisvollen Verlag tun? Er ist be-
rufen, die Gedanken, die von den Gelehrten entwickelt werden, gleichsam
in die Kanäle überzuleiten, damit sie der Allgemeinheit Nutzen stiften
können. Wir haben allen Grund, dankbar zu sein für die opferfreudige
Mitarbeit, die der Verlag unserem Verein hat zuteil werden lassen. Es
•st nicht bedeutungslos, daß litera und literae zusammengehören, daß der
Buchstabe und die Wissenschaft durch dasselbe Wort ausgedrückt werden,
daß, auf uns angewandt, die Gelehrten angewiesen sind auf die Mitwirkung
einsichtsvoller und nötigenfalls opferfreudiger Verleger. Daß unsere Ge-
sellschaft zum Sammelpunkt der katholischen Gelehrten des Deutschen
Reiches geworden ist, daran hat auch die Firma Bachem einen nicht
unbedeutenden Anteil. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die guten
Beziehungen zwischen der Görres-Gesellschaft und ihrer Geschäftsstelle
J- P. Bachem auch weiter Vorhalten mögen und daß die Werke, die
durch unsere Gesellschaft ins Publikum hineingebracht werden, auch
        <pb n="283" />
        ﻿weiterhin durch die Vermittlung dieser so rührigen Geschäftsstelle den
weitesten Kreisen zugesandt werden mögen, zum Besten der geistigen
Kultur in unserem Vaterlande.

•*.

Namens der Buchdrucker-Kollegen sprach Herr Verleger
Heinrich Otto-Krefeld:

Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß dieser Tag nicht nur ein
Ruhmes- und Ehrentag für die Firma und ihre Inhaber sei, sondern ein
Ereignis für alle diejenigen, welche der Firma während ihres hundert-
jährigen Bestehens in irgend einer Weise näher getreten sind, insbeson-
dere aber für die Angehörigen ihres engeren Berufskreises, die Buch-
drucker des Deutschen Reiches. Wir Berufsgenossen vom
Deutschen Buchdrucker-Verein, Sitz Leipzig, nehmen besonderen Anteil
an der Entwicklung Ihrer großen Firma, die gerade unserm Gewerbe
gewidmet gewesen ist. Das erste, was der Gründer der Firma angliederte,
war ja ein Akzidenz- und Werkdruckbetrieb. Was ist aus diesem damals
kleinen Buchdruckereibetrieb geworden! Wie hat er sich emporgerungen
undausgestaltet durch alle Schwierigkeiten derZeit! Welch künstlerische
Leistungen sind aus ihm ihervorgegangen! Heute haben wir einen
sprechenden Beweis in diesem Ehrenblatte, das das Personal der Firma
den Inhabern gewidmet hat. Sie sind vorbildlich, ja Lehrmeister ge-
worden für das ganze Buchdruckereigewerbe des Deutschen Reiches, und
das danken wir Ihnen in erster Linie.

Dank einer echt christlichen gesunden „Bevölkerungspolitik“, die Sie
in der Familie der Firmeninhaber betrieben haben, war es Ihnen möglich,
immer mehrere Vertreter Ihrer Familie in diejenigen Organisationen
und Körperschaften zu entsenden, die unserm Berufe gewidmet sind.
Ihre Firma hat sich niemals der Oeffentlichkeit verschlossen, hat sich nicht
in sich selbst zurückgezogen, um nur ihren eigenen Interessen zu dienen.
Sie hat unübertrefflichen Gemeinsamkeitssinn bekundet und Sie haben
bewiesen, daß Zum Ganzen halten auch das Gedeihen des eigenen Be-
triebes mit sich bringt. Mit einem Opfersinn und einer Opferfreudigkeit,
wie sie selten zu finden sind, haben Sie sich den Berufsvereinen ge-
widmet. Wenn gerade wir vom Buchdruckergewerbe noch einen weitern
Dank abzustatten haben, dann ist es der für das hervorragende Beispiel,
das Sie uns gegeben durch Ihre sozialen Einrichtungen, die Sie
in Ihrem Privatbetriebe von kleinem Anfänge an zur großen Blüte aus-
gestaltet haben. Das dankt Ihnen nicht bloß der Deutsche Buchdrucker-
verein Kreis II, der seinen Sitz in Köln hat, der die Ehre hat, in Herrn
Franz X. Bachem seinen zweiten Vorsitzenden zu besitzen, das dankt Ihnen
auch der Buchdruckerverein des ganzen Deutschen Reiches, der mich be-
auftragt hat, seinen Dank, seine Anerkennung und seine Glückwünsche
auszusprechen.
        <pb n="284" />
        ﻿Herr Verleger Lambert L e n s i n g-Dortmund sprach als Vor-
sitzender des Augustinus-Vereins zur Pflege der katho-
lischen Presse, als Mitglied der Pensionskasse, die diesem Ver-
ein angeschlossen ist, und als Vertreter der CPC-Gesell-
schaft, der Gesellschaft, die die Centrums-Parlaments-Corre-
spondenz herausgibt:

Im Jahre 1848 hat in einer großen Versammlung in Mainz der ver-
storbene Justizrat Hardung aus Köln das Wort geprägt: „Auch wir in
Köln haben getrunken vom Mohnsaft dieser Zeit und sind eingeschlafen,
aber wieder wach geworden, als Clemens August aus unserer Mitte weg-
geführt wurde, und wir sind wachgeblieben.“ Das Wort wurde in Er-
innerung gebracht von dem Abg. Schädler, als hier in Köln 1903 die
Jubiläums-Katholiken-Versammlung stattfand, und er knüpfte daran die
Worte an: „Daß Köln wachgeblieben ist, verdanken wir nicht an letzter
Stelle zwei Faktoren, das sind die Firma J. P. Bachem und die Kölnische
Volkszeitung, unbeschadet der Verdienste, die natürlich andern Faktoren
nach der Richtung hin gebühren.“ Wenn man das Streben und den Auf-
stieg des Hauses Bachem kennen und verstehen will, dann muß man das
Buch lesen, das der jüngste preußische Geheimrat, Herr Dr. Carl Bachem,
geschrieben hat. Zwei Bände sind davon erschienen, hoffentlich kommt
demnächst die Fortsetzung. Das Buch ist in der Tat so lehrreich für die
Geschichte der Firma, für ihre geschäftliche Tätigkeit, Umsicht und In-
telligenz, wie für die Verbreitung und das Verständnis der der Firma
ungegliederten Kölnischen Volkszeitung, daß ich der hier anwesenden
Corona dringend empfehle, wenn es noch nicht geschehen ist, dieses
Werk eifrig zu studieren.

Im Jahre 1867, als ich noch ein ganz junger Mann war, erschien in
Dortmund in einer großen Katholikenversammlung als Redner Herr
Josef Bachem, der Vater der jetzigen Inhaber der Firma. Er hielt eine
Rede über die Presse, und ich erinnere mich noch ganz gut, daß er sagte,
lediglich mit den Idealen sei es nicht genug; die Leute, die die Presse
halten und lesen, müßten sie auch materiell unterstützen, sie müßten
vor allen Dingen der Presse die Anzeigen zubringen. Der Gedanke, den
Herr Bachem damals ausführte, hat uns in der Folgezeit und auch damals
schon den falschen Vorwurf des Geschäftskatholizismus eingetragen.
Auch in der neuesten Zeit wurde wieder einmal der Grundsatz vertreten,
das was durch die Presse gewonnen wird, muß nicht dem einzelnen
J-lnternehmer zugute kommen, sondern der Gesamtheit. Wenn dieser
irrige Grundsatz zur Tatsache würde, wäre das m. E. für den größten
Teil der Presse der Anfang vom Ende. Die Intelligenz, die Tatkraft, der
orbeitsfreudige Optimismus, an dem ich mich gerade in den letzten
Jahren so sehr erbaut habe, namentlich bei Herrn Franz Bachem, die
sind individuell, und diese Dinge können nur durch tüchtige tatkräftige
        <pb n="285" />
        ﻿

Personen gefördert werden, die auch wissen, wofür sie schaffen, und
weshalb sie schaffen. Es ist daher richtig, auf dem Grund, auf den die
Firma Bachem gebaut hat, auf der ganzen Linie unsererseits weiter-
zubauen.

Als Vorsitzender des Augustinus Vereins habe ich noch die besondere
Aufgabe, der Firma herzlichst zu danken für das hochherzige Geschenk
für die Zuwendungskasse unseres Vereins in Höhe von 5000 M. und es
in diesem Kreise auszusprechen, daß wir im Augustinusverein und in der
CPC, deren Vorsitzender Herr F. X. Bachem ist, der Firma Bachem und
der K V unendlich viel verdanken, und daß wir nicht das wären, was
wir heute sind, wenn nicht die Firma Bachem treu mit uns gearbeitet
hätte — nicht bloß nach der ideellen Seite, auch nach der materiellen
Seite, das hebe ich in diesem Zusammenhang ganz besonders hervor.

Die Firma hat in geradezu vorbildlicher Weise Opfer über Opfer im
Interesse unserer gemeinsamen Sache gebracht, besonders auch bei der
C PC-Gesellschaft, was hier im einzelnen darzulegen zu weit führen würde.



Herr Verleger Kommerzienrat Alfred Neven DuMon t-Köln
überbrachte Glückwünsche im Namen des Vorsitzenden des Ver-
eins Deutscher Zeitungsverleger, insonderheit Herrn
Robert Bachem, der seit vielen Jahren als zweiter Vorsitzender
des Vereins sich unvergängliche Verdienste um ihn erworben
habe:

Ich freue mich, mit diesem Aufträge beehrt zu sein und darf wohl
auch hier schon den Dank des Vereinsvorstandes aussprechen für die
hochherzige Gabe, die die Firma heute dem Verein überwiesen hat. Gleich-
zeitig haben mich auch die Kölner Buchdruckereibesitzer, die
vereinigt sind in dem Bezirks-Verein Köln des Kreises II des Deutschen
Buchdrucker-Vereins, gebeten, in ihrem Namen ihren Glückwunsch den
Inhabern der Firma zum Ausdruck zu bringen. Und schließlich vertrete
ich hier auch die Kölner Plakaten-Gesellschaft, deren zweiter
Vorsitzender Herr Robert Bachem seit vielen Jahren ist. Es ist mir eine
besondere Freude, daß es mir vergönnt ist, an dieser Stelle zu stehen,
weil ich persönlich durch meine Firma mit der Firma J. P. Bachem bis
zu einem gewissen Grade verbunden war. Redner erinnert an die Ver-
bindung der Firmen Bachem und Du Mont-Schauberg vor hundert Jahren
von 1815 bis 1818.

Der Herr Vorsitzende der Kölner Handelskammer hat schon darauf
hingewiesen, daß es ein gutes Zeichen ist, daß hier in Köln zwei große
Firmen in so viel Jahren mit einander haben arbeiten und ringen können
für das gemeinsame Interesse des Deutschen Vaterlandes und dadurch
        <pb n="286" />
        ﻿•	•• -•►v^- '.-•- &gt;,-&lt;fc- •*-&lt;fc-	•»•

263

den Ruhm der Stadt Köln verbreitet haben. Wie damals in der Ver-
gangenheit unsere Vorfahren miteinander gearbeitet haben, so haben jetzt
wir, die Nachfahren, wiederum zu gemeinsamer Arbeit uns zusammen-
gefunden, wenn auch in anderem Sinne. Wir haben zusammen gearbeitet
zum gemeinsamen Blühen unseres Gewerbes. Ich darf ruhig hier aus-
sprechen, daß diese gemeinsame Arbeit im ganzen deutschen Buch-
druckerei- und Zeitungsgewerbe zum Erfolg geführt, und auch dem
Kölner Zweig dieses Gewerbes seine Blüte gebracht hat, besonders aber
auch zum Wohle der Firma J. P. Bachem ausgeschlagen ist.

Herr Verleger Duckwitz (Koblenz) sprach im Aufträge des
Vereins rheinischer ZeitungsVerleger:

Der Gedanke der Gründung unseres so herrlich erblühten Vereins
kam hier in diesem Hause zustande. In schwerer Zeit hat Herr Robert
Bachem mit zielsicherer und bewußter Hand den Beschluß gefaßt, das
Zeitungsgewerbe des Rheinlandes wieder emporzuheben und ihm eine
Grundlage zu geben durch die glückliche Zusammenfassung aller Gewerbe,
die darin tätig sind. Der Verein hat unter seiner Leitung Großes geleistet zum
Segen der gesamten Zeitungsverlegerwelt. Die Firma J. P. Bachem hat
sich hierbei auf ideellem und kulturellem Gebiete besonders betätigt und
stets die Interessen des Vereins wahrgenommen.

Herr Buchdruckereibesitzer Grüttefien (Elberfeld) über-
brachte Wünsche namens der Deutschen Buchdruckerbe-
fufsgenossenschaft:

Nach dem, was wir hier aus anderem Munde schon vernommen
haben, kann ich mich wohl darauf beschränken, schlicht diese Glück-
wünsche zum Ausdruck zu bringen. Unsere Genossenschaft erkennt die
treue Mitarbeit, die Hr. Robert Bachem jahrelang für sie geleistet hat,
gern an. Wir Kollegen des Vorstandes der Sektion Rheinland-West-
falen danken ihm im besonderen für seine umsichtige und kraftvolle
Leitung. In vorbildlicher Weise haben die Herren Franz und Robert
Bachem sich stets bei den großen Aufgaben betätigt, die unserm Ge-
werbe und unserm Berufsstande in der Allgemeinheit zufallen. Und dies
Ihr treues Wirken für die Gemeinsamkeit ist ja nicht ohne Segen für
Ihr Haus geblieben. Wenn ich mit einer gewissen Wehmut in diesem
Augenblick dessen gedenke, welch schweres Opfer Ihr Haus in der harten
Zeit durch Hingabe eines Sohnes dem Vaterlande hat bringen müssen,
so darf ich doch aussprechen, vertrauend auf die Zukunft unseres
deutschen Vaterlandes, daß es Ihrem Geblüte allezeit vergönnt sein möge,
        <pb n="287" />
        ﻿264 ä

die ruhmreiche Geschichte Ihres Hauses bis in alle Zukunft fortzuführen,
zu weiterem Glanze und Gedeihen.

Hr. Redakteur Gerh. Bauhaus (Köln) sprach als Vertreter
des Vereins Kölner Presse:

Lange bevor wir einen Verein Kölner Presse als Berufsvereinigung
der Kölner Redakteure hatten, gehörten Mitglieder Ihrer Redaktion dem
Verband der rheinisch-westfälischen Presse an. Von Redakteuren Ihres
Hauses ist der Gedanke eines Kölner Ortsvereins besonders tatkräftig
verfolgt worden, bis er Wirklichkeit wurde. Gewaltige Aufgaben hatte
unsere Presse im Kriege zu erfüllen. Gewaltiger noch werden ihre Auf-
gaben im kommenden Frieden sein. Sie können nur von einer unab-
hängigen und zielbewußten Presse erfüllt werden. Wir in der Organi-
sation der Redakteure sind an der Arbeit, uns auf die neue Zeit einzu-
stellen. Drei Dinge stehen dabei zurzeit bei uns im Vordergrund der
Erörterung. Einmal, daß gesetzlich anerkannt wird, daß die Presse
öffentliche Interessen vertritt. Zweitens, daß die rechtliche Stellung der
Redakteure gesetzlich fest verankert wird. Drittens, daß die soziale
Lage der Redakteure so gestaltet wird, wie sie ihrer Stellung und ihrem
Ansehen in der Oeffentlichkeit entspricht. Daß bei diesen Bestrebungen,
die dem ganzen Zeitungswesen zugute kommen müssen, auch die Herren
Verleger der Kölnischen Volkszeitung stets auf unserer Seite stehen
mögen, das ist neben unserem Glückwunsch der Wunsch des Vereins
Kölner Presse am heutigen Tage.

Hr. Stadt-Dechant Tils, Päpstlicher Geheimkömmerer und
Ehrendomherr, vertrat mit den Herren Definitor Breuer,
Pfarrer Dr. Steinberg, Dr. Stühlen und Beckerden Klerus
der benachbarten Pfarreien:

Er dankte für das wahrhaft großmütige Geschenk, das die Firma den
Armen der drei Pfarren gemacht hat für die Vinzenz- und Elisabethen-
vereine. Das ist wahrhaft eine schöne Art, Jubiläum zu feiern. Wir
werden mit den Armen unserer Pfarren beten, daß der Herrgott die
Firma Bachem weitere Jahrhunderte segnen möge. Alle katholischen
Priester, nicht bloß in Köln und der Erzdiözese, sondern weit über Deutsch-
land hinaus, nehmen heute herzlichen Anteil an der schönen Feier der
Firma Bachem. Warum? Sie wissen alle, was diese Firma geleistet hat,
und wünschen, daß auch in Zukunft der Herr weiterhin seine schützende
Hand über ihr halte, besonders bei der großen Arbeit nach dem Kriege,
daß sie auch dann wieder ihren Mann stehen möge wie bisher. Und
        <pb n="288" />
        ﻿265

wir wollen mit ihr arbeiten und an allen Geschicken mit Anteil nehmen.
Vivat, floreat, crescat Firma Bachem!

Hr. Pfarrer und Definitor Breuer beglückwünschte noch
besonders die Firma als Pfarrer des Bezirks St. Andreas,
in dem ihr Geschäftshaus liegt:

Den größten Teil der Zeit, auf die wir heute zurückblicken, hat aller-
dings der Geschäftsbetrieb im Bezirk der Pfarre St. Maria-Himmelfahrt
gelegen. Aber seit fast zwanzig Jahren ist das Haus hierhin verlegt
worden, und bei dieser Gelegenheit hatte ich die Freude, dieses große
Geschäftshaus einzusegnen. Damals habe ich zum Segen das Wort ge-
sprochen ; Der liebe Gott möge seinen Segen dazu geben, daß das Ge-
schäft dienen möge alle Zeit der Kirche zur Ehr, dem Vaterland zur
Wehr und dem Volke zur Lehr. Dieses Wort (ist durch Gottes Gnade
im Laufe der beiden Jahrzehnte in Erfüllung gegangen. Wir freuen uns
darüber und wünschen weiteres Gedeihen. Zugleich spreche ich als
Vertreter des St. Engelbertusvereins der Erzdiözese Köln, dessen
Vorstand hier vertreten ist, und sage im Namen der dürftigen emeritierten
Priester, denen Sie in Ihrer edlen Gesinnung eine so hochherzige Stiftung
zugewiesen haben, den innigsten und herzlichsten Dank. Dafür möge
Gottes Segen auch auf dieser Wohltat ruhen und das Gute hundertfach,
ja tausendfach Ihnen vergelten!

Herr Generalagent Kaufmann (Köln) sprach in Vertretung des
durch eine Reise verhinderten Vorsitzenden des Gesamtverbandes
derKath. KaufmännischenVereine, Hrn. Jak. Weismantel,
zugleich im Namen des Verbandes, Sitz Essen. Der Verband
verdanke der Firma Bachem, insbesondere der Kölnischen Volks-
zeitung, so mancherlei Förderung und Unterstützung, für die zu
danken ihnen vornehmste Pflicht sei, ganz besonders aber für
die hochherzige Zuweisung aus Anlaß des Tages.

Weiter schlossen sich an die Herren: Herrn. Müller als Vor-
sitzender des Typographischen Vereins Concordia, Pet. Dörner
uls Vorsitzender des Gesangvereins Gutenberg, Alb. Görres
als Vertreter der Firma Herder in Freiburg i. B.

Hr. Dr. Hoeber brachte eine große Anzahl eingelaufener
Drahtglückwünsche zur Kenntnis der Festversammlung. Sie zeigten
»daß in der Wertschätzung des von der Firma Bachem Geleisteten
auch draußen volle Uebereinstimmung herrsche“.
        <pb n="289" />
        ﻿266

Hr. Geh. Justizrat Dr. Karl Bachem:

Wollen Sie mir gütigst gestatten, in einem kurzen Schlußwort Ihnen,
den Ehrengästen, den herzlichsten Dank der Firma und der ganzen Familie
Bachem auszudrücken. Es ist schon erwähnt worden, daß wir uns ge-
sträubt hatten gegen die Abhaltung einer solchen Feier mit Rücksicht
auf den Krieg. Ich muß sagen, wenn wir geahnt hätten, in welchem
Maße Lob und Anerkennung uns entgegengebracht würden, wir hätten
uns noch sehr viel mehr gesträubt. Das hindert aber nicht, daß wir
von wärmstem Dank erfüllt sind für die freundlichen Glückwünsche,
welche uns in so überreichem Maße ausgesprochen worden sind. Eins
freut uns vor allem, daß anerkannt worden ist, daß unsere Presse und
mit ihr die Kölnische Volkszeitung idealen Zielen dient. Die KV hat es
getan in dem Jahrhundert, das hinter uns liegt, sie wird es noch mehr
tun in dem, das vor uns liegt. Es ist von mehrern Seiten geäußert
worden, daß die Aufgaben der Zukunft noch größer sein würden als
diejenigen der Vergangenheit. Ich meine auch, wir können uns noch
gar keine Vorstellung machen von demjenigen Maß von Ansprüchen,
welche an Kopf und Herz der Presse, an Kopf und Herz des ganzen
deutschen Volkes gestellt werden wird, wenn erst dieser Krieg beendet
ist und die Aufgaben des Friedens an uns herantreten. Diesen werden
wir nur gewachsen sein, wenn wir alle Zusammenhalten. Was uns an-
geht, so gilt der Dank, den wir gefunden, die Anerkennung, die unser
Herz warm gemacht hat, nicht uns allein, den Inhabern der Firma, sondern
allen Angehörigen der Firma Bachem. Wie wenig ein General auszurichten
vermag, wenn er nicht fähige Offiziere und tüchtige Mannschaften hat,
das sehen wir auf allen Schauplätzen des jetzigen Krieges. Mehr gilt
das schließlich noch von einem großen Unternehmen. Und wie sehr ge-
rade die Kölnische Volkszeitung, die allmählich immer mehr in den
Mittelpunkt des Unternehmens gerückt ist, von den übrigen Teilen des
Geschäfts abhängt, das hat Ihnen derjenige der Herren Redner verraten,
der darlegte, wie lange Fehlbetragsjahre die Zeitung hat überstehen
müssen, ehe sie zu einer eigenen gesicherten finanziellen Stellung
gelangen konnte. Damals waren es die anderen Zweige des Geschäftes,
die den Boden liefern mußten, auf dem schließlich die KV zu eigener
Standfestigkeit heranwachsen konnte. Darum gebührt allen Angehörigen
in allen Zweigen unseres Geschäfts der Dank der Firma. Ihnen allen aber,
meine Herren, die Sie so freundlich waren, hier zu erscheinen und die
Feier unseres Jubiläums durch Ihre Gegenwart zu verschönern, sage ich
im Namen der Firma und der ganzen Familie Bachem den herzlichsten
Dank. Ihre Anerkennung wird uns ein Sporn sein, in der alten Weise
fortzufahren und zu arbeiten für das Wohl von Kirche und Staat!
        <pb n="290" />
        ﻿267

Aus der großen Fülle drahtlicher und brieflicher Glückwünsche,
die zu dem Festakt einliefen, seien folgende hier wiedergegeben:

ReichskanzlerGrafvonHertling: Zu dem heutigen Jubiläum
Ihres allseits geschätzten Verlags, mit dem ich selbst vor Jahren in Verbin-
dung gestanden bin, spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus.

Erster Generalquartiermeister General Ludendorff: Zur Feier des
hundertjährigen Bestehens Ihres Verlages spreche ich Ihnen in des Gene-
ralfeldmarschalls von Hindenburg und meinem Namen herzlichen
Glückwunsch aus. Die im Westheer weit verbreitete Kölnische Volks-
zeitung hat den Geist stolzer Siegeszuversicht gepflegt. Sie verdient
hierfür dankbare Anerkennung.

Chef des Admiralstabes von Holtzendorff: Dem Verlage der Köl-
nischen Volkszeitung, der energischen Vorkämpferin deutscher Seegeltung
und kraftvoller Seekriegsführung, warme Glückwünsche zum Jubeltage.
Möge seinem hochverdienstlichen vaterländischen Wirken auch in Zukunft
voller Erfolg beschieden sein.

Admiral von Capelle, Staatssekretär des Reichsmarineamts: ln
voller Würdigung und Anerkennung der im Frieden und Krieg gleich
bewährten vaterländischen Haltung spreche ich zur Jubelfeier des hun-
dertjährigen Bestehens meinen aufrichtigen Glückwunsch aus. Möge
das Verständnis für Deutschlands Seeinteressen auch fernerhin von der
Kölnischen Volkszeitung in weiten Kreisen unseres Volkes gefördert und
vertieft werden. Ich möchte nicht unterlassen, am Jubeltage der hoch-
herzigen Spende zu gedenken, mit der die Zeitung unseren U-Bootsbesat-
zungen ihr werktätiges Interesse bekundet hat.

Großadmiral vonTirpitz: Der Jubeltag Ihres Verlages gibt mir
Veranlassung zu einem aufrichtigen Glückwunsch. Ich habe das kräftige
und unbeirrte Eintreten der Kölnischen Volkszeitung für die Entwicklung
unserer Seeinteressen stets mit besonderer Dankbarkeit empfunden und,
nachdem uns der Kampf für die Erhaltung des Deutschtums aufgezwungen
worden war, es als Zeugnis der gleichen vaterländischen Gesinnung be-
grüßt, daß Ihr Blatt mit so erfreulicher Sicherheit und Entschiedenheit
die Fahne des Sieges hochgehalten und damit im deutschen Westen den
Willen zum Durchhalten bis zum glückhaften Ende erfolgreich gestärkt hat.

Kriegsminister v. Stein: Das Kriegsministerium möchte nicht ver-
fehlen, der Schriftleitung der KV seine herzlichsten Glückwünsche und
seinen wärmsten Dank auszusprechen für die während der Kriegsjahre
&gt;rn vaterländischen Interesse geleistete Arbeit. Vorbildlich und unermüd-
lich ist die Schriftleitung bemüht gewesen, das Verständnis ihrer Leser
für die gewaltigen Aufgaben und die harten Notwendigkeiten des Welt-
krieges anzuregen und den Willen zum Durchhalten bis zum siegreichen
Ende zu stählen. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen dem
Volk in Waffen an der Front und dem arbeitenden Volk in der Heimat
        <pb n="291" />
        ﻿268

ist von der Schriftleitung stets in warmherziger Weise gefördert worden.
Das Kriegsministerium hofft auch weiter auf tatkräftige Mitarbeit zum
Besten des deutschen Vaterlandes und spricht dazu seine besten Wünsche
für die Zeitung aus.

Justizminister Dr. Spahn: Dem Hause Bachem und der Firma herz-
liche Glückwünsche beim Eintritt ins neue Jahrhundert.

Staatssekretär des Innern, Staatsminister Wallraf: Zum hundert-
jährigen Bestehen spreche ich der Firma meinen aufrichtigsten Glück-
wunsch aus. Mit Stolz kann die Firma auf die vergangene Zeit zurück-
schauen, an deren Schilderung und Entwicklung sie an wichtiger Stelle
teilgenommen hat. Möge ihre Arbeit zum Segen des Autoritätsgedankens
und der rheinischen Eigenart auch fürder gedeihen.

Staatsminister Drews: Dem Verlag übersende ich zum heutigen
hundertjährigen Jubiläum herzliche Glückwünsche.

Minister der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten Dr. S c h m i d t:
Zu dem Tage, an welchem der Verlag J. P. Bachem auf eine einhundert-
jährige erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken kann, bringe ich in dankbarer
Würdigung seiner Bestrebungen um die Pflege christlicher und vater-
ländischer Gesinnung wie um die Förderung deutscher Kultur meine besten
Glückwünsche dar.

Staatsminister a. D. v. Sch or lern er- Dieser, Dieser: Seitdem Jahre 1884
bin ich mit nur kurzen Unterbrechungen Abonnent der Kölnischen Volks-
zeitung! In meiner langjährigen dienstlichen und öffentlichen Tätigkeit
habe ich mir nicht immer den Beifall Ihres geschätzten Blattes erworben.
Das hat mich aber nicht gehindert, dem Leserkreis der Kölnischen
Volkszeitung treu zu bleiben. Gern schließe ich mich heute der all-
gemeinen Anerkennung an, welche Ihrem Verlage und dem hervor-
ragendsten Organ der Zentrumspartei in diesen Tagen so lebhaft
und auch von den politischen Gegnern zum Ausdruck gebracht worden ist.
Wenn in der gegenwärtigen schweren Kriegszeit in den rheinischen
Gauen der Mut nicht gesunken und das Vertrauen zur Obersten
Hleeresleitung und auf den endlichen Sieg unserer Waffen nicht
wankend geworden ist, dann darf die Kölnische Volkszeitung mit vollem
Recht dies erfreuliche Ergebnis nicht in letzter Linie ihrer Haltung gut-
schreiben! Möge das zweite Jahrhundert, in welches der um Kirche
und Vaterland hochverdiente Verlag nunmehr eingetreten ist, sich
der gleichen Erfolge wie das vergangene erfreuen!

Bischof Dr. Schulte, Paderborn: Von einer Firmungsreise heim-
kehrend, entbiete ich zum Zentenarjubiläum Ihres um Kirche und Staat
so außerordentlich verdienten Verlags noch nachträglich die innigsten
Glückwünsche.

Unterstaatssekretär Freiherr von dem Bussche-Haddenhausen:
Dem Verlag und der Redaktion der Kölnischen Volkszeitung spreche ich
zum hundertjährigen Jubiläum aufrichtige Glückwünsche aus.
        <pb n="292" />
        ﻿Oberpräsident der Rheinprovinz vonGroote; Zur Gedenkfeier hun-
dertjährigen verdienstvollen Wirkens sende ich aufrichtige Glückwünsche.

Reichsbankdirektorium: Ravenstein, von Glasenapp;
Zur Feier Ihres Geschäftsjubiläums sprechen wir Ihnen unsere herzlichsten
Glückwünsche aus, dankbar eingedenk der treuen und wirksamen Unter-
stützung, deren sich die Reichsbank bei ihren auf die Förderung und
Stärkung unseres wirtschaftlichen Lebens gerichteten Bestrebungen, ins-
besondere bei Vorbereitung und Durchführung der durch den Krieg be-
dingten Maßnahmen von seiten der Kölnischen Volkszeitung zu erfreuen
hatte. Auf hundert Jahre unermüdlicher zielbewußter und reichgeseg-
neter Arbeit dürfen Sie heute mit berechtigtem Stolze fzurückblicken.
Möge das neue Jahrhundert, in das Ihr Haus heute eintritt, der Köl-
nischen Volkszeitung nicht minder schöne Erfolge bringen, als die Ver-
gangenheit gebracht hat.

Staatssekretär a. D. Graf v. P os a d o w s k y - Wehner, M. d. R.: Der
Firma J. P. Bachem spreche ich zum 100jährigen Bestehen und zur Haltung
der Kölnischen Volkszeitung, die stets verständnisvoll für die großen Auf-
gaben des Reichs eingetreten ist, meinen herzlichsten Glückwunsch zu
diesem Festtag aus.

Abg. Gröber, Erster Vorsitzender der Zentrumsfraktion des Reichs-
tages : Der um die Zentrumssache hochverdienten Firma sendet zum
morgigen Ehrentag herzlichsten Glückwunsch.

Geheimrat Dr. Forsch, Erster Vorsitzender der Zentrumsfraktion
des Preußischen Abgeordnetenhauses: Zum seltenen Jubiläum wünscht
die preußische Zentrumsfraktion mit mir der Familie Bachem zunächst
weitere hundert Jahre segensreicher Wirksamkeit.

Die bayerische Zentrumsfraktion, Geh. Hofrat Held: Zum
hundertjährigen Jubiläum aufrichtigen Glückwunsch für eine segensreiche
Weiterentwicklung und erfolgreiches Wirken. Zugleich lebhaften Dank
für die ersprießliche Verfechtung unserer gemeinsamen Ideale.

Abg. Geheimrat Karl Trimborn: In dankbarer Erinnerung an die
großen Verdienste, die sich die Firma seit ihrem Bestehen um die Ver-
tretung der katholischen Sache, insbesondere auf politischem Gebiete,
erworben, sende ich namens der rheinischen Zentrumspartei herzlichen
Glückwunsch zum morgigen Ehrentage.

Geheimer Justizrat Marx, M. d. R. u. d. Pr. A.: Zum Jubelfeste die
herzlichsten Glückwünsche. Möchte die Stätte höchster Verdienste um
Staat und Kirche sich noch lange Jahre schönster Blüte erfreuen.

Der Vorstand des Börsenvereins der Deutschen Buch-
händler zu Leipzig sandte eine prächtig gedruckte Adresse folgenden
Wortlauts:

Mit dem Namen J. P. Bachem in Köln ist seit nunmehr hundert Jahren
eine buchhändlerische Wirkungsstätte von ungewöhnlicher Entwicklung
verbunden, deren Anfänge in jene Zeit reichen, als nach dem Befreiungs-
        <pb n="293" />
        ﻿270

kriege Deutschland anfing, sich vom Drucke zu erholen, den korsische
Eroberungslust jahrelang auf unser Vaterland gelegt hatte. Damals legte
Johann Peter Bachem den Grundstein zu dem stolzen Bau, der heute eine
Zierde des rheinischen graphischen Gewerbes bildet. Nur wenige Jahre
konnte er sich dem Aufbau des Hauses widmen, dann übernahm sein
Bruder Lambert Joseph Franz Bachem die Firma, in dessen Familie sie
nun durch drei Generationen einen Aufschwung erlebt habt, wie nur
wenigen beschieden ist. Hatte Lambert Joseph Franz Bachem, seinen
Neigungen folgend, sich mehr der Buchdruckerei zugewendet — er stellte
die erste Schnellpresse in Köln auf und rief schon 1824 die Kranken-
kasse für Buchdrucker und Schriftgießer ins Leben —, so gab der Sohn
Joseph Bachem dem Verlage die große Bedeutung, die er seither einnimmt.
Sein Bemühen galt neben der Hebung der katholischen Belletristik, die
er durch Herausgabe vorbildlicher Sammlungen und Einzelwerke förderte,
und der Schaffung eines Verlags allgemein bildender Bücher für Katholiken,
dem Ausbau der von ihm 1860 gegründeten Kölnischen Blätter, die heute
unter dem Namen Kölnische Volkszeitung die größte katholische Zeitung
Deutschlands sind. Ihr reihten sich bald eine Reihe anderer Zeitungen
und Zeitschriften kirchlichen und pädagogischen Inhalts auf gleicher
Religionsanschauung an und kündeten den Namen der Firma der katho-
lischen Welt des ganzen Erdballs. Die Enkel führen die Firma im Sinne
der Voreltern weiter. Sie mehrten ihren Ruhm, indem Sie sich an die
katholische Jugend durch Herausgabe mustergültiger Jugendschriften
wandten.

Der Vorstand des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler darf
deshalb heute, am Jubeltage der Firma, den Inhabern der Firma J. P. Bachem,
insbesondere seinem Mitglied Herrn Franz Xaver Bachem, neben seinen
herzlichsten Glückwünschen seine Freude und Genugtuung über die schier
unübersehbare Summe von ersprießlicher Arbeit aussprechen, die während
des verflossenen Jahrhunderts an dieser Pflanzstätte deutschen katho-
lischen Geistes geleistet worden ist. Möge die Firma weiter blühen und
gedeihen zur Freude ihrer Besitzer, zum Ruhme des Buchhandels und
zum Segen unseres geliebten Vaterlandes!

Leipzig, 4. Mai 1918.

Der Vorstand des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig.

Artur Seemann, Karl Siegismund, Paul Schumann.

Der Vorstand des Deutschen Verlegervereins, Leipzig: Es
gereicht dem Unterzeichneten Vorstande zur besonderen Freude, Ihnen
zu dem Tage, an dem vor hundert Jahren Ihre Firma gegründet wurde,
die herzlichsten Glückwünsche des Deutschen Verlegervereins aus-
zusprechen.

Das hohe Ansehen, dessen sich Ihre Firma in allen Kreisen erfreut,
und die große Ausdehnung, die Ihr Betrieb in dem verflossenen Jahr-
hundert genommen hat, lassen uns dem Wunsche Ausdruck geben, daß
        <pb n="294" />
        ﻿auch in Zukunft Ihrem Hause eine gedeihliche Weiterentwicklung be-
schieden sein möchte, zum Segen und zur Genugtuung der Besitzer wie
zur Ehre des Buchhandels.

Für den Kreisverein der Rheinisch-Westfälischen Buch-
händler M. Röder: Am 4. Mai rundet sich ein Jahrhundert seit der
Gründung Ihres Geschäftes, ein denkwürdiger Tag, an dem Sie, rück-
schauend, voll Dankbarkeit und Stolz der Gründer und Vorfahren und
Ihres eigenen Erfolges gedenken werden. Wenn heute auch der Kreis-
verein mit den herzlichsten Glückwünschen zu Ihnen kommt, so liegt
dazu noch ein ganz besonderer Grund vor. War es doch Herr L. Bachem,
der, in der Gründungsversammlung des Kreisvereins am 3. September 1843
zum Vorsitz berufen, zwölf Jahre lang an erster Stelle stand und mit
sicherer Hand und weitem Blick den Verein durch die Entwicklungsjahre
hindurch meisterhaft leitete. Möge ein deutscher Siegfriedfrieden, würdig
all der schweren Opfer, uns bald beschieden sein und unter seinen
Segnungen Ihrer hochachtbaren, altehrwürdigen Firma ein weiteres
Blühen und Gedeihen schenken.

Wie der Kreisverein dankbar seines Mitbegründers und ersten Vor-
sitzenden gedenkt, so bitten wir auch Sie, uns die alte Treue zu bewahren.

Mit treudeutschem Glückauf zur fröhlichen Fahrt ins neue Jahrhundert!

Albert Brockhaus, in Firma F. A. Brockhaus (Leipzig); Als am
4. Mai 1818 Herr Joh. Peter Bachem seinen Entschluß ausführte, auf dem
Boden seiner Vaterstadt, des heiligen Köln, der noch erzitterte von den
Nachwirkungen der Revolutions- und Kriegszeiten, eine Verlagsbuch-
handlung zu begründen, hatte der wagemutige, tatkräftige Mann gewiß
voll Gottvertrauen alle die Schwierigkeiten ins Auge gefaßt, die sich
seinem Beginnen in den Weg türmen sollten. Aber beseelt von dem
Streben, dem deutschen Volke und auch einem höheren weltumfassenden
Prinzip zu dienen, und erfüllt von nimmermüder Schaffensfreude gelang
es ihm und den Gliedern seiner Familie, die ihm in der Leitung nach-
folgten, aus bescheidenen Anfängen in weitschauender Umsicht im Laufe
der Jahre ein stolzes Haus aufzuführen, das zu einem bedeutungsvollen
Glied nicht nur des deutschen Buchhandels und der deutschen Presse,
sondern auch der deutschen Buchdruckerkunst geworden ist.

In diesen Tagen, da der Weltkrieg tobt und nicht fern vom Rhein
erbitterte Schlachten gekämpft werden, ist es Ihnen gegönnt, den
hundertsten Gedenktag der Gründung Ihrer Firma zu begehen.

Wenn ich meinem Glückwunsch einen ganz besonders herzlichen
Ausdruck verleihen möchte, so geschieht es, weil ich seit dem Bestehen
Ihrer Firma die Ehre genieße, Ihre buchhändlerische Vertretung
in Leipzig zu besorgen, aber auch weil in dieser Zeit unsere Ver-
bindung von Verlag zu Verlag, einschließlich der Kölnischen Volkszeitung,
und nicht zuletzt die persönlichen Beziehungen der Inhaber unserer
Firmen stets die angenehmsten waren.
        <pb n="295" />
        ﻿

Die gegenwärtigen Verhältnisse gestatten es den Inhabern meiner
Firma leider nicht, ihre Glückwünsche anders als schriftlich auszusprechen.
Ich bitte Sie aber, statt dessen einer bescheidenen Erinnerungsgabe an
Ihrem Ehrentage einen freundlichen Empfang zu bereiten, einer Blumen-
schale, deren Original vom Rhein und gerade aus dem Jahre 1818
stammen soll.

Möge Ihre Firma auch in dem beginnenden neuen Jahrhundert den
ehrenvollen Platz behaupten, den sie sich durch die Umsicht und Tatkraft
ihrer Inhaber errungen hat, mögen Sie auch fernerhin den Stolz genießen,
daß die zielbewußte Leitung in den Händen der Familie Bachem bleibt,
mögen Ihre Unternehmungen in aller Zukunft von dem gleichen Segen
begleitet sein wie bisher, Ihnen selbst zum Ruhme und zur Ehre des
deutschen Buchhandels, des deutschen Volkes.

Mir aber möge es vergönnt sein, die freundschaftlichen, persönlichen
und geschäftlichen Beziehungen, die seit so langen Jahren zwischen uns
bestehen, auch in Zukunft erhalten zu sehen.

Der Hauptvorstand des Deutschen Buchdrucker-Vereins,
Dr. V. Klinkhardt; Der Tag des hundertjährigen Bestehens Ihres hoch-
angesehenen Geschäftshauses gab uns willkommenen Anlaß, Ihnen durch
Zusendung einer Gedenktafel unsere herzlichste Anteilnahme zu bekunden.
Gestatten Sie uns, daß wir Ihnen auch noch hierdurch unsere wärmsten
Glück- und Segenswünsche darbringen.

Wir erinnern uns dabei dankbar der großen Verdienste, die Sie sich
seit einer Reihe von Jahren um unsere Vereinsbestrebungen durch ehren-
amtliches Wirken im Hauptvorstand und namentlich im Kreis II (Rhein-
land-Westfalen) erworben haben.

Eine besondere Freude hat es uns bereitet, daß der Ehrentag Ihrer
Firma Ihnen Veranlassung gegeben hat, unserem Verein durch eine
Stiftung im Betrage von 5090 M. Ihr freundliches und förderliches Wohl-
wollen aufs neue zu bezeigen.

Wir sprechen Ihnen dafür unseren innigsten Dank aus und verbinden
hiermit die Mitteilung, daß wir dem Gesamtvorstand in seiner am 6. d. M.
stattfindenden Sitzung Kenntnis von Ihrer hochherzigen Schenkung geben
und einen Beschluß über die Verwendung Jder Zinsen des Stiftungs-
kapitals in Ihrem Sinne herbeiführen werden.

Verein deutscher Zeitungsverleger, Dr. Faber, Vorsitzender,
Dr. Bartsch, Generalsekretär: Zu dem heutigen Jubeltage senden wir
Ihnen namens des Vereins deutscher Zeitungsverleger die aufrichtigsten
und herzlichsten Glückwünsche. Indem wir mit Ihnen den Blick zurück-
lenken auf die an Mühe und Sorgen, aber auch an segenbringender
Arbeit und Erfolgen überreiche Zeitspanne eines Jahrhunderts, gedenken
wir mit besonderer Teilnahme und berechtigtem Stolze Ihres Wirkens
auf unserem eigensten Gebiete. Was Ihre Inhaber in nie ermüdender
Hingabe an ihre Ideale und in furchtlosem und unbeirrtem Eintreten für

J
        <pb n="296" />
        ﻿ihre Weltanschauung durch mehrere Generationen geleistet haben, gehört
nicht nur der Geschichte des deutschen Zeitungswesens an, wie denn
die Entstehung und Entwicklung der katholischen Presse Deutschlands
mit dem Namen Bachem unlöslich verbunden bleibt. Diese Erfüllung
höchster verlegerischer Pflichten ist gleichzeitig ein leuchtendes Vorbild
für die gesamte deutsche Presse. Mögen Ihnen weitere Jahrhunderte
des Gedeihens und ruhmvollen Wirkens besehieden sein!

Außerdem sandte Dr. Robert Faber, Verleger der Magdeburgischen
Zeitung, persönlich folgenden Drahtglückwunsch; Der Enkel Ihres einstigen
Buehhand lungsgehilfen, dessen Freundschaft mit Ihrem heutigen Inhaber
Robert Bachem wiederum freundliche persönliche Bande von Haus zu
Haus knüpfte, sendet der Firma J. P. Bachem zu Ihrem Hundertjahr-Tage
die herzlichsten Glückwünsche. Möchten nach abermals hundert Jahren
Söhne beider Familien im blühenden Besitze ihrer alten Firmen der
wechselseitigen Beziehung aus den Anfängen J. P. Bachems gern und
freundlich gedenken in einem Deutschen Reiche, das kräftiger und stolzer
denn je aus den Stürmen dieser großen und schweren Zeit mit Gottes
Hilfe erwachsen soll.

Verleger Chefredakteur Wyn e k e n (Königsberg): Der alten berühmten
Firma Bachem zu ihrer Jubelfeier viele herzliche kollegiale Grüße und
weiteres Blühen und Gedeihen ad multos annos.

Außerordentlich zahlreich waren die freundlichen Kund-
gebungen aus den Kreisen der Industrie, des Handels und des
Gewerbes, von denen wir nachstehend noch einige erwähnen:

Der Vorstand des Vereins der Industriellen des Regierungs-
bezirks Köln (Lechner, Generaldirektor, stellv. Vorsitzender, Dr. Mottet,
stellv. Geschäftsführer): Zu der Jahrhundertfeier Ihres geehrten Hauses
senden wir Ihnen, einem alten, treuen Mitglieds des Vereins der In-
dustriellen des Regierungsbezirks Köln, die herzlichsten Glückwünsche.

Sie gelten sowohl der bisherigen glücklichen Entwicklung Ihrer werten
Firma zu einem der bedeutendsten und angesehensten Druckerei- und
Verlagsunternehmen des Vereinsbezirks und der Rheinlande, als einer
gleich günstigen Gestaltung Ihres umfangreichen Betriebes bis in die
fernste Zukunft.

Mit ganz besonderer Anerkennung gedenken wir dabei der typogra-
phischen Leistungen Ihrer Druckerei, die beim 25jährigen Bestehen unseres
Vereins dessen Festschrift in mustergültiger Weise hergestellt hat, und
der sozialpolitischen Maßnahmen Ihres Unternehmens für dessen zahl-
reiche Angestellte und Arbeiter.

Geheimrat Prof. Dr. Duisberg, Leverkusen: Zum hundert-
jährigen Jubiläum Ihrer Firma spreche ich Ihnen in freudiger An-
erkennung der Bedeutung, die sich Ihre Zeitung auch im Interesse der
Industrie erworben hat, herzlichste Glückwünsche aus.

100 Jahre J. P. Bachem.

18
        <pb n="297" />
        ﻿Die Direktion des A. Schaaffhausen’schen Bankvereins A.-G.
(Dr. Solmssen, Dr. Fischer, Dr. Strack, Weisel, Worch, Daffis): Mit dem
Gefühl des Stolzes und der Befriedigung, das der Gedanke verleiht, durch
eigene Kraft aus kleinen Anfängen in oftmals schwierigen Zeitläuften
sein Werk geschaffen zu haben, blicken Sie heute auf ein Jahrhundert
angestrengter und erfolgreicher Arbeit zurück. Wenn hierbei der mit
dem Namen ihres Verlages stets eng verbundenen Kölnischen Volkszeitung
auch in unserem Kreise besonders gedacht wird, so kommt hier in gleicher
Weise ihre für unser gesamtes Volksleben in allen seinen Beziehungen
überaus große Bedeutung als einer der maßgebendsten Vertreterinnen
der Großmacht Presse zum Ausdruck, wie die aufrichtige Hochachtung,
die die Kölnische Volkszeitung sich bei ihren Gesinnungsfreunden ebenso
wie bei denjenigen, die in anderen Lagern stehen, erworben hat durch
die Vornehmheit ihrer Haltung, die sie eine glückliche Vereinigung von
Entschiedenheit in der Sache mit Maßhalten in der Form hat erreichen
lassen.

Wir hoffen, daß die Bahnen, auf denen Sie im ersten Jahrhundert
Ihres Bestehens zu Ihrer heutigen Stellung gelangt sind, Sie zu weiteren
Erfolgen führen werden.

Felten &amp; Guilleaume Carlswerk A.-G. (Köln-Mülheim): Nachdem
seit dem Bestehen Ihres geschätzten Hauses morgen 100 Jahre verflossen
sein werden, gestatten wir uns, Ihnen zu dem seltenen Gedenktage unsere
herzlichste Gratulation zu übermitteln. In dem langen Zeitraum hat Um-
sicht und zielbewußte Arbeit Ihrem Unternehmen große, weithin bekannte
Erfolge gebracht mit der berechtigten Aussicht auf ein glückliches wei-
teres Gedeihen bis in die ferne Zukunft,

Präsident Kommerzienrat Adolf Lindgens; Die Vereinigung zur
Förderung deutscher Wirtschaftsinteressen im Auslande
sendet ihrem verehrten Mitglied die herzlichsten Glückwünsche. Möge
die Firma weiterhin ein starker Träger deutscher Arbeit und deutscher
Gesinnung bleiben und so kraftvoll wie bisher mit dahin wirken, deut-
schem Wesen und Schaffen in der Welt immer mehr Geltung und Ach-
tung zu erwerben. Glückauf!

Poensgen &amp; Heyer, Köln: Zum heutigen bedeutungsvollen Tage
senden wir Ihnen die allerherzlichsten Glückwünsche. Möge die Firma
J. P. Bachem sich weiterhin so mächtig entfalten, wie sie es bisher getan !
Hieran dürfen wir wohl den Wunsch und die starke Hoffnung knüpfen,
daß die gegenseitigen guten Beziehungen zwischen den Firmen J. P. Bachem
und Poensgen &amp; Heyer weiter bestehen bleiben und sich in Zeiten des
Friedens noch stärker und für beide Teile segensreich entwickeln.

Gebe. Stollwerck, Köln: Zur heutigen Jahrhundertfeier über-
mittele ich mit meiner Familie die herzlichsten Glückwünsche. Die alte
Freundschaft unserer Väter hat sich auf die Söhne vererbt, und ich nehme
auch doppelten Anteil an dem diamantnen Feste, welches den geschäfts-
        <pb n="298" />
        ﻿275

führenden Mitgliedern der Generationen nur durch fleißige Arbeit und
zielbewußte Willenskraft beschieden sein konnte. Möchte der Allmächtige
auch weiterhin Ihre Firma wie die Inhaber mit allen Familien unter
seinen Schutz und Segen nehmen und Ihnen stets Gesundheit geschenkt
werden, möchte aber auch fernerhin Ihre treue Mitarbeit an den wahren
Interessen der gesicherten Zukunft des geliebten Vaterlandes von Erfolg
sein! Familie Ludwig Stollwerck.

Gehr. Klingspor, Schriftgießerei, Offenbach a. M. (Wortlaut einer
künstlerisch gedruckten und handgemalten Adresse): Dem Hause J. P.
Bachem in Köln, das heute in stolzer Blüte sein hundertjähriges Bestehen
feiert, bringen wir unsere aufrichtigen Glückwünsche dar. Der Verlag,
ehrwürdig durch die lange Zeit seines Bestehens, schätzbar wegen der
im Laufe seiner Entwicklung immer mehr sich vervollkommnenden
Leistungen, darf sich rühmen, einen Teil mit beigetragen zu haben an
dem großen Aufschwung, welchen das deutsche Buch- und Zeitungs-
gewerbe in diesen hundert Jahren genommen hat, durch stille Arbeit des
Handwerks im Frieden, durch mutige Haltung und entschiedene Gesinnung
im Kriege. Ein gütiges Geschick möge den glücklichen Stern des Gelingens
auch im neuen Jahrhundert über dem Hause J. P. Bachem und seinen
Unternehmungen leuchten lassen.

Aus der großen Zahl derjenigen führenden Personen des öffentlichen
Lebens, die persönlich der Firma ihren Glückwunsch aussprachen, seien
noch genannt:

Eisenbahndirektionspräsident von Schaewen, Geh. Oberpostrat
Gunsenheimer, Oberpostdirektor von Köln, Geh. Reg.- und Gewerbe-
rat Trilling, Gewerberat Dr. Schröder von der Gewerbeinspektion
Köln-Nord, Reichsbankdirektor Schultz, Hermann Hertz und Syndikus
Dr. W e i d e s als Vertreter des Verbandes der Kölner Großfirmen, Direktor
Worch als Vertreter des A. Schaaffhausen’schen Bankvereins.

Aus der Fülle der glückwünschenden Vereine seien folgende ge-
nannt:

Albertus Magnus-Verein der Erzdiözese Köln. — Bom-
fatius-V erein (Hermann Graf Stollberg-Westheim i. W.: „Der Boni-
fatiusverein hat bei der KV. stets eine opferbereite und entschiedene
Unterstützung gefunden, wovon nicht bloß die Kriegsjahre ein beredtes
Zeugnis ablegen, sondern außer vielen anderen namentlich auch die
religiöse Versorgung von Berlin in den siebziger Jahren des vergangenen
Jahrhunderts, bei der die KV eine ausgezeichnete und über alles Lob
erhabene Tätigkeit entfaltet hat“). — Caritas-Verband für das
katholische Deutschland. — Central-Komitee der Katholiken Bonns
(Justizrat Meyer, Pfr. Stein). —Christi. Gewerkschaften. — Kath.
Frauenbund Deutschlands. — Görres-Gesellschaft. — Kölner
Katholiken-Komitee (Geh. Justizrat Gilles). — Kath. Lehrerver-
band, Prov. Rheinland. — Verband der kath. kaufm. Vereinigungen
        <pb n="299" />
        ﻿Deutschlands (Essen). — Verband Omnes unum (Bonn). —Verband der
kath. Studenten-Vereine Deutschlands (Frankf.). — Verband der
Vereine kath. Akademiker zur Pflege der kath. Weltanschauung
(Oberlandesgerichtsrat Gussone, Köln). — Verband reisender Kauf-
leute Deutschlands (Leipzig).— Verein vom h. Karl Borromäus (Bonn).
— Verein für das Missionshaus Knechtsteden (Köln).



Besonders zahlreich waren auch aus parlamentarischen Kreisen
die Glückwünsche eingelaufen. Außer den bereits aufgeführten
Abgeordneten seien noch genannt . . .

Mitglieder des Reichstages:

Landgerichtsrat Geheimrat Dr.Becker, Köln, Schriftleiter Joh.Becker,
Arnsberg, Justizrat Dr. Bell, Essen, Verleger Paul Dombek, Beuthen
i. O.-Schl., Joh. G i e s b e r t s, Beirat im Reichswirtschaftsamt, Berlin, Wein-
gutsbesitzer Medard Hart rath, Trier, Rechtsanwalt Joh. Henry, Bonn,
Landesökonomierat Herold, Münster i. W., Univ.-Prof. Prälat Dr. Hitze,
Münster i. W., Hofrat Dr. Jaeger, Speyer, Studienrat Kuckhoff, Köln,
Majoratsbesitzer Graf Magnis, Eckersdorf, Dr. Ed. Marcour, Koblenz,
Fabrikbesitzer Rieh. Müller, Fulda, Beigeordn. Bürgermeister Nacken,
Eschweiler, Kgl. Bibliothekar Dr. Pfeiffer, München, Rechtsanwalt
Dr. Pfleger, Weiden (Bayern), Generaldirektor des Volksvereins Prälat
Dr. Pieper, M.-Gladbach, Geh. Justizrat Prof. Dr. Rießer, Präs, des
Hansabundes, Geh. Reg.-Rat Dr. v. S a v i g n y, Schloß Trages (B. Kassel),
Lehrer Sittart, Aachen, Amtsgerichtsrat Dr. Werr, Merzig;

Mitglieder der Landtage:

Gutsbesitzer Blum, Crefeld, Rentner Brors, Crefeld-Bockum, Post-
verwalter Busch, Cuchenheim, Bürgermeister a. D. Fleuster, Aachen,
Apotheker Frank, Köln, Geh. Justizrat Gerhardus, Limburg, Landes-
ökonomierat Graw, Schmolaien (Ostpr.),Syndikusa.D.Dr.Grunenberg,
Düsseldorf-Oberkassel, Franz Hoen, Großblittersdorf i. L., Stiftspropst Dr.
Kaufmann, Aachen, Hauptlehrer Kesternich, Kalterherberg, Ehren-
bürgermeister Krapoll, Immenrath, Amtsgerichtsrat Müller, Prüm,
Gutsbesitzer Pauli, Köln, Gefängnisdirektor Dr. Jak. Schmitt, Düssel-
dorf, Frhr. v. Wolff-Metternich, Xanten.

Außerdem liefen von Freunden und Kollegen der Firma, von Ver-
fassern des Buchverlags und von Mitarbeitern, Beziehern und Lesern der
KV so viele drahtliche und schriftliche Glückwünsche ein, daß ihr Abdruck
nicht ausführbar ist. Es waren viele Hunderte, welche den Firma-Inhabern
und allen im Hause Tätigen zur freudigen Genugtuung gereichen und
zum Ansporn weiteren Schaffens dienen.

Also weiter ins zweite Jahrhundert: Mit Go11 und Fortiter in re,
suaviter in modo!

J
        <pb n="300" />
        ﻿VIII.

Personenverzeichnis.

Zur leichteren Auffindung in dem Verlaesverzeichnis sind bei Ver-

weisungen auf diese:

Aalberse, Dr.P. J.M. 108
v.d. Acht, Ant. . 21629
Acker, P. Herrn.. . 160
(1911 s. Ditscheid)
Adams, Just.-R. . 21631
v. Adelsheim-Sennfeld
66, 138 (s. Erlenbusch)
Adenauer, Conrad,
Oberbürgerm. . 256
Adeodatus Aurel. 150
(1887)

Agassiz, Lewis . . 34
Agilolfus, hl. 152(1893 s.
Steffens), 153 (1895 s.
Kleinermanns)
Alberdingk-Thijm, P. P.

M..........148	(1882)

Albertus Magnus . 75,
148 (1880 s. Thömes)
Aldefeld, Reg.-Sekr. 27
Aldenhoven, J. A. . 139
(1823, 24)

Alexis, Willibald . 164
(1915 s. Kriegsvolk)
Alleker, Heinr. . . 105
Allies, T. W. 148 (1881)
Alsdorf, Karl . . 216“
de Amicis, Edmondo 164
(1915 s. Kriegsvolk)
Antoni, Dr. G. 108, 157
(1906), 159 (1908 s.
Volksschulges.)
v. Archenholtz, J.W. 164
(1915 s. Kriegsvolk)
Arndt, Ernst M. 160 (1910
s. Märchen III; 1911)
Arens, P. Bernh. . 157
(1904 s. Konrad)
Arenz, Kpl. 145 (1865 s.

Guenot u. Beugnon)
Aristoteles 154 (1898 s.
Rolfes), 163 (1915 s.
Böhm)

Asbach, Wilh. . . 180

die betr. Jahreszahlen in

Atzberger, Prof. Dr.

Leonh. . 151 (1891)
Auffenberg . 149 (1884)
Augusti,Dr. J.Ch. W. 141
(1835 s. More; 1838)
Augustinus hl. . . 164
(1916 s. Grabmann)
Aurbacher, Ludw. 160
(1910 s. Mädchenerz.)
162 (1914), 163 (1914 s.
Kosch), 164 (1915 s.
Kriegsvolk)

Äußern, Joh. . . , 229
Axtius, C. A. M.. . 140
(1828 s. Manethon), 141
(1832 s. Manethon)

v. Baader, Erz. X. . 148
(1880 s. Schmid)
Bacciocco, Friedr. 102
Bach, Cuno67,149 (1885),
150 (1887)

Bach, Prof. Dr., München
149 (1885)

Bach, Dr. Jos. 156 (1903)
Bach, M.76,145(1865,67)
Bach, R. 163 (1915 s.

Feuerpause)

Bach, Zum, C. A. 10,139
(1818,20)

Bachem, Adolf 53, 212“

—	Alexand., Oberb. 203

—	Andreas ...	202

—	August . . 170,232

—	Elisabeth . . . 202

—	Emilie .... 53

—	Franz Casp. . .	6

—	Franz Heinz . . 246

—	Franz Xaver 95,115,
132,135,183,204,241,
253, 254, 260, 262,263

—	Fridolin 115,132,174,
180, 183, 192

—	Hans 187, 224,s, 229

Klammern zugesetzt.
Bachem, Heinr. . . 202

—	Helene........115

—	Joh......... 202

—	Joh. Peter 1,7,16,247

—	Josef, 37 u. ff., 48—55,
87 u. ff., 113,114,167,
211 2, 212”, 232, 251,
261

—	Frau Jos. 196,231 u.ff.

—	Jos. Wilh. . 1,203

—	Julius 73, 90, 94, 100,
103,108,125,126,130,
146(1873s.auchLamy;
1874), 147 (1876, 77),
149 (1884), 151 (1892,
93, 94), 153 (1896, 97),
161 (1912), 162 (1913),
163 (1915), 227

—	Karl(SohnLamberts)
39, 53, 167, 212“

—	Karl (Sohn Josefs)
100,108,114, 115,130,
148 (1880), 151 (1890s.
Reichsges.),152(1893),
161 (1912), 162 (1914),
253

—	Karl (Sohn Frz. X.)
101, 224‘s, 229, 230

—	Frau Kath. 196, 231
u. ff., 244, 247, 251

—	Lambert 6, 7, 16, 17,
26 u. ff., 46, 48, 49,
53, 139 (1824), 167,
2163 , 247

—	Frau Lambert . 33

—	Martin...........203

—	P. J., Prof. ...	6

—	Peter . .	203

—	Robert sen. 88, 168,
212“, 251

—	Robert (Sohn Josefs)
110, 115,132,243,254,
257, 258, 262, 263

—	Thillmann . . . 202
        <pb n="301" />
        ﻿Bachem Wilh. 202,203
— Wilh. Jos. ,	1, 203

Bachem u. Funcke 6
Backes, Dir. Dr. F. 21528
Baggeier, Georg . . 229
Baldus, Prof. Dr. Al. 128,

156	(1904), 159 (1909),
162 (1913)

Baptist, P. 56, 144 (1858)
Barchewitz, Dr. 141 (1831
s. Auszug)

Bardenhewer, Dr. Otto
73,147(1879), 148 (1880)
Barth, Prof. Dr. Bernh.

157	(1904 s. Leo)
Barth, Dr. med. Friedr.

155	(1901)

Bartmann .	. .	22

Baudon, A. 145 (1864)
Baudon, Fritz 44,45,143 1
(1851 s. Organ), 21427,
215;9, 21631

Baudri, Dr. Joh. Ant.
Friedr., Weihbischof
82,142(1849),148(1881),
21420, 216H1
Bauer, H. 138
Bauerband, Prof. 21631
Bauhaus, Gerh. . . 264
Baumberger, Georg 108
Baumgarten, Fr. . 135
Baumgarten, Dr. Paul
Maria 151 (1892), 152
(1893), 158 (1908)
Bäumker, Dr. Clemens
149 (1885), 151 (1890)
Baumstark, Dr. Ant. 157
(1906), 162 (1913)
Baumstark, Reinhold
147 (1877)

Baumstätter, Dr. A. 131,
154 (1900 s. Dilloo)
Baur, Prof. Dr. Ludw.
159 (1910)

Bayer, Dr. Jos. 130, 161
(1912)

Bazin, Rene 124, 155
(1901)

Bebber, Corn.... 100
Bebel, Aug. 152 (1893
s. Bachem)

Becher, C. C. . . . 42
Becher, A. J. . , . H2

i Bechstein, Ludw. 160
(1911 s. Geschichten)
Beck, Dr. Karl Aug. 127,
151 (1892), 153 (1896),
Becker, Carl . . . 227

—	Dr. Frz..........81

—	Jobs. 72, 152 (1893)

—	Jos. .	.	228

—	Karl 161 (1912 s. Mili-
täranw.), 162 (1913)

Bedbur, C. . . . 42
Bednarek, Jos. 228
Beeg, Frau M. 157 (1906
s. Ille)

Beissel, Louis . . 79
Belke,Pet. Jos. 151 (1892)
Beilesheim, Dr. Alph. 94,

147	(1879), 148 (1881
s. Allies; 1882)

Bendel, Joh. 155 (1902),
158 (1907), 159 (1909) j
Bender, Prof. Dr. Frz. j
130, 160 (1911)

Bender,J.M.18,139(1823) I
Bennerscheid . . . 203
Bennet John 156 (1903)
Bentlage, Carl 138 (s.
Lenhard), 145 (1866 s.
Guenot; 1867s.Emery),
146 (1868 s. Bourdon,
Labadye; 1869 s. Na-
very), 2204"

Bentlage, Herrn.. . 89
Benzenberg. Joh. Friedr.

11, 2057, 139 (1822)
Benzler, Willibrord 158
(1908 s. Mercier)

Berg, Joh. 138, 151 (1891
s. Winterer), 156 (1904
s. Bordeaux), 161
(1912 dgl.)

Berger, Marie 68, 138,

148	(1883), 149 (1884), i
150 (1886, 88)

Berger, Dechant. . 73
Bergmann, Jos. . . 229
Bergmann, Dr. med. 152
(1893 s. Baumgarten)
Berlage, Dompr. Dr. C.
155 (1902)

v. Berlepsch, Lina 67,
145 (1867 s. Potter),
150 (1887), 236

Berndorff,Jos.Hptm. 258
Berrenrath 145 (1867
s. Pastoralbl.)
Berthold, Carl 76, 146
(1869), 146 (1872), 147
(1877), 157 (1905)
Bertram, Rieh. 150(1888)
Bestler, Jos. . 101, 113
Beta, Dr. H. 66, 68, 150
(1886), 220*»

de Beugnon,H. 145 (1865),
146 (1868)

Biedembach, Rieh. 138,
148 (1883)

Biesenbach, Gust. 98,108

Bihl, P. Mich. .	108

Binterim, Pfr. Dr. 21326
v. Binzer, A. . . . 42
Birgel, Josef . ,110
Birkheuser, Wilh. 231

Birkmann...........136

Birkner,Dr.F. 162(1914)
Biunde, Prof. 21, 207!S,
141 (1838)

Blackmore, R. D. 148
(1880)

Blank, W in.,Domkap.255
Bleser, Viktorine . 67

Bloch, Jak.........229

Bluff, M. J. 140 (1827)
Blumenbach, Dr. Karl
Heinr. 141 (1838)

Boch, Jak..........229

Boch, Joh..........229

Bockenheimer,Dr. Land-
ger.-R. 150 (1888)
Böckenhoff, Dr. Karl 131,
160 (1911), 161 (1912)
Böcker, Dr. Frz. 150
(1887), 151 (1889)
Böcker, Jobs. 155 (1901)
Böddinghaus, Karl 223
v. Bodelschwingh, 28,29
Bögle, P. A. 158 (1907
s. Spalding)

Böhm, Dr. Alfr. 131, 163
(1915)

Böhm, Edm. . 109, 110
Bohrer, Al. 156 (1904)
Boisseree, J. u. W. 45
Boeken,Hub. J. 156(1903)
Bökler, Pfr. Carl 146
nsRRi
        <pb n="302" />
        ﻿279

Bölling, Pet. Jos. 172,191
Bone, Dr. Carl 45, 148
(1880)

Bone, Heinr. 164 (1915
s. Kriegsvolk)
Bongartz, Ad. Jos. 79,
145 (1867 s. Meslettes),
223

Bonn, Frz. 148 (1880)
Bonn, Paul 160 (1911)
Bonn,Theod.l 10,227,254
zur Bonsen, Dr. Friedr.
130, 154 (1897), 158
(1907), 163 (1915)
Bordeaux, Henry 124,
158 (1904), 161 (1912),
162 (1914)

Borgas, Ludw. . 76, 77
Bormann, K. Th. F. 20,
141 (1833 s. Handb.;
1834 dgl.)

Bornewasser, Theo 156
(1904 s. Ehen)
Borromäus s. Karl B.
v. Borstell, Gen. . 28
Boes, Herbert 161 (1912
s. Militäranw.), 162
(1913 s. Becker)
Bosch, Frz. 162 (1914)
v. Bossi-Fedrigotti 138
(s. Goldegg)

Böttcher, Maximilian
156 (1904 s. Ehen)
Bourdon, M. 146 (1868)
v. Brackel, Ferdinande
60 u. ff., 67, 146 (1875),
147(1877,79), 148(1881,
82, 83), 150 (1887), 151
(1889), 153 (1897), 154
(1900), 155 (1901), 157
(1905, 06), 158 (1907
s. Hamann; 1908), 236
Braig,Dr.Karl 179 (1885)
Bram, Franziska 108,119
u. ff., 138 (s. Endeers),
161 (1912), 162 (1913),
164 (1916), 165 (1918)
Brandenburg, J. 151
(1891)

Brandts, Franz 79, 104,
235

Brandts, M., Landesrat
153 (1895)

Braubach, Dr. Bernh.
94, 21529

Braun, Prof. ... 21
Braun, J. 22, 139 (1824),
140 (1827), 141 (1833)
Braun, Joh.. .	. 230

Braun, J. W. Jos. 140
(1829 s. Pelliccia)
Braun,Isabella 154(1900)
Braun, P. 146 (1875 s.

Piuskalender.)
Brauns, Heinr. 157 (1904
s. Rhenanus)
Brauweiler, Heinz 126,
164 (1916)

Bremme, Dr. Wilh. 156
(1903)

Brendgen, Peter 113,152
(1893)

Brentano, Clemens 156
(1904), 158 (1908), 160
(1910 s. Mädchenerz.),
160(1911 s. Geschieht.),
163 (1915 s. Cardauns)
Brentano, Frau E. de
la Roche (Aschaffen-
burg) 144 (1860)
Brescimi, P. 146 (1873
s. Lamy)

Breuer, Jos.........228

— Jos., Definitor . 265
Breuer, Wilh. . . . 228
Brey, Henriette 164 (1915
s. Kriegsnov.)
Brinckmann, John 164
(1915 s. Tiergesch.)
ten Brink, Ign. 59
Brinkmann, Dr. 144 (1858
s. Peppergraß)
v. Brockdorff, Sophie 67,
150 (1887)

Brockhaus, Alb.. . 271
Broicher,Hdlsger.-R. 141
(1835 s. Handelsges.)
Broix,Domkap.Dr. 21631
Broix, Jos. . . . 22347
Brownson,Dr. 0. A. 144
(1857, 58)

Bruch, Dr. Chr. G. 12
Brücker, Fr. . .	108

Brückmann, K.Hr.51,89
Brüggemeier, Andr. 157
(1906)

Brüll, Dr.Andr. 147 (1879)
Brüls, Quir. . 228, 254
Bruno, Erzb. 153 (1895
s. Kleinermanns), 156
(1903 s. Lauscher)
Bruno, Giord. 151 (1889
s. Schröder)

Büchner, Max 165 (1917)
Buck, Dr. med. 66, 138
(s. Biedembach)
Buckermann, Joh.. 229
Budde, Fritz 164 (1915
s. Kriegsnov.)

Buet, Charles 150 (1886)
Bumüller, Dr. Jobs. 84,
87, 154 (1900)
v. Buol, Marie 117, 154
(1899), 156 (1904), 157
(1906), 161 (1912), 164
(1915 s. Wehr)

Bürgel ... 159 (1909)
Bürklin,Dr.W. 144(1858
s. Baptist)

Busch, Hub. . . . 228
van dem Busche, Herrn.

149	(1884 s. Liessem)
Buscher,Georg 162 (1914)
Büscher, Gerh. 92, 93
Büschi .	163 (1914)

v. d. Bussche, Frhr.

Hilmar .	. • • 268

Butte, Dr. Fr. Wilh. 5,
139 (1816), 140 (1828)
Bützler,Theod. 160(1911)

Cabral P. Al., S. J. 160
(1911)

Calenberg, Karl. . 228
Cämmerer, C. J. . 145
(1864 s. Baudon)
Cämmerer, Fr. 139(1821)
Campe, Joach. Heinr.

164 (1915s.Tiergesch.)
Capes, J- M. 143 (1855)
v. Capelle, Ed., Adm. 267
Capitaine, Prof. Dr.Wilh.
128, 158 (1908), 159
(1909, 10)

Cardauns, Dr. Herrn. 69,
73, 92, 93, 109, 130,
138 (s. Kerner), 205°,
146 (1875), 148 (1880,
83), 149 (1884), 151
        <pb n="303" />
        ﻿(1891), 153 (1895), 155
(1901), 159 (1910), 161
(1912), 163 (1915), 165
(1917), 227

Caro, Karl . 161 (1912)
Carillon, Wilh. . . 227
de Carvaial, Luisa 58
Caspar, Max, Bischof
40,1^*2 (1845 s. Geissei)
Caspari, Frl. J. 114, 153
(1896 s. Coloma)
Caspari, K. H. 164 (1915
s. Kriegsvolk)
Catharina v. Siena 148
(1880 s. Leonrod)
Cernuschi, H. 150 (1887)
Chambalu, Aug. 151
(1892)

v. Chamisso, Ad. 159
(1909 s. Märchen), 160
(1911 s. Geschichten)
Champol, F. 124, 155
(1902), 158 (1908)
v. Chantimpre, Th. 154
(1899 s. Kaufmann)
Chedeaux, P. J. 39, 21224
Cheneval, Dr. C. . 97
v. Chezy, Hermine 48
— Wilh..	48, 49, 168

Claesen, Dr. P. A. 163
(1915 s. Jahrhundertf.)
Classen-Kappelmann,
Joh. ... 147 (1877)
Clausius, S.. 157 (1905)
Clauß, Dr. Wilh. . 152
(1893,94), 220*';s. auch
Schneider-Cl.

Clave v.Bouhaben 21631
Clemens, Dr. F. J. 143
(1853)

Clemens Aug., Erzb. 20,

21, 22

Clementz, Dr. Heinr. 156
(1904)

Clostermann, A.. . 109
Cochem, P. Martin 70,

145	(1865, 67)
Cohausz, Otto, S. J. 125,

160	(1911), 161 (1912)
Cohen,Friedr. 157 (1905),
164 (1916)

Coleridge, P. H. J. (S. J.)

146	(1869)

v. Coellen, Otto . 229

— Theod........215-9

Collmann........19

Coloma, P. Luis, S. J. 115
u. ff., 153 (1896), 156
(1904)

Comte, M. 3,4,139 (1815)
Connemann, Frl. 138 (s.
Nemo)

Conzen, Prof. ...	6

Correns, Th. 139 (1822),

140	(1826)

Coudenhove, Gräfin
Paula . . 155 (1901)
Gramer, Emil 179, 228
Clipper, J.P.H. 140(1829)
Cüppers, A. J., Rektor 66,
68, 133,134,148 (1882),
155 (1902), 156 (1904 s.
Ehen), 157 (1905), 158
(1907), 159 (1909), 160
(1911), 161 (1912), 162
(1913, 14), 22040
Cüppers, Kpl.C. 155(1902)
Curtmann, Wilh. . 164
(1915 s. Tiergesch.)
Cyprian, P. 151	(1892)

Dahlmann, Jos., S. J. 154
(1899)

Dalfon, Luise ... 155
(1901 s. Strejek)
v. Dallwitz, Wanda 138
(s. Schwarz)

Daniels, Prof. ...	6

v. Daniels, A. . . 20,

141	(1833—36; 1837 s.
Hdb.), 142(1841 s.Hdb.;
1845 s. auch Hdb.)

Daniels, Hnr. Gttfr.Wilh.

19,139 (1824), 140 (1827)
Darwin . .	. . 147

(1877 s. Hertling)
Daurier, General . 203
Dausch, Karl	230

Deberge, Friedr..	228

Dechene . . 151 (1890)
Degen, Joh. H. 54, 231
Degen, Cathar. 54, 231
Delaporte, P. 144 (1861)
Delbrück, F. 139 (1819),
22550

Dellenbusch, E. . .	42

Delvos, H. Th. Pfr. 72,
153 (1896)

Denza, P. 153 (1895 s.
Plaßmann)

Deutschmann, K. . 142
(1843)

v. Devivere, Karl . 44
Dick, Buchbinder . 104,
169, 191

v.Diederichs, F.F.A. 141
(1833)

Diel, Joh. 164 (1915 s.
Kriegsnov.)

Dieringer, Prof. Dr. F.X.
38, 48, 49,142 (1846),
145 (1864), 21427, 236
Dierschke, Prof. Dr. 150
(1888 s. Freyenstein)
Dietz, Karl .... 229
Dilloo, Dr. W. 154 (1900)
v. Dincklage, Emmy 67,
69,148(1883), 149(1885),

150	(1886), 152 (1893)
v. Dirkink, J. 118, 138,

156	(1904), 150 (1886),

151	(1889)

Ditges, Anton 147 (1877),
160 (1911), 233
Ditmar,W. 142 (1846,48),
143 (1852, 53)
Ditscheid, Prof. Dr.Herm.
160 (1911)

Dittrich, Prof. 150 (1887)
Dölger, Dr. Fz. Jos. 159
(1910)

Döllinger, Ignaz .	86

Domanig, A. 153 (1897)
Donelan, A. M. 146 (1872)
Doorman, Christine 155
(1902), 156 (1904)
Dörner, Peter, Buch-
drucker............265

Drummer, Dr. Jos. 81,
151 (1890 s.Monsabre),
153 (1895,96 s.Korresp.)
Dransfeld, Hedwig 108,
153 (1897), 154 (1898,
99, 1900), 156 (1903),
162 (1914)

Dresemann, Dr. Otto 99,
108, 157 (1905), 227
Dresen, Ant. . 228, 254
Drews, Staatsmin.. 268
        <pb n="304" />
        ﻿281

v. d. Driesch, Joh. . 156
(1904), 162 (1913)
Droste,Dr.Frz. 149(1884)
v. Droste-Hülshoff, An-
nette 160 (1911 s. Ge-
schichten)

Drüding,P.Joh. 162 (1914)
Dubelman, J. Fr. P. 143
(1852 s. Abendunterh.;
1854), 144 (1861s. Hube)
Dubois, H. 144 (1859 s.
Thompson)

Duckwitz, AdolfVerl.263
Dubyen, H. J. 140 (1825)
Duhr, P. Bernh. S. J. 154
(1900), 165 (1918)
Duisberg, Karl, Geh.

Rat Prof. Dr. . . 273
Dukas Theodassos, J.
138, 152 (1893), 163
(1915 s. Feuerpause)
Du Mont (Familie) 2042

—	Aug........84, 85

—	Jos........ 37, 204

—	Marcus . 2, 7, 2042

---Bachem 2 u. ff., 8

---Schauberg 2, 6, 7,

72, 2042

Dumont, Domkap. Dr. C.
Th.41,71,129,147 (1874),
147 (1876 s. Geissei;
1877), 151 (1889), 154
(1899)

Dunoyen ....	3

Düntzer, Dr. J. 142(1842)
Dupanloup, Felix . 144
(1860), 2193!l
Düsterwald, Dr. Franz

162	(1913 s. Heidet)
Dyckhoff, Frl. Jenny 144

(1859 s. Parsons)
Dyroff, Prof. Dr. Ad.
164 (1916)

Ebeling, A. 57,145 (1863,
66, 67), 219’9
Ebers, Prof. Dr. G. J. 126,

163	(1915)

Eckert, Prof. Dr. . 109
Eegholm, Camilla 156
(1904 s. Ehen)

Ehrte, P. Frz. .	. 108

v.Ehren wall,K. 154( 1898)

Ehses,Dr.Stph. 159(1908),
160(1911), 161 (1912), 162
(1913,14), 165 (1917), 18
Eich, Matth. . . . 229
Eichen, Hub. . . . 229
v. Eichendorff, Jos. 157
(1906 s. Kosch), 160
(1910 s. Märchen III)
Eick, Frl. Tony 164(1915
s. Kriegsnov.)
Eikerling, Dr. 43, 49, 50
v. Eimbeck, H. 151 (1889)
Eisele, Dr. Hans . . 102
v. Elsholtz, Franz 14,
139 (1820, 21), 22550
Elvenich, Prof. . . 21
Emery, M. 145 (1867)
Emin Pascha 151 (1890
s. Schynse)

Eminger, L. 153 (1895 s.
Gerard)

Emmerich, K 163 (1915)
v. Endeers, L. 138, 159
(1909, 10)

van Endert, Dr. J. K.
144 (1860)

Endler, Vikt. 138 (s.

Haupt), 22040
Endres, J.A.75,151 (1891)
Ennen, Leonh. 3, 57
Erlenbusch, H. 138, 148
(1882)

Erzberger, Math. 104,
158 (1908)

Esch, Pfr. Th. 151 (1892
s. Fulano)

Esser II, Just.-R. 21631
Esser, Anna 151 (1892)
Esser, Prof. Dr. Gerh.
157 (1905)

Esser, Dr. P. 129, 149
(1885), 151 (1892)
Esser, Pet. . .	229

Esser, P. Hub. 159 (1910)
v. Eß, Dr. Leander 10
Ettlinger, Dr. Max 156
(1903)

Euteneuer, Dr. med. 152
(1893 s. Baumgarten)

Faber, Dr. Rob. . . 273
Fabri de Fabris, R. 124,
138, 153 (1895), 154

(1898), 156 (1904), 158
(1907), 161 (1912)

Falk, Dr. Frz. 147 (1879),
151 (1889,90), 157(1905)
Faßbinder, Frz. 160
(1911), 162 (1913)

Faust, Fr.............229

Faust, Karl ... 230
Faust, Frau.... 228
Fecht, Prof. Dr. K. 158
(1908 s. Brentano), 159
(1909 s. Musäus), 160
(1911 s. Musäus)
Feldmann, Prof. Jos. 162

(1913)

Felten, Prof. Jos. . 108
Ferdinand, Joh.Peter72,
154 (1899)

Ferrier, C. H. 145 (1866)
v. Ferro 152 (1894 s.
Gerard)

Finke, Prof. Dr. Heinr.

153 (1896), 154 (1898)
Fischer, Dr. Ani, Erzb.
127, 130, 155 (1902 s.
Neuwiem), 160 (1911),
163 (1915 s. Schmitz)

—	Dr. Engelb. Lor. 127,
148 (1881)

_ Fr W.............228

—	Jak............202

—	Wilh. 160 (1910 s.
Märchen IV)

Flach, Josefine 66, 68,
148 (1880 s.Blackmore,
1881,82 s. auch Fuller-
tnn. 1883). 149 (1885),

22040

■'lock, Pet.........230

r. Florencourt, Frz. 50,
51, 21735

^ogowitz, Andrä H. 150
(1887)

j. Follenius, Sofie 68,

138	(s. Berger), 148
(1883), 149 (1884), 150
(1886, 88), 153 (1897),
154 (1899, 1900), 155
(1901), 22040

’onblanque, Albany 145
(1866)

'hnk, Pet. Ant. 11, 12,

139	(1822)
        <pb n="305" />
        ﻿Fontane, Theod. . 163
(1915 s. Kriegsvolk)
Förster, H. . 141 (1836)
Förster, Karl 149 (1885)
Fouque, Caroline de la
Motte- . 141 (1833)
Frank, £.124,160 (1911),
161 (1912), 162 (1914),
183 (1915), 164 (1916)
Franke,Dr. Jos. 152(1894)
Fransen, Heinr. . 2162S
Franz, Emma 138, 148
(1883), 150 (1888)

Fred, H. 138, 148 (1883),
150 (1888)

Freimuth, H. 152 (1894)
Frenken, Ob.-Ldsger.-
Präs. Dr. Jos. . 253
v. Freyenstein, H. 150
(1888)

Freytag, Prof. Dr. L. 160
(1911 s. Arndt)
Freytag, M. . . . 2158“
Frick, Helm. 138 (s.
Helmy)

Friedrich, Dr. Phil. 131,
157 (1905, 6)
Frincken,F. A. 144(1860),

145	(1866, 67), 146
(1868, 75 s. Thomas),
149 (1884)

Fritsche, Pet. . . . 229
Froberger, Dr. Jos. 101,
125

Fröhlich s. Cyprian
Frommann, Fr. Joh. 36
Fuchs, Ed. . . . 21688
— Heinr. ...	229

v. d. Fuhr, Wilh. 128,155
(1901, 2), 156 (1903),
160 (1911)

Fuhrmann, Der alte 93,

146	(s. Cardauns)
Fuhrmans,Alb. 156(1903)
Fulano, T. H. 151 (1892)
Fullerton, Georgiana 55,

57, 58, 143 (1855 s.
Capes), 145 (1865), 146
(1869, 74), 147 (1878),
148 (1882)

Fülles, Christ. 96, 108
Funcke, Crefeld 8, 14
v. Funk, F. X. 152 (1894)

Funken, Wilh. . . 227
v. Fürth, A. 141 (1836)
v. Fürth, Herrn.. 216"

Gade,Frl.Anna 163 (1915
s. Kriegsnov.)

Galiffe, J.B. G. 146(1868)
Galland, Josef 148(1880)
Gallitzin, Fürstin . 148
(1880 s. Galland)
Gammersbach, F. . 142
(1846)

Gams, P. . . 148 (1880)
v. Garten, J. 138, 156
(1903, 4), 157 (1905),
162 (1914), 163 (1915)
Gathmann, Heinr. 164
(1915 s. Kriegsvolk u.
Tiergesch.)

Gaudy, Alice 161 (1912)
Gedeon v. d. Heide . 73
Geehl,H. 154(1898 s.Vitis)
Gehrmann, Jos. . . 229
Geiger, Pol.-Dir. 52, 53
Geisbüsch, Pet. .	104

Geisen, Jos. .	.113

v. Geissei, Joh. 40, 44,
142 (1845,46), 143 (1853,
55), 144 (1860, 62), 145
(1864s.Dieringer, 1865),
146 (1868), 147 (1876),
2132c

Geistmann, Prof. .	6

George, Anna . 138
Georgi, Carl.	54

Gerard, C. 69, 140 (1826)
Gerard, Dorothea 69,138,
153 (1895)

Gerard, E. (E. v. La-
szowska-G.) 138, 152
(1894)

Gerard, E. D. 138, 151
(1891), 152 (1893)
Gerard, Jak. . . . 172
Gerlach, Dr., Domkap.
148 (1881)

Germanus . . 154 (1900)
Gerstenberger,Libor. 104
v. Geyr, S. . . . 216"
Giersberg, Heinr. Hub.

72, 148 (1883)
Giesberts, Joh. 108, 131,
158 (1909), 22558

Ginzel, Domkap, Dr.,
Leitmeritz 146 (1869)
Gisler, P. Maurus 162
(1913 s. Heidet)
v. Glasenapp,Dr.Otto269
Glattfelder, Dr. A. 154
(1898)

Glinkiewicz 154 (1898 s.

j eske)

Gloßner,Dr.M. 149(1884)
Gnauck-Kühne, El. 108
Gneiting, Alfr.. . . 228
Göbel, Dr. E. 147 (1879)
Göbel, M. . . 142 (1839)
Goblet, Heinr. 75, 148
(1880)

Gockel, Dr. Alb. 129,131,
153 (1895), 158 (1907)
Goddert, Frz. 229
v. Godin, Marie Am. 124,
158 (1908), 159 (1909,
10), 165 (1917)
Goldbach, Jak, . . 229
v. Goldegg, Itha 124,138,
153 (1897), 154 (1899)
Göller, F. . . 140 (1825)
Görgen, Anton 154(1899)

Görres, Alb.......265

v. Görres, Jos. 22,29, 73,
148 (1880 s. Schmid),
162 (1912 s.Schellberg,
1913), 165 (1917 s.
Schellberg)

Görtz, Pet..........229

Goßler, A. 141 (1833)
v. Goethe, Joh. Wolfg.
13, 159 (1909 s. Mär-
chen), 160 (1911 s.
Geschichten)

Gotthelf, Jeremias 159
(1909), 164 (1915 s.
Kriegsvolk)

Gottwald,J.138 (s.Dukas)
Götz, Jul. ■ 163 (1915)
Goetz, Karl .... 84
Goyau, Georges . . 108
Grabmann, Dr. M. 126,
164 (1916)

Graen.... 151 (1892)
Grach, Josefine 153(1896)
Gracklauer, Otto 77
Graham . . .154 (1899)
Grau, Josef.124,154(1899)
        <pb n="306" />
        ﻿v.Grauert,Dr. Herrn. 159
(1910), 160 (1911), 162
(1913)

de Greck, P. 141 (1832)
v. Gregory 138 (s. Garten)
Grehl, Pet. . .	229

Greshake, Konr. . 228
Grewer, Pfr. Th. 155
(1901 s. Wiseman)
Grimm, Hdlsger.-R. 141
(1835 s. Haelsges.)
Grimm, Prof. Dr. H. 147
(1876 s. Reichensp.),
158 (1903)

Grimmelshausen, H.Jak.
Chr. 164(1915s.Kriegs-
volk)

Grisar, P. Herrn. 157 i
(1906), 158 (1907)
Gröber, Ad. 104,108,125, |
235, 269

Groot, Gerh. 148 (1883
s. Grube)

v. Groote, Everhard 4,
139 (1816), 2044
— Ober-Präs.d.Rhpr. 269
v. Grosseteste, Roh. 159
(1910 s. Baur)

Grube, Dr. Karl 148 (1883)
Grubenbecher, Pfr. Leo-
nard 70, 145 (1865 s.
Cochem), 152 (1894)
Grüner, J. F. 141 (1838)
Grünrock .	.	77

Grüttefien, Otto, Buch-
druckereibesitzer 263
Grysar, C. J. 140 (1830)
Guenot, C. 145 (1865,66),
146 (1868)

Guggenberger, Dr. Karl
165 (1917)

Gummich, Th. . .206“
Günter, Prof. Dr. H. 129,
157 (1906)

Günther, Ant. 143 (1853
s. Clemens)

Günther, Joh. Jakob 13,
139 (1820, 24), 206
Gutberiet, Bonif. 110,248
Gutberiet, Prof. Dr.
Const. 148 (1882), 149
(1884)

Gutenberg . , 166, 181

Haardt, F.. . 163(1915)
Haas, A. A. . 139 (1823)

—	C. A. Buchh. . 2043
Haaß, Catharina . 151

(1891), 158 (1907)

—	F. , , 13, 139 (1820)

—	Dr. J. B. . 144 (1860)
Hackenbroich, Louis 102
Haeckel 147 (1877 s.Hert-

ling)

Hackländer, Friedr.
Wilh. 164 (1915 s.
Kriegsvolk)

Haffner, Dr. Paul 73,
147 (1877, 78)

Häfner, Dr. Ernst . 102
Hagelstange, Dr. Alfr.

164	(1915 s.Kriegsnov.)
Hageraann, Joh. Georg
147 (1877,78)

Hagen, Louis, Kom.R.257
Hager-Ruda ... 79

Hajdozy...........178

Hallerbach, Fritz . 229
Haltenhof, Frdr.W. 16,17
Halter, Jak. .	172,173

Hamann, Frl. E. M. 61,
63, 158 (1907)
Hammer,P.Bonaventura

152	(1892)

v. Handel-Mazzetti,Erica
160(1910s.MärchenIV)
Hankamer, Wilh. . 126,

153	(1897 s. Bachem)
Hansen, Pfr. J. A. J. 141

(1834)

—	Wilh.	. . 229

Hansjakob, Heinr. . 164

(1915 s. Wehr)
Hardung, Otto 21631, 261
Hardy, Dr. Edm. , 148
(1881)

Harkort, E. . 139 (1824)
v.Harnack, Prof. Dr. 112
Harten, Angelica 133,
138, 153 (1896,97), 154
(1899), 155 (1901), 156
(1903), 157 (1906), 158
(1908), 163 (1915)
v. Hartmann, Erzb. Felix
161 (1912), 162 (1913),
163 (1915), 164 (1916)
Hartmann, Dr. P. . 108

v. Hartmann-Krey,H.162
(1914)

Hasch, Nik........228

Hatweg, Ottomar 1912
Hauer	141 (1833)

Hauff, Wilh. 159 (1909
s. auch; Märchen II),
160 (1911 s. Geschich-
ten)

Haugh, App.-Rat 6,21631
Hauntinger, P. Nep. 151
(1889 s. Meier)

Haupt, Antonie 68, 138,
150 (1886), 22040
v. Haupt, Th. 4, 139
(1815)

Havenstein, Wirkl.

Geh. Rat Rud. . 269
Hebbel, Friedr. 159 (1909
s. Märchen), 160 (1911
s. Geschichten)

Hebel, Joh. Pet. 160(1910
s. Mädchenerz., 1911
s. Gesch.), 164 (1915
s. Kriegsvolk, Tier-

cfpcjoh )

Heierle, J. M. 27, 2044
Heckler, Jakob . . 102
v. Hees, Barmen .	6

—, Köln........... 7

Heffter, Aus. Wilh. 11,
16, 139 (1822)

Heidet, Abbe L. 162 (1913)
Heilmann, Dr. Alf. 158
(1908)

Heim, Dr. Nik. 154 (1899)
Heimann, Baurat F. C.
109, 163 (1915 s. Jahr-
hundertfeier)

Heine, Heinr. 151 (1891
s. Keiter), 157 (1906)
Keinen, H. J. 140 (1825)
Heiner, Dr. Frz. 131, 159
(1910), 160 (1911)
Heinr.II. 158(1908 s.Koch)
Heinrich, Dr. J. B. 73,
147 (1877, 78), 152
(1892 s. Hertling)
Heinrich, Dr. Ludolf 147
(1876), 151 (1891 s.
Hermes)

Heisterbach, Pet. . 228
Heisterbergk ... 102
        <pb n="307" />
        ﻿Heitzer, Lorenz 133, 153
(1897), 154 (1898, 99),
154 (1900), 156 (1903),

157	(1905)

Held, Heinr., Geh.

Hofrat..........269

Heller, Simon 163 (1915
s. Kriegsvolk)
Helmonds, Ludw. 161
(1912), 165 (1917)
Helmy, J. 138, 155 (1902
s. Hungerford)
Hemmann, Dr. 164 (1915
s. Kriegsnov.)
Hemmerle, Dr. Ed. 100,
102, 113

Henkel, Karl . . .113
Henneberg, Ludw. 15
Hennes, Gerh. 134, 159
(1910), 161 (1911 s.
Reuter, 1912 s. auch
Mil.-Anw.), 163 (1914,
15 s. Feuerpause)
Henninghaus, Bischof A.
108

Hepner, Clara 164 (1915
s. Tiergesch.)

Herbert, M. 64 u. ff., 67,
108,138,148(1882), 149
(1884, 85), 150 (1888),
152 (1893), 153 (1895,
97), 155 (1901, 2), 156
(1903, 4), 157 (1905, 6),

158	(1908), 159 (1909,
10), 160 (1911), 161
(1912), 162 (1913), 163
(1914), 165 (1917, 18),
236

Herbst, Anna 152 (1894
s. Woude)

Hergenröther, Prof. Dr.

Jos. . .	147 (1876)

Heribert, Erzb. 153(1895
s. Kleinermanns)
Hermann, Ludw. . 156
(1903), 161 (1911)
Hermes, Prof. Dr. L. H.
145 (1867 s. Pasto-
ralbl.), 147 (1876 s.
Heinr.), 151 (1891)
Herold, Karl ... 104
Herren, Theod. , . 228
Hertel, B..........108

v. Hertling, Georg . 73,
74, 75, 79, 90, 108, 146
(1875), 147 (1877, 78),

148	(1880), 152 (1892,
94), 153 (1896, 97), 154
(1898, 99), 155 (1902),
157 (1904,6), 158 (1908),
159 (1909, 10), 267

Herwegen, Aug.. . 155
(1902)

Herz, Herrn. 158 (1907)
Herzig, Frau . . . 228
Hespers, Karl 152 (1892)
v. Hesse-W artegg 99,108
Hessen, Jobs. 165 (1917)
Heß, Dr. Jos. 161 (1911)
Hettinger,Frz. 147(1879),

150	(1888)

Heuser, Prof. Dr. Anton
87, 88, 144 (1860 s.
Dupanloup), 145 (1865
s.Encyclica), 147 (1878,
70i 933

Heyer, Wilh. .	186

Heynen, H. , 139 (1818)
Hilden, Anna 161 (1912),
163 (1915)

Hilgers, Prof. ... 38

__ Tnlr	09Q

Hilt, Dr. Frz. 151* (1890)
Hilt, Gen.-Dir. ... 79
v. Hindenburg, Paul,
Gen.-Feldm. 235, 267
Hipler, Prof. Dr. F. 74,

149	(1885)

Hirsch, Em. 156 (1903
s. Roos)

Hirschfeld, Herrn. 67,
68, 149 (1885), 150
(1887)

Hirtz, Arnold 159 (1910),
161 (1912), 162 (1913),
165 (1917)

Hittorf, Anna Hel.. 54
Hitze, Prof. Dr. Frz. 79,
90,104,125,150 (1888),

151	(1890), 152 (1892),
153 (1897), 235

Hoeber, Karl 80,101,104,
125,126,154 (1899), 161
(1912), 162 (1913), 164
(1916), 165 (1917), 246
254, 265

Hoberg, Dr. Gottfr, 161
(1912)

Hoch, Anna 155 (1901 s.
Kleinrodt)

Hofmann, Oskar . 111
Hoffmann, Prf. Dr. Jk. 81
Hoffmann, E. T. A. 159
(1909 s. Märchen II)
Hoffmann, Fridolin 83—
90,144 (1857 s.Sadlier,
Wiseman), 145 (1865
s. Guenot, Sabianus,
1866 s. Guenot, Laba-
dye, 1867 s. Emery,
Meslettes), 2224c
Hoffmann v. Fallers!.,
Heinr. 15, 139 (1821)
Hohn, Dr. W. . . .	79

Holdschmidt,Ad. 133,155
(1902), 156 (1903), 157
(1906)

Holl, Kpl. Jos. 144 (1860,
61, 62)

Holler, Rieh. 162 (1913)
Hollmut,Friedr.l59(1910)
Holm, Alb. . 150 (1888)
Holm, Jobs. 138, 151
(1891 s. Gerard), 152
(1893 s. Gerard)
v. Holnstein, Ida . 148
(1883)

Hölscher, Georg. . 227
Hölscher, H. J. . 12,37
v. Holtzendorf, Herrn.,
Admiral .... 267
Holz, stud. 144 (1859 s.
Mason)

Hölzer, Roh. .	78, 227

Hommer, Bischof 20713
Hommerich,Dr. Aug. 100
Hommerich, Frau . 228
Honold, Wilh.... 229
Hopmann, Dr. Karl 73,
148 (1881)

Hopmann, Prof. Dr. W ilh.
108

Hopstein, Peter 145
(1867), 148 (1883)
Horndasch, Max 113,229
Horst 140 (1828 s. Merlo)
Hörster, Elis. 157 (1905)
Hortmanns, Pfr. A. 158
(1907)
        <pb n="308" />
        ﻿S 285

Hoster, W..........168

Houben, P. J. 142 (1845
s. Mohren)

Hrussolzy 138 (s.Tenger)
Hube, P. Jos. 144 (1861)
Hüffer, Buchh. . 20611
Hüffer, Dr. G. 149 (1883),
150 (1887)

Hüllmann, Karl Dietr. 9,

139	(1818, 20)
Hülskamp, Dr. Frz. 86,

109, 236

Hummel, Isabella 154
(1899 s. Graham)
Humpert, P. 0. M. I. 161
(1912)

Hungerford 124,	155

(1902)

Huppert, Dr. Phil.. 101,
154 (1899), 155 (1902)
Hüsgen, Dr. Ed. 92, 129,
158 (1907), 22217
v. Hutten, Marie 122,163
(1914), 164 (1916), 165
(1918)

v.Hutten-St.,Marie Luise
121 u. ff., 157 (1904),
161 (1911)

Huyskens, Dr. Alb. 163
1915 (s. Jahrhundert-
feier)

Jacob, Dr. Karl 140 (1828
s. Köln), 141 (1833 s.
Diederichs)

Jacobs, C.G. 140 (1828, s.

auch Lucian)

Jacobs, Friedr. 164(1915
s. Tiergesch.)

Jägers,Ferd. Heinr. 127,
154 (1899), 155 (1902),
157 (1905)

Jan v. Werth 149 (1884)
Jany, Rud. Const. 19,

140	(1825 s.Ladenberg)
Jansch, Paul 159 (1909)
Janssen, Jobs. 152 (1892

s. Pastor)

Jarke, Frau 138 (s. Ru-
dorff), 220'°

Icard, Abbe . 142(1847)
Jeske-Choinski, Th. 124,
154 (1898), 161 (1912)

Jesuiten . 143 (1853 s.

Verleumder)

Jesus . .	163 (1915)

Ille, Frau M. 157 (1906)
Imhoff, C., Buchh. 2043
Immermann, Karl L. 26,
141 (1838), 159 (1909 s.
Märchen II)

Inderfurth, Ludw. 127,
154 (1899), 157 (1905 s.
Jägers), 158 (1908), 159
(1910)

Innitzer,Dr.Th.165 (1917)
Joachim 138 (s. Knack-
fuß), 146 (1872 dgl.)
Johanns, G. 156 (1904 s.
Ehen)

Joly, F. . . 153 (1895 s.
Beleuchtg.)

Josepha,Schwester 158
(1907 s. Märzfeld)
Josephus, Flavius . 41,
143 (1852, 53)
Isenkrahe, Kpl. . . 145
(1866 s. Beugnon)
v. Ittenbach, Jos. . 154
(1898)

Juchem, Pet. . . . 229
Jungbluth, Just.-R. 21631
Junglas, Prof. Dr. Pet. 81
Jüngst, Antonie 69, 152
(1892)

Jütteler, Prof....	6

Ivens, Wilh.......230

Ives, L. Silliman . , 55

Kaiser, Der,im Weltkrieg
130, 165 (1917)

Kaiser, Isab. 122 u. ff.,
157 (1906), 158 (1908),
159 (1910), 163 (1914,
1915 s. Wehr)
Kalender, Dr. Emil 98,
148(1881,83), 149(1885)
Karnitz, Gust. 149 (1885)
Kammann, J. . . . 171
Kämmerer, Lina 138
(s. Waldau)

Kamper, Th. . . 21631
Kampers, Dr. Frz. 153
(1897), 164 (1916), 165
(1918)

Kampofski, Wilh. . 228

Kann, Math. Conrad 163
(1915 s. Feuerpause)
Kappenberg, Ernst 102
Karl Borromäus, h. 142
(1846 s. Dieringer,
Monatsbl.), 21487
Karsch, Anna Luise 48
Karst, Heinr. . . . 229
Kaesmacher, Mart. 229
Kästner, Karl . .	81

Kaufmann, Agnes . 203

—	Alex. 75, 154 (1899)

—	Dr. Frz. 156 (1903)

—	Frau 138 (s. George)

—	Dr. 144 (1860 s. Mai-
land, Wiseman)

—	Leop. 73,75,148 (1881),
149 (1884), 151 (1891),
203

—	Rieh., Gen.-Agent 265

—	Prof.........21631

Kaulen, Dr. Frz. 41, 147

(1876)

iaumans, Jos. . . 228
lausen, Justizrat, Herrn.
109, 146 (1871), 163
(1915 s. Jahrhundertf.)
iayser, Dr. Friedr. 147
(1878)

iayser, Prof. Dr. J. 71,
144 (1859 s. Newman,
1860 s. Murray, Ty-
burn), 145 (1864 s.
Wiseman)

Lehrer, Aschaffenb. 41
Seiffen, L. . 151 (1889)
Ceiffenheim, L. 67, 145
(1866 s. Fonblanque,
1867 s. Veronia), 151
(1889 s. Keiffen)

Keil, D., Buchh. , 2043
Ceiter, Heinr. 65, 133,
150 (1887), 151 (1891),
152 (1893 s. Staar-

(1897)

Keiter, Frau Th. s.
Herbert

Kelbe, Ida 155 (1901
s. Bazin)

Keller, Frz. 161 (1912)
v. Keller, Jos. 147 (1875
s. Ruland)
        <pb n="309" />
        ﻿Keller, Paul . . 109
Kellner. . . 148 (1882)
Kellner,Th. 64,154(1898)
Kemmerich, Joh. . 229
Kerckhoff, Dr. W. 102
Kern, Alb. 161 (1911),
163 (1915)

Kerner, H. 69, 138, 150
(1888), 153 (1897), 154
(1899), 162 (1914 s.
Bordeaux)

Kerner, Justin. 160(1910
s. Märchen IV)

Kerp, M. W. 140 (1828
s. Merlo)

Kerres, Jos. 157 (1905)
v. Kersting, Ant. 164
(1916), 165 (1918)
v. Ketteier, Bischof 87
Kiel, Emil . , . 229
v. Kiene, Dr. J. B. 109
Kiesel, Dir. .	. 21631

Kiesgen, Laurenz 159
(1909 s. Märchen, 1910
s. Wächter), 161 (1912),
162 (1913), 163 (1915 |
s. Feuerpause)

Kihn, Th.. . 152 (1894) I
Kipper. Herrn. 101, 151
(1890), 153 (1896 s. i
Grach), 159 (1909), 164 I
(1915 s. Feuerp.), 227
Kirch, Dr., Domkap. 146
(1874)

Kirsch, Dr. J. P. 152
(1893), 153 (1897)
Klaeser, Andreas . 229
Klefisch, Gerh. 229, 230

Klein, Jak.......... 77

Klein, L. P. 139 (1822)
Klein, Pfr. W. 155(1902)
Kleinermanns, Pfr.Dr. J.

152	(1895), 154 (1898)
Kleinrodt, A. 155 (1901)
v. Kleist, Herrn. 160(1910
s. Mädchenerz.; 1911
s. Geschichten), 164
(1915 s. Kriegsvolk)
Kley, Ernst H. 101, 109
Kley, 0. 126, 165 (1917)
Klie, Anna 160 (1910 s.

Märchen IV)

Klingspor, Gebr. . . 275

Klutmann, W.. .	109

Klutz, Hugo . . . 109
Knackfuß, El. 138 (s.
Joachim, Leonhart),
146 (1872)

Knauer, Dr. Friedr. 129,
159 (1909)

Knecht, Prof. Dr. Aug.
131, 158 (1907)
i Kneipp, Pfr. Seb. 152
(1893 s. Baumgarten)
Kniel, P.Corn. 152(1893)
Knipper, Heinr. . . 174
Knoodt, Prof. Dr. 143
(1853 s. Clemens)

i Koch, Dr..........131

! Koch, Heinr. 68, 164
(1915), 165 (1917)
Koch, Prof. Dr. Hugo
158 (1908)

Koch,Wilh.68,148(1882),
150 (1887), 151 (1890)
Köck-Gmeiner, Maria
118 u. ff., 165 (1917)
Köhler, Prof. Dr. W. 163
(1915 s. Jahrhundert-
feier)

Kohnen, L...........37

Kollbach, Karl 129, 158
(1908), 161 (1912)
Kolping, Adolf 145(1865
s. Vosen), 161 (1911
s. Geschichten), 163
(1914)

Komp, Dr., Regens 148

Konen, Heinr. 161 (1911),
161 (1912)

Koenen, Friedr. 143 (1856
s. Wiseman), 144(1857
dgl.), 148 (1881), 157
(1905 s. Cohen)

Konrad v. Würzburg
157 (1904)

Kopp, Anton . . . 228
Kopp, Dr. Clemens 131,
161 (1912)

Köpsel............173

Korn, Anton 178,228,251,
254

Körnig, R. A. . . , 99
Körte, Theodora 164
(1915 s. Kriegsnov.)

Korth, Leonard 157
(1904), 164 (1915)
Korthaus,C. J. 154 (1899)
Kosch, Prof. Dr. Wilh.

116,158(1906),163(1914)
Koulen, Jos. 154 (1900)
Krampf, Prof....	6

v. Krane, Anna 120 u. ff.,
158 (1907,08), 159 (1909,
10), 161 (1911, 12), 162
(1913), 163 (1914, 15
s. Feuerpause), 164
(1916), 165 (1917, 18)
Krauß, Karl . . , 229
Krawinkel ....	15

Krebs, Dr. A. J. 51, 87
Krebs, Dr. Engelb. 162
(1913)

Krementz, Erzb. Phil.
149	(1885 s. auch

i Festber.), 152 (1893 s.
Brendgen)

j Kremer, Hugo . . 228
i Kreuser, Joh. Pet. Balth.

1	26, 139 (1821)

j Kreutzwald Dr. P. K. 145
(1867 s. Pastoralbl.)
Krieg, Prof. Dr. C. 149
(1885)

Kriege, Dr. Wilh. 158
(1906)

Krings, H...........180

Krings, P. 128,156 (1903),

157	(1904)

Krogh-Tönning, Dr. K.

158	(1904)

Kronberg, Elise , . 160
(1910 s. Mädchenerz.,
1911 s. Geschichten)
Krosch, Dr. F. W. . 141
(1838)

v.Kügelgen,Gerh. 76
v. Krüchten, R. 142 (1846)
Krug, Phil. 151 (1893 s.
Lehrerztg.)

Kugler, P. F. X., S. J.
158 (1907)

Kühling, G.. . 131, 154
(1899)

Kuhn, Hm. 102,152 (1892)
Kummer, Dr. Th. M. 108
Kunibert, Erzb. 153 (1895
s. Kleinermanns)
        <pb n="310" />
        ﻿

Künstle, Frau Dr. . 144
(1859 s. Parsons, 1860
s. Morley)

Küpper, Dr. 145 (1866 s.
Labadye)

Küppers, Pet..	229

—	Wilh., Domvikar 143
(1856), 144 (1858)

Kurth, Fritz .	. . 227

Kurth, Prof. Dr. Gode-
froid 160 (1910)

Kurz, Herrn. 160 (1910 s.

Mädchenerz.)

Küster, Dr.Cl.F.155 (1902)
Kuth, A. . . 156 (1903)
Kutscheid, Dr. ...	50

de Labadye, Albert 145
(1866), 146 (1868)
Lacordaire, P. . . 21933
Lade, Aug., Apoth. 6
v. Ladenberg, Adalbert
19, 25, 31, 140 (1825,
29, 30), 141 (1837)
Ladenburg, Alb.. . 156
(1903 s. Lossen)
Lahmann, Dr. Heinr.
157 (1905)

Lamy, E. . . 146 (1873)
Landwehr, Just.-R. Pet.
94

Lang, Prof. Dr. Alb. 131,
155 (1901), 157 (1904),
159 (1909)

Lang, Dr. Alex. . . 109
Lange, J. R., Pfr. . 22,
141 (1838)

Langen, Buchh. . . 2043
Lanters, Frz. . . . 109
L’Arronge, Ad. . . 85
v. Lassaulx, C. 152 (1892)
v. Laszowska, E. 138
(s. Gerard)

Laufenberg Peter 155
(1900),

—	Wilh. . . . 228, 254
Lauscher, Prof. Dr. Alb.

130, 156 (1903), 163
(1915 s. Jahrhundert!.)
Lauterbach, Pet. . 230
Lehmann, Prof. . .	6

Lehmkuhl, August 162
(1913)

Lehnert, Lothar. .	98

Lehrlinge . . . 206“
Leitschuh, Frz. Friedr.
159 (1909)

Leky, Dr. Max 165 (1917)
v. Lenhard, Karl 68,138,
150 (1886, 88), 2204”
Lenne ... 141 (1833) j
Lennemann, Wilh. 165
(1917)

Lennig, Domdekan 43
Lensing, Lamb. 223, 261 |
Lentz, P. . . 156 (1903) |
Lenze, K. E. 150 (1887)
Lenzen, Th. J. J. . 23, |
140 (1827 s. Weyer) j
Lenzen di Sebregondi,
Maria, 58 u. ff., 67, 148
(1871, 72), 147 (1876,
77, 79), 148 (1881), 149
(1884), 150 (1886, 88),
152 (1894), 236
Leo XIII. 75, 152 (1893
s.Zum Bischofsj.), 155
(1900), 156 (1903 s.
Bach), 156 (1904)
Leonhart, E. . 138, 147
(1879), 148 (1883)
v. Leonrod, Frf. Olga
58,143 (1865 s. Fuller-
ton), 146 (1870, 71 s. :
Montgomery), 148 |
(1880)

Leontius . . 140 (1828) I
Lersch, Konr.. .	228

Lettenbauer, P. . . 109 i
v. Liano .... . 216*1
Lichtken, Jos.. . . 229
Liebei, Dr. Friedr.. 97
Lieber, Dr. Ernst Maria
125, 234

Liessem, Dr. H. J. 149
(1884), 154 (1898)
Liessem, J. J. 147 (1878),
152 (1893), 156 (1903),
162 (1913)

v. Lilien, Anna 153 (1896)
v. Liliencron, Detlev 164
(1915 s. Wehr)
v. Limburg, Frau A. 152
(1894)

v. Lindemann, Marie 150
(1886)

Lingen, Ernst 63,67,138,
147 (1879),148 (1882,83),
150 (1888), 152 (1892)
Linz, Frau .... 228
Linzen, Karl 164 (1915
s. Kriegsvolk)
Lobedan, Helene . 156
(1904 s. Ehen), 158
(1906 s. Nesbit)
v. Loe, Frhr. Klem. 109
v. Loe, Marg. . 138 (s.

Walde), 160 (1910)
v. Loe, Maximil. . 214 7
v. Loe, Ther. 151 (1891
s. Prinz)

Löffler, Dr. Kl. 165(1918)
Löhe, Dr. C. . . . 109
Lohr, Dr. Anton . 157
(1908 s. Heine)
Löhr,Dr.Js.l26,164(1915)
v. Longard, Dor. 138 (s.
Gerard)

Löns, Herrn. 164 (1915
s. Tiergesch.)
Lorentzen . . 17, 207"
Lorenz, F. . 158 (1908)
Lossen, K. A. 153 (1896)
Lossen, Prof. Dr. Wilh.

155 (1901,02), 156 (1903)
Lotze, Herrn. 149 (1885
s. Braig)

Löwenstein, Fürst Aloys
104, 109, 160 (1911 s.
Ditscheid)

zu Löwenstein, Fürst
Carl 155 (1901)
Lübeck, Dr. Konr. 165
(1917)

Lucian . . . 140 (1828)
Luden, Heinr., Prof. 11
v. Ludendorff, Erich,
General d. I. - . 267
Ludowigs, Ldg.-R. 216’*
Ludwig, Emil . . 229
Ludwig, Otto 160 (1911
s. Geschichten)
Ludwigs, Dr. Heinr. Ma-
ria 78, 130, 159 (1909),
160 (1910), 164 (1915)
Lueger, Dr. Karl . 109
Lugmo, Prof. ...	6

Lumscher,J.A.C., Buchh.
2043
        <pb n="311" />
        ﻿Luther, Dr. M. 12, 139
(1822)

Lüttgen, Frau. . . 228
Lützeier, Egon 129, 157
(1905)

v. Lützow-Schäfer 142
(1846)

Maaßen, Germ. Hub. 72,
149 (1884), 151 (1890),
152 (1894)

Mack, Herrn. . . . 228
Maguire, J.Fr. 144(1858,
59)

Maehly, 0.........55

Maidorf, M. 138, 155
(1902), 156 (1903), 157
(1904, 05), 158 (1906)
Maitland, Clara 133, 144
(1860), 153 (1897)
Majunke, Dr. Paul 91,
146 (1870)

Malzbender, Pet. . 161
(1912)

Manethon 140(1828), 141
(1832)

Mannewitz, Roh. . 174
Manning, Erzb. H. E. 146
(1873, 75)

Manz, G. J. . .	41

Marby, A. . 149 (1883)
Marcour, Dr.Ed. 90,93,99
Marder, A. . 140 (1827)
Marhoffer, Ludw. 94, 96
Maria v. d. Mensch-
werdg. 155 (1901 s.
Leben)

Marianus,Chr. 146(1870)
Marie delaPresentation
155 (1901 s. Leben)
v. Marnix, Phil. . 148
(1811 s. Alberdingk)
Marquard, Dr. F. 49,216s'
Marteau, Pierre 24,21018
Martin, Dr. Konrad 41,
143 (1852), 147 (1876)
Martin v. Cochem 70,
145 (1865, 67)

Marx, Kar!.	47, 2173&amp;

— Geh. Rat Wilh. 104
Märzfeld, C. 158 (1907)
Marx, Wilh., Geh.
Justizrat .... 269

Marzorati, Leop. . 102
Masen, J., S. J. 154
(1898^

Mason,C. J.56,143(1857),
144 (1859)

Maternus 153 (1895 s.

Kleinermanns)

Mathey, Frau M. . 138
(s. Maidorf)

Mathieu, J., Buchh. 204
Mauel, Joh. Peter 159
(1909 s. Gotthelf), 162
(1914 s. Aurbacher)
Maurenbrecher . . 141
(1833)

Mausbach, Prof. Dr. J.
131, 154 (1899), 155
(1901), 161 (1911)

Max, Prinz, Herzog
zu Sachsen .	.109

May, Pfr. Jos. 130, 156
(1903)

May, Karl 149 (1885)
v. Mehlem, Ph., S. J.
143 (1855)

Meier, P. Gabr. 151 (1889)
Meisen, Frz..	. 21629

Melati v. Java 149 (1883
s. Schumacher)
Melchers, Paulus 74,87,
130, 145 (1866), 147
(1877, 78,79), 148(1880,
81, 82), 149 (1883, 84
s. auch Abschied,
1885), 150 (1886), 152
(1893), 159 (1909 s.
Ludwigs), 221“
deMelun .	. 21939

Mercier, Kard. Desire
Jos. ... 158 (1908)
Merkens, Heinr. . 210'7
Merlo-Horst,J. 140(1828)
Mermet, Joh. Aime 42,
53 2152“

Merrem, Dr. K. Th. 140
(1828), 141 (1831s. Aus-
zug)

Mersch, Gerh. . . 21629
Mertens, Hans Willy
158 (1906)

des Meslettes, J. N. 145
(1867)

Messenzehl, Ph. 174,178 |

Messerer, Th. 66,68,138,

149	(1883,85),150(1886),
155 (1901, 2), 220'°

Metzmacher, H. . . 152
(1893)

Meunier, E. 157 (1905)

—	Dr.W.H.128,157(1905)

—	Dr. K. 156 (1903)
Meurin, Bischof Leo, S.J.

44, 146 (1869)

Mey, Aenne 158 (1907)
Meyenberg, Prof. CI. 159
(1908 s. Rost)

Meyer, Dr. Hans . 158
(1908), 159 (1909)
Meyer, Prof. Theod. 115
Meyer v. Schauensee,
Luise 56, 145 (1865),

150	(1888)

Meyers, Prof. Dr. J. 109
Mezard, Ritter 139 (1824)
Michaelis, Edm. 28,208ls,

141	(1838 s. Biunde)
Middeldorf, Justizrat

Jos. 158 (1908)

Mies, Jobs. 151 (1891),

152	(1892)

Milden, Reg.-R. 144(1857
s. Thompson)

Miller, Prof. Dr. Konr.

153	(1896)

Minola, A. B. 10, 205c,
139 (1818)

Mintrop, Dr. Wilh. 98
Mirbach, Marg. 155
(1900), 156 (1904 s.
Ehen)

Mocken, Joh. 151 (1889),
152 (1893)

Mohren, Kanonikus J.

142	(1844, 45)

Mois, Pet...........229

Molitor, V. J. 139 (1824)

—	Wilh.,Domkap.40,145

(1865 s. Geissei)
Molsberger, Clara 157
(1904), 158 (1906)
Mompour, Ferd. 229
Mönnichs, Th., S. J. 161
(1911)

Mönnig, Hugo, Justiz-

Rai .............257

Monsabre,P.J. 151 (1890)
        <pb n="312" />
        ﻿289



Montalembert 48, 2193S
Montgomery, Alfr. 146
(1871)

Mooren, Jos. Hub. 21386

—	Th. 147 (1878, 79)
More, Th.. . 141 (1835)
Mörike, Eduard 158(1909

s. Märchen), 160 (1910
s. Mädchenerz.)

Moritz, Jak. . . . 229
Morley, Basil 144 (1860)
Mosbach, Peter 228, 254
Mose, Josefa 108, 138
(s. Torrund), 164(1915
s. Kriegsnov.)

Mosen, Jul. 160 (1910 s. |
Märchen IV)

Moufang, Dr. Chr.
v. Mucha-Eltz, Ida
(s. Holm)

Muckermann, P. Herrn.
162 (1913)

v. Müffling, Gen. . 28
Müller, Dr. Aegid. 100

—	Christine 138, 146

(1873)

—	Ed...............73

—	Georg...........172

—	Prof. Herrn. 49, 50,

217”

—	Heinr...........113

—	Herrn., Buchdr. 265

—	Jaime . . 143 (1853)

—	Ign.............229

—	Joh.............228

Karl 153( 1896 s.Finke)

—	P. Kil., O. C. 129, 159
(1908), 161 (1912)

—	L................49

—	M..............216”

—	P. J. J. . 140 (1826)

—	Ph. . . . 142 (1843)

—	Dr. Theod. . . 102
Müller-Fulda, Rieh. 104,

109, 154 (1898), 156
(1903), 161 (1911)

Müller v. Kgsw., W. 160
(1910 s. Märchen IV)
Multer, Dr. Joh. Chr. 12,
139 (1822)

Münchgesang, Rob. 132,
153 (1895, 96, 97), 154
(1898,99), 155(1900,1,2)

100 Jahre J. P. Bachem.

Mundt, J. 159 (1904), 164
(1915)

Münze, Gottl. 168, 172,
174

Murray, David Chr. 124,
156 (1903)

Murray,Dr. Daniel, Erzb.

71, 144 (1860, 61)
Musäus, J. K. A. . 159
(1909), 161 (1911)
Mußestunden, Für 153
(1895,96,97), 157 (1905)
v. Mylius, Ant. 24, 140
(1829, 30)

Myrbach, Anna . . 204

70,143 (1855), 156 (1903
s. Bremme), 220*2
v. Nagler, Karl Ferd.

Fr.............28

Napoleon 1....... 4

de Navery, Raoul . 146
(1869)

v. Neidegg, L. 138, 153
(1895)

Neigebaur, Joh. Daniel
Ferd. . 11, 139 (1821)
Nemo, J. 138, 155 (1901
s. Sheehan)

Nesbit, E. 124, 158 (1906)

Neu, Hub........	229

Neuhaus, Dr., Dormagen
145 (1867 s. Cochem)
Neumann, Jos. 156(1903),
157 (1904)

Neumann, Dr. K. G. 27
Neumann, Max . . 229
Neureuter, Prof. Frz.
165 (1917)

Neuwiem, Osw. 100,155
(1902)

Neven-DuMont, Alfr. 262
Newman, Dr. J.H. 55,143
(1854,56), 144(1858,59,
60, 61), 145 (1865, 66),
153 (1896s.Grach)21837
Nick, Pfr. 145 (1865 s.
Guenot)

Niemann, Dr. med. 152
(1893 s. Baumgarten)

Nabor, Felix 158 (1907),
79 |	159 (1909)

138 ; Nacatenus, Wilh., S. J.

Nienkemper, Fritz. 156
(1903)

Noback, J. Chr. 139(1818)
de Noel, Math. Jos. 23,
140(1828 s. Köln), 2091'&gt;
Nöggerath, 23, 27, 29,
20816,140(1828 s. Köln),
141 (1834 s. Prov.-Bl.)
Nolden, Math. . . 105
Noldt, Hptm. 161 (1912
s. Hatweg)

Norden, Ernst 138, 150
(1887 s. Wegerer)
Norrenberg, Dr. P. 72,
146 (1871 s. Montgo-
mery, 1872 s. Donelan),
148 (1880), 151 (1889)
Northcote,Dr.J.Spencer
143 (1357), 146 (1869)
Novalis . 160 (1910 s.

Märchen III)

Nuß, Joh..........230

Oberdörffer, Dr. Pet. 78,
152 (1894), 165 (1917)
Obermaier, Dr. Hugo 159
(1909)

O’Brien............56

Odendali, M. . . • 204
Ohnesorg, Oberst . 109
Oidtmann, Dr. Heinr. 152
(1892, 93)

Okle, Carl . • •• 110
v. Olenhusen, C. G. 109
Oellerich, W. . . • 109
v. Oosten, Gerd . . 149
(1885), 150 (1886)

Op den Hoff ... 24

Opitz..............67

v. Oppen, 0. H. . . 140
(1827), 141 (1833, 35)
Oppenheim,Sal.31,211-'"
Orref 152 (1894 s. Gerard)
O’Reilly, Dr. Bernard 75,
175, 150 (1887)
v. Oertzen-Fünfgeld,
Mnraarete 124.	161

(1911)

Osberg, Otto . . (1889)
Oswald, Jos. 159 (1907)

Ott, Frz............109

Otto, Heinr. . 223, 260
— Max ..............230

19
        <pb n="313" />
        ﻿Overbach, Prof.. .	6

Overbeck, Friedr. . 146
(1875 s. Hertling)
Ozanam, Friedr.. . 44

Paas, Dr. Theod. . 130,
159 (1909)

Paffenholz, Jos. 78, 227
Pahl, Dr. Jos. 154 (1899)
Pape, Josef 57,	145

(1863, 64)

Parr, M. J. 69, 138, 151
(1890)

Parsons, M. 56,144 (1859)
v. Pastor, Ludw. 109, j
152 (1892), 158 (1907) |
Paulus, Dr. Nicolaus 152 I
(1893)

Pauly, Mich. 152 (1893)
Päzmäny 150 (1888 s. i
Schwicker)

Pelliccia,A.A. 140(1829),
141 (1838)

v. Pelzein, Marie 138 (s. j
Franz), 149 (1884, 85)
Peppergraß, Paul 56,144
(1858)

Perthes, F, Chr.. . 162
(1913 s. Görres)

Pesch, P. Tillmann 145
(1864 s. Baudon)
Peters, Prof. Dr. Frz. Jos.
145 (1867 s. Pasto-
ralbl.), 164 (1915 s.
Jesus)

Petersdorf, Frau A. 138
(s. Bauer)

Pfeilschifter, Dr. Georg
161 (1912)

Philippi, J. J. M. . 140
(1830), 141 (1836)
Phillips, E. . 163 (1914)
Pichler, Dr. Frz. 125,153
(1895), 154 (1898)

Pick, Franz .... 76
Fiel, Peter 154 (1898 s.

auch Liessem)

Pieper, Dr. Aug. 78, 150
(1886), 163 (1915 s.Jahr-
hundertfeier)
Pingsmann, Dr. Wilh.
150 (1886)

Pirnay, Dr. Pasc. . 81

Piper, Dr. Otto 165 (1917)
Pius IX. 74, 145 (1865 s.
Encyklika), 147 (1878
s. Heuser)

Plaßmann, Prof. Dr. J.
109, 150 (1888), 151 |
(1890, 91), 152 (1892),
153 (1895), 159 (1908),
160(1910),161(1911,12)
Plifke, Dr. 144 (1857 s.
Wiseman)

Pohl, Heinr. 157 (1904 s.
Thomas)

Pohle, Prof. Dr. Jos. 149
(1883, 84)

Pölking, Ph. 143 (1853
s. Müller)

Polko, Elise 67,148 (1882,
83), 149 (1885), 150 :
(1886, 87, 88)

Poensgen &amp; Heyer 186,
274

Forsch, Dr. Felix 104,
269

Potter, Thomas J., 145
(1867)

Pottgießer, Dr. A. 131,160
(1910)

Presser, Frau . . 228
Prisac, Kanonikus. 45
v. Prondzynska, A. 138
(s. Fred)

Prüm, E. . . 155 (1901)
Pusey, Dr. 145 (1866 s.
Newman)

Pütter, Heinr.... 27
v. Pütz, Eckardt . 158
(1906), 159 (1908 s.
Rhoades), 163 (1914 s.
Rho ad es)

v. Pütz, Everilde 68, 155
(1888), 151 (1889), 153
(1896), 22040

Quast ....	169

Quidam, X. 147 (1876 s.
Reichensperger)

Raabe, Wilh. 164 (1915
s. Tiergesch.)
Rademacher, Prof. Dr.
Am. 125, 163 (1914),
164 (1915), 259

v.Radkersberg-Radn.,M.
155 (1902)

Ramböux, Joh. Ant. 45
Rammers, Friedb. 149
(1883)

v. Ranke, Leop. 130,165
(1917)

Rapp, Maria J. 69, 138
(s. Parr)

Raeß, Bischof. .	54

j v. Rauch, Gen.-Leutn. 23
Rave, Dr. B. . , .	46

Raven, Botho 150 (1887)
Rehfeld, Postdir. . 25
Reichenbach, C. 167,169
Reichensperger, Aus. 17,
38, 50, 76, 87, 90, 147
(1875,76,79), 148(1880,
81), 150(1886), 151(1890
s. Steinle), 20814,214%
216"9, 21631

Reichensperger, Pet. 89
Reimann, Gerh. . . 229
v. Reimersdahl, F ritz 229
Reinarz, Oberpfr. 142
(1844 s. Weitz), 216s'
Reinders, Jos.. . . 229
Reiners, Herib. 131, 161
(1911)

Reinhard, Dr. Ew. 164
(1915)

Reinick, Rob. 160 (1910
s. Märchen IV, 1911
s. Geschichten), 164
(1915 s. Tiergesch.)
Reinkens,Hub. Jos. 2183'
Reinkens,Pfr.Dr.Wh. 49
Reilstab,Ludw.163 (1915
s. Feuerpause)

Relly, E. 138, 149 (1883)
Remy v. Trehoux 145
(1867)

Renard, A. 16, 18, 139
(1823), 142 (1843)
Rennen, Karl . . , 228
Rensing, Dr. G. 162 (1913)
Reusch, Heinr. 51,52,55,
58, 83, 84, 86, 87, 88,
90, 143 (1855 s. Wise-
man), 144 (1857 s.W.,
1858 s. Brownson u.
W., 1859 s. Maguire
u. W., 1862 s. W.),
        <pb n="314" />
        ﻿291

145 (1863 s. W., 1865
s. W.), 2 1 736 , 236
Reusch, Henriette 145
(1863 s. Dramen), 145
(1867), 2181G
Beuschel,S. 97,153(1895)
Reuß, E. 138 (s. Relly)
Reuter, Bernh. 100, 101
Reuter, Fritz 161 (1911)
Reuter, W ilh. . .	228

Rheinau, Clara 138, 156
(1902)

Rhenanus . 157 (1904)
Rhoades, Nina 158 (1906
s. Pütz, Die kleine
Nachbarin), 159(1908),
163 (1914)

Richarz, Prof....	6

Richrath,Pfr.0.146(1870)
Richter, Ernst 26, 141
(1831)

Ried, Paula 147 (1878
s. Fullerton), 149 (1883,
84, 85)

Rieder, Karl 159 (1909)
Rieger, Max 161 (1911)
Rieger, Sebast. 164(1915
s. Wehr)

Riffel, Prof. Kaspar 43
Rigler, F. A. 140 (1828
s. Manethon), 141
(1832 dgl.)

Rings, Joh. 177, 228, 254
Riotte, Franziska 150
(1888)

Ris, Frl. E. . 155 (1900)
Ristelhüber, Hofrat 140
(1828)

Ritter, H. 138,155 (1901),
156 (1903), 163 (1915
s. Feuerpause)

Ritter, Herrn. 164 (1915
s. Kriegsnov. 20/2)
Ritter, Prof. J. 140 (1829
s. Pelliccia)

Ritter, Jos. Ign. 140(1829)
Rittner, Rosa 159 (1908)
Ritz, Fr. Carl 142 (1842)
Rive, J. C. H. 19, 139
(1822, 24)

Rivulet s.Schlippenbach
v. La Roche, Max 164
(1915 s. Kriegsvolk)

v.Rochow, Minister 28
v. Rochow, Gesandter
28, 30

Röckerath, Dr. Pet. Jos.

94, 147 (1877), 216i9
Rodenstein, Heinr. 147
(1879)

Rogge, A. . . 34
Rohr, Math. 159 (1909)
Röhrig, Max . . 230
Rolfes, Dr. Eugen 154
(1898)

Rolfs, Frl. Ch. 147 (1878
s. Fullerton)

Rollo . 97, 153 (1895)
Röm. Institut der GG. 73
Romberg, Fr. .	109

Rommerskirchen,H.2043
Roos, F. P. . 156 (1903)
Roeren, Herrn. 124, 153
(1896), 157 (1904), 163
(1914)

Rösch, Dr. Adolf 159
(1908)

Rosellen, Roh. Wilh. 72,
150 (1887)

v. Rosenberg - Gruss-
czynski, E. 156 (1902)
Rosendorff, Dr. Adolf 103
v. Roskowska, Frau M.

57,149 (1883), 150(1886)
de Rossi, Batt. 151 (1892
s. Baumgarten)

Rost, Dr. Hans 126, 157
(1905), 159 (1908), 161
(1911), 162 (1913), 163
(1914)

Roß, Pet., Maurerm. 170
Roth, Insp. 144 (1860 s.

Bruderschaftsbüchl.)
v. Rothenfluh, E. 138,
149 (1884), 163 (1915
s. Feuerpause)

Rothes, Dr. Walter 109,
130, 157 (1905), 160
(1910), 163 (1914)
Rouard de Card, P. P. M.
146 (1873)

Rücker,Dr. Ad. 163(1914)
Rudorff, E. 68, 138, 149 I
(1883), 150 (1887, 88), j
220*°

Ruffieux, Frz. 164 (1915) |

Ruland, J. Advokat-
Anw. 147 (1875)
Ruland, Dr. Ludw. 160
(1910)

Rumpf, Alb. . 81
Rybiczka, Frau K. 163
(1914 s. Phillips)

Sabianus 145 (1865)
Saburin, Feodor 163
(1915 s. Feuerpause)
Sacher, Dr. Herrn. 165
(1918)

Sack, Gen.-Gouv. 1

—	Dr.K.H. 22,141 (1838)
Sadlier, J. 56, 143 (1857)
Saedt, Otto . 145 (1864)
Sägmüller, Prof. Dr. J.

159	(1908)

Sagoskin .149 (1884
s. Veltheim)

Sailer, Bischof	54

Salm-Reifferscheidt,
Fürst.	. .	109

Sander, R. . .	. 178

Sandhage, A. . 118, 138
(s. Dirkink)

de Santi, P. Angelo 109,
161 (1911)

Saupe, Paul ... 113
Sauren, W. J. 128, 156
(1903), 162 (1912)
Sautelet, N. B. 23, 140
(1830 s. Cologne)
v. Savigny, Karl . 104
Sawicki, Prof. Dr. Frz.

158 (1906, 7)
v. Schaching, Otto 164
(1915 s. Kriegsvolk)
Schädler, Frz. X. 90, 125,
261

Schäfer, H. 138 (s. Ritter)
Schäfer I, Jos. . . 105

—	II, Jos.......227

Schäffer, Sebast. . 146

(1871)

Scharlau, M. . 124, 158
(1907)

Scharmitzel, Dr. Th. 109
Schauberg, Kathar. 204
v. Schauensee, Luise
145 (1865 s. Zünd), 150
(1888 s. Meyer)
        <pb n="315" />
        ﻿Schauerte,Frz. 150(1887)
Beheben,Wilh.Hö (1865),

147	(1875), 153 (1895)
Scheeben, Math. 78, 145

(1867 s. Pastoralbl.),

148	(1882), 233
Scheid, Prof. N., S. J.

154	(1898)

Schellberg, Dr. Wilh. 162
(1912, 1913 s. Görres),
163 (1915 s. Jahrhun-
dertfeier) 165 (1917)
v. Schelling, Fr. Wilh.
Joh. 148	(1880 s.

Schmid)

Schenk, Prof. ...	6

— Kanzler 94,216'8,216"
Schenkberg, Georg 201
Scherer, Dr. P. 138 (s.
Berg), 148 (1882 s.
Winterer)

Scherer, Dr. Wilh. 159
(1909)

Schier, C. S. 140 (1825)
Schiereck, J. F.. . 140
(1827, 28), 141 (1834)
Sehieser, Jos. 128, 161
(1911), 163 (1914)
v. Schilgen, F. 131, 154
(1899)

Schilgen, P. Hardy, S. J.
162 (1912)

Schilling, B., Just.-R. 150
(1888)

Schilling, Elis. 63, 138
(s. Gingen)

Schindele, Dr. St. . 157
(1904)

Schindler, Prof. Dr. Frz.
109

Schiner, Kard. 162 (1914
s. Büschi)

Schlager, P. Patr. 130,
157 (1904)

Schlecht, J. 154 (1898)
Schlesinger, C. . . 161
(1911 s. Santi)
Schlicht,Paula 158(1906)
v. Schlippenbach, G.
(Herbert Rivulet) 156
(1904 s. Ehen)
Schlösser, H. 128, 157
(1904 s. Krings)

Schlünkes, Dr. F. . 142
(1844)

Schmalz, Jos. 228, 254
Schmeddinck . . 21631
Schmid, Alb. . . . 102

—	Prof. Dr. Al. 148
(1880), 149 (1885), 151
(1891)

Schmidlin,Dr.J, 159(1909)
Schmidt, E. ... 178

—	Dr. Frz. 163 (1915 s.
Jahrhundertfeier)

—	Gust.............77

—	Heinr............85

—	Joh.............111

—	P. Wilh. S. V. D. 109,
159 (1908)

Schmitt, Dr. Hub. , 128

—	J. A. L. . 139 (1824)

—	Ludw. S.J. 152(1894)

Schmitz, Prof.	5

—	Rel.-L. Dr. 156 (1903)

—	Bernh............228

—	P. Casp. Heinr.. 162
(1913), 165 (1918)

—	Christ...........228

—	Franz............228

—	Herrn............229

—	Dr. Herrn. Jos.. 223

—	Jean 77,132, 227, 254

—	Dr. Ign. . 154 (1899)

—	J. G., Buchh. 3,27,2043

—	Pfr. Joh.. . 130, 164
(1915 s. auch Kriegs-
blüten)

—	Pfr. N..	.	146	(1870)

—	Paul...............229

—	Peter..............228

Schmitz-Köhler, Maria

124, 133, 138 (s. Fabri,
Harten)

Schmitz-Leven, Carl

Jos.............52

Schneid, Prof. Dr. 149
(1884)

Schneider, Ad. . . 228

—	B. J.	140	(1827)

—	P. Jos.	71,	144	(1861)

Schneider, Prälat Dr.

Wilh. 153 (1895)
Schneider-Clauß, Dr.
Wilh. 68 (s. auch
Clauß), 220"

Schnettler, F. 146 (1873
s. Müller)

Schnitzer, Dr. . . 131
Schnitzler, Prorektor
Mich. 163 (1915 s. Jahr-
hundertfeier)
Schnura, Rob. . . 77
Schnürer, Dr. Gust.

152 (1894), 156 (1902),
161 (1911), 163 (1914)
Schnütgen, Prof. Dr. Al.
45, 109

Schollmeyer, P. Dr. A.
161 (1911)

Scholz, Prof. ... 38
Schopen, Kpl.. . . 103
Schorlemer-Lieser,
Frhr. Clem. . . . 268
Schott, Anton 109, 116
u. ff., 153 (1896), 154
(1898), 158 (1907), 159
(1908), 160 (1910)
Schotte, Dr. H. 160(1910)
Schrattenthal, Karl 150
(1888)

Schreiber, Hubert 158
(1906)

—	Math...........228

Schreiner, C. Ch. . 141

(1835)

—	Z. B. . 140 (1829)
Schröder, E. 151 (1889)

—	Gust...........229

—	W. J. .	140 (1828)

Schröteler, Oberpfr. F.

J. 144 (1860,61 s. auch
Delaporte)

Schrott-Fiechtl,Hans 117
u. ff., 158 (1907), 161
(1911), 165 (1918)
Schücking, Levin . 42
Schüler, G. M., Curat
146 (1868)

Schüller, Pet. ... 228
Schulte, A., Rektor 154
(1899), 155 (1900)

—	Dr. F........46, 47

—	Dr. Jos., Bischof 268
Schulthes 144 (1860 s.

Wiseman)

Schultz, Ch. L. Fr. 141
(1833)

—	Dr. Franz 155 (1900)
        <pb n="316" />
        ﻿

Schultze, A. 156 (1903
s. Murray)

v. Schultze, Frl. M. 160
(1910), 162 (1913)
Schulze, Dr. Rud. . 130,
165 (1917 s. Ranke)
Schulze-Brück, Luise
120, 160 (1910)
Schumacher, H. 66, 149
(1883)

—	Theod..........178

Schündelen, Pfr. G. 55,

142 (1842), 143 (1854
s. Newman, 1855 s.
Capes, Ives, 1856 s.
Newman, 1857 s.
Brownson), 144 (1858
s. Newman, 60 dgl.,
61 dgl.), 145 (1864 s.
Wiseman, 1865 dgl.,
66 s. Newman)
Schüngeler, Prof. .	6

Schüren, Nie. . .	56

Schürmann, Anna M. 114
Schuster, M., Lehrer 161
(1912 s. Mil.-Anw.)
Schütz, Dr.L. 147(1879),
149 (1884)

Schwane, J. A. 147 (1878)
Schwann, Buchh. .	38

Schwartz, Dr. Osk. 158
(1907)

Schwarz, Walter . 138,

149	(1883, 84), 150
(1887), 151 (1889)

Schwedler, J. G. 21528
Schweitzer, Dr. F. 109

—	Dr. R. . 155 (1901)

—	Dr. Vinz. 158 (1907)
Schwering, Dr. J.. 131,

155	(1900)

—	Leo . . 163 (1915
s. Feuerpause)

Schwicker, Dr. J. H.

150	(1888)

Schwiedam, E. 164 (1915
s. Kriegsnov.)
Schynse, P. Aug. . 151
(1890), 152 (1892 s.
Hespers)

Scotta, Marie ■ 122
Scotti, J. J. 141 (1836)
Seemann, Rob. . . 229

de Segur, G. 144 (1859)
Sehlmeyer, J. F. . 143
(1852)

Seidenberg, J.Andr. 179,
227

Seidenberger, Prof. Dr. J.
156 (1903)

Seitz, Prof. Dr. Ant. 131,
156 (1902), 158 (1906),
161 (1911)

Semmerau, Fr. . . 146
(1873 s. Lamy)
Seppelt, Dr. F. X.. 160
(1910)

Seul, Dir.. . 143 (1850)
Severin, Bischof . 153
(1895 s. Kleinermanns)
Sheehan, P. A. 124, 155
(1901)

v. Sichert, Emma 155
(1902 s. Champol)
Siebengartner, M.. 158
(1906)

Siebert, Anna . 138 (s.
Rheinau), 156 (1902 s.
Rheinau)

Sieger, Frau Adele 157
(1904 s. Frauenwelt)
Siegl, J. . . 141 (1835)
Siegl, G. . .	.	167

Simar, Prof. Dr. Theo-
phil Hub. 147 (1877,
79),154(1899s.Schmitz),
156 (1902)

Simons, Heinr. 161 (1911)
Simrock, Dr. Karl. 143
(1855 s. Geissei)
Sittart, H. 80, 156 (1903
s. Müller-Fulda)
Smidt, Heinr. ... 56
Sohn, Ferd. ... 77
Solms-Laubach, Oberpr.
13

Sombetzki, Herman 111,
227 254

Sommer, Jos. 159 (1908)
Sonnenschein, Agn. 224*"
Sonnenschein, Dr. Karl
164 (1915 s. Kriegsnov.)
Sonreck, Fr. W. . 145
(1865)

Soer,Dr. med. Ant. Georg
143(1857 s.Northcote),

144 (1858 s. Maguire,
1859 s. Maguire, Ma-
son, Thompson)

Spahn, Prof. Dr. Martin
109,155 (1902 s.Lossen)

Spahn, Dr. Pet. 104, 125,
235, 268

Spalding, Henry. . 158
(1907)

v. d. Speulhof, J. . 165
(1917)

Spitz, Pet........230

Staarstecher, Dr. J. 152
(1893)

Stackemann, 138 (s. Ro-
thenfluh), 151 (1889 s.

254

109

149

229

152

109

101

102

70,

Eimbeck)

Stadler............169

Stadler, Heinr. . . 229
v. Starck, Karl,
Ree.-Präsid. .
Stauahamer, J. .
Steffani, Agostino . . —
(1885 s. Woker), 150
(1886 s. Woker)
Steffen, Nik. . . .
Steffens, Dr. A..

(1893), 156 (1902)
Stegerwald, A. . .
Stehle, Anton . .
Steiger, Alf.

Stein, Alb. Gereon
71, 142 (1846, 1849),
143 (1852, 53, 54), 145
(1864), 147 (1879), 148
(1880), 22143

Stein, F. F. . 142 (1845)
v. Stein, Hermann,
Kriegsminister . 267
v. Steinaecker, Heinr.
161 (1911), 162 (1912,
13), 163 (1915 s. Feuer-
pause, Jahrhundertf.)

Steinborn..........168

Steinhaus,Gerh.Apoth. 6
Steinhausen, Kanonikus
J. H. 143 (1851)
Steinheuer, Heinr.. 146
(1871), 148 (1882)
Steinkrüger, Aug.. 110
Steinkrüger, Jak
v. Steinle, A. M.

(1890)

229

151
        <pb n="317" />
        ﻿Steinweg, Job. . . 230
Stelzmann, Prof.

Anton 157 (1905), 158
(1906)

Stemmler, Prof.. .	6

Stephinsky, Ferd. , 153
(1895)

Sticker II., Dr. med. 21529
Stienen, Heinr. 39, 48,
49, 50

Stierlin, A. G. 141 (1834)
Stifter, Adalbert . 160
(1910 s. Mädchenerz.)
Stöber, Karl 164 (1915 s.
Kriegsvolk)

Stockhausen ...	3

v. Stokmans, Frau G.

124, 159 (1908)
Stolberg-Westheim,

Graf ............109

Stoll, Joh. Bapt. 139
(1824)

Stollwerck, Gebr. . 274
Stöveken, Pfr.. . . 142
(1847)

Sträter, CI..........79

Strauch, Franz , . 229,
230

Strecker, Georg (nicht
Stricker) 162 (1913)
Strejeck, Luise 155 (1901)
Streit, Hob. 162 (1912)
Strick, Wilh. .	228

Studemund, Frl. . 146
(1869 s. Northcote)
Stuhlträger, Karl . 229
Stumpf, Dr. Theod. 83,
84, 87, 145 (1865, 66)
Stündeck, C. . . .	26

Susen, Prof. Dr. Gerh.

145 (1867 s. Pastoralbl.)
Sutamilli, Dr. med. 13,
139 (1820)

Taber, Prof. ...	6

Taurinus, Frz. Ad. 140
(1825, 26)

Tausen, Joh. 152 (1894
s. Schmitt)

Teipel, Dr. Heinz . 102
Telmann, Konr. . 138
Temming, Theod. 162
(1912)

Tenger, Mariam 69,138,
149 (1883), 150 (1886),
151 (1889)

Tepe, Leo .... 67
Terspecken, Bernh. 229,
230

Tertullian 148 (1882 s.
Kellner)

Tesandt, Prof. . .	6

Theinert, A. 163 (1915
s. Feuerpause)
Theisen, Domvik. 21629
Theissing, C. .	.	37

Themistor, Irenäus 75,
149 (1884)

I Thiesen, Wilh. . . 230
1 Thiriart, Drucker 9, 72,
166, 2043, 225»°
i Thissen,Dr.Otto 82,101,
130,155 (1900 s.Trim-
born), 158 (1907), 164
(1915 s. Mit), 165(1917
s. Kaiser)

Thomas, Adolf 147(1879)
Thomas v. Aquin 149
(1884 s. Schütz), 154
(1898 s. Rolfes)
Thomas v. Kempen 26,
139 (1824), 147 (1875),
157 (1904)

Thömes, Dr. 75, 148
(1880)

Thompson, M. 56, 144
(1857, 59)

Thürriegel, Z. K. 158
(1907)

Tiaden, Heinr, 164 (1916)
Tieck, Ludw. 160 (1910
s. Märchen III)
Tillmann, Dr. Fritz 160
(1910)

Tils, Pet., Stadt-Dech.264
Timpe, Georg 159 (1909)
v.Tirpitz, Alfr. P. Fr.,
Großadmiral . . 267
Torrund, Jassy 109,138,
164 (1915 s. Kriegs-
nov.)

Traub, Max A. 96, 109,
227

Trierweiler, Paul . 229
Trimborn, Alb. . . 228
— Joh......... .229

Trimborn, Dr. Kari,
Geh.-Rat 82, 235, 269
— Frau .	... 228

Troska, Dr. A. 149 (1885)
Troxler, Prof. Jos. 159
(1908)

Turner, 156 (1904 s.
Ehen)

Udo, Ralph 163 (1915
s. Feuerpause)
Uhlenbroch, Jak. . 229
Uelk, Adam. . .	94

v. Ulmerstein, H. L. 140
(1830)

Unkel, Carl . 148 (1882)

Voller, Heinr. 229, 230
Veldenz, A. 69, 138, 151
(1889), 152 (1893), 153
(1897)

Velten, Lizentiat . 41
v. Veltheim, H. 138, 146
(1869), 149 (1883, 84),
151 (1889)

Vennewald,Bernard 147
(1879)

Verbeck, 0. 164 (1915
s. Tiergesch.)

Vercesi, Dr. E. . . 109
Veuillot, Louis .	48

Vincenz v. Paul 44, 143
(1851 s. Jahrb.), 144
(1860)

Virchow, Rud. 147(1877
s. Hertling)

de Vitis, Charles 124,
154 (1898)

Vocke,William 151(1891)
Vogelsang, Prof. . 38
Vogt, Prof. Dr. 145 (1867
s. Pastoralbl.)

Volberg, Wilh. . . 229
Volk, Joh. .	229

v. Vollmar-Veltheim 138
(s. Velth.), 145 (1867
s. Remy)

I Vosen,Dr.C.H. 144(1859
s. auch Segur), 145
j (1865)

de Waal, Prälat Anton
163 (1914)
        <pb n="318" />
        ﻿295

Wagner,Herrn. 164(1915
s. Tiergesch.)
v. Wohlde, H. . 158
(1906)

Wais, Jos. 164 (1915)
Waldau, Karoline
138, 154 (1899), 155
(1901)

Waldburg-Zeil 138 (s.
Neidegg)

v. Walde, M. 138, 152
(1894)

Wall, Prof. Dr. Ernst 109
v. Walree, Frau 138 (s.
Müller), 146 (1873 s.
Müller)

Wallraf, Prof. ... 6
— Max, Staatssekr. 268

Wallraff, J......140

(1825, 28)

Walter, Prof. 49, 21651
Walter der Erzpoet 154
(1899)

v. Walther, Prof. .	13

Waninger, Dr. K. 113,
230

Warnefried, Carl B. A.
144 (1857)

Wasmann, P. Erich S. J.
109, 131, 157 (1904),
158 (1906, 07), 159
(1908, 09), 161 (1911 s.
Koschel)

Wasserfall, Maria H. 7,
211»"

Weber, Prof. .	6

Weber, A.. . 150 (1888)
Weber, Frz. . . . 229
Weber, Dr. Heinr. . 152
(1893, 94)

Weeks, Fried.. . . 229
v. Wegerer, Frau A. 67,
138 (s. Norden), 150
(1887)

Wehrmeister, P. Cyrill.
„ 155 (1900)

Weilbächer, Dr. Paul
22245

Weinand, Jobs. 75, 145
(1865 s. Sabianus, 1866
s. Guenot), 146 (1873
s. Manning, 1874 s.
Fullerton, 1875 s.

Manning), 150 (1887 s.
0’ Reilly)

Weis, Bischof. . . 54
Weiß, Jos. 157 (1905),
158 (1907)

Weiß, Dr. K. . . . 157
(1904)

Weißenthurm, Frl. 158
(1908 s. Champol)
Weißmüller, Frl. 138
(s. Veldenz)

Weisz, Professor
Karl 150, (1888 s.
Schrattenthal)

Weitz, Domkap. Dr. J.

L. S. 142 (1844)
Wellendorf, Karl . 227
Wemmer, A. ,	193

Wenkemann, Andr.

229

Wenzel, Domvikar Jobs.

125, 157 (1904)
v. Werner, Reinhold 164
(1913 s. Tiergesch.)
Werres, Dr. Carl Anton
13, 139 (1821)
Werthmann, Dr. Lor.
108, 109

Wesermann, H. M. 14,
139 (1822)

Westermaier 153 (1896)
Westorf, Math. . . 227
Weyden, Dr. Ernst 29,
21119

Weyer, J. P. 22, 140
(1827), 208u, 21526
Weyrauther, Max 156
(1904 s. Ehen)
Wibbelt, Dr. Augustin
154 (1899)

Wichner, Jos. 164 (1915
s. Tiergesch.)
Wickram, Jörg 164(1915
s. Kriegsvolk)
Widmann, B. 156 (1904
s. Brentano)
Wiedenfeld, Prof. Dr.

K.	109

Wieland, Martin . 160
(1910 s. Märchen III)
Wieland, Wilh. . . 229
Wienker, B. 146 (1873
s. Rouard)

Wiese, Math. . 79, 235
Wiesebaeh, P. W. . 160
(1911 s. Cabral)
Wieser, Sebast. . . 164
(1916)

Wilda, Oskar 156 (1904
s. Ehen)

Wildermann, Rud. 81
Wilh. v. Preußen 17, 28,
207,B

Wilhelm II. . 130, 162
(1913), 165 (1917 s.
Kaiser)

Wilke, Albert... 228
Willmann, Dr. 0. . 162
(1912)

Willoh, Karl ... 154
(1898)

Wilpert, Dr. Jos. . 158
(1907), 162 (1913)
Wilpert, Dr. 0.	222ls

Wiltberger, Aug. . 150
(1887)

Wimmer, Prof. J. . 156
(1902)

von Winekelsett-
Zumbroock, L. 157
(1904)

Windischmann, J. J. 21,
164 (1916 s. Dyroff),
207'4

Windthorst, Ludw. 90,
103, 129, 151 (1891 s.
Cardauns), 152 (1892),
156 (1903 s. Hermann),
158 (1907 s. Hüsgen),
234

Winkler, Therese 66,
138 (s. Messerer) 2204u
Winterer, Abbe L. 148
(1882), 151 (1891)
v. Winterfeld-Warnow,
Frau E. 162 (1912)
Wirtz, Heinr., Just.-

Rat...........259

Wiseman, 55, 56, 143
(1854, 55,56), 144 (1857,
58,59,60,62), 145(1863,
64, 65), 155 (1901), 218ss
Witkowski, 155 (1900)
Wittmann, J. J. ,	41

v. Witzleben, Erich 164
(1915 s. Kriegsnov.)
        <pb n="319" />
        ﻿Woker, Franz Wilh.

149 (1884, 85), 150
(1886)

Wolf, Anton 101,113,227
Wolff, Theod. . . 215*9

__ p..............229

Wollersheim, Th. 70,142
(1846), 143 (1855 s.
Nakatenus)

Woensam .	.	136

Wörner, B. . 144 (1857)
Wörnhör, Joh. Ev. 164
(1915 s. Kriegsvolk)
van Woude, J. . . 152
(1894)

Wülffing, F. 141 (1832)
Wurm, Dr. Herrn. J. 156
(1902)

Wyneken, Verleger 273

Zacherl, Dr. Karl . 101

Zanoli............32

Zardetti, Bischof . 154
(1899)

Zarnack, Anna 156 (1903
s. Murray)

Zaun, Pfr. Joh. Peter
153 (1895)

Zeck, Pfr.........223

Zell, Ulrich . . 166, 181
Zeller, Carl Aug. 18, 139
(1823)

Ziegler, Dr. Bischof 141
(1838 s. Blumenbach)
Ziethe, W. 164 (1915 s,
Wehr)

Zillickens, Kathar. 203
Zimmermann, Pet. 228
Zingeler, Dr.Karl Theod.
124, 148 (1880), 149
(1883), 150 (1886 s.
Buet), 155 (1900), 161
(1911)

Zitelmann, K. 138 (s.
Telmann)

Zschokke, Heinr. . 160
(1911 s. Geschichten)
Zuccalmaglio . 92, 146
(1875 s. Cardauns)
Zünd-Meyer, Frau L.
145 (1865)

Zündorf, Frz. 168, 201,
228

Zurbonsen, s. Bonsen.
        <pb n="320" />
        ﻿IX

Sachverzeichnis.

Bei den Seitenzahlen desVerlagsverzeichnisses
ist das betr. Erscheinungsjahr hinzugefügt.
Alle auf die KV bezüglichen Stichworte sind
unter Kölnische VoTkszeitung zu suchen.

Aachen.............97

Abdunterhltg. 193 (1852)
Acta et decreta concilii
199 (1862)

Adressenwesen . .	10

Adreßbuch, Kölner HO
(1828),2093,211“, 22560
Akzidenzarb. 167, 173,
179, 251

Alb. Magnusver. . 295
Alt-Köln, Zeitschrift 82,
158 (1908), 22041
Altersversorgskasse 197
Andacht z. hl. Herzen
Jesu ... 151 (1889)
Andachten f. kath.

Arb.-Ver. . 151 (1890)
Annalen des hist.

Vereins 95, 193 (1855)
Antiqua i.d.KV107,22949
Anzeigen der KV . 299
Anzeiger, Allg. 97, 171
„	, Kirchl. 95

Aphorismen aus Kölns

Gesch...........23

Apoth., Kruses 168, 170
Aprils-Almanach 16,139
(1822)

Arbeiterfrage 151 (1889)
Arbeitervereine . 295
Arbeiterwohl 79, 198
(1881)

Arbeitskam. 159 (1899)
Arithmetik . 139 (1818)
Athanasius ...	22

Aufgaben i. d. Woh-
nungsfrage 153 (1897)
Aufklärungszeit. . 59

Augenentzündg. i. d.

Rheinprovinz . .	13

Augustinusver. 100,223,
295, 261

Aus allen Zeiten u.

Ländern .... 133
Auskunftsbüro,
bibliogr. ...	77

Ausstellg. i. Düsseldf.173

—	in Köln .	188

—	in Leipzig . . . 188

Bachem (Name) . 202

—	J.P.Firmal,7u.ff.,52,
291 (75jähr.Bestehen)

Bachem, Rundschr. 2, 8

—	u. Funcke	8

| — „Richtg.Bachem“ 109
i Bachems Erzähl, f.

Mädchen .	. . 133

Bachems Jugend-
schriften . . 132, 135
Bachems Nov.-Slg. 66
— Rom.-Slg. ... 67
— Volks-u.Jug.-Erz. 133
Bachem - Stein - Her-
zigsche Armen-
stiftung . , 203, 295
Bahnhof . 169 u. ff.
Bahnhofstraße . 170
Bauerngüterwesen 19
Baumwollsp. 190 (1826)
Bauordng. f. Stadt-
kreis Köln 155 (1901),
157 (1905)

Befähigungsnchw. 21223
Behandlg. d. 6. Ge-
bots ... 159 (1909)

Behandlg. d. Kon-
flikte i. Rom. 120, 156
(1909)

Beleuchtg. d. Stadt
Köln ... 153 (1895)
Berggeist ... 77, 168
Besteuerg.,Urspr.d. 10
Bestimgn. üb. Rel.-
Unterr. . . 152 (1893)
Betriebskrankenk.. 195
Bilder a. d.Volksleb. 56
Bimetallismus . . 95
Blankenheim, Dek. 72
Blätter d. Bo rr.-Ver. 86,
193 (1850)

Blätter, christl.-soz. 79

—	hist.-pol.......103

| — Köln. 56, 57, 82 u. ff.

—	Agenturen . .	85

—	Bezieherzahl 85, 86

—	Bezugspreis . .	83

—	Erfolg...........86

—	Format ....	83

— Programm . . 83, 89

—	komm.-pol. . 82, 295

—	aus Nassau . . 51

—	für Rechtsschutz 80,
159 (1910)

—	des Vereins v. h.

Karl Borromäus 93

—	für Volksschul-
praxis 80, 162 (1913)

Blutlaus .	198 (1882)

Bonifacius-Denkm. 91,
192 (1892)

Bonifatiusverein . 295
Bonn ... 7, 23, 72, 97
Borromäusblätter 93,81
        <pb n="321" />
        ﻿Borromüusver. s. Ver.
Börsbl.f.d.Buchh. 32, 33
Börsenver. d. Buch. 245,
269

Brand i. d. Buchb. XV
■^Branntw., Der 148 (1883)
Briefkästen i. Köln 25
Bruchhausen 202, 203
Brücke, Kölner 42,215-»
Brudersehaftsand. 144
(1859)

Bruderschaftsbchl. 144
(1860)

Bruderschaftsbund 154
(1899)

Brühl...........72, 97

Brüssel...........39

Buchbinderei XV, 169,

182, 190 u. ff.
Buchdruckerberufs-
genossenschaft . 263
Buchdruckereibes.

Köln .	.	262

Buchdrucker., Kln.3,204
Buchdruckerkran-
kenkasse . . .	195

Buchdruckerprüfg. 53
2122 3

Buchdruckerverein 245,
260, 272

Bücherei Bachem . 187
Büeherwelt. . . 43, 81
Buchhändl. i.Köln 3,204
Buchhändlerprüfg. 38,
53, 212“

Buchhandlung J. P.

Bachem .... 109
Bulle De salute an. 72
Bürgergesellschaft21529
Bürger!. Gesetzb. u.
Rhein. Bauernver. 151

(1890)

Bürgerverein .	21639

„	, neuer 21629

Burns u. Lambert. 55
Bursen ...	2045

Caritasverband . . 245
Centrumslied. 154 (1899)
Centr.-Parl.-Corr. 223
281

Cholera .	141 (1831)

Christoph-Kirche .	5

I Christus i. d. Kunst 130,
160 (1910 s.Rothes)
City-Hotel. .	.	183

Colonia...........106

CommersliederI52(1894)
Comptoirkal. 148 (1882)
Concession ...	17

Concordat .	.33

Concordia,Typ.Ver. 235
Corresp. für geistl.

Präsides .... 78
Corresp.-Blatt für
Jugendver. ... 81
Croup ....	12

Dienst-Instrukt. für
Küster . . 147 (1878)
Diözesangesangb. .	71

Dom, Kölner 156 (1904)
Domschule, Kölner 6
Druckerei . 166 u. ff.
Drueker.-Annahmest. 78
Druckerpresse 166
Druckmasch. 167, 169,
172, 174, 175, 176, 177,
178, 183, 184, 186, 189
Duell, Bekämpfung 155

DuMont-Bachemsche
Buchh. ... 2, 3, 6

Düren...............97

Düsseldorf . . .	97

Ebstorfer Weltkarte 153
(1896)

Ecole primaire . .	6

„ secondaire .	6

Ehen, gern. 10, 21, 22,
139 (1821), 141 (1838)
Ehen, junge 156 (1904)
Ehrenwallsche Kur-
anstalt .	154 (1898)

Einheitslied.,kirchl. 165
(1917 s. Anhang)
Eisenb., Köln-Minden 37 !
Elisabethenverein 245 j
Engelbertusver. 245,265 !
Enzyklika Pascendi 159
(1909 s. Hertling)
Enzyklika Pius’ IX. 145
(1865)

Ereignis, Kölner . 20
Erklärung d. Zentr. 104

Erpel .... 1, 202, 203
Erzb. V ermögensver-
waltung . 147 (1877)
Erzbrudersch. 145 (1865)
Eucharistie,Betrach-
tungen .	142 (1843)

Fabiola .... 55,219,s

Falliterklärung .	31

Feldpostabteilg. der
KV ...... 110

Felten u. Guilleaume 274
Festber. betr. Erzb.

Krementz . 149 (1885)
Festber. v. 4-/5. 238—266
Festschrift d. kath.

Lehrerver. 152 (1894)
Feuerpause, in der 135
Feuerversicherung 200
Flugschriften d.Rh.

Zentr.-P. . 159 (1909)
Flugzeugsehaden-
versicherung . . 200
Fortbildgsunterr. . 187
Frage, rörn.. 151 (1889)
Fraktion, kath. . 51, 90
! Franz.-Xav.-Verein 245
| Frau als Lehrerin .	12

' Frauenbund, Kath. 245
Frauenwelt (KV) . 99,
108, 158 (1904)
Freihandel .	.85

Freimaurerei 5,153(1897)
Freiwilligenfest 1838 26
Friedrichsd’or. . . 206s

Gartenbaukalender 98
Gärten in Köln . 206*
Gasbelchtg. i. Köln 145
(1865)

Gebet d. Jünglings 159
(1909)

Gebet des Kindes 159
(1910)

Gebet- u. Gesgb. f. d.
Erzd. 148 (1880), 163
(1914), 165 (1917)
Gebet- u. Gesgbueh
f. Gesellenv. 154 (1900)
Gebot, sechst. 159 (1909)
Gedenkbl. f. d. Firma 252
Gemeindebauwesen 143
(1853)
        <pb n="322" />
        ﻿299

Gemeindeordn.141 (1833)
Gemeindewaldung. 142
(1839)

Gesang- u. Gebetb. f.
d. Erzd. 148 (1880), 163
(1914), 165 (1917)
Geschäftsanweisg.
f. Kirchenvorst. 155
(1902)

Geschäftsh. Bachem
(s. Häuser) 7, 35, 167
u. ff., 170

Geschäftspersonal .	16

Geschichte der Pfar-
reien s. Pfarreien
Geschichten, 20 lustige
160 (1911)

Gesetz btr. Kirchen-
steuern 157 (1906)
Gewerbeger. 15! (1890)
Gewerbeordn. .	21223

Gewerbverein 41 u. ff.,
142 (1845), 21528
Gewerkschaftsstr. 131,
158 (1909 s. Giesberts)
Glaube u. Arbeit (Forts,
d. „Soz. Revue“, nicht
der „Soz. Kultur“) 79
Görres-Gesellsch.72 u.ff.,
165 (1917 s. Cardauns),
245, 259

Gutenberg, Ges.-Ver. 265
Gymnasien, Kölner 204

Handbuch der Erzd.

Köln 72, 147 (1878)
Handb. d. Gesetze a. d.
Zeit der Fremdherr-
schaft 20, 141 (1833)
Handelsges.-B. 141 (1835)
Handel, Der 24,140 (1829
s. Mylius)
Handelskammer,

Köln . .	257

Handeisztg., Köln . 97
Hauptbuchhalterei. 110
Hausbücherei . .	187

Häuser Bachem

Bahnhofstr. 3 . 176

—	Hohestr. 7: 166,2h21

—	Marzellenstr. 20: 35,
167,168, 170 (Neubau),
183, 21121

Häuser Bachem

Marzellenstr. 24:172,
178

— Marzellenstr. 35—43
180,181 u.ff. (Neubau)
— Marzellstr. 3133 184
— Ursulastr. 3 11, 180,
187, 189, 193
Häuser-Numerierung
204', 20610

Hauskalender 148 (1881)
Hauskrankenk. 194 u. ff.
Hermesianer i. Rom 21
Hermesianism. 20, 29,
142 (1839)

Herrschaft, weltl., des
Papstes 146 (1868)
Hersei, Dekanat . 72
Hildegardisverein . 245
Hirtenbrief d. Bisch. 158
(1908)

Hoffmann u. Campe 1
Holzpressen . . 9, 166
! Honnefer Gut . . 34
Hotel Kronprinz 183
Hypothekengesetz-
gebung ..............19

Jahrb., hist. d. G.-G. 74
— philos. d. G.-G.	74

Jahrbücher des hl.

Vincenz v. P. . . 44
Jafirhundertf. d.Ver.d.

Rheinlande 163 (1915)
Illustrationspresse 178
Industrie-Nr. d. KV 109
Institut, röm. der GG.73
Invalidenkasse . . 197
Josefskasse.	.	197

Journalzirk. 206ll, 207’1
Jubiläum J. P. Bachem,
75jähriges . .	241

Jubil.-Gabe 242, 250
Jub.-Pilgerzug. . . 106
Jub.-Nrn.derK.V.108u.ff.
Jub.Auszeichnungen254
Jub.-Zuweisungen 242,
244, 245, 249
Judenemanzipation 51
Jugendschriften 132
Jungfrauenstift 5, 139
(1816)

Jüngh, d. kath. 159 (1909)

Kallista...........55

Kalorische Masch. 169,
171

Kanitz, Antrag 125, 153
(1895 s. Pichler)
Kapuzinerordsprov. 130
Kassen d.Firma 194—200
Katechet, der . .	127

Kathol. i. Kulturleb. 126

—	i. d. Niederl. .	143

(1850)

Kath.-Versammlung 43,
130,144(1859),146(1872
s. Wandervers.)

Kath. Ver. Dtschlds. 144
(1859), 146 (1872 s.
Wandervers.)
Kettenbrücke	42

Kirchen, Kölner 131,161
(1911 s. Reiners)
Kirchenlieder f. d.

Schulgebr. 154 (1900)
Kirchenstreit . - 21, 29
Kirchenvorst. 155 (1902)
Klippen d. Zeit 161 (1911)
Kohlenring . 152 (1892)
Köln (Stadt) 23,205s,
als Sped.-PIatz .	36

i Köln, Gesch. 130, 160
(1911 s. Bender)
Kölner Ereignis 20
„ Richtung 103 u.ff.
Köln. Volksztg. (s.

auch Blätt., Köln.)

—• Agenturen ...	97

—	Antiquudr. 107, 2241«

—	Anzeigenauftr. . 249

—	Auflage . 86, 94, 172

—	Ausgaben 94,97,112,
178, 188

—	Auswahl-Ausg.. 112

—	Bandschreiberei 105

—	Beilage, Ldw. . 98

—	„ Liter. . 99

—	in Berlin 97,101 u.ff.

—	Bezieherzahl 86, 94,
95 172

—	Bezugspr.l04,112u.ff.

—	3iblioth.-Ausg. 108,
112

—	Bücherei .	182

—	Drittes Blatt 97, 178

—	Erweiterg.94,95 u.ff.
        <pb n="323" />
        ﻿K öln.-V olksztg. Feld-
postabtlg. .	.110

—	Festartikel z.4,/5. 238

—	Festgab. 106, 108, 109

—	Frauenwelt 99, 108

—	Freisaal . 110, 176

—	Gasthofanz. . 110

—	Geburtstag 50. . 108

—	Geschäftsstelle 109,
110, 180

—	Geschichte . . . 130

—	Hand.-u.Ind.-Nr. 109

—	Handelsteil. 96 u.ff.

—	Jubiläum 107, 108,
238 u. ff.

—	Kriegsausg. 112, 188

—	Kriegsziele. . . 111

—	Kursblatt ... 97

—	Landw.Art.l52(1893)

—	„ Beil.. . 98

—	Literar. Beil.. . 99

—	Mülheim-Nr. . . 109

—	Name.............88

—	Papst-Nr. ... 106

—	Preisausschreib. 63

—	Preßprozesse. . 90

—	Rohrposten . .111

—	Rotationsmasch. 175,
176, 178, 183, 251

—	Schnellpressen 167,
169, 171, 172, 251

—	Sekretariat 111

—	Setzerei 169, 180, 251

—	(S. auch Blätt., Köln.)

—	Setzmasch. 185, 187

—	Signet.........107

—	Sitzungssaal . . 184

—	Umfang .... 104

—	Verlagszeichen. 107

—	Versendung . . 105

—	Vertretgn.97,101 u.ff.

—	Versuchsanstalt,
landwirtsch. . . 98

—	Wahlspruch . 107

—	Weltletter 107, 2244#

—	Wochenausgb. . 99,
106, 188

—	Zeitgskont. 111, 182

—	Zeitungsstempel 94

—	Zollpolitik .95

Kommiss.-Buchh. .	9

Kommunalverfass. 141

(1833)

Kompaß f. d. j. Arb. 79
149 (1884)

Kompaß f. d. verh.

Arb. 79, 149 (1884)
Konfession u. Wirt-
schaftsleb. . 125, 26
Konflikt, kirchl. 86
Konfliktbehandl. im
Roman 120, 156 (1904
s. Behandlg)

Kongreß, Euchar. . 159
(1909, 10), 161 (1911)
Königswinter, Dek. 72
Korrespondenzbl. f.

Präsides 153 (1896)
Krankenk. 194 u. ff., 241

Krauß, M............35

Kreisver. rh.-westf.

Buchh.. . 35, 37, 271
Kreuzwegand. 151 (1889)
Kriegsblüten 164 (1915)
Kriegsbücher . .	130

Kriegsgebetbüchl. . 135
Kriegsnov. , 164 (1915)
Kriegsunterstützungl99
Kriegszeit 111, 134, 188
Kriegswaisen .	245

1 Kultur, Soziale (s.
auch i. Reg. „Glaube
u. Arbeit“). . 79
Kunstv.,chrstl. 143 (1857)
Kunstwerkstätte . 193

LAB (Local-Anzg.-
Bücherei) 159 (1909)
Land,D.h.(Zeitschr.) 46
Landwirt, Westd. 98
Landwirtschaft . . 98
Laurent. Gymn. 6, 2041
Leben d. Maria v. d.

Menschw. 155 (1901)
Legendenstudien . 129
Legitimitätsfrage,
Portugies. 143 (1854)
Lehrerverbd., kath. 80
Lehrerverein 152 (1894)
Lehrerzeitg., Westd. 80,
160 (1910 s. Blät-
ter, Wächter), 162
(1913 s. Blätter)
Lehrlinge .	17, 206»

Lehrplan f. d. kath.
Ref.-Unterr. 155 (1901)

Lehrpläne, neue 127
Leihbibliothek 6, 8, 17,
35, 206"

Leihbücherei . . . 187
Leokalender 146 (1875
s. Piuskal.)

Lex Heinze 155 (1900)

Lilienthal, das . .	26

Linz............ 202

Literat., sch. 14, 115,121
Local-Anzeiger 106, 113
u. ff., 110, 150 (1887),
159 (1909 s. LAB)

—	Fest-Nr. 114

—	Köln-Nr. 114

London............103

Lövenich . . 153 (1895)
Ludendorffspende. 245

Mädchenerzäh). dtsch.

Dichter . . 160 (1910)
Madonna, die, i. d.
Kunst 130, 157 (1905
s. Rothes)

Magnetismus ...	14

Maitland, Clara 133, 144
(1860), 153 (1897)
Märchen 159 (1909), 160
(1910)

Maria i. d. Kurferg. 130
Melod. z. Gesgb. 148 (1880)
Merkur, Deutscher 2183,;
Mesmerismus ...	12

Militäranw.-Bücher.

161	(1912), 162 (1913)
Militär-Zensur . . 112
Mintrop, Dr.Wilh.. 98
Missionare ...	99

Missionsgesellsch. 142
(1839)

Mit Herz u. Hand . 164
(1915)

Monatsblätt., Akad. 80,
n22ib

Monatsbl. d. Borrom.-
Ver.42,49,50,142(1846)
Monatsbl. f. d. kath.

Rel.-Unterr.. . .	81

Monatsschrift des
Gewerbevereins. 143
(1856), 21528

Montaner Gymn. 6, 2045
M.Gladbach .... 97
        <pb n="324" />
        ﻿

Museumssaal . . 187
Mußestunden 152 (1893)
Muth-Stiftung. . . 245

Navigation du Rhin 140
(1827)

Neubauten 170 (i. J.1861),
181 (i. J. 1900)

Neuß..............97

New York . .	. 103

Notschrei aus d.
Mittelgeb.. 155 (1901)

Octroi-Erheb. 142 (1848)
Odenthal (Schule) .	6

Organ f. Hdl. u. Gew. 42
u. ff., 167

Org. f. christl. Kunst 44,
45, 48, 167, 143 (1851)
Orgellieder, köln. 21734
Oriens christianus . 74
Orth, Stiftg.. 146 (1868)
Ortschaften . 140 (1826)
Osterdienstagskonf. 104

Papstwahl, die 155(1902)
Paradiessagen 153 (1897)
Paris .... 39, 102
Parität 126, 163 (1914 s.

Rost)..........

Pastoralbl. 78,145 (1867)
Pauluskirche 130, 22244
Personen, i. d. Firma
beschäft. 177, 179,189,
190, 193, 241
Petersburg .... 163
Pfarreien, Gesch. d. 71,
72, 129, 148 (1883 s.
Giersberg), 149 (1884 s.
Maaßen), 150 (1887 s.
Rosellen), 151 (1889 s.
Norrenberg, 1890 s.
Maaßen), 152 (1893 s.
Becker; 1894 s. Maa-
ßen),153(1896s.Delvos)
Pflicht. d.Ehel. 163(1914)
Pius IX. (Zeitschr.) 43,
167, 142 (1849)
Piusblatt ... 44
Piuskalender 146 (1875)
Piusverein .	. . 43

Plakaten-Gesellschaft,
Kölner .... 262

Poensgen &amp; Heyer 186,
274

Portemonnaiekal. . 148
(1882)

Posten i.Kln.25,141(1831)
Preßfreiheit.	38, 47

Preßges. v. 1851	. 53

Preßverein, kath. 51

—	kath.-kons. . 50, 51
Priest, u. Sold. 143 (1852)
Primärschulen . 2056
Prinz u. Page 151 (1891)
Provinzialblätt. 27 u.ff.,

141 (1834, 38)

Quebrachozoll 155 (1901)

Raumersche Erl. 50, 51
Reichstag, 1898—1903
156 (1903)

Rel.-Unterr. 152 (1893)
Revolut. i. Köln . 21733
Rheinbrücke .42,21528
Rheinschiffahrt 24,209'7,
141 (1831)

Rhöndorf ... 54, 237
Ritterakad. . 142 (1844)

Rom ..............102

Rotationsmaschine 175,
176, 178, 183, 251
Rom. Frage 151 (1889)
Rüstzg. d. Gegenw. 125
Saar- u. Moselztg. 48
Sammlg. kirchl. Erlasse
71,146(1874 s.Dumont)

—	v. klass. Werk. 55

—	unterhaltender
Schriften ... 56

Sanitätspolizeiliche
Vorschr. . 142 (1840)
Schaaffhausen’scher
Bankverein .	. 274

Schlittenf. 97, 153 (1895)
SchmitzscheBuchh. 3,
27, 204'

Schnaps, Der 149 (1883)
Schnellpressen 167, 169,
171, 172

Schulaufsichtsfrage 153
(1895)

Schutz d. Ehre 155 (1901)
Schutzzölle ... 95, 96
Sekretariat der KV 111

Selbstverwaltungs-
körper . 159 (1909)
Setzmaseh. 185, 187, 189
Siegburg, Dekanat.	72

Signete 107 (KV), 135
(Verl.), 136 (Druckerei)
Sonntagsbl., Kölner 78
Sortimentsbuchh. 8, 31,
35, 77

Sparkasse .... 199
Staatslexikon . 74, 100
Staatsrecht i. Altert, 10
Städteordnung 141 (1833
s. Hauer)

Stadtver.-Aussch. . 245
Stapelrecht. . 24, 20911
Stereotypie 175,176, 185
Stiftungen z. 4./5. 1918,

949 944 94S

Stockjobbery 141 (1831)
Straßendurchbruch
(Bahnhofstr.) . . 170
Streifzüge durch d.

Freimaurer. 153 (1897)
Studentenver. . 80, 245
Syllabus . . 145 (1865)

Tageblatt, Kölner . 52
Theater i. Köln 85
Tourist . . 140 (1826)
Treu z. Zentr. 157 (1904)
Tyburn ... 144 (1860)

Uebereink. betr. Rhein-
schiff. 25, 141 (1831)
Uebersetzungen .	54

Unfehlbarkeit, päpstl. 87
Unterr.-Wes.i.Dtschl. 12
Unterstützungskasse
198, 244

Ursula-Anbau ... 193
Urteil betr. Kirchen-
fabrik .	145	(1863)

Urteil betr. Pfarr-
dotalgüter 148 (1880)

Verband der kath.

kaufm. Ver. . . 245
Verein f. relig. Freih. 43

—	v.d. hl. Elisabeth 150
(1888 s. Regeln)

—	hist. f. d. Niederrhein
45, 2!32l!, 143 (1855)
        <pb n="325" />
        ﻿Verein v.h.KarlBorr. 41,
42, 47, 49, 54, 70, 81,
86, 153 (1895 s. Grün-
dung), 214”, 245

—	v, h. Grabe . 45, 46

—	d. Industriellen. 273

—	Kölner Presse 264

—	v. h. Lande. 46, 245

—	v. h. Vinc. 144 (1862)

—	d. Zeitungsverl. 245,
262, 272

—	rhein. Ztgsverl. 263
Vereine, kath. Dtschlds.

144 (1859), 146 (1872
s. Wandervers.)
Vereinigung, kom.-
pol........... 82, 258

—	zur Förder. der
Wirtsch.-lnter. . 274

V	ereinsschrif t. d. G.-G. 73
Verhandlgn. d. 50. Kath.-

Vers. ... 156 (1903)
Verkehr . .	24, 25

Verkündig, a. Rhein 27
Verl., erzieherisch. 127

—	geschichtl. . . . 129

—	illustr.. .	174	j

—	im Krieg. ... 134 |

—	kunstwiss.... 130

—	naturwiss.... 128

—	philos..........131

—	rechtswiss. . . 131

—	Signet ...	135

—	theol. . .	40, 131

Verlagsrichtgen. 9, 40,

127 u. ff.

Verlagsverein, Köln. 36,
37, 39, 21122
Verlagszeichen 107, 135
Verlegender. Dtsch. 270

V	ermögens Verwal-
tung .	147 (1877)

Veronia, Rom. 145 (1867)

V	erordnung., kirchl.

162	(1913)

Versendg. d. KV 105 u.ff.
Versicherungen . . 200
Verwaltung., pro-
visorische am Rh. 11
Vincenzblätter . . 44
Vincenzvereine . . 245
Völkerschlacht am
Birkenbaum 154(1897)

Volkshalle, Deutsche 39,
50, 52, 57, 83
Volkshalle, Rhein. 39,
U7 ziö ein 5&gt;17Sä

Volkslesehall. 158 (1906)
Volksmärchen, Sla-
vische . . 162 (1913)
Volkssehulgesetz-
gehung . . 159 (1908)
Volksschulleh. 142 (1848)
Volksrepräsentation,
Keine. 4,139(1816)
Volksverein, kath.
Kölner . . .	216”

—	Deutscher . 245
Volksztg., Köln., s. Köln
Vorsehg., göttl. 150 (1887)

Wächter f. Jugend-
schriften 80,160 (1910)
Wächter am Rhein 21733
Wahlen . 51, 146 (1873)
Wahlprogr. d. Zentr. 89
Wandervers. d.Ver.

d. Kath.	146 (1872)

Wasserversorg, der
Stadt Köln 153 (1895)
Wechselreeht	19 i

Wegweiser durch d.
Wohlfahrtseinr. v.	j

Köln .	. 156 (1902)

Weichenst.,Derl49(1883) |

Weinbau..........25

Weingärten i. Köln 206s
W eit- u. Staatsbote 27,46
Weltkrieg . 111, 188

—	Prophezeiungl30,154
(1897 s. Zurbonsen),
163 (1915 s. Bonsen)

Weltsprache . .	14

Wertpapierbes., Für 152
(1894)

Wertpapierdruck . 179
Wettbewerb,unlaut.125,
152 (1894)

Wien.............102

Wochen-Ausgabe d.

KV . 99, 106, 188
Wochenbl. des Ge-
werbvereins 41 u.ff.,
21528, 142 (1845)
Wochenrundsch. 99, 106
Wochenschrift, pol. 51

Wohlfahrtseinr.,
Bachemsche 194 u. ff.,
244

Wohlfahrtseinr. v.

Köln .156 (1902)
W ohltätigkeitsanst.,
kath. 153 (1895)
Wohnungsfr. 154 (1897)
Woll- u. Blutlaus 148
(1882)

Woyciech, Soldaten-
gesch. 18, 139 (1823 s.
Zeller)

Zeitbilder in Erzähl. 57
Zeitfrag., soz. u. pol. 125
Zeit- u. Streitfragen 126
Zeitschr. f. christl.

Kunst	.	45

Zeitschr. f. Wiss. u.

Kunst	. .	38

Zeitschriftenverlag 26,
41 (1840—55), 78
(1854—1918)

Zeitungen d. Arb.-

Vereine.... 21733
Zeitg., Köln. ...	86

—	neue Köln. . . 217*3

—	Rhein. ...	47

—	„ , allg. .	46

—	neue Rheinische 47,

21733

—	Wiesbadener 48

Zeitungskontor 111,182
Zeitungsstempel . 94
Zensur 3,4,47,112,126”
Zentralbahnh. 169 u. ff.
Zentrum, keine konf.

Partei 103, 104, 126
Zentrumserklärung 104
Zentrumsfrakt. 89, 90,
125

— Kölner. . .	257

Zentrumsfraktion,
Reichsausschuß . 104
Zentrumslied, Aus-
schreiben .	,	108

Zentrumsp. Kölner 245
Zentrumsstreit . . 103
Zucker, med. An-
wendung	.	13

Zuständ., pol., Oester-
reichs . ,146 (1869)
        <pb n="326" />
        ﻿Zur Geschichte der deutschen Presse
und deutschen Zentrums-Politik

sind im Verlage von J. P. Bachem in Köln folgende Werke
erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:

Carl Bachem, Dr. jur,, Josef Bachem und die Entwicklung der
katholischen Presse in Deutschland, zugleich ein versuch der

Geschichte der kathol. Presse und ein Beitrag zur Entwicklung der kathol.
Bewegung in Deutschland. Jeder Band geh. M 5.—, gbd. M 6.— .

I.	Band: Bis 1848. Die Familie Bachem in Erpel und Köln. Die Firma]. P. Bachem.
Die religiös-politischen Verhältnisse im Rheinland von 1815 bis 1848 Das katholische
Zeitungswesen in Deutschland b&gt;s 1848. Kölner Preßverhältnisse. Vergebliche Versuche
der Gründung katholischer Blätter, insbesondere in Köln, bis 1848. Mit einem Titelbild.

II.	Band: 1848 bis 1860. Die Geschichte der katholischen Presse von 1848 bis 1860
Die Rheinische und die Deutsche Volkshalle. Der Katholische Klub in der Frankfurter
Nationalversammlung. Die Entstehung und Entwicklung der Katholischen Fraktion in
Berlin. Die »katholische“ PoLtik. Mit einem Titelbild.

Der dritte (Schluß-)Band befindet sich in Vorbereitung.

»Hier liegt ein ausgezeichnetes Werk über ein seither nur gar dürftig bearbeitetes Gebiet
der Zeitgeschichte vor.“	(Histor.-pol. Blätter.)

Julius Bachem, Dr. jur., Erinnerungen eines alten Publizisten
und Politikers. Mit 12 Porträtskizzen. Geh. M 2.40, gbd. M 2.80.

»Männer, die lange im öffentlichen Leben standen, es von hoher Warte beobachteten und
hie und da auch wirksam beeinflußten, hört man stets gerne aus ihrem Leben erzählen. Die
gewöhnlichen Erinnerungen gestalten sich unwillkürlich zu einem Stück Zeitgeschichte, das um so
frischer und unmittelbarer uns entgegentritt, als es von einem persönlich beteiligten Zeugen
geschildert wird. So ist es bei den Erinnerungen Julius Bachems. Er schildert nicht weitläufig
und ohne viel persönliche Zitate. In knappen Strichen zeichnet er die Situation, die er vor sich
sah und in die bestimmend einzugreifen er oft genötigt war. Seine rasche Auffassung, sein
sicheres Treffen des Kernpunktes, seine ungeheure Personalkenntnis, Eigenschaften, die sein
Redaktionskollege Cardauns so sehr an ihm schätzte, kommen ihm auch hier zustatten."

(Heinrich Koch, S. ]., in den Stimmen aus Maria Laach)

— Die Vereinigung der Rheinlande mit Preußen. Eine Denk-
schrift zur Jahrhundertfeier, herausgegeben im Aufträge eines Kreises
rheinischer Freunde Zweite Auflage. Geh M 3 —, gbd. M 4.—.

»Das wertvolle Buch führt eine Entwicklung vor Augen, wie sie kein anderer Teil Deutsch-
lands im verflossenen Jahrhundert durchgemacht hat. Darum darf, was die einzelnen Verfasser
in beredter Sprache uns vorführen, nicht bloß ein Bild der Vergangenheit bleiben, sondern es
muß auch ein Wegweiser für die Zukunft werden, für die Entwicklung unseres gesamten deutschen
Vaterlandes nach dem Weltkriege. Dem Buche gebührt eine weite Verbreitung. Weit über die
Grenzen der Rheinlande hinaus gehört es auch an die Front, damit unsere Tapferen lesen, für
*elch hohe Güter sie ihr Leben in die Schanze schlagen.“

(Alfred Gökel, S. J., in Stimmen der Zeit.)
        <pb n="327" />
        ﻿Julius Bachem, Dr. jur., Das Zentrum, wie es war, ist und bleibt.

Gewidmet den Zentrumsfraktionen des Deutschen Reichstages und der
deutschen Einzellandtage. Geh. M 0.80, gbd. M 1.20,

»Dr. Julius Bachem kann ohne Ruhmredigkeit von sich sagen, daß er mit der Geschieht?
der deutschen Zentrumspartei seit deren Anfängen publizistisch und parlamentarisch eng ver-
wachsen gewesen ist. In seiner Eigenschaft ah leitender Politiker der Kölnischen Volkszeitung
seit beinahe 50 Jahren hat er als zunächst Angegriffener alle Veranlassung, seine Meinung frei und
offen auszusprechen. Er tut es mit vornehmer Ruhe und Sachlichkeit, aber gleichzeitig auch mit
überzeugender Kraft. Er beherrscht die Siche, die er vertritt und für die er seit einem Menschen-
alter mit nicht hoch genug anzuerkennender Selbstlosigkeit und Opferwilligkeit gestritten hat."

(Essener Volkszeitung.)

Herrn. Cardauns, Prof. Dr., Aus dem Leben eines deutschen
Redakteurs. Geh. m 3.60, gbd. m 4.60.

■ Das hübsche Bich ist in dem Geiste geschrieben, in dem Cardauns die Kölnische Volks-
zeitung geleitet hat: kenntnisreich und gescheit, klar und sachlich und bei Offenheit und Ent-
schiedenheit doch ruhig, vornehm und diskret." (Dr. KL Löffler im Literar. Handweiser.)

—	Fünfzig Jahre Kölnische Volkszeitung. Mit zwei Einschalt-

bildern und acht Abbildungen. M. 1.—.

»Ausgezeichnet geschrieben. Man bleibt gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite, mag
über rein technische, persönliche oder politische Angelegenheiten berichtet werden."

(Die christliche Welt, Marburg.)

Karl Hoeber, Dr., Der Streit um den Zentrumscharakter.

Geh. M. 1.80, gbd. M 2.40.

»Dr. Hoeber legt die Entwicklung der ganzen Streitfrage von ihrem Beginne bis zur neuesten
Zelt dar, legt ihren Zusammenhang klar und zeigt besonders, welche geistige und politische Mo-
mente die Verfechter einer konfessionellen Zentrumspartei benützt haben, um ihre persönlichen
Absichten und Ziele zu verwirklichen. So stellt sich die dankenswerte Schrift als wertvolle Mate-
rialien-Sammlung dar für alle diejenigen, welche über den Streit um den Zentrumscharakter und
die damit zusammenhängenden politischen und kulturellen Fragen unterrichten wollen."

(Deutsches Volksblatt.)

—	Englands Kriegs- und Blutschuld vor dem Richterstuhi der

Geschichte. Tatsachen und Akten, Geh. M 3.20, gbd. M. 4.—.

»Dieses Werk muß man besitzen zum jetzigen und künftigen Zeugnis der unumstößlichen
Wahrheit gegen die unübersehbaren Machenschaften der Lüge. Die Darstellung ist fesselnd genug,
um weiteste Kreise zu gewinnen. Vor allem zeichnet sie sich aus d irch Sachlichkeit, Gründlich-
keit, Klarheit und darum Ueberzeugungskraft, so daß sie auf bestmögliche Förderung seitens der
Presse, der Träger der Geschichtsforschung und unserer äußeren wie inneren Politik Anspruch
erheben darf."	(Allgem. Rundschau.)

—	Der Papst und die römische Frage. In religiös-kirchlicher, ge-

schichtlicher und völkerrechtlicher Beziehung. Geh. M 1.20, gbd. M 1.40.

»Diese Schrift verdient deshalb besondere Beachtung, weil sie die Lösung der römischen
Frage in bestimmten Umrissen erscheinen lä St, in Umrissen, die nicht bloß innerhalb der Grenzen
einer möglichen Verwirklichung stehen, sondern überdies den Ansichten maßgebender Stellen
weit mehr zu entsprechen scheinen als frühere Lösungsvorschläge. In klarer und überzeugender
Darstellung ist diese Schrift geschrieben. Sie ist von hoher Bedeutung für die gegenwärtige Lage
der römischen Frage; sie ist geeignet, sie nach einer neuen Richtung hin in Fluß zu bringen.“

(Kölnische Volkszeitung.)

Eduard Husgen, Dr., Ludwig Windthorst. Sein Leben, sein

Wirken. Neue vermehrte Ausgabe. 7. bis 16. Tsd. Mit 148 Abbil-
dungen. Geh. M 4.50, gbd. M 5.—.

»In der Geschichte des deutschen Kulturkampfes nimmt Windthorst unter den großen
Männern, die um ihn und mit ihm waren, den ersten Platz ein. Der Verfasser zeigt uns die
einzelnen Phasen dieses Kampfes auf Leben und Tod und die Haltung und Strategie des Zentrums-
führers. Ein großartiges, auch für die Epigonen lehrreiches Bild! Jeder hatholische Politiker
sollte das Buch studieren. Der Bilderschmuck ist reichhaltig und schön, selbst die Karikaturen
muß man loben. Wir wünschen dem prächtig ausgestatteten Buche die weiteste Verbreitung."

(Dr. M. Hiptmair in der Theol.-prakt. Quartalschrift, Linz.)
        <pb n="328" />
        ﻿
        <pb n="329" />
        ﻿
        <pb n="330" />
        ﻿
        <pb n="331" />
        ﻿?|dt Köln verbreitet haben. Wie damals in der Ver-
erfahren miteinander gearbeitet haben, so haben jetzt
; n, wiederum zu gemeinsamer Arbeit uns zusammen-
gi; h in anderem Sinne. Wir haben zusammen gearbeitet
Blühen unseres Gewerbes. Ich darf ruhig hier aus-
: se gemeinsame Arbeit im ganzen deutschen Buch-
st itungsgewerbe zum Erfolg geführt, und auch dem
: s Gewerbes seine Blüte gebracht hat, besonders aber
_3r Firma J. P. Bachem ausgeschlagen ist.
r"

Duckwitz (Koblenz) sprach im Aufträge des
Mischer Zeitungsverleger:

er Gründung unseres so herrlich erblühten Vereins
:^n Hause zustande. In schwerer Zeit hat Herr Robert
: cherer und bewußter Hand den Beschluß gefaßt, das
ij: es Rheinlandes wieder emporzuheben und ihm eine
■ durch die glückliche Zusammenfassung aller Gewerbe,
: Der Verein hat unter seiner Leitung Großes geleistet zum
c: n Zeitungsverlegerwelt. Die Firma J. P. Bachem hat
: lellem und kulturellem Gebiete besonders betätigt und
j_i des Vereins wahrgenommen.

\

brac

ruf

f

habe

wün

treu

gern

f a 1«

Leit

Bad

wer

Ihr

Ihr

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Zeit

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00

&gt;

00

f; ickereibesitzer Grüttefien (Elberfeld) über-
i: 3 namens der Deutschen Buchdruckerbe-
: schuft:

s wir hier aus anderem Munde schon vernommen
“"mich wohl darauf beschränken, schlicht diese Glück-
ä-: druck zu bringen. Unsere Genossenschaft erkennt die
e Hr. Robert Bachem jahrelang für sie geleistet hat,
:Mgen des Vorstandes der Sektion Rheinland-West-
i; m im besonderen für seine umsichtige und kraftvolle
ildlicher Weise haben die Herren Franz und Robert
5 bei den großen Aufgaben betätigt, die unserm Ge-
fr- Berufsstande in der Allgemeinheit zufallen. Und dies
: i für die Gemeinsamkeit ist ja nicht ohne Segen für
n. Wenn ich mit einer gewissen Wehmut in diesem
8: gedenke, welch schweres Opfer Ihr Haus in der harten
■: )e eines Sohnes dem Vaterlande hat bringen müssen,
i aussprechen, vertrauend auf die Zukunft unseres
: ides, daß es Ihrem Geblüte allezeit vergönnt sein möge,
      </div>
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  </text>
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