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        <title>Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Hölscher</surname>
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        </author>
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            <idno>885364031</idno>
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        HUNDERT  JAHRE
J.EMEH
Btttotera-VdagMtaiiing-Muipolaff
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        ■S,i

IA  H  H  H
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        HUNDERT  JAHRE  J.  P.  BACHEM
        <pb n="4" />
        HUNDERT  JAHRE
J.  R  BACH  EM
BUCHDRUCKEREI
VERLAGSBUCHHANDLUNG
ZEITUNGSVERLAG

VO  N
GEORG  HÖLSCHER

MIT  EINEM  GELEITWORT
VO  N
Dr.  KARL  HOEBER

/l'tSl  F  £30

VERLAG  UND  DRUCK  VON  J.  P.  BACHEM.
KÖ  LN  1918
        <pb n="5" />
        Alle  Rechte  Vorbehalten.

Verlags-Nr.  1310
(seit  1900;
        <pb n="6" />
        Der  hochverehrten  ältesten  Mitinhaberin
der  Firma  J.  P.  Bachem  in  Köln
Frau  JOSEF  BACHEM
Catharina  geb.  Degen
in  ihrem  achtundachtzigsten  Lebensjahre  in
dankbarer  Liebe  gewidmet  von  ihren  Kindern
Franz  X.  Bachem
Dr.  jur.  Karl  Bachem
Fridolin  Bachem
Robert  Bachem
Helene  Meyer-Bachem
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        Zum  Geleit

Von  Dr.  Karl  Ho  eher.

las  Haus  J.  P.  Bachem  ist  im  ersten  Jahrhundert  seines
Bestandes  durch  bestimmte  Wesensmerkmale  gekenn-*
  zeichnet.  Diese  offenbaren  sich  nach  zwei  Seiten  hin:
1  Einmal  verkörperten  die  Inhaber  und  Leiter  der  Firma

sämtlich  gewisse  klar  erkannte  und  mit  unverdrossener  Ausdauer ­
  verfochtene  Grundsätze  und  lenkten  dadurch  die  von  ihnen
vertretenen  Anschauungen  weit  über  ihren  engeren  Wirkungskreis ­
  hinaus  in  feste  und  sichere  Bahnen.  Anderseits  kamen  sie
aber  auch,  ohne  dabei  dem  unstäten  und  schwankenden  Zeitgeiste
zu  verfallen,  den  mächtigen  Strömungen  ihres  Jahrhunderts  entgegen ­
  und  machten  sich,  mit  rheinischer  Anpassungsfähigkeit
zugleich  gebend  und  nehmend,  die  starken  Kräfte,  die  der  neuzeitlichen ­
  Entwicklung  auf  geistigem,  sozialem  und  materiellem
Gebiete  zum  Siege  verhelfen,  erfolgreich  zu  nutze.
Die  Stiftung  dieser  Firma,  so  sehr  sie  auch  äußerlich  von
Zufälligkeiten  bedingt  erscheinen  mag,  erweist  sich  bei  näherem
Zusehen  innerlich  als  Ergebnis  kölnischer  und  rheinischer  Geschichte; ­
  sie  reiht  sich  organisch  ein  in  die  große  politische  und
kulturelle  Entwicklung  unseres  Vaterlandes  seit  den  Befreiungskriegen ­
  und  ist  mit  den  geistigen  Bedürfnissen  des  rheinischen
und  des  deutschen  Volkes,  insonderheit  mit  denen  des  katholischen ­
  Teiles,  andauernd  auf  das  engste  verknüpft.
Das  geistige  Leben  sproßt  bei  uns  seit  hundert  Jahren  frisch
und  kräftig  aus  dem  Boden  einzelner  großen  Städte  hervor,  die  als
        <pb n="8" />
        Brennpunkte  künstlerischer,  wissenschaftlicher  und  literarischer
Tätigkeit  und  als  Kraftquellen  (städtischen  Handels  und  Gewerbes
—  neben  der  staatlichen  Anregung  und  Organisation  —  den  machtvollen ­
  Fortschritt  der  Zeit  mitbedingten  und  die  neue  materielle
und  geistige  Blütezeit  des  deutschen  Bürgertums  bewirkten.
Wenn  Köln  von  einem  so  starken  inneren  und  äußeren  Leben
durchpulst  ist  und  den  Wettbewerb  mit  andern  gleichstrebenden
Großstädten  immer  aufs  neue  mit  Erfolg  besteht,  Iso  daß  ein
ausländischer  Kirchenfürst  einmal  in  Bewunderung  des  von  Köln
Geleisteten  der  Stadt  das  Ehrenzeugnis  ausstellte:  Colonia  docet,
so  dankt  es  diese  Führerstellung  neben  der  ausstrahlenden  Kraft
seines  Gemeinwesens  dem  wägenden  und  wagenden  Unternehmergeist ­
  vieler  seiner  Bürger.
Unter  diesen  nehmen  Johann  Peter  und  Lambert  Bachem  als
Gründer  der  Firma  J.  P.  Bachem  einen  Ehrenplatz  ein.  Die  von
ihnen  gestiftete  Firma  bekundet  schon  durch  ihre  frühesten
Lebensäußerungen  den  Zug  zum  Vielseitigen,  zum  Universellen.
Noch  ist  in  der  ersten  Zeit  die  Richtung  des  neuen  verlegerischen
und  buchhändlerischen  Unternehmens  nicht  in  so  festen  Umrissen
herausgearbeitet  —  zum  Teil  lag  dies  an  den  Nachwirkungen  der
weltbürgerlichen  und  aufklärerischen  Anschauungen  des  voraufgegangenen ­
  Zeitalters  —  doch  gibt  sich  schon  klar  zu  erkennen,
daß  die  Gründer  der  neuen  Kölner  Firma  von  zwei  lebendigen
Kräften,  die  nach  den  Leiden  der  Fremdherrschaft  und  den  Opfern
der  Befreiungskämpfe  der  ganzen  damaligen  Zeit  ihren  Stempel  aufdrückten, ­
  erfüllt  und  beherrscht  sind,  nämlich  Religion  und
Vaterland.  Mochten  im  Verfluß  der  ersten  Jahrzehnte  nach  der
Vereinigung  der  Rheinlande  mit  Preußen  die  Richtlinien  dieser
Losung  scheinbar  auch  manchmal  zurücktreten  —  aus  dem  Gewölk
des  politischen,  wirtschaftlichen  und  kirchlichen  Streites  und
Zankes  schimmerten  immer  wieder  hindurch  die  beiden  Leitsterne,
die  der  Firma  J.  P.  Bachem  als  untrügliche  Führer  bei  ihren  Entwürfen ­
  und  Entscheidungen  voranleuchteten:  Pro  Deo  et  Patria.
In  den  Stürmen  der  französischen  Revolution  hatte  Köln,
während  Deutschland  politisch  zerfiel  und  dabei  gleichzeitig  auf
        <pb n="9" />
        geistigem  Gebiete  durch  die  klassischen  Werke  seiner  Denker  und
Forscher,  Dichter  und  Tonsetzer  zu  ungeahnten  Höhen  emporstieg,
seine  vier  Jahrhunderte  alte  ehrwürdige  und  ehemals  hochberühmte
Universität  im  Jahre  1796  verloren  und  damit  eine  damals  zwar
fast  erstarrte,  aber  doch  unter  günstigeren  Bedingungen  wieder
entwicklungsfähige  Lehr-  und  Bildungsanstalt  eingebüßt.  Als  die
Rheinlande  bald  darauf  eine  neue  Hochschule  erhielten,  erblühte
sie  in  Bonn,  und  es  verging  fast  ein  Jahrhundert,  bis  Köln  abermals ­
  teils  durch  den  Unternehmergeist  einiger  seiner  Mitbürger,
teils  aus  eigener  Kraft  mit  Selbstgefühl  und  Schaffensdrang  eine  den
Bedürfnissen  unserer  Zeit  entsprechende  Hochschule  ins  Leben  rief.
ln  der  dazwischen  liegenden  Zeit  brach  sich  das  geistige
Leben  Kölns  in  anderer  Weise  und  mit  andern  Mitteln  Bahn.
Diese  Richtung  wird  bezeichnet  durch  den  von  der  Firma  J.  P.
Bachem  gegründeten  und  immer  weiter  ausgebauten  Buch-  und
Zeitschriften-Verlag  und  seit  der  Mitte  des  19.  Jahrhunderts  durch
die  von  ihr  gegründeten  Zeitungen,  an  denen  sie  im  Einvernehmen
mit  den  Redaktionen  zahlreichen  geistigen  Kräften  der  Politik,
Wissenschaft  und  Literatur  einen  Mittelpunkt  ihrer  Interessen
und  Bestrebungen  und  für  Heimat  und  Fremde  ein  fruchtbares  Feld
ihrer  Betätigung  gab  und  sie  dadurch  innerlich  mit  Köln  verband.
Die  rheinische  Hauptstadt  besaß  schon  in  der  ersten  Hälfte
des  vorigen  Jahrhunderts  eine  maßgebende  liberale  Presse.  In
diesem  Zusammenhang  ist  nur  von  den  Unternehmungen  des
Bachemschen  Verlags  die  Rede.  Wenn  dessen  Begründer  trotz
vieler  entgegenstehender  Schwierigkeiten  und  widerwärtiger
Hemmungen  sich  kühn  auf  sich  selbst  stellten  und  ihre  Ziele
klar  und  entschlossen  weiterverfolgten,  so  fühlten  sie  durchaus
richtig,  daß  im  ganzen  westlichen  Deutschland  keine  zweite
Stadt  so  wie  Köln  als  Mittelpunkt  eines  eigenen  Kulturkreises
ihnen  die  Wege  in  die  weite  Welt  offen  und  frei  halten  konnte.
Hier  war  eine  Jahrtausende  alte  Ueberlieferung,  die  auf  ein
städtisches  Gemeinwesen  immer  aufs  neue  befruchtend  wirkt;
hier  flutete  auf  der  alten  Völkerstraße  des  Rheins  ein  reger
schöpferischer  Verkehr;  hier  mündeten  die  Ströme  fremden
        <pb n="10" />
        Blutes,  neues  Leben  zeugend,  ein;  hier  reichten  sich  als  an  einem
Schnittpunkt  des  Weltverkehrs  deutsche,  holländische,  belgische
und  französische  Bildung  die  Hand;  hier  schufen  der  emporblühende
Handel  und  einträgliche  Gewerbe  einen  sicheren  Besitz  und  fröhliche ­
  Wohlhabenheit  ohne  Ueberfluß  als  Vorbedingungen  bürgerlicher ­
  Geisteskultur,  vielseitiger  Anregungen  und  tatkräftigen,
weitblickenden  Strebens.  Köln  erhielt  als  alte  Hochburg  kirchlicher
Gesinnung  und  religiösen  Lebens  nun  auch  durch  die  politische  Regsamkeit ­
  seiner  Bürger,  durch  seinen  wirtschaftlichen  Aufschwung,
seinen  lebhaften  Kunsthandel  und  sein  mannigfaltiges  vorbildliches
Schul-  und  Bildungswesen  eine  weittragende  geistige  Mission.
Sprachrohre  und  Spiegelbilder  dieser  Mission  wurden  die
Kölner  Tageszeitungen.  Es  zeugt  von  dem  klaren  Einblick,
den,  außer  den  Begründern  des  Hauses,  der  zielbewußte  und  mit
starkem  Wirklichkeitssinn  begabte  Mehrer  und  Erweiterer  der
Unternehmungen  der  Firma,  der  Verleger  Josef  Bachem,  in  diese
Verhältnisse  besaß,  daß  er,  keiner  Schwierigkeit  nachgebend
und  von  keinem  Rückschlag  niedergebeugt,  nach  einigen  tastenden ­
  Versuchen  im  Jahre  1860  den  kühnen  Wurf  wagte  und  nach
hartem,  opferreichem  Ringen  die  Kölnische  Volkszeitung  als  politische ­
  Tageszeitung  ins  Leben  rief.  Sie  wurde  bald  ein  führendes ­
  Organ  der  Katholiken  in  Groß-Deutschland  und  verschaffte,
alle  technischen  Fortschritte  der  Neuzeit  sich  zu  nutze  machend,
der  katholischen  Presse  in  Deutschland  überhaupt  eine  steigende
Bedeutung.  Nach  der  Gründung  der  politischen  Partei  des  Zentrums ­
  vertrat  sie  selbständig  und  unabhängig  deren  Programm
und  Ziele.  Und  als  nach  einem  Jahrzehnt  ihres  Bestehens  der
Kulturkampf  losbrach,  trug  die  Kölnische  Volkszeitung  der
Partei  die  Sturmfahne  voran  in  der  Verteidigung  der  Rechte  und
Freiheiten  der  katholischen  Kirche  und  in  der  Zurückweisung
der  Ausnahmemaßregeln,  welche  die  Gleichheit  aller  Staatsbürger ­
  vor  dem  Gesetz  beeinträchtigten.
Schon  dem  Gründer  der  Kölnischen  Volkszeitung  schwebte
ein  Organ  vor,  das  auch  im  Ausland  als  Sprachrohr  und  als
geistiges  Bindemittel  der  Katholiken,  vor  allem  der  deutschen,
        <pb n="11" />
        XI

einen  weitgehenden  Wirkungsbereich  besitzen  sollte.  Wenn  wir
in  der  Gegenwart  sehen,  wie  die  Kölnische  Volkszeitung  nicht
bloß  im  Deutschen  Reiche,  sondern  auch  über  dessen  Grenzen
hinaus  großes  Ansehen  genießt  und  in  Oesterreich-Ungarn,  in
der  Schweiz,  in  Holland,  in  Italien  und  in  Spanien  als  vorbildliches ­
  katholisches  Tagesblatt  bezeichnet  wird,  das  den  Eifer  der
Glaubensgenossen  in  jenen  Ländern  zur  Nachahmung  antreibe,  so
sehen  wir  in  dieser  Tatsache  das  ideale  Streben  und  Mühen  des
Gründers  der  Zeitung  erfüllt  und  allgemein  anerkannt.  Nach
und  nach  griff  die  Verbreitung  und  der  Einfluß  dieser  Zeitung
über  die  europäischen  Länder  hinaus  in  unsere  Kolonien  und
Missionsgebiete.  Ihre  bisherige  Losung  Mein  Feld  ist  die  Welt
wird  der  KV  in  künftigen  Jahrzehnten,  wenn  Deutschland  daran
gehen  wird,  seine  eigenen  Kolonien  wieder  aufzubauen  und
mit  dem  Auslande  wieder  feste  Beziehungen  anzuknüpfen,  erst
recht  neue  wichtige  Aufgaben  im  Dienste  des  Vaterlandes  und
der  Kirche  zuweisen.
Verlag  und  Zeitung  haben  in  planvoller  Zusammenarbeit  es
sich  zur  Pflicht  gemacht,  auf  die  Hebung  und  Verbreitung  der
schöngeistigen  Literatur,  die  nicht  flache  Unterhaltung,  sondern
edle  Geistes-  und  Herzensbildung  bezweckt,  hinzuwirken.  Josef
Bachem  hat  wohl  zuerst  diese  wichtige  Aufgabe  in  ihrem  vollen
Umfange  erfaßt,  mit  gereiftem  Geschmack  und  mit  geschultem
Griffel  den  Erzeugnissen  des  schöngeistigen  Schrifttums  die
Wege  in  die  Oeffentlichkeit  geebnet  und  dadurch  auch  anderwärts
ähnliche  Unternehmungen  hervorgerufen.  Dadurch  hat  er  sich
den  Ehrennamen  eines  Schöpfers  des  katholischen  Familienlesestoffs ­
  mit  Recht  erworben.  Wer  in  der  vorliegenden  Schrift
das  Verlagsverzeichnis  nach  der  Seite  der  schönen  Literatur
durchsieht,  wird  mit  lebhafter  Anteilnahme  und  oft  nicht  ohne
Ueberraschung  Namen  hervorragender  Schriftsteller  und  Schriftstellerinnen ­
  finden,  die  die  Erstlinge  ihrer  Muse  im  Verlag  von
J.  P.  Bachem  haben  erscheinen  lassen  und  die  heute  zu  den
anerkannten  Zierden  der  allgemeinen  Literatur  gehören.  Die
Blätter  der  vorliegenden  Gedächtnisschrift  geben  über  diese
        <pb n="12" />
        Schriftsteller,  Dichter  und  Dichterinnen  so  viel  interessante  Aufschlüsse, ­
  daß  —  außer  den  „Einzelheiten  und  Nachweisungen“  —
gerade  dieser  Teil  des  Buches  als  wertvoller  Beitrag  zur  Geschichte
der  rheinischen  Presse  und  der  allgemeinen  Literaturgeschichte
betrachtet  werden  darf.  Bringt  er  doch  Kunde  über  Hunderte  von
Namen  und  Schriften,  die  der  Literaturfreund  andernorts  wohl
vergeblich  suchen  wird.
Sind  wir  im  allgemeinen  auch  gewohnt,  das  Schwergewicht
Kölns  und  der  Rheinlande  überhaupt  in  ihrem  Handel,  ihrer
Industrie  und  ihrer  Landwirtschaft  zu  erblicken,  so  dürfen  wir
doch  nicht  übersehen,  daß  die  eigentliche  Quelle  wirtschaftlicher
Leistungsfähigkeit  wie  überhaupt  aller  Kulturmacht  in  der
Geistesarbeit  beruht.  Mens  agitat  molem.  Diese  Tatsache  ist
uns  durch  den  Weltkrieg  auf  so  vielen  Gebieten  unmittelbar
einleuchtend  gemacht  worden,  daß  wir  die  Geisteswerte  und
ihre  Bedeutung  für  die  Errungenschaften  in  Technik  und  Industrie
nicht  mehr  verkennen.  Wissenschaftliche  Forschung  und  Lehre
sollen  indes  nicht  Selbstzweck  sein  und  den  Menschen  zu  ihrem
bloßen  Diener  und  Werkzeug  machen;  sie  erheischen  vielmehr,
wenn  sie  der  Allgemeinheit  nutzbar  gemacht  und  wahre  Kulturarbeit ­
  vollbringen  sollen,  die  Verbreitung  und  die  Anwendung.
Mittel  dazu  sind  u.  a.Verlagshandlungen,  Bibliotheken  und  Presse.
Auf  diesen  dem  Praktiker  zufallenden  Feldern  der  Berufstätigkeit ­
  bemühten  sich  die  Inhaber  der  Firma  J.  P.  Bachem  mit
nie  versagendem  Eifer  und  sichtbarem  Erfolge.  Es  will  doch
nicht  wenig  bedeuten,  daß  u.  a.  ein  Mann  wie  der  auf  so  vielen
Gebieten  des  Wissens,  der  Kunst  und  der  Politik  bewanderte
und  ungemein  anregende  August  Reichensperger  ebenso  wie  der
gelehrte  und  tiefsinnige  Kölner  Dogmatiker  Matthias  Joseph
Scheeben  im  Hause  Bachem  aus-  und  eingingen  und  Verlag  und
Zeitung  mit  neuen  Gedanken  und  Vorschlägen  zur  Förderung
der  Wissenschaft  und  zur  Verbreitung  echter  Volksbildung
bereicherten.  Daraus  entsprang  die  in  den  ersten  Jahrzehnten
seines  Bestehens  so  segensreiche  Tätigkeit  des  Verlags  für  den
Borromäus-Verein,  der  sich  inzwischen  zu  der  weitaus  größten
        <pb n="13" />
        XIII

Organisation  zur  Verbreitung  guter  Bücher  in  Deutschland
ausgewachsen  hat.  Daraus  entsprang  ferner  die  Mitarbeit  des
Verlags  an  der  1876  zu  Coblenz  gegründeten  Görres-Gesellschaft  zur
Pflege  der  Wissenschaft  im  katholischen  Deutschland,  deren  regelmäßige ­
  Veröffentlichungen,  besonders  die  Vereinsschriften—bisher
gegen  hundert  an  Zahl  —  Bachem  in  Kommissionsverlag  nahm.
Bei  all  diesen  Unternehmungen,  die  sich  aus  kleinen  Anfängen ­
  entwickelten,  zeigte  der  Verlag  einen  arbeitsfreudigen
Optimismus,  rasche  Entschlußkraft  und  zähes  Ausharren,  und
der  Erfolg  lohnte  das  vertrauensvolle  Mühen.
Es  muß  als  besonders  verdienstlich  hervorgehoben  werden,
daß  schon  zu  einer  Zeit,  als  die  Bestrebungen  für  ein  alle  Stände
und  Schichten  umfassendes,  vom  Standpunkte  des  christlichen
Glaubens  und  der  christlichen  Sitte  einwandfreies  Bildungswesen
noch  in  den  Kinderschuhen  steckten,  der  Verlag  J.  P.  Bachem
seinen  Verlagswerken  einen  starken  sozialen  und  apologetischen
Einschlag  gab.  Nur  wenigen  unserer  Zeitgenossen  ist  es  bewußt,
welche  Fülle  von  Gedanken  und  Antrieben  von  dem  Kölner  Verlag
für  weitere  Kreise  in  Deutschland  ausgegangen  sind  und  wie
die  Fäden  religiösen,  wissenschaftlichen,  sozialen,  belletristischen
und  pädagogischen  Schaffens  und  Strebens  in  andere  Landesteile,
ja  über  unsere  Grenzen  hinaus  zu  anderen  Kulturvölkern  sich
gesponnen  haben.  Es  ist  nicht  möglich,  solche  Werte  statistisch
festzulegen;  aber  ihr  Vorhandensein  zeugt  von  der  Gediegenheit
der  Grundsätze,  die  seit  einem  Jahrhundert  in  der  Firma
J.  P.  Bachem  heimisch  sind  und  der  sich  hier  auswirkenden
Kraft  bodenständiger  rheinischer  Eigenart,  die  froh  ihrer  angestammten ­
  Vorzüge  auch  andere  wie  am  materiellen  so  auch
am  geistigen  Gütergewinn  teilnehmen  läßt.
Auch  der  äußerlich  erfolgreichste  Verlag  ist  für  die  allgemeinen
Interessen  der  Volks-  und  Menschheitsbildung  so  viel  wert,  als
ihm  die  Inhaber  und  Leiter  an  gesundem  Geist  und  an  höherem
Streben  einzuhauchen  vermögen.  Nur  dieser  Zug  zum  Idealen
vermag  dem  bei  einem  geschäftlichen  Unternehmen  an  sich  unvermeidlichen ­
  und  nötigen  Bemühen  um  materiellen  Erwerb  ein
        <pb n="14" />
        XIV  ^

wirksames  Gegengewicht  zu  geben,  das  über  das  bloß  Stoffliche  und
Einträgliche  hinausweist  auf  das,  was  ein  bleibendes  und  dauernd
wertvolles  Vermächtnis  für  die  kommenden  Geschlechter  sein  soll.
Ein  Vorbild  in  dieser  Hinsicht  waren  schon  die  ersten  Begründer
der  Firma,  und  eine  Verkörperung  idealer  Lebens-  und  Geschäftsauffassung ­
  war  Lambert  Bachem,  als  er  im  kritischsten  Augenblick ­
  seiner  Tage  und  seines  redlichen  Schaffens  an  einen
Direktor  im  preußischen  Kultusministerium,  einen  ehemaligen
Mitarbeiter  in  seinem  Verlage,  schrieb:  „Ich  habe  doch  auch
das  Glück  gehabt,  mich  überzeugen  zu  dürfen,  daß  Rechtlichkeit
und  Ehre,  wofür  ich  gelebt  und  gewirkt  habe,  doch  noch  nicht
ganz  zu  inhaltlosen  Worten  herabgesunken  sind  und  daß  auch
der  moralischen  Kraft  im  Kampfe  mit  der  Geldsucht  und  dem
Geldstolze  noch  einige  Wirksamkeit  geblieben  ist.“
Wenn  wir  heute  auf  das  erste  Jahrhundert  des  Bestehens
des  Bachemschen  Verlags  zurückblicken,  seine  Ausdehnung  und
seine  Erfolge  anerkennend,  so  wird  uns  klar,  daß  das  Emporkommen ­
  und  die  Blüte  dieses  Geschäftshauses  in  allererster
Linie  auf  der  charaktervollen  Tüchtigkeit  seiner  Inhaber  und
der  Festigkeit  ihrer  Grundsätze  beruht.  Dadurch,  daß  es  seinen
eigenen  Organismus  durch  vier  Generationen  gesund  und  frisch
erhielt,  wurde  es  auch  fähig,  über  Kölns  geistiges  Weichbild  und
über  die  rheinische  Heimat  hinaus  dem  ganzenVaterlande  zu  dienen.
Diese  Grundsätze  sind  in  erhöhtem  Grade  während  des  Weltkrieges ­
  in  die  Erscheinung  getreten  und  haben  in  der  Kölnischen
Volkszeitung  und  den  übrigen  vom  Verlag  herausgegebenen
Blättern  und  Schriften  eine  folgerechte  und  unerschrockene
Ausprägung  gefunden.  Richtunggebend  waren  auch  hier  im
Denken,  Wollen  und  Streben  der  Firma  J.  P.  Bachem  die  beiden
Pole,  die  von  den  Erdentagen  des  ersten  Gründers  aus  dem  Zeitalter
der  Befreiungskriege  in  diese  schwere  Zeit  des  Daseinskampfes
des  Deutschen  Reiches  und  Volkes  hell  zu  uns  herüberleuchten:

Für  Gott  und  Vaterland!
        <pb n="15" />
        Vorwort.

jls  ich  vor  anderthalb  Jahren  diese  Arbeit  begann,  da  dachte
wohl  niemand  an  die  Möglichkeit,  daß  trotz  all  unserer  bewunderungswürdigen ­
  Erfolge  in  diesem  Kriege  noch  jahrelang ­
  der  Lärm  der  Waffen  die  Welt  erfüllen  und  das  laut
und  froh  geplante  Fest  der  hundertsten  Wiederkehr  des  Gründungstages
der  Firma  J.  P.  Bachem  zu  einem  stillen  Gedenktage  machen  werde.  So
bleibt  auch  ferner  der  heiße  sehnlichste  Wunsch  bestehen,  daß  ein  ehrenvoller ­
  Friede  in  nicht  ferner  Zukunft  unserm  Volke  die  Wiederaufnahme
seiner  so  jäh  unterbrochenen  Kulturarbeit  ermöglichen  werde.  Bei  dieser
Aufgabe  der  Wiederaufrichtung  der  Kultur  wird  nicht  zuletzt  auch  der
deutsche  Verlagsbuchhandel  mitzuwirken  berufen  sein;  heißt  doch  die  Geschichte ­
  des  Buchhandels  schreiben  eine  Darstellung  der  Volkskultur
selbst  geben.
Leider  haben  die  ungünstigen  Zeitumstände  es  nicht  ermöglicht,  auch
in  dem  engen  Rahmen  eines  einzelnen  Verlags  diese  Forderung  zu  erfüllen
und  die  Verlagsgeschichte  in  die  Kulturgeschichte  der  Zeit  zu  betten,
d.  h.  überall  die  Fäden  bloßzulegen,  die  sie  mit  dieser  Kultur  verknüpfen.
Dafür  konnte  der  Raum  nicht  zur  Verfügung  gestellt  werden.  Aus  denselben ­
  Gründen  erklärt  es  sich,  daß  die  Schrift  nur  in  bescheidenem  Gewände ­
  auftritt,  während  sie  unter  glücklicheren  Umständen  ein  der  Bedeutung ­
  des  Tages  und  der  Firma  würdigeres  Kleid  getragen  haben  würde.
Gleichwohl  habe  ich  versucht,  besonders  für  die  erste  Hälfte  des  vorigen
Jahrhunderts  die  Verlagswerke  als  Zeitdokumente  zu  kennzeichnen  und
bin  deshalb  auf  ihren  Inhalt  einigermaßen  eingegangen.
Die  Hauptquellen  für  meine  Arbeit  sind  naturgemäß  die  Bestände  des
Verlags-  und  des  Bachemschen  Familien-Archivs  gewesen.  Leider  ist  eine
große  Anzahl  wertvoller  Aktenstücke  einem  Brande  zum  Opfer  gefallen,
der  in  der  Nacht  zum  9.  März  1892  im  alten  Hause  von  der  Buchbinderei
seinen  Ausgang  genommen  hatte.
        <pb n="16" />
        Für  alles,  was  mit  der  Vorzeit  der  Kölnischen  Volkszeitung  zusammenhängt, ­
  war  das  Werk  von  Justizrat  Dr.  Karl  Bachem  über  seinen  Vater,
von  dem  bisher  zwei  Bände  (bis  zum  Jahre  1860  reichend)  vorliegen,  eine
wertvolle  Quelle.  Für  die  Geschichte  der  KV  selbst  stand  die  Festschrift
von  Prof.  Dr.  Herrn.  Cardauns  aus  Anlaß  des  fünfzigjährigen  Bestehens
der  Zeitung  am  1.  April  1910  zur  Verfügung.  Weiteres  Material  boten  die
Lebenserinnerungen  von  Justizrat  Dr.  Julius  Bachem  und  von  Prof.  Dr.
Cardauns.
Da  die  Schrift  nicht  den  Anspruch  einer  wissenschaftlichen  Arbeit
erhebt,  glaube  ich  von  der  Aufführung  der  sonst  noch  benutzten  ziemlich
zahlreichen  Literatur  absehen  zu  können.  Bei  der  Beschaffung  dieser
Literatur,  trotz  widrigster  Verhältnisse,  haben  im  besondern  der  Stadtbibliothekar ­
  Dr.  Otto  Zaretzky  und  Oberstadtsekretär  Peter  Fickert  mir
wertvolle  Hülfe  geleistet.
Für  die  Geschichte  der  Bachemschen  Druckerei,  der  Buchbinderei  und
der  Wohlfahrtseinrichtungen  des  Hauses  stellte  der  langjährige  Leiter
dieser  Geschäftsabteilungen  Fridolin  Bachem  eine  eingehende  Darstellung
zur  Verfügung,  die  von  dem  jetzigen  Oberfaktor  Anton  Korn  für  die  Zeit
seit  1900  ergänzt  wurde.  Endlich  boten  auch  die  Aufzeichnungen  des  1860
als  Lehrling  in  die  Druckerei  eingetretenen  Korrektors  Franz  Zündorf  für
manche  Einzelheiten  eine  willkommene  Quelle.
Alle  die  genannten  Herren,  denen  ich  noch  Dr.  Karl  Hoeber  als  Förderer
meiner  Arbeit  anschließen  möchte,  haben  mich  zu  besonderm  Dank  verpflichtet, ­
  den  ich  hier  gern  zum  Ausdruck  bringe.

Köln,  15.  April  1918-G.

  Hölscher.
        <pb n="17" />
        Inhalt

Seite
Zum  Geleit  VII
Vorwort  XV
1.  Der  Verlag  J.  P.  Bachem  1—137
1.  Der  Gründer  der  Firma  Johann  Peter  Bachem.  Die  DuMont-Bachemsche
  Buchhandlung  (1815—1818)  1
2.  Die  Gründung  des  Verlags  J.  P.  Bachem  1818  7
3.  Der  Verlag  bis  zum  Tode  des  Gründers  1822  9
Des  Gründers  Tod  1822.  Lambert  Bachem  16
5.  Der  Verlag  von  1823  bis  1840
a)  Der  Buchverlag  18
b)  Vom  Beginn  des  Zeitschriftenverlags  bis  1840  26
6.  Lambert  Bachems  weiteres  Wirken.  Gründung  des  Kreisvereins
der  Rhein.-westphäl.  Buchhändler  1843  u.  des  Kölner  Verlagsvereins ­
  1844  35
7.  Der  Buchverlag  von  1840  bis  zum  Tode  Lambert  Bachems  1854.
Beginn  der  Tätigkeit  Josef  Bachems  38
8.  Der  Zeitschriften-  und  Zeitungsverlag  von  1840  bis  1855
a)  Zeitschriften  41
b)  Zeitungen
1.  Die  politischen  Zeitungen  in  Köln  in  den  1840er  Jahren  46
2.  Die  Vorläufer  der  Kölnischen  Volkszeitung
a)  Die  Rhein.  Volkshalle  47
b)  Die  Deutsche  Volkshalle  49
Der  Buchverlag  von  1854  bis  zum  Tode  Josef  Bachems  1893
a)  Lambert  Bachems  Tod.  Ausbau  des  schöngeistigen  Verlags  52
b)  Bachems  Novellen-  u.  Roman-Sammlungen  66
c)  Der  Verlag  mit  Ausschluß  der  schönen  Literatur  ....  70
10.  Der  Zeitschriften-  und  Zeitungsverlag  von  1854  bis  1918
a)  Zeitschriften  78
b)  Die  Kölnischen  Blätter  u.  die  Kölnische  Volkszeitung  1860
bis  1918  82
Kurze  Einzelheiten  aus  der  Geschichte  der  KV  104
        <pb n="18" />
        xvni
Seite
11.  Josef  Bachems  Tod.  Der  Buchverlag  von  1893  bis  1918  ...  114
a)  Die  schöne  Literatur  115
b)  Der  Verlag  mit  Ausschluß  der  schönen  Literatur  ....  124
Die  Bachemschen  Jugendschriften-Sammlungen  132
Der  Buchverlag  im  Kriege  134
II.  Verlagsverzeichnis  von  1815  bis  1918  138—165
III.  Die  Druckerei  J.  P.  Bachem  1818  bis  1918  166—190
Der  Neubau  Marzellenstraße  35—43  181
Die  Buchbinderei  J.  P.  Bachem  190
IV.  Die  Wohlfahrtseinrichtungen  der  Firma
1.  Haus-  Betriebs-  u.  Zuschußkrankenkasse  194
2.  Die  St.  Josefskasse,  Invaliden-  u.  Altersversorgungskasse  .  .  .  197
3.  Unterstützungskasse  198
4.  Kriegsunterstützung  199
5.  Die  Sparkasse  199
6.  Die  Kollektiv-Versicherung  gegen  Feuer-  u.  Flugzeugschaden  .  200
V.  Einzelheiten  und  Nachweisungen  202—226
VI.  Geschäftsjubilare  227
Ehrentafel  der  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes  229
Ehrentafel  der  im  Kriege  Gefallenen  230
VII.  Frau  Catharina  Bachem.  Ein  Charakterbild  von  F.  B.  .  231
VIII.  Anhang  (Die  Feier  am  4.  Mai  1918)  238—266
Glückwünsche  267—278
IX.  Personenverzeichnis  277—296
X.  Sachverzeichnis  297—302
        <pb n="19" />
        JOHANN  PETER  BACHEM
        <pb n="20" />
        I.

Der  Verlag  J.  P.  Bachem.

1.  Der  Gründer  der  Firma.

Die  DuMont-Bachemsche  Buchhandlung  (1815—1818).
(Die  kleinen  Ziffern  weisen  auf  die  unten  folgenden  Einzelheiten  hin.)
5er  Gründer  der  Firma  J.  P.  Bachem 1  war  der  Sohn  des
letzten  Kölner  „Domkellners“,  wie  in  der  kurfürstlichen
Zeit  der  Verwalter  der  Güter  des  Kölner  Domkapitels
genannt  wurde.  Dieser,  Josef  Wilhelm  Bachem  mit
Namen,  war  in  Erpel  im  Jahre  1774  Schultheiß  geworden
und  Ende  des  Jahres  1785  als  Domkellner  nach  Köln  übergesiedelt.
Noch  in  Erpel,  am  22.  Januar  1785,  war  ihm  ein  Sohn  geboren  worden,
der  in  der  Taufe  den  Namen  Johann  Peter  Gottfried  Wolfgang
erhielt.  Dieser  wurde  der  Gründer  der  Firma  J.  P.  Bachem  in  Köln.
Johann  Peter  Bachem  hatte  sich  als  Buchhändler  eine  gute
Vorbildung  erworben.  Nachdem  sein  Vater  sich  gezwungen  gesehen ­
  hatte,  in  der  Franzosenzeit  auf  die  rechte  Rheinseite  in
seinen  damals  nassauisch  gewordenen  Geburtsort  Erpel  zu  fliehen,
hatte  er  sich  bald  darauf  nach  Norddeutschland  gewandt  und  in
der  berühmten  Buchhandlung  von  Hoffmann  &amp;amp;  Campe  in  Hamburg
Aufnahme  gefunden.  Dort  blieb  er  dann  vierzehn  Jahre  lang  als
Gehilfe  tätig  und  erwartete  nach  der  Befreiung  der  Rheinlande
vom  französischen  Joche,  wie  er  in  einer  Eingabe  vom  Jahre  1814
an  den  preußischen  General-Gouverneur  Sack  in  Aachen  schrieb,
„ungeduldig  den  Augenblick,  wo  das  Vaterland  sich  ermannen
und  die  Sklavenketten  von  sich  schütteln  werde.  Kaum  drang
im  Jahre  1813  sein  Ruf  aus  Preußen  zu  mir,  als  ich,  aller  Unannehmlichkeiten ­
  uneingedenk,  die  mein  Entschluß  für  mich  und
die  Meinigen,  damals  Herzoglich-Nassauische  Untertanen,  haben
könnte,  mich  aus  den  schönsten  Verhältnissen  riß  und  den  Fahnen
der  Deutschen  anreihte.  Unter  diesen  in  der  Hanseatischen
l

100  Jahre  J.  P.  Bachem.
        <pb n="21" />
        2

Legion  habe  ich  den  Feldzug  von  1813  und  18m  zuerst  unter  dem
Oberbefehle  des  Kaiserlich-Russischen  Generals  von  Tettenborn,
dann  des  Königlich-Großbritannischen  Generals  Grafen  von  Wallmoden, ­
  von  welch’  letzterem  ich  auch  im  September  1813  zum
Leutnant  der  Fußartillerie  befördert  worden  bin,  mitgemacht,  bis
die  Wiederkehr  des  Friedens  meine  Verbindlichkeiten  aufhob.“
Das  war  im  August  1814  der  Fall  gewesen,  und  Johann  Peter
Bachem  wandte  sich  dann  wieder  nach  Köln  zurück,  wo  er,
nachdem  seine  Hoffnung,  ein  Amt  in  der  Verwaltung  dieser  Stadt
zu  finden,  sich  als  trügerisch  erwiesen  hatte,  seine  Kenntnisse
im  Buchhandel  zu  verwerten  beschloß.
Seine  Freundschaft  mit  Markus  Du  Mont 2 ,  der  von  den
Schaubergschen  Erben  im  Jahre  1805  deren  Druckerei  mit  dem
Verlag  der  Kölnischen  Zeitung  gekauft  hatte,  sollte  ihm  die
Erfüllung  seiner  Wünsche  bringen.  DuMont  wollte  den  genannten
Unternehmungen  eine  Buchhandlung  und  einen  Buchverlag  angliedern ­
  und  suchte  hierfür,  da  ihm  selbst  als  Jurist  die  nötige
Vorbildung  fehlte,  einen  sachverständigen  Gesellschafter.  Er  fand
ihn  in  Johann  Peter  Bachem,  und  im  Februar  1815  teilten  beide
dem  Publikum  die  Gründung  der  „DuMont-Bachemschen
Buchhandlung“  mit,  die  in  dem  Hause  Brückenstraße  Nr.  4585
(jetzt  Nr.  8),  untergebracht  ward.  Mit  folgendem  Rundschreiben
setzten  sie  das  Publikum  von  der  Gründung  ihres  Geschäftes  in
Kenntnis.  Köln,  im  Februar  1815.

Wir  zeigen  einem  geehrten  Publicum  an,  daß  wir  unter  der  Firma
DuMont-Bachem’sche  Buchhandlung  eine  Buchhandlung  in  Köln
eröffnet  haben.  Der  Zeitpunkt  der  Wiedergeburt  unseres  Vaterlandes
schien  uns  sehr  passend,  ein  Institut  zu  begründen,  welches  die  Verbreitung ­
  der  Kultur  im  allgemeinen  und  insbesondere  die  Belebung  des
Geistesverkehrs  mit  den  Ländern,  denen  das  Band  gemeinsamer  Deutschheit
  uns  wieder  anknüpft,  zum  Zweck  hat.  Wir  dürfen  erwarten,  daß
unsere  Landsleute,  des  Zwanges  überdrüssig,  womit  eine  argwöhnische
Regierung  den  freien  Ideenaustausch  zu  unterdrücken  strebte,  unsere
Bemühungen  unterstützen  werden;  unser  Streben  wird  dahin  gerichtet
sein,  alle  Anforderungen  zu  befriedigen,  welche  mit  Recht  an  ein  Etablissement ­
  der  Art  gemacht  werden  können.
M.  DuMont-Schauberg.  J.  P.  G.  W.  Bachem.

Eine  Belebung  des  Geistesverkehrs,  von  der  dieses  Rundschreiben ­
  spricht,  konnte  für  das  damalige  Köln  allerdings  als
eine  Notwendigkeit  erkannt  werden.  War  in  den  letzten  Zeiten
        <pb n="22" />
        der  Selbständigkeit  der  Stadt  die  Literatur  durch  eine  dreifache
Zensur  —  der  Hochschule,  des  erzbischöflichen  Offizialats  und
des  päpstlichen  Nunzius  —  einerseits  in  engen  Schranken  gehalten
worden,  so  unterdrückte,  wie  Ennen  in  seinen  Zeitbildern  aus
der  neueren  Geschichte  der  Stadt  Köln,  Seite  35,  sagt,  „geistige
Dumpfheit  und  mercantiler  Sinn  jeden  Geschmack  an  höheren
Genüssen  des  Geistes“.  Nach  Ausweis  der  Kataloge,  die  dem
Inspektor  des  Buchhandels  und  der  Buchdruckereien  vor  dem
Druck  zur  Genehmigung  eingereicht  werden  mußten,  beschränkte
sich  der  ganze  buchhändlerische  Verkehr  nach  Ennen  (Die
Familien  DuMont  und  Schauberg  in  Köln,  Seite  116)  um  1810  auf
den  Verkauf  von  Schulbüchern,  Katechismen,  Biblischen  Geschichten, ­
  Gebetbüchern,  Jugendschriften,  Gesetzbüchern  und
Volksschriften.
Daß  die  Schuld  an  diesen  Verhältnissen  nicht  am  Kölner  Buchhandel ­
  lag,  geht  aus  einer  Bemerkung  Stockhausens  hervor,  die
er  in  seiner  1805  in  Köln  erschienenen  „Geschichte  in  Briefen“
macht.  „Der  Buchhandel,“  sagt  er,  „ist  zwar  noch  nicht,  was  er
sein  sollte;  man  kann  aber  doch  alle  guten  Bücher  haben.  Buchdruckereyen
  giebt  es  17  3  und  solide  Handlungen  5.  Hr.  Imhof  und
Hr.  Schmitz,  beyde  Buchhändler,  haben  eine  Leihbibliothek.  Lesekabinetter
  von  Journalen  und  Zeitungen  sind  keine  anzutreffen. ­
  Von  Zeit  zu  Zeit  sind  periodische  Schriften  herausgekommen, ­
  aber  nie  von  langer  Dauer  gewesen.  Deutsche  Zeitungen,
die  über  den  anderen  Tag  erscheinen,  giebt  es  hier  drey  und  ein
literarisches  Sonntags-Blatt.  Sie  sind  nur  heisere  Posaunen  des
»Moniteur«.“
So  also  war  der  Boden  beschaffen,  auf  dem  die  neuen  Verleger
ausgingen  um  zu  säen.
*
*  ♦
Als  erstes  Werk  ging  aus  dem  neuen  DuMont-Bachemschen
Verlag  im  Jahre  1815  die  Uebersetzung  eines  französischen
Originals  von  Comte  hervor.  Der  Verfasser,  damals  in  den
zwanziger  Jahren  stehend,  war  ein  entschiedener  Gegner  der
französischen  Kaiser-Regierung,  deren  Fehler  er  im  Verein  mit
Dunoyer  in  einer  kleinen,  zwanglos  erscheinenden  Zeitschrift  „Le
Censeur“  so  freimütig  besprach,  daß  die  Hefte,  die  oft  schon
wenige  Tage  nach  Erscheinen  mehrere  Auflagen  erlebten,  verboten ­
  wurden.  Die  Redaktoren  halfen  sich,  indem  sie  den  Censeur
        <pb n="23" />
        4

in  Bänden  erscheinen  ließen,  deren  Umfang  sie  der  Gewalt  der
Zensur  entrückte.  Drei  Tage  vor  Napoleons  Einzug  in  Paris  (am
20.  März  1815)  veröffentlichte  Comte  seine  Schrift,  die  in  der
Uebersetzung  von  Th.  v.  Haupt  den  Titel  führte:  Ueber  die
Unmöglichkeit  einer  konstitutionellen  Regierung
unter  einem  militärischen  Oberhaupte,  besonders  unter
Napoleon.“  Er  führt  darin  aus,  daß  ein  Volk,  „das  sich  nach
Freiheit  sehnt,  nie  einen  Mann  zum  Oberhaupt  wählen  dürfe,  der
gewöhnt  ist,  Heere  zu  kommandieren“,  weil  ein  solcher  die
stärkste  Verfassung  Umstürzen  könne,  sobald  es  ihm  beliebe.
Im  nächsten  Jahre  1816  eröffnete  den  Reigen  der  Werke  das
Buch  „(Faust’s)  Versöhnung  mit  dem  Leben“,  als  dessen
Verfasser  sich  in  der  Vorrede  der  um  seine  Vaterstadt  Köln
hochverdiente  Germanist  Everhard  v.  Groote 4  bekennt.  Das
Werk,  das  sich  als  eine  300  Seiten  starke  gedankenreiche  Glückseligkeitsphilosophie ­
  darstellt,  ist  in  der  blumen-  und  tränenreichen ­
  Empfindsamkeit  und  schwärmerischen  Naturbetrachtung
der  damaligen  Zeit  geschrieben.  Glaube,  Liebe  und  Demut  sind
dem  Verfasser  die  Mittel  zur  Lösung  Faustischer  Zweifel.
Das  sonderbarste  Verlagswerk  der  jungen  Firma,  das  als
Druckort  verschämt  „Germania  1816“  angab,  war  wohl  dasjenige,
das  „Keine  Volksrepraesentation  in  den  deutschen
Bundesstaaten!“  betitelt  war.  Unter  dem  Motto  „Nos  numerus
sumus“  wird  darin  ein  so  hohes  Loblied  auf  den  Adel  und  seine
Vorrechte  gesungen,  daß  man  stellenweise  glaubt,  es  mit  einer
Satire  zu  tun  zu  haben.
Man  meint,  dem  ungenannten  Verfasser  sitze  der  Schalk  im  Nacken,
wenn  man  z.  B.  die  Schilderung  der  „glücklichen  Zeiten“  liest:  „Ward
ein  Bürgerlicher,  der  natürlich  nie  anders  als  mit:  Er  angeredet  wurde,
zu  etwas  gebraucht,  so  bat  man  ihn  zu  Tische;  dies  war  die  größte
Wohlthat,  und  diese  Ehre  verfehlte  niemals  ihren  Zweck.  War  der  Gläubiger ­
  nur  so,  daß  man  ihn  schicklicher  Weise  mit  an  den  Tisch  nehmen
konnte,  so  wagte  er,  aus  ehrerbietiger  Dankbarkeit  für  die  genossene
Ehre,  gewiß  sobald  nicht  mehr  den  vornehmen  Schuldner  zu  mahnen.
Damals  durfte  der  Edelmann  seinen  Mund  nur  aufthun,  und  ehrfurchtsvoll ­
  verstummte  rings  um  ihn  her  die  ganze  Versammlung,  denn  jeder
fühlte  sich  schon  hinreichend  geehrt  durch  das  Glück,  in  solcher  Gesellschaft ­
  zu  seyn.“  Usw.  Diesen  glücklichen  Zeiten  trauert  der  Verfasser
ganz  aufrichtig  nach.  Sehr  betrübt  ist  er,  daß,  „von  dem  verderblichen ­
  Beispiel  Frankreichs  angesteckt,  Sprößlinge  erlauchter  Häuser  ihre
Ehre  darin  suchten,  von  Gleichheit  der  Menschenrechte  zu  sprechen,  von
        <pb n="24" />
        5

Humanität,  von  Standes-Vorurtheilen  ...  Die  Bürgerlichen,  die  gleich  die
ganze  Hand  fassen,  wenn  man  ihnen  nur  einen  Finger  reicht,  stimmten
sogleich,  als  müsse  es  so  seyn,  in  diesen  Ton,  und  die  schuldige  Ehrfurcht, ­
  die  dem  adeligen  Blut  gebührt,  ward  ganz  bei  Seite  gesetzt.  Hiezu
würkte  der  um  diese  Zeit  in  Deutschland  sich  überall  ausbreitende  Freimaurer-Orden, ­
  wo  die  verschiedensten  Stände  sich  so  lange  untereinander ­
  Bruder  nannten,  bis  es  einer  oder  der  andere  glaubte.  Immer
häufiger  wurden  nun  Mißheurathen,  die  das  edle  Blut  des  Adels  verunreinigten ­
  ...  In  jener  Zeit  ward  das  preußische  Gesetzbuch  gemacht,
dessen  Einleitung  recht  schön  philosophisch  klang;  da  war  auch  von
Menschenrechten,  und  solchen  Mode-Begriffen  die  Rede.“
Einen  vernünftigem  Zweck,  nämlich  vor  der  Auswanderung  zu
warnen,  hatte  das  nächste  Verlagswerk,  das  der  Verfasser,  der
Cameralist  und  Kölner  Regierungsrat  Dr.  Wilh.  Butte  (1772—1833)
„Erinnerungen  an  meine  teutschen  Landsleute,
welche  versucht  seyn  sollten  aus  Europa  zu  wandern“ ­
  betitelte.  Er  behauptet  darin,  daß  Europa  „der  vorzüglichste ­
  Welttheil  für  den  Menschen  in  seinem  natürlichen,  d.  h.
in  dem  gesellschaftlichen  Zustande“  sei.  Sterben  und  Abgaben
zahlen  müsse  man  überall,  und  Krieg  gebe  es  ebenfalls  überall.
„Manche  Leute  haben  schon  das  Schicksal,  daß  der  Krieg  immer
wieder  da  ausbricht,  wohin  sie  sich  und  die  Ihrigen  flüchteten,
um  seiner  Geißel  zu  entgehen.“
Das  Jahr  1816  brachte  dann  noch  „Vorschläge  zur  Errichtung ­
  eines  allgemeinen  Jüngfrauen-Stiftes  in
Preußen“,  die  ein  unbekannter  Verfasser  „im  Depot  der  preußischen ­
  Kriegs-Gefangenen  zu  Limoges  im  Januar  1814“  geschrieben
und  dem  Großherzog  von  Sachsen-Weimar,  „dem  Beförderer  alles
Guten  und  Schönen  in  Deutschland“,  gewidmet  hatte.
Er  macht  in  dem  seltenen  Büchlein,  das  nur  noch  in  einem  Stück  in
der  Kgl.  Bibliothek  in  Berlin  aufzutreiben  war,  den  Vorschlag  zur  Einrichtung ­
  einer  Art  weltlichen  Klosters,  in  dem  edle  Jungfrauen  Kranke,
besonders  im  Dienst  des  Vaterlandes  verwundete  Krieger,  pflegen,  Findelhäusern ­
  vorstehen  und  durch  unentgeltliche  Unterrichtserteilung  an
Mädchenschulen  für  weibliche  Erziehung  tätig  sein  sollten.  Nach  den
Kriegen  hatte  manches  deutsche  Mädchen  ihren  tapferen  Bräutigam  verloren
und  sich  „entschlossen,  ihr  ganzes  Leben  dem  Andenken  des  Verlorenen
zu  weihen“.  Das  Stift  sollte  „den  geselligen  Begriffen  des  jetzigen  Jahrhunderts ­
  und  der  fortgeschrittenen  Aufklärung“  entsprechen;  es  wollte
dem  weiblichen  Geschlecht  „neben  dem  Manne“  Selbständigkeit  verleihen.
„Wie  schmerzlich  muß  es  dem  weiblichen  Gemüth  seyn,“  sagt  dieser
frühe  Verfechter  der  Frauenemanzipation,  „bei  den  jetzigen  geselligen
        <pb n="25" />
        6  SSH

Begriffen  nichts  allein  für  sich  zu  vermögen,  sondern  in  der  Regel  alle
Wirksamkeit,  und  oft  selbst  die  äußere  Würde,  nur  durch  den  Mann  zu
erhalten.“  Die  feierlich  in  der  Kirche  für’s  Leben  aufgenommenen  und
in  Silbergrau  gekleideten  Stiftsjungfrauen  sollten  allen  verheirateten
Frauen  jeden  Standes  vorangehen  und  hochwürdige  Jungfrau  genannt
werden;  der  hohe  Stiftsrat  würde  in  Berlin  seinen  Hauptsitz  haben.  Bis
ins  Einzelne  hat  der  Verfasser  die  Satzungen  ausgearbeitet.  Austritt  sollte
erlaubt  werden,  aber  das  betreffende  Capitel  müßte  in  einem  solchen
Falle,  in  dem  die  Austretende  ein  Zehntel  ihres  Vermögens  verlor,  auf
14  Tage  Stiftstrauer  tragen.  Aus  dem  schönen  Plan  ist  nichts  geworden.
Damit  hatte  anscheinend  der  gemeinschaftliche  Verlag  DuMont-Bachem
  sein  Ende  erreicht,  denn  aus  dem  Jahre  1817  ist  ein
gemeinsames  Verlagswerk  nicht  nachzuweisen.

*

*

♦

Neben  dem  Gesellschaftsverlag  gründete  Bachem  im  Jahre  1816
indem  Hause  Herzogstraße  4  eine  Leihbibliothek,  für  die  er
als  Gehilfen  seinen  jüngsten  Bruder  Lambert  heranzog.
Lambert  Josef  Franz  Bachem,  der  in  den  nächsten  drei
Jahrzehnten  in  der  Geschichte  des  Verlags  eine  so  bedeutsame
Rolle  spielen  sollte,  war  im  Oktober  1789  in  Köln  geboren.
Nach  seinen  eigenen  Aufzeichnungen  geschah  dies  „auf  dem  Gereonsdriesch ­
  in  dem  Hause,  wo  jetzt  Herr  Appellations-Rath  Haugh  wohnt.  Ich
besuchte  die  Domschule  unter  Prof.  Richarz,  Schmitz  und  Weber;  die
Elementarschule  von  Odenthal;  das  Montaner  Gymnasium 5
unter  Prof.  Stemmler,  dasLaurentianerGymnasiumals  ecole  secondaire
  unter  Prof.  Overbach,  Lehmann,  Lugino  und  Tesandt;  die  ecole
primaire  unter  Daniels,  Taber,  Krampf,  Wallraf  u.  a.  m.;  ich  war  in  dem
Pensionat  von  Prof.  Geistmann  unter  Schenk  und  Schüngeler,  ich  erhielt ­
  Privat-Unterricht  von  den  alten  Jesuiten,  meinem  Oheim,  Patres
und  Prof.  P.  J.  Bachem,  Ganzen  und  Jütteler;  meine  erste  Communion
empfing  ich  in  der  St.  Christoph  Kirche  neben  der  St.  Gereon  Kirche  .  .  .
1805  trat  ich  bei  Herrn  Gerhard  Steinhaus,  Apotheker  in  Bonn,  als  Apothekerlehrling ­
  ein,  blieb  5  Jahre  nacheinander  dort,  kehrte  am  7.  September  1811
zu  ihm  zurück  und  blieb  bis  19.  März  1812  bei  ihm.  Vom  September  1810
bis  Mai  1811  conditionirte  ich  als  Gehülfe  bei  dem  Hof-Apotheker  August
Lade  in  Wiesbaden,  vom  Mai  1812  bis  April  1814  (in  der  Zwischenzeit  Mai
bis  Septemberjl811  war  ichkrank  in  Erpel)  bei  J.H.tvanHees[sen.in  Barmen;
von  allen  Prinzipalen  liegen  die  schönsten  Zeugnisse  da.  Im  Mai  1814
reiste  ich  nach  Crefeld  und  später  für  Rechnung  meines  ältesten  Bruders
Franz  Caspar  Bachem  in  Crefeld,  nachdem  ich  mich  hier  nur  ’/&amp;lt;  Jahr
etwas  einstudirt  hatte,  als  Commissionsreisender“  für  sieben  Firmen  in
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        Samt-  und  Seidenstoffen,  Tuchen,  Bändern,  Tabak,  Rum  etc.  „1816  errichtete
ich  mit  meinem  Bruder  Joh.  Pet.  Gottfr.  Wolfgang  Bachem  in  Hoffmanns
  Hause  auf  der  Herzogstraße  eine  Leihbibliothek  als  Grundlage ­
  zu  einer  künftigen  Buchhandlung.  Am  A  Mai  1818  eröffnete  ich,
während  mein  Bruder  zu  Leipzig  auf  der  Messe  war,  die  mit  meinem
Bruder  J.  P.  Bachem  gegründete  Buchhandlung,  Leihbibliothek,  Journal-Zirkel
  etc.  in  dem  van  Hees  Hause  auf  dem  Budengassen  Ecke  [Hohestraße
  136].  Am  9.  September  1818  vermählte  ich  mich.  1820  trennte  ich
mich  von  meinem  Bruder,  kaufte  eine  Partie  Weine  zu  den  auf  unsern
Gütern  1818—19—20  gezogenen  Weinen  und  trieb  [von  Honnef  aus]  Weinhandel ­
  en  gros  et  en  detail.“  Die  Heirat  schloß  er  mit  der  dreißigjährigen
„Juffer  Maria  Helena  Wasserfall,  Renteniererinn  in  Köln  in  der
Heimersgasse“  (Hämergasse),  der  Tochter  eines  Blankenheim-Manderscheidt’schen
  Regierungsrates.  Sie  war  eine  lebenslustige,  bewegliche,
aber  doch  einfache  und  frommgläubige  Frau,  die  dem  Gatten  drei  Söhne
und  eine  Tochter  schenkte.
Lambert  Bachem  war  ein  überaus  fleißiger,  rühriger,  beweglicher ­
  und  strebsamer  Mann,  voll  von  Plänen  und  Entwürfen;
das  geht  aus  seinen  zahlreichen  Eingaben  an  die  verschiedensten
Behörden  und  aus  seinem  ausgedehnten  Briefwechsel  zur  Genüge
hervor,  wovon  wir  einige  Proben  noch  kennen  lernen  werden.
Seine  Kunst  des  Briefschreibens,  die  freilich  vor  hundert
Jahren  noch  ausgebreiteter  war  als  sie  es  heute  ist,  hatte  er
zu  beachtenswerter  Höhe  entwickelt.

2.  Die  Gründung  des  Verlags  J.  P.  Bachem  1818.
Zwei  so  selbständige  Naturen  wie  Markus  DuMont  und  Johann
Peter  Bachem  konnten  nicht  so  viel  gegenseitige  Anpassungsfähigkeit ­
  aufbringen,  wie  für  das  Geschäftsverhältnis  auf  die
Dauer  notwendig  gewesen  wäre.
Noch  im  Jahre  1817  dachten  beide  nicht  an  eine  Trennung  der
Firma;  im  Gegenteil  wollten  sie  ihr  Verhältnis  durch  die  Angliederung ­
  einer  zweiten  gemeinsamen  Buchhandlung  unter  der
Firma  Bachem  und  DuMont-Schauberg  in  Bonn  noch  inniger
befestigen.
Die  letztere  sollte  Bachem  allein  führen,  während  DuMont
dem  Kölner  Geschäfte  vorstehen  sollte.  Der  Verlagsentwurf
war  schon  fertiggestellt,  an  dem  Bachem  aber  viel  auszusetzen ­
  hatte,  was  er  nicht  ohne  Schärfe  tat.  Das  Vorhaben
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        8

kam  nicht  zustande;  vielleicht  schloß  diese  sich  hier  kundgebende ­
  Verstimmung  sogar  den  Keim  der  Trennung  in  sieh.
Bachem  sah  sich  jedenfalls  bald  darauf  nach  einem  andern  Teilhaber ­
  um,  und  glaubte  ihn  in  dem  Sohne  des  Buchhändlers
Funcke  in  Crefeld  gefunden  zu  haben.  Auch  in  diesem  Falle
waren  die  Verhandlungen  schon  ziemlich  weit  gediehen.  Am
1.  April  1818  sollte  eine  Buchdruckerei,  Buchhandlung  und  ein
Papierhandel  unter  der  Firma  Bachem  et  Funcke  eröffnet
werden,  wozu  der  letztere  4000  Taler  herzugeben  versprach,
während  Bachem  seinen  „Waren-Anteil  an  Sortiment  und  gutem
Verlage  der  Firma  DuMont  et  Bachem,  Leihbibliothek,  Journalzirkel ­
  und  Inventar“  zuschießen  wollte.  Bachem  sollte  die  Buchhandlung ­
  einrichten,  Funcke  die  Druckerei  leiten.  Auch  dieser
Plan  zerschlug  sich  in  elfter  Stunde.  Aber  die  Trennung  von
DuMont  war  endgiltig  festgesetzt.  Sie  vollzog  sich  am  1.  April
1818  durch  folgendes  Rundschreiben  Bachems:
Köln,  den  2.  April  1818.
Gemäß  freundschaftlicher  Uebereinkunft  hört,  mit  dem  31.  März,  meine
Geschäftsverbindung  mit  Herrn  M.  DuMont-Schauberg  auf.  Fortan  werde
ich  es  unter  meinem  eigenen  Namen  betreiben,  und  beehre  mich  deswegen,
Sie  um  die  Fortdauer  Ihrer  Gewogenheit  zu  bitten,  die  ich  stets,  durch
billige  und  pünktliche  Bedienung,  mir  zu  erhalten  suchen  werde.
Frühere  Verbindlichkeiten,  die  mir  die  Meßreise  zur  Pflicht  machen,
und  eine  von  den  Zufälligkeiten,  die  sich  nicht  immer  vorher  berechnen
lassen,  hindern  mich,  meinen  Buchladen  schon  jetzt  in  dem  dazu  bestimmten ­
  Lokale  zu  eröffnen.  Demungeachtet  werden  alle  Aufträge,  womit
ich  beehrt  werden  sollte,  in  meiner  Leihbibliothek  (Herzogstraße  Nro.  4)
angenommen  und  genau  besorgt,  bis  ich  ehestens  die  Vereinigung  beider
literarischen  Institute  in  einem  günstigeren  Lokale  meinen  Freunden  ankündigen ­
  kann.  Mit  ausgezeichneter  Hochachtung
J.  P.  Bachem,  Buchhändler.
Wie  aus  diesem  Wortlaut  hervorgeht,  richtete  Bachem  auch
eine  Sortimentsbuchhandlung  ein.  In  dem  van  Heesschen
Hause  Hohestraße-Budengassen-Ecke  eröffnete  er  am  4.  Mai  1818
den  „Buchladen“  und  verlegte  auch  die  Leihbibliothek
nach  dort.  Die  Firma  hieß  „Johann  Peter  Bachem“  und  wurde
erst  im  Jahre  1898  in  „J.  P.  Bachem“  vereinfacht,  nachdem  schon
von  Anfang  an  meist  in  dieser  Form  gezeichnet  worden  war.
Auch  DuMont  mietete  für  seine  Buchhandlung  ein  Haus  Unter
Güldenwagen  Nr.  4504  (jetzt  Hohestraße  133).
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        Bald  nach  der  Gründung  seines  Geschäftes  erstand  Bachem
zwei  Holzpressen  aus  der  Thiriartschen  Druckerei,  auf  denen
die  Bücher  des  Verlags  hergestellt  werden  sollten.  In  dem  Abschnitt ­
  über  die  Druckerei  wird  darauf  zurückzukommen  sein.

3.  Der  Verlag  bis  zum  Tode  des  Gründers  1822.
Gleich  im  ersten  Jahre  entfaltete  der  Bachemsche  Verlag,
der  auch  die  Werke  der  früheren  gemeinsamen  Firma  DuMont-Bachem
  in  sich  aufgenommen  hatte,  eine  verhältnismäßig  lebhafte
Tätigkeit.  Allerdings  gab  sich  dabei  eine  gewisse  Vorsicht  kund,
indem  manche  Werke  nur  in  Kommission  übernommen  wurden,
wobei  dem  Verleger  lediglich  die  Herstellung  und  der  Vertrieb
unter  Ausschluß  des  geldlichen  Risikos  obliegt.
Schon  dieser  Umstand  würde  es  erklären,  daß  von  einer
bestimmten  Richtung  in  dem  Verlag  noch  nicht  gesprochen
werden  kann.  Die  ausgeprägtere  Besonderheit  im  Verlagsbuchhandel ­
  macht  sich  überhaupt  erst  viel  später  bemerkbar.  Dazu
waren  die  Verhältnisse  der  1820er  Jahre,  die  erste  preußische
Zeit  der  Rheinprovinz,  noch  nicht  befestigt  genug;  grundsätzliche
Ziele  lagen  noch  nicht  im  Wesen  des  damaligen  Verlagsbetriebes.
Noch  lange  danach  erschienen  katholische  Werke  bei  protestantischen ­
  Verlegern  und  umgekehrt;  erst  die  spätere  kirchlichpolitische ­
  Scheidung  in  Deutschland  hat  hier  eine  schärfere
Trennung  herbeigeführt,  wie  sie  großenteils  jetzt  noch  besteht.
Immerhin  treten  auch  in  der  ersten  Zeit  des  Bachemschen  Verlages ­
  neben  allgemein  bemerkenswerten  Werken  hauptsächlich
Schriften  rechts-  und  staatswissenschaftlichen,  medizinisch-naturwissenschaftlichen, ­
  geschichtlichen  und  erzieherischen  Charakters
in  die  Erscheinung,  endlich  auch  theologisch-kanonistische.  Fast
immer  sind  es  angesehene  Autoren,  höhere  preußische  Staatsbeamten ­
  und  Geistliche  oder  solche,  die  später  von  sich  reden
gemacht  haben.
Weil  die  meisten  der  Hauptwerke  des  Verlags  auch  kulturgeschichtlich ­
  bemerkenswert  sind,  dürfte  es  sich  rechtfertigen,
auf  ihren  Inhalt  kurz  einzugehen.
Als  erster  Verfasser  tritt  uns  der  Bonner  Geschichtsschreiber
Professor  Karl  Dietrich  Hüllmann  (1785—1846)  entgegen,  der
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        in  einer  70  Seiten  starken  Schrift  die  „Ursprünge  der  Besteuerung“ ­
  im  Ablaß  (bei  Totschlag  war  die  Blutrache  in
Geldbuße  umgewandelt  worden)  erblicken  zu  müssen  glaubt.  Aus
dem  aus  dem  Morgenlande  stammenden  Zehnten  leitet  er  zwei
Steuern  ab:  die  Grundsteuer  und  den  Zoll.  Im  gleichen  Jahre
noch  ließ  Hüllmann  sein  „Staatsrecht  des  Altertum“
im  Bachemschen  Verlag  erscheinen,  ein  gelehrtes  Werk  von
über  400  Seiten,  in  dem  er  die  große  Uebereinstimmung  in  den
wesentlichen  und  Grundzügen  der  Verfassungen  aller  Staaten
des  Altertums  in  beständig  vergleichender  Darstellung  nachweist.
Endlich  wären  hier  noch  die  im  Jahre  1818  erschienenen
„Beiträge  zur  Uebersicht  der  Römisch-deutschen
Geschichte,  gesammelt  von  A.B.  Mino  1  a 6 ,  vormaligem  Lehrer
der  Geschichte  am  Gymnasium  zu  Bonn“  (vielfach  etymologischen
Inhalts)  zu  erwähnen.
Am  zahlreichsten  waren  die  Verlagswerke,  die  sich  mit  der
Rechtswissenschaft  befaßten.  Der  preußische  Oberlandgerichtsrat ­
  Zum  Bach  verwies  in  seinen  „Flüchtigen  6edankenüberdasAdressenwesen“die
  unbequemen  Mahner
an  das  königliche  Versprechen  der  Verfassung  —  die  schon  zu
der  Kabinettsorder  vom  21.  März  1818  mit  dem  Verbot,  Bittschriften ­
  zur  Sammlung  von  Unterschriften  im  Lande  herumzuschicken, ­
  Veranlassung  gegeben  hatten  —  auf  die  Geduld,  da  das
Werk  nicht  leicht  zu  errichten  sei.
Derselbe  Verfasser  ergriff  im  nächsten  Jahre  im  Bachemschen
Verlag  in  einer  Angelegenheit  das  Wort,  die  bis  tief  in  das
19.  Jahrhundert  hinein  unselige  Wirren  nach  sich  zog:  die  kirchliche ­
  Eheschließung  bei  gemischten  Ehen.  In  seiner  Schrift
„Ueber  die  Ehen  zwischen  Katholiken  und  Protestanten. ­
  Historische  Beiträge  und  Bemerkungen“  kam  Zum
Bach  zu  dem  Schlüsse,  es  sei  Pflicht  des  Staates,  durch  vernunftgemäße ­
  Maßregeln  den  „aus  dem  aufgezwungenen  Gelöbniß
entkeimenden  sehr  verderblichen  Folgen  ein  endliches  Ziel  zu
setzen“.
In  dieselbe  Kerbe  hieb  das  im  nächsten  Jahre  erschienene
Verlagswerk  „Rechtfertigung  der  Gemischten  Ehen
zwischen  Katholiken  und  Protestanten,  in  statistisch-,
kirchlich-  und  moralischer  Hinsicht,  von  einem  katholischen
Geistlichen;  mit  einer  Vorrede  von  Herrn  Dr.  Leander  von  Eß,
Professor  und  [kath.]  Pfarrer  zu  Marburg“.
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        Ein  noch  heutigen  Tages  als  Quellenwerk  wertvolles  rechtswissenschaftliches ­
  Buch  ging  im  Jahre  1821  aus  dem  Verlag
hervor:  Eine  „Darstellung  der  Provisorischen  Verwaltung ­
  am  Rhein  vom  Jahre  1813  bis  1819“  von  Joh.
Daniel  Ferdinand  Neigebaur.  Das  mit  einer  Vorrede  des  berühmten ­
  Geschichtsschreibers  Prof.  Heinr.  Luden  in  Jena  (1778
bis  1847)  versehene  Werk  enthalt  viele  wertvolle  Personal-  und
sonstige  Angaben,  Proklamationen  und  andere  amtliche  Veröffentlichungen ­
  aus  jener  ersten  Zeit  nach  Einverleibung  der
Rheinprovinz  in  den  preußischen  Staat.
Gleichfalls  für  die  Rechtswissenschaft  hochbedeutsam  war
das  Werk  des  beim  Rheinischen  Appellationsgerichtshof  in  Köln
beschäftigten  fünfundzwanzigjährigen  Assessors  Aug.  Wilh.
Refft  er,  die  „Athenäische  Gerichtsverfassung“.  Veranlaßt ­
  war  es  durch  eine  Preisaufgabe  der  Akademie  der
Wissenschaften  in  Berlin.
So  hoch  bewertet  wurde  diese  Lösung,  daß  der  Verfasser  daraufhin
im  nächsten  Jahre  unter  Umgehung  der  sonst  inne  zu  haltenden  Vorstufen ­
  sogleich  zum  ordentlichen  Professor  in  der  juristischen  Fakultät
der  Universität  Bonn  gemacht  wurde,  die  ihm  vorher  den  Titel  eines
Ehrendoktors  der  Rechte  verliehen  hatte.  Nach  einer  glänzenden  Laufbahn ­
  als  hervorragender  Rechtslehrer  —  1861  wurde  er  ins  Herrenhaus
berufen  —  starb  Heffter,  vierundachtzigjährig,  1880  in  Berlin.
Zu  den  angesehenen  Schriftstellern  des  Bachemschen  Verlags
gehört  auch  der  Physiker,  Meteorolog  und  Staatswissenschaftler
Joh.  Friedr.  Benzenberg 7 ,  der  durch  das  1833  bei  Gelegenheit
des  Kölner  Stapelstreits  geprägte  geflügelte  Wort  „Zahlen  beweisen“ ­
  heute  noch  sich  allgemeiner  Bekanntschaft  erfreut.  Sein
Gerechtigkeitssinn  ließ  ihn  inderFonkschen  Mordsache,
die  seit  1816  die  Gemüter  in  der  Rheinprovinz  und  darüber
hinaus  erregte,  das  Wort  ergreifen.
Am  10.  November  1816  war  der  Handlungsdiener  Wilh.  Cönen  in  Köln
verschwunden  und  seine  Leiche  am  19.  Dezember  bei  Krefeld  im  Rhein
aufgefunden  worden.  Ein  unbegründetes  Gerücht  bezichtigte  den  angesehenen ­
  Kölner  Kaufmann  Pet.  Ant.  Fonk  des  Mordes.  Der  Appellhot
in  Trier,  der  Rheinische  Appellhof  in  Köln  sprachen  ihn  frei,  das  Trierer
Schwurgericht  verurteilte  ihn  1822  zum  Tode;  die  beantragte  Kassation
wurde  verworfen,  aber  eine  kgl.  Kabinettsorder  vom  28.  Juli  1823  verweigerte ­
  die  Anerkennung  des  Urteils,  worauf  der  gequälte  Mann  nach
39  Monaten  Gefängnishaft  befreit  wurde.
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        Ueber  die  Fonksche  Angelegenheit  hatte  Bachem  auch  das
zweibändige,  1822  in  Coblenz  bei  H.  J.  Hölscher  erschienene,  über
Th  Hundert  Seiten  starke  Werk  „Der  Kampf  um  Recht
und  Wahrheit  in  dem  fünfjährigen  Criminalprozesse  gegen
Peter  Anton  Fonk  von  Cöln,  von  ihm  selbst  herausgegeben  und
seinen  Mitbürgern  gewidmet“  in  Kommissionsverlag  genommen.
Auch  die  Erziehungswissenschaft  war  schon  im  Jahre
1822  im  Bachemschen  V  erlag  vertreten,  ln  dem  übrigens  heute
noch  lesenswerten  Buche  „Fractische  Vorschläge  zur  Einrichtung ­
  und  Verbesse  rung  des  gesammtenElementarschul-undünterrichtswesensinDeutschiand“
  erweist
sich  Dr.  Johann  Christian  Mult  er  zu  Marburg  als  ein  trefflicher
Erzieher;  nur  von  der  Verwendung  der  Frau  als  Lehrerin  hält
er  nicht  viel,  weil  sie  „eine  Erfindung  der  neuern  tändelnden
Pädagogik“  sei.  „Die  weiblichen  Klippen  sind  Eitelkeit,  Empfindelei, ­
  Gefallsucht  u.  dgl.,  die  selbst  durch  das  Beispiel  der  Lehrerinnen ­
  mehr  genährt  als  richtig  geleitet  werden.“
Zu  den  Verlagswerken  erzieherischer  Natur  der  Firma  aus
dem  gleichen  Jahre  wird  man  auch  eines  rechnen  müssen,  dessen
Vorhandensein  wohl  einiges  Erstaunen  zu  wecken  geeignet  ist,
nämlich  Dr.  Martin  Luthers  Enchiridion  (Der  kleine  Katechismus, ­
  für  die  gemeinen  Pfarrherren  und  Prediger),  herausgegeben ­
  von  dem  Kölner  Konsistorialrat  und  Evangelischen
Pfarrer  Dr.  Chr.  G.  Bruch.  In  seiner  Vorerinnerung,  die  der
Vorrede  Luthers  vorangeht,  sagt  der  Herausgeber,  die  jungen
Christen  sollen  damit  „in  den  Stand  gesetzt  werden,  den  gewöhnlichen ­
  Einwürfen,  womit  man  im  gemeinsamen  Leben,  besonders
unter  anderen  Glaubensgenossen,  ihre  Ueberzeugung  wankend
zu  machen  versucht,  zu  begegnen.“
Das  Erscheinen  eines  solchen  Büchleins  wie  auch  der  oben  aufgeführten ­
  Broschüren  über  die  gemischten  Ehen  in  dem  Verlage  eines
katholischen  Verlegers  gehört  zu  den  Zeichen  einer  religiösen  Unklarheit,
welche  in  der  damaligen  Zeit  noch  vielfach  herrschte.  Auch  die  Firma
Bachem  mußte  durch  diese  Unklarheit  hindurch,  bis  sich  später,  doch  weit
früher  als  an  vielen  andern  Stellen,  eine  klare,  dem  Bekenntnis  der
Geschäftsinhaber  entsprechende  Richtuug  des  Verlags  herausbildete.
(Weiteres  hierzu  bei  Karl  Bachem,  Josef  Bachem  I,  S.  84,  91  ff.,  94  ff.)
Die  Buntheit  des  Verlags  zu  jener  Zeit  wird  durch  eine  Schrift
über  Augenkrankheiten  gekennzeichnet,  die  veranlaßt  worden
war  durch  die  Behauptung,  daß  um  das  Jahr  1820  die  ansteckende
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        ägyptische  A  u  g  e  n  e  n  t  z  ü  n  d'u  n  g,  die  schon  zur  französischen  Zeit
in  der  Rheinprovinz  ausgebreitet  gewesen  sei,  sich  neuerdings  gezeigthabe. ­
  Der  Oberpräsident  Graf  Solms-Laubach  verordnete  am
31.  August  1820  eine  Aufnahme  aller  Augenkranken.  Professor
von  Walther  hatte  in  dem  von  ihm  herausgegebenen  Journal  für
Chirurgie  usw.  behauptet,  die  Gefahr  zu  erblinden  werde  fast
allgemein  in  Europa.  Von  allen  Ländern  sei  Deutschland  am
meisten  bedroht,  und  die  niederrheinischen  Provinzen  würden
nun  bald  nur  von  Blinden  bewohnt  werden.  Dieser  Ansicht  trat
Carl  Anton  Werres,  Doctor  der  Medicin,  Kgl.  preuß.  Kreisphysicus
  des  Landkreises  Köln,  in  einer  umfangreichen  „Streitschrift ­
  gegen  alle  Vertheidiger“  dieser  Augenentzündung  in  der
damals  beliebten  Weitläufigkeit  und  mit  großem  Aufwand  von
Gelehrsamkeit  entgegen.  Manche  werden  an  folgenden  Sätzen  heute
noch  Gefallen  finden:  „Wir  halten  noch  immer  eine  viel  zu  große
Menge  von  Arzneien  für  spezifische  Gegensätze  der  Krankheiten
und  bilden  uns  ein,  diese  müßten  blos  darum  weichen,  wenn  wir
bei  jeder  ihren  rechten  spezifischen  Gegensatz,  ihr  eigenes  Remedium
  contra  anwenden.“  Werres  äußert  dabei  die  Ansicht:
„Die  Krankheiten  gehen  ihren  von  der  Natur  vorgeschriebenen
Gang  und  durchlaufen  ihre  Genesungsprocesse  ...  bei  den
verschiedensten,  selbst  oft  bei  ganz  entgegengesetzten  Heilarten, ­
  wofern  wir  nicht  gar  zu  grobe,  zweckwidrige  Eingriffe
machen.“
Es  ist  nicht  mehr  festzustellen,  welche  Verbindung  Bachem
damals  von  Köln  nach  Moskau  führte,  denn  dort  ist  der  dicke
Quartband  gedruckt  worden,  in  dem  der  russische  Arzt  Sutamilli
seine  Beobachtungen  an  150  an  Bräune  erkrankten  Personen  mit
größter  Ausführlichkeit  dargelegt  hat.  Der  Titel  des  der  Kaiserin-Mutter
  Maria  Feodorowna  gewidmeten  Werkes  lautet:  „Decouverte
sur  le  croup  ou  L’Asthma  synanchicum  acutum.  Moscou,  de
rimprimerie  N.  S.  Vsevolojsky.  Cologne  en  Commission  chez
J.  P.  Bachem  1820.“  Es  kostete  vier  Taler  und  ist  anscheinend
auch  in  deutscher  Uebersetzung  von  F.  Haaß  —  nach  dem
Katalog  von  1836;  ein  Druck  ist  nicht  mehr  aufzufinden  —  unter
dem  Titel  „Beiträge  zu  den  Zeichen  des  Croups“  in
Moskau  gedruckt  und  in  Köln  verlegt  worden.
Endlich  gehört  hierher  auch  noch  eine  kleine  Schrift  aus  1820:
»lieber  die  medizinische  Anwendung  des  Zuckers“
von  Johann  Jakob  Günther,  „der  Medizin  und  Chirurgie-Doktor“
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        (es  folgen  noch  neun  Zeilen  lang  Titel),  in  welchen  der  Verfasser
über  Heilung  von  Magenerkrankung,  Skorbut  etc.  durch  Gebrauch
von  Zucker  berichtet.
Bibliographisch  muß  man  wohl  auch  ein  Werk  zur  medizinischen ­
  Literatur  rechnen,  dessen  Titel  „Magnetismus  und
allgemeine  Weltsprache“  auf  den  ersten  Blick  wunderlich ­
  genug  anmutet.  Es  ist  1822  in  den  Kommissionsverlagen  von
Joh.  Heinr.  Funcke  in  „Creveld“  und  Bachem  in  Köln  erschienen.
Der  Verfasser,  Regierungsassessor  und  Ober-Wegeinspektor
H.  M.  Wesermann  in  Düsseldorf,  war  Mitglied  vieler  gelehrter
Gesellschaften,  die  auf  dem  Titel  gewissenhaft  aufgeführt  werden.
Sein  bei  Bachem  gedrucktes  Werk  hat  den  Mesmerismus  zum  Gegenstände, ­
  der  damals,  ein  halbes  Jahrhundert  nach  seiner  Entdeckung,  so
sehr  im  Schwange  war,  daß  nach  Wesermanns  Angabe  in  den  letzten  drei
Jahren  allein  59  Schriften  über  ihn  das  Licht  der  Oeffentlichkeit  erblickt
hatten.  Mesmer  war  der  Meinung,  daß  jeder  Mensch  das  Schicksal  des
an  ihn  denkenden  Freundes,  durch  den  innern  Sinn  (Ahnungsinstinkt)
erfahren  würde,  wenn  dessen  äußere  Sinne  für  alle  Wahrnehmungen
und  Empfindungen  der  Außenwelt  im  magnetischen  Schlaf  verschlossen
würden.  Die  Gedankenübertragung  erklärt  er  durch  ein  Agens  (magnetisches ­
  Feuer)  in  den  Reihen  der  Allflut,  wovon  der  Lichtäther  der  Leib
sei,  ein  Agens,  das  die  ganze  Körperwelt  durchströme  und  zur  Einheit
verbinde,  mithin  die  Fähigkeit  besitze,  alle  Gedankenbilder  auf  unendliche
Weite  fortzupflanzen,  wie  die  Luft  den  Schall  und  der  Aether  die  Lichtwellen. ­
  In  diesem  Sinne  ist  also  der  Titel  des  kulturgeschichtlich  bemerkenswerten ­
  Buches  zu  verstehen,  in  dem  der  Verfasser  aus  den  verschiedenen ­
  Werken  über  tierischen  Magnetismus  die  wichtigsten  Fälle
zusammenträgt.
Den  Reigen  der  sog.  schönen  Literatur,  die  der  Verlag
in  der  Zukunft  so  nachdrücklich  ausgebaut  hat,  eröffnete  im
Jahre  1820  als  erster  Dichter  der  Regierungssekretär  und  frühere
Husarenrittmeister  Franz  von  Eisholtz  (1791—1872),  der  vier
Jahre  vorher  nach  Köln  gekommen  war,  bald  aber  den  Staatsdienst ­
  und  Köln  verließ,  um  sich  ganz  der  Schriftstellerei  zu
widmen  und  große  Reisen  zu  unternehmen.  Später  war  er  Leiter
des  Gothaer  Hoftheaters  und  von  1807—52  sachsen-koburggothaischer
  Legationsrat  in  München.  Das  erste  Werkchen,  das
er  in  Köln  veröffentlichte,  übrigens  ohne  seinen  Namen  zu  nennen,
waren  „Wanderungen  durch  Köln  am  Rhein  und  seine
Umgegend.  In  einer  Reihe  von  Briefen  an  Sophie.“  Er  lieferte
darin  eine  wortreiche,  mit  Gedichten  versetzte  Schilderung  der
        <pb n="34" />
        15

Stadt,  deren  damaliger  Zustand 8  sich  freilich  wenig  zu  poetischer
Verherrlichung  eignete.  Von  der  beabsichtigten  Fortsetzung  hat
der  Verfasser  Abstand  genommen;  wenigstens  liegt  nur  ein
erstes  Heft  vor.
Dagegen  erschien  von  ihm  im  nächsten  Jahre  (1821),  ebenfalls
namenlos,  eine  romantische  Erzählung,  „Der  neue  Achilles“
mit  dem  griechischen  Freiheitskampf  gegen  die  Türken  vom  Jahre
1821  als  Hintergrund.
Vier  Jahre  später  reichte  er  sein  fünfaktiges  Lustspiel  „Die  Hofdame“
Goethe  zur  Beurteilung  ein.  In  einer  Besprechung  vom  16.  November
1825  äußerte  sich  dieser  sehr  anerkennend  darüber  (vgl.  Ferneres  über
deutsche  Literatur).  Das  Werkchen  ist  dann  mit  einem  anderen  1830  bei
Cotta  in  Stuttgart  erschienen.
Ein  ungleich  berühmterer  Dichter  folgte  Elsholtz  auf  dem
Fuße:  kein  Geringerer  als  Heinrich  Hoffmann  von  Fallersleben ­
  mit  seinem  Erstlingswerke.  Der  Dichter  studierte  seit
1819  in  Bonn  und  unterhandelte  im  Februar  1821  mit  Bachem
über  die  Herausgabe  seiner  „Lieder  und  Romanzen“.  „Wir
waren“,  erzählt  er  in  seiner  Selbstbiographie,  „bis  auf  das  Honorar ­
  ganz  einig  und  endlich  auch  über  dies:  ich  sollte  4  Friedrichsd’or,
  nach  Beendigung  des  Druckes,  und  noch  4  haben,  wenn
200  Exemplare  verkauft  wären 9 .  Mit  den  Lettern  war  ich  aber
gar  nicht  zufrieden,  und  wenn  mich  nicht  die  Aussicht  auf  etwas
Reisegeld  gereizt  hätte,  so  wäre  wohl  das  ganze  unterblieben.
Die  Druckereien  in  Bonn  und  Köln  waren  damals  sehr  erbärmlich:
wenn  auch  etwas  auf  dem  besten  Papier  gedruckt  war,  so  sah
es  immer  unsauber  aus;  auch  der  Schnitt  der  Lettern  war  geschmacklos. ­
  Sehr  ergötzlich  schien  es  mir  deshalb,  wenn  Bachem
sich  brieflich  äußerte:  Ich  weiß,  daß  Erzeugnissen  des  Genius
ein  gewisser  Glanz  nicht  mangeln  darf!“
Noch  vor  Ende  März  kam  die  108  Seiten  starke  Gedichtsammlung ­
  heraus.  Weil  darin  mehrere  Uebersetzungen  holländischer ­
  Volkslieder  (darunter  auch  eine  Uebersetzung  der  Königskinder ­
  aus  dem;  Dubbelt  verbeterd  Amsterdamze  Liedboek),  auch
einige  Gedichte  seiner  Freunde  Ludw.  Henneberg  und  Krawinkel
enthalten  waren,  zeichnete  der  Dichter  auf  dem  Titel  nur  als
Herausgeber.  Im  übrigen  war  die  Ausstattung  zwar  sehr  einfach, ­
  der  Druck  aber  nicht  so  schlecht,  wie  Hoffmann  es  später
darstellte.  Derselbe  „geschmacklose“  Letternschnitt  ist  sogar
zu  unserer  Zeit  wieder  modern  geworden!  Die  Auflage  betrug
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        500  Exemplare,  wovon  im  Jahre  1838  laut  Ausweis  der  Verlagsbücher ­
  noch  368  vorhanden  waren.  Die  Ehre,  des  Dichters
Erstling  verlegt  zu  haben,  bezahlte  die  Firma  Bachem  mit  einem
Verlust  von  9  Taler,  22  Sgr.  und  6  Pfg.
Auch  durch  ein  scherzhaftes  Büchlein  ist  die  schöne  Literatur
des  Jahres  1822  vertreten:  in  dem  „Aprils-Al  man  ach.  Ein
Toilettengeschenk  zum  Frühlingsanfang  1822  und  auch  zu  andern
Zeiten  des  Jahres  anmutig  zu  lesen“.  In  dem  ungenannten  Verfasser ­
  hat  wohl  niemand  einen  Juristen  vermutet,  der  gleichzeitig
mit  der  Herausgabe  eines  schwer  wissenschaftlichen  Werkes
beschäftigt  war.  Heute  darf  es  gesagt  werden,  daß  der  Assessor
Aug.  Wilh.  Heffter,  von  dem  oben  schon  die  Rede  gewesen  ist,
sich  den  Scherz  gestattet  hat.

4.  Des  Gründers  Tod  1822.  Lambert  Bachem.
Mitten  aus  seiner  fruchtbringenden  Tätigkeit  wurde  Johann
Peter  Bachem  im  Alter  von  37  Jahren  plötzlich  vom  Tode  abberufen. ­
  Man  fand  ihn  am  9.  Mai  1822  morgens  tot  an  der  vom
Ladenlokal  zur  Wohnung  führenden  Treppe  liegen.  Ein  „Stickfluß
infolge  einer  organischen  Herzkrankheit“  hatte  seinem  Leben  ein
Ende  gemacht.
Da  er  unverheiratet  gestorben  war,  führte  sein  Bruder
Lambert  zunächst  das  Geschäft  fort  und  kaufte  es  dann  von
den  Erben.  Das  war  für  ihn,  der,  wie  schon  Seite  7  erwähnt
wurde,  in  Honnef  am  Rhein  einen  einträglichen  Weinhandel
betrieb,  eher  ein  Opfer  als  sein  Wunsch.  Die  Kölner  Verhältnisse
waren  wenig  verlockend;  bares  Geld  war  fast  nicht  vorhanden,
das  Vermögen  steckte  in  Verlagsrechten  und  den  schon  gedruckten ­
  Büchern.  Zudem  war  die  Auseinandersetzung  mit  DuMont
noch  nicht  beendet.  Die  Rücksicht  auf  die  fünf  lebenden  Geschwister ­
  und  auf  fünfzehn  unmündige  Kinder  von  zwei  verstorbenen ­
  Geschwistern,  unter  denen  nach  den  Umständen  keiner
in  der  Lage  war  das  Geschäft  fortzuführen,  bestimmte  ihn  endlich
zu  der  Uebernahme.
In  dem  Geschäft  war  bisher  als  Gehilfe  Friedrich  Wilhelm
Haltenhof  tätig  gewesen.  Nachdem  von  der  preußischen  Regierung
diesem  und  Lambert  Bachem  am  7.  März  1823  auf  Grund  des
Nachweises,  daß  beide  Bittsteller  eines  unbescholtenen  Rufes
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        LAMBERT  BACHEM
        <pb n="37" />
        sich  erfreuten  und  über  ein  Vermögen  „von  mehr  denn  zwei
Tausend  Thaler“  verfügten,  die  „Concession  zur  Errichtung  einer
Buchhandlung,  Buchdruckerey  und  Leseanstalt“  erteilt  worden
war,  übernahm  Lambert  das  Geschäft  mit  Werten  und  Schulden
für  eine  „Ueberhauptsumme  von  3000  Reichsthalern,  jeden  zu
60  Stübern,  oder  2307  Berliner  Thaler  17  Silbergroschen“  und
eine  Reihe  weiterer  geldlicher  Leistungen,  insgesamt  für  rund
3900  Reichstaler  oder  rund  3000  Berliner  Taler.  Im  „Status
activus“  war  die  Leihbibliothek  mit  704  Taler,  das  Sortimentsgeschäft ­
  mit  954,  der  Verlag  mit  423,  der  Papiervorrat  mit  334
und  die  Buchdruckerei  mit  557  Taler  bewertet  worden.
Da  die  gemieteten  Geschäfts-Räumlichkeiten  sich  als
zu  klein  erwiesen,  kaufte  Lambert  Bachem  bald  nach  der  Uebernahme
  des  Geschäfts  durch  Akt  vom  26.  Mai  1823  das  Haus  zur
Stadt  Paris 10  „auf  der  Hohenstraße  unter  Wappenstecken“  Nr.  5088
(neue  Nummer  81)  „ohnweit  den  Vier-Winden“  zum  Preise  von
11  000  Taler.  Das  Hintergebäude,  das  auf  einen  Garten  hinausging, ­
  nahm  die  Druckerei  auf.
lieber  das  damalige  Geschäftspersonal  haben  sich  nur  geringe
Aufzeichnungen  erhalten,  die  in  Lehrverträgen  sich  finden,  lieber  den
Teilhaber  an  der  Konzession,  Friedr.  Wilh.  Haltenhof,  wird  nichts  mehr
berichtet.  Daß  er  Ende  1835  noch  in  der  Stellung  war,  kann  aus  einem
Gruß  geschlossen  werden,  den  der  ausgerüekte  Lehrling  Lorentzen  im
Oktober  dieses  Jahres  aus  Rotterdam  an  ihn  bestellen  ließ.  In  Köln
scheint  er  aber  nicht  gestorben  zu  sein,  denn  die  hiesigen  Sterberegister
führen  seinen  Namen  nicht  auf  “.
Die  Leihbibliothek  war  gar  nicht  unbedeutend.  Ein  im
Jahre  1828  gedrucktes  „Vollständiges  Bücherverzeichnis“  derselben ­
  führt  auf  226  Seiten  5663  Nummern  auf,  von  denen  2913
Romane,  311  Poesie,  430  Theater,  815  Geschichte  und  Politik,  414
Erd-  Länder-  und  Völkerkunde  und  780  „Vermischte  Schriften
zum  Nutzen  und  Vergnügen“  betrafen.  Als  Gymnasiast,  der  nichts
lernte,  war  August  Reichensperger  ein  eifriger  Benutzer.
»Der  alte  Lambert  Bachem,“  erzählte  er  später,  „warnte  mich
wiederholt  und  verweigerte  mir  zuletzt  weitere  Werke.“
Dank  seinem  Sortimentsbuchhandel  ist  Lambert  Bachem  später
sogar  Hofbuchhändler  geworden.  Als  Prinz  Wilhelm  von  Preußen
der  Aeltere  12  1830  als  Generalgouverneur  der  westlichen  Provinzen ­
  in  Köln  wohnte  und  Bachem  Bücherlieferungen  an  seinen
Hof  hatte,  erhielt  dieser  auf  sein  Ansuchen  unterm  6.  Januar  1831
den  Titel  eines  „Hofbuchhändlers  und  -Buchdruckers“.
100  Jahre  J.  p.  Bachem.  2
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        18

5.  Der  Verlag  von  1823  bis  1840.
a)  Der  Buchverlag.
Naturgemäß  ging  die  Erzeugung  des  Verlags  im  Jahre  nach
Johann  Peters  Tod  erheblich  zurück;  es  erschienen  nur  fünf
Bücher  und  Broschüren,  davon  vier  im  Kommissionsverlag;  ein
Handbuch  der  polizeilichen  Rechtspflege  von  J.  M.  Bender,  ein
Schriftchen,  enthaltend  die  Elementarvorschrift  für  Stadt-  und
Landschulen  von  Renard  und  zwei  rechtswissenschaftliche
Broschüren.
Umso  eigenartiger  ist  das  fünfte  Werk,  ein  „Lehr-  und  Lesebuch ­
  für  Soldatenschulen“,  betitelt  „Woyciech,  eine  Soldatengeschichte“. ­
  Ihr  Verfasser,  Carl  Aug.  Zeller  in  Köln,
erzählt  in  der  Vorrede,  daß  er  es  im  Auftrag  „Eines  H.  Kriegsministerii“
  verfaßt  habe  und  daß  „des  Königs  Majestät  zu
befehlen  geruht  habe,  Allerhöchstihnen  dieses  Lehrbuch  in
Manuskript  vorzulegen“,  daß  „Eine  H.  Militairstudiencommission
berichtigt,  was  in  diesem  Versuch  unrichtig,  und  beseitigt  hat,
was  unpassend  und  zweckwidrig  war“.  Der  König  hatte  die
Handschrift  mit  dem  Vermerk  versehen:  „Ganz  geeignet  für
meine  Soldatenschulen.“  Der  Verfasser  war  ein  angesehener
Erzieher.
Woyciech,  der  Mustersoldat  —  „einst  wenig  mehr  als  das  Thier“  —
war  in  Westpreußen  „in  der  Hütte  der  Armuth  von  polnischen  Eltern
geboren“  und  von  Anfang  an  „durch  eine  gute  Schulzucht  gewöhnt,
unterthan  zu  sein  aller  menschlichen  Ordnung  um  des  Herrn  willen“.
Wie  er  im  Verlauf  seines  Musterlebens  „ein  frommer  Christ,  ein  tapferer
Krieger  und  ein  guter  Bürger“  wurde,  das  ist  der  Inhalt  der  erbaulichen
Geschichte.  Ihr  vorausgeschickt  ist  eine  Art  Katechismus,  der  die  „Pflichten ­
  des  Kriegers“  aufzählt.  Bei  jedem  Gebot  sind  gewissenhaft  die
erheblichen  Unannehmlichkeiten  vermerkt,  die  seine  Uebertretung  nach
sich  ziehen.  So  ist  z.  B.  für  Totschlag  „Tod  durch  das  Beil  oder  das
Rad  von  oben  herab  oder  von  unten  herauf“  angekündigt,  für  Vergiftung
„dieselben  Todesstrafen  geschärft  durch  Schleifen  zum  Richtplatz“.  „Weh
dem  Soldaten,  der  ein  Magazin  in  Brand  steckt,  auch  wenn  das  Feuer
ohne  Schaden  gedämpft  worden!  Strafe  des  Feuers  ist  sein  Lohn!“  Und
so  geht  es  fort.  Es  sind  das  die  preußischen  Kriegsartikel  „so  geordnet,
daß  der  Verstand  leichter  faßt  und  übersieht,  das  Gedächtnis  besser
behält,  was  dem  Soldaten  stets  gegenwärtig  bleiben  muß,  wenn  er  seinen
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        Weg  unsträflich  wandeln  soll“.  Das  Buch  ist  eine  Anleitung  zur  Abrichtung ­
  des  Menschen  zum  preußischen  Soldaten.  Trotz  der  löblichen
Absicht  scheint  der  Erfolg  den  Erwartungen  nicht  entsprochen  zu  haben.
Von  den  2100  Drucken  überreichte  Bachem  1200  dem  Könige  „als  patriotisches ­
  Geschenk“,  wie  er  sich  in  einem  Brief  an  Ladenberg  vom  19.  November ­
  1840  ausdrückt,  in  dem  er  sich  gleichzeitig  darüber  beschwert,
daß  nichts  für  das  Buch  geschehen  sei.  Das  Schlußergebnis  war  für  den
Verleger  ein  Verlust  von  50  Taler.
Auch  in  diesem  Zeitraum  herrscht  die  rechtswissenschaftliche
Erzeugung  noch  vor.  Im  Jahre  1824  erscheint  zum  ersten  Male
als  Verlagsverfasser  der  Kgl.  Geh.  Staatsrat  Heinrich  Gottfried
Wilhelm  Daniels  (nicht  zu  verwechseln  mit  Alexander  von
Daniels;  vgl.  S.  20),  der  Sohn  eines  Kölner  Schneiders.
Seine  erste,  bei  Bachem  erschienene  Schrift  handelt  „lieber
die  Form  des  gerichtlichen  Verfahrens  in  Dominalsachen“,
  der  in  seinem  Sterbejahre  1827  die  „Grundsätze  des
Wechselrechts,  nach  Herrn  von  Selchow,  mit  besonderer
Rücksicht  auf  das  Allgemeine  Preußische  Landrecht  [und  das
Französische  Handelsgesetzbuch“  folgten.
Weitere  rechtswissenschaftliche  Werke  des  Jahres  1824  waren
u.  a.  Collmanns  „Lehre  vom  Strafrecht“,  das  Bachem  „in
Kommission  für  die  Rheinprovinzen“  hatte,  und  des  Appellationsgerichtsrats ­
  J.  C.  H.  Rive  umfangreiches  Werk  „lieber  das
Bauerngüterwesen  in  den  Grafschaften  Mark,  Recklinghausen, ­
  Dortmund  und  Hohen-Limburg,  den  vormaligen  Stiften
Essen,  Herzogthum  Cleve  und  in  den  Herrschaften  Broich  und
Wertherbruch“,  von  dem  nur  der  erste  Teil  erschienen  ist.
Das  Ansehen  Bachems  als  juristischer  Verleger  gewann  noch
durch  zwei,  allerdings  namenlos  erschienene  Werke  des  späteren
Kultusministers  Adalbert  v.  Ladenberg.  Sein  Buch  über  Preußens ­
  gerichtliches  Verfahren  in  Civil-  und  Kriminal-Sachen“
  brachte  es  von  1825  bis  1847  zu  drei  Neudrucken  (die
zweite,  1842  erschienene  Auflage  war  auf  Vorschlag  des  überlasteten ­
  Verfassers  von  Land-  und  Stadtgerichtsrat  Rud.  Const.
Jany  in  Schweidnitz  bearbeitet  worden),  und  die  „Hebersicht
der  preußischen  und  französischen  Hypotheken-Gesetzgebung“
  erlebte  bis  1842,  in  13  Jahren,  ebenfalls  drei
Auflagen.
Ladenberg,  der  1798  in  Ansbach  geboren  wurde,  war  während  seiner
juristischen  Ausbildungszeit  im  Jahre  1821  als  Assessor  beim  Appellationsgericht ­
  nach  Köln  gekommen,  zwei  Jahre  später  Landgerichtsrat  in
        <pb n="40" />
        20  ^

Coblenz  geworden  und  1824  als  Regierungsrat  und  Justitiar  nach  Köln
zurückgekehrt,  wo  er  verblieb,  bis  er  1834  Präsident  der  Regierung  in
Trier  wurde.  Im  Jahre  1839  als  Direktor  im  Kultusministerium  nach
Berlin  berufen,  übernahm  er  nach  10  Jahren  die  Leitung  dieses  Ministeriums, ­
  die  er  1850  politischer  Meinungsverschiedenheiten  wegen  niederlegte. ­
  Fünf  Jahre  später  starb  er  als  Chef  der  Oberrechnungskammer
in  Potsdam.
Unter  den  mancherlei  rechtswissenschaftlichen  Werken  der
nächsten  Jahre,  für  die  im  einzelnen  auf  das  Verlagsverzeichnis
verwiesen  werden  muß,  ragt  das  große  Unternehmen  des  „Handbuchs ­
  der  für  die  Rheinprovinzen  verkündigten  Gesetze, ­
  Verordnungen  und  Regierungsbeschlüsse  aus
derZeit  der  Fremdherrschaft“  hervor,  von  dem  die  beiden
ersten,  1833  und  1834  erschienenen  Bände  von  dem  Regierungsrat
und  Justitiar  der  Kgl.  Regierung  zu  Köln,  K.  Th.  F.  Bormann
im  Verein  mit  Dr.  Alexander  von  Daniels  herausgegeben
wurden.  Das  Werk,  das  mit  dem  8.  Bande  1845  zum  Abschluß
kam  und  das  vollständig  24  Taler  25  Ngr.  kostete,  ist  heute  noch
für  die  Geschichte  des  Rechts  im  Rheinlande  unentbehrlich.  Der
7.  Band  enthält  eine  wertvolle  systematische  Uebersicht  und
reiche  Literaturnachweisungen.  Vom  3.  Bande  ab  besorgte  Daniels
allein  die  Herausgabe.
Dieser,  ein  ganz  hervorragender  Jurist,  im  Jahre  1800  in  Düsseldorf
geboren,  lebte  nur  ein  Jahr  lang  (1843  bis  1844)  als  Rat  am  Rheinischen
Kassationshof  in  Köln.  1844  wurde  er  als  ordentlicher  Professor  der
Rechte  nach  Berlin  berufen  und  zum  Mitglied  des  Obertribunals  ernannt;
1848  war  er  Mitglied  der  Nationalversammlung.  Er  starb  am  4.  März  1868.
Als  Schriftsteller  hat  er  eine  rege  Tätigkeit  entfaltet.
Auf  dem  Gebiete  des  Staatsrechts  liegt  auch  der  kirchenpolitische ­
  Kampf,  der  in  Köln  zu  dem  Zusammenstoß  der  katholischen ­
  Kirche  mit  der  Regierung,  dem  sog.  „Kölner  Ereignis“
geführt  hat.  Eine  Flut  von  teilweise  leidenschaftlichen  Veröffentlichungen ­
  —  über  200  Streitschriften  —  knüpfte  sich  naturgemäß
an  diesen  seit  1825  währenden  Streit  um  die  gemischten  Ehen,
der  nun  am  20.  November  1837  zur  Verhaftung  des  Kölner  Erzbischofs ­
  Clemens  August  Freiherr  Droste  zu  Vischering  geführt
hatte.
Lange  vorher  schon  hatte  dieser  auch  den  Kampf  gegen  den
Hermesianismus  aufgenommen.  Jetzt  im  Januar  1837  verbot  er
die  Vorlesungen  der  hermesischen  Theologen  und  das  Lesen
solcher  Schriften  und  betonte  gegenüber  den  Vorhaltungen  des
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        preußischen  Kultusministers  v.  Altenstein,  daß  die  hermesianische
  Frage  eine  rein  kirchliche  sei.
Schon  im  Jahre  1836  berichtete  eine  Schrift  des  Verlages  unter
dem  Titel  „Die  Hermesianer  in  Rom  oder  Fugen  zu  den
Acta  Romana“  von  Edm.  Michaelis  über  die  Anwesenheit  der
beiden  Professoren  Braun  und  Elvenich  in  Rom.  Sie  waren
nach  der  päpstlichen  Verurteilung  der  Hermesschen  Schriften
vom  26.  September  1835  zur  Aufklärung  des  Papstes  am  26.  Mai
1837  angekommen.  In  einem  Briefe  am  19.  Juli  bedeutete  ihnen
aber  der  Jesuitengeneral  Roothaan  nach  langwierigen  vergeblichen
Verhandlungen  über  die  hermesischen  Lehren,  daß  „kein  Grund
vorhanden  sei,  warum  sie  länger  in  Rom  verweilen  wollten;“
es  bleibe  bei  der  Verurteilung.  Michaelis  verteidigt  die  beiden
Abgesandten  und  die  Sache  des  Hermes,  besonders  gegen  den
Professor  Windischmann  in  Bonn,  der  schon  im  Jahre  1837  gegen
Hermes  mit  „Erbärmlichkeiten“  gearbeitet  habe.
In  seiner  Schrift  über  Windischmann  und  sein  Kreis  (erste  Vereinsschritt ­
  für  1916  der  Görres-Gesellschaft)  vermutet  Professor  Dr.  Dyroff,
daß  es  sich  bei  dem  Namen  Michaelis  um  einen  Decknamen  handele
und  daß  es  sich  verlohne,  über  die  Urheberschaft  dieser  Schrift  genauere
Untersuchungen  anzustellen.  Seine  Vermutung  ist  richtig:  Michaelis  ist
Professor  Dr.  Biunde  in  Trier 13 .
Der  Bachemsche  Verlag  stand  bis  zum  Jahre  1839  in  seinen
Veröffentlichungen  weder  in  der  hermesischen  Angelegenheit  noch
im  Kirchenstreit  auf  der  Seite  Clemens  Augusts.  Das  war  damals
in  der  gärenden  unklaren  Zeit  ringenden  Verständnisses  nicht
so  verwunderlich,  wie  es  heute  scheint,  wo  wir  die  Ereignisse
im  geschichtlichen  Lichte  betrachten.  Tatsächlich  befand  sich
Bachem  unter  den  Katholiken  nicht  in  schlechter  Gesellschaft.
Wie  sein  Geschäftskopiebuch  erweist,  zählte  ein  großer  Teil  des
Klerus  zu  der  Kundschaft  seines  Sortimentsgeschäftes  und  stand
mit  ihm  in  Briefwechsel.  War  doch  nicht  einmal  der  größte  Teil
des  Klerus  und  sein  eigenes  Domkapitel  auf  Seite  des  Erzbischofs
zu  finden.
Zu  Ende  des  Jahres  1838  war  dann  noch  bei  Bachem  die
Schrift  erschienen:  „Rationaler  und  historischer  Standpunkt ­
  zur  Beurtheilung  des  Verhältnisses  zwischen
Staats-Regierungen  und  dem  römischen  Stuhle  in  Beziehung ­
  auf  gemischte  Ehen;  mit  einem  Rückblicke  auf  die  Kölner
Angelegenheit.  Von  einem  Katholiken“,  eine  wissenschaftliche
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        Veröffentlichung,  die  rein  theoretisch  das  Recht  der  Einwirkung
auf  die  Ehe  von  seiten  des  Staates  und  der  Kirche,  die  Ehe  als
Vertragend  ihre  sakramentale  Eigenschaft,  die  frühere  Gepflogenheitgder|katholischen
  Kirche  in  bezug  auf  gemischte  Ehen,  ihre
Gültigkeit  u.  a.  m.  erörtert.  Die  Schrift  kommt  zu  anderen  Ergebnissen ­
  wie  der  römische  Stuhl,  will  aber  in  dem  besonderen
Kölner  Fall  über  den  Widerstand  Clemens  Augusts  kein  Urteil
fällen.
Gegen  Görres’  Athanasius  richtete  sich  das  1838  namenlos
erschienene  Sendschreiben  der  evangelischen  Freifrau
Athanasia  an  den  Pater  Athanasius  in  Betreff  einiger
von  demselben  angeregten  Bedenken“,  dessen  Verfasser,  wie
schon  Paul  Vogel  festgestellt  hat  (Beiträge  zur  Geschichte  des
Kölner  Kirchenstreites)  der  evangelische  Pfarrer  J.  R.  Lange  in
Duisburg  war.
Endlich  ist  noch  aus  dem  Jahre  1838  zu  nennen  die  Broschüre
„Die  katholischeKirche  innerhalbdesProtestantismus
  und  ihr  Recht,  vorzüglich  in  den  gemischten  Ehen“  von
dem  (evangelischen)  Theologieprofessor  Dr.  K.  H.  Sack  in  Bonn,
der  dafür  eintritt,  daß  die  Kirchenparteien  sich  gegenseitig
achten  statt  überreden  oder  gar  sich  bekämpfen  sollen.  (Zu
diesen  Werken  vgl.  Karl  Bachem,  Josef  Bachem,  I  S.  84,  94  ff.)
In  seltsamem  Gegensatz  zu  dieser  Haltung  seines  Verlags
standen  die  persönlichen  Bemühungen  Bachems  für  die  Sache
Clemens  Augusts.  Da  er  die  von  der  Regierung  verbotenen  Flugblätter ­
  und  Flugschriften  von  katholischer  Seite  in  seinem  Geschäfte ­
  nicht  verbreiten  durfte,  verkaufte  er  sie  in  dem  Hause
seines  Freundes  Bartman,  der  am  Heumarkt  Nr.  76  eine  Weinhandlung ­
  betrieb.  Bis  zur  Beendigung  des  kirchenpolitischen
Kampfes  Ende  des  Jahres  1840,  die  einen  vollen  Sieg  der  katholischen ­
  Kirche  bedeutete,  gingen  von  hier  mit  dem  Wein  auch
diese  Schriften  ins  Volk.
Als  in  den  ersten  Jahren  nach  dem  Tode  des  Gründers  die
Verlagstätigkeit  wieder  reger  wurde,  begann  1824  das  Erscheinen
des  großen  J.  Braunschen  „Handbuchs  der  Erdkunde“
besonders  für  „Gelehrtenschulen“,  wovon  1827  und  1833  zwei
fernere  Teile  herauskamen.
Zur  Erdbeschreibung  im  engeren  Sinne  muß  man  wohl  auch
das  Werkchen,aus  dem  Jahre  1827  des  damaligen  Stadtbaumeisters
J.  P.  Weyer"  rechnen,  das  er  im  Verein  mit  dem  Appellations ­
        <pb n="43" />
        23

gerichtsrat  Th.  Joh.  Jos.  Lenzen  unter  dem  Titel  „Sammlung
von  Ansichten  öffentlicher  iPlätze,  merkwürdiger  Gebäude ­
  und  Denkmäler  in  Köln“  mit  „Aphorismen  aus  Köln’s
Geschichte“  herausgegeben  hat.
Lenzen  hat  darin  die  für  Philologen  merkwürdige  Entdeckung  gemacht,
daß  „in  ähnlich  ausgesprochenen  und  geschriebenen  griechischen  Wörtern
meistens  die  nämliche,  immer  aber  eine  gleichartige  Bedeutung  mit  dem
Sinne  unserer  Volkssprache“  zu  finden  sei.  „Je  gemeiner,  der  unteren
Volksklasse  eigenthümlicher  dergleichen  Wörter  sind,  desto  genauer
findet  man  ihre  Uebereinstimmung.“  So  führt  er  z.  B.  die  Bezeichnung
Lys  in  Lyskirchen  auf  das  griechische  Avaig,  Befreiung  von  Schuld  durch
Sühnopfer,  zurück  und  jraeint,  „unser  erlösen,  im  gemeinen  Kölnischen
erlüsen  vom  Uebel  im  Vater  unser“  müsse  die  gleiche  Bedeutung  haben.
Den  Namen  „Igel-  oder,  wie  die  Kölner  sprechen,  Eigelstein“  erklärt  er
nach  aiyialog,  Ufer,  „als  von  einer  Uferfestung  herrührend  (Stein  heiße  im
alten  Deutsch  eine  Festung:  Ehrenbreitstein,  jKönigstein).  Das  sind  allerdings ­
  Muster  einer  „Volks-Etymologie“.
Im  übrigen  bietet  das  Duodezbüchlein  zu  den  kleinen  Steindruckbildchen ­
  eine  gute  Aufzählung  der  Sehenswürdigkeiten,
vornehmlich  der  Kölner  Kirchen.
Ungleich  wertvoller  aber  war  der  im  nächsten  Jahre  (1828)
erschienene  vortreffliche  Führer  durch  die  Städte  „Köln  und
Bonn“,  der  heute  noch  (eine  in  mancher  Hinsicht  anregende
Quelle  für  die  damaligen  Zustände  in  beiden  Städten,  die  Verkehrseinrichtungen ­
  am  Rhein  und  dergl.  darstellt.  Das  330  Seiten
starke  Buch,  das  namenlos  erschien  und  von  dem  im  Jahre  1830
eine  von  N.  B.  Sautelet  in  Köln  besorgte  französische  Uebersetzung
  herauskam,  hatte  für  Köln  Dr.  Karl  Georg  Jacob  und
Mathias  Josef  de  Noel,  für  Bonn  den  Professor  Nöggerath“
zu  Verfassern.
J ! acob,  1796  zu  Halle 1 ,  geboren  und  seit  1826  Oberlehrer  am  evangelischen ­
  Friedrich-Wilhelm-Gymnasium  zu  Köln,  ein  gelehrter  Philolog,
starb  als  Professor  an  der  Landesschule  Pforta  im  Jahre  18919.  De  Noel
(1782—1849)  war  ein  bekannter,  für  seine  Vaterstadt  gleich  seinem  väterlichen ­
  Freunde  Wallraf  begeisterter  Kölner ,5 .  In  dem  gründlichen
Werkchen  vermittelt  der  Stadtplan  in  Steindruck  ein  gutes  Bild  der
damaligen  Stadt,  deren  Umwallung,  auf  Grund  der  Kabinettsorder  vom
11.  März  1815  unter  Leitung  des  Generalleutnants  von  Rauch  gebaut,
damals  19  Tore,  7  bewohnte  Wälle,  einen  Sicherheits-,  einen  Freihafen
und  7  bewohnte  Gräben  hatte.
Auch  das  Gebiet  des  Handels  und  der  Handelspolitik,  auf  dem
von  jeher  die  Bedeutung  Kölns  geruht  hat,  sollte  dem  Verlag
        <pb n="44" />
        nicht  fremd  bleiben.  Hier  lieferte  im  Jahre  1829  Anton  Freiherr
von  M  y  1  i  u  s  in  seinem  Buche  „D  e  r  H  a  n  d  e  1,  betrachtet  in  seinem
Einflüsse  auf  die  Entwicklung  der  bürgerlichen,  geistigen  und
sittlichen  Kultur“  eine  anregende  Arbeit.  Er  hebt  hervor,  daß
im  18.  Jahrhundert  fast  alle  Kriege  den  Handel  zur  ersten  Veranlassung ­
  hatten.  „Seit  Cromwells  Zeiten  wurde  in  England
kein  Krieg  geführt,  wo  nicht  die  größere  Ausbreitung  des  Handels,
wo  nicht  die  sichtbare,  doch  gewiß  immer  die  unsichtbare  Triebfeder ­
  war.“  Noch  manche  weiteren  nützlichen  Folgen  für  Anmut
und  Sitte  sieht  der  Verfasser  in  dem  Betrieb  des  Handels.
Mit  dem  Handel  steht  der  Verkehr  in  inniger  Verwandtschaft, ­
  und  auch  auf  diesem  Gebiete  machte  sich  der  Verlag
bemerkbar.  Zu  jener  Zeit  erregte  die  Frage  der  Freiheit  der
Rheinschiffahrt  erneut  die  Gemüter.  Köln  und  Mainz  verteidigten ­
  bis  zum  äußersten  ihr  jahrhundertealtes  Stapelrecht,
das,  auf  dem  Papier  bereits  1804  und  1815  aufgehoben,  die  Städte
zu  dem  Verlangen  berechtigte,  alles  an  ihnen  vorüberzuführende
Kaufmannsgut  in  den  öffentlichen  Kaufhäusern  drei  Tage  lang  anzubieten ­
  17 .  In  dem  Fortfall  des  Stapels  sah  man  besonders  in  Köln  das
größte  geldliche  Unglück.  Die  beiden  Städte  veranlaßten  deshalb
im  Jahre  1827  die  Abfassung  einer  großen  Denkschrift,  die  unter
dem  Titel  „UeberdieHandels-SchiffahrtaufdemRheinstrom
  besonders  in  Beziehung  auf  das  Königreich  der  Niederlande“ ­
  bei  Carl  Drechsler  in  Heilbronn  erschien  und  noch  im  gleichen
Jahre  bei  Bachem  in  französischer  Uebersetzung  herauskam.  Auch
eine  Uebersetzung  in  die  niederländische  Sprache  wurde  veranlaßt.
Die  Bachemsche  Veröffentlichung  „D  e  la  navigation  du  Rhin“
ist  übrigens  höchstwahrscheinlich  gar  nicht  in  Köln  gedruckt  worden.
Es  hat  damit  eine  etwas  wunderliche  Bewandtnis.  Das  Buch  trägt  nämlich
den  Namen  des  fingierten  Druckers  Pierre  Marte  au 18 .  Die  Denkschrift
erfuhr  noch  im  Jahre  ihres  Erscheinens  eine  sehr  geschickte  Widerlegung
durch  den  holländischen  Advokaten  Op  den  Hooff,  die  auch  in  deutscher
Uebersetzung  erschien  („Bemerkungen  gegen  die  deutsche  Schrift  etc.“;
Amsterdam,  bei  Erben  H.  Hartmann).
Die  Streitigkeiten  über  die  Rheinschiffahrt  führten  endlich  im  Jahre  1831
zu  einer  Einigung.  Der  31.  März  dieses  Jahres  ist  für  die  Rheinschiffahrt
ein  entscheidender  Tag  geworden.  An  ihm  wurde  unter  den  Uferstaaten
des  Rheines  (Baden,  Bayern,  Frankreich,  Hessen,  Nassau,  die  Niederlande
und  Preußen)  die  „Rheinschiffahrtsordnung“  festgelegt,  deren  erster  Artikel
lautete:  „Die  Schiffahrt  auf  dem  Rheinstrome  in  seinem  ganzen  Laufe  soll
von  da  an,  wo  dieser  Fluß  schiffbar  wird,  bis  in  die  See,  sowohl  aufwärts
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        als  abwärts,  völlig  frei  seyn  und  in  Bezug  auf  den  Handel  niemanden
untersagt  werden  können.“  Bachem  gab  die  109  Artikel  umfassende
„Uebereinkunft“  im  selben  Jahre  in  sehr  guter  Ausstattung  heraus.
Wie  die  damaligen  Verhältnisse  an  und  auf  dem  Rhein  geartet
waren,  davon  erhalten  wir  ein  anschauliches  Bild  in  einem  im  Jahre
1830  ohne  Verfassernamen  erschienenen  Buche  des  Bachemschen
Verlags:  „Kurze  Bemerkungen  auf  einer  flüchtigen
Reise  a;m  Rhein  und  durch  das  Königreich  der  Niederlande
im  Jahre  1828“.  Der  Verfasser,  ein  sehr  anregender  Beobachter,
ist,  was  bisher  nicht  bekannt  geworden  sein  dürfte,  der  bereits
oben  erwähnte  spätere  Minister  v.  Ladenberg.  Die  Verkehrsverhältnisse ­
  am  Rhein  beschränkten  sich  damals  außer  den  Reit-Fahr-
  und  Schnellposten  im  wesentlichen  auf  ein  viermal  in  der
Woche  zwischen  Mainz  und  Köln  verkehrendes  Dampfschiff.
Ladenberg  gibt  bei  den  besuchten  Städten  seine  Erlebnisse  wieder,
die  häufig  von  ergänzenden  oder  berichtigenden  „Anmerkungen
des  Setzers“  begleitet  werden.  So  nimmt  der  Setzer,  bei  dem
wohl  der  begründete  Verdacht  besteht,  daß  er  dem  Verleger  den
Mund  geliehen  hat,  u.  a.  die  Kölnerinnen  vor  dem  Vorwurf  in
Schutz,  zu  große  Füße  zu  haben.
Für  die  Geschichte  des  Verkehrs  im  19.  Jahrhundert  ist  endlich ­
  auch  ein  Büchlein  bemerkenswert,  in  dem  der  Direktor  des
Kölner  Oberpostamts  Rehfeld  im  Jahre  1831  eine  „Uebersicht
aller  zu  Cöln  am  Rhein  abgehenden  und  ankommenden
Posten“  lieferte.  Wir  erfahren  darin  u.  a.,  daß  es  damals  in
Köln  drei  Briefkästen  gab,  in  die  man  unfrankierte  Briefe  einlegen
  konnte  —  die  Briefmarke  wurde  erst  1840  in  England  ausgegeben ­
  und  in  Deutschland  erst  10  Jahre  später.  Im  übrigen
erhält  man  einen  guten  Ueberblick  über  das  damalige  Netz  der
Posten  innerhalb  Deutschlands  und  des  Auslandes.
Neben  einigen  weniger  bedeutenderen  Unternehmungen  war
es  wohl  der  Verleger  selbst,  der  im  Jahre  1824  durch  „Bemerkungen ­
  eines  Rheinländers  über  den  Weinbau
in  den  Regierungsbezirken  Köln  und  Koblenz,  besonders  zu  Linz
und  in  den  dortigen  Umgebungen.  Ein  Wink  für  Eigentümer  von
Weinbergen“  seinen  Verlag  bereicherte.  In  dem  32  Seiten  starken
Schriftchen  führt  er  Klage  über  nachlässige,  faule  und  betrügerische ­
  Winzer  (Pächter),  die  damals  Halbwinner  genannt  wurden,
weil  ihnen  von  den  Eigentümern  die  Hälfte  des  jährlichen  Wachstums ­
  zukam.  Außerdem  war  ihnen  die  Benutzung  der  sog.
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        26

Battungsfelder  oder  Wiesen  zur  Erzielung  von  Viehfutter  gestattet; ­
  ferner  kam  ihnen  die  Hälfte  des  darauf  gezogenen  Obstes
und  das  „zum  größten  Nachteile  der  Weinberge  darin  gepflanzte
Gemüse“  zu  gute.  Ueber  die  damaligen  landwirtschaftlichen
Verhältnisse  gibt  das  Schriftchen  gute  Auskunft.
Als  erste  volkstümlich-religiöse  Veröffentlichung  des  Verlags
ist  die  von  C.  Stündeck  in  Xanten  besorgte  Uebersetzung  einer
kleinen  Erbauungsschrift  des  Thomas  von  Kempis  (um  1380
bis  1471)  zu  nennen  „Vallis  liliorum“.  Das  kleine  Büchlein  des
berühmten  Verfassers  von  der  Nachfolge  Christi:  „Das  Lilienthal“ ­
  scheint  in  deutscher  Sprache  nicht  oft  gedruckt  worden
zu  sein.  Die  Nachfolge  Christi  selbst,  das  nach  der  Bibel
am  öftesten(gedruckte  und  tausendemal  übersetzte  Buch,  erscheint
erst  1875  im  Bachemschen  Verlag.
Spärlich  waren  bisher  die  Verfasser  aus  dem  Reiche  der
schönen  Literatur  im  Verlag  vertreten.  Der  Kölner  Gymnasiallehrer ­
  Joh.  Peter  Balthasar  Kreuser  (1795—1870)  hotte  1824
einen  allerdings  300  Seiten  starken  Band  Dichtungen  geliefert.
Im  Jahre  1829  hatte  Ernst  Richter  ein  „Vaterländisches
Erinnerungsbuch,  Lieder  ;auf  die  denkwürdigsten  Tage  des
deutschen  Befreiungskrieges“  herausgegeben.  Unter  diesen  Umständen ­
  rechtfertigt  es  sich  wohl,  auch  auf  einen  Span  hinzuweisen, ­
  der  aus  der  Werkstatt  eines  Meisters  in  der  Literatur
abfiel.  In  Köln,  wie  auch  in  den  übrigen  preußischen  Provinzen,
beging  man  für  die  Rheinprovinz  am  3.  Februar  1838  den  Gedenktag, ­
  an  dem  vor  25  Jahren  Friedrich  Wilhelm  III.  die  Freiwilligen ­
  zum  Kampfe  gegen  den  Korsen  aufgerufen  hatte,  zugleich ­
  mit  der  Gedächtnisfeier  für  den  Erlaß  des  „Aufrufs“  vom
17.  März  1813.  281  Freiwillige  der  Jahre  1813,  1814  und  1815
waren  hier  zusammengeströmt,  die  Lambert  Bachem  mit  seinem
ebengenannten  „Vaterländischen  Erjinnerungsbuch“  beschenkte. ­
  Im  Auftrag  des  Komitees  lieferte  Karl  Immermann,
Landgerichts-Rat  zu  Düsseldorf  und  ehemaliger  Freiwilliger  des
Leib-Infanterie-Regiments,  unter  dem  Titel  „DasFestderFreiwilügen“
  eine  poesiedurchsetzte  Beschreibung,  die  der  Verlag
Bachem  im  selben  Jahre  in  hübscher  Ausstattung  herausbrachte.
b)  Vom  Beginn  des  Zeitschriftenverlags  bis  1840.  &amp;lt;
Der  Ehrgeiz  des  nimmermüden  Lambert  Bachem  war  schon
früh  auf  die  Angliederung  eines  Zeitungsunternehmens  gerichtet.
        <pb n="47" />
        Sein  Plan  war  die  Herausgabe  eines  großen  politischen  Blattes,
und  zu  diesem  Zwecke  suchte  er  die  beiden,  neben  der  Kölnischen
Zeitung  in  Köln  bestehenden  Zeitungsunternehmungen,  den  „Weltund
  Staatsboten“  der  J.  G.  Schmitzschen  Buchhandlung  und  den
„Verkündiger  am  Rhein“,  der  bei  J.  M.  Heberle  erschien,  aufzukaufen ­
  und  zu  einem  einzigen  neuen  Blatt  zu  verschmelzen.  Am
28.  Februar  1830  schloß  er  zu  diesem  Zwecke  mit  Heinrich
Pütt  er  einen  Gesellschafts-Vertrag,  wonach  Pütter,  der  als
Schriftleiter  vorgesehen  war,  den  Ankauf  auf  gemeinsame  Kosten
unternehmen  sollte.  Der  Plan  kam  aber  nicht  zustande.
Um  seine  Bestrebungen  nicht  gänzlich  aufgeben  zu  müssen,
entschloß  sich  Lambert  Bachem  schließlich  zum  Ankauf  der
„Rheinischen  Provinzialblätter“,  einer  Monatschrift,  die  mit  dem
1.  Januar  1832  in  Aachen  von  dem  Kgl.  Regierungs-  und  Medizinalrat ­
  a.  D.  Dr.  K.  G.  Neumann  begründet  und  später  von  dem
Regierungssekretär  Aldefeld  übernommen  worden  war.  Von
diesem  kaufte  Bachem  im  Jahre  1834  das  Unternehmen  für  die
geringe  Summe  von  100  Taler.
Die  Provinzialblätter  hatten  zunächst  keinen  politischen  Charakter, ­
  waren  nur  insofern  regierungsfreundlich,  als  sie  nur
„Liebe  zum  Vaterland,  Liebe  zum  König  befördern  und  nähren“
wollten.
Als  Herausgeber  gewann  Bachem  den  Oberbergrat  Professor
Dr.  Jakob  Nöggerath 16  in  Bonn.  Die  Zeitschrift,  die  nun  unter
dem  Titel  „Gemeinnützige  und  unterhaltende  Rheinische ­
  Provinzial-Blätter“  in  Klein-Oktavformat  monatlich
erschien,  wollte  „den  Bewohnern  der  Provinz  in  einer  ungekünstelten, ­
  allgemein  verständlichen,  anspruchlosen,  aber  kräftigen
Sprache  alles  dasjenige  mittheilen,  was  für  dieselben  ein  besonderes ­
  allgemeines  Interesse  hat  und  denselben  nützlich  und
angenehm  seyn  kann“.  Nach  einer  spätem  Ankündigung  hatten
sie  die  „echt  patriotische  Tendenz:  sowohl  das  heutige,  als  das
vergangene  innere  und  äußere  Leben  der  Provinz  möglichst
vollständig  zur  Anschauung  zu  bringen,  und  diejenigen  auswärts
gewonnenen  Kenntnisse  und  Erfolge,  welche  dem  Lande  ersprießlich ­
  seyn  können,  in  diesem  zur  Anwendung  und  Benutzung  zu
fördern“.
Der  Verleger  gab  sich  große  Mühe,  in  Regierungskreisen,  unter
Staats-  und  Gemeindebeamten,  Heeresangehörigen,  Geistlichen
und  Lehrern  Leser  und  Mitarbeiter  zu  finden.  Obwohl  er  von
        <pb n="48" />
        28

den  Generalen  von  Borstell  und  von  Müffling,  von  dem  Oberpräsidenten ­
  der  Rheinprovinz  von  Bodelschwingh  und  Behörden
freundliche  Zusagen  erhielt,  entsprach  der  Erfolg  den  Erwartungen ­
  durchaus  nicht.  Deshalb  wandte  sich  Bachem  in  einer
Eingabe  vom  10.  Juli  1837  an  den  Minister  des  Innern  und  der
Polizei  von  Rochow,  welcher  er  seine  frühere  Eingabe  vom
10.  Juli  1837  an  die  Kgl.  Regierung  in  Köln  anfügte;  in  dieser
hatte  er  u.  a.  ausgeführt:
„Die  Idee,  in  der  Rheinprovinz  eine  Zeitschrift  zu  haben,  worin  durch
ausgedehntere  Aufsätze,  als  es  in  rein  politischen  Blättern  möglich  ist,
auf  die  Bildung  und  Stimmung  der  Bewohner  und  auf  den  Volksgeist  im
Allgemeinen  besser  eingewirkt  werden  könnte,  ging  zunächst  von  der
hohen  Umgebung  Sr.  Kgl.  Hoheit  des  Prinzen  Wilhelm 1 '-)  aus  und  wurde
von  mir  mit  Eifer  ergriffen  und  zur  Ausführung  gebracht,  wobei  ich  das
Glück  hatte,  für  die  Redaktion  einen  Mann  zu  gewinnen,  dessen  Namen
einen  ehrenvollen  Ruf  in  ganz  Deutschland  behauptet,  dessen  gediegene
Kenntnisse  verbunden  mit  einem  glänzenden  Schriftstellertalente  ebenso
bekannt  sind,  als  seine  echt  patriotische  Gesinnung.“  Allein  die  von
„Minister  von  Nagler  in  großer  Menge  unentgeltlich  verbreiteten  Prospekte
und  öftere  kräftige  Empfehlung  der  hohen  Behörde  in  den  Amtsblättern“
hatten  das  Unternehmen  nicht  so  gefördert,  daß  es  die  Kosten  deckte.
Bachem  beantragte  nun,  „daß  es  einer  kgl.  hochlöblichen  Regierung  gefallen ­
  möge,  die  Anschaffung  der  Rheinischen  Provinzial-Blätter  für  jede
Bürgermeisterei  auf  Kosten  der  resp.  Gemeinden  anzuordnen  resp.  zu
dieser  Anordnung  die  höhere  Ermächtigung  zu  erwirken,  welche  von
Seiten  des  betreffenden  hohen  Ministerii  um  so  sicherer  zu  erwarten  ist,
da  Hochdasselbe  das  warme  Interesse  für  die  Provinzialblätter  theilt,
deren  Tendenz  vollkommen  billigt  und  ihre  Verbreitung  wünscht,  worüber
ich  die  schmeichelhaftesten  Versicherungen  der  hohen  Ministerien  besitze...
Nur  auf  diesem  Wege  kann  es  gelingen,  das  Fortbestehen  der  Provinzialblätter ­
  zu  sichern.“  Als  das  Gesuch  abgeschlagen  worden  war,  erbot
sieh  Bachem  in  einer  neuen  Eingabe  vom  2.  August  1837  an  den  Bruder
des  Ministers  von  Rochow,  etwa  gewünschte  Aenderungen  des  Inhalts
der  Provinzialblätter  oder  ihres  Titels,  in  „der  Art  der  Ausführung  oder
Ausgabe,  des  Formats  oder  der  Redaktion  selbst“  vorzunehmen.
Aber  alle  Bemühungen  waren  vergeblich.  Uebrigens  schrieb  Bodelschwingh, ­
  vielleicht  nicht  ganz  mit  Unrecht,  die  Mißerfolge  der  Provinzialhlätter
  zum  Teil  den  Eigentümlichkeiten  und  Schrullen  des  Herausgebers ­
  zu  (Vogel,  Beiträge  zur  Geschichte  des  Kölner  Kirchenstreites  S.  74),
Diese  Ansicht  dürfte  manches  für  sich  haben.  Der  Inhalt  der  Zeitschrift
beschränkte  sich  im  wesentlichen  auf  wissenschaftliche,  technische  und
landwirtschaftliche  Artikel,  vielfach  auch  aus  dem  Arbeitsgebiet  des
Herausgebers,  so  daß  man  kaum  mit  einem  großen  Leserkreis  rechnen
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        konnte.  Aktuelle  Beiträge  sucht  man  vergebens,  wenn  man  nicht  die
Auszüge  „aus  den  Zeitungsberichten  der  kgl.  Regierungen  zu  Köln,  Düsseldorf, ­
  Koblenz,  Trier  und  Aachen“  dazu  rechnet.  In  späteren  Jahren
konnte  der  Inhalt  mehr  Anteilnahme  beanspruchen,  aber  trotzdem  verkleinerte ­
  sich  der  Leserkreis.
Nach  vier  Jahren  legte  Nöggerath,  der  ein  Jahreshonorar  von
200  Taler  bezogen  hatte,  wegen  Arbeitsüberhäufung  auf  seinem
Gebiete  in  friedlichem  Einvernehmen  mit  dem  Verleger  die  Redaktion ­
  der  Provinzialblätter  nieder  und  sein  übrigens  nicht
genannter  Nachfolger  wurde  der  Gymnasiallehrer  Dr.  Ernst
Wey  den 19 .  Obschon  das  finanzielle  Ergebnis  des  Unternehmens
—  der  Bezug  kostete  jährlich  3  Taler  —,  das  mit  seinem  zwischen
340  und  236  Beziehern  schwankenden  Absatz  in  den  vier  Jahren
einen  Verlust  von  3138  Taler  eingebracht  hatte,  nicht  dazu  hätte
ermutigen  sollen,  erschien  es  doch  vom  1.  Januar  1838  wöchentlich
zweimal  bei  einem  jährlichen  Bezugspreis  von  3  Taler  10  Sgr.
1839  wurde  das  Format  vergrößert.  Das  Ergebnis  war,  daß  die
beiden  Jahre  1838  und  39  den  Verlust  auf  4899  Taler  vergrößert
hatten.  Als  eine  Bezugseinladung  für  das  Jahr  1840  keinen  genügenden ­
  Erfolg  hatte,  entschloß  sich  Bachem  endlich  dazu,  das
weitere  Erscheinen  einzustellen.
Für  dieses  Unternehmen  hatte  Lambert  Bachem  auf  sein  Nachsuchen ­
  vom  18.  Januar  1836  schon  unterm  6.  Februar  vom  Oberpräsidenten ­
  der  Rheinprovinz  von  Bodelschwingh  die  Erlaubnis
erhalten,  die  „in  das  Gebiet  der  Religion,  Politik,  Staatsverwaltung ­
  und  der  Geschichte  gegenwärtiger  Zeit  gehörenden
Gegenstände“  zu  behandeln.  Dabei  war  die  Erwartung  ausgesprochen ­
  worden,  „daß  diese  Begünstigung  dazu  gereichen  werde,
die  lobenswerte  Tendenz  der  vorgenannten  Zeitschrift  noch  fester
zu  begründen“.
Dieser  Erwartung  der  preußischen  Regierung  hatte  die  Redaktion ­
  des  Dr.  Weyden  allerdings  in  weitestem  Maße  entsprochen.
Im  Kölner  Kirchenstreit  und  im  Hermesianismus  hatten  die
Provinzialblätter  nicht  allein  völlig  auf  seiten  der  Regierung  gestanden, ­
  sondern  auch  alle  Schriften  —  und  nicht  zuletzt  Görres
—  bekämpft,  die  den  Erzbischof  verteidigten.  Nachdem  im  Jahre
1839  Lambert  Bachem  die  Redaktion  selbst  in  die  Hand  genommen ­
  hatte,  unterblieben  alle  Angriffe  auf  den  Erzbischof.
        <pb n="50" />
        In  diesen  Jahren  hatte  Lambert  Bachem  eine  niederschmetternde
Prüfung  zu  bestehen.  Wie  schon  früher  bemerkt,  hatte  er  eine
buchhändlerische  kaufmännische  Lehre  nicht  durchgemacht  und
die  Leitung  der  vier  Geschäfte:  des  Verlags,  der  Buchdruckerei,
des  Sortiments  und  der  Leihbibliothek  ging  über  die  Leistungsfähigkeit ­
  des  ideal  veranlagten  Mannes,  der  nach  und  nach  den
nüchternen  Ueberblick  über  die  Geschäfte  verloren  hatte.  Abgesehen ­
  von  dem  großen  Verlust  an  den  Provinzialblättern  hatten
sich  noch  viele  Verlagswerke  als  Nieten  erwiesen.  Ist  doch
nach  einem  alten  Wort  beim  Verlegen  (ursprünglich  bedeutet
das  Wort:  die  Kosten  für  etwas  übernehmen)  nur  eines  sicher,
daß  man  Geld  ausgibt;  alles  andere  ist  unsicher.
Schon  in  der  bereits  erwähnten  umfangreichen  Eingabe  an  den  preußischen ­
  Gesandten  am  Württembergischen  Hofe  v.  Rochow  (Bruder  des
Ministers  des  Innern  und  der  Polizei)  vom  2.  August  1837  klagt  Bachem
über  Verluste.  „Mein  ganzer  Verlag“,  sagt  er,  „kann  ziemlich  auffallende
Beweise  liefern,  wie  ich  den  Kollegen  den  lukrativen  Theil  überließ
und  unter  Hintansetzung  großer  Vortheile  die  ganz  entgegengesetzte
Richtung  nahm,  um  mir  den  hohem  Genuß  durch  eine  Wirksamkeit  für
wissenschaftliche  und  besonders  für  Staatszwecke  zu  verschaffen  .  .  .
Auch  würde  mir  diese  schöne  Belohnung  [hohe  Anerkennungen]  völlig
genügen,  wenn  die  dafür  gebrachten  Opfer  nicht  so  groß  und  ein
sehr  bedeutender  Theil  meines,  mir  in  meinem  ausgedehnten  Wirkungskreise ­
  so  höchst  nothwendigen  Baarvermögens  dadurch  nicht  theils  unwiederbringlich ­
  verloren,  theils  ziemlich  hoffnungslos  festgesetzt  worden
wäre.  Die  daraus  erwachsene  Verlegenheit  ist  um  so  größer,  als  ich
von  dem,  über  das  ohnehin  arme  Weinland  hereingebrochenen  Unglücke
hart  getroffen  bin;  ich  habe  bei  einem  Vorrathe  von  mehr  als  hundert
Ohmen  guten  Weines,  im  Besitze  eines  ausgedehnten,  in  unserer  Stadt
wie  auswärts  und  besonders  in  der  Buchhändlerwelt  geachteten  und  in
bestem  Rufe  stehenden  Geschäftes  und  sonstigen  ziemlich  bedeutenden
Mo-  und  Immobiliar-Vermögens  mich  deswegen  auch  jetzt,  nachdem  der
siebenjährige  Miether,  der  Bruder  des  Lords  Portarlington,  dasselbe  im
vorigen  November  verlassen  hat,  —  ich  spreche  es  nur  mit  Wehmuth
aus  —  mit  dem  Gedanken  vertraut  machen  müssen,  mein  schönes  Gut,
wenn  die  Anerbietungen  den  Werth  erreichen  sollten,  zu  verkaufen.“
ln  der  Eingabe,  deren  Zweck  die  Erlangung  einer  Unterstützung  für  die
Provinzialblätter  war,  bittet  er,  „einen  hartbelasteten  Familienvater  und
Geschäftsmann  aus  einer  bedeutenden  Verlegenheit  zu  retten,  worin  er
durch  Treue,  Anhänglichkeit  an  den  Staat  und  seine  Vertreter,  durch
Vertrauen  in  ihre  Ansichten,  wohlbegründete  Hoffnungen  und  Pflichtgefühl
gerathen  ist“.
        <pb n="51" />
        Schneller  als  Lambert  Bachem  dachte,  brach  das  Unglück
über  ihn  herein.  Er  hat  selbst  in  einem  umfangreichen  Briefe
vom  11.  November  1840  an  den  Kgl.  Direktor  im  [preußischen
Kultusministerium  v.  Ladenberg,  mit  dem  er  wegen  der  Neuauflagen ­
  seiner  Werke  in  Briefwechsel  stand,  eine  Darstellung
der  Vorkommnisse  gegeben,  aus  der  Folgendes  wiedergegeben  sei:
„Das  hiesige  königliche  Handelsgericht  versetzte  mich  durch  Urtheil
vom  17.  September  d.  J.  auf  den  Antrag  zweier,  keinem  vernünftigen
Vorschlagei  mehr  Gehör  gebender  Gläubiger 20  in  Fallit-Zustand  und
verhängte  dadurch  über  mich  und  meine  Familie  unsägliche  Leiden.  Ich
wurde  durch  diesen,  so  plötzlich  und  unerwartet  |auf  mich  geführten ­
  Schlag  gleich  aufs  Krankenbett  geworfen  .  .  .  Wie  sehr  ich
einer  unsinnigen,  rücksichtslosen  Leidenschaft  zum  Opfer  gefallen  bin,
wollen  Euer  Hochwohlgeboren  daraus  entnehmen,  daß  die,  {meistens
hier  anwesenden,  Gläubiger  von  einiger  Bedeutung,  das  hiesige  Banquierhaus
  (S.  Oppenheim  jr.  et  Comp,  an  der  Spitze,  mit  den  beiden  Antragstellern ­
  selbst,  dem  hiesigen  Handelsgerichte,  als  kaum  die  Siegel  angelegt
waren  [am  18.  Sept.  1840,  12  Uhr  mittags],  die  Erklärung  einreichten,
daß  sie  sich  solidarisch  verpflichteten,  meine  Schulden  alle  zu  bezahlen,
und  die  verehrliche  Stelle  auf  diesen  Grund  aller  Gründe  baten,  mich  in
den  Besitz  meines  Vermögens,  meines  Geschäfts  und  meiner  früheren
Rechte  wieder  einzusetzen,  welches  Gesuch  das  Handelsgericht  aber  verwarf. ­
  Nach  dem  Grundsätze,  daß  in  Fällen,  wie  hier,  wo  von  einem
Banquerott  auch  nicht  entfernt  die  Rede  seyn  kann,  das  Handelsgericht
nur  [im  Interesse  der  Gläubiger  und  des  Falliten  zu  operiren  habe,  nach
dem  gelieferten  Beweise,  daß  auf  diese  Art  keine  Schulden  von  mir,
sondern  jblos  noch  solche  meiner  potenten  Gläubiger  bestanden,  erheben
selbst  einige  Rechtsgelehrte  Zweifel  über  die  Richtigkeit  des  Urtheils,
unter  dessen  Motiven  die  Erklärung  so  wenig  als  jene  des  Syndiks,  daß
er  damit  einverstanden  wäre,  aufgeführt  sind.  Dem  Laien  wird  es  daher
nicht  zu  verargen  seyn,  wenn  er  über  die  so  hoch  gepriesene,  französische
Gesetzgebung  fortwährend  seine  Skrupel  behält,  .  .  .  einstweilen  aber
schmachte  ich  unter  dem  Drucke  vieler  zeitraubender  und  kostspieliger
Formalitäten,  welche  keine  Hoffnung  lassen,  mein  Sortimentsgeschäft ­
  erhalten  zu  können  .  .  .  Wenn  mir  nun  nach  zwei  und  zwanzigjährigem, ­
  rastlosem  Wirken  noch  der  herbe  Schmerz  geworden  ist,  ein
so  gut  fundirtes,  mit  der  höchsten  Sorgfalt  geleitetes  und  im  besten
Rufe  stehendes  Geschäft  durch  blinden  Parteigeist  in  seinen  Grundfesten ­
  erschüttert  und  durch  schmähliche,  unsinnige  Leidenschaft  zu
Grunde  gerichtet  zu  sehen,  so  habe  ich  doch  auch  das  Glück  gehabt,  mich
überzeugen  zu  dürfen,  daß  Rechtlichkeit  und  Ehre,  wofür  ich  gelebt  und
gewirkt  habe,  doch  noch  nicht  ganz  zu  inhaltlosen  Worten  herabgesunken
sind  und  daß  auch  der  moralischen  Kraft  im  Kampfe  mit  der  Geldsucht
        <pb n="52" />
        und  dem  Geldstolze  noch  einige  Wirksamkeit  geblieben  ist.  Die  allgemeinste, ­
  achtungsvollste  Theilnahme  aller  Stände  und  der  Buchhändlerweit
  haben  dafür  die  schönsten  Beweise  geliefert,  daß  ich  nicht  umsonst
gelebt  und  meine  Kräfte  und  ein  großes  Vermögen  geopfert  habe.“
Im  Börsenblatt  für  den  deutschen  Buchhandel,  Leipzig,  1840
Nr.  107  vom  11.  Dezember  1840  findet  sich  eine  Erklärung  vom
10.  November  1840  „An  meine  Herren  Kollegen!“,  in  der  es  heißt;
„Mein  Vertrauen  in  die  Zusage  eines  andern,  wodurch  ich  aus  meinen
eigenen  Mitteln  überflüssige  Fonds  erhalten  sollte  [Bachem  hatte  sein
Haus  an  der  Hohenstraße  an  den  Kaufmann  Zanoli  verkauft;  die  zugesagte ­
  Zahlung  blieb  aber  ausj,  ließ  mich  eine  bedeutende  Zahlung  auf
bestimmte  Zeit  annehmen  und  wurde  dadurch,  weil  dasselbe  durch  den
mir  Verpflichteten,  wie  es  sich  aber  erst  nach  abgelaufenem  Termine
erwies,  nicht  gerechtfertigt  wurde,  eine  augenblickliche  Insolvenz  herbeigeführt. ­
  Diese  s wurde  nun  auf  die  liebloseste  Weise  benutzt,  um  ein  so
wohlfundirtes,  mit  der  größten  Sorgfalt  geführtes  und  im  besten  Rufe
stehendes  Geschäft  zu  Grunde  zu  richten,  und  über  mich  und  meine
Familie  eine  Unzahl  von  Leiden  zu  verhängen  .  .  .;  eine  vieljährige,
mühevolle  und  sehr  kostspielige  Saat  wurde  mit  dem  Untergange  bedroht
in  einem  Augenblicke,  wo  die  schönsten  Früchte  mit  der  größten  Zuversicht ­
  erwartet  werden  durften  .  .  .  Der  herbe  Schmerz  über  ein  so
unbesonnenes,  herzloses  Verfahren,  wozu  ein  elender  Wortbruch  den
unseligen  Grund  gelegt  hatte,  und  die  traurige  Aussicht  auf  die  möglichen
Folgen  eines  so  unverdienten  harten  Schicksals  drohten  meine  ohnehin
schwache  Gesundheit  ganz  zu  untergraben.“  Die  meistens  anwesenden
Gläubiger  von  einiger  Bedeutung  hätten  sich  bemüht,  „ihr  Urtheil  vom
17.  Sept.  d.  J.  zurückzunehmen  und  die  völlige  Wiedereinsetzung  in
mein  Vermögen  und  mein  Geschäft  und  in  die  daraus  resultirenden  Rechte
zu  verordnen  .  .  .  Das  kgl.  Handelsgericht  erklärte,  den  Einspruch  der
Creditoren  verwerfen  zu  müssen  .  .  .  Ich  darf,  Gott  sei  Dank,  ruhig  auf
die  Vergangenheit  zurückblicken;  ich  schöpfe  aus  dem  Bewußtsein,  nur
das  Gute  gewollt  zu  haben,  trotz  des  Gebelles  unsinniger  Widersacher
den  Muth  für  die  Zukunft!  .  .  .  Das  kgl.  Handelsgericht  hat  unter  Controlle
  des  Syndiks  die  Druckerei  bereits  zu  meiner  Verfügung  gestellt
und  die  Befugniß  ertheilt,  den  Druck  der  angefangenen  Werke  und
Accidenz-Arbeiten  zu  beendigen.“
In  der  Tat  ergab  die  Durchsicht  der  Bücher,  daß  die  ganze
Angelegenheit  überflüssig  gewesen  war.  Die  Bilanz,  die  unter  Mitwirkung ­
  Lambert  Bachems  aufgestellt  wurde,  schloß  mit  32524Tlr.
29  Sgr.  Vermögensbestand  und  47269  Tlr.  22  Sgr.  Schulden,  unter
denen  sich  aber  als  höchster  Posten  eine  hypothekarisch  gesicherte ­
  Forderung  der  Gattin  Bachems  auf  das  Haus  Hohestraße  81
        <pb n="53" />
        33

mit  20807  Taler  befand.  Bachem  machte  den  Vorschlag,  den
Gläubigern  75  Prozent  ihrer  Forderungen  zu  zahlen:  50  Prozent
sofort  (mit  Zuhilfenahme  des  Vermögens  seiner  Frau  M.  H.  Bachem),
und  25  Prozent  innerhalb  der  nächsten  fünf  Jahre,  wofür  seine
Frau  sich  verbürgte.
„Am  20.  Februar  1841“,  so  heißt  es  in  dem  „Rehabilitationsgesuch“ ­
  vom  23.  April  1853,  „fand  ein  Vergleich  mit  den  Gläubigern
statt,  wonach  die  Passiv-Summe  38583  Thlr.  3  Sgr.  1  Pf.  betrug,
während  die  vertretenen  34  Gläubiger,  welche  den  mit  mir  abgeschlossenen ­
  Vergleich  Unterzeichneten,  die  Summe  von  35990Thlr.
25  Sgr.  7  Pf.  repräsentirten.  In  diesem  Vergleiche  wurde  ein
Nachlaß  von  25  Prozent  bewilligt;  die  hienach  bleibenden
75  Prozent  der  Forderungen  sollten  in  der  Art  bezahlt  werden,
daß  aus  den  Kaufschillingen  meines  nach  Bestätigung  des  Konkordates ­
  sofort  zu  verkaufenden  Hauses  50  Prozent  an  die
Gläubiger,  und  der  Rest  von  25  Prozent  ohne  Zinsen  in  fünf
Raten  binnen  fünf  Jahren,  jedesmal  mit  fünf  Prozent  entrichtet
werden  sollte.  Durch  das  vom  hiesigen  Kgl.  Handelsgericht  am
1.  März  1841  erlassene  Urtheil  wurde  dieser  Vergleich  bestätigt,
und  die  Vollstreckung  desselben  in  seinem  ganzen  Inhalte  verordnet. ­
  Zugleich  wurde  in  diesem  Urtheile  ausdrücklich  erklärt,
daß  »Lambert  Bachem  zu  entschuldigen  und  fähig  sei,
unter  den  in  dem  Handelsgesetzbuche  ausgedrückten  Bedingungen
in  den  vorigen  Stand  wieder  eingesetzt  zu  werden«.“
In  einer  Mitteilung  im  „Börsenblatt“  vom  10.  April  1841  versichert ­
  er,  daß  er  auch  nach  dem  Zustandekommen  des  Vergleichs
„stets  an  dem  Grundsätze  festhalte,  der  rechtliche  Mann  schließe
nur  ein  Conkordat,  um  sich  die  freie  gesetzliche  Wirksamkeit
wieder  zu  erwerben;  sein  Gewissen  aber  erinnere  ihn  fort  und
fort  daran,  daß  er  sich  dadurch  keiner  einzigen  Verbindlichkeit
entledige“.
Mit  tiefgefühltem  Dank  machte  er  weiter  Mitteilung  von  den  „vielen
Beweisen  aufrichtiger  Teilnahme  und  acht  freundschaftlicher  Anhänglichkeit. ­
  Mit  höchst  tröstlichen  und  ermunternden  Briefen  wurden  mir
die  Verzichtleistungen  auf  die  rückständigen  Saldi,  unter  zugefügtem
Bedauern,  daß  die  Unbedeutendheit  derselben  ihnen  die  Freude  raube,
ihrem  Herzen  durch  wesentlichere  Unterstützung  zu  genügen,  angezeigt.
Diese  Acte  der  Großmut  nahmen  in  der  Anzahl,  aber  auch  in  den  Beträgen ­
  der  Art  zu,  daß  einzelne  die  Höhe  von  200  Taler  und  darüber
erreichten;  Erscheinungen,  welche  um  so  wohlthuender  waren,  als  sie
außer  von  den  theilnahmevollsten  Herzensergießungen,  nicht  selten  von
100  Jahre  J.  P.  Bachem.  3
        <pb n="54" />
        den  Zusätzen  begleitet  waren:  »Ich  verzichte  nicht  minder  auf  meine
in  Ihrem  Besitze  befindlichen  Novitäten  und  eröffne  Ihnen  ein  Conto  für
immer,  wobei  es  von  Ihnen  abhängen  soll,  die  Zahlungen  zu  leisten,
wenn  die  Möglichkeit  mit  Ihrer  Rechtlichkeit  und  Ihrem  guten  Willen
gleichen  Schritt  hält.«“
Das  Haus  an  der  Hohenstraße  hatte  schon  unter  Preis  für
17000  Taler  an  A.  Kogge  verkauft  werden  müssen;  am  19.  April
folgte  ihm  das  Honnefer  Gut,  das  für  10966  Taler  in  den  Besitz
eines  Engländers,  Lewis  Agassiz,  überging.  Alle  Mitglieder  der
Familie  setzten  ihr  Aeußerstes  ein,  die  Scharte  wieder  auszuwetzen; ­
  alles  Wertvolle  an  Gold  und  Silber  wurde  verkauft,  bis
zu  den  Patengeschenken  der  Kinder,  der  Haushalt  möglichst  eingeschränkt. ­
  Infolgedessen  konnten  denn  auch  die  in  dem  Uebereinkommen
  mit  den  Gläubigern  übernommenen  Verpflichtungen
genau  erfüllt  werden;  schon  im  Jahre  1845  war  dies  Ziel  erreicht.
Mit  der  Erfüllung  der  gesetzlich  übernommenen  Verpflichtungen
war  Lambert  Bachem,  wie  er  das  schon  in  seinem  obenerwähnten
Rundschreiben  zum  Ausdruck  gebracht  hatte,  nicht  zufrieden.
Auch  der  in  dem  Uebereinkommen  ausgefallene  Teil  der  Schulden
sollte  noch  getilgt  und  für  die  Firma  die  förmliche  Wiedereinsetzung ­
  in  den  vorigen  Stand  erreicht  werden.  Auch  das  war
im  Jahre  1853  gelungen,  und  Bachem  beantragte  unterm  23.  April
dieses  Jahres  seine  „Rehabilitation“  beim  Rheinischen
Appellationsgerichtshofe  in  Köln.
„Durch  Vermehrung  der  angestrengtesten  Thätigkeit  und  wo
möglich  durch  größere  Sparsamkeit  und  Entbehrung  in  Beziehung
auf  meine,  gleiche  Gesinnungen  und  Gefühle  mit  mir  theilende
Familie“,  heißt  es  in  der  Eingabe,  „ist  es  mir  gelungen,  nicht
nur  den  bewilligten  Nachlaß  von  25  Prozent,  sondern  auch  d  i  e
Zinsen  der  von  mir  verschuldeten  Summe  nebst  den  Kosten
vollständig  an  meine  Gläubiger  in  der  Zwischenzeit  bezahlen
zu  können“.  .  .
Der  kgl.  Generalprokurator  beantragte  unterm  21.  Oktober
1853  die  Bewilligung  des  Gesuches,  worauf  unterm  7.  November
der  erste  Zivilsenat  des  Rheinischen  Appellationsgerichtshofs
den  Buchhändler  Lambert  Bachem  „rehabilitiert“  erklärte, ­
  welches  Urteil  durch  öffentliche  Verlesung  und  Eintragung ­
  in  die  betreffenden  Register  bekannt  gemacht  wurde.
Die  Kölnische  Zeitung  fügte  der  Erwähnung  dieser  Tatsache  die
Bemerkung  bei,  daß  dies  „der  einzige  Fall  einer  Rehabilitation
        <pb n="55" />
        seit  einem  Zeitraum  von  23  Jahren  in  dem  ganzen  Bezirk  des
Rheinischen  Appellationsgerichtshofes“  sei.  Diese  Tat  sei  „insbesondere ­
  aber  auch  nur  dadurch  möglich  geworden,  daß
Bachems  drei  bereits  großjährigen  Kinder  auf  ihr  mütterliches
Vermögen  von  fast  21000  Talern  Verzicht  leisteten.“
Ein  Beweis  dafür,  daß  der  schwergeprüfte  Mann  in  der  Achtung
seiner  Berufskollegen  infolge  seines  redlichen  Handelns  noch
gestiegen  war,  mag  in  dem  Umstand  erblickt  werden,  daß  sie  ihm
zum  kurz  darauf  folgenden  Neujahrstage  ein  für  damalige  Begriffe
kostbares  Geschenk  machten.  Es  ist  ein  im  ältesten  Stamm  der
Familie  vererbter  feingeschliffener  Kristallpokal  mit  der  eingravierten ­
  Inschrift:  „Die  Kölner  Buchhändler  ihrem  verehrten  Präsidenten ­
  des  Localvereins  Herrn  L.  Bachem  zum  Neuen  Jahre  1854.“

6.  Lambert  Bachems  weiteres  Wirken.  Gründung  des  Kreisvereins ­
  der  Rheinisch-westphälischen  Buchhändler  1843  und
des  Kölner  Verlagsvereins  1844.
Nach  der  Regelung  der  Zahlungsschwierigkeiten  war  der  Geschäftsbetrieb ­
  der  Firma  Bachem  insofern  vereinfacht  worden,
als  das  Sortiment  und  die  Leihbibliothek  aufgegeben
worden  waren.  Lambert  hatte  das  Haus  Marzellenstraße  20  von
dem  Eigentümer,  Lotterieeinnehmer  M.  Krauß  vom  15.  März  1841
ab  für  280  Taler,  nach  zwei  Jahren  für  300  Taler  jährlich  gemietet ­
 21 ).  Mühsam  war  der  Verlag  bei  beschränkten  Mitteln
wieder  in  Gang  gebracht  worden.  Aber  die  Vorsicht,  die  nun
beobachtet  wurde,  in  Verbindung  mit  der  möglichsten  Einschränkung ­
  in  den  Ausgaben,  brachte  doch  gute  Früchte,  und
Lambert  Bachem  war  nach  der  Erfüllung  seiner  Verpflichtungen
gegen  die  Gläubiger  1845  in  der  Lage,  das  Haus  Marzellenstraße  20
anzukaufen.
Daß  sein  Ansehen  durch  sein  geschäftliches  Unglück  nicht
vermindert  worden  war,  beweisen  nicht  nur  die  schon  erwähnten
Zuschriften,  in  welchen  seine  Gläubiger  aus  freien  Stücken  auf
ihr  Guthaben  verzichten  wollten,  sondern  auch  der  Umstand,  daß
er  bei  der  Gründung  des  „Kreisvereins  der  rheinischwestphälischen
  Buchhändler“  am  3.  September  1843  als
        <pb n="56" />
        Vorsitzender  gewählt  wurde.  Die  Erinnerung  an  diesen  Vorgang
hält  eine  im  Besitze  des  Aeltesten  der  Familie  befindliche  silbervergoldete ­
  Fruchtschale  fest  mit  der  eingravierten  Inschrift:
„L.  Bachem  die  Cölner  Collegen  9.  Sept.  1843.“  Das  Amt  hat  er
bis  zu  seinem  Tode  innegehabt.
An  dem  Zustandekommen  dieser  Vereinigung,  des  ersten
der  noch  bestehenden  buchhändlerischen  Kreisvereine,  die
auf  eine  Anregung  Fr.  Joh.  Frommanns  in  Jena  ins  Leben
traten,  hatte  Lambert  Bachem  ein  Hauptverdienst.  In  den  Satzungen ­
  wurden  die  Rabattverhältnisse  zwischen  Sortiment  und
Verlag,  sowie  zwischen  Sortiment  und  Käuferschaft  zu  ordnen
versucht,  Maßnahmen  gegen  Schleuderen  vorgesehen  und  überhaupt ­
  die  geschäftlichen  Beziehungen  der  Buchhändler  untereinander ­
  geregelt.  Weil  nur  dann  auf  einen  Erfolg  zu  rechnen  war,
wenn  alle  Buchhändler  unter  denselben  Bedingungen  arbeiteten,
so  sah  der  §  12  der  Satzungen  vor,  daß  mit  Handlungen,  die  bis
Ende  des  Jahres  1843  den  Beitritt  verweigerten,  nicht  mehr  verkehrt ­
  werden  sollte.
Mit  dieser  und  anderen  Zwangsmaßregeln  waren  nun  freilich
weder  Frommann,  noch  andere  Kreise  im  Buchhandel  einverstanden. ­
  Frommann  ließ  es  nicht  daran  fehlen,  den  Buchhandel ­
  darüber  aufzuklären,  daß  er  alles  andere  wünsche,  als
seine  Ansichten  mit  denen  dieses  Vereins  gleichgestellt  zu  sehen.
Als  Zwecke  eines  Kreisvereins  wollte  man  nur  die  Förderung
nützlicher  Einrichtungen  gelten  lassen,  z.  B.  die  Errichtung  eines
neuen  Kommissionsplatzes  in  Köln  oder  gemeinsame  Einkaufsgeschäfte ­
  der  angeschlossenen  Firmen  u.  a.  Allein  der  neue
Verein  ließ  sich  von  dem  eingeschlagenen  Wege  nicht  abbringen,
ohne  aber  auch  die  genannten  Ziele  zu  vernachlässigen.
Schon  in  der  Gründungsversammlung  war  der  Vorschlag  besprochen ­
  worden,  Kö  1  n  zu  einem  Speditionsplatz  für  Rheinland ­
  und  Westfalen  zu  erheben.  Die  Kölner  Buchhändler,  die
man  mit  der  bez.  Aufgabe  betraut  hatte,  teilten  in  einem  Rundschreiben ­
  vom  1.  Januar  1844  mit,  daß  sie,  um  „allen  gerechten
Anforderungen  zu  entsprechen“,  es  für  nötig  erachtet  hätten,
„diese  Speditions-  und  Commissions-Versorgung  einem  von  allen
hiesigen  Buchhandlungen  unabhängigen  Geschäfte  zu  übertragen,
und  deshalb  beschlossen,  dasselbe  mit  der  von  ihnen  unter  der
Firma  »Kölner  Verlagsverein«  gegründeten  Verlagsbuchhandlung, ­
  über  deren  Unternehmungen  wir  Ihnen  das  Nähere  s.  Z.
        <pb n="57" />
        ^  37

mitzutheilen  uns  beehren  werden,  zu  verbinden  .  ..  Zum  Direktor
des  »Kölner  Verlagsvereins«  ist  Herr  L.  Bachem,  und  zum  Mitdirektor ­
  Herr  P.  Schmitz  ernannt“.  Als  Geschäftsführer  leistete
der  älteste  Sohn  L.  Bachems,  Josef  Bachem  von  Anfang  an
die  Hauptarbeit 22 .
Der  „Kölner  Verlagsverein,  Marzellenstraße  N.  20“  (den  die
vierbändige,  von  der  Historischen  Kommission  des  Börsenvereins  der
Deutschen  Buchhändler  herausgegebene  „Geschichte  des  Deutschen  Buchhandels“ ­
  nicht  erwähnt),  besorgte  die  Kommission  wie  die  Spedition.
Seine  Mitglieder  sollten  „1.  regelmäßig  einmal  wöchentlich  ihre  Bestellzettel ­
  pr.  Briefpost  frankirt  hierherschicken,  2.  die  verlangten  Sachen
gleich  nach  Eingang  der  Bestellzettel,  ebenfalls  einmal  wöchentlich  hierhersenden, ­
  was  sich  indess  nur  durch  Gemeinschaft  aller  Handlungen
einer  Stadt  wohl  erreichen  läßt  .  .  .  Wenn  auf  diese  Art  aller  buchhändlerischer
  Verkehr  der  Provinz  durch  unsere  Hände  geht,  wird  sich
die  Masse  der  spedirten  Packete  so  bedeutend  vermehren,  daß,  wie  wir
mit  Sicherheit  annehmen  dürfen,  wir  im  Stande  sein  werden,  an  jedem
Ort  einmal  wöchentlich,  und  nach  den  Hauptorten  zwei  oder  nach  Umständen ­
  mehrmal  wöchentlich  zu  packen.“  Die  Pakete  wurden  für  alle
Handlungen  einer  Stadt  an  eine  Adresse  gesandt.  Auch  Kommissionslager
konnten  die  Mitglieder  von  ihren  Verlagsartikeln  in  Köln  einrichten.
Im  Gegensatz  zur  ersten  Hälfte  des  19.  Jahrhunderts,  als  die
buchhändlerischen  Bestrebungen  von  Süddeutschland  besonders
eifrig  betrieben  wurden,  ging  die  Reformbewegung  seit  1840  vom
Westen  aus.  Der  Vorstand  des  Kreisvereins  (L.  Bachem,  J.  Du
Mont  und  L.  Kohnen  in  Köln,  J.  Hölscher  in  Koblenz  und  C.Theissing
in  Münster)  machte  sogar  mit  Rundschreiben  vom  1.  März  1844
denVersuch,  eine  Vereinigung  sämtlicher  Buchhandlungen  Deutschlands ­
  und  der  Schweiz  zustandezubringen,  mit  dem  Zweck  der
Abschaffung  des  „eigentlichen  Grundübels  im  Buchhandel“,  des
Rabattgebens  an  das  Publikum.  Heber  den  Erfolg  ist  aus  dem
Band  der  Rundschreiben  und  der  Protokolle  der  jährlichen  Versammlungen ­
  des  Kreisvereins  von  1843  bis  1856,  der  sich  im
Besitz  der  Firma  J.  P.  Bachem  befindet,  nichts  zu  ersehen.
Der  Verlagsverein  war  erfolgreich;  „die  sich  täglich  mehr  zum  Vortheile ­
  des  handeltreibenden  Publicums  ausbreitende  Communication  durch
Eisenbahnen  und  Dampfschiffe,  sowie  die  zur  Spedition  vorzüglich  geeignete ­
  Lage  Kölns“  erwiesen  sich  günstig.  Nachdem  am  15.  Oktober  1847
die  Köln-Mindener  Eisenbahn  eröffnet  worden  war,  stand  der  Einrichtung
des  direkten  Güterverkehrs  auf  den  ganzen  Strecken  zwischen  Berlin
oder  Leipzig  und  Köln  nichts  mehr  im  Wege.  Vom  Anfang  1848  gingen
        <pb n="58" />
        38  t'-Montags

  Ballen  nach  Frankfurt  und  Stuttgart,  Samstags  nach  Leipzig,
außerdem  Postpakete  nach  Leipzig  und  Frankfurt  jeden  Donnerstag.
Auch  in  anderer  Beziehung  suchte  der  Verlagsverein  die  Interessen ­
  seiner  Mitglieder  wahrzunehmen.  Als  die  preußische
Verfassungsurkunde  vom  5.  Dezember  1848  in  §  24  erklärte,  daß
„die  Preßfreiheit  weder  durch  Censur,  noch  durch  Concessionen
und  Sicherheitsbestellungen,  weder  durch  Staatsauflagen  noch
durch  Beschränkungen  der  Druckereien  und  des  Buchhandels
beschränkt,  suspendirt  oder  aufgehoben  werden“  dürfe,  waren
auch  die  Notwendigkeit  der  behördlichen  Genehmigung  des  Buchhandelsbetriebes ­
  und  die  Buchhändlerprüfung" 3  gefährdet.  Das
war  aber  nicht  nach  den  Wünschen  des  an  dem  Bestehenden
festhaltenden  Kreisvereins,  der  sich  nun  auf  seine  eigenen  Gesetze
zur  Regelung  dieser  Verhältnisse  angewiesen  sah,  was  erhebliche ­
  Erregung  hervorrief.
Als  Verlag  ist  der  Kölner  Verlagsverein,  soviel  festzustellen
ist,  nur  mit  einem  Unternehmen  hervorgetreten:  mit  der  von
der  Bonner  katholisch-theologischen  Abteilung  der  Hochschule,
bestehend  aus  den  Professoren  Dieringer,  Hilgers,  Scholz  und
Vogelsang,  unter  Redaktion  des  Erstgenannten  seit  dem  1.  Juli
1844  herausgegebenen  „Katholischen  Zeitschrift  für
Wissenschaft  und  Kunst“,  die  in  monatlichen  Heften  von
acht  Druckbogen  oder  vier  Bünden  im  Jahre  erschien.  Sie  enthält
in  ihrem  ersten  Halbjahr  u.  a.  einen  Artikel  von  August
Reichensperger  über  die  christlich-germanische  Baukunst
und  ihr  Verhältnis  zur  Gegenwart.  Bis  zum  Ende  des  Jahres
1846  erschien  sie  (zuletzt  mit  331  Beziehern)  in  Köln,  worauf  sie
von  dem  Herausgeber  unter  dem  Titel  „Katholische  Vierteljahrsschrift ­
  für  Wissenschaft  und  Kunst“  in  Umfang  von  12  bis
13  Bogen  im  Verlag  der  Schwannschen  Buchhandlung  in  Köln
und  Neuß  noch  einige  Jahre  fortgeführt  wurde.  Der  Preis  wurde
von  6  Taler  auf  3  Taler  10  Sgr.  für  den  Jahrgang  herabgesetzt.

7.  Der  Buchverlag  von  1840  bis  zum  Tode  Lambert
Bachems  1854.  Beginn  der  Tätigkeit  Josef  Bachems.
Der  älteste  Sohn  Lambert  Bachems,  Josef  Wilhelm  Peter,
war  bei  Aufhebung  des  Falliments  noch  nicht  20  Jahre  alt.  Ueber
seinen  Lebenslauf  lassen  wir  ihm  am  besten  selbst  das  Wort,
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        wie  er  es  bei  Gelegenheit  der  Nachsuchung  der  Zulassung  zum
Betriebe  des  Buchhandels  und  der  Druckerei  im  Jahre  1854  in
einer  Eingabe  an  die  preußische  Regierung  führte.
„Geboren  am  21.  Oktober  1821  in  hiesiger  Stadt,“  heißt  es  da,  „besuchte
ich  nach  dem  Austritt  aus  der  damaligen  Pfarrschule  zu  St.  Alban  von
Ostern  1830  bis  Herbst  1837  die  hiesige  höhere  Bürgerschule,  welche  ich
nach  gemachtem  Abiturienten-Examen  mit  dem  Prädikat  „vorzüglich  bestanden“ ­
  verließ,  um  in  das  Geschäft  meines  Vaters  einzutreten.  In  demselben ­
  bestand  ich  am  20.  November  1837  bis  17.  September  1840  die
Lehre  als  Buchhändler  und  arbeitete  ferner  als  Gehülfe  in  demselben ­
  bis  Ende  1843,  indem  ich  mich  zugleich  speziell  mit  der  Erlernung
der  Buchdruckerei  beschäftigte.  Letztere  Beschäftigung  setzte  ich  bis
Ende  1847  fort,  während  ich  als  Gehülfe  und  später  Geschäftsführer  in
der  Verlagsbuchhandlung  des  „Kölner  Verlagsvereins“  arbeitete 23 ,
da  mir  dazu  fortwährend  Zeit  verblieb.  Anfangs  1848  ging  ich  als  Bevollmächtigter ­
  des  „Kölner  Verlagsvereins“  nach  Brüssel  und  Paris,  um
dort  für  die  Gemeinschaft  der  Buchhändler  Kölns  neue  Geschäftsverbindungen ­
  anzuknüpfen.  Die  Erfolglosigkeit  meiner  Bemühungen  veranlaßte
mich,  Anfangs  Februar  in  das  alte,  wohlrenommierte  Bankgeschäft  von
P.  J.  Chedeaux  &amp;amp;  Cie.  in  Paris  einzutreten 24 ,  wo  mir  in  Folge  guter  Empfehlungen ­
  die  Führung  des  Journals  an  vertraut  wurde.  Die  mit  der
Februar-Revolution  für  den  Handelsstand  eintretenden  schlimmen  Conjuncturen
  zwangen  dieses,  in  große  algierische  Landspekulationen  verwickelte ­
  Haus  bald  nachher  seine  Zahlungen  einzustellen.  Ohne  Aussicht
auf  eine  neue  Stelle,  ging  ich  nach  Köln  zurück,  wo  damals  Vorbereitungen
zur  Gründung  der  Rheinischen  Volkshalle  getroffen  wurden,  und
dort  trat  ich  am  12.  September  1848  als  zweiter  Gerant  der  Actien-Commandit-Gesellschaft
  H.  Stienen  &amp;amp;  Comp,  in  deren  Dienste.  Nach  Auflösung ­
  dieser  Gesellschaft  erhielt  ich  die  Stelle  als  Gerant  der  neugebildeten ­
  Actien-Commandit-Gesellschaft  Jos.  Bachem  &amp;amp;  Comp.,  als  welcher
ich  die  kaufmännische  Geschäftsführung  und  den  Verlag  resp.  Verkauf
der  Deutschen  Volkshalle  vom  1.  October  1849  bis  zum  15.  Juli
1854  betrieb.  Durch  den  am  10.  Januar  d.  J.  erfolgten  Tod  meines  einzigen ­
  Bruders 25 ,  der  das  Geschäft  meines  schon  seit  längerer  Zeit  schwächlichen ­
  und  seit  September  vor.  J.  fast  ununterbrochen  kranken  Vaters
selbständig  führte,  war  diesem  Geschäft  die  Stütze  entrissen.  Vom
Januar  bis  Juli  d.  J.  konnte  ich,  mit  der  Geschäftsverwaltung  der
Deutschen  Volkshalle  beschäftigt,  kaum  die  nöthige  Zeit  gewinnen,
um  dasji  väterliche  Geschäft  —  in  welchem  bekannter  Maßen  meiner
Schwester  und  mein  einziges  Vermögen  beruht  —  nicht  in  Stillstand
kommen  zu  lassen.  Dies  war  umsomehr  der  Fall,  als  die  Generalversammlung ­
  der  Actionäre  in  jenen  Zeitraum  fiel,  und  ich  diesen  gegenüber ­
  gehalten  war,  alles  in  der  pünktlichsten  Ordnung  zu  überliefern.
Von  Anfang  August  bis  Oktober  war  mein  sei.  Vater  im  Bade  abwesend,
        <pb n="60" />
        40

und  ich  hatte  daher  nicht  ein  Mal  die,  seit  der  im  December  v.  J.  eingetretenen ­
  Krankheit  meines  Bruders  in  unserem  Geschäfte  aufgehäuften
Rückstände  beseitigen  können,  als  der  Tod  auch  meinen  Vater  wegraffte.“
Mit  zäher  Tatkraft  und  eisernem  Fleiße  hatte  Josef  Bachem
die  Familie  über  die  schwierigen  Verhältnisse  nach  dem  Jahre
1840  hinwegzubringen  gesucht.  Durch  kaufmännische  Berechnung ­
  der  einzelnen  Verlagswerke  und  Einführung  einer  genauen
Buchführung  erreichte  er  zunächst  eine  solide  Grundlage  für  die
Wiederaufrichtung  des  Geschäftsbetriebes.
Das  Jahr  1840  bildete  aber  nicht  nur  in  geldlicher  Hinsicht
einen  bedeutsamen  Einschnitt  in  der  Geschichte  des  Hauses
Bachem;  aus  dem  Zusammenbruch  ging  vielmehr  ein  neuer,  von
anderen  Gesichtspunkten  aus  geleiteter  Verlag  hervor.  Lambert
Bachem,  welcher  mehr  und  mehr  die  Bürde  des  Alters  fühlte,  trat
hinter  seinem  strebsamen  ältesten  Sohne  Josef  zurück.  Die
rechtswissenschaftliche  Richtung  des  Verlags  wurde  aufgegeben
—  das  große  Danielssche  Unternehmen  erlitt  natürlich  keine
Unterbrechung  —  und  in  bezug  auf  die  Haltung  zu  kirchlichen
Angelegenheiten  erfolgte  eine  völlige  Neueinstellung.
In  den  1840er  Jahren  bewegte  sich  der  Verlag  vielfach  in
volkstümlich-theologischen  Bahnen;  eine  Anzahl  Gebetund
  Betrachtungsbücher  wechselte,  wie  aus  dem  Verlagsverzeichnis ­
  am  Schlüsse  dieses  Buches  zu  ersehen  ist,  mit
theologischen  Werken  für  Priester  ab.
Im  Jahre  1845  tritt  zuerst  der  Koadjutor  des  Kölner  Erzbischofs, ­
  der  spätere  Kardinal  Johannes  von  Geissei 26 ,  im
Bachemschen  Verlag  auf  mit  seiner  Festrede  bei  Gelegenheit
des  fünfzigjährigen  Bischofsjubiläums  des  Bischofs  von  Münster,
Caspar  Max  Reichsfreiherrn  von  Droste  zu  Vischering,  am
6.  September  1845.  Im  nächsten  Jahre  entbot  Geissei  bei  seiner
Thronbesteigung  als  Erzbischof  den  Gläubigen  am  11.  Januar  1846
einen  „oberhirtlichen  Gruß“,  und  die  Grundsteinlegung  zum  Weiterbau ­
  des  Kölner  Domes  im  Jahre  1848  begeisterte  ihn  zu  einem
umfangreichen  Festgedicht,  das  aber,  in  seinem  Nachlaß  gefunden,
erst  im  Jahre  1865  in  den  Verlag  kam,  in  Verbindung  mit  einem
Lebensbilde  Geissels  von  Domkapitular  Dr.  W.  Molitor  in  Speyer.
Auch  die  Hirtenbriefe  der  Erzbischöfe  verbreitete  der  Bachemsche
Verlag  fast  regelmäßig.  Nach  dem  Tode  Geissels  sind  von  1868
bis  1874  seine  sämtlichen  „Schriften  und  Reden“,  kirchlichen
Erlasse,  Verordnungen  und  Bekanntmachungen  systematisch
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        geordnet  von  Domkapitular  C.  Th.  Dumont  in  vier  Bänden
gesammelt  und  mit  Lebensbeschreibung  versehen  erschienen.
Auf  Veranlassungdes  Borromäusvereins 27 ,  der  es  für  wünschenswert ­
  hielt,  daß  des  Flavius  Josephus  (37—101)  treffliches
Quellenwerk  für  die  Geschichtsbücher  des  Alten  Testaments:
Jüdische  Altertüm  er  wieder  als  eine  Art  Haus-  und  Familienbuch ­
  in  den  christlichen  Familien  heimisch  werde,  gab  der  Theologieprofessor ­
  Dr.  K.  Martin  an  der  Bonner  Universität,  der
spätere  Bischof  von  Paderborn,  eine  neue  Uebersetzung  des
Werkes  heraus,  das  für  die  jüdische  Geschichte  von  der  babylonischen ­
  Gefangenschaft  bis  über  die  Zeiten  der  christlichen  Zeitrechnung ­
  hinaus  die  einzige  Quelle  bildet.  Es  erschien  in  den
Jahren  1852  und  53  bei  Bachem  in  zwei  Bänden,  mit  Anmerkungen
versehen,  die  den  pharisäischen  fatalistischen  Standpunkt  des
Verfassers  für  christliche  Leser  zurechtrückten.  Von  seinen
beiden  Mitarbeitern,  dem  Lizentiaten  Velten  und  dem  Kaplan
Franz  Kaulen,  hatte  der  letztere,  der  spätere  bedeutende  Exeget
(1827—1907),  den  größeren  Teil  der  Uebersetzung  geliefert.  Er  hat
dann  im  Jahre  1883,  inzwischen  zum  Professor  in  Bonn  aufgerückt, ­
  eine  von  ihm  allein  bearbeitete  zweite  Ausgabe  besorgt,
die  bisher  in  drei  Auflagen  Verbreitung  gefunden  hat.
8.  DerZeitschriften-  und  Zeitungsveriag  von  1840  bis  1855.
a)  Zeitschriften.
Im  Interesse  der  regelmäßigen  Beschäftigung  einer  Druckerei
liegt  die  Verlagsübernahme  von  Zeitschriftenliteratur,  die  der
Bachemsche  Verlag  schon  frühzeitig  sorgfältig  pflegte.  Im  Jahre
1842  begann  ein  eifriger  Aschaffenburger  Geistlicher,  Kehrer,
der  dem  Volke  eine  nützliche  Sonntagslesung  verschaffen  wollte,
eine  Sammlung  katholischer  Volksbücher  unter  dem  Titel  „Bonifaciusdenkmal“,
  dessen  Erlös  „dürftigen  Kirchen  und  Schulen
Deutschlands“  zufließen  sollte.  Drei  Jahrgänge  sind  davon  bei
Bachem  erschienen,  dann  ging  das  Unternehmen  an  G.  J.  Manz
in  Regensburg  und  J.  J.  Wittmann  in  Bonn  über.
Im  Jahre  1844  übernahm  Bachem  das  „Gemeinnützige
Wochenblatt  des  Gewerb-Vereins“  in  Kommissionsverlag.
Der  „Gewerb-Verein“,  der  sich  um  die  Befruchtung  von  Kölns  Gewerbe
und  Handwerk  große  Verdienste  erworben  hat,  bestand  damals  schon
        <pb n="62" />
        42

anderthalb  Jahrzehnte  lang.  Am  2.  Februar  1829  war  er  unter  dem  Namen
„Polytechnischer  Verein“  gegründet  worden.  Das  Organ  war  von  einem
Privatunternehmen  ausgegangen,  das  unter  dem  Titel  „Allgemeines
Organ  für  Handel  und  Gewerbe  des  ln-  und  Auslandes  und  damit
verwandte  Gegenstände“  seit  dem  3.  Dezember  1834  erschien,  von  C.  C.
Becher,  vormaligem  Unterdirektor  der  Rheinisch-Westindischen  Compagnie ­
  besorgt  und  verlegt.  Der  Herausgeber  wollte  „das  Vorhandene
wie  die  fortschreitenden  Bewegungen  des  Handels  und  der  Gewerbe
möglichst  vollständig  und  klar  vor  Augen  legen“.  In  der  Tat  ist  es  eine
wahre  Fundgrube  für  das  gewerbliche  und  industrielle  Leben  im  19.  Jahrhundert. ­
  Als  Becher  am  21.  März  1836  gestorben  war,  übernahm  dessen
Sohn  Dr.  jur.  A.  J.  Becher  die  Herausgabe,  seit  Juli  1836  unterstützt  durch
A.  v.  B  i  n  z  e  r,  der  seit  Oktober  die  „Redakzion“  allein  führte  unter  dem
Verlag  von  Bechers  Witwe  28 .
Mit  dem  Jahrgang  1842  ging  der  Verlag  auf  A.  v.  Binzer  über,  der
sich  mit  C.  Bedbur  in  die  geistige  Leitung  teilte.  Im  Mai  1843  wird
E.  D  e  11  e  n  b  u  s  c  h  in  die  Schriftleitung  aufgenommen,  der  seit  dem  18.  Juli
1843  als  alleiniger  Leiter  und  Herausgeber  zeichnet,  während  Binzer  nur
als  Verleger  erscheint.
Den  Druck  des  „Allgemeinen  Organs“  übernahm  Lambert  Bachem,  der
sich  mit  Dellenbusch  duzte,  im  Jahre  1844  mitten  im  Vierteljahr  (März),
mit  dem  wöchentlichen  Beiblatt  für  das  Transportwesen.  Gleichzeitig
wurde  das  „Redaktionsbureau  und  die  Expedition“  von  Sachsenhausen  37
(Druckerei  J.  A.  Mermet)  nach  Marzellenstraße  15  verlegt.  In  der  Nummer
vom  23.  März  befindet  sich  „Ein  Wort  über  die  projektirte  Rheinbrücke“, ­
  in  dem  schon  der  Bau  einer  Kettenbrücke  in  Vorschlag
gebracht  wurde.  Mit  dem  dritten  Vierteljahr  1848  erschien  das  Blatt
viermal  wöchentlich  (vom  20.  September  ab  täglich)  und  die  Schriftleitungs-
  und  Versendungsräume  kamen  in  das  Haus  des  Druckers.  In  der
Leitung  teilte  sich  Dellenbusch  mit  L(evin)  Schücking,  der  sie  seit
dem  IV.  Vierteljahr,  nachdem  Dellenbusch  nach  Nordamerika  ausgewandert ­
  war,  allein  führte.  Am  22.  Juni  1849  machte  die  Schriftleitung
die  Mitteilung,  daß  „die  Stockung,  welche  seit  den  politischen  Erschütterungen ­
  des  vorigen  Jahres  in  den  Geschäften  eingetreten  ist,  in  einer
Weise  auf  unser  Unternehmen  eingewirkt  hat,  daß  dasselbe  in  jüngster
Zeit  nur  mit  bedeutenden  Opfern  hat  weitergeführt  werden  können.  Die
Verhältnisse  der  Gegenwart  versprechen  leider  keine  baldige  Wendung
zum  Bessern  und  wir  haben  uns  dadurch  gezwungen  gesehen,  auf  die
Fortsetzung  des  Organs  im  folgenden  Quartal  zu  verzichten“.
Inzwischen  hatte  der  Vorstand  des  Vereins  vom  h.  Karl
Borromäus  in  Bonn  sich  zur  Herausgabe  eines  „Monatsblattes“ ­
  unter  Leitung  des  Verwaltungsausschusses  entschlossen
und  Bachem  den  Kommissionsverlag  übertragen.
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        Schon  die  erste  Nummer  vom  15.  April  1846  erschien  mit  einer  vierseitigen ­
  Beilage,  die  auch  jedem  Teilnehmer  zugestellt  wurde,  mit  einem
ersten  Verzeichnis  empfohlener  Bücher,  die  der  Verein  den  Mitgliedern
und  Teilnehmern  alljährlich  zweimal,  im  Dezember  und  Juni,  durch  die  Bezirks- ­
  und  Lokalvorstände  zu  zwei  Dritteln  des  Ladenpreises  postfrei
lieferte.  Aus  diesem  bescheidenen  Verzeichnis  (das  zweite  vom  1.  Juni
1847  führte  schon  333  Titel  auf)  hat  sich  heute  ein  jährliches  dickes  Buch
mit  über  5000  Titeln  entwickelt.
Der  Vorstand  des  Vereins  beschloß  am  11.  Juli  1850,  das  „Monatsblatt“
künftig  nur  alle  fünf  bis  sechs  Wochen  erscheinen  zu  lassen  und  deshalb
den  Titel  in  „Blätter  des  Vereins  vom  h.  Karl  Borromäus“  zu  ändern.
Mit  der  Nr.  32  vom  5.  August  1849  ging  das  Blatt  in  den  Bachemschen
Verlag  über,  und  Bachem  zeichnete  auch  für  die  Redaktion.  Mit  dem
Jahrgang  1868  schrumpften  die  Blätter  zu  dem  stetig  größer  werdenden
Gaben  Verzeichnis  zusammen,  um  am  1.  Oktober  1903  als  „Borromäus-Blätter,
  Zeitschrift  für  Bibliotheks-  und  Bücherwesen“  einen  neuen
ersten  Jahrgang  unter  Leitung  von  Hermann  Herz  im  Bachemschen
Kommissionsverlage  zu  beginnen.  Sie  erschienen  alle  zwei  Monate,  ein
Jahr  später  monatlich.  Am  1.  Oktober  1906  wurde  der  Titel  in  „Die
Bücherwelt,  Zeitschrift  für  Literatur  und  Volksbüchereien“  geändert,
als  welche  das  heute  zu  großem  Ansehen  gelangte  Unternehmen  gegenwärtig ­
  weiterblüht.
Mittlerweile  war  im  Jahre  1849  auch  die  Wochenschrift  Pius  IX.
in  Bachems  Kommissionsverlag  übergegangen.  Sie  war  eine
Frucht  des  ersten  Zusammenschlusses  der  deutschen  Katholiken.
In  der  gärenden  Zeit,  die  dem  „tollen  Jahre“  voraufging,  regten  der
Mainzer  Domdekan  L  e  n  n  i  g  und  Professor  Kaspar  Riffel  einen  „Verein
für  religiöse  Freiheit“  oder  „Piusverein“  an  mit  dem  Zweck,
die  sozialen  und  politischen  Fragen  vom  katholischen  Standpunkt  aus
zu  behandeln  und  insbesondere  die  Freiheit,  Unabhängigkeit  und  das
Wohl  der  katholischen  Kirche  zu  wahren  und  zu  fördern.  Um  ihn  scharte
sich  bald  eine  große  Zahl  von  Ortsvereinen  in  Westdeutschland;  schon
am  3.  bis  6.  Oktober  1848  hielten  sie  die  erste  Hauptversammlung  in  Mainz,
die  erste  der  seitdem  jährlichen  Katholikenversammlungen.  Der
„VizeVorsitzende“  des  Kölner  Vereins  Pius  IX.  war  „J.  P.  Bachem“,  unter
welcher  Form  Lambert  Bachem  in  den  offiziellen  Aeußerungen  des  Vereins
erscheint.  Als  die  Vereine  zum  Zwecke  der  Einigkeit  und  des  festen
Zusammenhaltens  das  „Vereinsorgan“  unter  dem  Titel  „Pius  IX.,  Christlich-demokratische ­
  Wochenschrift,  Organ  für  die  katholischen  Vereine
Deutschlands“  ins  Leben  riefen,  übernahm  die  Firma  L.  Schwann  in
Köln  Schriftleitung  und  Verlag.  Die  erste  Nummer  erschien  am  5.  Juli
1848.  Seit  dem  16.  März  1849  ging  die  Zeitschrift  von  Bachems  Verlag
aus,  und  auf  der  Nummer  21  vom  3.  August  erscheint  Dr.  Eikerling  als
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        verantwortlich;  später  übernahm  der  Maler  Fritz  B  a  u  d  r  i 29  die  Schriftleitung, ­
  und  die  Nummern  erschienen  alle  fünfWochen  in  zwei  Bogen  Umfang
und  in  einer  Auflage  um  1200  herum.  Die  Nummer  10  des  23.  Jahrganges
1871  vom  11.  November  brachte  die  Mitteilung,  das  Pius-Blatt  werde
„in  Folge  der  veränderten  Zeitverhältnisse  mit  der  nächsten  Nummer
seine  Laufbahn  beschließen.  Als  es  in  der  tiefbewegten  Zeit  des  Jahres
1848  gegründet  wurde,  eröffnete  es  gewissermaßen  den  Reigen  der  kleinen
Volksblätter,  deren  Existenz  sich  bald  als  eine  Nothwendigkeit  bemerklich
machte,  und  zwar  erschien  es,  noch  ehe  man  in  Deutschland  zur  Gründung ­
  größerer  katholischer  Organe  geschritten  war“.  Die  ungenannte
Redaktion  teilt  weiter  mit,  daß  das  Unternehmen  nur  zu  halten  war
durch  die  „Mitwirkung  des  Verlegers,  der  eine  Reihe  von  Jahren  hindurch ­
  sich  zu  materiellen  Opfern  entschloß  .  .  .  Seit  der  Gründung  des
Blattes  .  .  .  haben  sich  die  bezüglichen  Verhältnisse  in  außerordentlicher
Weise  geändert.  Rings  um  uns  her  sind  namentlich  in  den  letzten  Jahren
Wochenblätter...  in  großer  Anzahl  entstanden.  So  gibt  es,  abgesehen  von
den  hierselbst  durch  den  unvergeßlichen  Kolping  gegründeten  »Rheinischen ­
  Volksblättern«,  die  jetzt  in  ihrem  18.  Jahrgang  stehen,  u.  a.  in
Trier,  Aachen,  Düsseldorf,  Crefeld,  Elberfeld,  usw.  katholische  Volksblätter, ­
  die  schon  den  Vortheil  des  öfteren  Erscheinens  vor  dem  Pius-Blatt
  voraus  haben.“
In  Kommissionsverlag  übernahm  Bachem  im  Jahre  1851  gleichzeitig ­
  zwei  Zeitschriften:  die  „Jahrbücher  des  hl.  Vincenz
von  Paul“  und  das  „Organ  für  christliche  Kunst“.
Der  Verein  des  hl.  Vincenz  von  Paul  in  Rheinpreußen  wurde  1833
von  acht  Studenten  der  Pariser  Hochschule,  die  auf  Anregung  ihres
geistigen  Hauptes  Friedrich  Ozanam  wöchentlich  zusammenkamen,  um  die
Vorträge  ungläubiger  Professoren  zu  besprechen,  gegründet.  Sein  Hauptzweck ­
  besteht  „in  der  Heiligung  seiner  Mitglieder  durch  die  persönliche
Ausübung  der  Werke  der  Barmherzigkeit“,  und  zwar  für  Angehörige  aller
Konfessionen.  Der  Pariser  Verein  gab  seit  1849  monatliche  „Bulletins  de
la  Societe  de  St.  Vincent  de  Paul“  heraus.  Als  die  „Conferenzen“  für
christliche  Nächstenliebe  auch  in  Deutschland,  und  besonders  in  der
Kölner  Erzdiözese,  wo  Kardinal  v.  Geissei  das  Protektorat  übernommen
hatte,  nach  Provinzen  sich  auszubreiten  begannen,  veranstaltete  der
Provinzialrat  für  Rheinland  und  Westfalen  (Präsident  Karl  Frhr.  v.
Devivere,  Sekretär  L.  Meurin)  eine  wortgetreue  Uebersetzung  dieser
Bulletins  unter  dem  Titel  „Jahrbücher  des  Vereins  vom  hl.  Vincenz ­
  von  Paul  mit  einer  Zugabe  für  die  deutschen  Conferenzen  versehen“. ­
  Mit  dem  Jahrgang  1911  ging  die  Zeitschrift  ein.  Seitdem  erscheinen
an  ihrer  Stelle  die  „Vinzenz-Blätter,  Zeitschrift  des  Vinzenzvereins
für  Deutschland.  Herausgegeben  vom  General-Sekretariat,  Geschäftsstelle
Köln“.
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        Das  oben  erwähnte  „Organ  für  christliche  Kunst“  gab
der  Maler  Fritz  B  a  u  d  r  i 29  seit  dem  1.  Juli  1851  vierzehntäglich  im
Umfang  eines  Quartbogens  (SSeiten)  heraus,  vielfachmit  Steindruck-Beilagen.
  Es  wollte  gegenüber  der  „seichten,  bis  zum  leeren,
geistlosen  Formelspiel  herabgesunkenen  Richtung  in  der  Kunst“,
wie  sie  aus  einer  antichristlichen  Zeitrichtung  hervorgegangen
war,  einer  echt  kirchlichen  Kunst  dieWege  ebnen.  Das  Unternehmen
ging  mit  dem  5.  Jahrgang  (1855)  in  den  Verlag  von  DuMont-Schauberg
  über.  Es  ist  die  Vorläuferin  der  von  Domkapitular  Prof.
Dr.  Schnütgen  in  Köln  seit  1887  herausgegebenen  Zeitschrift
für  christliche  Kunst  (jetzt  bei  L.  Schwann  in  Düsseldorf).
Aus  der  Bachemschen  Druckerei  ging  seit  1852  auch  der  „K  i  r  c  hlicheAnzeiger“
  hervor  („herausgegeben  und  verlegt  von  dem
Erzbischöflichen  Generalvikariate  in  Köln“),  der  durch  Beschluß
des  Kardinals  v.  Geissei  „anstatt  der  seitherigen  Mittheilung  durch
lithographirte  Circulare  der  Erlasse  allgemeinen  Inhalts,  sowie
der  bisher  einzeln  gedruckten  Verordnungen  von  jetzt  an  unter
fortlaufender  Nummer  sämmtliche  kirchliche  Erlasse,  Verordnungen ­
  und  Bekanntmachungen  der  Erzbischöflichen  Behörden
zur  Kenntniß  der  Betheiligten“  bringen  sollte.  „Auch  werden  in
diesem  Blatte  die  Lokal-  und  Personal-Veränderungen  und  andere
auf  die  Kirchen-Verwaltung,  sowie  die  Pastoration  bezügliche
Anzeigen  und  Erörterungen  Veröffentlichung  finden.“  Ferner
sollten  fortan  die  Hirtenbriefe  im  Original  in  dem  Anzeiger  erscheinen. ­
  Er  wurde  zweimal  monatlich  ausgegeben  bis  zum
12.  Juni  1876  (25.  Jahrg.),  als  er  dem  Kulturkampf  zum  Opfer  fiel.
Seit  dem  2.  Januar  1886  (26.  Jahrg.)  erscheint  er  wieder  regelmäßig.
Ebenso  sind  die  heute  noch  in  hohem  Ansehen  stehenden
„Annalen  des  Historischen  Vereins  für  den  Niederrhein“ ­
  im  Bachemschen  Verlag  aus  der  Taufe  gehoben  worden.
Der  Verein  wurde  am  17.  Mai  185*1  in  Köln  gegründet  zu  dem  Zwecke
der  „allseitigen  Erforschung  der  Geschichte  dieses  Landstriches  und  Veröffentlichung ­
  der  Ergebnisse“.  Von  Heft  5  ab  (1857)  erschienen  die
„Annalen“  in  der  Langenschen  Buchdruckerei  (Lesimple)  in  etwas  vergrößertem ­
  Format.  Die  Hefte  7  bis  39  (1859—1883)  gingen  von  der  DuMont-Schaubergschen
  Buchhandlung  aus,  und  mit  dem  Heft  *10,  das  ein  Gesamtregister ­
  von  Dr.  C.  Bone  brachte  (1888),  ist  der  Verlag  der  geschätzten
Zeitschrift  an  J.  &amp;amp;  W.  Boisserees  Buchhandlung  in  Köln  übergegangen.
Einer  Anregung  des  Kanonikus  Prisac  und  des  Kölner  Museumsvorstehers ­
  Ramboux  verdankt  der  „Verein  vom  hl.
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        i

Grabe“  seine  Entstehung.  Die  beiden  Männer  hatten  zu  Ostern
des  Jahres  1854  an  der  zweiten  französischen  Pilgerfahrt  nach
Palästina  teilgenommen  und  dabei  die  traurige  Lage  der  dortigen
Katholiken  kennen  gelernt.  Sie  zu  verbessern,  und  die  Förderung
der  katholischen  Interessen  im  Hl.  Lande,  die  der  Vergessenheit
anheim  zu  fallen  drohten,  sollten  die  Hauptaufgaben  des  im  Frühjahr ­
  1855  gegründeten  Vereins  bilden.  Nachdem  er  in  Deutschland
willkommene  Anerkennung  gefunden  hatte,  konnte  der  Vorstand
im  Jahre  1857  ein  eigenes  Organ  unter  dem  Titel  „Das  heilige
Land“  ins  Leben  rufen,  das  jährlich  in  vier  Heften  im  Kommissionsverlag ­
  von  J.  P.  Bachem  erscheint  und  gegen  den  Mitgliedsbeitrag
von  sechs  Mark  geliefert  wird.
Mit  dem  Verein  vom  hl.  Grabe  vereinigte  sich  der  1885  in  Aachen
entstandene  „Palästina-Verein  deutscher  Katholiken“  im  Jahre  1895
zum  „Deutschen  Verein  vom  hl.  Lande“  in  Köln.  Protektor  und
Erster  Vorsitzender  ist  der  jeweilige  Erzbischof  von  Köln.  Der  Titel  der
Vereinszeitschrift  blieb  unverändert.  Sie  erscheint  seitdem  auch  in
einer  Kleinen  Ausgabe.
b)  Zeitungen.
1.  Die  politischen  Zeitungen  in  Köln  in  den  1840er  Jahren.
Um  die  politische  Presse,  nach  deren  Bereicherung  die  Tatkraft ­
  Lambert  Bachems  seit  Jahren  vergeblich  gestrebt  hatte,
war  es  zu  Anfang  dieses  Jahrzehnts  in  Köln  schlecht  bestellt.
1839  hatte  sich  die  Kölnische  Zeitung  des  Wettbewerbs  des  „Weltund
  Staatsboten“  durch  Ankauf  für  12000  Taler  entledigt  und
sie  war  nun  wieder  die  einzige  politische  Zeitung  in  Köln.  Ihre
politische  Aeußerung  war  freilich  noch  recht  bescheiden.  Erst
seit  1841  fing  sie  an,  zu  den  Tagesfragen  in  sog.  Leitartikeln
Stellung  zu  nehmen.  Bei  der  Regierung  geriet  sie  sogar  in  den
Verdacht,  „ultramontane“  Tendenzen  zu  begünstigen  (welches
Fremdwort  man  übrigens  damals  noch  nicht  mit  vaterlandslos
übersetzte)  und  man  sehnte  deshalb  ein  Unternehmen  herbei,  das
die  Politik  der  Regierung  energischer  unterstützte.  In  diesem
Sinne  hatte  man  schon  1830  Lambert  Bachem  eine  Anregung
zukommen  lassen.  Die  Regierung  genehmigte  deshalb  am
11.  Dezember  1839  die  „Rheinische  Allgemeine  Zeitung“
des  Dr.  F.  Schulte  und  des  Hermesianers  Dr.  B.  Rave,  des
früheren  Herausgebers  des  „Welt-  und  Staatsboten“.
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        Von  den  Katholiken  bekämpft,  von  den  Liberalen  vernachlässigt  und
von  seinem  Geldgeber  Dr.  F.  Schulte  verlassen,  ging  das  am  1.  Oktober
1840  begonnene  Unternehmen  schon  im  Dezember  1841  ein.
So  wichtig  erschien  aber  der  Regierung  die  Schaffung  eines  ihre
Politik  vertretenden  Organs,  daß  sie  keine  Einsprache  erhob,  als  eine
Gruppe  wohlhabender  junger  Leute  ungesetzlicherweise  die  Ravesche
Genehmigung  zur  Herausgabe  einer  Zeitung  ankaufte  und  eine  Kommanditaktiengesellschaft
  zur  Herausgabe  der  „Rh  e  i  n  i  s  ch  e  n  Zeitung  für
Politik,  Handel  und  Gewerbe“,  für  den  „kommerziellen  und  politischen
Fortschritt“  gründete,  die  am  1.  Januar  1842  zu  erscheinen  begann  und
deren  Schriftleitung  im  Oktober  der  24jährige  Dr.  Karl  Marx  übernahm.
Am  1.  April  1843  unterdrückt,  sollte  das  Unternehmen  fünf  Jahre  später,
am  1.  Juni  1848  in  der  „Neuen  Rheinischen  Zeitung“  eine  Wiederauferstehung ­
  erleben  unter  Leitung  des  1845  ausgewiesenen  und  nun  von
Brüssel  zurüekgekehrten  Kommunisten  Karl  Marx,  der  gleichzeitig  mit
der  erneuten  Unterdrückung  am  19.  Mai  1849  zum  zweitenmal  des  Landes
verwiesen  wurde.

2.  Die  Vorläufer  der  Kölnischen  Volkszeitung,
a)  Die  Rheinische  Volkshalle.
Als  mit  dem  Erlaß  des  preußischen  Gesetzes  über  die  Presse
vom  17.  März  1848  die  Zensur  gefallen 30  und  die  Erlaubnis  zur
Herausgabe  einer  Zeitung  nicht  mehr  an  die  Genehmigung  des
Regierungspräsidenten  geknüpft  war,  auch  die  Vorschriften  über
Hinterlegungen  am  6.  April  aufgehoben  worden  waren,  da
sproßten  die  Preßorgane  allerorten  wie  Pilze  nach  dem  Regen
hervor;  meist  freilich  nur,  um  nach  einem  ebenso  kurzen  Bestehen ­
  wieder  einzuschlafen  oder,  was  häufiger  war,  trotz  Preßfreiheit ­
  totgeschlagen  zu  werden.
Auch  auf  katholischer  Seite  machte  man  sich  diesen  Umschwung ­
  der  Verhältnisse  zu  nutze.  In  seiner  Vorstandssitzung
vom  11.  April  1848  wählte  der  Verein  vom  hl.  Karl  Borromäus
  in  Bonn 27  auf  Vorschlag  seines  Trierer  Hilfsvereins  ein
Komitee 31  zurGründungeinerkatholischenZeitung.  SchonamlS.Mai
trat  es  mit  dem  Plan  für  die  „Rheinische  Volkshalle“  hervor,
als  deren  Erscheinungsort  Köln  bestimmt  wurde.  Unter  dem
Grundsatz  „Freiheit  in  Allem  und  für  Alle“  sollte  sie  „kämpfen
für  eine  Verfassung,  welche,  auf  echt  volksthüralichen  Grundlagen
        <pb n="68" />
        s

48

beruhend,  allen  Staatsbürgern  gleiche  bürgerliche  und  politische
Berechtigung  sichert,  die  freie  und  selbständige  Entwicklung  des
Individuums  am  wenigsten  beschränkt  und  gegen  jede  ungehörige
Bevormundung  durch  die  Staatsgewalt  die  meiste  Garantie  bietet“.
Auch  dem  religiösen  Elemente  sollte  sie  ihre  Aufmerksamkeit
zuwenden,  [die  kirchliche  Freiheit  und  'die  Unabhängigkeit  der
Kirche  vom  Staat  fordern.
Ueber  diese  Bestrebungen  berichtete  Lambert  Bachem  seinem
Sohne  Josef,  der  sich  damals  in  Paris  aufhielt.  Dort  hatte  ihm
die  Empfehlung  von  Prof.  Dieringerin  Bonn  das  Haus  des  Grafen
Montalembert  erschlossen,  des  Präsidenten  des  „Comite  pour
la  defense  de  la  liberte  religieuse“,  wo  er  mit  manchen  anderen
Herren  der  katholischen  Bewegung  bekannt  wurde.  Durch  Louis
Veuillot  erhielt  er  einen  Einblick  in  die  Schriftleitung  des
Univers,  wo  er  eine  Zeitlang  bei  der  Bearbeitung  deutscher
Nachrichten  behilflich  war.  Auch  als  Berichterstatter  versuchte
sich  Josef  Bachem;  außer  dem  im  Verlag  seines  Vaters  erscheinenden ­
  „Organ  für  Handel  und  Gewerbe“  gewann  er
noch  die  „Saar-  und  Moselzeitung“  in  Trier  und  die  „Wiesbadener ­
  Zeitung“  für  den  Abdruck  seiner  Beiträge,  die  mit  je
15  Franken  bezahlt  wurden.  An  Stoff  fehlte  es  in  jener  bewegten
Zeit  keineswegs,  und  er  hätte  wohl  seine  Tätigkeit,  die  ihm  lieb
zu  werden  anfing,  noch  längere  Zeit  beibehalten,  wenn  nicht  die
Nachricht  von  der  beabsichtigten  Gründung  der  „Rheinischen
Volkshalle“  zu  ihm  gedrungen  wäre.  In  der  Hoffnung,  an  diesem
Blatte  eine  Stellung  zu  finden  und  damit  seine  lang  gehegten
Wünsche  in  Erfüllung  gehen  zu  sehen,  eilte  er  nach  halbjährigem
Aufenthalt  in  Paris  am  2.  August  1848  in  die  Heimatstadt  zurück.
In  der  Tat  wurde  er  hier  bei  der  Gründung  der  Rheinischen
Volkshalle  zum  zweiten  Geranten  [Geschäftsführer]  gewählt.  Zu
ihrem  Herausgeber  hatte  sich  im  September  1848  eine  Aktien-Kommanditgesellschaft
 32  gebildet  unter  der  Firma  „H.  Stienen  &amp;amp;  Co.“,
deren  Kapital  im  Betrag  von  30000  Taler  in  Aktien  zu  5  Taler  und
1200  Losen  zu  25  Taler  eingeteilt  war.  Heinrich  Stienen  war  erster
Gerant,  obwohl  er  von  der  Tagesschriftstellerei  gar  nichts  verstand. ­
  Als  Schriftleiter  an  dem  neuen  Blatt,  dessen  erste  Nummer
am  1.  Oktober  1848  erschien 33 ,  war  Wilhelm  v.  Chezy  gewonnen
worden,  der  Sohn  eines  Orientalisten  und  der  Dichterin  Helmine
v.  Chezy,  einer  Enkelin  der  Volksdichterin  Anna  Luise  Karsch
(der  „Korschin“).  Den  Druck  der  Zeitung  erhielt  die  Firma
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        JOSEF  BACHEN
        <pb n="70" />
        49

Bachem  gegen  Uebernahme  von  120  Losen.  Mitredakteure  waren
Dr.  F.  Marquard  aus  Berlin,  und  seit  November  der  noch  nicht
30jährige  Dr.  Eikerling,  der  nach  anfänglich  theologischen
Studien  in  der  Propaganda  in  Rom  auf  der  Rückreise  nach  seiner
Heimat  Paderborn  von  Bachem  verpflichtet  worden  war.
Mit  der  Haltung  des  Blattes  war  aber  der  Zentralverwaltungs-Ausschuß
  des  Borromäusvereins  (Dieringer,  Walter,  L.  Müller,
Reinkens)  gar  nicht  zufrieden.  In  einer  Kundgebung  vom
19.  Februar  1849,  abgedruckt  in  No.  30  des  Monatsblattes  des
Vereins  vom  1.  März,  rügte  er,  daß  die  Zeitung  „von  den  im
Programm  ausgesprochenen  Grundsätzen  entschieden  abwich“.
Zwischen  dem  Verwaltungsrat  des  Blattes  und  seiner  Schriftleitung ­
  brachen  ebenfalls  Zwistigkeiten  aus,  so  daß  sowohl  Marquard ­
  im  April  1849,  wie  auch  bald  darauf  Chezy  entlassen
wurden.  Eikerling  war  nun  tatsächlich  Hauptredakteur  und
Josef  Bachem,  dem  die  „technische  Leitung  der  Redaktion“  übertragen ­
  worden  war,  der  wirkliche  Gerant.  Zum  Glück  fand  das
Blatt  in  Prof.  Dr.  Hermann  Müller 34  aus  Würzburg,  zu
jener  Zeit  Mitglied  der  Frankfurter  Nationalversammlung,  einen
eifrigen  Mitarbeiter.
Der  geldliche  Zusammenbruch  des  Unternehmens  konnte  aber
nicht  aufgehalten  werden.  Es  war  nicht  möglich  gewesen,  den
ersten  geschäftlich  unfähigen  Geranten  Stienen  zu  einer  geordneten
Buchführung  anzuhalten.  Obgleich  die  Bezieherzahl  nach  drei
Monaten  auf  2500  gestiegen  war,  ergaben  sich  für  die  ersten  vier
Vierteljahre  Verluste  von  5600,  4600,  4880  und  4795  Taler.  Die
Hauptversammlung  vom  12.  September  1849  erklärte  die  Gesellschaft ­
  für  aufgelöst;  fast  das  ganze  eingezahlte  Aktienkapital
(von  20310  Taler)  war  verloren;  davon  hatten  Lambert  Bachem
3000  Taler,  Josef  Bachem  und  der  Kardinal  von  Geissei  je  300
Taler,  alle  übrigen  Aktionäre  weniger  eingezahlt.

b)  Die  Deutsche  Volkshalle.
Trotz  des  geldlichen  Mißerfolges  war  es  weniger  die  Absicht
der  Gesellschaft  der  Rheinischen  Volkshalle,  das  Blatt  eingehen
zu  lassen,  als  sich  durch  ihre  Auflösung  von  den  vertraglichen
Verpflichtungen  gegen  Stienen  und  Chezy,  dessen  Vertrag  noch
bis  zum  Jahre  1853  lief,  zu  befreien.  Deshalb  folgte  jener  Sitzung
vom  12.  September  1849  eine  Stunde  später  unter  Vorsitz  des
100  Jahre  J.  P.  Bachem.  4
        <pb n="71" />
        50
Kammerpräsidenten  August  Reichensperger  die  Gründung
einer  neuen  Kommanditgesellschaft  unter  der  Firma  Jos.
Bachem  &amp;amp;  Comp,  zur  Herausgabe  der  „Deutschen  Volkshalle“ ­
  mit  einem  Kapital  von  10000  Taler,  deren  alleiniger
Gerant  Josef  Bachem  wurde.  Die  politischen  Grundsätze  waren
nach  der  Erklärung  des  provisorischen  Verwaltungsrats  vom
14.  September  (abgedruckt  im  Monatsblatt  des  Borromäus-Vereins
  No.  33  vom  25.  September  1849)  im  wesentlichen  die
der  Rheinischen  Volkshalle:  „Ein  einiges,  großes  und  mächtiges
Deutschland“  (mit  Oesterreich),  die  „Unabhängigkeit  der  Kirche“,
die  „Freiheit  des  Unterrichts  gegen  jede  Beeinträchtigung“,  der
Friede  unter  den  Konfessionen.
Die  Einrichtungsgegenstände  der  Gesellschaft  Stienen  &amp;amp;  Co.
waren  für  294  Taler,  das  Verlagsrecht  der  Zeitung  mit  1  Taler
von  der  neuen  Gesellschaft  erworben  worden,  und  so  konnte
nach  der  letzten  Nummer  der  Rheinischen  Volkshalle  für  Sonntag
den  30.  Sept.  1849  die  erste  Nummer  der  Deutschen  Volkshalle ­
  für  Dienstag  den  2.  Oktober  am  Montagabend  erscheinen.
Ein  schwungvoller  Eröffnungsartikel  aus  der  Feder  Hermann
Müllers  leitete  das  neue  Unternehmen  würdig  ein.  Als  Schriftleiter ­
  waren  Dr.  Eikerling  und  Dr.  Kutscheit  übernommen
worden.  Vom  1.  April  1850  ab  war  dem  Professor  Müller  „die
Oberleitung  der  Redaktion“  gegen  1500  Taler  Gehalt  übertragen
worden.  Obschon  die  Bezieherzahl  stieg  —  den  höchsten  Stand
erreichte  sie  mit  3853  im  ersten  Vierteljahr  1852  —  ergab  sich
doch  ständig  ein  geldlicher  Fehlbetrag,  zu  dessen  Deckung
seit  1852  ein  damals  gegründeter  „Katholisch-konservativer
Preß  verein“  800  Taler  beitrug,  im  nächsten  Jahr  1000  und
dann  noch  einmal  700  Taler.
Indes  zeigte  sich  bald,  daß  mit  dem  sehr  selbstbewußten
Professor  Müller  schlecht  auszukommen  war.  Auf  sein  Betreiben
mußte  Kutscheit  entlassen  werden,  mit  dem  Mitarbeiter  Franz
v.  Florencourt 56  in  Wien,  der  ihm  zu  österreichisch  war,
geriet  er  in  Mißhelligkeiten  wie  mit  dem  Verwaltungsrat  der
Zeitung,  und  im  November  1850  hatte  er  es  bereits  so  weit  gebracht, ­
  daß  er  polizeilich  ausgewiesen  wurde.  Nachdem  ihm  auf
Fürsprache  am  3.  Februar  1851  die  Rückkehr  erlaubt  worden
war,  verscherzte  er  sich  die  preußische  Gunst  zum  andern
Male  durch  Artikel  gegen  die  Raumerschen  Erlasse  betr.  Jesuiten
und  Missionare  so  sehr,  daß  er  am  12.  August  1852  als  Bayer
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        aus  ganz  Preußen  verbannt  wurde.  In  Würzburg  erlangte  er
vier  Jahre  später  wieder  eine  Professur,  die  er  bis  1868  inne
hatte.  Acht  Jahre  später  starb  er  in  Aschaffenburg.
Während  langwieriger  Unterhandlungen  zur  Erlangung  eines
neuen  Hauptschriftleiters  führten  Eikerling,  der  Kaplan  Heinrich
Keusch  36  von  St.  Alban  in  Köln  und  Josef  Bachem  die  Geschäfte.
Schließlich  wurde  der  wieder  besänftigte  Florencourt  berufen,
der  am  1.  Januar  1853  die  Leitung  des  Blattes  antrat.
Die  Haltung  der  Volkshalle  war  schon  vorher  in  mancher
Beziehung  gemäßigt  worden;  die  „Verfassungsstürmerei“  und
die  „ständige  Reaktion“  hatte  sie  aufgegeben  und  über  die
preußische  Politik  zu  einer  Verständigung  zu  kommen  gesucht;
dagegen  waren  die  jesuitenfeindlichen  Ministerialerlasse  des
Kultusministers  v.  Raumer  fortgesetzt  Gegenstand  der  Kritik.
Ihre  Bekämpfung  bildete  auch  fast  das  alleinige  Feldgeschrei
für  die  Wahlen  am  3.  November  1852  zur  Preußischen  Zweiten
Kammer  auf  katholischer  Seite.  Sie  waren  der  Anlaß  für  das
Zustandekommen  der  „Katholischen  Fraktion“,  mit  der  dann
freilich  die  „Volkshalle“  später  unter  Florencourt  mehrfach,
besonders  scharf  in  der  Frage  der  Juden-Emanzipation,  in  Meinungsverschiedenheiten ­
  geriet.  Diese  führten  am  1.  Mai  1854
zur  Kündigung  des  Vertrags  mit  Florencourt,  woraufhin  der
Katholisch-konservative  Preßverein  jeden  weiteren  Zuschuß
für  die  „Volkshalle“  ablehnte.  Statt  dessen  unterstützte  er  die
von  Florencourt  in  Köln  gegründete  „Politische  Wochenschrift“, ­
  von  der  im  Jahre  1854  20,  und  im  nächsten  Jahre  noch
14  Hefte  erschienen.  Nach  dem  Verschwinden  dieses  Unternehmens ­
  im  März  1855  schlief  auch  der  Preßverein  langsam  ein.
An  seine  Stelle  trat  am  9.  Januar  1855  der  in  Köln  gegründete
„Katholische  Preßverein“.
Nach  den  bisherigen  schlimmen  Erfahrungen  ging  der  Verwaltungsrat ­
  nicht  mehr  auf  die  Suche  nach  großen  Schriftstellern,
sondern  stellte  den  bisherigen  Korrektor  Dr.  Jos.  Krebs  als
Schriftleiter  ein,  an  dessen  Stelle  am  1.  Juli  1855  Karl  H.
Brückmann  trat,  der  seit  1850  eine  Wochenschrift  „Blätter
aus  Nassau“  herausgegeben  hatte.  Die  Politik  der  Volkshalle
deckte  sich  fortan  mit  derjenigen  der  Katholischen  Fraktion.
Ihre  Orientpolitik  drängte  sie  nun  aber  auch  zur  Stellungnahme
gegen  Rußland  und  ließ  sie  mit  der  französischen  Politik  liebäugeln.
Nicht  lange  darauf,  am  10.  Juli  1855,  zuckte  aus  völlig  heiterm
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        Himmel  der  Blitz  der  Unterdrückung  auf  die  Volkshalle  herab.
Dem  Geranten  Carl  Jos.  Schmitz-Leven,  der  am  1.  Juli  1854  an  die
Stelle  Bachems  getreten  war,  eröffnete  der  Polizeidirektor  Geiger
in  einem  musterhaften  Beamtendeutsch,  daß  ihm  die  Konzession
als  Gerant  entzogen  werde,  „weil  er  dem  preußenfeindlichen
Treiben  der  Deutschen  Volkshalle,  zu  deren  Verkauf  ihm  die
Konzession  seitens  der  Königl.  Regierung  dahier  am  28.  Juni
v.  J.  erteilt  worden,  durch  deren  Verlag  und  Verkauf  fortwährend
Vorschub  leiste,  er  hierdurch  bewiesen  habe,  daß  er  die  Eigenschaften ­
  nicht  besitze,  welche  bei  seiner  Konzessionierung  vorausgesetzt ­
  worden,  und  er  ferner  nicht  als  ein  ehrenwerter,  unbescholtener ­
  preußischer  Untertan,  was  die  erste  Bedingung  seiner
Konzessionierung  sei,  angesehen  werden  könne“.
Alle  Einsprüche  und  Besprechungen  des  Verbotes  im  Abgeordnetenhause ­
  blieben  fruchtlos;  den  2794  Beziehern  (davon
nur  wenig  über  200  in  Köln)  durfte  nicht  einmal  Mitteilung  von
der  Unterdrückung  gemacht  werden.
Gleichwohl  machte  Josef  Bachem  im  August  1855  noch  einen
Versuch,  die  Herausgabe  einer  kleineren  katholischen  Zeitung
zu  ermöglichen,  die  den  Titel  „Kölner  Tageblatt“  führen  sollte
und  zu  der  Keusch,  der  1853  als  Repetent  an  das  Bonner  Konvikt
berufen  worden  war,  in  Bonn  schon  den  Plan  ausgearbeitet
hatte.  Er  erhielt  aber  von  dem  Polizeidirektor  den  kurzen  Bescheid, ­
  „daß  jedes  politische  Blatt,  welches  unter  Redaktion  des
jetzigen  oder  eines  andern  Redakteurs  in  der  Druckerei  von
J.  P.  Bachem  erscheint,  sofort,  nötigenfalls  unter  Anwendung  von
Gewalt,  unterdrückt  und  die  Druckerei  versiegelt  werden  würde“.

9.  Der  Buchverlag  von  1854  bis  zumTode  Josef  Bachems  1893.
a)  Lambert  Bachems  Tod.
Ausbau  des  schöngeistigen  Verlags.
Es  ist  oben  schon  erwähnt  worden  und  geht  auch  aus  den
Aufzeichnungen  Josef  Bachems  (vgl.  S.  39)  hervor,  daß  dieser  im
Juli  seine  Stellung  als  Gerant  der  Deutschen  Volkshalle  kündigte,
um  sich  nach  dem  Tode  seines  Bruders  ganz  dem  Verlag  widmen
zu  können.  Mehr  und  mehr  waren  in  den  letzten  Jahren  die
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        Geschäfte  von  den  Schultern  des  kränklichen  65jährigen  Vaters
auf  die  seinen  übergegangen;  am  29.  Mai  1854  hatte  Lambert
seinem  Sohne  Prokura  erteilt  und  ihm  die  Leitung  des  Geschäftes
auch  formell  überlassen.  Noch  kein  halbes  Jahr  später,  am
10.  November  1854,  machte  eine  Lungenentzündung  „nach  langen
rheumatischen  Leiden“  seinem  Leben  ein  Ende.
Im  Tode  vorangegangen  waren  ihm  seine  Gattin  Maria  Helene,
geborene  Wasserfall,  am  9.  März  1846  und  seine  Söhne 25  Adolf
im  Alter  von  20  und  Karl  im  Alter  von  30  Jahren,  so  daß  er
als  einzige  Erben  seinen  ältesten  Sohn  Josef  und  eine  Tochter
Emilie  hinterließ.
Beide  Erben  zeigten  unterm  5.  Dezember  1854  an,  daß  sie  das
Geschäft  unverändert  fortsetzen  würden  und  daß  Josef  Bachem
von  seiner  Schwester  zur  Leitung  bevollmächtigt  worden  sei.
Da  der  Titel  eines  Hofbuchhändlers  Lambert  Bachem  nur  persönlich ­
  zuerkannt  worden  war,  mußte  er  fortan  fallen  gelassen
werden.
Indes  war  diese  Vereinbarung  von  nur  privater  Bedeutung.  Zwar
hatte  der  Polizeidirektor  Geiger  unterm  23.  Dezember  1854  die  Fortführung
des  väterlichen  Geschäftes  zum  Zwecke  der  Nachlaßprüfung  einstweilen
auf  sechs  Monate  gestattet.  Dazu  mußte  aber  ein  geprüfter  Stellvertreter
in  Wirksamkeit  treten;  als  solcher  wurde  zuerst  unterm  23.  Dezember  1854
der  Buchdrucker  Johann  Aime  Mermet  ernannt,  am  24.  Januar  1855  gab
die  Regierung  dieselbe  Erlaubnis  dem  Buchdrucker  Jos.  Stadler  aus
Erfurt.  Diese  sechs  Monate  benutzte  Josef  Bachem,  um  sich  auf  die
Buchhändler-  und  Buchdruckerprüfungen  vorzubereiten.
Neben  der  Unbescholtenheit,  Zuverlässigkeit,  der  allgemeinen  Bildung
und  dem  Nachweis  der  nötigen  Mittel  zur  Ausübung  der  Gewerbe  eines
Buchdruckers  oder  Buchhändlers,  die  die  Gewerbeordnung  von  1845
forderte,  bestimmte  das  Preßgesetz  vom  12.  Mai  1851  in  seinem  ersten
Paragraphen,  daß  die  genannten  Gewerbe  nur  mit  Genehmigung  der
Bezirksregierung  ausgeübt  werden  dürften.  Diese  wurde  aber  nur  auf
Grund  eines  Befähigungsnachweises  erteilt.
Die  Buchhändlerprüfung,  der  sich  Josef  Bachem  am  23.  März  1855
unterzog  und  in  der  er  eine  Darstellung  der  Entstehung  und  Entwicklung
des  deutschen  Buchhandels  zu  bearbeiten  hatte,  bestand  er  mit  „sehr  gut“.
Unterm  16.  Juni  folgte  die  Prüfung  als  Buchdrucker 23 ,  die  sich  aus
einem  theoretischen  und  einem  praktischen  Teil  zusammensetzte.  Die
Buchdrucker  Peter  Schmitz  und  Adolf  Baedeker  stellten  ihm  als  theoretische ­
  Aufgabe  die  Ausarbeitung  einer  „Geschichte  der  Buchdruckerkunst ­
  von  ihrem  Ursprung  bis  auf  die  Gegenwart,  nebst  Mitteilungen
über  die  neuesten  Erfindungen  in  dieser  Kunst“.  Die  praktische  Prüfung,
        <pb n="75" />
        .

die  sich  auf  die  Tätigkeit  des  Setzens  und  Drückens  bezog,  bestand  er
in  der  Hof-  und  Universitätsdruckerei  von  Carl  Georgi  in  Bonn  mit  dem
im  allgemeinen  ungewöhnlichen  Prädikat  „gut“,  worauf  er  unterm
19.  Dezember  1855  von  der  kgl.  Prüfungskommission  das  Befähigungszeugnis ­
  „zum  selbständigen  Betrieb  des  Buchdruckergewerbes“  erhielt.
Auf  Antrag  wurde  ihm  dann  am  15.  Januar  1856  die  Genehmigung  zum
Betrieb  des  Buchhandels  und  des  Buchdruckergewerbes  erteilt.
Unter  den  beiden  Erben  kam  am  18.  Juni  1856  ein  Teilungsvertrag ­
  zustande,  gemäß  welchem  Josef  Bachem  das  Geschäft
mit  Rechten  und  Pflichten  übernahm  und  für  seine  eigene  Rechnung ­
  fortführte.
Jetzt  dachte  er  auch  an  die  Gründung  eines  eigenen  Hausstandes. ­
  Im  Alter  von  35  Jahren  hatte  er  sich  am  14.  März  1855
mit  Katharina  Degen,  der  Tochter  des  Kaufmanns  Johann
Heinrich  Degen  in  Bonn  und  dessen  Gattin  Anna  Helena  Hittorf,
verlobt.  Die  beiderseitigen  Familien  waren  durch  jahrzehntelange
Freundschaft  verbunden.  Am  26.  April  des  nächsten  Jahres  fand
die  Trauung  statt,  der  eine  kurze  Hochzeitsreise  in  die  Schweiz
folgte.  Seine  Lebensgefährtin  hat  mit  ihm  getreu  Leid  und  Freud
des  Lebens  geteilt.  Sie  lebt  nun  in  einem  Landhaus  in  Rhöndorf, ­
  das  Josef  Bachem  im  Jahre  1872  erbaut  hatte,  und  zwar  in
nächster  Nähe  des  alten  väterlichen  Weinguts.  (Vgl.  Abschnitt  VII.)
Mit  vollem  Eifer  widmete  Jos.  Bachem  sich  nun  dem  schöngeistigen ­
  Verlag.
Eine  aus  katholischer  Weltanschauung  erwachsende  Unterhaltungsliteratur ­
  gab  es  bis  dahin  überhaupt  noch  nicht.  Kein  Wunder!  Hatte
doch  die  sog.  Aufklärungszeit  des  18.  Jahrhunderts,  deren  Wirkung  bis
tief  in  das  19.  hinein  naehzitterte,  den  Katholizismus  als  kulturförderndes
Element  ausgeschaltet.  Wohl  hatte  die  Gegenwirkung  gegen  die  einseitige ­
  Verstandesrichtung  in  Kirche,  Staat  und  Literatur  zunächst  die
romantische  Schule  ins  Leben  gerufen,  die  sich  ihrem  Charakter  gemäß
dem  religiösen  Gefühl  und  im  besondern  dem  Katholizismus  wieder
näherte.  Gleichzeitig  erfuhr  dieser  von  kirchlicher  Seite,  durch  den  Eifer
der  späteren  Bischöfe  Sailer  von  Regensburg,  Raeß  von  Straßburg  und
Weis  von  Speyer  in  den  1820er  und  1830er  Jahren  eine  geistige  Erneuerung.
Wie  aber  diese  ausging  von  der  Anlehnung  an  das  Aüsland,  im  besondern
an  Frankreich,  dessen  literarische  Erzeugung  eine  lebhafte  Uebersetzertätigkeit
  für  den  deutschen  Katholizismus  hervorrief,  so  war  auch  in
den  1850er  Jahren  die  katholische  Literatur  noch  auf  die  Uebersetzung
fremdländischer  Werke  angewiesen.  Dieser  Aufgabe  widmete  sich  Josef
Bachem  mit  Eifer;  hatte  er  doch  an  dem  ständig  wachsenden  Borromäus-Verein,
  der  sich  die  Hebung  der  katholischen  Literatur  zur
        <pb n="76" />
        Hauptaufgabe  gestellt  hatte  und  oft  sieh  im  voraus  zur  Abnahme
mehrerer  Hundert  Stück  eines  Buches  verpflichtete,  einen  starken
Rückhalt.
Mit  zwei  englischen  Schriftstellern  von  großem  Ruf  eröffnete
Josef  Bachem  1854  seine  „Sammlung  von  klassischen
Werken  der  neuern  katholischen  Literatur  Englands“. ­
  Der  erste  Band  brachte  des  Kardinals  John  Henry
Newman”  Darstellung  „Die  Türken  in  ihren  geschichtlichen
Beziehungen  zur  Christenheit“,  von  Pfarrer  G.  Schündelen
übersetzt;  die  beiden  nächsten  enthielten  in  trefflicher  Uebertragung
  durch  Keusch  „Vermischte  Schriften  des  Kardinals
Wiseman“,  Erzbischofs  von  Westminster 39 .
Dieser,  durch  blendende  Beredsamkeit  ausgezeichnet,  zog  durch  Predigten ­
  und  Vorträge  die  öffentliche  Aufmerksamkeit  seiner  Zeit  auf  sich,
gründete  mehrere  Zeitschriften  und  erwies  sich  als  Schriftsteller  überaus
fruchtbar.  Seine  heute  noch  sehr  lesenswerten  und  lehrreichen  „Vermischte ­
  Schriften“  der  Bachemschen  Sammlung  vereinigten  viele  seiner
geistvollen,  von  Mitteilungen  geschichtlichen,  künstlerischen,  volkskundlichen ­
  Charakters  reichen  Reden  über  die  vorzüglichsten  Lehren  und
Gebräuche  der  katholischen  Kirche.  Wisemans  berühmtestes  Werk,  die
Erzählung  „Fabiola  oder  die  Kirche  der  Katakomben“  erschien  im
Original  1854  ohne  Verfassernamen  als  erstes  Bändchen  in  der  „Populär
Library“  bei  Burns  &amp;amp;  Lambert  in  London.  Auf  das  Werk  wurde  Lic.  F.
H.  Reu  sch  in  Bonn  durch  günstige  Besprechungen  aufmerksam,  worauf
er  und  Bachem  unterm  2.  Juli  1855  von  Wiseman  „das  ausschließliche
Recht  zur  Herausgabe  einer  deutschen  Uebersetzung  von  Fabiola“  erlangten. ­

Die  Fabiola  erschien  bereits  1856  in  der  4.  Auflage  und  ist
heute  noch  ein  gangbares  Verlagswerk  der  Firma.  In  den
ersten  zehn  Jahren  wurden  über  22000  Stück  abgesetzt.  1918
kommt  das  75.  bis  80.  Tausend  heraus,  mit  elf  Vollbildern  von
0.  Maehly  and  mit  den  englischen  Originalholzschnitten.
Als  5.  bis  7.  Band  der  Sammlung  folgten  das  Werk  von
L.  Silliman  Ives  „Kampf  und  Sieg  auf  dem  Wege  zur  katholischen
Kirche“,  das  erste  Werk  von  Lady  G.  Fullerton:  Die  hl.
Franziska  Romana,  und  N  e  w  m  a  n  s  bekannte  Erzählung  K  a  11  i  s  t  a
aus  dem  3.  Jahrhundert,  die  die  Beziehungen  der  Christen  und
Heiden,  insbesondere  die  Verhältnisse  der  afrikanischen  Kirche
zur  Zeit  des  h.  Cyprian  und  der  Verfolgung  des  Decius  zum  geschichtlichen ­
  Hintergrund  einer  ergreifenden  Erzählung  macht.
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        So  entwickelte  sich  bis  zum  Jahre  1865  die  Sammlung  bis  auf
21  Bände,  deren  Einzelinhalt  in  dem  Verlagsverzeichnis  aufgeführt ­
  ist.
Die  englische  Literatur  wies  damals  eine  große  Anzahl  von
unterhaltenden  Werken  auf,  die  „in  jeder  Hinsicht  werth  schienen,
in  Deutschland  bekannt  zu  werden“.  Deshalb  entschloß  sich
Bachem  zu  einer  neuen  Reihe,  einer  „Sammlungunterhaltender ­
  Schriften  der  neueren  englischen  Literatur  für  gebildete
katholische  Leser“,  deren  erster  Band  1857  erschien  und  die
historische  Erzählung  aus  der  Zeit  Heinrichs  VIII.  „Alice  Sherwin“
von  C.  J.  M  a  s  o  n  brachte.  In  rascher  Folge  schlossen  sich  noch
im  selben  Jahre  daran  an  M.  Thompsons  Novelle  „Die  Hexe
von  Melton-Hill“  und  Sadliers  Sittengemälde  aus  denVereinigten
Staaten  „Alt  Irland  und  Amerika“.  1858  erschienen  Vater  B  a  p  t  i  s  t  s
[des  irischen  Priesters  Prof.  Dr.  O’Brien  am  All-Hallows-Seminar
  bei  Dublin]  Geschichte  aus  Irlands  Gegenwart  „Ailey
Moore“  und  Paul  Peppergraß’  Erzählung  aus  der  Zeit  der  Königin ­
  Elisabeth  „Das  Geheimniß  der  Königin“  usw.  Geber  das  Einzelne ­
  weist  das  Verlagsverzeichnis  1857—60  das  nötige  aus.
Diesen  beiden  Sammlungen  schloß  sich  eine  dritte  an;  „B  i  1  d  e  r
aus  dem  Volksleben  für  Jung  und  Alt“  mit  kleineren
Erzählungen,  vorzüglich  für  die  reifere  Jugend,  deren  vier  Bändchen ­
  in  Sedez  im  Jahre  1859  erschienen.  Das  erste  brachte  die
Erzählung  Wisemans  „Die  Lampe  des  Heiligthums“  in  der
Uebersetzung  Reuschs,  die  übrigen  drei  enthielten  Werkchen  von
M.  Parsons  (vgl.  das  Verlagsverzeichnis).  Ein  fünftes  Bündchen,
dessen  Druck  für  1860  angezeigt  wurde,  ist  nicht  erschienen.
Lebhafte  Förderung  erfuhr  die  schöngeistige  Richtung  des
Verlags  seit  den  1860  er  Jahren,  durch  den  Unterhaltungsteil  der
„Kölnischen  Blätter“.  Zwar  brachten  sie  im  Anfang  nur  wenig
wirklich  erzählende  Originalarbeiten;  1860  in  Nr.  27—39  eine
Novelle  „Drei  Wetterschläge“  von  M.  T.;  im  Dezember  „vom  Verfasser ­
  der  Neuen  Deutschen  Zeitbilder“:  „Der  Schulze  von  Dronszeln.
  Ein  Bild  von  der  russischen  Grenze“.  Im  Jahre  1861
erschien  eine  Erzählung  „Ein  Sturm  auf  dem  Vierwaldstätter
See“  von  Louise  Meyer  von  Schauensee  (1829—1902),
welcher  wir  später  auch  im  Verlag  begegnen.  Eine  historische
Novelle  aus  der  Zeit  der  Kreuzzüge  „Goswin  von  Randerode“
lieferte  Nicolaus  Schüren,  eine  Erzählung  „Das  Kind  des
Feuerschiffs  in  der  Elbmündung“  Heinr.  Smidt.  Dazwischen
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        wurden  Uebersetzungen  aus  dem  Englischen  und  Französischen
geboten.
Es  gab  aber  eine  besondere  „Belletristische  Beilage  zu  den
Kölnischen  Blättern“  im  Quartformat  (etwa  20X29  cm),  wie  es  vom
Jahre  1850  ab  schon  eine  „Zugabe  zur  Deutschen  Volkshalle
für  Sonn-  und  Feiertage“  gegeben  hatte  (etwa  22  x  30  cm),  die  größere
Artikel  allgemeinen  und  literarischen  Inhalts,  Besprechungen  hervorragender ­
  Erscheinungen,  aber  noch  keine  Novellen  und  Romane  brachte.
Die  „Belletristische  Beilage“  begann  dagegen  in  ihrer  ersten  Nummer
vom  1.  April  1860  die  Erzählung  „Rosa  Leblanc“  von  Lady  Full  er  ton,
neben  der  vom  17.  Mai  ab  die  Novelle  „Pfalzgrafentöchterlein“  des  feinsinnigen ­
  Rechtsanwalts  Jos.  Pape  (1831—1898)  herlief.  Fleißig  beteiligte
sich  auch  an  dem  unterhaltenden  Teil  der  Kölnischen  Blätter  Freifrau
M.  von  Roskowska  (mit  zehn  Romanen  und  Erzählungen)  in  den
Jahren  von  1864  bis  1871.
Die  Nummern  dieser  Beilagen  waren  fortlaufend  durch  die  Jahrgänge
1860  bis  1865  und  beliefen  sich  auf  319;  mit  1866  begann  eine  „neue
Folge“,  mit  1869  eine  „dritte  Folge“.  Neben  diesem  reichen  unterhaltenden
Stoff  finden  sich  in  den  Beilagen  sehr  gediegene  Beiträge  aus  fast
allen  Gebieten,  besonders  dem  geschichtlichen  mit  vielen  Arbeiten  des
damaligen  Archivars  Dr.  Ennen.  Dagegen  verschwand  seit  1862  nach  und
nach  der  erzählende  Stoff  aus  der  Beilage  und  wunderte  1863  gänzlich  in
die  Zeitung  selbst  über.  Vom  Jahre  1870  ab  kam  die  Beilage  in  Fortfall.
Einen  breiten  Raum  im  Unterhaltungsteil  der  „Kölnischen
Blätter“  beanspruchte  gleich  von  Anbeginn  die  „Kleine  Chronik
aus  Paris“.  Nach  einer  Arbeit  „Szenen  aus  dem  Leben  in
London“  treffen  wir  sie  zum  ersten  Mal  am  27.  April  1860  in
Nr.  22.  Der  Verfasser,  Adolf  Ebeling,  ein  außergewöhnlich
fähiger,  vielgereister  Schriftsteller,  welterfahren,  glücklich  in
der  Wahl  seiner  Themen,  entfaltete  in  den  nächsten  Jahren
eine  fleißige  Tätigkeit  für  die  Zeitung 38 .  Die  Beliebtheit,  deren
sich  die  Chronik  erfreute,  veranlaßte  Josef  Bachem,  sie  in  Buchform ­
  zu  sammeln.  Die  beiden  ersten  Bände  „Lebende  Bilder
aus  dem  modernen  Paris“  erschienen  1863  im  Umfang  von
je  400  Seiten.  Zwei  weitere  Bände  folgten  zwei  Jahre  später.
Das  Jahr  1865  brachte  dem  Verlag  mehrere  glückliche  Unternehmungen. ­
  Zunächst  begann  ein  neues  Sammelwerk  in  Art  der
vorausgegangenen  in  den  „Zeitbildern  in  Erzählungen  aus
der  Geschichte  der  christlichen  Kirche“,  deren  Hauptzeitabschnitte ­
  aus  der  Gründungs-  und  Entwicklungsgeschichte
        <pb n="79" />
        58

geschildert  werden  sollten.  Das  ursprünglich  französische
Unternehmen  verpflanzte  Bachem  auf  deutschen  Boden,  nicht  in
wortgetreuen  Uebersetzungen,  sondern  in  Bearbeitungen,  bei
denen  auch  die  in  Deutschland  auf  kirchengeschichtlichem
Gebiete  gewonnenen  Ergebnisse  verwertet  wurden.  Ein  Stamm
tüchtiger  Uebersetzer,  deren  Namen  man  im  einzelnen  in  dem
Verlagsverzeichnis  findet,  arbeitete  unter  Ueberwachung  von
Professor  Keusch  äußerst  fleißig,  so  daß  die  zwölf  Bände  in
fünf  Jahren,  bis  zum  Jahre  1869,  Vorlagen.  Um  die  Geschichte
je  eines  einzelnen  Mannes  gruppierte  sich  die  Schilderung  seiner
Zeit,  so  um  Hanani  die  letzten  Tage  von  Jerusalem,  um
Sabianus  die  ersten  Apostel  Galliens,  um  Antonia  die  Märtyrer ­
  von  Lyon,  um  Kaiser  Julian  die  Zeitereignisse,  um
Severinus  die  Bekehrung  der  Donauländer  etc.
Weiterhin  sicherte  sich  der  Verlag  die  englische  Komanschriftstellerin
  Lady  Georgiana  Charlotte  Full  ertön.  Sie  war
die  Tochter  des  englischen  Lord  Granville  Leveson-Gower  und
wurde  drei  Jahre  nach  dem  Uebertritt  ihres  Gemahls,  des  irischen
Gutsbesitzers  Alexander  Fullerton/51846  gleichfalls  katholisch.
Seit  dem  Jahre  1865,  als  der  außerordentlich  günstig  aufgenommene ­
  zweibändige  Koman  „Unglaublich  und  doch  wahr“
in  der  trefflichen  Uebersetzung  von  Freifrau  Olga  von  Leonrod
zum  ersten  Mal  erschienen  war  (1912  wurde  das  14.  Tausend
gedruckt),  brachte  der  Verlag  die  meisten  ihrer  Werke  in  guten
Uebersetzungen  heraus,  z.  B.  1869  „Ellen  Middleton“,  1874
„Luisa  de  Carvajal“,  ein  Zeit-  und  Lebensbild  aus  den  wildesten ­
  Tagen  der  englischen  Katholikenverfolgung  unter  Jakob  I.
Alle  ihre  Werke  erschienen  in  mehreren  Auflagen.
In  den  1870  er  Jahren  war  endlich  die  katholische  schöne
Literatur  derart  erstarkt,  daß  man  von  einem  wesentlichen
Aufschwung  sprechen  kann.  Von  dem  damals  in  Aufnahme
kommenden  realistischen  Stil  hielt  sie  sich  freilich  fern;  aber  es
machten  sich  doch  wenigstens  Ansätze  zu  einem  solchen  Charakter ­
  der  Erzählungsliteratur  bemerkbar,  die  hauptsächlich  in
mehreren  Vorläufern  der  Heimatkunst  sich  kundgaben.  Als  eine
solche  kann  man  wohl  Maria  Lenzen  di  Sebregondi  ansprechen,
die  sich  mit  ihrem  ersten  Novellenwerke  „Aus  der  Heimat“
im  Jahre  1871  im  Bachemschen  Verlag  sehr  vorteilhaft  einführte.
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        Sie  war  die  älteste  Tochter  des  Arztes  Dr.  Rüdiger  di  Sebregondi  in
Dorsten,  dessen  Familie  aus  Italien  stammte.  Am  18.  Dezember  181*1  geboren, ­
  war  sie  mit  mehreren  Geschwistern  unter  Leitung  des  hochgebildeten
Vaters  aufgewachsen,  und  obwohl  sie  seit  ihrem  14.  Jahre  keinen  regelrechten ­
  Unterricht  mehr  erhielt,  bildete  sie  sich  unermüdlich  weiter,
wovon  ihr  Jugendwerk  „Melete  oder  der  Sieg  des  Glaubens“  Zeugnis
ablegt,  das  Kenntnisse  griechischen  Lebens  voraussetzt.  Schon  mit
16  Jahren  verlobte  sich  Maria  mit  dem  Referendar  Gustav  Lenzen  in
Dorsten,  dem  sie  zwei  Jahre  später  zu  einer  kurzen  Ehe  die  Hand  reichte.
Nachdem  der  kränkliche  Gatte  schon  zehn  Monate  später  in  Elberfeld
am  Typhus  gestorben  war,  kehrte  Maria  ins  Vaterhaus  zurück.  18*18
folgte  sie  dem  fürstlich  Salmschen  Rentmeister  Ignaz  ten  Brink  (geb.
1804),  einem  früheren  Offizier  als  Gattin  nach  Anholt  und  lebte  mit  dem
vornehmen  Manne  bis  zu  seinem  1875  erfolgten  Tode  in  glücklicher  Ehe.
Sie  starb  am  11.  Februar  1882  in  Anholt.  Ein  liebevolles  Gedenkblatt
hat  Dr.  Jos.  Wiedenhöfer  einer  Auswahl  ihrer  Gedichte  mit  auf  den  Weg
gegeben  (Dorsten  1908).
Schon  früh  hatte  sich  das  Schriftstellertalent  in  der  fleißigen  Frau
geregt.  Ihre  erste  Erzählung  „Nekodas“  aus  der  Zeit  der  Zerstörung
Jerusalems  ist  1841  bei  Manz  in  Regensburg  erschienen.  Sechs  weitere
Werke,  darunter  vier  je  dreibändige  Romane  folgten,  in  kurzen  Zwischenräumen ­
  bis  1847  im  selben  Verlag  oder  bei  Kollmann  in  Leipzig.  Seit
ihrer  Anholter  Zeit  überwiegt  als  ihr  Verleger  Bachem.
Dem  obengenannten  Novellenbande  folgte  im  nächsten  Jahre
(1872)  ein  Band  Gedichte:  „Das  erste  Jahr.  Eine  Weihnachtsgabe ­
  für  junge  Mütter“.  Zwei  neue  Reihen  von  Erzählungen
faßte  sie  im  gleichen  Jahre  unter  dem  Titel  „Zwischen  Ems
und  Wupper“  zusammen.  Die  Historie  vom  Niederrhein  „Das
Fräulein  aus  dem  Sassenreich“  hat  ihren  Schauplatz  in
Elten  im  11.  Jahrhundert.  1877  erschien  als  drittte  Folge  der
gesammelten  Novellen  die  zweibändige  Sammlung  „Schloß  und
Heide“,  der  noch  zwei  weitere:  „Vor  einem  halben  Jahrhundert“ ­
  und  „UnterSommerlaub  und  Winter  schnee“,
folgten.  Dazwischen  und  später  entstanden  noch  andere  Werke,
von  denen  Bachem  die  historische  Erzählung  „Sunehild“,  die
Romane  „Drückende  Fesseln“,  „Trüber  Morgen  goldener ­
  Tag“  und  endlich  1888  die  Novelle  „Gefehlt“  herausbrachte.
Im  ganzen  veröffentlichte  Maria  Lenzen  44  Romane  und  Erzählungen, ­
  die  im  wesentlichen  in  den  Jahrzehnten  von  1840—47
und  1871—81  entstanden  sind.  Sie  zeichnen  sich  durch  gute
Schilderungen  aus,  die  ihr  leicht  und  anschaulich  aus  der  Feder
kommen,  und  bilden  eine  treffliche  volkstümliche  Lektüre.  Ihr
        <pb n="81" />
        60  &amp;amp;&amp;amp;

unermüdliches  Streben  war,  wie  sie  im  Vorwort  zur  zweiten
Auflage  von  „Aus  der  Heimat“  selbst  sagt,  durch  ihre  Erzählungen ­
  „echtes  Gottvertrauen  und  reine,  wahrhaftige  Gesinnungen
zu  fördern  und  in  guter  Absicht,  ohne  Bitterkeit  die  Irrtümer
und  Schwächen  meiner  Mitmenschen  zu  bekämpfen“.  Indes  tritt
diese  Absicht  durchaus  nicht  lehrhaft  oder  überhaupt  besonders
bemerkbar  zutage.  Auch  ihr  katholisches  Bekenntnis,  wenn
sie  es  auch  nie  verleugnet,  drängt  sich  dem  Leser  nicht  etwa
in  auffälliger  Weise  auf.  So  gibt  sich  Maria  Lenzen  als  echte
Heimatdichterin,  die  unsere  schnellebige  Zeit,  die  nur  nach  dem
Neuen  hascht,  vielleicht  zu  rasch  vergessen  hat.
Ein  zweites,  noch  wesentlich  stärkeres  Erzählertalent  trat
im  Jahre  1875  in  Ferdinande  Freiin  von  Brackei  im
Bachemschen  Verlag  in  die  Erscheinung.
Am  24.  November  1835  zu  Welda  im  Kreise  Warburg  i.  W.  geboren
und  von  dem  hochbegabten  Pfarrer  des  Dorfes  bis  zu  ihrem  18.  Jahre
wissenschaftlich  ausgebildet,  trat  sie  zuerst  im  Jahre  1864  mit  einigen
Gedichten  in  die  Oeffentlichkeit.  Im  gleichen  Jahre  hatte  eine  Fahrt  nach
Gastein  sie  zu  einer  Geschichte  „Heinrich  Findelkind“  angeregt,  die
im  Jahre  1874  im  Westfälischen  Volksblatt  in  Paderborn  und  dann  im
Echo  der  Gegenwart  in  Aachen  erschien.  In  Buchform  bildete  sie  ein
Bändchen  des  Manzschen  Lesekranzes,  ohne  aber  Beachtung  zu  finden,
bis  sie  im  Jahre  1906  als  33.  Bändchen  in  der  Sammlung  Bachems  Volksund ­
  Jugend-Erzählungen  (s.  später)  wieder  auferstand  und  seitdem  in
fünf  Auflagen  erschien.  Im  Todesjahre  ihres  Vaters,  der  1873  vierundaehtzigjährig
  starb,  erschienen  ihre  Gedichte  bei  Junfermann  in  Paderborn
als  Buch,  das  1880  in  Bachems  Verlag  überging.
Als  leuchtendes  Beispiel  für  ihr  Schaffen  galt  ihr  Lady  Fullerton,
„die  —  so  sagt  sie  in  ihrer  Selbstbiographie  —  ohne  lehrhaft  zu  sein,
doch  dem  katholischen  Boden,  dem  sie  entsprungen,  auch  gerecht  wurde“.
Ihr  ältester  Bruder,  der  auf  der  Universität  den  Zirkus  Renz
in  seinem  Glanze  gesehen  hatte,  erzählte  viel  davon  während  der
langen  Wintermonate  in  dem  einsam  gelegenen  westfälischen
Freiherrnsitz.  Diese  Erzählungen  erzeugten  in  Ferdinande  den
Gedanken  zu  ihrem  ersten  Roman  „Die  Tochter  des  Kunstreiters“. ­
  Ohne  jemals  einen  Zirkus  gesehen  zu  haben,  ohne  die
Schauplätze  der  Handlung  näher  zu  kennen  —  nur  der  rheinischen
Universitätsstadt  Bonn  hatte  sie  bisher  einen  flüchtigen  Tagesbesuch ­
  gewidmet  —  entstand  dies  Gemälde  des  Kunstreiterlebens,  ein
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        handlungsreiches  Werk,  dessen  treibende  Kräfte  Standesvorurteile
  sind.
Das  erste  Kapitel  des  Romans  sandte  sie  an  Josef  Bachem,  der  die
Arbeit  lobte,  wenn  er  auch  später  noch  sehr  viel  an  ihr  zu  verbessern
fand.  „Das  Manuskript“,  sagt  die  Verfasserin  in  ihrer  Lebensbeschreibung,
„war  herzlich  schlecht  und  hat  jedenfalls  dem  Bearbeiter  viele  Mühe
verursacht.  Wenn  meine  schlechte  Schrift  und  mangelnde  Interpunktion
ihn  gewiß  oft  schier  zur  Verzweiflung  brachten,  so  übten  die  Korrekturen
auf  mich  eine  ähnliche  Wirkung  aus.“
Das  Werk  erschien  von  Januar  bis  März  1875  zunächst  im  Unterhaltungsteil ­
  der  Kölnischen  Volkszeitung  und  wurde  von  den  Lesern  mit
wahrer  Begeisterung  verschlungen.  Im  Herbst  desselben  Jahres  lag  es
als  Buch  vor  und  hatte  einen  so  durchschlagenden  Erfolg,  daß  die  erste
starke  Auflage  in  acht  Monaten  vergriffen  war.  1907  erschien  die  25.
Auflage  und  gleichzeitig  eine  Prachtausgabe  mit  einem  Gedenkblatt  von
Frl.  M.  Hamann.  Es  war  das  erstemal,  daß  eine  Romandichtung  einer
katholischen  Schriftstellerin  in  Deutschland  es  auf  ein  Viertelhundert
Auflagen  gebracht  hatte.  (1918  wurde  das  56.  Tausend  gedruckt.)  Eine
englische  Uebersetzung  erschien  bei  Burns  and  Dates  in  London  unter
dem  Titel  „Nora.  A  novel  by  Mary  Princess  Liechtenstein“,  dem  Namen
der  Uebersetzerin.  Auch  ins  Spanische  ist  das  Werk  übertragen  worden.
Durch  den  Erfolg  angeregt,  nahm  die  Schriftstellerin  nunmehr  eine
neue  Arbeit  vor,  die  früher  aus  dem  Grund  liegen  geblieben  war,  weil
in  ihr  ein  städtisches  Ballfest  eine  Rolle  spielte,  während  sie  ein  solches
noch  nicht  erlebt  hatte.  So  umweht  die  Novelle  „Nicht  wie  alle
Andern“  ein  Teilchen  Jugendhauch.
Während  dann  noch  ein  anderes  kleineres  Werk  „Aus  fernen
Landen“  entstand,  ein  Bild  mexikanischen  Landsehafts-  Kultur-  und
Liebeslebens,  entwarf  Ferdinande  schon  den  Stoff  zu  ihrem  zweiten
großen  Roman  „Daniella“.  Der  Kampf  des  von  Gott  losgelösten  selbstherrlichen ­
  Geistes  (geschildert  in  der  Heldin)  gegen  die  demütige  Unterordnung ­
  und  die  Arbeit  für  die  höchsten  Ideale  des  christlichen  Glaubens
schwebte  ihr  dabei  vor.  Auch  dieser  Roman  erzielte  sowohl  bei  den
Lesern  der  Kölnischen  Volkszeitung,  wo  er  von  Dezember  1877  bis  Mai
1878  erschien,  wie  auch  in  Buchform  im  Jahre  1878  einen  großen  Erfolg.
Hatte  die  Dichterin  bisher  ihre  Stoffe  ihrer  aristokratischen  Umwelt
entnommen  —  auch  in  der  Tochter  des  Kunstreiters  handelt  es  sich  um
hochgestellte  Personen  —  so  trat  in  ihrem  nächsten  Roman  „Am  Heidstock“ ­
  zum  erstenmal  ihr  soziales  Empfinden  in  den  Vordergrund,  in
dem  sie  das  ihr  ebenfalls  wohlbekannte  Volksleben  ihres  Dorfes  zum
Vorwurf  nahm.  Diesem  1881  erschienenen  Werke,  in  dessen  Mitte  eine
schlichte  Bauerntochter  steht,  folgte  schon  1883  die  Novelle  „Prinzeß
Ada“,  in  der  eine  Fürstentochter  ihr  Herz  an  einen  im  Range  Tieferstehenden ­
  verliert.
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        62

Angeregt  durch  eine  Dame,  welcher  der  alte  westfälische  Bildhauer
Wilh.  Achtermann  in  Rom  einen  Teil  seiner  Lebenserinnerungen  diktiert
hatte,  entstand  in  den  Jahren  1885  bis  1889  die  Novelle  „Der  SpinnlehrervonCarrar
  a“,  die  ein  Vorkommnis  aus  dem  Leben  des  genannten
Künstlers  zum  Gegenstände  hat.  Ein  westfälischer  Bauernsohn,  war  er
erst  mit  30  Jahren  auf  die  Berliner  Akademie  zur  Ausbildung  gekommen,
dann  im  Aufträge  des  Frankfurters  H.  von  Bethmann  Hollweg  nach
Carrara  gegangen,  hatte  dort  noch  mit  der  Spindel  arbeitende  Mädchen
gesehen  und  dann  das  Spinnrad  in  deren  Heimat  eingeführt.  Dies
mit  einer  Liebesgeschichte  umschlungen,  bildet  den  Vorwurf  der
Künstlernovelle.  Gleichzeitig  schrieb  sie  die  Märchennovelle  „Vom
alten  Stamm“  und  die  Novelle  „Verschiedene  Wege“,  die
zuerst  im  „Deutschen  Hausschatz“  zum  Abdruck  kam  und  seit  1905
unter  dem  Titel  „Wem  gebührt  die  Palme?“  zusammen  mit
„Talisman“  den  Band  29  von  Bachems  Volks-  und  Jugend-Erzählungen
bildet.
In  Holstein,  wo  das  Freifräulein  sich  von  1884  fünf  Jahre  der  Erziehung
der  Kinder  ihres  verwitweten  Bruders  zu  Plön  widmete,  begann  sie  den
großen  sozialen  Roman  „Im  Streit  der  Zeit“,  dessen  Beendigung  erst
in  das  Jahr  1895  fällt.  Mehrmals  umgearbeitet,  ist  er  nach  ihrer  eigenen
Ansicht  ihr  bestes  Werk.  In  den  Geschicken  dreier  adeliger  und  einer
kleinbürgerlichen  Familie  spiegeln  sieh  in  diesem  politischen  Roman
die  großen  Ereignisse  der  Jahre  1866  und  1870  ab,  wozu  noch  die  folgende
Zeit  des  Kulturkampfes  tritt.  Der  soziale  Gehalt  kennzeichnet  sich  in  der
Schilderung  des  Aufstiegs  der  gebildeten,  aber  unbemittelten  Kreise.  Das
Werk,  in  das  die  Verfasserin  viel  Selbsterlebtes  hinein  verwoben  hat,
ist  auch  von  kulturgeschichtlichem  Wert.
Es  war  ihr  letztes  vollendetes  Buch.  Als  sie  am  4.  Januar  1905  in
Paderborn  starb,  hinterließ  sie  unfertig  einen  ferneren  großen  sozialen
Roman  „Die  Enterbten“,  dem  die  neueren  sozialistischen  Bestrebungen
zu  Grunde  liegen,  und  die  Vorarbeiten  zu  ihrer  Lebensbeschreibung  „M  e  i  n
Lebe  n“.
Der  schriftstellerische  Hauptvorzug  der  Freiin  von  Brackei  besteht  in
der  geschickten  Komposition  und  dem  Phantasiereichtum  der  Verfasserin;
ihre  Werke  zogen  schon  stofflich  an  und  fesselten  immer.  Das  war  auch
bei  ihren  kleineren  Erzeugnissen  der  Fall,  wie  „Eine  Nähmamsell“
(aus  dem  Jahre  1900)  und  der  Novelle  „Chic“  (1901),  sowie  auch  in  den  Erzählungen ­
  „Frühlingsrausch  und  Herbststürme“  und  „Nur
eine  kleineErzählun  g“,  die  im  Todesjahre  der  Verfasserin  in  einem
Bande  bei  Habbel  in  Regensburg  erschienen,  endlich  bei  dem  Novellenbande ­
  „Letzte  Ernte“,  der  außer  „Nähmamsell“  und  „Chic“  die
Novellen  „Herzensinstinkt“,  „Der  Lenz  und  ich  und  du“  und
„Ein  Märchen,  das  eigentlich  keins  ist“  in  sich  vereinigt-(Bachem,
  1909.)
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        Eine  vortreffliche  Einführung  in  das  Schaffen  der  Dichterin  mit  Auszügen ­
  aus  ihrem  reichen  Briefwechsel  gab  1907  Fräulein  E.  M.  Hamann,
in  dem  Gedenkbuch  „Ferdinande  Freiin  von  Brackel“  (Bachem).

Nun  war  der  katholischen  erzählenden  Literatur  der  Weg
gebahnt,  auf  dem  es  langsam  aber  stetig  vorwärts  ging.  Josef
Bachem  ist  ihr  ein  unermüdlicher  mächtiger  Förderer  geworden,
besonders  nachdem  er  in  seiner  Zeitung  den  erzählenden  Teil
immer  sorgfältiger  ausbildete.  Sein  feines  Stilgefühl  und  ein
entschiedenes  Talent,  die  bessernde  Hand  an  gute,  aber  nicht  voll
ausgereifte  Werke  anderer  Federn  zu  legen,  machte  erst  manches
Werk  druckreif;  freilich  hatte  er  dieserhalb  auch  mehr  als  einen
Strauß  mit  dem  Selbstgefühl  mancher  Verfasser  und  Verfasserinnen ­
  zu  bestehen.
Das  Jahrzehnt  von  1880—1890  ist  auf  dem  Gebiete  der  katholischen
schönen  Literatur  überaus  fruchtbar  gewesen;  in  dieses  fallen
neben  dem  Auftauchen  bedeutender  Erzählertalente  auch  die
großen  Unternehmen  der  billigen  Sammlungen,  die  für  die
Verbreitung  katholischer  Literatur  von  weittragender  Bedeutung
geworden  sind.
An  der  Schwelle  dieses  Jahrzehnts  steht  das  Ergebnis  eines
Preisausschreibens,  das  von  der  Kölnischen  Volkszeitung  ausgegangen ­
  war.  Unterm  15.  Dezember  1877  (Nr.  344  I)  hatte  sie  für
den  besten  „auf  dem  Boden  christlicher  Weltanschauung“  stehenden ­
  Roman  oder  Novelle  im  Umfang  von  300  bis  400  Druckseiten ­
  kl.  8°  einen  Preis  von  2500  M.  ausgesetzt.  Preisgekrönt
wurde  nach  dem  31.  Dezember  1878  die  Arbeit  „Vergib  und
Vergiß“  von  Ernst  Lingen,  unter  welchem  Decknamen  sich
Fräulein  Elisabeth  Schilling  in  Erkelenz  verbarg,  die  bereits  im
Jahre  1877  mit  einem  Werkchen  „An  der  friesischen  Küste“
ihre  Besuchskarte  bei  der  Kölnischen  Volkszeitung  abgegeben  hatte.
Die  preisgekrönte  Novelle  erschien  im  September  und  Oktober  1879
in  der  KV,  im  nächsten  Jahre  als  Buch  und  fand  eine  sehr  gute  Aufnahme ­
  (1917  wurde  die  14.  bis  16.  Auflage  gedruckt;  eine  Uebersetzung  ins
Englische  war  schon  vorher  erschienen).  Die  Verfasserin  war  1832  als
Tochter  eines  Lehrers  an  der  hohem  Bürgerschule  zu  Erkelenz  geboren
und  ist  dort  am  3.  April  1907  gestorben.  In  ihrem  30.  Jahre  schrieb  sie
die  erste  Erzählung  „Im  Dom  zu  Köln“,  die  in  einer  katholischen  Zeitschrift ­
  Aufnahme  fand.  Dann  wurde  sie  ständige  Mitarbeiterin  des  bis
1879  in  Köln  erscheinenden  „Kalenders  für  das  kath.  Volk“.  1877  waren
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        64

drei  Bände  gesammelte  Erzählungen  erschienen.  Auch  ein  weiterer
Roman  „Zweimal  vermählt“  (der  in  der  ersten  Auflage  den  Titel
„Ein  Wort  aus  Kindesmund“  führte)  fand  einen  großen  Leserkreis,  und
weiterhin  ist  die  Verfasserin  mit  mehreren  Beiträgen  in  Bachems
Novellensammlung  vertreten.
In  derselben  Zeit,  anfangs  der  1880er  Jahre,  gewann  der  Verlag ­
  eine  junge,  vielversprechende  Schriftstellerin,  deren  fernere
Entwicklung  voll  gehalten  hat,  was  man  von  ihr  erhoffte:
Therese  Kellner  (geh.  1859  in  Melsungen,  Rgbz.  Kassel,  als
Tochter  eines  hessischen  Kanzleirats,  der  1848  auf  seine  Stelle
verzichtet  hatte).  Sie  schrieb  unter  dem  Decknamen  M.  Herbert
und  hat  ihn  bis  heute  beibehalten.
Im  Juli  1881  sandte  sie  ihre  erste  Novelle  „Miß  Edda  Brown“  an  die
Kölnische  Volkszeitung  ein.  Unterm  19.  August  erklärte  die  Schriftleitung
die  Annahme,  und  im  Juni  1882  erschien  sie  in  den  Spalten  der  Zeitung.
Die  Arbeit  verrät  allerdings  die  Jugend  der  Verfasserin.  Von  dem  naturalistischen ­
  Stil,  der  damals  in  Deutschland  unumschränkt  herrschte,  hatte
sie  jedenfalls  keine  Spur;  sie  huldigte  vielmehr,  wie  alle  bisher  erwähnten
katholischen  Schriftstellerinnen,  der  Romantik.  Man  fühlt  auch  den  Mangel
an  Erlebnis,  die  Unsicherheit  der  Komposition;  aber  ein  Talent  war  ebenso
zweifellos  darin  zu  erkennen,  und  es  finden  sich  auch  schon  Ansätze
der  Vorzüge,  die  bei  der  Verfasserin  in  ihrem  ferneren  Schaffen  immer
mehr  zum  Vorschein  kommen:  Reiche  Phantasie,  geistreiche  Tiefe  und
feinsinnige  Psychologie.  Das  erkannte  der  Hauptschriftleiter  Dr.  Cardauns
sofort  und  ermunterte  sie  unterm  15.  Juli  zu  ferneren  Einsendungen.  Diesem
Wunsche  entsprach  die  Verfasserin,  der  damals  schon  das  dichterische
Schaffen  sehr  leicht  von  der  Feder  ging,  so  rasch,  daß  ihr  bereits  am
23.  November  desselben  Jahres  (1882)  die  Annahme  der  Novelle  „Moderne
Jugend“  mitgeteilt  werden  konnte,  die  im  Januar  1883  in  der  KV  Aufnahme ­
  fand  und  drei  Jahre  später  unter  dem  Titel  „Kinder  der  Zeit“
als  Buch  herauskam.
Auch  in  der  Folgezeit  erwies  sich  Therese  Kellner  als  außerordentlich
fleißige  Schriftstellerin;  denn  im  gleichen  Jahre  1883  konnte  die  Zeitung
im  Oktober-November  auch  ihren  ersten  Roman  „Das  Kind  seines
Herzens“  veröffentlichen,  der  im  Jahre  darauf  als  ihr  erstes  Werk  in
Buchform  erschien.  Im  Juli  1884  folgte  in  der  KV  die  Novelle  „Fräulein ­
  Käthe“,  die  zwei  Jahre  später  als  Buch  gedruckt  wurde.  Im  Jahre
darauf  erschien  der  Roman  „Die  Jagd  nach  dem  Glück“,  und  nun
hatte  die  Schriftstellerin  schon  eine  kleine,  im  Lauf  der  Jahre  sich  immer
mehr  ausbreitende  Gemeinde  gewonnen,  die  ihr  mit  großer  Treue  anhing
und  sie  durch  ihr  gesamtes  reiches  Schaffen  begleitete,  mochte  sie  ihre
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        Leser  und  Leserinnen  nun  durch  moderne  Lebenswirren  führen  oder  in
längst  verflossene  Zeiten,  wie  in  der  Künstlernovelle  „Alessandro
Botticelli“  (1901)  die  Mediceerherrschaft  schildern,  oder  wie  in  der
Novelle  „A  g  1  a  e“  aus  dem  4.  Jahrhundert  (1897)  das  Eindringen  des
Christentums  in  die  römische  Welt  zeichnen.  (1918  erschien  sie  neu
unter  dem  geänderten  Titel  „Die  Römerin“.)
Eine  erstaunliche  Reife  wies  schon  der  erste  Roman  der  Vierundzwanzigj
  übrigen  „Das  Kind  seines  Herzens“  auf.  Hier  schon  zeigte  sich
eine  sichere  Komposition,  der  tiefe  ethische  Ernst,  der  alle  Bücher  der
Verfasserin  durchzieht,  und  unverkennbar  auch  die  Anfänge  der  feinen
psychologischen  Darstellungsweise,  die  ihr  ganzes  Schaffen  auszeichnet.
Gleichzeitig  mit  diesem  Erstling  machte  sie  sich  mit  dem  Band  „Flitter“
auch  auf  dem  Gebiete  der  Novelle  bekannt,  wo  sie  später  zur  Meisterschaft ­
  heranreifen  sollte.  Die  vollständige  Aufführung  ihrer  zahlreichen ­
  Werke  ist  aus  dem  Verlagsverzeichnis  vom  Jahre  1884  ab  zu
ersehen.
M.  Herbert  ist  mit  ihrer  ganzen  Gedankenwelt  eine  katholische  Dichterin ­
  (sie  hat  ihre  Ausbildung  bei  den  Ursulinen  in  Fritzlar  genossen),
aber  von  dem,  was  man  Tendenz  nennt,  ist  sie  weit  entfernt;  ihr  künstlerisches ­
  Empfinden  bewahrt  sie  vor  dieser  Klippe  mancher  Schriftsteller.
Ihr  Reichtum  an  Lebensweisheit,  der  sich  in  Sinn-  und  Denksprüchen
äußert,  offenbart  sich  in  den  „Aphorismen“  aus  ihren  Werken
(1895).  Freilich  wird  ihr  dieser  Umstand  von  manchen  Kritikern
verübelt;  auch  Heinr.  Keiter,  dem  sie  im  Jahre  1888  als  dessen
zweite  Frau  die  Hand  zum  Lebensbunde  reichte  und  an  dessen  Seite
sie  zehn  glückliche  Jahre  verlebte,  machte  bei  der  Besprechung  der
„Jagd  nach  dem  Glück“  die  Ausstellung,  daß  der  Fluß  der  Erzählung ­
  durch  solche  Einschaltungen  unterbrochen  werde.  Andere
Beurteiler  empfinden  dagegen  diesen  gedankentiefen  Reichtum  als  einen
Vorzug.
Anna  Freiin  von  Krane  nennt  Herbert  in  der  „Zukunft“  vom  20.  Juli
1907  eine  „Dichterin  der  Stimmung“.  Diese  Eigenschaft  prägt  sich  am
deutlichsten  in  ihrer  Lyrik  aus,  die  in  den  Bänden  „Einsamkeiten“
(1903,  6.  Aufl.  1915),  „L  e  b  e  n  s  1  i  e  d  e  r“  (1908),  „Heimfahrten  (1910),
„Tröstungen“  (1912),  „Verborgenheiten“  (1914)  gesammelt  sind.
Tief  dringt  sie  hier  in  das  menschliche  Herz,  und  mit  der  ernsten,
zeitweilig  wehmütigen  Lebensauffassung  vereint  sich  eine  seltene  Liebe
zur  Natur.  Hervorragendes  hat  sie  auf  dem  Gebiet  der  religiösen  Lyrik
geschaffen.  In  ihrer  Prosa  zeichnet  sie  mit  einer  gewissen  Vorliebe  den
schwachen  haltlosen  Mann,  das  starke  uneigennützige  Weib  und  das
leidende  Kind.  Trotz  ihres  Reichtums  an  Gestalten  sind  sie  alle  echt
und  wahr;  mit  geringen  Ausnahmen  geht  ihr  über  das  äußere  Geschehen
die  Schärfe  der  Charakteristik  und  die  Wahrheit  des  psychologischen
Gemäldes.

100  Jahre  J.  P.  Bachem.

5
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        66

b)  Bachems  Novellen-  und  Roman-Sammlungen.
Zu  Ende  der  1870er  und  Anfang  der  1880er  Jahre  hatte  im
deutschen  Buchhandel  die  Zeit  des  „billigen  Buches“  begonnen.
Die  „Collection  Spemann“  lieferte  gut  ausgestattete,  gebundene
Bände  von  Unterhaltungsliteratur  zu  1  Mark;  in  höhere  Regionen
führte  die  „Cottasche  Weltliteratur“,  und  die  vereinigten  Firmen
G.  Freytag-Leipzig  und  Tempsky-Wien  hatten  sogar  eine  treffliche
volkstümlich-wissenschaftliche  Bücherei:  das  „Wissen  der
Gegenwart“  herausgegeben.  Diesen  Beispielen  folgte  auf  katholischer ­
  Seite  der  Bachemsche  Verlag  mit  „Bach ( ems  Novellen-Sammlung“.
  Im  August  1882  wandte  er  sich  in  erster  Linie  an
eine  Reihe  von  Mitarbeitern  am  Unterhaltungsteil  der  Kölnischen
Volkszeitung  und  machte  ihnen  den  Vorschlag  auf  erneuten
Abdruck  ihrer  Werke  in  der  geplanten  Sammlung.
Da  die  Liste  eine  gute  Uebersicht  über  die  damals  für  ein  katholisches
Unternehmen  in  Frage  kommenden  Schriftsteller  und  Schriftstellerinnen
gibt,  so  mag  sie  hier  folgen:  Frau  v.  Adelsheim-Se’nnfeld,  Adelsheim ­
  (Odenwaldbahn),  Dr.  Beta,  Berlin,  San.-Rat  Dr.  med.  Buck,  Ehingen,
Rektor  Cüppers,  Ratingen,  Freifrau  Wan  da  v.  Dalllwit'z  geb.  Gräfe,
Berlin,  Emmy  Freiin  v.  Dincklage-Campe,  Lingen,  Fräulein  Jos.
Flach,  Wiesbaden,  Fräulein  Helm'ine  Fred,|  Neiße,  Frau  Eta’my
G  i  e  h  r  1,  Geh.  Leg.-Rat  Dr.  R.  H  e  p  k  e,  Berlin,  Gräfin  Holnstein,  Schloß
Rheda  b.  Brakei  i.  W.,  Frau  Franz  Jarke,  Königsberg,  Fräulein  Kunigunde ­
  Ittenbach,  Burg  Gymnich,  Fräulein  Therese  Kellner,  Frau
Wwe.  H.  Klein,  Siegen,  Major  E.  Knackfuß,  Ehrenbreitstein,  Dr.  Herrn.
Kuhn,  Paris,  Dr.  Neuhaus,  Straßburg,  Fanny  und  Marie  v.  Pelzein,
Wien,  Frau  Elise  Polko,  Deutz,  Schriftleiter  Jos.  Rank,  Wien,^Fräulein
M.  v.  Roskowska,  Hamburg,  Fräulein  Elise  Schilling,  Erkelenz,
Fräulein  (Melanie  Schultze,  Badenweiler,  Hub.  Schumacher,  Geistlicher, ­
  Münster  i.  W.,  Ferd.  Strunck,  Unna,  Frau  Therese  Winkler,
geb.  Messerer,  München,  Fräulein  Hedw.  Wolf,  Mauer  b.  Wien,  Dr.  C.
Th.  Z  i  n  g  e  1  e  r,  Fürstl.  Archivassessor,  Sigmaringen,  Frau  Notar  Z  ü  n  d,
geb.  Luise  Meyer  v.  Schauensee,  Luzern.
Wohl  die  übergroße  Mehrzahl,  aber  nicht  alle  diese  Verfasser  gehörten
dem  katholischen  Bekenntnis  an,  was  selbstverständlich  keine  Bedingung
sein  konnte,  wenn  ihre  Werke  in  christlicher  Weltanschauung  wurzelten.
Die  meisten  der  Aufgeforderten  sind  in  der  Sammlung  auch
vertreten.  Der  Umfang  des  hübsch  gebundenen  Bandes  mit
geschmackvoller  Pressung  war  auf  etwa  zwölf  Bogen  (200  Seiten),
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        die  Auflage  auf  5000  vorgesehen.  Die  Bezieher  einer  ganzen  Reihe
erhielten  den  letzten,  20.  Band  unentgeltlich.
Im  ersten  Bande  waren  Freiin  von  Brackei  mit  der  prächtigen ­
  Novelle  „Nicht  wie  alle  Andern“  und  Elise  Polko  mit  dem
tiefempfundenen  Dommärchen  „Mitgeholfen!“,  einer  rührenden
Kindergeschichte,  vertreten.  Damit  war  ein  guter  Anfang  gemacht.
Der  zweite  Band  brachte  die  Herbertsche  Novelle  „Miß  Edda
Brown“,  von  der  schon  oben  die  Rede  war,  und  Ernst  Lingens
Novelle  „An  der  friesischen  Küste“.
In  rascher  Folge  wurden  nun  die  zwanzig  ersten  Bände  hintereinander ­
  herausgegeben,  und  der  Erfolg  war  so  befriedigend,
daß  noch  im  Jahre  des  Erscheinens  der  letzten  zwei  Bände  (1884)
als  ähnliches  Unternehmen  „Bachems  Roman-Sammlung“
zu  erscheinen  begann.  Es  war  eine  Reihe  von  10  doppeltstarken  gebundenen ­
  Bänden  zu  2  Mark,  die  eine  Anzahl  guter  Romane  größeren
Umfangs  von  Lenzen,  LeoTepevanHeemstede,  Cuno  Bach,
Emmy  von  Dincklage,  Herrn.  Hirschfeld  u.  a.  brachten.
Im  März  1886  konnte  dann  mit  den  Vorbereitungen  für  eine  zweite
Reihe  (Bd.  21—40)  der  Novellen-Sammlung  begonnen  werden.  Die  Grundsätze ­
  :  „Gediegenheit  des  Inhalts,  sittliche  Reinheit,  fesselnde  Gestaltung  und
Schönheit  der  Form“  blieben  die  gleichen.  Wiederum  ergingen  Aufforderungen ­
  an  die  Schriftsteller  (u.  a.  Freifrau  Lina  von  Berlepsch,  Frau
Generalin  A.  v.  Wege  rer,  Berlin,  Gräfin  Brockdorff  geb.  v.  Ahlefeld, ­
  Darmstadt,  Rechnungsrat  L.  Keiffenheim,  Trier,  Fräulein  Viktorine ­
  Bieser,  Trier  usw.)  und  wiederum  mit  gutem  Erfolg.  Auch  die
zweite  Reihe  konnte  im  Verlauf  von  drei  Jahren  vollendet  werden.  Die
meisten  Bände  haben  seitdem  viele  Neudrucke  nötig  gemacht.

Durch  die  Novellen-Sammlung  wurde  auch  eine  damals  sehr  beliebte
Schriftstellerin  in  den  Verlag  eingeführt,  die  allerdings  früher  schon  zu
den  Mitarbeiterinnen  am  Unterhaltungsteil  der  Kölnischen  Volkszeitung
zählte:  Elise  Polko.  Sie  gehörte  zu  ihren  protestantischen  Mitarbeiterinnen, ­
  war  eine  Schwester  des  Afrikareisenden  Eduard  Vogel,
am  13.  Januar  1823  zu  Wackerbartsruhe  bei  Dresden  geboren,  wo  ihr
Vater  Musikdirektor  am  Langschen  Institut  war,  und  schlug  anfangs  die
Laufbahn  einer  Bühnensängerin  ein.  Die  KV  hat  von  ihr  seit  1878  viele
ihrer  Erzählungen  gebracht,  von  denen  acht  in  die  Novellen-  und  Roman-Sammlung
  aufgenommen  wurden.
Noch  eine  zweite,  sehr  beliebte  Schriftstellerin,  Lina  Freifrau  von
Berlepsch  (1829—1899),  kam  durch  die  Novellen-Sammlung  in  den
Verlag.  Nach  dem  Tode  ihres  Gatten  (1877)  übersiedelte  sie  nach  München
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        68

und  entfaltete  hier  eine  erstaunlich  fleißige  Uebersetzertätigkeit;  hauptsächlich ­
  für  Zeitungen  bearbeitete  sie  amerikanische  Romane.  Als  nach
ihrem  Tode  ihr  Lebenswerk  (1895—1903)  gesammelt  in  Buchform  erschien,
füllte  es  60  Bände.
Von  weiteren,  in  den  Sammlungen  vertretenen  Schriftstellern  und
Schriftstellerinnen  nennen  wir  Hermann  Hirschfeld  (mit  der  „Komödiantentoni“
  und  dem  Roman  „Die  Hexe  von  Scharnrode“),  Rektor  Adam
Jos.  Cüppers  (mit  der  feinen  Novelle  „In  der  Knospe  gebrochen“),  Th.
Messerer  (mit  frischen  Hochlandgeschichten),  Josefine  Flach  (mit  dem
Roman  „Herzenswirren“  und  „Durch  Kampf  zum  Ziel“),  M.  Berger
(S.  v.  Follenius)  mit  dem  Roman  „Angelika  von  Sainte-Croix“  und  der  Novelle
„Dolores“),  E.  Rudorff  (mit  den  Novellen  „Verloren“  und  „Schlichte
Größe“),  Antonie  Haupt  (mit  der  Novelle  „Heideröschen“),  H.  Beta  (mit
der  amerikanischen  Novelle  „Der  Spieler“),  Karl  von  Lenhard  (mit  den
kulturgeschichtlichen  Novellen  „Der  Teufelstriller“  und  „Meister  Müller
und  sein  Geselle“),  Everilda  v.  Pütz  (mit  den  Novellen  „Maria  Angela“
und  „Der  letzte  Schuß“) 40 .
Die  besondere  Art  der  kölnischen  Mundart-Schriftstellerei  hat
der  sehr  furchtbare  Kölner  Schriftsteller  Wilhelm  Koch  mit  seinen
„Kölsche  Scheidereie“  [Schilderungen]  1882  in  den  Verlag  eingeführt. ­
  Koch  war  ein  echter  Kölner,  am  30.  Juli  1845  als  Sohn  eines
Metzgers  geboren,  von  seinen  Eltern  zum  Geistlichen  bestimmt,  wandte
sich  aber,  da  er  zu  der  geistlichen  Laufbahn  keinen  Beruf  empfand,  dem
Postfach  zu  und  trat  schon  früh  mit  novellistischen  Arbeiten  hervor.
Seine  „Kölsche  Scheldereie“  erschienen  seit  Dezember  1881  in  der  Kölnischen ­
  Volkzeitung,  wo  sie  großen  Anklang  fanden.  17  kleinere  Schwänke
vereinigte  er  1890  unter  der  Bezeichnung  „Oemmerjööncher  [=  Zuckerkörner]. ­
  Lästige  kölsche  Verzällcher“.  Außer  seinen  Dialektsachen  schrieb
er  auch  lange  Jahre  für  katholische  Blätter  wöchentlich  „Politische
Streifzüge“.  1877  erschien  sein  erster  Artikel  in  der  KV  und  seit  1887
bis  zu  seinem  Tode  (10.  Dezb.  1891)  machte  er  sich  mit  seinen  Wochenplaudereien ­
  im  Leserkreis  des  Blattes  beliebt.  Im  Kölner  Local-Anzeiger
ist  sein  Sohn,  der  Pfarrer  Heinr.  Koch  in  Wahn,  in  des  Vaters  Fußstapfen ­
  getreten,  indem  er  seit  Dezember  1907,  als  er  noch  Pfarrer  in
Gierath  bei  Grevenbroich  war,  sonntäglich  meist  humoristisch  gefärbte
Erzählungen  veröffentlichte,  die  im  August  1914  durch  wöchentliche
„Kregsbilder“  abgelöst  wurden,  deren  Zahl  bis  März  1918  auf  180  angewachsen ­
  ist.  Mit  diesen  Plaudereien,  die  auch  in  Heften  gesammelt
bei  Bachem  erschienen,  hat  er  dem  Volke  in  Stadt  und  Land,  das  seine
Mundart  liebt,  in  heiterem  Gewände  das  Verständnis  für  die  Schwere
und  Größe  der  Zeit  vermittelt.
Einen  zweiten  kölnischen  Dialektdichter  von  Ruf  erwarb  der  Verlag
1893  in  Dr.  Wilh.  Schneider-Clauß 41 ,  der  in  diesem  Jahre  zwei
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        Erzählungen  in  einem  Bande;  „Us  unse  Lotterbovejohre“  herausgab.
Rasch  hat  sich  dieser,  1862  in  Köln  geborene  Schriftsteller  zu  einem
bedeutenden  Vertreter  des  mundartlichen  Schrifttums  entwickelt.

In  den  folgenden  Jahren  wurde  der  schöngeistige  Verlag  im
wesentlichen  von  den  Erzeugnissen  der  obengenannten  Schriftstellerinnen ­
  und  Schriftsteller  in  Anspruch  genommen.  Von  denen,
die  in  diesem  Zeitraum  bis  zum  Tode  Josef  Bachems  noch  neu  hinzukamen, ­
  steht  an  erster  Stelle  der  frühere  Hauptschriftleiter  der
Kölnischen  Volkszeitung  Dr.  Hermann  Cardauns,  der  sich  lange
Zeit  unter  dem  Decknamen  H.  Kerner  verbarg.  Mit  dem  kulturgeschichtlichen ­
  Roman  „Die  Abenteuer  des  Johannes
Keusch“  aus  dem  15.  Jahrhundert  trat  er  im  Jahre  1888  zum
erstenmal  im  Verlag  auf.  Von  besonderem  Reiz  ist  der  Chronikenstil, ­
  dessen  sich  der  Verfasser  für  die  Erzählung  des  Mönches
von  St.  Martin  in  Köln  mit  Glück  bedient.  Das  Werk  erschien
1897  in  Bachems  neuen  illustrierten  Jugendschriften,  wo  auch
zwei  Jahre  später  die  kulturgeschichtliche  Erzählung  aus  der
Zeit  Kaiser  Friedrich  Barbarossas  „Walter  der  Erzpoet“
eine  Stelle  fand,  jene  reizvolle  handlungsreiche  Ich-Erzählung
des  seltsamen  Kölner  Stiftsschülers  Walter  von  Honnef,  des
Dichters  des  übermütigen  Trinkliedes  Mihi  est  propositum  in
taberna  mori.
Im  Jahre  1889  begegnet  zum  erstenmale  Mariam  Tenger
und  A.  Veldenz,  jene  mit  dem  bemerkenswerten  Roman  Die
Frau  aus  dem  Veilchenhause,  diese  mit  der  prächtigen
Novelle  Im  Banne  der  Schlange.  Unter  dem  Decknamen
Tenger  verbarg  sich  die  sehr  fleißige  ungarische  Schriftstellerin
Marie  Edle  von  Hrussolzy  (1821—1898),  die  auf  Anregung  Adalbert
Stifters  zur  Feder  griff  und  ihr  reiches  Erleben  in  ihren  Romanen
verwertete.  Auch  der  1890  erschienene  Roman  „Magdalenens
Erinnerungen“  von  M.  J.  Parr  (Maria  Justina  Rapp,  1832—1895)
brachte  es  bald  zu  einem  Neudruck.  Beliebt  waren  die  Romane
der  zwei  amerikanischen  Schriftstellerinnen  Gerard  „Die
Mexikanerin“,  „Plündere  den  Nächsten“,  „Eine  geheime  Sendung“
(1894)  und  „Lady  Baby“.  Auch  die  westfälische  Dichterin  Antonie
Jüngst  war  in  Bachems  Verlag  durch  einen  Novellenband  vertreten ­
  (1892),  ebenso  die  emsländische  Schriftstellerin  Emmy
Freiin  v.  Dincklage  mit  acht  Novellen.
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        70

c)  Der  Verlag  mit  Ausschluß  der  schönen  Literatur
(1854—1893).
War  die  Arbeit  der  ersten  Jahre  dieses  Zeitraums  auch  vornehmlich ­
  auf  den  Ausbau  des  schöngeistigen  Verlags  gerichtet,
so  schwanden  die  übrigen  Bestrebungen  doch  nicht  ganz.  Auch
hier  bewies  Josef  Bachem  mehrmals  eine  sehr  glückliche  Hand.
Das  war  gleich  anfangs  der  Fall  in  der  volkstümlich-religiösen
Literatur  bei  der  Uebernahme  des  „Himmlischen  Palmgärtleins“
des  Jesuiten  Wilh.  Nacatenus  (geb.  1617  in  M.Gladbach,  gest.
1682  zu  Aachen),  eines  Dichters,  der  Spee  und  Balde  an  die  Seite
gestellt  wird 48 .  Das  Buch  war  in  der  Bearbeitung  des  Pfarrers
Th.  Wollersheim  in  Jüchen  in  den  drei  ersten  Auflagen
Eigentum  des  Borromäusvereins  und  erschien  im  Bachemschen
Verlag  seit  1855  in  vielen  Ausgaben  und  Auflagen.  In  10  Jahren
wurden  über  40000,  in  30  Jahren  86000  Stück  abgesetzt.
Ein  ebenso  glücklicher  Griff  war  die  Neuherausgabe  des
Volksschriftstellers  P.  Martin  von  Cochem.  Der  Pfarrer
Grubenbecher  in  Bocklemünd  hatte  seine  „Erklärung  des
hl.  Meßopfers“  bearbeitet  und  1865  erscheinen  lassen,  ein
Buch,  von  dem,  1869  mit  der  fünften  Auflage  stereotypiert,  in
den  nächsten  zehn  Jahren  an  40000  Stück  verkauft  wurden.
Ebenfalls  einen  guten  Erfolg  hatte  er  mit  dem  zwei  Jahre  später
veröffentlichten  Cochemschen  „Meßbuch  für  weltliche  Leute“,
das  es  in  gleichem  Zeitraum  auf  einen  Absatz  von  10000  Stück
brachte.  Noch  heute  sind  die  beiden  Bücher  gangbare  Verlagswerke. ­

Mit  dieser  Wiedererweckung  des  bedeutenden  geistlichen
Liederdichters  Nacatenus  gingen  gleichzeitig  Bestrebungen  zur
Besserung  des  Kirchengesanges  und  der  kirchlichen  Gesangbücher ­
  einher.  In  Köln  fanden  sie  Gehör;  hier  war  es  Pfarrer
Alb.  Gereon  Stein 43 ,  zugleich  Gesanglehrer  im  Erzbischöflichen
Priesterseminar,  der  sich  entschloß,  zur  Hebung  des  kirchlichen
Volksgesanges  im  Verein  mit  mehreren  kölnischen  Pfarrern  1852
ein  „Kölnisches  Gesangbuch“  herauszugeben.
Das  handliche  Büchlein  brachte  (mit  „Anhang“)  auf  286  Seiten
270  Lieder,  die  lateinischen  Hymnen,  Psalmen  und  Antiphonen
mit  deutscher  Uebersetzung  oder  Bearbeitung  und  fand  außerordentlich ­
  gute  Aufnahme.  Im  nächsten  Jahre  (1853)  kam  ein
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        Choralbuch  „in  elegantem  deutschen  Notendruck“  heraus,  und
1854  fügte  der  Verfasser  dem  Gesang-  ein  Andachtsbuch  bei  mit
allen,  im  Laufe  des  Kirchenjahrs  vorkommenden  öffentlichen
Andachten  usw.  Seitdem  führte  das  Buch  den  Titel  „Kölnisches
Gesang-  und  Andachtsbuch  zum  Gebrauche  bei  den  gemeinsamen
Meß-  und  Nachmittagsandachten  katholischer  Gemeinden“.
Der  Erfolg  des  Buches  war  erstaunlich  und  wuchs  zusehends.
Nach  der  fünften,  1859  in  15000  Stück  erschienenen  Auflage
wurde  das  Buch  stereotypiert  (zum  erstenmal  1860).  Im  Jahre
1880  erschien  es  zum  erstenmal  als  Diözesangesangbuch.
  Als  Stein  ein  Jahr  später  starb,  vermachte  er  das
Urheberrecht  an  seinem  Buche  dem  Erzbischöflichen  Stuhle,
der  es  jetzt  noch  ausübt.  So  volkstümlich  ist  der  Verfasser  des
Werkes  geworden,  daß  das  „D  iözesan-Gesang-  und  Gebetbuch“, ­
  wie  der  Titel  jetzt  heißt,  heute  noch  oft  als  „Steins
Gesangbuch“  verlangt  wird.  Im  Laufe  der  Jahre  sind  dann  nach
Vorschlägen  des  Verlags  eine  ganze  Reihe  von  verschiedenen
Ausgaben  (große,  kleine,  Dünndruck-  und  Großdruck-Ausgabe,
Ausgabe  für  höhere  Lehranstalten)  veranstaltet  worden.
Unter  der  theologischen  Literatur  des  Verlags  verdienen  besondere ­
  Erwähnung  die  Kaysersche  Uebersetzung  des  Predigtwerkes ­
  des  Erzbischofs  Daniel  Murray  von  Dublin,  die  1860
und  61  in  drei  Bänden  herauskam,  sowie  die  beliebten  Bücher
des  Jesuiten  P.  Jos.  Schneider  „Medulla  pietatis“,  „Manuale
congregationis  B.  M.  V.“  und  „Manuale  sacerdotum“  aus  derselben
Zeit.  Schneider  war  Rheinländer  (1824  zu  Friesheim  geboren)
und  starb  1884  als  Mitglied  der  Kongregation  für  Ablässe  und
Reliquien  zu  Rom.
Von  kirchenrechtlicher  Bedeutung  ist  die  „Sammlung  kirchlicher ­
  Er  1  asse,  Verordnungen  und  Bekanntmachungen  für  die
Erzdiözese  Köln“,  die  der  Kölner  Domkapitular  Dr.  K.  Th.
Dumont  im  Jahre  1874  herausgab  mit  dem  Zweck,  die  wichtigsten
Erlasse  usw.  der  Geistlichkeit  und  den  Kirchenverwaltungen  in
einer  nach  dem  Inhalt,  nicht  chronologisch  geordneten  Uebersicht
für  den  praktischen  Gebrauch  an  die  Hand  zu  geben.
Derselbe  Verfasser  veranlaßte  auch  eine  in  geschichtlicher
und  kirchlicher  Hinsicht  bedeutsame  Veröffentlichung:  die  nach
den  einzelnen  Dekanaten  geordnete  „Geschichte  der  Pfarreien
der  Erzdiözese  Köln“,  deren  Einzelheiten  eine  Kommission
am  24.  Februar  1880  festsetzte.  Der  ersten,  im  Jahre  1883
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        erschienenen  „Geschichte  der  Pfarreien  des  Dekanates  Grevenbroich“ ­
  von  Landdechant  und  Pfarrer  H.  H.  Giersberg  in  Bedburdyck ­
  folgten  die  weiteren  Dekanate:  Hersei  von  Pfarrer  G.
H.  Chr.  Maußen  im  Jahre  1885,  Brühl  von  Definitor  R.  W.
Rosellen  1887,  M.  Gladbach  von  Kaplan  Dr.  Norrenberg
1889,  Königswinter  von  Maaßen  1890,  Blankenheim  von
Pfarrer  J.  Becker  1893,  Bonn  von  Maaßen  (I.  Teil,  Stadt
Bonn,  1894;  der  II.  erschien  bei  P.  Honstein  in  Bonn)  und  Siegburg ­
  von  Pfarrer  H.  Th.  De  Ivos  1896.
Schon  früher,  im  Jahre  1878,  war  in  seiner  14.  Ausgabe  das
„Handbuch  der  Erzdiözese  Coeln“  in  Bachems  Verlag
übergegangen.  Bei  dieser  Rechnung  war  sein  erstes  Erscheinen
im  Jahre  1825  nicht  inbegriffen,  weil  die  Ausgabe  anscheinend
nicht  amtlich  war.
Diese  führte  den  Titel  „Uebersicht  der  Erzdiöcese  Köln  für  das  Jahr  1825“,
ist  bei  Th.  F.  Thiriart  gedruckt  und  enthält  u.  a.  den  deutschen  Text  der
Bulle  De  salute  animarum  Pius’  VII.  vom  16.  Juli  1821.  Es  gab  damals
18  Pfarreien  in  Köln;  auf  dem  linken  Rheinufer  zählte  man  44  Cantons,
auf  dem  rechten  4  Dekanate;  im  ganzen  686  Pfarreien.  Während  in
diesem  Buche  ein  Herausgeber  nicht  genannt  ist,  wurde  das  folgende
im  Jahre  1827  bei  M.  Du  Mont-Schauberg  erschienene  „Hand-  und
Adreß-Buch  der  Erzdiöcese  Cöln“  „mit  Genehmigung  Sr.  Erzbischöflichen
  Gnaden  von  den  Beamten  des  Erzbischöflichen  General-Vicariats
  zu  Cöln“  herausgegeben.  Hierin  ist  die  neue  Einteilung  des
ganzen  Erzbistums  in  Dekanate  enthalten,  und  die  wesentliche  Einrichtung ­
  ist  dieselbe,  die  das  Unternehmen  heute  noch  zeigt.
Unter  dem  Titel  „Handbuch  der  Erzdiöcese  Cöln“  kam  das  Buch  zum
dritten  und  vierten  mal,  aber  als  zweite  und  dritte  Auflage  bezeichnet,
im  Jahre  1830  und  1833,  184  Seiten  stark,  beim  selben  Verleger  heraus.
Eine  Chronik  der  Erzdiözese  hielt  die  Ereignisse  seit  1825  fest.
Mit  der  14.  Auflage  ging,  wie  erwähnt,  das  Handbuch  in  Bachems
Verlag  über.  Sie  war  auf  440  Seiten  angewachsen  (gegen  418  der  letzten
Ausgabe  1872).  Die  15.,  16.  und  17.  Ausgabe  wurde  von  Registrator
Joh.  P.  Ferdinand  1888,  1892  und  1895  herausgegeben.  Die  Bearbeitung
der  Reihenfolge  der  Erzbischöfe  war  1892  auf  Pfarrer  Dr.  P.  Norrenberg ­
  übergegangen.  Seit  der  18.  „Ausgabe“  (1901)  wurde  als  Herausgeber
das  Erzbischöfliche  Generalvikariat  genannt.  Die  19.,  20.  und  21.  Ausgabe
erschienen  1905,  1908  und  1911.  Der  letzte  Band  umfaßte  568  Seiten.
In  das  Jahr  1876  fällt  ein  für  die  Geschichte  der  katholischen
Wissenschaft  und  für  den  Verlag  bedeutsames  Ereignis:  die
Gründung  der  Görres-Gesellschaft.
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        Die  Anregung  dazu  war  schon  im  Jahre  1874  von  dem  Mainzer  Domdekan ­
  Dr.  Heinrich  ausgegangen,  der  mit  dem  damaligen  Domkapitular
H  a  f  f  n  e  r  und  dem  Bonner  Privatdozenten  Frhrn.  v.  H  e  r  11  i  n  g  den  Gedanken
erörterte,  ob  es  nicht  möglich  sei,  eine  von  katholischen  Grundsätzen
geleitete  wissenschaftliche  Gesellschaft  ins  Leben  zu  rufen.  Hertling
veranlaßte  im  September  des  nächsten  Jahres  eine  erste  Besprechung
in  Rolandseck,  an  der  noch  der  Kölner  Rechtsanwalt  Julius  Bachem,
der  Privatdozent  Dr.  Cardauns,  der  Kölner  Arzt  Dr.  med.  Karl  Hopmann, ­
  der  frühere  Bonner  Oberbürgermeister  Leopold  Kaufmann  und
der  Koblenzer  Rechtsanwalt  Ed.  Müller  teilnahmen.  In  einer  weiteren
Besprechung  hervorragender  rheinischer  Katholiken  wurde  dann  in
Koblenz  am  9.  Oktober  1875  ein  „provisorisches  Komitee“  gewählt  und  am
25.  Januar  1876  mit  285  Mitgliedern  unter  Anwesenheit  auch  des  greisen
Dechanten  B  e  r  g  e  r  aus  Boppard  (der  mit  Görres  persönlich  verkehrt
und  sich  als  Dichter  unter  dem  Pseudonym  Gedeon  von  der  Heide
bekannt  gemacht  hatte)  zur  Gründung  geschritten.  Die  Gesellschaft  will
„namentlich  Jüngern  katholischen  Gelehrten  Anregung  geben  und  zugleich
die  nötige  materielle  Unterstützung  gewähren  zur  Bearbeitung  wichtiger
Fragen  aus  dem  Gebiete  der  Philosophie,  der  Naturwissenschaft,  der
Geschichte,  der  Rechts-  und  Sozialwissenschaft  .  .  .  Sie  bezweckt  nicht
minder,  'durch  Anregung  und  Beförderung  gediegener  populär-wissenschaftlicher ­
  Werke  dem  Ueberwuchern  einer  seichten  Modeliteratur  entgegenzutreten, ­
  welche  einseitige  Spekulationen  und  grundlose  Hypothesen
unter  dem  Namen  der  Wissenschaft  in  Umlauf  zu  bringen  geschäftig  ist“.
Aus  kleinen  Anfängen  heraus  hat  sie  sich  kräftig  emporgerungen,
so  daß  sie  heute  zu  den  angesehensten  wissenschaftlichen  Gesellschaften
gehört.  Im  Jahre  1917  betrug  die  Zahl  ihrer  Mitglieder  rund  3400.  Den
Höchststand  hatte  sie  1910  mit  4300  Mitgliedern  (mit  10  M.  Jahresbeitrag)
und  1100  Teilnehmern  (mit  3  M.  Beitrag)  erreicht.  Bis  zum  Jahre  1917
beliefen  sich  die  Gesamteinnahmen  der  vier  Jahrzehnte  auf  rund  zwei
Millionen  Mark.  Von  der  Gesellschaft  wurde  im  Jahre  1888  auch  das
„Römische  Institut“  für  die  Quellenforschung  der  neuern  Kirchengeschichte ­
  gegründet.  Mit  der  Errichtung  einer  „Geschäftsstelle“  im  Jahre
1891  übernahm  die  Firma  Bachem  auch  die  laufenden  Verwaltungs-,
insbesondere  die  Kassen-  und  Expeditionsgeschäfte.  Die  Einnahmen  und
Ausgaben  der  Gesellschaft  belaufen  sich  heute  auf  jährlich  mehr  als
50000  Mark,  ihr  Vermögen  betrug  im  Jahre  1916  63500  Mark.
In  die  Veröffentlichungen  der  Gesellschaft  teilten  sich  mehrere  Verleger.
Die  Firma  Bachem  übernahm  den  Kommissionsverlag  der  Jahresberichte ­
  und  der  sog.  V  ereinsschriften,  deren  jährlich  gewöhnlich
drei  herausgegeben  werden.  (Die  Einzelheiten  im  Verlagsverzeichnis.)
Von  den  im  Auftrag  der  Gesellschaft  veranlaßten  Fest-  und  Einzelschriften
sind  1880  H.  Cardauns’  Konrad  von  Hostaden  (zur  Fertigstellung  des
Kölner  Domes),  0.  Bardenhewers  Pseudo-aristotelische  Schrift  über
        <pb n="95" />
        das  reine  Gute  und  F.  Hippiers  Deutsche  Predigten  der  ermländischen
Bischöfe  Hosius  und  Kromer  bei  Bachem  erschienen.  Von  dem  seit  1880
erscheinenden  „Historischen  Jahrbuch“  der  Görresgesellschaft
gingen  die  ersten  drei  Bände  von  der  Theißingschen  Buchhandlung  in
Münster'aus,  die  fernem  von  Herder  u.  Co.  in  München.  Das  „Philosophische ­
  Jahrbuch“  erscheint  seit  1888  in  der  Fuldaer  Aktiendruckerei, ­
  die  Halbjahreshefte  für  die  Kunde  des  christlichen  Orients:
„0  r  i  e  n  s  c  h  r  i  s  t  i  a  n  u  s“  (begründet  vom  Priesterkollegium  des  deutschen
Campo  Santo  in  Rom)  bei  Harrassowitz  in  Leipzig.  In  die  Veröffentlichungen ­
  der  einzelnen  Sektionen  teilen  sich  die  Verleger  Bachem
(Philosophische  Sektion;  seit  1877),  F.  Schöningh  in  Paderborn  und  Herder
in  Freiburg  (historische,  seit  1892;  Rechts-  und  Sozialwissenschaft  [Heft
1  bis  6  bei  Bachem],  darunter  das  fünfbändige  „Staatslexikon“,  seit  1887;
Altertumskunde;  seit  1807).  Die  Mitglieder  erhalten  die  Jahresberichte
mit  Einschluß  von  drei  Vereinsgaben  kostenlos  und  können  die  Veröffentlichungen ­
  (mit  Ausnahme  des  Staatslexikons  und  mehrerer  streng
wissenschaftlicher  Studien)  zu  zwei  Drittel  (die  Veröffentlichungen  der
Sektion  für  Rechts-  und  Sozialwissenschaften  zu  drei  Viertel)  des  Ladenpreises ­
  beziehen.
Ein  „Verzeichnis  sämtlicher  Jahresberichte,  Vereinsschriften  und  im
Auftrag  und  mit  Unterstützung  der  Gesellschaft  erschienenen  Veröffentlichungen“ ­
  enthält  der  Jahresbericht  für  1913.  Zum  Silberjubiläum  der
Gesellschaft  erschien  1901  eine  von  dem  Generalsekretär  Dr.  Cardauns
verfaßte  Denkschrift,  die  ein  anschauliches  Bild  des  fruchtreichen  Wirkens
der  Gesellschaft  entwarf,  das  derselbe  Verfasser  beim  Jahresbericht  für
1916  für  die  Jahre  von  1901  bis  1916  ergänzte.  Ihr  langjähriger  Vorsitzender ­
  Dr.  Georg  Frhr.  v.  Hertling  wurde  1912  zum  bayerischen  Ministerpräsident ­
  und  Staatsminister  des  Aeußern  berufen  und  im  November  1917
zum  deutschen  Reichskanzler  ernannt.
Mit  dem  Jahre  1877  tritt  der  Kölner  Erzbischof  Dr.  Paulus
Melchers  mit  seinen  „Erinnerungen  an  das  50jährige
Bischofs-Jubiläum  Pius’IX.“  in  die  Reihe  der  Verlagsschriftsteller. ­
  Die  Zeitumstände  brachten  es  mit  sich,  daß  er  in
der  Folge  viele  Jahre  in  immer  neuen  Schriften,  die  er  an  Stelle
der  üblichen  alljährlichen  Fastenhirtenbriefe  herausgab,  zu  seinen
Erzdiözesanen  aus  der  Verbannung  sprechen  mußte 44 .
Von  Holland  kamen  seine  Sendschreiben  in  Form  von  Abhandlungen,
die  durch  den  Bachemschen  Verlag  verbreitet  wurden.  Gleich  die  erste
dieser  Veröffentlichungen,  die  „Unterweisung  über  das  hl.  Meßopfer“ ­
  (1878),  brachte  dem  Verfasser  und  dem  Verleger  unerwartet  Anklagen ­
  ein,  weil  auf  dem  Titel  der  Verfasser  sich  Erzbischof  nannte,
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        während  er  doch  als  solcher  „abgesetzt“  war.  Wegen  dieser  unbefugten
Führung  des  Titels  und  der  Vornahme  einer  Amtshandlung  erkannte
das  Appellationsgericht  gegen  den  Erzbischof  auf  50  Mark  Geldstrafe,
während  der  der  Beihilfe  angeklagte  Verleger  freigesprochen  wurde.
Dieser  Veröffentlichung  folgten  bis  zum  Jahre  1885  jährlich
weitere,  die  im  Verlagsverzeichnis  aufgeführt  sind.
Wirkte  hier  der  Kulturkampf  erschwerend,  so  zeitigte  er
anderseits  eine  bedeutsame  Frucht  in  der  Schrift  des  Trierer
Domkapitulars  und  Seminarregens  Bernhard  Endres,  die  unter
dem  Titel  „Die  Bildung  und  Erziehung  der  Geistlichen
nach  katholischen  Grundsätzen  und  nach  den  Maigesetzen ­
  von  Irenäus  Themistor“  im  Jahre  1884  Aufsehen
erregte.  (3.  A.  1904).  Er  schrieb  das  Werk,  das  auch  in  französischer ­
  Ausgabe  erschien,  in  seiner  unfreiwilligen  Muße,  als
das  Trierer  Knabenkonvikt  geschlossen  worden  war.
In  Köln  beging  man  am  15.  November  1880  die  600.  Wiederkehr
des  Todestages  des  großen  Theologen  Albertus  Magnus,  der
nach  Beendigung  seines  bischöflichen  Wirkens  in  Regensburg  die
letzten  Jahre  seines  Lebens  im  Kölner  Dominikanerkloster  zugebracht ­
  hatte  und  dessen  Gebeine  nun  in  der  Andreaskirche
ruhen.  Vom  Bachemschen  Verlag  gingen  bei  dieser  Gelegenheit
drei  Schriften  aus.  In  der  von  einem  Komitee  herausgegebenen
Festschrift  schildert  der  ungenannte  Verfasser,  Dr.  Thoemes,
den  Seligen  in  Geschichte  und  Sage.  Noch  wertvoller  waren  des
Frhrn.  v.  Hertling  „Beiträge  zu  seiner  Würdigung“,  und  endlich ­
  gab  Kaplan  Heinr.  Goblet  eine  volkstümliche  Schrift  über
den  gefeierten  Gelehrten  und  die  Geschichte  seiner  Reliquien  heraus.
Als  die  katholische  Welt  1887  das  50.  Priesterjubiläum  des
Papstes  Leo  XIII.  beging,  legte  der  Bachemsche  Verlag  in  die
Hände  des  Jubilars  eine  von  dem  spätem  Domkapitular  Professor
Dr.  Joh.  Weinand  in  Aachen  besorgte,  auch  bildlich  reich  ausgestattete ­
  Bearbeitung  und  Fortführung  der  Biographie  des
Papstes  aus  der  Feder  des  Anglo-Amerikaners  Dr.  Bernard
O’Reilly  in  Rom.  Das  prächtige  Werk  erschien  1893  in  einer
neuen  (Volks-)  Ausgabe.
Auch  die  bekannten  Brüder  Alexander  und  Leopold
Kaufmann  sind  im  Bachemschen  Verlag  vertreten.  Des  erstem
„Thomas  von  Chantimpre“  gab  Cardauns  1899  als  erste  Görresschrift
  des  Jahres  heraus,  und  Leopolds  „Albrecht  Dürer“  erschien ­
  1881  ebenfalls  als  Veröffentlichung  der  Görresgesellschaft.
        <pb n="97" />
        Dieser  folgten  drei  Jahre  später  die  kulturgeschichtlichen  „B  i  1  d  e  r
aus  dem  Rheinland“,  in  welchen  er  über  den  Bacharacher
Gerhard  von  Kügelgen  (den  Verfasser  der  „Erinnerungen  eines
alten  Mannes“),  den  Kanonikus  Franz  Pick,  über  die  Pflege  der
Musik  am  Hofe  des  letzten  kölnischen  Kurfürsten,  die  Geschichte
des  Kreuzbergs  bei  Bonn  u.  a.  m.  anregende  kurze  Skizzen  bringt.
Der  Verfasser  war  im  Jahre  1848  kommissarischer  Bürgermeister ­
  in  Unkel  (worüber  das  genannte  Buch  auch  ein  Kapitel
Erinnerungen  festhält),  wurde  1851  Oberbürgermeister  seiner
Vaterstadt  Bonn,  als  welcher  ihn  die  Regierung  1875  in  der
Kulturkampfszeit  nicht  mehr  bestätigte.  Im  nächsten  Jahre  zog
er  dafür  ins  Abgeordnetenhaus  ein,  dem  er  zwölf  Jahre  angehörte.
Sein  Sohn  Franz  (jetzt  Stiftspropst  in  Aachen)  lieferte  eine
Biographie  seines  Vaters  im  Jahre  1903  als  Vereinsschrift  der
Görresgesellschaft,  deren  Mitbegründer  und  erster  Generalsekretär
Leopold  Kaufmann  gewesen  ist.
Die  neueren  Verlagsverzeichnisse  der  Firma  führen  zwar
August  Reichensperger  nicht  mehr  unter  den  Verlagsverfassern ­
  auf.  Dicke  Bücher  hat  er  auch  nicht  geschrieben,  wohl
aber  durch  kleinere  Veröffentlichungen  eine  Fülle  fruchtbarer
Anregungen,  besonders  auf  dem  Gebiete  der  gotischen  Kunst,
gegeben  (vgl.  im  Verlagsverzeichnis  die  Jahre  1875,  1876,  1879,
1880,  1881  und  1886).
Endlich  ist  noch  ein  glückliches  Verlagsunternehmen  zu  nennen,
das  den  Seminardirektor  Michael  Bach  inBoppard  zum  Verfasser
hatte  (geb.  dortselbst  1808,  gest.  am  17.  April  1877).  Der  erste
Band  seiner  „Studien  und  Lesefrüchte  aus  dem  Buche
der  Natur“  erschien  im  Jahre  1865  und  erlebte  nach  zwei
Jahren,  als  auch  der  zweite  Band  herauskam,  schon  eine  neue
Auflage.  Die  ansprechende  Form,  in  welcher  der  Verfasser  in
die  Wunder  der  Natur,  insbesondere  des  Tierreiches,  einführt,
hat  bei  der  gesamten  Kritik  Anerkennung  und  bei  den  Lesern
so  gute  Aufnahme  gefunden,  daß  die  vier  Bände,  die  mehrfach,
zuletzt  von  Prof.  Ludw.  Borgas  in  Osnabrück,  neu  bearbeitet
wurden,  jetzt  noch  gern  gelesen  werden.
Mit  gleichem  Glück  bewegte  sich  auf  denselben  Bahnen  der
Lehrer  Carl  Adam  Berthold  an  der  hohem  Bürgerschule  zu
Bocholt  (geb.  1835  zu  Münster  i.  W.,  war  er  seit  1874  Redakteur
der  Zeitschrift  „Natur  und  Offenbarung“;  gest.  am  15.  Okt.  1884)
in  seinen  „Darstellungen  aus  der  Natur,  insbesondere
        <pb n="98" />
        77

aus  dem  Pflanzenreiche“,  denen  er  eine  Einleitung  über  die
christliche  Naturauffassung  voranschickte.  Dem  1869  erschienenen
Werk  folgte  1873  ein  Band  „Betrachtungen  der  Natur  im
Lichte  des  Christenthums,  der  Geschichte,  Wissenschaft ­
  und  Kunst“.  Die  „Darstellungen“  sind  in  der  fünften
Auflage  ebenfalls  von  Professor  Borgas  bearbeitet  worden.

Bis  in  die  1860er  Jahre  erforderte  der  Betrieb  des  Verlags
nicht  mehr  als  eine  Arbeitskraft.  Der  Gehülfe  teilte  im  Jahre
1860  seinen  Arbeitsraum,  der  im  alten  Bau  der  Marzellenstraße
hinter  dem  „Kontor“  gelegen  war,  mit  einem  jungen  Manne  und
dem  Schriftleiter  der  in  der  Druckerei  hergestellten  Zeitschrift
„D  e  r  B  e  r  g  g  e  i  s  t“  namens  Steinborn.  Als  Verlagsgehülfe  arbeitete
damals  Otto  Gracklauer,  der  im  Jahre  1862  austrat,  um  einen
guten  Gedanken  in  die  Tat  umzusetzen.  Obwohl  die  deutschen
Verlagskataloge  sich  immer  durch  eine  so  genaue  Bearbeitung
ausgezeichnet  haben,  daß  sie  anderen  Völkern  als  Muster  vorgeführt ­
  wurden,  so  hatten  sie  (wie  selbst  heute  noch  trotz  der
Anwendung  aller  möglichen  Sorgfalt)  manche  Lücken  und  ließen
den  Sortimentsbuchhändler  manchmal  bei  der  Suche  nach  den
Verlegern  bestimmter  Bücher  im  Stich.  Gracklauer  eröffnete  nun
in  dem  genannten  Jahre  das  heute  noch  bestehende,  im  ganzen
deutschen  Buchhandel  bekannte  Bibliographische  Auskunftsbüro,
in  dem  die  unbekannten  Väter  solcher  Verlagswerke  ermittelt
wurden.  Auf  Gracklauer  folgte  in  Bachems  Verlag  ein  Stuttgarter
Gehilfe  mit  Namen  Grünrock.  Dann  rückte  langsam  der  1864
als  Lehrling  eingetretene  Jakob  Klein  in  die  Stelle  des  ersten
Gehilfen.  Nach  seinem  Tode  (12.  April  1886)  trat  Robert  Schnura
an  die  Spitze  des  Verlagskontors,  den  eine  kurze  Zeit  Ferd.  Sohn,
der  jetzige  Inhaber  der  J.  G.  Schmitzschen  Buchhandlung,  vertrat
und  dem  nach  einigen  Jahren  Gustav  Schmidt  und  1889  Jean
Schmitz  (eingetreten  1886)  folgte.  Heute  untersteht  ihm  als
Verlagsprokurist  ein  Stab  von  19  (seit  der  Kriegszeit  meist  weiblichen) ­
  kaufmännischen  Mitarbeitern  und  14  Personen  in  der
Verlagspackerei.
Schon  früh  war  ein  Handverkauf  der  Verlagswerke  eingerichtet ­
  worden,  der  sich  mit  der  Vergrößerung  des  Verlags
und  seiner  Ausdehnung  auf  alle  Gebiete  nach  und  nach  fast  zu
einer  Sortimentsbuchhandlung  ausgestaltete.  Heute  hat  sie
        <pb n="99" />
        im  Neubau  an  der  Marzellenstraße  straßenwärts  zu  ebener
Erde  eine  schöne  Unterkunft  gefunden.  Der  große  Raum  dient
gleichzeitig  als  Druckereiannahmestelle,  der  seit  1886
Robert  Hölzer  vorsteht,  und  endlich  der  Verlags-  Druckerei- ­
  und  Zeitungskasse,  deren  verantwortungsvolles  Amt
seit  1894  Josef  Paffenholz  (eingetreten  1891)  innehat.

10,  Der  Zeitschriften-  u.  Zeitungsverlag  von  1854  bis  1918.
a)  Zeitschriften.
Die  Zeitschriftenliteratur  in  diesem  Zeitraum  ist  zunächst
vorwiegend  theologischer  und  erzieherischer  Natur.
Dem  Wunsche,  daß  der  Klerus  der  Metropole  des  Rheinlandes
und  der  Erzdiözese  Köln  durch  die  Herausgabe  eines  eigenen
Pastoralblattes  einen  Mittelpunkt  für  den  Gedankenaustausch
über  die  verschiedenen  Gebiete  seiner  pastoralen  Wirksamkeit
gewinnen  möchte,  sollte  durch  die  Tatkraft  des  bekannten  Dogmatikers ­
  Professors  Dr.  M.  Sehe  eben  am  Erzbischöflichen
Priesterseminar  Erfüllung  werden.  Im  Januar  1867  kam  unter
seiner  Redaktion  die  erste  Nummer  des  ,;Pastoralblattes.  Unter
Mitwirkung  eines  Vereins  von  Curatgeistlichen  der  Erzdiözese
Köln“  im  Bachemschen  Kommissionsverlag  heraus  und  seitdem
erscheint  das  Blatt  monatlich.
Ebenfalls  für  den  Klerus  gab  der  Kaplan  Dr.  P.  Oberdörffer
seit  Oktober  1887  die  „Kölner  Correspondenz  für  die
geistlichen  Präsides  katholischer  Vereinigungen  der  arbeitenden ­
  Stände“  heraus.  Nach  ihrem  13.  Jahrgang  (1900)  wurde
das  Unternehmen  als  Manuskript  gedruckt  für  Präsides  oder
Vereine  fortgesetzt  unter  dem  Titel  „Präsideskorrespondenz,
unter  Mitwirkung  von  Präsides  hg.  von  Dr.  Aug.  Pieper“.
Auch  das  von  dem  jetzigen  Domkapitular  Dr.  Heinr.  Maria
Ludwigs  herausgegebene  „Kölner  Sonntagsblatt  für  Stadt
und  Land“  ging  zuerst,  von  1872—75  aus  der  Bachemschen
Druckerei  aus.  Von  1876  ab  übernahm  es  die  Firma  Heinrich
Theissing  in  Köln.
„Ausgehend  von  der  Ueberzeugung,  daß  eine  wirksame  Bekämpfung ­
  der  mit  dem  Großgewerbe  verbundenen  vielfachen
Uebelstände  und  der  dadurch  der  bürgerlichen  Gesellschaft
        <pb n="100" />
        79

drohenden  Gefahren  nur  auf  dem  Boden  des  Christentums  möglich
ist“,  vereinigten  sich  im  Jahre  1880  katholische  Industrielle  und
andere  Arbeiterfreunde  Deutschlands  zu  einem  Verbände,  „um
mit  Ausschluß  aller  politischen  Zwecke  die  Verbesserung  der
Lage  des  Arbeiterstandes  anzustreben.“  Im  Vorstand  waren  die
Fabrikbesitzer  Frz.Brandts-M.Gladbach,  CI.  Straeter-Aachen,  Louis
Beissel-Aachen,  Jos.  Albers-Münster  und  Math.  Wiese-Werden,
ferner  Prof.  Dr.  Frhr.  v.  Hertling-Bonn,  der  Redakteur  der  Christlichsocialen ­
  Blätter  A.  Bongartz-Rellinghausen,  Berginspektor  Hager-Ruda
  (Schles.),  Generaldirektor  Hilt-Aachen,  Domkapitular  Dr.  Chr.
Moufang-Mainz  und  (als  Generalsekretär)  Frz.fHitze-M.Gladbach.
Ein  an  die  Großgewerbetreibenden  und  Arbeiterfreunde  des
katholischen  Deutschlands  gerichteter  Aufruf  brachte  dem  Verbände ­
  im  nächsten  Jahre  600  Mitglieder,  und  seit  Januar  1881
erschien  das  vom  Generalsekretär  geleitete  Organ  des  Verbandes
unter  dem  Titel  „Arbeiterwohl“  im  Bacheraschen  Kommissionsverlag ­
  als  Monatsschrift,  die  eine  Zusammenfassung  der  katholischen ­
  sozialen  Bestrebungen  zur  Lösung  der  sozialen  Frage
bezweckt.
Vor  allem  sollte  es  mit  den  bestehenden,  zum  Besten  der  Arbeiter
getroffenen  Einrichtungen  bekannt  machen,  sowie  solche  ins  Werk  setzen
und  ausbauen.  Großindustriellen  wie  Arbeiterfreunden,  im  besonderen
auch  den  Geistlichen  wollte  es  Mittel  und  Wege  zeigen,  wie  sie  für  ihre
Kreise  zur  Lösung  der  zahlreichen  sozialen  Fragen  tätig  sein  können.
Seit  1894  erschien  das  Organ  monatlich,  und  zehn  Jahre  später  bildete
die  „Soziale  Kultur“  die  Fortsetzung  von  „Arbeiterwohl“  und  der
„Christlich  sozialen  Blätter“,  die  unter  Redaktion  von  Dr.  W.  Hohn  in
Verbindung  mit  Prof.  Dr.  Franz  Hitze  im  Verlag  des  Volksvereins  für  das
kath.  Deutschland  in  M.Gladbach  (seit  1917  unter  dem  Titel  „Glaube  und
Arbeit“)  erscheint.
Die  von  dem  Verbände  veranlaßten  Schriften  „Das  häusliche  Glück“
und  die  verschiedenen  „Kompasse“  für  Arbeiter  gingen  vom  Bachemschen
Kommissionsverlag  aus,  sind  aber  später  in  den  Verlag  des  Volksvereins
übergegangen  (das  Einzelne  im  Verlagsverzeichnis).

Um  den  geistigen  Zusammenhalt  unter  den  Mitgliedern  der
Studentenverbände  zu  festigen  und  zu  fördern,  gründeten  diese
in  der  Mitte  der  1880er  Jahre  an  den  deutschen  Hochschulen
eigene  Verbandszeitschriften,  in  denen  die  akademischen  Fragen
und  die  besonderen  Interessen  der  betreffenden  Verbände  planmäßig ­
  gepflegt  wurden.  Im  Herbst  1888  übertrug  der  Verband
        <pb n="101" />
        der  Katholischen  Studenten-Vereine  (KV)  durch  Beschluß ­
  seiner  Hauptversammlung  in  Münster  der  Firma  J.  P.
Bachem  den  Kommissionsverlag  für  seine  ein  Jahr  zuvor  gegründete
Zeitschrift  „Akademische  Monatsblätter“ 45 ).  Das  Organ
nahm  seitdem  einen  bedeutenden  Aufschwung,  es  hat  zurzeit
10000  Bezieher  und  zählt  zu  den  angesehensten  und  reichhaltigsten ­
  akademischen  Verbandszeitschriften.  Sein  Leiter,  Dr.  Karl
Hoeber,  hat  später  im  Bachemschen  Verlag  auch  das  Handbuch ­
  für  die  Mitglieder  des  Verbandes  der  Katholischen  Studenten-Vereine ­
  Deutschlands  herausgegeben,  das  inzwischen  in
dritter  Auflage  erschienen  ist  und  die  Organisation,  Entwicklung
und  Tätigkeit  des  Verbandes  und  seiner  Vereine  an  Hand  eines
weitschichtigen  Stoffes  schildert.
Auch  die  Elementarschullehrer  hatten  sich  zu  Ende  der  1880  er
Jahre  zusammengeschlossen.  Bei  Gelegenheit  der  36.  Katholikenversammlung ­
  in  Bochum  war  1889  der  Katholische  Lehrerverband
des  Deutschen  Reiches  gegründet  worden,  und  nun  machte  sich
auch  bald  das  Bedürfnis  nach  einer  auf  dem  Boden  des  Verbandes
stehenden  Zeitschrift  bemerkbar.  Die  in  Aachen  erscheinende
Westdeutsche  Lehrerzeitung  war  wegen  ihrer  liberalisierenden
Haltung  nicht  dazu  geeignet,  die  Verbandsmitglieder  zu  befriedigen,
und  so  gründete  auf  Veranlassung  des  Aachener  Lehrers  H.  Sittart
und  unter  dessen  Leitung  der  Bachemsche  Verlag  am  20.  Juni  1893
die  „Westdeutsche  Lehrer-Zeitung“.  Sie  erschien  zunächst
zweimal  monatlich,  seit  15.  Juni  1894  dreimal  und  seit  1905
wöchentlich.  Ihr  Wahlspruch  lautet:  Hochhaltung  der  Rechte  der
Familie  und  des  Staates  auf  die  Schule,  aber  auch  Wahrung  des
göttlichen,  natürlichen  und  geschichtlichen  Rechtes  der  Kirche
an  der  Schule.  Entschieden  tritt  das  Blatt  für  die  konfessionelle
Schule  ein.  Schon  von  Nr.  3  ab  zeichnete  die  Verlagshandlung  als
Herausgeber  (bis  10.  April  1895).  Seit  20.  April  1895  ist  die  Zeitung
amtliches  Veröffentlichungsblatt  des  Katholischen  Lehrerverbandes,
Prov.  Rheinland,  und  seit  Oktober  1915  des  Vereins  kath.  Lehrer
in  der  Diözese  Fulda.  Im  April  1896  wurde  ein  Literatur-Blatt
  mit  Bücherbesprechungen,  besonders  von  Jugendschriften,
angegliedert.  Als  monatliche  Sonderbeilage  erscheint  seit  dem
1.  Mai  1910  der  „Wächter  für  Jugendschriften“,  und  zu
Ende  desselben  Monats  wurden  die  „Blätter  für  Rechtsschutz“ ­
  zum  erstenmal  zugegeben.  Seit  Januar  1913  erscheinen
cls  vierte  Beilage  die  „Blätter  für  Volksschulpraxis.
        <pb n="102" />
        81

Von  Rektor  Dr.  Jos.  Drammer  begründet,  kam  seit  dem
1.  Januar  1896  alle  zwei  Monate  das  „Correspondenz-Blatt
für  die  Präsides  der  christlichen  (später  kathol.)  Jugend-Vereinigungen“
  als  Organ  der  kath.  Jugendvereinigungen
Deutschlands  heraus.  Seit  Juli  1896  erschien  das  Blatt  monatlich
bis  1907  (hg.  von  Dr.  Pasc.  Pirnay)  im  Bachemschen  Kommissionsverlag, ­
  bis  es  1908  an  den  Verlag  der  Druckerei  Lehrlingshaus
in  Mainz  überging.
Die  schwierige  und  wichtige  Aufgabe  der  Religionslehrer  an
höheren  Lehranstalten  zu  erleichtern,  die  Lösung  der  vielen
Fragen,  die  beim  Unterricht  in  der  Religionswissenschaft  auftauchen, ­
  zu  fördern  und  den  Erfahrungen  der  Religionslehrer
eine  Gelegenheit  zur  Aussprache  zu  verschaffen,  führten  die
Religionslehrer  Dr.  Franz  Becker  in  Bonn,  Prof.  Dr.  Hoffmann  in
München  und  Rud.  Wildermann  in  Recklinghausen  zur  Gründung
der  „Monatsblätter  für  den  katholischen  Religionsunterricht“, ­
  die  seit  dem  1.  Januar  1900  erscheinen  und  sich
hohen  Ansehens  erfreuen.  Gegenwärtige  Herausgeber  sind:  Kgl.
Geistl.  Rat  Prof.  Dr.  Jakob  Hoffmann  in  München,  Prof.  Dr.  Pet.
Junglas  in  Koblenz,  Dr.  Karl  Kästner  in  Königshütte  O.-Schl.
Des  Wiederauflebens  der  Zeitschrift  des  Borromäus-Vereins
(„Borromäus-Blätter“),  die  auf  dem  weitverzweigten  Gebiet  der
Literatur  nach  katholischen  Grundsätzen  wegweisend  wirken
sollte,  ist  bereits  Seite  43  gedacht  worden.  Sie  brachte  vor
allem  aufklärende  Aufsätze  über  diejenigen  Schriftsteller,  deren
Werke  in  katholischen  Kreisen  gelesen  zu  werden  verdienen.
Die  Besprechungen  sollten  sodann  den  grundlegenden  Stoff  liefern
zu  geplanten  Musterkatalogen  für  Volks-  und  Vereinsbüchereien.
Heft  12  des  10.  Jahrgangs  der  „Bücherwelt“,  wie  die  Zeitschrift
seit  1907  heißt,  enthält  ein  Inhaltsverzeichnis  der  zehn  Jahrgänge
von  dem  Mitschriftleiter  Sekretär  Alb.  Rumpf.
In  Ausführung  des  Beschlusses  einer  Stadtverordnetenzusammenkunft ­
  der  Rheinischen  Zentrumspartei  wurde  Ende
1909  eine  Monatsschrift  ins  Leben  gerufen,  welche  das  der
Zentrumspartei  bisher  fehlende  Zentralorgan  für  Gemeindeangelegenheiten ­
  bilden,  vor  allem  den  Stadtverordneten,  Gemeindevertretern ­
  und  allen  der  Zentrumspartei  angehörenden  Mitgliedern
gemeindlicher  Selbstverwaltungskörper  als  geistiges  Bindeglied
dienen  sollte.  Als  Herausgeber  wurde  ein  fünfgliedriger  Stadtv
 erordneten-Ausschuß  unter  dem  Vorsitz  des  Reichstags-  und
100  Jahre  J.  P.  Bachem.  6
        <pb n="103" />
        Landtagsabgeordneten  Trimborn,  damals  Stadtverordneten  in
Köln,  bestellt.  Die  Schriftleitung  übernahm  Dr.  Otto  Thissen
(Köln).  Im  Januar  1910  erschien  im  Bachemschen  Kommissionsverlage ­
  die  erste  Nummer  dieser  „Kommunalpolitischen
Blätter,  Archiv  für  die  Angelegenheiten  der  Selbstverwaltungskörper ­
  in  Stadt  und  Land“.  Die  Zeitschrift  fand  nicht  nur  in
der  Rheinprovinz,  sondern  auch  in  anderen  deutschen  Landesteilen,
wo  die  Zentrumspartei  in  den  Gemeindekörperschaften  vertreten
ist,  eine  günstige  Aufnahme  und  hat  auf  die  Anbahnung  und
Förderung  des  organisierten  Zusammenschlusses  der  Zentrums-Gemeindevertreter
  einen  wesentlichen  Einfluß  ausgeübt.  Nachdem
1914  eine  Stadtverordnetenvereinigung  der  Rhein.  Zentrumspartei
und  —  im  weiteren  Ausbau  derselben  —  1917  eine  Kommunalpolitische ­
  Vereinigung  (Stadtverordneten-  und  Gemeindevertretervereinigung ­
  der  Zentrumspartei)  gegründet  und  die
Kommunalpolitischen  Blätter  zu  deren  offiziellem  Organ  bestimmt
worden  waren,  wurde  aus  den  Kreisen  dieser  Vereinigung  ein
eigenes  Verlagsunternehmen  geschaffen:  Kommunal-Schriften-Verlag
  G.  m.  b.  H.  (Geschäftsführer  Dr.  Otto  Thissen),  an  den  die
Zeitschrift  aus  dem  Kommissionsverlag  J.  P.  Bachem  mit  dem
1.  Januar  1918  überging.  Die  Druck-Herstellung  verblieb  der
Bachemschen  Offizin.
Aus  dem  Bachemschen  Kommissionsverlag  geht  seit  1908  auch
Alt-Köln,  das  Organ  des  gleichnamigen  Vereins,  hervor,  der
1902  gegründet  wurde  zur  Erhaltung  kölnischer  Eigenart  und
Pflege  kölnischer  Geschichte.

b)  Die  „Kölnischen  Blätter“
und  die  „Kölnische  Volkszeitung“  1860  bis  1918.
Wurden  auch  im  Verlag  und  in  der  Druckerei  schöne  Erfolge
erzielt,  so  war  bisher  doch  Josef  Bachems  Lebenswunsch,  eine
politische  Zeitung  aus  seinem  Verlag  ausgehen  zu  sehen,  unerfüllt
geblieben.  Die  Einwohnerzahl  der  Stadt  Köln  war  mittlerweile
auf  100000  gestiegen,  von  denen  vier  Fünftel  katholisch  waren,
die  Stadt  selbst  hatte  sich  zur  bedeutendsten  Westdeutschlands
entwickelt.  Mit  den  Wünschen  Josef  Bachems  trafen  Anregungen
von  seiten  des  Kölner  Weihbischofs  Dr.  Baudri  und  des  Domkapitulars ­
  Dumont  zusammen,  die  Bachem  zur  Gründung  einer
        <pb n="104" />
        katholischen  Zeitung  auf  eigene  Rechnung  ermunterten,  und  so
entschloß  sich  dieser,  am  17.  März  1860  —  das  Kölner  Provinzial-Konzil
  war  auf  den  1.  April  einberufen  —  die  Probenummer  der
„Kölnischen  Blätter“  herauszubringen.
Die  geldliche  Unterstützung,  die  er  zu  dem  Unternehmen  erhielt,
blieb  sehr  bescheiden.  Einige  Herren  streckten  gemeinschaftlich
die  preßgesetzliche  Hinterlegungssumme  von  5000  Taler  vor.
Für  die  Leitung  der  „Kölnischen  Blätter“  hatte  Bachem  den
Bonner  Theologie-Studenten  Fridolin  Hoffmann 46  gewonnen,
der  für  den  Verlag  einige  französische  Werke  bearbeitet  und
sich  als  ein  Mann  von  umfassendem  Wissen  gezeigt  hatte.  Am
17.  März  wurde  Bachem  inmitten  der  Vorbereitungsarbeiten  durch
einen  Brief  Hoffmanns  überrascht,  in  dem  dieser  bedauerte,  die
Stelle  nicht  antreten  zu  können.  Um  allen  Ueberredungen  zu
entgehen,  verlasse  er  Bonn.  Augenblicklich  reiste  Bachem  dem
Flüchtling  nach  und  erwischte  ihn  glücklich  bei  dem  Oberlehrer
Dr.  Stumpf  in  Koblenz,  der  später  an  den  Kölnischen  Blättern
und  dann  in  der  altkatholischen  Bewegung  eine  bedeutsame  Rolle
gespielt  hat.  Es  bedurfte  aber  noch  längerer  Verhandlungen,  bis
Hoffmann  zum  Antritt  seiner  Stellung  zu  bewegen  war.  Erst
am  25.  April  1860  kam  der  förmliche  Anstellungsvertrag  zustande.
Das  geschickte  Programm  der  neuen  Zeitung  aus  der  Feder  Reuschs
betonte  das  Streben  nach  wahrheitsgetreuer  Berichterstattung,  die  Beurteilung ­
  der  Tagesereignisse  ohne  Verletzung  der  Lehren  und  Grundsätze
der  Kirche,  die  Achtung  vor  dem  rechtmäßig  Bestehenden,  das  Eintreten
für  die  Aufrechterhaltung  der  Verfassung  und  für  die  Entwickelung  des
Verfassungslebens  in  Preußen;  „durch  freimüthige  und  wohlwollende
Darstellung  und  Beurtheilung  der  Verhältnisse  wollen  wir  die  rechte
patriotische  Gesinnung  bei  unseren  Lesern  zu  fördern  und  das  rechte
Verhältniß  zwischen  Regierung  und  Volk  zu  befestigen  suchen.“  „Daß
die  Kölnischen  Blätter  eine  katholische  politische  Zeitung,  nicht  eine
Kirchenzeitung  sein  werden,  brauchen  wir  wohl  kaum  hervorzuheben.“
Die  erste  Nummer  der  „K  ö  1  n  i  s  c  h  e  n  B1  ä  11  e  r“  erschien  am  Sonntag
den  1.  April  1860.  Das  Format  war  kleiner  als  das  der  „Volkshalle“
(etwa  47x32  cm)  und  maß  etwa  40x28  cm,  die  Hälfte  des  Umfanges  der
heutigen  Kölnischen  Volkszeitung.  Es  wurde  am  1.  Januar  1866  auf
***&amp;gt;  :  63  cm,  am  20.  November  1886  auf  57  ;  83  cm  vergrößert.  Seit  1.  Januar
1866  hieß  das  Hauptblatt  „Erstes“,  das  bisherige  Beiblatt  „Zweites  Blatt“;
beide  wurden  aber  zusammen  versandt.  Erst  vom  1.  März  1872  begann  ein
Morgen-  und  Nachmittagsversand.  Der  vierteljährliche  Bezugspreis  stellte
sich  1860  für  Köln  und  Deutz  auf  1  Tlr.  10  Sgr.  (seit  1.  Januar  1862  auf
15  Sgr.,  seit  1.  Januar  1865  auf  1  Tlr.  20  Sgr.,  seit  1.  Januar  1875
        <pb n="105" />
        j

auf  1  Tlr.  25  Sgr.),  für  Preußen  auf  1  Tlr.  15  Sgr.  (1  Tlr.  22V*  Sgr.,  1  Tlr.
27‘/i  Sgr.,  2  Tlr.  7*/s  Sgr.)  und  für  das  übrige  Deutschland  auf  1  Tlr.
22'/&amp;gt;  Sgr.  (2  Tlr.,  2  Tlr.,  2  Tlr.  7 l /s  Sgr.).
In  dem  einführenden  Artikel  aus  der  Feder  Stumpfs  hieß  es:  „Wir
stehen  im  Dienste  keiner  Person  und  keiner  Partei;  der  Sache  aber,
welche  wir  vertreten  wollen,  wird  durch  nichts  besser  gedient,  als  durch
Wahrheit  .  .  .  Der  Maßstab  aber,  nach  welchem  wir  urtheilen,  ist  der
einfachste  und  sicherste,  den  es  geben  kann,  zugleich  der  einzige,  den
wir  Katholiken  anlegen  können:  Die  ewigen  Grundsätze  und  Gesetze  der
Gerechtigkeit,  welche  das  Leben  des  Einzelnen  so  der  Nationen  regeln
und  beherrschen  sollen.  Indem  wir  uns  dazu  bekennen,  verpflichten  wir
uns,  an  der  Hand  der  Geschichte  der  Gegenwart  zu  lehren:  Achtung  aller
begründeten  Rechte,  Gehorsam  und  Treue  gegen  die  von  Gott  gesetzten
Gewalten  in  Kirche  und  Staat,  Vertretung  der  Rechte  unserer  Kirche  und
unseres  Vaterlandes,  Abscheu  vor  allem  Despotismus,  vor  gewaltsamen
Umsturzbestrebungen  und  geheimen  Wühlereien,  kurz,  eine  wahrhaft
conservative  Politik.“
Fast  zwei  Jahre  lang  blieb  Hoffmann  der  einzige  Schriftleiter.
Allerdings  ersetzte  sein  Hauptmitarbeiter  Keusch,  der  sich  sowohl
im  Hauptblatt  als  auch  in  der  Beilage  fleißig  betätigte,  einen
zweiten  Leiter;  außer  zahlreichen  Leitartikeln  bearbeitete  er
vielfach  die  Rubriken  Spanien,  Italien  und  England,  wozu  ihn
seine  großen  Sprachkenntnisse  besonders  befähigten.  „Die  eigentliche ­
  Oberleitung  des  Blattes“,  sagt  sein  Biograph  Professor
L.  Karl  Goetz  vielleicht  ein  wenig  übertreibend,  „lag  in  seinen
Händen;  während  der  Ferien  war  er  oft  mehrere  Wochen  lang
in  Köln  als  Redakteur  beschäftigt.  Keusch  sorgte  auch  für
Herbeischaffung  tüchtiger  Mitarbeiter.  Dabei  hatte  er  oft  die
Stelle  des  Vermittlers  zwischen  Bachem  und  dem  etwas  leidenschaftlichen ­
  Redakteur  Fridolin  Hoffmann.“
Fridolin  Hoffmann  und  Reusch,  wenn  er  in  Köln  war,  teilten  ein
Zimmer  ebener  Erde;  beide  waren  starke  Raucher,  was  Josef  Bachem
abhielt,  sich  lange  dort  aufzuhalten.  Wohl  aber  war  er  stets  in  der
Stunde  vor  der  Fertigstellung  des  Blattes  zugegen.  Artikel  kölnischen
Inhalts  durften  ohne  sein  Zeichen  nicht  in  die  Presse.  Die  letzten  Korrekturen ­
  wurden  meist  während  des  Mittagessens  erledigt,  das  Hoffmann  und
Reusch  mit  der  Familie  Bachem  gemeinsam  einnahmen.
Außer  Reusch  waren  als  ständige  Mitarbeiter  tätig  der  Geschichtsschreiber ­
  Dr.  Joh.  Bumüller  in  Ravensburg,  Oberlehrer
Dr.  Theodor  Stumpf,  der  die  jeden  Dienstag  erscheinende
Wochenrundschau  schrieb,  und  August  DuMont  in  Köln,
der  gelegentlich  trotz  erheblicher  Taubheit  gediegene  Konzert ­
        <pb n="106" />
        85

besprechungen  lieferte  und  am  1.  Januar  1862  als  Hilfe  für  den
ausländischen  Teil  in  die  Schriftleitung  eintrat.
Die  Zeitung  erschien  täglich  außer  Montags  mit  vier  Seiten,  Sonntags
wurde  ein  zweiseitiges  Beiblatt  gegeben,  das  bald  auch  in  der  Woche
mehrmals  erschien.  Im  ersten  Vierteljahr  zählte  das  Blatt  1650,  im
zweiten  2150  Bezieher.  Von  da  ab  wuchs  die  Zahl  stetig,  wenn  auch
langsam  auf  2530,  3100,  3300  usw.  Schon  damals  bestanden  Anzeigenannahmestellen ­
  in  Aachen  (Hensen  &amp;amp;  Co.),  Bonn  (Lützenkirchen),  Düsseldorf ­
  (Kampmann)  und  Münster  i.  W.  (Cazin).  Seit  dem  26.  April  1862
findet  sich  die  Bezieherzahl  täglich  am  Kopf  der  Zeitung:  4400;  Ende
des  Jahres:  4500.
Kurze  Zeit  nur  hatte  August  DuMont  seine  Stellung  inne,
als  der  Tod  ihn  abberief.  Wenige  Tage  darauf  begegnete  Bachem
auf  der  Straße  Heinrich  Schmidt,  der  schon  einzelne  Artikel
für  die  Kölnischen  Blätter  geliefert  hatte  und  nun  kurzer  Hand
als  Ersatz  DuMonts  verpflichtet  wurde.  Vom  folgenden  Tage  an
füllte  er  elf  Jahre  lang  als  Bedakteur  für  das  Ausland  seinen
Posten  aus,  ohne  daß  jemals  eine  Zeile  Schriftliches  zwischen
ihm  und  dem  Verleger  festgelegt  worden  wäre.  Schmidt  war
ein  Schwabe,  ein  Bruder  des  späteren  Wiener  Dombaumeisters
Friedrich  von  Schmidt,  und  von  vielseitigen  Talenten.  Während
sein  Bruder  1858  zum  Katholizismus  übertrat,  blieb  Heinrich
Schmidt  Zeit  seines  Lebens  Protestant,  stand  aber  allen  katholischen ­
  Verhältnissen  ohne  Voreingenommenheit  gegenüber.  Beachtung ­
  fanden  seine  strategischen  Kenntnisse  und  Voraussagungen
bei  den  kriegerischen  Vorgängen  auf  der  Balkanhalbinsel,  beim
spanischen  Karlistenaufstande  und  während  des  deutsch-französischen ­
  Krieges,  wie  auch  seine  etwas  frisch-fröhlichen  Theaterkritiken, ­
  zuerst  über  das  Theater  im  Cafe  Kobell  in  der  Schildergasse, ­
  dann  über  das  am  1.  Oktober  1862  eröffnete  neue  Theater,
beide  unter  Direktion  L’Arronge.  Als  der  Kulturkampf  das  Verhältnis ­
  von  Katholizismus  und  Protestantismus  zuzuspitzen  begann,
wurde  ihm  seine  Stellung  unbehaglich  und  er  verließ  sie  freiwillig, ­
  ohne  daß  eine  Mißhelligkeit  mit  dem  Verleger  vorangegangen ­
  wäre,  um  eine  Bibliothekarstelle  in  seiner  Vaterstadt
Stuttgart  zu  übernehmen.
In  der  Zeit  des  militärischen  Konflikts  der  1860er  Jahre
standen  die  Kölnischen  Blätter  zwar  entschieden  auf  seiten  der
Opposition,  hielten  sich  aber  so  vorsichtig,  daß  sie  schließlich
durch  alle  Fährlichkeiten  glücklich  hindurchgelangten.
        <pb n="107" />
        Fridolin  Hoffmann  und  Heinr.  Keusch  waren  die  beiden
Männer,  deren  geschickter  Leitung  neben  dem  unermüdlichen
Fleiß  des  Verlegers  die  Kölnischen  Blätter  ihr  Ansehen  und
ihren  Aufschwung  verdankten.  Schon  damals  befolgten  sie  den
Wahlspruch,  der  später  erst  förmlich  ausgegeben  wurde:  Entschieden ­
  in  der  Sache,  milde  in  der  Form.  An  Anerkennung  für
ihre  Leistungen  fehlte  es  den  Kölnischen  Blättern  nicht;  auf  der
Generalversammlung  der  katholischen  Vereine  Deutschlands  zu
Frankfurt  a.  M.  im  September  1863  verkündete  der  damalige
Kaplan  Franz  Hülskamp  öffentlich  ihr  Lob.
So  erfreulich  solche  Anerkennungen  auch  waren,  dienten  sie  doch
mehrfach  den  Gerüchten  zur  Nahrung,  daß  die  Kölnischen  Blätter  dem
Verleger  einen  ansehnlichen  Gewinn  abwürfen,  und  daß  sie  deshalb  einer
Unterstützung  der  Partei  nicht  mehr  bedürften.  Solchen  Ansichten  trat
Josef  Bachem  in  den  Blättern  des  Vereins  vom  hl.  Karl  Borromäus  von
1862  (Nr.  112)  und  186 1 !  (Nr.  117,  118  und  121)  endlich  in  Rundschreiben
vom  15.  Dezember  1865  und  vom  4.  Juli  1866  entgegen,  woraus  zu  entnehmen ­
  ist,  daß  die  Zeitung  im  zweiten  Vierteljahr  1866  5400  Bezieher
hatte,  wofür  eine  Stempelsteuer  von  über  8000  Taler  jährlich  bezahlt
werden  mußte.  Die  Anzeigen  waren  schon  im  Jahre  vorher  um  20—30  °/»
jährlich  gestiegen.  Auf  die  Schriftleitung  waren  1864  7518  Taler  Gesamtausgaben ­
  entfallen,  die  1865  auf  9029  Taler  gestiegen  waren.  „Im  I.  Quartal
d.  J.  (1866)  habe  ich  außer  den  Gehältern  von  drei  Redacteuren  und  zwei
Correctoren,  außer  den  Zahlungen  für  Telegramme,  lithographirte  Correspondenzen ­
  und  Zeitungen  allein  an  Honoraren  auswärtiger  Mitarbeiter
für  Artikel  und  Feuilletons  1026  Thlr.  23  Sgr.  7  Pf.  bezahlt  (was  also  für  das
Jahr  über  4000  Thlr.  ausmacht)  ..  .  Außer  der  „Kölnischen  Zeitung“  mit
mehr  als  16000,  und  dem  „Frankfurter  Journal“  mit  8500  Abonnenten  haben
die  „Kölnischen  Blätter“  die  größte  Abonnentenzahl  unter  den  größeren
politischen  Tagesblättern  im  westlichen  Deutschland.  Ihnen  zunächst
stehen  die  „Elberfelder  Zeitung“  mit  stark  3000  und  die  „Rheinische
Zeitung“  mit  nicht  viel  über  2000  Abonnenten  (im  ersten  Quartal  d.  J.).“
Der  Kern  all  dieser  Ausführungen  war  jedesmal  der  Nachweis,  daß  die
„Kölnischen  Blätter“  einen  Gewinn  nicht  abwürfen.
War  die  Zeitung  über  die  politischen  Schwierigkeiten  gut
hinweggekommen,  so  war  das  weniger  der  Fall  in  dem  kirchlichen ­
  Konflikt,  der  sich  in  den  1860er  Jahren  langsam  vorbereitete. ­
  1861  trat  das  Blatt  in  den  Streitigkeiten  Döllingers
über  den  Kirchenstaat  zwar  nicht  ausdrücklich  auf  seine  Seite,
aber  es  verurteilte  den  Kampf  der  katholischen  Presse  gegen
die  Odeonsvorträge  des  Münchener  Gelehrten.  Am  8.  Dezember
1864  erschien  die  päpstliche  Enzyklika  Quanta  cura  mit  dem
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        Syllabus.  Bald  nachher  wurde  bekannt,  daß  im  allgemeinen
Konzil  in  Rom  die  päpstliche  Unfehlbarkeit  in  Sachen  der
Glaubens-  und  der  Sittenlehre  verkündet  werde.  Die  Kölnischen
Blätter  vertraten  zunächst  klar  und  entschieden  den  kirchlichen
Standpunkt.  Dann  aber  fand  auch  der  unter  den  deutschen
Katholiken  sich  bemerkbar  machende  Widerstand  hier  und  da
versteckt  Eingang.  Dieses  Widerstreben,  von  Keusch  und
Stumpf  ausgehend  und  von  Fridolin  Hoffmann  zugelassen  und
unterstützt,  nahm  immer  schärfere  Formen  an,  so  daß  Erzbischof ­
  Paulus  Melchers  Bachem  gegenüber  im  Oktober  1867  seine
Mißbilligung  der  Haltung  der  Kölnischen  Blätter  zum  Ausdruck
brachte,  nachdem  kurz  vorher  die  (erste)  Fuldaer  Bischofskonferenz ­
  ihre  Bedenken  dagegen  erhoben  hatte.  Der  Erzbischof
und  später  auch  Bischof  v.  Ketteier  in  Mainz  rügten  besonders
die  Haltung  Reuschs  in  der  Frage  der  deutschen  Wissenschaft
(„Richtung  Döllinger“)  und  die  unangemessene  Kritik  erzbischöflicher ­
  Erlasse.  Der  Einwirkung  des  Subregens  Prof.  Heuser  war
es  zu  verdanken,  daß  der  Erzbischof  fernerhin  nicht  mehr  in  der
Zeitung  angegriffen  wurde.
So  dankbar  nun  auch  Josef  Bachem  für  die  gesamte  ihn
außerordentlich  verpflichtende  Tätigkeit  Reuschs  bei  der  Zeitung
und  in  seinem  Verlag  auch  war,  vertieften  sich  die  Gegensätze
beider  in  vielen  grundsätzlichen  Fragen  immer  mehr.  Vergebens
suchte  August  Reichensperger  gewissermaßen  ein  Schiedsrichteramt ­
  auszuüben.  Schon  im  Jahre  1868  hatte  sich  der  Verleger ­
  gezwungen  gesehen,  gegen  Hoffmanns  Willen  Stumpf  um
Einstellung  der  Wochenschau  zu  ersuchen,  mit  deren  Bearbeitung
er  Dr.  A.  J.  Krebs  für  die  innere  deutsche  Politik  und  Dr.
J-Bumüller  für  Süddeutschland,  Oesterreich  und  das  Ausland
betraute.  Eine  Kündigung  von  seiten  Hoffmanns  und  ihre  Zurücknahme ­
  führte  zu  einem  Vertrag,  gemäß  welchem  der  Verleger
für  die  Aufnahme  von  kirchenpolitischen  Artikeln  sich  ein  Einspruchsrecht ­
  vorbehielt.  Die  Stellung  des  Verlegers  Keusch
gegenüber  wurde  immer  schwieriger.  Im  September  1868  schrieb
Bachem  an  Keusch:  „Wie  ich  Euer  Hochwürden  schon  einmal.
Ich  glaube  zur  Zeit  des  Syllabus  sagte,  wenn  es  auch  der
schwerste  Tag  meines  Lebens  sein  würde,  wenn  Sie  den  Köln.
Blättern  Ihre  Mitwirkung  entzögen,  so  darf  ich  doch  nicht  gegen
m eine  Ueberzeugung  handeln.  Sie  wollen  in  dieser  Erklärung
keine  Ueberhebung  finden.  Es  ist  doch  Thatsache,  daß  diejenigen
        <pb n="109" />
        hochverehrten  Herren,  welche  beim  Beginn  des  Unternehmens  vor
achteinhalb  Jahren  eines  Sinnes  waren,  immer  mehr  auseinandergehen, ­
  was  bleibt  mir  übrig,  als  so  zu  handeln,  wie  es  meine,  aus
sorgfältiger  Erkundigung  auf  beiden  Seiten  sich  entwickelnde
Ueberzeugung  mir  vorschreibt  ?“  Als  ein  Artikel  R  e  u  s  c  h  s  über
Angelegenheiten  des  Konzils  stark  gekürzt  und  die  Aufnahme  eines
anderen  von  Bachem  ganz  verweigert  wurde,  kündigte  Keusch
die  Mitarbeiterschaft,  und  monatelang  beschränkte  sich  der  Verkehr ­
  des  Verlegers  mit  Hoffmann  auf  den  schriftlichen  Weg.
Der  noch  bis  Ende  März  1870  laufende  Vertrag  mit  diesem  wurde
von  Bachem  am  26.  November  1869  gekündigt  aus  Anlaß  eines
Artikels,  der  „vom  Geist  der  Koblenzer  Laienadresse  durchdrungen ­
  war“,  unter  Zahlung  einer  erheblichen  Abfindungssumme
und  der  beiderseitigen  Verpflichtung,  das  bisherige  Verhältnis
„weder  in  Zeitungen  noch  in  anderen  Druckschriften  zum  Gegenstand ­
  einer  Polemik  zu  machen“.
Daß  es  dem  Verleger  gelang,  sein  Blatt  durch  diese  Wirren  der  sog.
Altkatholischen  Bewegung  gut  durchzusteuern,  schrieb  Josef  Bachem  in
dankbarer  Anerkennung  vorwiegend  dem  selbstlosen  Rat  des  Subregens
Prof.  Dr.  Ant.  Heuser,  des  spätem  Kölner  Domkapitulars  (gest.3.  April
1891)  zu,  einem  besonnenen,  klugen,  vielseitig  gebildeten  Manne.  Er  hat
Josef  Bachem  in  den  Schwierigkeiten  jener  Zeit  in  treuer  Freundschaft
beigestanden.  Der  immer  hilfsbereite  Mann  versagte  niemals  und  stand
am  frühen  Morgen  wie  am  späten  Abend  stets  zur  Verfügung.
Mittlerweile  hatte  Josef  Bachem  seine  frühere  Absicht,  den
Kölnischen  Blättern  den  Namen  Kölnische  Volkszeitung  zu
geben  —  ein  Plan,  gegen  den  man  das  Bedenken  eines  „demokratischen ­
  Beigeschmacks“  geäußert  hatte!  —  am  1.  Januar  1869
verwirklicht  und  gleichzeitig  das  Format  des  Blattes  etwas
vergrößert.

Die  letzte  Nummer,  die  Hoffmann  zeichnete,  war  das  2.  (Abend-)
Blatt  vom  13.  Dezember  1869,  nachdem  das  erste  Blatt  über  die
Eröffnungsfeierlichkeit  des  Konzils  in  Rom  vom  8.  Dezember
berichtet  hatte.  Die  Verlegenheit,  in  die  das  Unternehmen
so  plötzlich  geraten  war,  äußert  sich  in  der  Tatsache,  daß
auf  dem  1.  Blatt  vom  14.  als  „Stellvertretender  verantwortlicher
Redakteur  Robert  Bachem“  —  der  im  geschäftlichen  Betriebe
tätige  Vetter  des  Verlegers,  später  Prokurist  der  Firma  —
erscheint,  der  mit  der  Schriftleitung  gar  nichts  zu  tun  hatte,
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        den  allerdings  schon  am  16.  als  stellvertretend  verantwortlich
Heinr.  Schmidt  als  Redakteur  ablöste.  Am  selben  Tage  brachte
die  Zeitung  an  der  Spitze  die  Mitteilung,  daß  die  Verhältnisse
einen  Personenwechsel  bei  der  Redaktion  der  Kölnischen  Volkszeitung ­
  notwendig  gemacht  hätten.  „Der  zweite  Redacteur,
der  die  Hauptrubriken  des  Auslandes  seit  acht  Jahren  bearbeitet ­
  (Schmidt),  wird  bleiben,  und  der  dritte  Redacteur
(der  1862  eingetretene  Herrn.  Bentlage)  in  kurzem  durch  eine
bedeutendere  Kraft  ersetzt  werden.  Die  überwiegende  Mehrzahl ­
  der  hervorragenden  Mitarbeiter,  namentlich  diejenigen,
welche  in  den  letzten  Jahren  die  Wochen-Rundschau  schrieben,
haben  bereits  die  Zusage  gegeben,  die  Redaction  auch  ferner
unterstützen  zu  wollen.  Ein  Systemwechsel  wird  nicht  stattfinden.“ ­
  Das  ursprüngliche  Programm  bleibt  maßgebend,  „und
zwar  in  dem  Sinne,  daß  die  Kölnische  Volkszeitung  das  Blatt
aller  Katholiken  sein  und  bleiben  soll“.
Die  Verlegenheit,  in  die  Bachem  durch  den  Austritt  Hoffmanns
und  Bentlages  geriet,  wurde  noch  durch  den  Umstand  vergrößert,
daß  auch  der  Mitarbeiterkreis  infolge  des  Redaktionswechsels
sich  merklich  lichtete.  Freilich  hatte  Bachem  schon  am  25.  Nov.
1869,  also  vor  der  Entlassung  Hoffmanns,  den  früheren  Schriftleiter ­
  der  Deutschen  Volkshalle  Karl  Heinrich  Brückmann
gewonnen,  um  neben  seiner  Zeitung  ein  billiges  volkstümliches
katholisches  Blatt  herauszugeben,  aber  dieser  konnte  erst  am
1.  April  1870  von  seinen  Wiesbadener  Verpflichtungen  loskommen.
Der  Plan  eines  zweiten  Blattes  mußte  nun  aufgegeben  werden
und  Brückmann  trat  in  die  Leitung  der  Kölnischen  Volkszeitung
ein.
Ihre  Haltung  in  kirchenpolitischen  Angelegenheiten  stimmte
fortan  wieder  durchaus  überein  mit  den  katholischen  Grundsätzen, ­
  und  auch  die  weitere  Geschichte  des  Blattes  während
des  Kulturkampfes  wird  gekennzeichnet  durch  eine  völlige
Uebereinstimmung  seiner  Politik  mit  derjenigen  der  Zentrumspartei. ­
  Zu  deren  Bildung  hatte  der  Obertribunalrat  Peter
Reichensperger  am  11.  Juni  1870  in  der  Kölnischen  Volkszeitung ­
  —  im  Facsimile  wiedergegeben  in  Dr.  Ed.  Hüsgen,
Ludwig  Windthorst,  Erste  Aufl.  1907,  Bachem,  Köln,  Seite  80
—  ein  allgemeines  Wahlprogramm  für  das  preußische
Abgeordnetenhaus  veröffentlicht,  auf  Grund  dessen  48  gewählte
Abgeordnete  sich  am  13.  Dezember  zur  „Zentrumsfraktion
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        (Verfassungspartei)“  vereinigten.  (Die  frühere  „Katholische
Fraktion“  von  1852  war  im  Herbst  1867  erloschen.)  Die  neue
Partei  wollte  „für  Aufrechterhaltung  und  organische  Fortbildung
verfassungsmäßigen  Rechtes  im  allgemeinen  und  insbesondere
für  die  Freiheit  und  Selbständigkeit  der  Kirche  und  ihrer  Institutionen“ ­
  eintreten.  Dieselben  Beweggründe  führten  bei  den
Reichstagswahlen  anfangs  März  1871  zur  Bildung  der  politischen
Zentrumsfraktion  des  Reichstags.
Wie  in  früheren  kritischen  Zeiten,  so  erhoben  auch  jetzt  in
der  KV  hervorragende  Politiker  ihre  Stimme,  so  aus  Parlamentskreisen ­
  Aug.  Reichensperger,  Freiherr  v.  Hertling,  Julius  Bachem,
die  Professoren  Hitze,  Schädler  usw.  und  befähigten  sie  zur
Stellungnahme  zu  allen  Fragen  des  politischen  Lebens.  Diesen
Leistungen  galt  auch  die  mehrfache  Anerkennung  Ludw.  Windthorsts
  und  der  übrigen  Führer  der  Zentrumsfraktionen.
Uebrigens  wurde  der  Kulturkampf  Veranlassung  zu  manchen
Neugründungen  von  katholischen  Zeitungen  in  Westdeutschland,
die  natürlich  der  KV  manche  Bezieher  abnahmen.  Dazu  kamen
noch  unmittelbare  Schädigungen.  Auf  amtliche  Anzeigen,  die  ihr
wegen  ihres  Verhaltens  gegenüber  der  Regierungspolitik  entzogen ­
  worden  waren,  mußte  sie  verzichten,  ihr  Verkauf  auf  den
Bahnhöfen  wurde  untersagt.  Eine  lange  Reihe  von  Preßprozessen,
die  zwar  manchmal  mit  Freisprechungen  endeten,  nahmen  aber
doch  die  Kasse  des  Verlegers  stark  in  Anspruch.  Das  hinderte
aber  Verlag  und  Schriftleitung  nicht,  den  Inhalt  immer  mehr
auszubauen,  besonders  nach  der  kulturellen  Seite.  Bevorzugt
wurde  dabei  das  Schul-  Erziehungs-  und  Bildungswesen.

Durch  den  Eintritt  Brückmanns  nach  der  Katastrophe  Hoffmann-Reusch
  waren  die  Verhältnisse  in  der  Schriftleitung  noch
nicht  wieder  zufriedenstellend  geregelt.  Bei  seinen  Bemühungen
um  weitere  Vervollständigung  der  Leitung  traf  nun  der  suchende
Blick  des  Verlegers  auf  den  Sohn  eines  Vetters,  des  Kaufmanns
Wilhelm  Bachem  in  Mülheim  a.  d.  Ruhr;  Julius  Bachem.
Julius  Bachem  sollte  nach  dem  Willen  des  Vaters  Kaufmann  werden.
Am  2.  Juli  1845  geboren,  verlebte  er  seine  Jugendjahre  in  kleinen  Verhältnissen ­
  und  besuchte  dann  die  Handelsschule  zu  Rolduc  in  Holländisch-Limburg,
  mit  der  auch  eine  Lateinschule  verbunden  war.  Er  entschied
sich  nun  für  das  akademische  Studium  und  studierte  nach  Ablegung  der
        <pb n="112" />
        Abiturientenprüfung  in  Kempen  am  Rhein  zuerst  in  Bonn  neuere  Sprachen,
dann  Rechtswissenschaft.  Der  Vater  hatte  nur  unter  der  Bedingung  darin
eingewilligt,  daß  er  sich  nach  Ablegung  der  ersten  rechtswissenschaftlichen ­
  Prüfung  auf  eigene  Füße  stellen  werde.  Schon  ehe  er  das  „Auskultatorexamen“ ­
  bestanden  hatte,  war  er  in  Bonn  an  den  „Kölnischen
Blättern“  gelegentlicher  Mitarbeiter  gewesen.  Als  nun  Josef  Bachem  ihn
an  seine  Zeitung  berief,  folgte  er  in  Erfüllung  des  seinem  Vater  gegebenen
Versprechens  dem  Rufe.  Seine  Schriftleitungstätigkeit  hielt  ihn  von
weiteren  Studien  nicht  ab  und  als  er  sich  1873  der  Assessorprüfung
unterzog,  bestand  er  sie  mit  Auszeichnung.
Es  zeigte  sich  bald,  daß  Josef  Bachem  mit  der  Erwerbung  dieser
jungen  Kraft  zu  Ende  1869  den  rechten  Mann  gefunden  hatte.  Julius
Bachem  war  nicht  nur  ein  geborener  Tagesschriftsteller,  sondern
auch  ein  zur  politischen  Führung  berufener  Mann.  „Gleich  in  der
ersten  Zeit  meiner  journalistischen  Tätigkeit,“  sagt  er  in  seinen
»Erinnerungen  eines  alten  Publizisten  und  Politikers“  (Bachem,
Köln  1913,  S.  32),  „fiel  mir  eine  Aufgabe  zu,  welche  die  Hauptaufgabe
meines  öffentlichen  Wirkens  geworden  und  geblieben  ist:  die
Propagierung  des  Zentrumsgedankens  und  die  Vertretung  der
Zentrumspolitik.  Publizistisch  habe  ich  an  der  Wiege  der  Zentrumsfraktionen ­
  gestanden  und  die  Fraktionen  zeitlebens  auf
ihren  Wegen  in  den  Parlamenten  begleitet.  Insbesondere  wurden
von  mir  schon  im  Jahre  1871  in  einer  Reihe  von  Artikeln  in
der  Kölnischen  Volkszeitung  eingehender  die  Gesichtspunkte  entwickelt, ­
  welche  für  die  Bildung  des  Reichstags-Zentrums  maßgebend ­
  waren.“
Hatte  Josef  Bachem  mit  der  Gewinnung  dieses  hervorragenden
Mannes  einen  glücklichen  Griff  getan,  so  war  er  weniger
zufrieden  mit  Dr.  Paul  Majunke,  der  von  Februar  bis  September ­
  1870  in  der  Schriftleitung  tätig  war.  Als  28jähriger  Kaplan  in
Breslau  hatte  er  mit  einigen  Flugschriften  die  Aufmerksamkeit
auf  sich  gelenkt;  eine  von  ihnen;  „Die  confessionslose  Volksschule ­
  vor  dem  Richterstuhle  der  Vernunft,  der  Geschichte  und
des  Gesetzes“  war  im  Jahre  vorher  im  Bachemschen  Verlag
erschienen.  So  gut  auch  die  Grundsätze  waren,  die  er  verfocht,
so  wenig  gefiel  manchem  die  Art,  mit  der  er  es  tat.  In  einem
gegen  Döllinger  gerichteten  Artikel  hatte  Majunke  auch  die
allgemeine  Wendung  von  den  „hochmütigen  deutschen  Professoren“ ­
  gebraucht.  Josef  Bachem  wollte  sie  beseitigt  wissen.  Als
Majunke  darauf  bestand,  kam  es  zu  Auseinandersetzungen,
deren  Schluß  die  Kündigung  von  seiten  des  Verlegers  war.
        <pb n="113" />
        Katholische  Tagesschriftsteller  waren  damals  selten,  und  die  Schriftleitung ­
  der  KV  stets  ausreichend  zu  besetzen  hatte  seine  Schwierigkeiten.
Im  April  1872  konnte  Josef  Bachem  den  Gymnasiallehrer  Gerhard
Büscher  in  Goch  verpflichten,  einen  kenntnisreichen,  mit  Witz  und
Humor  begabten  Mann.  Ihn  quälte,  wie  auch  Brückmann,  ein  Lungenleiden, ­
  das  durch  den  aufreibenden  und  aufregenden  journalistischen
Beruf  besonders  in  jenen  bewegten  Zeiten  mit  ihren  Preßprozessen
natürlich  nur  ungünstig  beeinflußt  werden  konnte.  Brückmann  erlag
seinem  Leiden  am  13.  Juli  1875  in  Badenweiler,  wohin  er  sich  zur
Erholung  begeben  hatte.  Seit  dem  22.  Juni  zeichnete  Büscher  verantwortlich. ­
  Auch  ihn  zwang  die  Krankheit  drei  Jahre  später,  sich  in
seine  Heimat  Goch  zu  begeben,  wo  ihn  der  Tod  am  4.  Juli  1878  im  Alter
von  nur  36  Jahren  dahinraffte.
Im  Mai  1874  war  in  die  Schriftleitung  als  Auslandsredakteur  Dr.  Eduard
Hüsgen*'  eingetreten,  der  schon  früher  als  Einsender  mit  ihr  gelegentlich ­
  in  Verbindung  getreten  war.  Kurz  vorher  war  er  aus  dem  Justizdienst ­
  ausgeschieden  und  konnte  nun  seiner  alten  Liebe  zur  Tagesschriftstellerei ­
  folgen.  In  dieser  Stelle  blieb  er  freilich  nur  acht  Monate,  denn
am  1.  Januar  1875  übernahm  er  die  Leitung  des  Düsseldorfer  Volksblattes, ­
  das  sich  in  der  Folgezeit  aus  einer  kleinen  Lokalzeitung  zu
einem  Blatte  von  Bedeutung  entwickelte.
Nach  dem  Tode  Brückmanns  trat  an  den  Verleger  die  Sorge
um  die  Ergänzung  der  Schriftleitung  von  neuem  heran.  Da
wurde  er  eines  Tages  auf  den  Bonner  Privatdozenten  Dr.
Hermann  Cardauns  aufmerksam,  der  ebenfalls  schon  seit
1870  zu  den  gelegentlichen  Mitarbeitern  der  KV  zählte.  Nun  hatte
damals  der  Justizrat  Vincenz  von  Zuccalmaglio  in  Grevenbroich, ­
  der  bis  an  sein  Lebensende  agitatorisch  sich  betätigte
und  in  seinen  „antiultramontanen“  Flugschriften  sich  als  „alter
Fuhrmann“  bezeichnete,  1875  einen  Vortrag  über  den  Kölner
Erzbischof  Engelbert  den  Heiligen  drucken  lassen,  der  in  kulturkämpferischem ­
  Sinne  gehalten  war.  Darauf  hatte  Cardauns  an
ihn  ein  „Sendschreiben“  in  der  Köln.  Volksztg.  vom  22.  März
1875  veröffentlicht,  in  dem  Zuccalmaglio  eine  „wahrhaft  klägliche ­
  Unwissenheit“  in  geschichtlichen  Dingen  nachgewiesen
wurde.  Es  gab  nun  Verteidigungen  und  Erwiderungen;  im  ganzen
erschienen  vier  „Sendschreiben  an  Herrn  V.  v.  Zuccalmaglio“,
ohne  Verfassername.  Das  letzte  vom  26.  April  war  mit  „*?  Nachforscher ­
  in  historischen  Dingen“  unterzeichnet  und  dies  rj  bezeichnet ­
  noch  jetzt  gelegentlich  den  Verfasser  von  Beiträgen  in
der  KV.  Cardauns  erwies  sich  in  diesen  Sendschreiben  nicht
nur  als  geschickter  Fechter,  sondern  auch  als  Mann  von  Grund-
        <pb n="114" />
        Sätzen  und  als  gewandter  Stilist,  und  so  erkannte  Josef  Bachem
in  ihm  den  richtigen  Mann,  dem  er  die  Leitung  der  Zeitung  anvertrauen ­
  konnte.  Die  ganze  Polemik  erschien  übrigens  im  Jahre
1875  unter  dem  Titel  „Der  alte  Fuhrmann  (Vincenz  von
Zuccalmaglio)  heimgefahren  von  einem  Rheinischen  Antiquarius“
in  zwei  Auflagen  im  Verlag  Bachem.
Cardauns,  der  drei  Jahrzehnte  lang  die  Kölnische  Volkszeitung  geleitet
hat  (seit  6.  Juli  1878  als  Haupt-  und  gleichzeitig  verantwortlicher  Schriftleiter) ­
  entstammt  einer  alten  Kölner  Juristenfamilie,  aus  der  er  als  zwölftes
Kind  des  Notars  Alexander  Cardauns  am  8.  August  1847  hervorging.  In
München,  Bonn  und  Göttingen  hatte  er  Geschichte  studiert  und  sich  schon
im  Winter  1872/73  als  Privatdozent  in  Bonn  niedergelassen.  Nachdem  er
sich  in  den  Herbstferien  1875  sechs  Wochen  auf  der  Redaktion  eingearbeitet
hatte,  trat  er  am  17.  März  1876  in  dieselbe  ein.  Nach  dem  Tode
Büschers,  seit  dem  5.  Juli  1878,  zeichnete  dann  Dr.  Cardauns  dauernd  als
verantwortlicher  Schriftleiter  die  KV  bis  zu  seinem  Austritt  am  1.  Mai  1907.
Seit  dieser  Zeit  war  Josef  Bachem  der  Sorge  um  die  rechte  politische
Haltung  der  Zeitung  ledig.  Julius  Bachem  und  Herrn.  Cardauns  übernahmen ­
  nun  die  Verantwortung  für  die  KV  auf  ihre  Schultern  und
trugen  sie  einträchtig  drei  Jahrzehnte  lang.
Der  zweite  große  Zeitabschnitt  in  der  Geschichte  der  Zeitung  hatte
mit  dieser  Neuregelung  der  Schriftleitung  begonnen.  Gekennzeichnet  wurde
er,  wie  oben  schon  angedeutet,  durch  die  folgerichtige  Vertretung  des
Zentrumsgedankens,  in  den  meisten  Fällen  in  Uebereinstimmung  mit  den
Fraktionen,  hie  und  da  aber  auch  einmal  in  Einzelfragen  gegen  die
Ansichten  der  Fraktionsmehrheiten.  Hat  doch  die  KV  sich  nie  als  ein
Werkzeug  der  Partei  willenlos  verschrieben,  sondern  stets  die  eigene
Meinung  selbständig  vertreten  und,  wenn  es  ihr  nötig  erschien,  nachdrücklich ­
  verfochten.  Unentwegt  und  folgerichtig  wurden  die  einmal
festgelegten  Richtlinien  in  allen  auftauchenden  Fragen  festgehalten  und
verteidigt.
In  den  1870er  Jahren  und  auch  noch  später  gab  Josef  Bachem
manchem  jungen  Redakteur  Gelegenheit  zur  Ausbildung  an  der
KV,  und  so  ist  er  als  „Altmeister  der  katholischen  Presse“  in
weiten  Kreisen  bekannt  gewesen.
So  verdient  sich  der  Verleger  damit  auch  für  die  Zentrumspresse
gemacht  hat,  so  kamen  diese  in  der  Ausbildung  begriffenen  Hilfskräfte ­
  für  die  Arbeit  an  der  KV  selbst  kaum  in  Betracht.  In
diese  teilten  sich  vielmehr  nur  wenige  Männer:  Neben  Julius
Bachem  und  Dr.  Cardauns  war  seit  dem  1.  Oktober  1880  acht
Jahre  lang  als  Nachfolger  Büschers  Dr.  Eduard  Marcour  als
Auslandsschriftleiter  tätig,  als  Provinz-  und  Ortsschriftleiter
        <pb n="115" />
        betätigte  sich  Adam  Uelk,  als  Leiter  des  damals  nur  bescheidenen
wirtschaftlichen  Teils  der  Zeitung  Ludw.  Mar  hoff  er.
Die  Arbeitskraft  Julius  Bachems  war  aber  in  der  aufreibenden
Tagesschriftstellerei  nicht  erschöpft;  er  spielte  auch  im  öffentlichen ­
  Leben  eine  Rolle.  Als  im  Jahre  1875  die  Zentrumspartei
zum  erstenmal  ihre  sämtlichen  Stadtratskandidaten  in  der
dritten  Wählerabteilung  durchbrachte,  kam  auch  Julius  Bachem
(mit  Dr.  Röckerath,  Kanzler  Schenk,  Justizrat  Landwehr,  Dr.
med.  Braubach)  in  die  Stadtverordneten-Versammlung,  der  er  bis
1891  angehörte.  Als  ihn  1876  der  Kreis  Mülheim-Sieg-Wipperfürth
  zu  seinem  Vertreter  im  preußischen  Abgeordnetenhaus
wählte,  übernahm  der  damalige  Domkapitular  Dr.  Alfons
Bell  es  heim  zur  Entlastung  der  Schriftleitung  die  Bearbeitung ­
  der  Auslandsberichte.  Die  KV  erfreute  sich  dafür  bis
1890  der  fast  täglichen,  teilweise  umfangreichen  Berichte  Bachems
aus  Berlin.
Daß  es  für  einen  an  Zahl  so  beschränkten  Redaktionsstab  eine  achtenswerte ­
  Leistung  bedeutete,  ein  täglich  zweimal  erscheinendes  Blatt  mit
verhältnismäßig  wenigen  regelmäßigen  Mitarbeitern  als  führendes  Organ
einer  großen  Partei  zu  gestalten,  wird  man  anerkennen.  Dabei  waren
die  1870er  Jahre  für  katholische  Schriftleiter  recht  dornenreich.  Bei  der
gegensätzlichen  Auffassung  vieler  Dinge  ließen  sich  trotz  aller  Vorsicht
zahlreiche  Zusammenstöße  mit  der  öffentlichen  Gewalt  nicht  vermeiden;
in  der  Zeit  vom  9.  Juli  1872  bis  2.  Mai  1875  wurde  die  Zeitung  dreißigmal
beschlagnahmt,  und  in  der  Mehrzahl  erfolgten  Verurteilungen,  und  zwar
zu  Geldstrafen  von  30  bis  450  M.  Einmal  machte  Brückmann  zwei  Monate
lang  Bekanntschaft  mit  der  Festung  Ehrenbreitstein.
Trotz  schlechter  geldlicher  Abschlüsse  während  des  Kriegsjahres  1870
hatte  Josef  Bachem  am  1.  Januar  1871  die  Ausdehnung  der  Zeitung  auf
zwei  Bogen  gewagt.  Aber  die  Hoffnung,  daß  die  Zukunft  des  Blattes  in
der  nächsten  Zeit  gesichert  werden  möchte,  erfüllte  sich  noch  nicht.
In  einem  kritischen  Zeitpunkt  um  das  Jahr  1874  rettete  das  neue  Preßgesetz
  vom  7.  Mai  im  Verein  mit  dem  Sinken  des  Papierpreises  das  Blatt
vor  dem  Eingehen.  Das  Gesetz  von  1874  brachte  nämlich  neben  der
Rückzahlung  der  hinterlegten  Sicherheiten  die  Aufhebung  des
Zeitungsstempels,  der  schon  1870  bei  6400  Beziehern  jährlich  11000
Taler  betragen  hatte.  Obgleich  auch  in  den  nächsten  Jahren  noch  von
einer  Einträglichkeit  kaum  gesprochen  werden  konnte,  entschloß  sich
der  Verleger  doch  im  Jahre  1878  zu  der  wöchentlichen  Beigabe  einer
Dritten  Ausgabe.  Seit  Dezember  1872  wurden  die  beiden  täglichen
Ausgaben,  die  in  Köln  schon  früher  einzeln  ausgetragen  wurden,  auch  nach
auswärts  getrennt,  vor-  und  nachmittags,  versandt.  Von  1880  ab  kam  ein
        <pb n="116" />
        95

weiteres  Drittes  Blatt  hinzu  und  nach  ferneren  fünf  Jahren  wurden  es
wöchentlich  drei.  Die  Zahl  der  Bezieher  erreichte  in  den  1870er  Jahren,
zu  Ende  1874  mit  8600  ihren  damaligen  höchsten  Stand,  aber  die  zahlreichen ­
  Neugründungen  von  Zentrumsblättern  in  der  Provinz  ließ  die  Zahl
fernerhin  wieder  sinken.

Dieser  Umstand  beeinträchtigte  aber  nicht  die  weitere  Ausgestaltung ­
  des  Blattes;  im  Gegenteil  war  man  sich  klar,  daß  nur
immer  größere  Leistungen  das  Ansehen  und  den  Bezieherkreis  der
KV  vergrößern  konnten.  So  erfreute  sich  neben  dem  politischen  auch
der  kulturelle  Teil  der  Zeitung,  der  während  des  Kulturkampfes ­
  ebenfalls  meist  auf  die  Wahrung  der  katholischen  Interessen ­
  eingestellt  war,  einer  sorgsamen  Pflege.  Bevorzugt  wurden
dabei  das  Schul-  Erziehungs-  und  Bildungswesen.
Mit  Eifer  trat  die  Kölnische  Volkszeitung  in  den  1870er
Jahren  für  eine  Aenderung  in  der  Zollpolitik  des  Deutschen
Reiches  ein.  In  dem  deutschen  Zolltarif  vom  23.  Mai  1873  hatte
der  Freihandel  obgesiegt,  aber  die  schwere  folgende  Wirtschaftskrisis ­
  hatte  die  Notwendigkeit  der  Rückkehr  zu  den  Schutzzöllen
erwiesen.  Nachdem  in  der  Thronrede  vom  12.  Februar  1879  eine
neue  Steuer-  Zoll-  und  Handelspolitik  angekündigt  worden  war,
unterstützte  in  Köln  am  15.  April  desselben  Jahres  (Osterdienstag) ­
  eine  große  öffentliche  Versammlung  im  Gürzenich  zuerst  in
breitester  Oeffentlichkeit  die  Schutzzollbewegung,  die  dann  später
mit  ausschlaggebender  Unterstützung  des  Zentrums  zum  Sieg
gelangte.  Auch  war  die  Zeitung,  nachdem  am  13.  Oktober  1882
in  Köln  der  erste  Bimetallistische  Kongreß  getagt  hatte,  in  der
bimetallistischenBewegung  das  führende  Organ  geworden.
Josef  Bachem  war  bis  zu  seinem  Tode  Schatzmeister  der  Localobteilung
  des  Deutschen  Vereins  für  internationale  Doppelwähr
 ung,  der  allerdings  später  im  Sande  verlief.

Einen  neuen  Anstoß  erhielt  die  Entwicklung  der  Zeitung  in
dieser  Zeit  durch  den  Eintritt  des  ältesten  Sohnes  des  Hauses,
Franz  X.  Bachem  in  den  Zeitungsbetrieb.  Seit  1881  schon
hatte  er  den  Vater  in  der  Geschäftsführung  und  besonders  im
Zeitungsverlag  tatkräftig  unterstützt.  So  ist  auch  die  bedeutende
Erweiterung  des  Inhalts  der  KV,  die  sich  in  der  Vergrößerung
ihres  Umfanges  aussprach,  wesentlich  auf  sein  Betreiben  zurückzuführen. ­
  Diese  Raumvermehrung  von  2898  auf  4731  qcm,  die  am
        <pb n="117" />
        96

20.  November  1886  durchgeführt  wurde,  kam  einmal  der  neu  ins
Leben  tretenden  unterhaltenden  und  belehrenden  Abteilung  „Welt
und  Wissen“,  dann  aber  vorallem  dem  Ausbau  des  damals  kleinen
wirtschaftlichen  Teils  der  Zeitung  zu  einem  Handelsteil  zu
gute.  Zu  letzterem  Zweck  wurde  an  Stelle  von  Ludw.  Marhoffer  am
1.  April  1887  der  Schriftleiter  des  Frankfurter  „Finanzherold“,  Max
Anton  Traub,  berufen,  ein  kenntnisreicher  und  tüchtiger  Berufsgenosse, ­
  der  sich  dieser  Aufgabe  mit  Eifer,  Pflichttreue  und  größtem
Erfolge  unterzog.  Unabhängig  und  unbeeinflußt  sollte  der  Handelsteil ­
  sein  und  dafür  war  in  dem  geraden,  demokratischen,
akademisch  wie  kaufmännisch  vorgebildeten  Manne  die  rechte
Persönlichkeit  gefunden.  1854  in  München  geboren,  hatte  er  eine
Zeitlang  den  Lehrberuf  ausgeübt  und  war  dann  zur  Tagesschriftstellerei ­
  übergegangen.
Der  Handelsteil  der  KV  —  der  sich  als  ein  wesentlicher  Teil  der
Zeitung  seit  September  1887  auch  im  Titel  durch  den  Zusatz  „und  Handelsblatt“ ­
  kundgab  —  sollte  sie  aber  keineswegs  zu  einem  Börsenblatt  gestalten, ­
  sondern  vielmehr  dem  Nutzen  aller  Erwerbsstände,  besonders
aber  derjenigen  dienen,  die  sich  jeweils  in  bedrängter  Lage  befinden.  So
trat  die  KV  unter  Traubs  Leitung  für  die  deutschen  Schutzzölle  in
tunlichst  mäßiger  angemessener  Höhe  ein,  zum  Schutze  von  Gewerbe
und  Landwirtschaft,  eine  segensreiche  Arbeit,  wie  sich  besonders  während
des  Weltkrieges  gezeigt  hat.
Der  Berichterstattung  über  Gewinnung  und  Verarbeitung  von  Naturerzeugnissen ­
  und  Waren  aller  Art  und  den  Handel  mit  ihnen,  namentlich
über  den  Eisen-  und  Kohlenmarkt  wurde  besondere  Aufmerksamkeit
geschenkt,  die  Ringbildungen  mit  ihren  für  die  Verbraucher  schädlichen
Folgen  bekämpft.  Dadurch  hat  sich  dieser  Teil  der  Zeitung  die  Anerkennung
weiter  Kreise  erworben.  Die  Mitarbeiter,  für  deren  Werbung  Traub  sich
gleichfalls  verdient  machte,  erhielten  die  Weisung,  „lediglich  die  Wahrheit
zu  berichten  ohne  Schönfärberei  und  ohne  Beschönigung,  und  die  Verhältnisse ­
  so  darzustellen,  wie  sie  wirklich  sind,  nicht  wie  gewisse  Leute
ein  Interesse  daran  haben  könnten,  sie  dargestellt  zu  sehen“.
Volle  28  Jahre  lang  stellte  Traub  seine  Kraft  in  den  Dienst  der  KV,
bis  er  am  29.  November  1915  einem  mehrjährigen  Herzleiden  erlag.  Im
letzten  Jahrzehnt  seines  Lebens  hatte  er  seine  Kenntnisse  und  Erfahrungen
auch  als  Dozent  der  Kölner  Handelshochschule  verwertet.  Mit  der  Zeit  war
die  Arbeit  an  dem  Handelsteil  derart  angewachsen,  daß  noch  ein  zweiter
und  dritter  Schriftleiter  gewonnen  werden  mußten.  Am  15.  April  1902
kam  Christian  F  ü  11  e  s  (geb.  1875  zu  Köln)  aus  dem  Bankfach  zur  KV
herüber.  Seit  dem  Tode  Traubs  nimmt  er  nun  dessen  Stellung  als  Erster
Leiter  ein.  Am  25.  Januar  1913  und  am  2.  November  1915  traten  Dr.  Friede-
        <pb n="118" />
        97

Liebei  (geb.  1882  zu  Waldsee  i.  Wttbg.)  und  Dr.  C.  Cheneval,  ein
Schweizer,  in  die  Handelsteilleitung  ein.
Dieser  Ausbau  des  Handelsteiles,  mit  dem  ein  Zentrumsblatt
zum  ersten  Male  mit  der  übrigen  großen  Presse  in  Wettbewerb
trat,  erwies  sich  als  eine  weittragende  Tat.  Sie  war  zwar  mit
vieler  Arbeit  und  großen  Kosten  verknüpft,  hob  aber  die  Verbreitung ­
  und  das  Ansehen  der  KV  in  einem  Maße,  daß  sie  auch
von  ihren  politischen  Gegnern  beachtet  und  bezogen  wurde.
Am  4.  Dezember  1888  ging  der  Verlag  zur  Ausgabe  eines  eigenen
Kursblattes  als  Ergänzungsblatt  über,  das  mit  den  Zügen  gegen
’/*5  Uhr  nachmittags  zum  Versand  kam.  Es  wurde  zunächst  nur  an
die  Bezieher  in  den  größeren  rheinischen  Städten  versandt.  Weil  es
außer  dem  Kurszettel  auch  die  neuesten  Handelsdrahtberichte  enthielt,
wuchs  die  Auflage  ständig  (am  18.  Juni  1890  wurde  es  zum  ersten  Male
nach  Westfalen  versandt)  bis  es  endlich  am  12.  März  1898  als  „Drittes
Blatt“  der  Gesamtauflage  angegliedert  wurde.  Zum  regelmäßig  dreimal ­
  erscheinenden  (d.  h.  dreimal  ausgetragenen  und  versandten)  Blatte
wurde  aber  die  KV  erst  am  26.  Februar  1903.  Schon  im  Jahre  vorher
waren  die  eigenen  Hauptvertretungen  der  Geschäftsstelle  (Agenturen)  auf
die  Städte  Aachen,  Bonn,  Brühl,  Düren,  Düsseldorf,  M.Gladbach,  Mülheim ­
  a.  Rh.  und  Neuß  ausgedehnt  worden,  durch  welche  seit  1903  die
Zeitung  durch  besondere  Boten  vom  Bahnhof  aus  täglich  dreimal  ausgetragen
  wird.  Eine  Haaptvertretung  der  Geschäftsstelle  in  Berlin  W,
Potsdamerstraße  127  b,  wurde  am  10.  November  1904  eröffnet  (seit
15.  März  1909  W  66,  Leipzigerstraße  123  a)  im  Anschluß  an  das  Berliner
Schriftleitungsbüro.
Die  Entwicklung  des  Handelsteils  der  KV  wurde  weiter  gefördert
durch  den  am  16.  Februar  1890  erfolgten  Ankauf  des  in  Köln  erscheinenden
„Allgemeinen  Anzeigers  für  Rheinland-Westfalen  (Kölnische ­
  H  a  n  d  e  1  s  z  e  i  t  u  n  g)“.  Der  Name  wird  heute  noch  im  Titelkopf
der  Zeitung  weitergeführt.
Der  Kaufmannswelt  diente  die  KV  zu  Ende  der  1880er  Jahre  auch
noch  durch  die  Aufdeckung  eines  verbreiteten  Londoner  Schwindels.  In
der  Morgenausgabe  vom  30.  September  1887  erschien  zuerst  ein  Artikel
„Deutsche  Schlittenfahrer  in  London“,  mit  welchem  eine
lange  Reihe  ähnlicher  Arbeiten  eingeleitet  wurde.  Der  Ausdruck  Schlittenfahrer
  bezeichnete  in  der  Londoner  Kaufmannswelt  die  unreellen  Geschäftstreibenden, ­
  die  sieh  von  Deutschland  mit  Hilfe  schön  bedruckter
Briefbogen  und  selbstbesorgter  „Auskünfte“  Waren  kommen  ließen,  die  sie  zu
bezahlen  dann  vergaßen.  Verfasser  dieser  gut  geschriebenen  in  Deutschland
großes  Aufsehen  hervorrufenden  Enthüllungen  war  der  aus  Westpreußen
stammende,  in  London  lebende  Kaufmann  Stephan  Reuschel,  der  sich
des  Decknamens  „Rollo“  bediente.  Als  er  auch  einen  gewissen  Opitz
100  Jahre  J.  P.  Bachem.  ^
        <pb n="119" />
        und  dessen  Freund,  den  Auskunftsagenten  Lothar  Lehnert  auf  Grund
unerhörter  Schwindeleien  an  den  Pranger  stellte,  erhoben  diese  eine
Verleumdungsklage  gegen  Reuschel  und  die  Kölnische  Volkszeitung  mit
dem  Ergebnis,  daß  Opitz  am  25.  Mai  1895  zu  acht  Monaten  Zwangsarbeit
verurteilt  wurde,  nachdem  Lehnert  das  Weite  gesucht  hatte.  Freilich  hatte
diese  Genugtuung  für  die  Zeitung  den  bitteren  Nachgeschmack,  daß,  da  die
Verurteilten  unpfändbar  waren,  sie  für  die  hohen  Kosten  des  englischen
Gerichtsverfahrens  im  Betrage  von  fast  50  000  Mark  aufkommen  mußte.
Den  praktischen  Bedürfnissen  der  Landwirtschaft  und
des  Gartenbaues  kam  in  der  Zeitung  eine  Donnerstags  erscheinende ­
  besondere  Abteilung  seit  1878  entgegen.  Durch  die
genaue  Berichterstattung  über  alle  die  Landwirtschaft  betreffenden
Tagesfragen  hat  sich  dieser  Teil  der  Zeitung  unter  den  Gutsbesitzern
und  Landwirten  Westdeutschlands  und  Westfalens  einen  großen
Leserkreis  erworben,  wozu  auch  ein  wöchentlicher  Gartenbaukalender ­
  beitrug.  Dem  kenntnisreichen  Leiter  dieses
Teiles,  Dr.  Emil  Kalender,  verdankte  der  Verlag  aus  den
Jahren  1881  und  1882  mehrere  praktische  kleine  Werkchen  über
den  „Blumengarten“,  den  „Rationellen  Gemüsebau“,  die  „Kultur
der  Zimmerpflanzen“  und  den  „Rationellen  Obstbau“.  Seit  August
1901  schied  sich  diese  Abteilung  für  Landwirtschaft  und  Gartenbau ­
  als  besondere  „Landwirtschaftliche  Beilage“  aus
der  Zeitung  aus.  Dr.  Kalender  hatte  seine  Tätigkeit  an  der  KV
schon  seit  April  1895  eingestellt,  als  er  Präsident  des  Vereins
für  Gartenkultur  und  Botanik  geworden  war.  An  seine  Stelle
war  im  Oktober  1896  der  Bürgermeister  Gustav  Biesenbach
in  Rheinbreitbach,  Mitglied  des  preußischen  Abgeordnetenhauses
und  Weinbaukommissar  des  Rheinischen  Bauernvereins,  getreten.
Die  neue  Leitung  war  besonders  auf  den  unmittelbar  praktischen
Nutzen  für  die  Leser  bedacht.  In  Rheinbreitbach  errichtete  der
Verlag  eine  eigene  Versuchsanstalt,  deren  Anbau-Ergebnisse
auf  dem  Gebiete  der  Landwirtschaft,  des  Gartenbaues  und  der
Obstzucht  den  Lesern  zugute  kommen  sollte.
Als  selbständiges  Unternehmen  bestand  neben  der  Landwirtschaftlichen
Beilage  von  Juni  1901  bis  März-1902  der  „Westdeutsche  Lanjdwirt“
unter  der  Leitung  des  Landwirtschaftslehrers  und  Tierzuchtinspektors
Dr.  Wilh.  Mintrop.  Von  April  1902  ,wurde  er  an  Stelle  der  Landwirtwirtschaftlichen
  (Beilage  der  ganzen  Auflage  der  KV  beigelegt  und  der
Preis  des  Einzelbezugs  von  M  I.—  auf  M  0.50  ermäßigt.
        <pb n="120" />
        99

Eine  ähnliche  Wandlung  machte  der  Literaturteil  der  Zeitung
durch.  Bücher-Besprechungen  und  literarische  Artikel  waren  bis
zum  Jahre  1892  in  den  verschiedenen  Ausgaben  der  Zeitung
zerstreut;  seitdem  wurden  sie  auf  einer  besonderen  Seite  in  den
Mittwochsausgaben  vereinigt,  und  seit  Januar  1900  in  einer
besonderen  wöchentlichen  „Literarischen  Beilage“  gesammelt. ­
  Wie  der  Westdeutsche  Landwirt,  fiel  auch  sie  während
des  Krieges  vorübergehend  der  Papiernot  zum  Opfer.
Als  eine  besondere  Sparte  pflegte  der  Verlag  seit  Ende  der  1880er
Jahre  zahlreiche  überseeische  Verbindungen.  In  einer  langen
Reihe  von  anregenden  Artikeln  wurden  die  geographischen  und
kulturellen  Verhältnisse  des  fernen  Auslandes  den  Lesern  näher
gebracht,  wobei  Missionare  und  Forschungsreisende  (z.  B.  Ernst
v.  Hesse-Wartegg)  schätzbare  Mitarbeiter  wurden.  Leider  hat
der  Weltkrieg  diese  wertvollen  Verbindungen  unterbrochen.
Mit  dieser  vielseitigen  Ausgestaltung  des  Inhalts  der  Zeitung
mußte  die  Vergrößerung  der  Schriftleitung  gleichen  Schritt  halten.
Als  Nachfolger  Dr.  Marcours  trat  am  1.  April  1888  R.  A.  Koernig
in  die  Schriftleitung  für  den  Auslandsteil  ein,  ein  kenntnisreicher,
sprachkundiger  Mann,  dem  aber  Zigeunerblut  in  den  Adern  floß.
Er  hielt  nur  bis  zum  1.  November  desselben  Jahres  aus  und
begann  bald  ein  abenteuerndes  Leben  im  hohen  Norden,  von
wo  er  nach  München  und  Wien  (als  dort  die  „Zeit“  gegründet
wurde)  verschlagen  wurde,  um  bald  darauf  in  den  besten  Mannesjahren
  zu  sterben.  Ihn  ersetzte  am  13.  November  1888  Dr.  Otto
Dresemann,  der  schon  als  Aachener  Verwaltungsbeamter  ein
geschätzter  Mitarbeiter  der  KV  gewesen  war.  In  Crefeld  1860
geboren,  hatte  er  in  Straßburg,  Bonn  und  Münster  Philologie  und
Geschichte  studiert  und  war  nun  in  den  Beruf  seines  Vaters
gekommen.  Neben  der  Behandlung  der  auswärtigen  Angelegenheiten,
für  die  ihn  seine  reichen  Sprachkenntnisse  vor  allem  befähigten,
entfaltete  er  fast  27  Jahre  lang  eine  überaus  vielseitige  Tätigkeit
an  der  KV,  besonders  auf  dem  Gebiete  der  Geschichte,  der
Technologie,  der  Erd-  und  Völkerkunde,  der  Philologie  und
der  belehrenden  Plauderei.  Er  leitete  auch  die  am  26.  Juli  1899
eingeführte  neue  Rubrik  „Aus  der  Frauenwelt“  und  schrieb
die  Wochenrundschau,  die  besonders  für  die  1893  vom  Verlag
gegründete  Wochenausgabe  fürs  Ausland  unentbehrlich
        <pb n="121" />
        J

war.  Als  er  zusammen  mit  Jul.  Bachem  im  März  1915  aus
der  Schriftleitung  austrat,  rückte  Dr.  Aegidius  Müller,
im  Jahre  1880  bei  Fulda  geboren,  der  schon  seit  dem  1.  Oktober ­
  1905  der  Schriftleitung  angehörte,  in  die  Stelle  des  Auslandschriftleiters ­
  ein.  Leider  wurde  er  bereits  am  5.  September  1917
das  Opfer  einer  heimtückischen  Krankheit,  worauf  Dr.  Eduard
H  e  m  m  e  r  1  e,  ein  gebürtiger  Kölner  (geb.  1883),  den  besonders  im
Kriege  wichtigen  Posten  besetzte.  An  die  Stelle  Julius  Bachems
war  ein  halbes  Jahr  später  Justizrat  Dr.  Karl  Bachem,  der
zweite  Sohn  von  Jos.  Bachem,  getreten.
Julius  Bachem  ist  die  Altersruhe  nach  fünfundvierzigjähriger
Tätigkeit  an  der  Kölnischen  Volkszeitung  nicht  lange  gegönnt  gewesen.
Am  22.  Januar  1918  machte  ein  altes  Leiden  seinem  Leben  voll  unermüdlicher ­
  vielseitiger  Arbeit  ein  Ende.  Seine  Verdienste  um  die  Zentrumsparteierschöpften ­
  sich  nicht  in  seinem  Wirken  an  der  K.V.  Im  Augustinus-Verein
  zur  Pflege  der  katholischen  Presse 41  wiesen  seine  klaren  politischen
Erörterungen  der  gesamten  Zentrumspresse  oft  genug  ihren  Weg,  und
sein  Verdienst  ist  es  nicht  zum  kleinsten  Teile,  wenn  sie  der  Presse
anderer  Parteirichtungen  als  das  Muster  festen  Zusammenhalts  hingestellt
werden  darf.  In  einem  für  Tagesschriftsteller  wertvollen  kleinen  Büchlein
„Allerlei  Gedanken  über  Journalistik“  hat  er  eine  Fülle  guter  Beobachtungen
und  Grundsätze  niedergelegt.  Seine  „Erinnerungen  eines  alten  Publizisten
und  Politikers“  sind  gleichfalls  ein  Buch  voll  Gedanken  und  Laune.  Eine
wichtige  katholische  Kulturaufgabe  löste  er  mit  der  Neuherausgabe  des
fünfbändigen  „Staatslexikons  der  Görresgesellschaft“,  von  dem  er  die
zweite  und  dritte  Auflage  besorgte  und  ihr  seinen  Geist  aufdrückte.
Auch  an  der  Leitung  der  übrigen  Teile  der  Zeitung  vollzogen
sich  während  dieser  Zeit  fortwährend  Aenderungen,  d.  h.  die
Zahl  der  an  der  Schriftleitung  Beteiligten  wuchs  fortgesetzt.  Für
den  westdeutschen  Teil  trat  1886  Cornelius  Bebber  ein,
ein  humorvoller  Mann  und  großer  Lateiner,  der  als  Schriftleiter
der  Saarzeitung  in  Saarlouis  am  29.  April  1903  gestorben  ist.
Sein  Nachfolger  war  am  15.  September  1892  Oswald  Neuwiem,
der  Bearbeiter  der  Drahtnachrichten  wurde  und  auch  für  den
politischen  Teil  der  Zeitung  tätig  war.  Den  westdeutschen  Teil
besorgte  dann  der  Leiter  des  Local-Anzeigers  Peter  Brendgen
(vgl.  S.  113),  bei  dem  aber  bald  schon  sein  asthmatisches  Leiden
sich  bemerkbar  machte,  dessen  Opfer  er  geworden  ist.  Seit  dem
1.  April  1898  erhielt  Bernhard  Reuter  (geb.  1857  in  Borken
in  Westfalen)  die  Leitung  des  westdeutschen  Teils  der  KV  und
des  LA.  Ihn  unterstützte  Dr.  Aug.  Hommerich,  der  aber
        <pb n="122" />
        schon  nach  drei  Vierteljahren  am  1.  Oktober  1905  zum  Düsseldorfer ­
  Tageblatt  überging.  Die  Sorge  um  den  Local-Anzeiger
nahm  seit  1913  Josef  Bestler  (vgl.  S.  113)  mehr  und  mehr
auf  sich,  besonders,  nachdem  auf  Reuter  neben  dem  westdeutschen
auch  der  wirtschaftliche  Teil  der  KV  nach  und  nach  übergegangen ­
  war.  Als  Leiter  des  erzählenden  Teiles  der  Zeitung
nahm  Anton  Wolf  (geb.  1863  in  Weil  der  Stadt  i.  Wttbg.)  seit
7.  November  1892  Josef  Bachem  die  Arbeit  der  Prüfung  des  sehr
reichlich  einlaufenden  bez.  Materials  ab.  Der  Kommunalpolitiker
Dr.  Otto  T  h  i  s  s  e  n,  ein  Kölner  (geb.  1875),  wirkt  an  der  KV  seit
dem  26.  Februar  1903,  in  welchem  Jahre  auch  Ernst  H.  Kley
(geb.  1867  in  Brühl)  von  Aschaffenburg  aus  an  die  KV
übersiedelte.  Nach  dem  Austritt  von  Dr.  Cardauns  wurde  am
1-  Juli  1907  der  Kais.  Seminardirektor  Dr.  Karl  Ho  eher  aus  Metz
berufen  (geb.  1867  in  Diez  an  der  Lahn),  der  ebenfalls  eine  vielseitige ­
  Tätigkeit  ausübt  und  auch  durch  bedeutsame  literarische
Leistungen  auf  erzieherischem,  schönwissenschaftlichem  wie
politischem  Gebiet  sich  einen  klangvollen  Namen  erworben  hat.  Der
Tod  Dr.  Müllers  veranlaßte  den  Eintritt  von  Dr.  Karl  Zach  er  1
(geb.  1887  in  Passau)  in  die  politische  Schriftleitung.  Anton
Stehle  (geb.  1870  in  Schussenried  i.  Wttbg.)  löste  am  1.  Juli  1910
den  Professor  Hermann  Kipper  (gest.  25.  Oktober  1910)  nach
38jähriger  Tätigkeit  als  Musik-  und  Theaterkritiker  der  KV  ab.
Als  theologischer  Berater  trat  Dr.  phil.  und  theol.  Philipp
Huppert,  bis  dahin  Konviktsrektor  in  Bensheim  a.  d.  Bergstr.,
1901  in  die  Schriftleitung  ein.  Seinem  segensreichen  Wirken  auch
auf  dem  literarischen  Gebiete  setzte  der  Tod  am  19.  April  1906
oin  Ziel.  Seit  Januar  1912  ist  in  gleicher  Weise  tätig  Dr.  theol.
Jos.  Froberger  (geb.  1871  in  Hirsingen,  Elsaß).  Er  wirkte
vormals  als  Provinzial  der  Weißen  Väter  in  Trier  und  brachte
reiche  theologische,  philologische  und  literarische  Kenntnisse
und  Erfahrungen  mit.  In  seiner  früheren  Tätigkeit  hatte  er  viele
Länder  und  Leute  kennen  gelernt.

Als  jüngstes  Mitglied  betätigte  sich  in  der  Schriftleitung  seit  15.  April  1914
Of’  Karl  Bachem,  der  zweite  Sohn  des  Verlegers  Franz  X.  Bachem.
Sei  Ausbruch  des  Krieges  trat  er  sofort  am  1.  August  1914  als  Leutnant
der  Res.  für  sein  Vaterland  ein,  dem  er  dann  am  8.  Oktober  1917  sein
junges,  vielversprechendes  Leben  zum  Opfer  brachte. 48
Auch  für  die  auswärtige  Vertretung  der  KV  war  schon  in
Jen  1880er  Jahren  gut  gesorgt.  In  Berlin  wahrte  Jakob
        <pb n="123" />
        H  e  c  k  1  e  r  —  unterstützt  durch  Dr.  W.  K  e  r  c  k  h  o  f  f  —  ein
gewandter  Tagesschriftsteller  mit  rascher  Auffassungsgabe  und
reifem  Urteil,  ihre  Interessen.  Am  1.  Oktober  1899  löste  ihn
Dr.  Theodor  Müller  ab.  Dieser,  der  am  1.  Juni  1908  nach
längerem  Leiden  starb,  machte  am  1.  Oktober  1906  dem  jetzigen
Leiter  der  Berliner  Redaktion  Dr.  HansEisele  (geb.  1875)  Platz.
Wie  seine  Vorgänger  war  er  eine  Zeitlang  in  der  Kölner  Schriftleitung ­
  tätig  gewesen,  wohin  er  von  Coblenz  aus  berufen  worden
war.  Ihm  standen  nach  einander  noch  die  Herren  Albert  Schmid,
Dr.  Eduard  Hemmerle,  Dr.  Heinz  Teipel,  Dr.  Ernst  Häfner
und  gegenwärtig  Alfons  Steiger  zur  Seite.
In  R  o  m  hatte  die  KV  schon  seit  Oktober  1878  in  der  Person
Heisterbergks  eine  Vertretung,  dessen  bis  Anfang  1889  erschienenen ­
  Beiträge  das  Zeichen  F  führten.  Ihm  zur  Seite  stand
seit  Juni  1880  der  Cavaliere  Leopold  Marzorati,  ein  früheres
Mitglied  der  päpstlichen  Garde,  der  neben  kirchlichen  auch  anregende ­
  unterhaltende  Beiträge  lieferte  und  bis  zu  seinem  Tode
am  31.  Dezember  1901  ein  fleißiger  Mitarbeiter  blieb.  Ihn  ersetzte
seit  1899  Comm.Ernst  Kappenbergaus  Düsseldorf.  Seit  Eintritt
Italiens  in  den  Weltkrieg  vertrat  er  die  Zeitung  von  Lugano  und
seit  April  1918  von  Basel  aus.
Die  französische  Hauptstadt  bot  Hermann  Kuhn  seit  1881
den  Stoff  zur  Berichterstattung.  1834  bei  Trier  geboren,  hatte  er
sich  in  der  langen  Zeit  seines  Aufenthaltes  in  Paris  eine
genaue  Kenntnis  der  Verhältnisse  angeeignet,  die  er  in  fesselnden
Plaudereien  und  politischen  Artikeln  bis  zu  seinem  Tode  am
16.  März  1905  verwendete.  Sein  1882  im  Bachemschen  Verlag
erschienenes  Buch  „Aus  dem  modernen  Babylon“,  das  mehrere
Auflagen  erlebte,  war  eine  Sammlung  dieser  Aufsätze.
Einen  politisch  hervorragenden  Vertreter  hatte  die  KV  in  der
belgischen  Hauptstadt  inLouisHackenbroich,  der  als  Chefredakteur ­
  des  Patriote  in  den  Ministerien  verkehrte  und  dessen
Beiträge  sehr  beachtet  wurden.  Erstarb  am  14.  Sept.  1915  in  Neuß.
Aus  Wien  kamen  der  Zeitung  meist  unterhaltende  Beiträge
zu  von  Friedrich  Bacciocco,  einem  Aachener,  im  gleichen
Jahre  wie  Kuhn  geboren.  Er  hatte  sich  in  der  Welt  umgesehen,
bevor  er  in  der  österreichischen  Hauptstadt  seßhaft  wurde.  1866
war  er  Kriegsberichterstatter  gewesen,  1867  hatte  er  in  Rom  die
letzte  Zeit  der  päpstlichen  Herrschaft  erlebt,  der  Krieg  1870  hatte
        <pb n="124" />
        103

ihn  in  Paris  überrascht,  wo  er  seine  Erlebnisse  während  der
Herrschaft  der  Kommune  in  einem  Buche  „Die  neuen  Schreckenstage ­
  in  Paris“  1872  schilderte.
Mit  der  Vertretung  der  KV  in  St.  Petersburg  war  bis
zum  Ausbruch  des  Krieges  ebenfalls  eine  vortrefflich  beratene
Persönlichkeit  betraut.  Aus  London  endlich  unterrichtete  Dr.
Adolf  Rosendorff  die  KV  in  umfassender  Weise  auf  politischem, ­
  wirtschaftlichem  und  unterhaltendem  Gebiete,  bis  der
Krieg  der  Verbindung  ein  Ende  machte.  Ebenso  wurde  die
K  V  aus  New-York,  den  nordischen  Ländern,  aus  Spanien,  der
Türkei  usw.  durch  gute  Berichterstatter  auf  dem  laufenden  gehalten.

Das  Jahrzehnt  vor  dem  Ausbruch  des  Krieges  war  für  das
Zentrum  eine  politisch  hocherregte  Zeit.  Man  hatte  gegen  die
Katholiken  den  Vorwurf  erhoben,  daß  sie  sich  von  dem  Allgemeinleben
  der  Nation  abschlössen  und  in  ihr  einen  „Fremdkörper“
bildeten.  Auch  früher  schon  hatte  man  das  Zentrum  als  eine
konfessionelle  Partei  aus  dem  parlamentarischen  Leben  als
Fremdkörper  ausscheiden  wollen,  eine  Anschauung,  die  Windthorst
  bereits  1872  Bismarck  gegenüber  als  falsch  bezeichnete.
Aber  in  der  Folgezeit  wurde  der  Versuch  wiederholt,  das  Zentrum
allein  zu  stellen.  Dieser  Sachlage  gegenüber  forderte  man  auf
katholischer  Seite,  wie  schon  berufene  Wortführer  und  besonders
nachdrücklich  Windthorst  verlangt  hatten,  daß  die  Katholiken
mehr  hinausträten  unter  die  Andersgläubigen,  die  Anhänger  anderer ­
  politischen,  sozialen,  wissenschaftlichen  Grundsätze,  Theorien ­
  und  Ideale,  und  ihnen  das  wahre  Bild  der  katholischen
Weltanschauung  zeigten.  Aus  dieser  Stimmung  heraus,  „im
Hinblick  auf  die  politische  Gescrotlage“,  schrieb  Julius  Bachem
in  den  Historisch-politischen  Blättern  am  1.  März  1906  seinen
aufsehenerregenden  Aufsatz  „Wir  müssen  aus  dem  Turm  heraus!“,
in  dem  er  die  Auffassung  bekämpfte,  daß  „die  Zentrumsfraktion
ein  ausschließlich  im  Interesse  des  Katholizismus  geschaffenes
Gebilde  sei“.
Dieser  Artikel  wurde  der  Ausgangspunkt  der  gegen  die  sog.
,,K  ö  1  n  e  r  R  i  c  h  t  u  n  g“  vergehenden  Bewegung,  die  das  Ziel  einer
»katholischen  Fraktion“  statt  des  rein  politischen  Zentrums  herbeizuführen ­
  bestrebt  war.  Einen  festen  Anhalt  erhielt  die  Bewegung ­
  in  der  von  Kaplan  Schopen-Oberhausen  veranlaßten
        <pb n="125" />
        sog.  Osterdienstagskonferenz  in  Köln  (13.  April  1909),  die
zwei  Grundsätze  aufstellte:  „1.  Das  Zentrum  ist  eine  politische
Partei,  die  sich  zur  Aufgabe  gestellt  hat,  die  Interessen  des  gesamten ­
  Volkes  auf  allen  Gebieten  des  öffentlichen  Lebens  in  Einklang ­
  mit  den  Grundsätzen  der  katholischen  Weltanschauung  zu
vertreten.  2.  Der  große  Einfluß,  den  der  Volksverein  für  das
katholische  Deutschland  auf  das  katholische  Leben  übt,  erfordert
einen  engeren  Anschluß  an  den  Episkopat.“
Die  Bewegung  gegen  die  „Kölner  Richtung“  oder  die  „Richtung
Bachem“,  die  diesen  Vorgängen  folgte,  und  die  unter  anderem
1910  auch  die  namenlose  Veröffentlichung  des  Kaplan  Schopen
„Köln,  eine  innere  Gefahr  für  den  Katholizismus“  zeitigte,  nahm
in  den  nächsten  Jahren  immer  schärfere  Formen  an,  bis  1914
der  Reichsausschuß  der  Zentrumspartei  durch  eine
Kundgebung  vom  8.  Februar  dem  Streite  ein  Ende  machte.  Zweiundvierzig ­
  Mitglieder  (von  44  anwesenden)  des  Ausschusses
(darunter  der  Vorsitzende  Dr.  Spahn,  Franz  Brandts,  Erzberger,
Gerstenberger,  Gröber,  Herold,  Hitze,  Fürst  Löwenstein,  Marx,
Müller-Fulda,  Dr.  Forsch,  Dr.  von  Savigny)  erklärten  darin  mit
Bezugnahme  auf  eine  ähnliche  Erklärung  des  Landesausschusses
der  preußischen  Zentrumspartei  vom  28.  November  1909  als
Grundsatz,  was  die  „Kölner  Richtung“  stets  vertreten  hatte:  „Das
Zusammenwirken  katholischer  und  nichtkatholischer  Männer
innerhalb  der  Zentrumspartei  dient  zur  Erhaltung  des  Friedens
unter  den  christlichen  Konfessionen  und  der  Förderung  gemeinsamer ­
  Interessen.  Das  Zentrum  ist  eine  grundsätzlich  politische, ­
  nicht  konfessionelle  Partei.  Unter  Ablehnung
jeder  weiteren  Definition  erklären  wir:  Das  Zentrum  soll  bleiben,
wie  es  war  und  ist.“  Endgiltig  setzte  erst  der  Ausbruch  des
Weltkrieges  diesem  Zwist  ein  Ziel,  hoffentlich  für  immer.  Eine
zusammenfassende  Darstellung  des  Verlaufs  dieser  ganzen  Bewegung ­
  gab  Dr.  K.  Hoeber  in  seinem  Buche:  Der  Streit  um
den  Zentrumscharakter  (Zeit-  und  Streitfragen  der  Gegenwart,
Köln,  Bachem,  1910,  Bd.  I).
Kurze  Einzelheiten  aus  der  Geschichte  der  KV.
Trotz  der  mehrseitigen'tErweiterung  der  KV  seit  den  1880er  Jahren
blieb  der  Bezugspreis  bis  zum  1.  Januar  1907  unverändert,  vierteljährlich ­
  M.  6.75.  Nachdem  im  letztgenannten  Zeitpunkt  die  Viertel ­
        <pb n="126" />
        ^  105

jahrsstärke  von  640  Seiten  im  Jahre  1886  auf  1150  Seiten  gestiegen  war,
wurde  der  Postbezugspreis  auf  7,  später  auf  M.  7.50  erhöht.  Die  Papierund
  Materialienteuerung  während  des  Krieges  machte  am  1.  Januar  1918
eine  fernere  Erhöhung  auf  M.  8.25  nötig.  In  der  Stadt  Köln  wurde  der
Bezugspreis  1903  bei  der  dreimaligen  täglichen  Zustellung  von  M.  5.50
auf  M.  5.80,  am  1.  Januar  1907  auf  M.  6.—  und  während  des  Krieges
auf  M.  7.25  erhöht.

Bei  dem  bei  jeder  Zeitung  vorhandenen  Bestreben,  möglichst  die
letzten  am  Schluß  des  Blattes  eintreffenden  Nachrichten  noch  zu  verwenden, ­
  spielt  die  Versendung  stets  eine  wichtige  Rolle.  In  den  1830er
Jahren  war  die  Versendung  bei  den  Kölnischen  Blättern  ein  Teil  der  Aufgabe ­
  des  Buchbindermsisters  Dick,  dann  nahm  sie  Peter  Geisbüsch
in  die  Hand,  der  mehrere  ältere  Hilfsarbeiter  dazu  hatte.  Die  Zeitungen
mußten,  wenn  sie  aus  der  Maschine  kamen,  noch  mit  der  Hand  gefalzt
werden,  um  dann  verpackt  zur  Post  in  der  Glockengasse  oder  nach  dem
Bahnhof  gebracht  zu  werden.  Später  wurde  die  „Expedition“  in  zwei
Abteilungen  gegliedert;  die  Zeitungsverpackung,  der  Mathias  No  Iden,
(eingetreten  am  28.  Februar  1859;  gestorben  20.  Juni  1914)  Vorstand,  und
die  Versandabteilung,  deren  Vorsteher  zuerst  Heinr.  Alleker  war.  Die
Arbeit  wurde  hier  immer  schwieriger,  je  mehr  sich  die  Postverbindungen
über  das  Reich  ausbreiteten.  Am  1.  September  1899  trat  an  die  Spitze
der  Versandabteilung  der  aus  der  praktischen  Postlaufbahn  hervorgegangene ­
  jetzige  Prokurist  Josef  Schäfer,  der  seine  Aufgabe  mit  zehn
Hilfskräften  bewältigt.
Heute  ist  die  Versendung  ein  verwickelter,  ausgedehnter  Betriebszweig ­
  geworden.  In  der  Bandschreiberei  werden  die  zur  postmäßigen ­
  Versendung  der  KV  und  ihrer  Nebenausgaben  nötigen  Streifbänder ­
  bearbeitet.  Besondere  Druckmaschinen  drucken  mittels  vorher
gestanzter  Blechschablonen  die  Postorte  oder  Adressen  auf  die  Bänder,
auf  die  mit  großen  blauen  Ziffern  die  Zahl  der  Bezieher  geschrieben
wird.  Es  gehören  eingehende  posttechnische  Kenntnisse  und  ein  sorgfältiges ­
  Studium  der  Eisenbahn-  und  Postkursbücher  dazu,  für  jeden
Postort  in  Deutschland  und  im  Auslande  den  schnellsten  Versendungsweg
der  nicht  immer  der  kürzeste  ist  —  ausfindig  zu  machen  und  in  das
verwickelte  System  der  Versendungsliste  einzufügen.
Die  letzte  Hand  an  die  Zeitungen  wird  in  dem  neben  dem  Rotationsmaschinensaal ­
  gelegenen  „Versendungssaal“  gelegt,  wo  an  langen  Tischen
die  „Expedienten“  mit  erstaunlicher  Raschheit  die  aufgeschriebene  Zahl
in  die  Streifbänder  einfalten  und  verkleben.  Sache  des  Vorstehers
dieser  Verpackungsabteilung  ist  es,  die  fertigen  Streifbänder  nach  den
Postkursen  zu  ordnen.  In  große  Säcke  verpackt,  bringen  Dreiräder  die
Lasten  zur  nahen  Hauptpost  oder  zum  ebenso  nahen  Hauptbahnhof«
        <pb n="127" />
        J

Eigentlich  ist  die  Verpackung  und  Versendung  Sache  der  Post;  da
diese  aber  dafür  einige  Stunden  Zeit  beansprucht,  so  übernimmt  jede
größere  Zeitung  diese  Arbeit  selbst  auf  eigene  Kosten.
Neben  der  Versorgung  der  Post  geht  die  Abfertigung  der  Trägerinnen
für  die  St  ad  tauf  läge.  In  den  Nachmittagsstunden  muß  auch  noch  für
das  Austragen  des  L  A  in  Köln,  seinen  Vororten  und  in  den  zahlreichen
Ortschaften  der  umliegenden  Landkreise  gesorgt  werden.  Ueberflüssig
zu  sagen,  daß  in  diesem  hastenden  Getriebe  sich  alles  peinlichst  genau
nach  Minuten,  ja  Sekunden  abspielen  muß,  um  nicht  die  Züge  zu  verpassen ­
  und  damit  den  fernen  Leser  um  seine  gewohnte  Zeitunglesung
zu  bringen,  was  dieser  vielleicht  mit  einem  höchst  ungnädigen  Schreiben
rügen  würde.

Die  erste  Wochenausgabe  der  Köln.  Volksztg.  erschien  mit  dem  vierten
Vierteljahr  1881  und  führte  den  Titel  „Colonia.  Sonntagsausgabe  der
Kölnischen  Volkszeitung“.  Im  Umfange  von  zwei  Bogen  nebst  der  Unterhaltungsbeilage ­
  „Sterne  und  Blumen“  kostete  die  Ausgabe  vierteljährlich
1  M.  Sie  brachte  eine  politische  Wochenrundschau,Jeine  „kölnische  Wochenchronik“, ­
  einen  laufenden  Roman  und  viele  unterhaltende  und  belehrende
Artikel.

Der  Gedanke,  eine  „Wochenausgabie  fürs  Ausland“  zu  veranstalten, ­
  die  für  die  Ausländsdeutschen  ein  Organ  zur  engeren  Verbindung ­
  mit  |der  Heimat  bilden  sollte,  war  in  den  letzten  Lebensjahren
Jos.  Bachems  erwogen  worden.  Nach  einer  Amerika-Reise  seines  ältesten
Sohnes  kurz  vor  seinem  Tode  wurde  der  Plan  am  H.  September  1893
Wirklichkeit.  Die  Ausgabe  erfreute  sich  lebhafter  Anerkennung  und  hatte
sich  trefflich  entwickelt,  als  ihr  der  Weltkrieg  den  Hauptlebensnerv
unterband.  Gleichwohl  hielt  sie  (auch  während  des  Krieges  durch  und
beschränkte  sich  auf  das  verbündete  und  neutrale  Ausland.  Mit  dem
Jahre  1909  war  das  Format  verkleinert  worden  (3  Spalten)  und  statt  den
früheren  acht  großen  wurden  16  kleine  Seiten  geliefert,  d.  h.  der  Lesestoff ­
  wurde  um  ein  Neuntel  vermehrt.  Sie  führt  jetzt  den  Titel  Wochen-Ausgabe
  für  Ausland  und  Uebersee.
Zum  goldenen  Bischofsjubiläum  des  Papstes  Leo  XIII.  erschien  am
19.  Februar  1893  eine  besondere  „Festgabe  der  Kölnischen  Volkszeitung“
in  Form  eines  mit  Bildern  geschmückten  Lebensbildes  des  Hl.  Vaters.  Zum
silbernen  Papstjubiläum  veranstaltete  das  Zentralkomitee  für  die  Katholikenversammlungen ­
  zum  1.  Mai  1903  einen  Jubiläums-Pilgerzug,  woran
die  Köln.  Volksztg.  zwölf  katholischen  Männern,  die  sich  im  öffentlichen
Leben  verdient  gemacht  hatten,  aber  nicht  in  der  Lage  gewesen  wären
        <pb n="128" />
        ■*&amp;amp;£&amp;amp;&amp;amp;&amp;amp;  107

aus  eigenen  Mitteln  sich  an  der  zwanzigtägigen  Fahrt  zu  beteiligen,
die  Teilnahme  durch  Uebernahme  der  Kosten  ermöglichte.  Von  den
Verbänden  der  katholischen  Arbeitervereine  Westdeutschlands,  Süddeutschlands, ­
  Nord-  und  Ostdeutschlands,  dem  Verband  der  katholischen
Gesellenvereine,  des  Windthorstbundes  und  des  Volksvereins  für  das
katholische  Deutschland  wurden  je  zwei  Mitglieder  in  Vorschlag  gebracht,
die  dann  auch  die  Reise  mitmachten.  (Die  Namen  in  Nr.  372  der  KV
vom  3.  Mai  1903.)

Das  Bild  des  Kopfes  der  K  V  änderte  sich  am  20.  April  1897  insofern,
als  an  diesem  Tage  das  KV-Signet  mit  dem  zuerst  bei  der  Festnummer

zum  Silberjubiläum  der  Zeitung  am  1.  April  1885  angewandten  Wahlspruch ­
  „Fortiter  in  re,  suaviter  in  modo“  und  dem  Spruchband  „Mein
Feld  ist  die  Welt“  erschien.
•X
Zur  besseren  Unterscheidung  von  anderen  Tagesblättern  wurde  im
Kopfe  der  Zeitung  links  seit  10.  März  1916  das  KV-Zeichen  eingefügt:
CUD
Seitdem  hat|  sich  noch  mehr  als  früher  die  kurze  Benennung  der
Kölnischen  Volkszeitung  als  KV  eingebürgert.
Eine  noch  mehr  in  die  Augen  fallende  äußere  Wandlung  vollzog  sich
mit  dem  23.  August  1917,  seit  welchem  Tage  die  KV  als  die  erste
deutsche  politische  Tageszeitung  in  der  W  e  111  e  11  e  r,  d.  h.  in  lateinischer
Druckschrift  (Antiqua)  erscheint,  nachdem  der  Handelsteil  schon  seit  dem
8-  September  1892  in  dieser  Beziehung  vorangegangen  war.  Die  historisch
gewordene  Titelzeile  blieb  unverändert  in  der  alten  Frakturschrift. 49
        <pb n="129" />
        J

Am  31.  Oktober  1898  hatte  der  Verlag  der  KV  einen  Preis  von  500  M.  ausgesetzt ­
  für  ein  Zentrumslied,  das  sein  sollte  „ein  Nachklang  der  Kämpfe
und  Siege,  die  hinter  uns  liegen,  und  zugleich  ein  Gelöbnis,  die  Einigkeit
und  ideale  Gesinnung  zu  bewahren,  welche  das  Geheimnis  unserer  Kraft
bilden“.  Unter  den  tausend  eingelaufenen  Liedern  erhielten  Gymnasialoberlehrer ­
  Dr.  Th.  M.  Kummer  in  Schalke  i.  W.  und  Volksschullehrer
Fr.  Brücker  in  Krefeld  Preise  von  300  und  200  M.

Am  26.  Juli  1899  erschien  zum  erstenmal  der  Abteilungskopf  „Aus
der  Frauenwelt“.  Infolge  der  durch  die  Kriegswirtschaftsstelle  für
das  deutsche  Zeitungsgewerbe  in  Berlin  getroffenen  starken  Papierbeschränkung ­
  im  Verlaufe  des  Weltkrieges  hat  diese  Abteilung  der
Zeitung  wie  manche  andere  sehr  eingeschränkt  werden  müssen.
Als  erste  unter  den  deutschen  Tagesblättern  hat  die  KV  seit  dem
1.  Oktober  1906  eine  besondere  Bibliothek-Ausgabe  aut  holzfreiem,
also  haltbarem  Papier  hergestellt,  die  ausschließlich  an  Bibliotheken  zur
dauernden  Aufbewahrung  der  Zeitung  als  Geschichtsquelle  für  die
kommenden  Zeiten  geliefert  wird.
Am  50.  Geburtstag  der  KV  gestaltete  der  Verlag  die  Nr.  261  vom
1.  April  1910  zu  einer  69  Seiten  umfassenden  „Jubiläums-Festnummer“,
in  der  Fragen  der  Politik,  der  Wissenschaft,  Kunst  und  Technik,  der
religiösen  und  sozialen  Tätigkeit,  der  Geschichte,  Standes-  und  Berufsfragen, ­
  Wirtschaftliches  und  Unterhaltendes,  in  erster  Linie  von  den  bewährten ­
  Mitarbeitern  der  KV  behandelt  wurden.  Die  Nummer  hat  dadurch ­
  einen  über  das  Tagesinteresse  weit  hinausreichenden  bleibenden
Wert  erlangt.  Sie  enthielt  Beiträge  von:  Dr.  P.  J.  M.  Aalberse  in  Leiden
(Holland),  Oberbürgermeister  Dr.  Antoni  in  Fulda,  Justizrat  Dr.  Julius
Bachem  in  Köln,  JustizratSDr.  Karl  Bachem  in  Köln,  Hauptschriftleiter
Gg.  Baumberger  in  Zürich,  Bürgermeister  Gust.  Biesenbach  in  Rheinbreitbach, ­
  P.  Mich.  Bihl  0.  F.  M.  in  Quaracchi  bei  Florenz,  Franziska  Bram
in  Coblenz,  Hedw.  Dransfeld  in  Werl,  Dr.  Otto  Dresemann  in  Köln,,
P.  Franz  Ehrle  S.  J.  in  Rom,  Univ.-Prof.  Dr.  Jos.  Felten  in  Bonn,
Christ.  Fülles  in  Köln,  Joh.  Giesberts,  M.  d.  R.,  in  M.Gladbach,  Elisabeth
Gnauck-Kühne  in  Blankenburg,  Schriftsteller  Georges  Goyau  in  Paris,
Landgerichtsdirektor  A.  Gröber,  M.  d.  R.,  in  Heilbronn,  Dr.  P.  Hartmann
von  An  der  Lan-Hochbrunn  0.  F.  M.  in  München,  Kgl.  Baurat  F.  C.  Heimann
in  Köln,  Bischof  A.  Henninghaus,  Ap.  Vikar  von  Süd-Schantung,  M.  Herbert
in  Regensburg,  Dombaumeister  B.  Hertel  in  Köln,  Geh.  Rat  Univ.-Prof.
Dr.  Gg.  Frhr.  von  Hertling  in  München,  Geh,  Hofrat  Ernst  von  Hesse-Wartegg
  in  Luzern,  Geh.  Sanitätsrat  Prof.  Dr.  Hopmann  in  Köln,  Prälat
        <pb n="130" />
        Dr.  Franz  Hülskamp  in  Münster  i.  W.,  Justizrat  Herrn.  Kausen  in  Köln,
Paul  Keller  in  Breslau,  Oberlandesgerichtsrat  Dr.  J.  B.  v.  Kiene  in  Stuttgart, ­
  Ernst  H.  Kley  in  Köln,  Dipl.-Ing.  Dr.  Alexander  Lang  in  Charlottenburg, ­
  Rektor  P.  Lettenbauer  in  Edea  (Kamerun),  Klemens  Frhr.
von  Loe  auf  Burg  Bergerhausen,  Alois  Fürst  zu  Löwenstein,  M.  d.  R.,  in
Kleinheubach,  Bürgermeister  Dr.  Karl  Lueger  in  Wien,  Prinz  Max,  Herzog
zu  Sachsen,  Prof.  Dr.  J.  Meyers  in  Luxemburg,  Rieh.  Müller,  M.  d.  R.,  in
Fulda,  Oberst  a.  D.  Ohnesorg  in  Tempelhof,  Landschaftsrat  Carl  Götz
von  Olenhusen,  M.  d.  R.,  in  Olenhusen,  Hofrat  Ludw.  v.  Pastor  in  Rom,
Prof.  Dr.  J.  Plaßmann  in  Münster  i.  W.,  Privatdozent  Dr.  Walter  Rothes
in  Posen,  P.  A.  de  Santi  S.  J.  in  Rom,  Alfred  Fürst  zu  Salm-Reifferscheidt
  in  Dyck  (Rhld.),  Generalsekretär  Dr.  Th.  Scharmitzel  in  Köln,
Hofrat  Prälat  Prof.  Dr.  Franz  M.  Schindler  in  Wien,  P.  W.  Schmidt
S.  V.  D.  in  St.  Gabriel-Mödling  bei  Wien,  Domkapitular  Prof.  Dr.  Alex.
Schnütgen  in  Köln,  Anton  Schott  in  Bergham  (Böhmen),  Generalpräses
Prälat  Dr.  F.  Schweitzer  in  Köln,  Univ.-Prof.  Dr.  Martin  Spahn  in  Straßburg ­
  i.  Eis.,  Hofstiftskanonikus  S.  Staudhamer  in  München,  Generalsekretär
A.  Stegerwald  in  Köln,  Hermann  Graf  Stolberg-Westheim  in  Westheim  i.  W.,
Jassy  Torrund  (Josefa  Mose)  in  Breslau,  Max  Anton  Traub  in  Köln,
Dr.  E.  Vercesi  in  Mailand,  P.  Erich  Wasmann  S.  J.  in  Luxemburg,  Prälat
Dr.  Werthmann  in  Freiburg  i.  B.  Der  aus  diesem  Anlaß  erschienenen
Festschrift  von  Dr.  H.  Cardauns  ist  schon  gedacht  worden.
Vier  Jahre  später,  im  Mai  19H,  gab  die  KV  aus  Anlaß  der  Eingemeindung ­
  von  Mülheim  a.  Rhein,  wodurch  Köln  mit  19680  ha  die
»größte“  Stadt  des  Deutschen  Reiches  wurde,  eine  zweite  Festnummer  in
Form  einer  „Industrie-  und  Handelsnummer“  im  Umfang  von  7  Bogen  mit
anregenden  Abhandlungen  angesehener  Fachleute  volkswirtschaftlichen,
erdkundlichen,  gewerblichen  und  handelspolitischen  Inhalts  heraus.  Sie
enthielt  Beiträge  von  Oberbürgermeister  A.  Clostermann,  Hafendirektor
Frz.  Lanters,  Studiendirektor  Prof.  Dr.  Eckert,  Prof.  Dr.  Ernst  Wall,  Beigeordneter ­
  Reg.-  u.  Baurat  W.  Klutmann,  Prof.  Dr.K.  Wiedenfeld,  Direktor
Hugo  Klutz  (Neuwied),  Geheimrat  Fr.  Romberg,  Geh.  Baurat  F.  C.  Heimann,
Oberingenieur  W.  Oellerich,  Beigeordneter  Dr.  C.  Löhe,  Generaldirektor
Frz.  Ott,  Dr.  Herrn.  Cardauns.
•äk
Auch  die  Anforderungen,  die  die  Entwicklung  der  Zeitungen
an  ihre  Geschäftsstellen  in  Gefolge  hat,  wuchsen  von  Jahr
zu  Jahr.  In  den  1880er  Jahren  stand  an  ihrer  Spitze  Edmund
ßöhm,  unter  dessen  Leitung  auch  noch  die  räumliche  Vergrößerung ­
  zu  Ende  1890  fiel.  Bis  dahin  mußten  sich  Verlag,
Geschäftsstelle  und  Buchhandlung  (Handverkauf  des  eigenen
        <pb n="131" />
        Verlags)  in  einen  großen  Raum  zu  ebener  Erde  teilen.  Erst  durch
den  Aufbau  eines  dritten  Stockwerks  auf  das  Eckhaus  Marzellen-Bahnhofstraße
  konnte  der  nötige  Raum  zu  einer  Ausbreitung  der
Geschäftsstelle  gewonnen  werden.  Damals  entstand  auch  der
erste  F  r  e  i  s  a  a  1  mit  freier  Lese-  und  Schreibgelegenheit.  Nachdem
E.  Böhm  1894  ausgetreten  war,  nahm  seine  Stelle  am  1.  Juni
1895  Carl  Okle  ein,  der,  inzwischen  Prokurist  geworden,  den
Posten  bis  zu  seinem  Tode  am  3.  November  1910  innehatte.
Die  verschiedenen  Aufgaben,  die  die  Geschäftsstelle  j  einer
großen  Zeitung  zu  erfüllen  hat,  führten  1900  zu  einer  Teilung
derselben  in  mehrere  Abteilungen.  Die  erste  besorgt  die  Anzeigenverwaltung ­
  und  die  Verteilung  der  Stadtauflage  der  KV,  die
zweite  die  Werbearbeit;  an  der  Spitze  beider  stehtjseit  dem  Tode
Okles  der  Prokurist  Bonifaz  Gutberiet  (eingetreten  1.  April  1897).
Als  eine  besondere  Frucht  der|Werbetätigkeit  erschien  vor  dem  Kriege
jährlich  ein  Gasthofanze  ige|r,  der  1911  nachwies,  daß  die  KV  in  über
4600  Gasthöfen,  Restaurants  usw.  auflag,  eine  Zahl,  die  im  nächsten  Jahre
auf  4800  und  1914  auf  5140  gestiegen  war.
Die  dritte  Abteilung,  die  Post-Zeitungsversendung,  ist  schon
Seite  105  erwähnt  worden,  und  als  vierte  hat  sich  während  des
Krieges  die  Einrichtung  einer  Feldpostabteilung  nötig
gemacht,  welcher  Franz  Josef  Birgel  vorsteht.  Endlich  besorgt
eine  besondere  Abteilung  unter  Theodor  Bonn  (eingetreten  15.  Mai
1876)  die  Versendung  des  Kölner  Local-Anzeigers.
Die  gesamten  Buchhaltungsarbeitender  verschiedenen  Geschäftszweige, ­
  Verlag,  Zeitung  und  Druckerei  laufen  in  der  Hauptbuchhalterei ­
  zusammen,  die  dem  Prokuristen  Aug.  Steinkrüger
(eingetreten  15.  Dez.  1900)  untersteht  und  in  der  mit  fünf  Hilfskräften ­
  die  endgültigen  Geschäfts-Abschlüsse  festgestellt  werden.
Die  Oberleitung  dieser  verschiedenen  Geschäftsstellen  liegt
in  den  Händen  von  Robert  Bachem,  dem  jüngsten  Sohne  Josef
Bachems,  der  gleichzeitig  stellvertretender  Vorsitzender  des
Vereins  Deutscher  Zeitungsverleger,  Vorsitzender  des  Vereins
Rheinischer  Zeitungsverleger  und  seit  1905  Mitglied  der  Kölner
Handelskammer  ist.  —
Früh  hatte  sich  von  der  Geschäftsstelle  eine  besondere  Zeitungsverlagsabteilung ­
  abgezweigt,  die  gewissermaßen  die  Vorarbeiten
für  die  Schriftleitung  übernahm.  Besonders  als  in  den  1880er  Jahren
der  Fernsprecher  mehr  und  mehr  in  den  Dienst  der  Zeitungen
trat,  liefen  in  diesem  Raum  neben  den  drahtlichen  auch  die
        <pb n="132" />
        111

telephonischen  Nachrichten  zusammen.  Bei  Uebersiedelung  in  den
Neubau  erhielt  dieses  Zeitungskontor  einen  besondern  großen
Raum,  in  dem  fünf  Fernsprechzellen  die  Verbindung  der  Zeitung
mit  der  Welt  hersteilen,  eine  Rohrpost  fürs  Haus  mündet  und
eine  solche  mit  dem  Telegraphenamt  die  schnellste  Uebermittlung
der  einlaufenden  Drahtnachrichten  besorgt.  Hier  wird  die  gesamte ­
  einlaufende  Post  für  alle  Abteilungen  gesondert,  geöffnet
und  verteilt.  An  der  Spitze  dieser  wichtigen  Abteilung  steht  der
Prokurist  Herrn.  Sombetzki  (eingetreten  1881).  Die  Beamten
und  (seit  dem  Kriege  auch)  Beamtinnen  müssen  besonders  gewandt ­
  in  kurzschriftlichen  Aufnahmen  sein.  Die  Stelle  endlich,
der  der  Briefwechsel  der  Schriftleitung  und  die  Honorierungsangelegenheiten ­
  obliegt,  wurde  von  1876  bis  1.  April  1884  von  Johannes
Schmidt,  dem  jetzigen  Prokuristen  der  Bonifatiusdruckerei  in
Paderborn,  ausgefüllt.  Sein  Nachfolger  war  Oskar  Hofmann,  der
am  1.  April  1886  durch  den  Verfasser  dieser  Schrift  ersetzt  wurde.
Seit  anderthalb  Jahrzehnten  ist  das  Sekretariat  erweitert  worden.

•iv

In  die  erfreuliche)  Entwicklung  der  Zeitung  griff  der  am
1-  August  1914  ausgebrochene  Weltkrieg  mit  seiner  rauhen
Hand  verheerend  ein.  Zu  Anfang  schienen  Handel  und  Wandel
für  die  Dauer  der  Kriegszeit  völlig  lahmgelegt,  alle  Anzeigenaufträge ­
  wurden  zurückgezogen  und  damit  den  Zeitungen  die  Lebensader ­
  gefährdet;  denn  die  Beziehergelder  decken  bekanntlich  nur
einen  geringen  Prozentsatz  der  Herstellungskosten  einer  Zeitung.
Erst  allmählich  kehrte  das  Vertrauen  in  die  Zukunft  zurück,  hauptsächlich ­
  angesichts  des  unvergleichlichen  Siegeszuges  unserer
Westheere,  und  langsam  stellte  sich  das  geschäftliche  Leben
wieder  ein.  Aber  dann  machte  eine  steigende  Papierteuerung
und  schließlich  eine  immer  stärker  sich  bemerkbar  machende
Rapierknappheit,  die  1916  zur  gesetzlich  festgesetzten  Verteilung
führte,  den  Zeitungen  das  Leben  schwer.
Währenddes  Krieges  verfolgte  die  KV  eine  entschieden  vaterländische
  Politik,  die  sich  besonders  nach  der  Freigabe  der
Erörterung  der  deutschen  Kriegsziele  deutlich  kundtat,  und  ihr,
selbst  in  den  Reihen  der  eigenen  Parteigenossen,  manche  Widersacher ­
  erstehen  ließ.  Sie  wollte  „keine  Eroberungs-  und  Annexionspolitik, ­
  aber  Friedenssicherung  und  gerechte  Entschädigungen“
        <pb n="133" />
        (21.  5.  1917).  Sie  erstrebte  einen  für  unser  Vaterland  gedeihlichen ­
  Frieden,  der  alle  die  gebrachten  unsäglichen  Opfer
wert  sein  muß  —  einen  „Frieden  der  Verständigung  und  des
Ausgleichs,  der  Deutschlands  politische  Sicherung  und  wirtschaftliche ­
  Weiterentwickelung  gewährleistet“  (24.7.1917),  einen
Frieden,  dem  nur  noch  Englands  Vernichtungswille  entgegensteht.
Möge  bald  die  Stunde  schlagen,  die  uns  dieses  Ziel  bringen,  unsere
heißen  Wünsche  verwirklichen  wird.
Mit  dem  Eintritt  in  den  Krieg  wurden  die  Zeitungen  mit  der  hemmenden ­
  Militär-JZensur  belegt,  die  freilich  im  Staatsinteresse  getragen
werden  mußte.  Es  ist  klar,  daß  hierbei  die  Behauptung  des  englischen ­
  Geschichtsforschers  Macaulay,  wonach  die  einzig  wahre  Geschichte ­
  aus  den  Zeitungen  zu  entnehmen  sei,  einigermaßen  eingeschränkt ­
  wird.  Trotzdem  bieten  auch  über  diesen  Krieg  die  Zeitungen
eine  überaus  wertvolle  ursprüngliche  Geschichtsquelle,  was  der  Generaldirektor ­
  der  Königlichen  Bibliothek  in  Berlin,  Prof.  Dr.  v.  Harnack,  in
einem  Schreiben  vom  10.  Mai  1917  an  die  Kölnische  Volkszeitung  bei
Gelegenheit  der  Papierzuweisung  für  die  Bibliotheksausgabe  besonders
hervorhob.  „Die  Königliche  Bibliothek,“  heißt  es  darin,  „kann  bestätigen,
daß  es  für  die  historische  Wissenschaft  ein  Verlust  sein  würde,  wenn
durch  Nichtanfertigung  des  geringen  Postens  holzfreien  Papiers  die
Bibliotheksausgabe  der  Kölnischen  Volkszeitung  während  des  Krieges  nicht
ununterbrochen  erscheinen  könnte.  Es  ist  vielmehr  ein  dringendes  Bedürfnis, ­
  auch  vom  staatlichen  Standpunkte  aus,  daß  dieses  holzfreie  Papier
geliefert  wird.“
Als  erstes  deutsches  Blatt  veranstaltete  die  KV  eine  tägliche
„Kriegsausgabe“  (seit  28.  November  1917  Auswahl-Ausgabe
genannt),  die  in  einem  Blatt  den  Hauptinhalt  der  drei  Tagesausgaben ­
  zusammenfaßte.  Die  erste  Nummer  erschien  bereits  am
28.  November  1914.  Das  Unternehmen  wollte  „den  Hunger  nach
Nachrichten,  der  sich  allenthalben  in  der  Front  und  in  den
besetzten  Gebieten  bei  Offizieren  und  Mannschaften  bemerkbar
macht“,  stillen  helfen.  Günstige  Erscheinungs-  und  Beförderungsverhältnisse ­
  machten  die  Kriegsausgabe  zur  Erfüllung  dieser
Aufgabe  hervorragend  geeignet  und  bald  war  sie  im  Feld  und  in
der  Etappe  so  beliebt,  daß  ihre  Auflage  im  Jahre  1916  auf  100000
und  1917  noch  darüber  stieg.  Einer  weitern  Steigerung  der  Auflage,
wie  sie  der  Nachfrage  entsprochen  hätte,  stellten  sich  technische
Schwierigkeiten  und  Papiermangel  entgegen,  die  unter  den  Verhältnissen ­
  der  Kriegszeit  nicht  bewältigt  werden  konnten.  Der
Bezugspreis  war  anfangs  bei  Feldpostversand  M  1.30  monatlich,
        <pb n="134" />
        113

M  3,60  vierteljährlich,  vom  3.  Mai  1915  ab  wurden  die  Sätze
auf  M  1.50  und  M  4.50,  am  2.  Januar  1916  auf  M  1.75  und  M  5.25
erhöht.  Der  Preis  für  die  einzelne  Nummer  von  15  Cts.  oder  12  Pfg.
wurde  am  3.  Mai  1915  auf  10  Pfg.  ermäßigt.  Auch  durch  die
Post  kann  die  Auswahl-Ausgabe  zum  .Vierteljahrspreise  von
M  6.75  bezogen  werden.
Die  Schriftleitung  dieser  Ausgabe  besorgten  von  Anfang  an
bis  zum  10.  März  1915  Karl  Henkel,  der  dann  zur  militärischen
Dienstleistung  eingezogen  wurde,  vom  11.  März  1915  Dr.  E.
H  e  m  m  e  r  1  e,  vom  29.  April  bis  27.  Mai  1915  wieder  Karl  Henkel
und  seit  dem  28.  Mai  1915  Jos.  Geisen  (geh.  1873  in  Schillingen
bei  Hermeskeil  im  Hochwald).
Infolge  der  Einführung  des  Rotationsraaschinenbetriebs  im  September ­
  1887  konnte  auch  ein  Jahrzehnte  alter  Plan  von  Jos.  Bachem,
die  Gründung  eines  Lokalblattes,  verwirklicht  werden.  Der  am
8.  Oktober  1887  mit  einer  Probenummer  und  seit  dem  14.  täglich
Q ls  Anzeigenblatt  vormittags,  vom  1.  Januar  1905  ab  als  Abendblatt ­
  erscheinende  „KölnerLocal-Anzeiger“  sollte  einerseits
die  Zentrumspolitik  in  Köln  in  den  breitesten  Kreisen  kräftig
vertreten,  andererseits  die  KV  von  den  nur  örtliche  Bedeutung
beanspruchenden  Berichten  entlasten.  Unter  der  sehr  geschickten
Leitung  von  Peter  Brendgen,  eines  Kölners,  der  bis  zu  seinem
Tode  (21.  März  1904)  der  einzige  Schriftleiter  des  Blattes  war,
erfüllte  es  seine  Aufgaben  in  trefflichster  Weise,  und  wenn  die
Kölner  Zentrumsstadtverordneten  seit  dem  Jahre  1903  gegenüber
den  Liberalen  die  Mehrheit  errangen,  so  war  das  nicht  zum
wenigsten  ein  Verdienst  des  Blattes.
Als  Schriftleiter  folgten  Josef  Bestler,  der  vom  15.  März  1904
bis  1.  Oktober  1913  das  Blatt  leitete,  und  Max  Horndasch
(geb.  1883  in  Würzburg),  der  schon  seit  dem  1.  März  1906  an  der  KV
und  dem  LA  tätig  war.  Seit  dessen  militärischer  Einberufung  zu
Beginn  des  Krieges  zeichnete  Heinrich  Müller  (geb.  1886  in
Kalk),  der  am  1.  Juli  1912  eingetreten  war,  als  verantwortlich.
Seit  1.  Oktober  1913  war  noch  ein  Kölner,  Dr.  Waninger
(geb.  1889),  in  der  Schriftleitung  des  LA  tätig,  der  gleichfalls
einberufen  wurde  und  am  24.  Oktober  1915  bei  Illuxt  vor  Dünaburg ­
  sein  junges  Leben  dem  Vaterlande  opferte.  Von  der  KV-Schriftleitung
  half  Anton  Wolf  beim  LA  und  Paul  S  a  u  p  e  (geb.
1873  in  Döbeln  in  Sachsen)  wurde  mit  hinzu  berufen.
100  Jahre  J.  P.  Bachem.

8
        <pb n="135" />
        114  5

Der  Local-Anzeiger  wurde  anfangs  unentgeltlich  in  die  Erdgeschosse  von
11811  Häusern  verteilt.  Für  Bewohner  der  Stockwerke  und  Hinterhäuser
stellte  sich  der  Bezugspreis  auf  monatlich  40  Pfg.,  vom  II.  Vierteljahr
1888  ab  mit  Sonntagsbeilage  auf  50  Pfg.
Vom  Jahre  1905  erschien  der  Local-Anzeiger  als  Abendblatt;  am  30.  November ­
  1907  wurde  die  unentgeltliche  Verteilung  eingestellt  und  von  den
Beziehern  wöchentlich  10  Pfg.  erhoben,  welcher  Preis  allerdings  infolge
der  Kriegsverhältnisse  später  auf  monatlich  80  Pfg.  erhöht  werden  mußte.
Aus  Anlaß  seines  25  jährigen  Bestehens  gab  der  Kölner  Local-Anzeiger
am  12.  Oktober  1912  eine  80  Seiten  starke  „Festnummer“  heraus,  in
der  vorwiegend  kölnische  Stoffe  behandelt  wurden,  z.  B.  die  Häusernamen,
die  Fleischversorgung,  Verkehrsaufgaben,  Rechtspflege  in  Köln,  Marienhospital, ­
  Erfolge  des  Kölner  Handwerks,  Anna  Maria  Schürmann,  das
kölnische  Weltwunder,  Entwicklung  des  gewerblichen  Schulwesens  in
Köln,  Konstantinische  Erinnerungen  usw.  Dieser  Festnummer  folgte  am
30.  Mai  1914  eine  „Köln-Nummer“  mit  einem  Ueberblick  über  die
Geschichte  Kölns,  ferner  Beiträge  über  den  Dom,  die  Museen,  Denkmäler,
Rathaus,  Gürzenich,  Rheinbrüeken  usw.

11.  Josef  Bachems  Tod.  Der  Buchverlag  von  1893  bis  1918.
Der  Mann,  der  den  größeren  Teil  dieser  Verlags-Geschichte
in  seiner  Person  selbst  vergegenwärtigte,  Josef  Bachem,  den
man  als  den  zweiten  Begründer  des  gesamten  Verlags  bezeichnen
kann,  wurde  am  21.  August  1893  aus  seinem  langen,  arbeitsaber
  auch  erfolgreichen  Leben  nach  kurzem  Krankenlager  abberufen, ­
  seine  Gemahlin  und  fünf  Kinder  zurücklassend.  Seine
Bedeutung  besonders  für  die  katholische  Literatur  und  für  die
politische  Zentrumspresse  ist  heute  allgemein  anerkannt  und  in
der  umfassenden  Biographie  aus  der  Feder  seines  Sohnes,  des
Justizrats  Dr.  Karl  Bachem,  gebührend  gewürdigt  worden.
Auch  aus  diesen  Blättern  geht  sie  deutlich  hervor.
Wie  er  von  seinem  Vater  Lambert  Bachem  schon  bei  dessen
Lebzeiten  die  Leitung  der  Geschäfte  in  die  Hand  genommen  hatte,
so  war  auch  in  den  letzten  zehn  Jahren  seines  Lebens  die
Führung  aller  Angelegenheiten  des  Verlags  nach  und  nach  in  die
Hände  seiner  Söhne  übergegangen  und  zuletzt  hatte  er  nur  mehr
die  Vorprüfung  der  Angebote  für  den  erzählenden  Teil  der
Zeitung  und  den  Buchverlag  beibehalten.  Der  älteste  der  Söhne,
        <pb n="136" />
        £5  115

Franz  Xaver  (geb.  1857),  war  in  Leipzig  bei  dem  langjährigen
Kommissionär  des  Buchverlags,  F.  A.  Brockhaus,  als  Buchdrucker ­
  und  Buchhändler  ausgebildet  worden,  um  dann  als  die
Seele  des  Zeitungs-  und  Buchverlages  in  den  heimischen  Betrieb
hineinzuwachsen,  während  der  dritte,  Fridolin  (geb.  1860),  als
praktischer  Buchdrucker  sich  in  Köln,  Leipzig  und  Berlin  betätigt
hatte,  um  sich  der  Druckerei  zu  widmen.  Der  vierte,  Robert
(geb.  1863),  erhielt  seine  kaufmännische  Ausbildung  in  Köln,  Antwerpen ­
  und  London,  von  wo  er  im  Jahre  1887  heimkehrte  und
den  kaufmännischen  Teil  des  Gesamtbetriebs  übernahm.  Der
zweite  Sohn,  Karl  (geb.  1858),  hatte  die  juristische  Laufbahn  eingeschlagen ­
  und  war  schon  frühzeitig  zur  politischen  Betätigung
übergegangen.  Seit  1887  Rechtsanwalt  beim  Oberlandesgericht
in  Köln,  vertrat  er  von  1889  bis  1902  den  Stadt-  und  Landkreis
Krefeld  im  Reichstag,  von  1889  bis  1904  die  Stadt  Krefeld  im
preußischen  Abgeordnetenhause.  Am  1.  Oktober  1915  trat  er
nach  seiner  Uebersiedelung  von  Berlin  nach  Köln,  wie  bereits
erwähnt,  in  die  Schriftleitung  der  KV  ein.  Die  einzige  Tochter
Josef  Bachems,  Helene,  verheiratete  sich  im  Jahre  1898  mit  dem
Gymnasialoberlehrer  Professor  Theodor  Meyer  in  Köln.
So  war  denn  beim  Tode  Josef  Bachems  alles  Geschäftliche
aufs  beste  geordnet,  und  die  Arbeitsteilung  erwies  sich  als
praktisch  und  glücklich.  Der  Verlag  lief  nicht  allein  in  bewährten ­
  alten  Bahnen  weiter,  sondern  war  auch  zeitgemäßen
Neuerungen  nicht  abhold,  nahm  neue  Ideen  auf  und  suchte  besonders ­
  auf  seinem  ureigenen  Gebiete,  dem  der  unterhaltenden
Literatur,  den  von  gewissen  Kritikern  überscharf  betonten  Vorwurf ­
  der  Rückständigkeit  der  Katholiken  auf  diesem  Gebiete
durch  Taten  zu  entkräften.

a)  Die  schöne  Literatur.
Im  Jahre  1896  erschien  des  Spaniers  Luis  Coloma  feine  Novelle ­
  „Verrechnet“  in  der  Uebersetzung  von  J.  Caspari-Madrid,
ein  prächtiges,  mit  Witz  und  Humor  durchsetztes  Werkchen,
weiterhin  die  von  derselben  Uebersetzerin  besorgte  deutsche
Ausgabe  der  Novelle  „Hinter  den  Kulissen“,  die  im  Original
den  Titel  La  Gorriona,  die  Spätzin,  trägt.  Trotz  des  ernsten
Inhalts  —  eine  Gräfin  erkennt,  daß  ihre  Feste  Gelegenheit  zu
Ausgelassenheit  und  Unsittlichkeit  geben  —  belebt  auch  hier  eine
        <pb n="137" />
        Fülle  von  Humor  und  Satire  die  Darstellung.  Die  Kunst
begründet  sich  auf  die  Lebenserfahrung  Colomas,  der,  am
7.  Januar  1851  in  Jerez  de  la  Frontera  geboren,  noch  als  Knabe
in  den  Seedienst  getreten  war,  dann  fünf  Jahre  in  Sevilla  Rechtswissenschaft ­
  studiert  hatte  und  nach  größeren  Reisen  1874  in
die  Gesellschaft  Jesu  aufgenommen  wurde.
Schon  in  dem  früheren  bez.  Abschnitt  ist  von  Vertretern
der  Heimatdichtung  im  Bachemschen  Verlag  die  Rede  gewesen,
bevor  diese  Dichtungsart  die  große  Literaturmode  geworden  war.
Ihnen  reihen  sich  noch  weitere  an.
Die  Kölnische  Volkszeitung,  sagt  Prof.  Wilh.  Kosch  in  einer
Studie  in  der  Literarischen  Warte  von  1904,  entdeckte  im  Jahre  1890
Anton  Schotts  Dichterseele.  In  den  folgenden  Jahren  führte
sie  den  neuen  Böhmerwalddichter  mit  den  kleinen  Geschichten
„Schwarzblattl“  (Aug.  1891)  und  „Am  Scheidewege“  (Jan.  1893)  in
die  Leserwelt  ein.
Aus  einer  kleinen  Waldgemeinde  Hinterhäuser,  nahe  der  österreichischen ­
  Bezirksstadt  |Neuern  und  angesichts  des  jedem  Böhmerwaldbesucher ­
  bekannten  Arbers  ist  Schott  am  8.  Februar  1866  als  Sohn  eines
armen  Häuslers  hervorgegangen.  Erst  im  Jahre  1877  konnte  er  eine  neu
eröffnete  Volksschule  zwei  Jahre  lang  besuchen.  Ihr  Lehrer  erreichte
es,  daß  der  Vater  unter  Opferung  der  einzigen  Kuh  den  begabten  Jungen
zur  Realschule  nach  Pilsen  sandte.  Als  Selbstlerner  bestand  er  1887  die
Lehramtsprüfung  und  wirkte  nun  bis  1896  als  Lehrer  in  deutschen  Schulen.
Nach  einer  weiteren  Ausbildung  zog  er  sich  zuerst  nach  seinem  Heimatort ­
  zurück,  wo  er  nach  mancher  Anfeindung  Gemeindevorsteher,  Ortsschulrat ­
  und  vielfacher  Familienvater  wurde,  um  1908  eine  zweite  Heimat
in  Bergham  bei  Linz  an  der  Donau  zu  finden.  Schott  hat  eine  außerordentlich ­
  fruchtbare  schriftstellerische  Tätigkeit  entfaltet.
Seine  ersten  Werke,  die  bodenständigen  Novellen  „Der
Königsschütz“  und  „Aus  der  Art  geschlagen“,  sowie
„Der  Hüttenmeister“,  erschienen  1896,„D  er  Wildhof“  1898  im
Bachemschen  Verlag.  Ihnen  folgte  im  Jahre  1901  die  kulturgeschichtliche ­
  Erzählung  „Der  letzte  Richter“,  in  der  der  seelische ­
  Konflikt  eines  um  alte  Gerechtsame  kämpfenden  Bauern
im  Mittelpunkt  steht.  Auch  den  Roman  „Gottestal“,  der  aus
einem  von  der  Deutschen  Literatur-Gesellschaft  in  München
ausgeschriebenen  Preisausschreiben  gekrönt  hervorging,  erwarb
1908  Bachems  Verlag.  Das  Werk  gehört  zu  den  sozialen  Romanen
und  schildert  die  Verhältnisse  in  einer  der  Böhmerwald-Glashütten. ­
  Schott  ist  ein  trefflicher  Volksschriftsteller,  seine
        <pb n="138" />
        117

kraftvollen  Bauern  reden  in  einem  natürlichen,  derben  und  anschaulichen ­
  Stil,  dem  die  Untermischung  mit  Mundartwörtern  zum  Vorteil ­
  gereicht;  er  ist  ein  echter  Heimatkünstler,  der  mit  Rosegger
und  Anzengruber  verglichen  wird  und  der  immer  wieder  Stoffe
aus  seinem  engeren  Vaterlande  aufzufinden  versteht.
Aehnliche  Wirkungen  gehen  von  der  Tiroler  Erzählerin  Marie
Freiin  von  Buol  aus  (geb.  in  Innsbruck  am  21.  Aug.  1861),  die
im  Jahre  1899  mit  einer  Erzählung  „Das  Marterle“  im  Verlag
auftrat.  Behandelt  dieses  Werk  ein  seelisches  Problem,  so  ist
die  fünf  Jahre  später  entstandene  Erzählung  „Die  Kirchf
  a  h  r  e  r  i  n“  eine  vorzügliche  Volksgeschichte,  die  unverdorbene
Tiroler  Luft  atmet.  Die  Verfasserin,  die  gut  charakterisiert,
durch  treffliche  Naturschilderung  und  leichten  Humor  erfreut,
bekundete  sich  auch  als  lyrische  Dichterin.  Sie  lebt  seit  1869
in  Kaltem  bei  Bozen.  Ihr  einsames  Landleben  unterbrach  sie
durch  öftere  Reisen,  die  sie  in  das  Rheinland  und  nach  Belgien,
nach  Rom,  Südfrankreich,  Palästina  und  Aegypten  führten.  Zur
Schriftstellerei,  zu  der  sie  eine  treffliche  Ausbildung,  besonders
in  Musik  und  Sprachen  befähigte,  führte  sie  die  Ermutigung  durch
Emilie  Ringseis.
Als  ein  trefflicher  Kenner  und  Schilderen  seiner  Heimat  Tirol
machte  im  neuen  Jahrhundert  Hans  Schrott-Fiechtl  von
sich  reden.  Mit  ihm  kam  ein  origineller  Kopf  in  den  Verlag.
Wie  er  an’s  Schreiben  kam?  Milchwirtschaftliche  Schriften  hatte  er
schon  eine  ganze  Reihe  herausgegeben,  da  las  er  einmal  in  der  „Bibliothek ­
  der  Unterhaltung  und  des  Wissens“  eine  schlechte  Bauerngeschichte,
glaubte  es  besser  machen  zu  können  und  sandte  eine  solche  nach  Stuttgart,
wo  sie  dankbar  angenommen  und  gut  honoriert  wurde.  Nach  etwa  einem
Dutzend  Jahre  faßte  er  zehn  solcher  Geschichten  1905  in  einer  Sammlung
„Zwischen  Joch  und  Ach’n“  zusammen,  die  in  der  Grazer  Volksbücherei
erschienen.  Die  gute  Aufnahme,  die  das  Bändchen  bei  der  Kritik  fand,
war  dem  Verfasser  umso  überraschender,  als  er  einen  Roman  von  zwölf
Schriftleitungen  zurückerhalten  hatte  Erst  als  er  ihn  dann  an  die
KV  sandte,  erhielt  er  innerhalb  dreier  Wochen  die  Annahmeerklärung.
Das  war  der  Roman  „Ich  zwing’s!“,  der  dann  als  erster  im  Jahre  1907
aus  Bachems  Verlag  ausging  und  dessen  Mittelpunkt  die  prächtige  Schilderung ­
  einer  Wildbachverbauung  in  den  Alpen  bildet.
Der  Verfasser  hatte  nun  auch  seine  Besonderheit  in  der  Schriftstellerwelt ­
  entdeckt:  seine  Unterhaltung  sollte  belehren,  praktische
Fragen  erörtern,  für  den  Kulturfortschritt  begeistern,  und  zwar
gleicherweise  dem  Städter  und  dem  Bauern  Nutzen  bringen.  Und
        <pb n="139" />
        es  ist  auch  etwas  Knorriges,  Bäuerliches,  Trotzköpfisches  und
Holzschnittartiges  in  seiner  ganzen  Schreibweise,  aber  ein  Reichtum ­
  an  Darstellungskraft  und  Phantasie,  der  sich  sehen  lassen
kann.  Vier  Jahre  später  brachte  der  Verlag  den  Roman  „D  e  r
Bauernprofessor“  heraus,  in  dem  die  Betätigung  des  Direktors ­
  einer  in  einem  Tiroler  Dörfchen  neugeschaffenen  landwirtschaftlichen ­
  Schule  dem  Verfasser  Veranlassung  zu  manch
originellen  Betrachtungen  und  guten  Winken  für  die  Praxis
bietet.  Einen  gemütlichen  Ton  bringt  Schrott-Fiechtl,  der  auch
des  Humors  nicht  entbehrt,  durch  Anwendung  von  mundartlichen
Beiklängen  in  seine  Werke.  Im  Frühjahr  1918  trat  er  mit  einem
vortrefflichen  neuen  Roman  „Wettertannen“  vor  die  Leserwelt.
Unter  den  bodenständigen  Heimatdichtern  des  Verlags  kann
auch  J.  v.  D  i  r  k  i  n  k  einen  Platz  beanspruchen.  Unter  dem
Decknamen  verbarg  sich  die  Tochter  des  Ingenieurs  Werthmöller,
die  1839  zu  Mettingen  im  Kreise  Tecklenburg  in  Westfalen
geboren  wurde  und  unter  eigenartigen  Umständen  aufwuchs.
Auf  dem  Gut  ihres  Großvaters  in  heiterer  Ungezwungenheit  sich
tummelnd,  lernte  sie  notdürftig  lesen  und  schreiben  und  wurde  die  Gattin
des  Kaufmanns  und  Gutsbesitzers  A.  Sandhage  im  Jesuitenhof  bei
Coesfeld.  Nun  erst  begann  sie  die  großen  Lücken  ihrer  Bildung  auszufüllen, ­
  was  ihr  bei  einem  trefflichen  Gedächtnis  und  leichter  Auffassung
bald  gelang.  In  ihrem  literarischen  Schaffen,  zu  dem  sie  sich  angespornt
fühlte,  weil  Levin  Schücking  ihre  erste  Novelle  gelobt  hatte,  hielt  sie
sich  an  den  Grundsatz,  festzuhalten,  „was  zu  meiner  Zeit  mir  gut  und
lobenswert  dünkte“.  Das  Volk  der  Moor-  und  Heidebauern  ist  ihre
Domäne,  die  sie  trefflich  kennt  und  aus  der  sie  reichlich  schöpft.  Allerdings ­
  sind  ihre  Gestalten  vielfach  Kompromißleute,  der  naturalistische
Stil  war  zu  ihrer  Zeit  noch  zu  wenig  entwickelt,  um  die  Figuren  so
derb  und  deutlich  reden  zu  lassen,  wie  die  Wirklichkeit  sie  sah.
Ihr  Lebenswerk,  der  Roman  „Die  beiden  Brune“,  der
1904,  ein  Jahr  vor  ihrem  Tode,  in  Bachems  Verlag  erschien,  ließ
ihre  früheren  Erzeugnisse  weit  hinter  sich,  und  hier  traten  auch
die  echten  Bauern  in  ihrer  ganzen  Natürlichkeit  vor  die  Augen
der  Leser.  Die  Novellen  „Herms  Vermächtnis“  und  „Im  Kampf
mit  der  Welt“  haben  in  Bachems  Novellen-Sammlung  mehrere
Auflagen  erlebt.
Die  neueste  Vertreterin  der  Heimatkunst  im  Bachemschen
Verlag  ist  wiederum  ein  starkes  Talent:  Maria  Köck-Gmeiner.
Aus  ihrem  prächtigen  Roman  mit  dem  bescheidenen  Titel  „Das
Vorstadthaus“,  diese  Geschichte  des  bürgerlichen  Pfeifen-
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        Schneiders  Höllriegl  aus  der  Hafengasse,  spricht  dasUrwienertum
der  Verfasserin  fesselnd  und  lockend  den  JLeser  an.  In  der
Kaiserstadt  ist  sie  als  Tochter  eines  höheren  Eisenbahnbeamten
geboren  und  hat  eine  Zeitlang  als  Lehrerin  gewirkt,  bis  sie  dem
Dr.  Gustav  Köck  die  Hand  zum  Leben  reichte.  In  Spital  am
Semmering,  wo  sie  den  Sommer  in  einer  Alpenvilla  zu  verbringen
pflegt,  machte  sie  die  Studien  zu  ihrem  Roman  „Wunder  der
Heimat“,  der  die  Wirkung  des  Weltkrieges  auf  eine  kleine
Gemeinde  der  Nordsteiermark  schildert.  Als  erstes  Werk  war
ihm  1913  die  Geschichte  eines  Stiefkindes  „Liese“  voraufgegangen ­
  und  aus  demselben  Jahre  stammt  Das  Vorstadthaus.  Mit
den  köstlichen  Wiener  Erzählungen  „Wiener  Gemüat“  und  dem
humorvollen  Landsturmmann  „Stützerl“  erwarb  sich  die  Verfasserin ­
  neue  Anerkennung,  und  eine  „Geschichte  aus  dem  dritten
Kriegsjahr:  Wiener  Frauen“  ist  das  neueste  Werk  ihrer  schätzbaren ­
  fleißigen  Feder,  von  der  wir  noch  manches  Wertvolle
erwarten  dürfen.

Als  bedeutsame  und  fleißige  Erzählerin  erwies  sich  für  die
KV  und  den  Verlag  Franziska  Bram,  deren  Vorzüge  einer
plastischen  Darstellung,  eines  guten  Stils  und  eines  gelegentlich
feinen  Humors  noch  nicht  nach  Gebühr  anerkannt  worden  sind.
Sie  ist  ein  Eifeier  Kind,  stammt  aus  Hillesheim,  wo  der  Vater  Friedensrichter ­
  war,  und  verlebte  hier  ihre  Kindheit  und  —  nach  dem  frühen
Tode  der  Mutter  im  großväterlichen  Hause  —  ihre  erste  Jugend.  „Die
stärksten  Eindrücke  meines  Lebens,“  sagt  sie  selbst,  „habe  ich  in  den
Jahren  in  der  Eifel  gehabt,  nicht  nur  von  der  eigenartigen  Natur,  sondern
auch  von  den  Menschen,  von  denen  die  Tante,  die  uns  erzog,  aus  alter
und  neuer  Zeit  immer  und  immer  wieder  mit  viel  Phantasie  und  großer
Erzählungskunst  zu  berichten  wußte.  Schon  damals  war  in  mir  der
Wunsch  rege,  einmal  alles  dies  und  noch  viel  mehr  niederzuschreiben,
eine  Ahnung,  die  aber  erst  in  viel  späterer  Reifezeit  zur  Erfüllung  kam.“
Von  1892—99  war  sie  dann  bei  ihrer  Schwester  in  Bingen,  in  den  letzten
zehn  Jahren  auch  viel  und  lange  in  Berlin.  Nachdem  sie  schon  in  Bingen
die  ersten  Versuche  in  der  Schriftstellerei  gemacht  hatte,  kam  der  Wunsch
ihrer  Kinderzeit  1902  zuerst  in  einer  kurzen  Skizze  erfolgreich  zum
Durchbruch.
Im  Jahre  1903  schrieb  sie  für  die  KV  eine  kleine  novellistische
Arbeit:  „Tante  Dorotheas  Feierabend“.  Seitdem  ist  die  hochbegabte
  Schriftstellerin  eine  treue  Mitarbeiterin  geblieben.  Aus
        <pb n="141" />
        der  Zeitung  gingen  in  den  Buchverlag  über  die  Romane  „Vohwinkels ­
  Drei“  (1909),  „Am  Ende  der  Welt“  (1910;  beide
unter  dem  Decknamen  Endeers),  „Die  Zelle  der  Gerechtigkeit“ ­
  (zusammen  mit  den  Novellen  „Die  schöne  Melusine“
und  „Der  fressende  Pfennig“;  1912),  „Der  Zorn  Gottes“  (1913),
„Der  Ruf  des  Lebens“  (1916)  und  der  Spiritistenroman  „Der
Meister“  (1918).  Seit  1912  lebt  Franziska  Bram  in  Lehmen
a.  d.  Mosel  zusammen  mit  ihrer  Schwester  Frau  Luise  Schulze-Brück,
  die  ebenfalls  mit  einem  trefflichen  Roman  „Das  Moselhaus“ ­
  (1910,  2.  Aufl.  1918)  im  Bachemschen  Verlag  vertreten  ist.

Eine  besondere  Art  von  schöngeistiger  Literatur  pflegt  Freiin
Anna  von  Krane  in  ihren  religiösen  Erzählungen,  deren  Eigenart ­
  sich  einen  großen  und  gewählten  Leserkreis  erworben  hat.
Aus  ihrer  kürzlich  bekannt  gewordenen  eigenen  Lebensschilderung,
die  in  der  Wiedergabe  ihres  seelischen  Erlebens  den  Schlüssel
zu  ihrem  Schaffen  als  Dichterin  und  Schriftstellerin  bietet,  wissen
wir,  daß  fsich  in  ihr  westfälisches  Adelsblut  mit  dem  leichten
der  französischen  Schweiz  mischt.
[Als  einziges  Kind  1853  in  Darmstadt  geboren,  wandte  sie  sich  nach
einem  Versuch,  in  Düsseldorf  Malerin  zu  werden,  der  Schriftstellerei  zu.
Nachdem  sie  1890  mit  Märchen  zuerst  hervorgetreten  war,  im  nächsten
Jahre  Gedichte  und  1893  „Hauskomödien“  herausgegeben  hatte,  trat  sie
im  Jahre  darauf  mit  einem  Bändchen  „Von  der  Palette“  auf,  in  dem  sie
allerlei  „Lustiges,  Trauriges  und  Boshaftes“  von  der  Zunft  erzählte.  Ihrem
ersten  Frauenroman  „Sibylle“,  der  1899  und  1900  entstand,  folgte  zwei
Jahre  später  der  Roman  „Starke  Liebe“,  nach  ihrem  Ausspruch  „ein
ganz  unsinniges,  dummes  Buch  für  die  meisten  Menschen“,  in  dem  sie
ein  Bild  der  verkehrten,  an  ihr  selbst  angewandten  Erziehungsart  gibt.
Schon  als  Kind  befaßte  sich  Anna  von  Krane  gern  mit  religiösen
Problemen,  und  die  Bibel  war  ihr  eine  erhebende  Lektüre.  Noch  zu  Lebzeiten ­
  des  Vaters,  der  diesen  Schritt  ebensowenig  wie  zahlreiche  ihrer
Familienmitglieder  verstehen  konnte,  trat  die  Protestantin  zur  katholischen ­
  Kirche  über.  Schwer  sind  ihr  jene  Jahre  gemacht  worden.  Ihr
Leben  neigte  infolgedessen  immer  mehr  zur  Einsamkeit.  Und  da  ging  ihr
denn  bei  der  Lesung  der  Hl.  Schrift  die  Erkenntnis  ihrer  eigentlichen
Stärke  auf,  ihre  Besonderheit,  die  sie  in  der  Schriftstellerwelt  behaupten
sollte.  Die  biblischen  Figuren  reizten  ihre  künstlerische  Phantasie
zur  Nachschaffung,  und  so  entstanden  zunächst  die  Legenden  „V  o.m
Menschensoh  n“.
        <pb n="142" />
        ^  121

Gleichzeitig  mit  dem  in  Düsseldorf  spielenden  Adelsroman
„Der  Kunstbaron.  Einige  Kapitel  aus  einem  Menschenleben“  erschienen ­
  die  Christuserzählungen  im  Bachemschen  Verlag.
Künstlerisch  sehr  hoch  steht  der  Magdalenen-Roman  „Magna
peccatrix“  (1908),  von  dem  auch  holländische,  portugiesische
und  magyarische  Uebersetzungen  erschienen  sind.  Den  gleichen
Stoff  behandelte  Freiin  v.  Krane  1918  in  anderer  Form  in  einem
Drama  „Die  Sünderin“.  Einen  zweiten  Band  biblischer  Legenden ­
  vereinigte  sie  im  Jahre  1910  in  dem  Buche  „Das  Licht
und  die  Finsternis“,  in  dem  sie  Idyllen  aus  der  Jugendzeit
des  Heilandes  bot.  In  ihrem  letzten,  im  zweiten  Jahrhundert  n.
Chr.  auf  den  Ruinen  des  zerstörten  Jerusalems  spielenden  Roman
„  W  enndieSteinereden“  erzählt  die  Dichterin,  wie  die  Lehre
Christi  suchende  heidnische  Seelen  adelt:  ein  packendes  Buch.
Unter  den  sehr  zahlreichen  Werken  der  Schriftstellerin
sind  noch  der  prächtige  Herodes-Roman  „Wie  der  König
erschrak“  und  der  im  13.  Jahrhundert  spielende,  ganz  eigenartige ­
  Roman  „Das  Schweigen  Christi“  hervorzuheben,
den  die  Verfasserin  als  ihr  Lebenswerk  bezeichnet  hat.
Es  ist  eine  feststehende  Tatsache,  daß  ein  Teil  der  Leser  und
der  Kritik  bei  der  Beurteilung  der  katholischen  schönen  Literatur  von
zu  engen  Gesichtspunkten  ausgehen  und  sie  auf  den  Standpunkt  der
Jugendlektüre  herabdrücken  wollen.  Der  Roman  und  die  Novelle  sollen
einen  Spiegel  des  Lebens  oder  einen  Ausschnitt  daraus  darstellen,  und
in  der  Wirklichkeit  verläuft  nun  einmal  nicht  alles  nach  hübsch  aufgebauten ­
  Theorien.  Will  man  aus  der  Schilderung  des  Lebens  die  Schuld
ausmerzen,  so  ist  damit  dem  Schriftsteller  vielfach  die  treibende  lebendige
Kraft,  das  Blut  für  den  Lebensnerv  seines  Schaffens,  der  Konflikt,  genommen. ­
  Eine  Gelegenheit,  sich  über  diese  Frage  grundsätzlich  auszusprechen, ­
  die  auch  bei  der  Beurteilung  der  Lage  der  katholischen  Literatur
eine  Rolle  [spielt,  gab  der  Leitung  des  Unterhaltungsteils  der  KV  das
Erscheinen  des  Romans  „Durch  gekämpft“  von  Marie  Luise  von
Hutten-Stolzenberg,  den  verschiedene  Stimmen  für  die  katholische
Leserschaft  ungeeignet  erklärt  hatten.  Der  Konflikt,  heißt  es  in  dieser
Erörterung,  ist  dem  modernen  Leben  entnommen,  und  deshalb  müssen
im  Lauf  der  Erzählung  auch  die  Schattenseiten  dieses  Lebens  vorgeführt
werden.  Der  Roman  enthält  nichts  Schlüpfriges,  nichts  Pikantes,  anstößige
Szenen  sind  streng  vermieden.  Andererseits  ist  mit  Recht  gefordert
worden,  daß  unsere  Schriftsteller  tiefer  ins  Leben  greifen  und
an  großen  Konflikten  nicht  Vorbeigehen  sollten,  ja,  daß  gerade  unsere
        <pb n="143" />
        Schriftsteller  dazu  besonders  berufen  seien,  weil  sie  die  Konflikte  im
Sinne  der  katholischen  Weltanschauung  lösen.  Wenn  Verirrungen  menschlicher ­
  Leidenschaften  als  verwerflich  dargestellt  werden,  können  sie  nur
abschreckend  wirken.  Schädlich  und  verwerflich  wäre  efe  nur,  wenn  eine
solche  Verirrung  als  Tugend  erschiene  und  gepriesen  würde.  Diesen
ausführlich  dargelegten  Grundsätzen  stimmten  die  meisten  Romanleser
der  KV  durchaus  zu,  wie  aus  dem,  der  ersten  Auflage  (1904)  des  Romans
vorausgesandten  Abdruck  dieser  ganzen  Erörterung  unter  dem  Titel
„Die  Behandlung  tiefer  Konflikte  im  Roman“  hervorging.
Eine  weitere  starke  Talentprobe  gab  Marie  Luise  von  Hutten-Stolzenberg
1912  in  ihrem  Roman  „Die  Stärkere“,  in  der  sie  eine  hervorragende
Charakterisierungskunst  offenbart.  Sie  hinterließ  ihn  unfertig;  vollendet
hat  ihn  auf  Grund  der  nachgelassenen  Aufzeichnungen  Franziska  Bram.
Auffallenderweise  hatte  sie  erst  in  den  letzten  8  bis  10  Jahren
ihres  Lebens  die  Schriftstellerei  begonnen.  Am  19.  September  1858
zu  Bayreuth  geboren,  erhielt  sie  ihre  Erziehung  im  Salesianerinnenkloster
  Zangberg;  nach  ihren  Büchern  könnte  man  auf  reiche
äußere  Erlebnisse  schließen,  die  sie  aber  nicht  hatte.  Um  so
mehr  ist  ihre  Phantasie  und  der  Reichtum  inneren  Lebens  zu
bewundern.  Am  11.  November  1907  starb  sie  unvermählt  auf
Schloß  Steinbach  bei  Lohr  a.  Main.
Dort  wohnte  auch  ihre  Base,  die  Baronin  Marie  von  Hutten,
die  als  Stiftsdame  den  Frauentitel  führt  und  sich  durch  den
Roman  „Rufende  Weite“  einen  Namen  von  gutem  Klang
geschaffen  hat.  Er  ist  auch  kein  Erstlingswerk,  denn  sie  schrieb
seit  Ende  der  1890er  Jahre  in  der  KV  bis  zum  Tode  ihrer
Base,  um  Verwechslungen  zu  vermeiden,  unter  dem  Pseudonym
Marie  Scotta  Novelletten  und  Märchen.  Den  Lesern  der
Zeitung  ist  sie  1916  auch  durch  den  Roman  „Des  Weges  Ende“
noch  näher  bekannt  geworden.  Am  24.  Jan.  1867  zuWürzburggeboren,
besuchte  sie  in  Dietramszell  bei  München  ein  Salesianerinnenkloster,
  lernte  aber  dann  auf  vielen  Reisen  die  Welt  kennen,
bevor  sie  sich  auf  Steinbach  zurückzog.  Bücher  waren  ihr  stets
gute  Freunde,  und  so  gewann  sie  eine  reiche  Bildung.

Im  Jahre  1906  trat  die  schweizerische  Dichterin  Isabelle
Kaiser  in  die  Reihe  der  Bachemschen  Schriftstellerinnen.  „Zwei
Orte,“  sagt  sie  in  einer  Skizze  über  ihr  Leben,  „werden  dem
Menschen  zur  Heimat  auf  Erden:  die  Stätte,  wo  er  das  Licht
        <pb n="144" />
        der  Welt  erblickte,  und  die  Stadt,  wo  sein  Geist  zum  Leben  erwachte. ­
  Der  Umstand,  daß  bei  mir  die  erste  am  Vierwaldstättersee,
im  schattig  gefriedeten  Beckenried  lag,  wo  deutsch-schweizerische ­
  Art  und  Sprache  herrschen,  und  die  zweite  am  Rhonestrand, ­
  in  Genf,  wo  romanische  Sitten  und  französische  Kultur
gelten,  löst  wohl  in  natürlicher  Weise  das  Rätsel  meiner  zweisprachigen ­
  literarischen  Tätigkeit.“  Im  13.  Lebensjahr  Isabellas
übersiedelte  die  Familie  von  Genf  in  Vaters  Heimat  Zug,  einem
schönen,  Bethlehem  getauften  Landsitz.  Nie  hat  Isabelle  von
ihren  Eltern  ein  deutsches  Wort  gehört;  ohne  Anleitung  lernte
sie  hier  die  deutsche  Sprache.  Mit  18  Jahren  erhielt  sie  bei  einem
französischen  Wettbewerb  für  eine  Novelle  „Gloria  victis“  den
ersten  Preis.  In  ihrem  Geburtsort  Beckenried,  wohin  sie  zur
Mutter  1896  verzogen  war,  kehrte  die  altkatholisch  Erzogene  zur
Mutterkirche  zurück,  und  nun  gingen  von  hier  aus  ihre  deutschen
Werke  in  die  Welt.  Für  Novellen  errang  sie  den  ersten  Preis
eines  Ausschreibens  von  Ueber  Land  und  Meer,  ihre  erste
deutsche  Novellensammlung:  „Wenn  die  Sonne  untergeht“  erschien ­
  im  Jahre  1901  bei  Cotta  in  Stuttgart.  Nach  dem  im
Todesjahr  der  Mutter  erschienenen  Novellenband  „Seine  Majestät“
[der  Tod]  veröffentlichte  sie  1906  als  erstes  Werk  im  Bachemschen
  Verlag  die  deutsche  Uebersetzung  des  im  Jahre  1900  entstandenen ­
  meisterhaften  sozialen  Romans  Notre  pere,  qui  etes
aux  cieux  unter  dem  Titel  „Vater  unser  .  .  .“  Ihre  ferneren  feinsinnigen ­
  Schöpfungen  sind  „Die  Friedensucherin.  Roman  aus
dem  Leben  einer  Frau“,  eine  Art  psychologischer  Selbstbiographie
(französisch  u.  d.  T.  Marcienne  de  Flue,  Memoires  d’une  femme),
der  zuerst  in  der  Leipziger  Illustrierten  Zeitung  erschienene
Roman  „Der  wandernde  See“,  die  Schilderung  eines  Kampfes
zwischen  Natur  und  Mensch  (1910,  8—10.Tausend  1918),  und  die
im  Jahre  1914  erschienene  Novellensammlung  „Von  ewiger
Liebe“.  Sie  zeugen  von  der  unverminderten  Schaffenskraft
trotz  schmerzhafter  Krankheit,  die  sie  1913  schon  einmal  in  den
Zeitungen  hat  sterben  lassen.  Sechs  Skizzen  über  Beckenried
(»Mein  Dorf“)  faßte  sie  in  einem  kleinen  Bändchen  zusammen.
»Noch  ist  Tag  und  Schaffenszeit“,  so  schließt  sie  die  Lebensskizze, ­
  „meine  Garbe  ist  noch  nicht  gebunden  .  .  .“
        <pb n="145" />
        Wenn  es  auch  nicht  möglich  ist,  alle  Verfasser  und  Verfasserinnen ­
  von  Werken  der  schönen  Literatur  des  Verlags  in
diesem  fünfundzwanzigjährigen  Zeitraum  einzeln  aufzuführen,,
wofür  auf  das  Verlags-  und  das  Namenverzeichnis  verwiesen
werden  muß,  so  sei  doch  eine  kurze  Uebersicht  über  die  weitern
hauptsächlichsten  Namen  gegeben.
Mit  kleineren  Geschichten  voll  tiefer  Empfindung  tritt  in
diesem  Zeitraum  1895Fabri  deFabris  (Deckname  fürFrauMaria
Schmitz-Köhler  in  Aachen)  auf,  die  in  den  Bänden  „Was
die  Blumen  erzählen“,  „Lieb  und  Leid“,  „Von  der  Wanderstraße“ ­
  und  „Im  Wandel  des  Lebens“  gesammelt  sind.  Auch
mit  einem  Roman  „Wacholderleute“  ist  sie  vertreten.  Auf  dem
Gebiete  des  Romans  begegnen  ferner  mit  mehreren  Werken  die
phantasievolle  Itha  von  Goldegg  (mit  dem  prächtigen  zweibändigen ­
  Roman  „Das  Märchen  vom  Glück“  und  „Was  ist  die
Liebe?“),  dann  Freiin  Marie  Amelie  von  God  in,  ein  starkes  Talent,
mit  den  eigenartigen  Romanen  „Benedetta“  und  „Alte  Paläste“
und  dem  Novellenbande  „Sonne  des  Südens“.  In  ihrem
neuesten  Roman  Feinde  (1917)  schildert  sie  anschaulich
die  Wirkung  des  Krieges  auf  die  Ehe  eines  Deutschen  mit
einer  Französin.  Viel  Anerkennung  haben  auch  die  Romane  von
Josefine  Grau  „Das  Lob  des  Kreuzes“  und  von  M.  Scharlau
„Gesa  Pütt“  gefunden,  ferner  G.  von  Stokmanns  Roman  „Auf
eigenen  Füßen“,  M.  von  Oertzen-Fünfgelds  „Goldene  Augen
der  Weldersloh“,  Emil  Franks  münsterländischer  Roman  „Die
Schulten  vom  Brink“  sowie  „Im  Ringen  um  das  Luftmeer“  und  „Die
Steinbauern“,  Zingelers  Münsterbaumeister  von  Straßburg  u.v.a.
Von  ausländischen  Romanwerken  seien  genannt  die  Uebersetzungen
  von  Champol:  „Herzog  Hans“  und  „Schwester  Alexandrine“,
  Bordeaux:  „Furcht  vor  dem  Leben“  und  „Der  Irrweg
der  Freiheit“,  deVitis:  „Roman  der  Arbeiterin“,  Bazin:  „Aus
ganzer  Seele“,  N  e  s  b  i  t:  „Das  rote  Haus“,  S  h  e  e  h  a  n:  „Mein  neuer
Kaplan“,  Hungerford:  „Schwiegertochter“,  Murray:  „Glänzende ­
  Laufbahn“,  Jeske-Choinskis  geschichtliche  Romane
„Eine  Sonne  im  Erlöschen“  und  „Die  letzten  Römer“.

b)  Der  Verlag  mit  Ausschluß  der  schönen  Literatur.
Die  politischen  Bestrebungen  der  verschiedenen  Parteien,  auseinandergehende ­
  philosophische  Auffassungen,  die  Ausreifung
        <pb n="146" />
        sozialer  Gedanken  und  der  Kampf  um  Weltanschauungsfragen
bewegten  seit  den  1890er  Jahren  die  Gemüter  besonders  lebhaft
und  nachhaltig  und  ließen  das  Bedürfnis  nach  zeitgemäßen
Wegweisern  stärker  als  früher  hervortreten.  Diesem  Bedürfnis
suchten  und  suchen  mehrere  Sammlungen  von  Veröffentlichungen
im  Bachemschen  Verlag  entgegenzukommen.
Zunächst  sollte  die  gesamte  Politik  derZentrumspartei
dargestellt  werden,  wie  sie  in  den  Fraktionen  der  Parlamente
vertreten  wird,  „teils  zur  Benutzung  für  die  im  öffentlichen  Leben
tätigen  Mitglieder  der  Partei  im  Lande,  teils  als  Hilfsmittel  für
die  Schriftleiter  derjenigen  Zeitungen,  welche  sich  der  Verteidigung ­
  der  Politik  des  Zentrums  widmen,  teils  auch  zum  Selbstunterrichte ­
  eines  jeden  Wählers“.  Die  Abgeordneten  Dr.  Julius
Bachem-Köln,  Landgerichtsrat  Gröber-Heilbronn,  Prof.  Dr.  Hitze-Münster,
  Dr.  Lieber-Camberg,  Domvikar  Dr.  Pichler-Passau,  Gymnasialprofessor ­
  Dr.  Schädler-Landau  und  Oberlandesgerichtsrat
Spahn-Berlin  gaben  zu  diesen  Zwecken  seit  1895  im  Bachemschen
Verlag  „Soziale  und  politische  Zeitfragen“  in  zwanglosen
Heften  heraus,  die  von  Dr.  F.  Pichler  (Geschichte,  parlamentarische
Behandlung  und  Würdigung  des  Antrags  Kanitz  betr.  Monopolisierung ­
  und  Preisfestsetzung  des  ausländischen  Getreides  und
der  Mühlenfabrikate,  sowie  über  „Zentrum  und  Landwirtschaft“),
Oherlandesgerichtsrat  Roeren  (über  das  Gesetz  betr.  unlautern
Wettbewerb)  und  Domvikar  Wenzel  (über  gewerbliche  Sonntagsruhe) ­
  verfaßt  wurden.  Die  Sammlung  ging  1908  in  den
Volksvereinsverlag  in  M.-Gladbach  über.
Aehnliche  Ziele  verfolgt  die  von  Dr.  Froberger  seit  1913
herausgegebene  Sammlung  „Rüstzeug  der  Gegenwart“,  die
es  ermöglichen  sollte,  Abhandlungen  und  Reden  über  religiöse,
philosophische  und  apologetische  Tagesfragen  ohne  Verzug  einer
größeren  Oeffentlichkeit  mitzuteilen.  Besonders  sollten  Schriften
aufgenommen  werden,  „die  zu  den  Irrtümern  und  Gefahren  der
Gegenwart  Stellung  nehmen,  die  eine  Abwehr  bedeuten  gegen
modernen  Unglauben,  gegen  Monismus,  subjektive  Religionsbauerei
und  Verschwommenheit  in  wichtigen  Lebensfragen“.  Bis  zum
Jahre  1918  erschienen  fünf  Bände  des  Unternehmens.  Den  Anfang
machte  Dr.  Hoeber  mit  seiner  Rede  auf  dem  Metzer  Katholikentag ­
  1913  über  die  religiösen  Pflichten  des  gebildeten  Laienstandes, ­
  Prof  Dr.  A.  Rademacher  lieferte  eine  Abhandlung  über
denEntwickiungsgedanken  in  Religion  und  Dogma.  0.  Cohausz
        <pb n="147" />
        S.  J.  steuerte  religiös-wissenschaftliche  Vorträge  bei  unter  dem
Titel  „Idole  des  20.  Jahrhunderts“  und  „Das  moderne
Denken“.  Prof.  Dr.  M.  Grabmann  legte  die  Grundgedanken  des
h.  Augustinus  über  Seele  und  Gott  dar.
Ein  weiteres  Unternehmen  geschichtlicher  Art  erscheint  seit
1912  unter  dem  Titel  „Zeit-  und  Streitfragen  der  Gegenwart“, ­
  das  Beiträge  zur  politischen  und  kulturellen  Tagesgeschichte ­
  der  Gegenwart  bringt.  Mit  der  Frage  des  Zentrumscharakters, ­
  die  damals  zur  erregten  Erörterung  stand  (vgl.
Seite  103),  befaßten  sich  Dr.  Julius  Bachem  und  Dr.  Karl  Hoeber,,
der  auch  dieBömischeFrage  und  Englands  Kriegs-  und
Blutschuld  behandelte.  Dr.Hans  Rost  erörterte  die  Paritätsfrage, ­
  Prof.  Dr.  G.  J.  Ebers  das  italienische  Garantiegesetz,
Dr.  J.  Löhr  gab  unter  dem  Titel  Der  Krieg  und  das  Schicksal
der  Kirchen  Frankreichs  eine  deutsche  Antwort  auf  französische ­
  Anklagen,  Dr.  H.  Brauweiler  untersuchte  den  Einfluß
der  Freimaurer  im  Weltkrieg  und  0.  Kley  die  zukünftige
deutsche  Schulreform.
Die  Sonderfrage,  die  Dr.  Rost  in  seiner  Paritätsbroschüre
erörterte,  war  schon  vorher  mehrfach  von  katholischer  Seite
behandelt  worden.  Sind  doch  die  Beschwerden  über  mangelnde
Gleichberechtigung  des  katholischen  Volksteils  in  Preußen,  besonders ­
  bei  Besetzung  von  Staatsämtern,  so  alt  wie  der  preußische ­
  Staat  selbst.  Sogar  in  Städten  mit  erdrückenden  katholischen ­
  Mehrheiten  wurden  früher  die  Bürgermeister-  und  Richterstellen ­
  fast  ausschließlich  mit  Protestanten  besetzt.  Schon  1898
hotten  Hauptredakteur  W.  Hankamer  und  Jul.  Bachem  in  einer
auf  zuverlässigem  Material  beruhenden,  namenlos  erschienenen
Denkschrift:  „Die  Parität  in  Preußen“  den  Beweis  für  die  Tatsache ­
  einer  planmäßigen  Zurücksetzung  der  Katholiken  bei  der
Vergebung  der  öffentlichen  Stellen  erbracht,  und  seitdem  hat  die
Zentrumspresse  nicht  aufgehört,  für  eine  Aenderung  dieser  Verhältnisse ­
  einzutreten,  ln  der  letzterwähnten  Veröffentlichung
Rosts  aus  1914  wird  gezeigt,  wie  wenig  im  Grunde  seit  Erhebung
der  Forderung  nach  größerer  Gerechtigkeit  in  dieser  Frage  bis
zur  Zeit  unmittelbar  vor  dem  Kriege  sich  gebessert  hatte.
Eng  verknüpft  mit  diesen  Beschwerden  ist  naturgemäß  die
Erörterung  der  wirtschaftlichen  Lage  der  Katholiken.  Derselbe
Verfasser  hatte  (Köln,  1908)  ein  mit  vielem  statistischen  Material ­
  ausgestattetes  Buch  „Die  Katholiken  im  Kultur-  und
        <pb n="148" />
        Wirtschaftsleben  der  Gegenwart“  veröffentlicht,  das  auf
Grund  der  Berufszählung  vom  12.  Juni  1907  umgearbeitet  im
Jahre  1911  in  zweiter  Auflage  erschien.  Das  Glaubensbekenntnis
in  seiner  praktischen  Beziehung  zu  Beruf,  äußerm  Wohlstand  und
Bildung  sind  die  wesentlichen  Erörterungen  Rosts,  die  die  Ursachen ­
  der  sog.  Inferiorität  ausführlich  begründen  bzw.  erklären.

Der  erzieherische  Verlag  erfreute  sich  im  letzten  Jahrzehnt ­
  des  19.  Jahrhunderts  mehrerer  wichtigen  Veröffentlichungen.
Zur  Benutzung  der  „BiblischenGeschichten“  von  Overberg,  Schuster,
Schuster-Mey  und  Christoph  v.  Schmid-Werfer  für  die  Hand  des
Lehrers  ein  erläuterndes  Werk  zu  besitzen,  war  ein  Bedürfnis,
dem  der  Verleger  entgegenzukommen  beschloß.  Auf  Empfehlung
des  Weihbischofs  Dr.  Antonius  Fischer  wurde  der  geistliche  Schulrat ­
  und  Direktor  des  Seminars  zu  Brühl  Dr.  Karl  August  Beck
mit  dieser  Aufgabe  betraut.  1896  erschien  der  erste  Band
des  „Handbuches  zur  Erklärung  der  Biblischen  Geschichte“, ­
  das  Alte  Testament  behandelnd,  der  innerhalb  zehn
Jahren  drei  Auflagen  erlebte.  Leider  starb  der  Verfasser,  bevor
er  den  zweiten  Band  fertigstellen  konnte,  und  so  blieb  das  Werk
unvollendet.
Einer  Anregung  des  Weihbischofs  Dr.  Fischer  verdankt  auch
das  Seitenstück  zu  diesem  Handbuch,  eine  ausführliche  Erklärung ­
  des  Kölner  Diözesan-Katechismus  von  Ferd.  Heinr.
Jägers,  Pfarrer  zum  h.  Andreas  in  Köln,  seine  Enstehung.  Nachdem ­
  der  Kölner  Katechismus  endgültig  festgestellt  und  in  vielen
Diözesen  eingeführt  war,  bestand  für  seine  Erläuterung  und  eine
praktische  Anleitung  zum  Katechisieren  die  Notwendigkeit,  einen
Kommentar  zu  besitzen.  Der  erste  Band  des  „Katechet“  erschien
1899,  dem  der  zweite  und  dritte  (Schluß-)  Band  1903  und  1905
folgten.  Auch  hier  wurde  der  ursprüngliche  Verfasser  in  die
Ewigkeit  abberufen,  ehe  er  sein  Werk  vollenden  konnte.  Nach
Jägers’  Tode  wurde  Pfarrer  Ludw.  Inderfurth  in  Randerath
mit  der  Fortsetzung  des  Werkes  betraut,  der  es  im  Sinne  des
verstorbenen  Verfassers  vollendete.  Das  dreibändige  Werk  hat
inzwischen  eine  Neuauflage  nötig  gemacht.
Am  1.  Juli  1901  waren  neue  Lehrpläne  für  die  Präparandenanstalten
  in  Kraft  getreten.  Als  Stoff  für  den  Religionsunterricht
bestimmen  sie  u.  a.  die  Behandlung  einer  Anzahl  Evangelien,
        <pb n="149" />
        128

Kirchenlieder,  Lebensbeschreibungen  der  Heiligen  im  Anschluß  an
das  Kirchenjahr,  Einführung  in  das  Verständnis  der  gottesdienstlichen ­
  Handlungen  und  Besprechung  des  gesamten  Kirchenjahres.
In  den  Lehrplänen  für  Lehrerseminare  von  demselben  Tage  wurde
als  Unterrichtsstoff  des  zweiten  Seminarjahres  auch  Liturgik  im
Zusammenhänge  vorgeschrieben.  Diesen  Anforderungen  kam  ein
Lehrbuch  entgegen,  das  der  damalige  Religionslehrer  des  Lehrerseminars ­
  zu  Odenkirchen,  spätere  Direktor  des  Kgl.  Lehrerseminars
zu  Cornelymünster,  Dr.  W.  v  o  n  d  e  r  F  u  h  r,  der  sich  schon  im  Bachemschen
  Verlag  mit  einer  Methodik  des  Religionsunterrichtes  in
der  Volksschule  für  Lehrer  und  Katecheten  eingeführt  hatte,
unter  dem  Titel  „Handbuch  für  die  Perikopenstunde“  1903
herausgab.  (Perikopen  =  Bibelabschnitte,  die  beim  Gottesdienst
zum  Vorlesen  oder  zu  Predigttexten  bestimmt  sind).  Wie  sehr
das  Buch  einem  Bedürfnis  entsprach,  beweisen  die  sieben  Auflagen, ­
  die  davon  in  zehn  Jahren  nötig  wurden.
Die  Methodik  des  gesamten  Religionsunterrichtes  in
der  Volks-  und  Mittelschule  behandelte  auch  der  geistliche  Seminarlehrer ­
  Jos.  Schieserzu  Wollstein  in  einem  W  erke,  das  soeben
in  12.  Auflage  erscheint.  Weiterhin  entwarf  Rektor  W.  J.  Sauren
in  einem  zweibändigen  Werke  ein  Bild  über  die  Praxis  des
ersten  und  zweiten  Schuljahres  in  katholischen  Volksschulen, ­
  das  ebenfalls  in  10  bzw.  8  Auflagen  vorliegt.  Seminardirektor ­
  Dr.  Hub.  Schmitz  ließ  1913  ein  Werk  über  die  religiöse ­
  Unterweisung  der  Jugendkatechetik  folgen,  dem
Pfarrer  Dr.  W.  H.  Meuniers  „Lehrmethode  im  Katechismus-Unterricht“,
  Krings  und  Schlossers  „Methodische  Winke  für
den  biblisch  en  und  liturgischen  Unterricht“  vorangegangen
waren.  „Kirchengeschichtliche  Charakterbilder“  von  Oberlehrer
Prof.  Dr.  Aloys  Baldus  erschienen  im  vorigen  Jahre  in  12.  Auflage ­
  und  dessen  „Lehrbuch  der  Kirchengeschichte  für  die
oberen  Klassen  höherer  Lehranstalten  und  zum  Selbstunterricht“
ist  ebenfalls  ein  geschätztes  Buch.  Endlich  ist  noch  zu  nennen
das  vierteilige  „Lehrbuch  der  katholischen  Religion“  für
die  oberen  Klassen  höherer  Lehranstalten  von  Religions-  und
Oberlehrer  Prof.  Dr.  Wilh.  Capitaine.

Der  naturwissenschaftliche  Verlag  erfuhr  eine  Erweiterung ­
  durch  gemeinverständliche  und  allgemein  anregende  Werke
        <pb n="150" />
        wie  dasjenige  des  Direktors  des  Kölner  Botanischen  Gartens  Dr.
P.  Esser  über  „Das  Pflanzenmaterial  für  den  botanischen  Unterricht“, ­
  von  dem  der  erste  Teil  über  Anzucht  vorliegt,  dasjenige
des  Dr.  Friedr.  Knauer  über  „Tierwanderungen  und  ihre  Ursachen“, ­
  die  Veröffentlichungen  des  Prof.  Gockel  über  „das  Gewitter“ ­
  und  die  „Schöpfungsgeschichtlichen  Theorien“,  Lützelers
reich  illustrierte  Abhandlung  über  den  „Mond  als  Gestirn  und
sein  Einfluß  auf  die  Erde“,  sowie  viele  Schriften  der  Görres-Gesellschaft.

Auf  welchem  Wege  das  deutsche  Volk  zu  der  Weltanerkennung
seiner  Bedeutung  gekommen,  aber  auch  gleichzeitig  zum  Gegenstand ­
  einer  tiefen  Beneidung  geworden  ist,  davon  gab  Schulrat ­
  Karl  Kollbach  ein  anschauliches  Bild  in  seinen  Wanderungen ­
  durch  die  Fabriken,  Werkstätten  und  Handelshäuser
Westdeutschlands,  das  er  in  den  zwei  Bänden  „Deutscher
Fleiß“  entwarf.  Ein  großes  mühsam  gesammeltes  Material  ist
darin  gründlich  verarbeitet  und  in  belehrende,  angenehm  lesbare
Schilderungen  verwoben  worden.
Auf  geschichtlichem  Gebiet  brachte  das  Jahr  1907  ein
Werk  von  hohem  Gegenwartswert,  das  die  Zentrumspolitik  in  ihrer
Entwicklung,  ihren  Hemmnissen  und  ihrer  Verkörperung  in
Ludwig  Windthorst  darstellte.  Mit  diesem  bedeutsamen,
auf  urkundlichem  Material  ruhenden  Lebensbilde  entsprach  Dr.
Eduard  Hüsgen  einem  Bedürfnis  weiter  katholischer  Kreise.
Das  Buch  ist  für  alle,  die  sich  irgendwie  mit  Politik  beschäftigen,
von  größtem  Wert,  aber  auch  Nichtpolitiker  werden  darin  viel
Schönes  und  Wertvolles  zur  Zeitgeschichte  finden.  Der  Verfasser
hat  den  richtigen  Ton  für  eine  volkstümliche  Darstellung  gefunden,
und  es  wurde  dankbar  begrüßt,  daß  der  Verlag  1911  eine  billige,
noch  verbesserte  und  mit  148  Abbildungen  versehene  Volksausgabe ­
  des  Buches  veranstaltete.  Hüsgen  hat  sich  selbst  mit
dem  trefflichen  Werke  ein  Denkmal  gesetzt,  das  seinen  Namen
davor  schützt,  vorzeitig  vergessen  zu  werden.
Weiter  seien  hier  erwähnt  die  neuen  Bände  der  Dumontschen
Geschichte  der  Pfarreien  der  Kölner  Erzdiözese,  die  Dekanate
Blankenheim,  Siegburg  und  Stadt  Bonn  betreffend.  Prof.  Dr.
H.  Günther  veröffentlichte  1906  seine  „Legendenstudien“,  der
Provinzarchivar  P.  Kilian  Müller  die  Geschichte  der  ehemaligen
9

100  Jahre  J.  P.  Bachem.
        <pb n="151" />
        kölnischen  Kapuziner-Ordens-Provinz,  nachdem  P.  Schlager
mit  „Beiträgen  zur  Geschichte  der  kölnischen  Franziskaner-Ordens-Provinz“
  vorangegangen  war.  Mit  dem  Freiwerden
der  Werke  Leopold  v.  Rankes  bot  Dr.  Rud.  Schulze  eine
Auswahl  unter  dem  Titel  „Männer  und  Zeiten  der  Weltgeschichte“
in  drei  Bänden.  Zeitbilder  des  Weltkrieges  hielt  Dr.  O.Thissen
nach  Schilderungen  aus  der  KV  fest  in  seinen  Kriegsgedenkbüchern ­
  „Mit  Herz  und  Hand  fürs  Vaterland“  und  „Der  Kaiser
im  Weltkriege“.  Wie  tief  der  neuere  mystische  Geist  im  Volke
Eingang  gefunden  hat,  beweist  der  große  Erfolg  der  Bücher  von
Prof.  Dr.  zur  Bonsen  über  „Die  Völkerschlacht  der  Zukunft
am  Birkenbaum“  und  „Die  Prophezeiungen  zum  Weltkrieg“,  sowie
auch  über  „Das  zweite  Gesicht“.  Pfarrer  Jos.  May  lieferte  im
Auftrag  des  Zentralkomitees  eine  „Geschichte  der  Generalversammlungen ­
  der  Katholiken  Deutschlands“,  als  1903  die  fünfzigste
dieser  Versammlungen  zu  Köln  tagte.  Ortsgeschichtlich  bedeutsam
ist  die  reich  illustrierte  „Geschichte  der  Stadt  Köln“  von  Prof.  Dr.
Bender,  Dr.  Jos.Bayers  Sammlung  von  Schilderungen  „Köln  um
die  Wende  des  18.  und  19.  Jahrhunderts“,  Dr.  A.  Lauschers  „Erzbischof ­
  Bruno  II.  von  Köln“,  Dr.  Th.  Paas’  Geschichtliche  Entwicklung ­
  des  „Cellitinnenklosters  zur  h.  Maria  in  der  Kupfergasse ­
  zu  Köln“,  Domkapitular  Dr.  Ludwigs  Lebensbild  des
Kardinals  Erzbischofs  Dr.  Paulus  Melchers  und  die  St.  Pauluskirche, ­
  sowie  Pfarrer  J.  Schmitz’  Lebensbeschreibung  des
Kardinals  Erzbischofs  Antonius  Fischer,  Prof.  Dr.  Cardauns’
„Fünfzig  Jahre  KV“  sowie  dessen  und  Jul.  Bachems  Lebenserinnerungen. ­
  Letzterer  war  auch  Herausgeber  der  Denkschrift
zur  Jahrhundertfeier  der  „Vereinigung  der  Rheinlande  mit
Preußen“.  Weit  über  das  ortsgeschichtliche  geht  das  Interesse  an
Dr.  Karl  Bachems  groß  angelegter  Biographie  seines  Vaters
Jos.  Bachem  hinaus,  die  eine  ganze  Geschichte  der  katholischen
Presse  und  der  katholischen  Bewegung  in  Deutschland  enthält.
Die  Kunst  ist  vertreten  durch  drei  reich  illustrierte  Werke
des  Privatdozenten  Dr.  Walter  Rothes:  „Di  e  Madonna  in  ihrer
Verherrlichung  durch  die  bildende  Kunst  aller  Jahrhunderte“,
„Christus,  sein  Leben,  Leiden,  Sterben  und  Verherrlichung  in
der  bildenden  Kunst  aller  Jahrhunderte“,  und  „Die  Schönheit
des  menschlichen  Antlitzes  in  der  christlichen  Kunst“.
        <pb n="152" />
        ^  131

Privatdozent  Dr.  Heribert  Heiners  lieferte  Beschreibungen  und
Würdigungen  der  „Kölner  Kirchen“.
Von  den  vielen  herausgebrachten  rechts-  und  staatswissenschaftlichen, ­
  politischen  und  sozialen  Schriften  sind
die  in  Sammlungen  erschienenen  schon  hervorgehoben  worden.
Zu  nennen  sind  noch  Dr.  Baumstätters  Darlegung  der  „Rechtsverhältnisse ­
  der  deutschen  Frau“,  die  Feststellung  des  rechtlichen
Verhältnisses  der  „Katholischen  Kirche  zum  modernen  Staat“  von
Prof.  Dr.  Karl  Böckenhoff,  dessen  Veröffentlichung  über
„Reformehe  und  christliche  Ehe“,  des  Apostolischen  Protonotars
Dr.  Frz.  Hein  er  „Kirchlicher  Zivilprozeß“  und  „Kirchlicher  Strafprozeß“, ­
  ferner  Prof.  Dr.  Aug.  Knechts  schon  im  7.  und  8.  Tausend ­
  vorliegende  Erläuterung  der  „Neuen  eherechtlichen  Dekrete
Ne  temere  und  Provida“,  Giesberts  kleine  Schrift  aus  1909
„Friede  im  Gewerkschaftsstreit“,  G.  Kühlings  „Verwaltung  des
Kirchenvermögens“,  F.  v.  Schilgens  „Deutsches  Vormundschaftsrecht“ ­
  und  Dr.  J.  Schwerings  „Vergleichung  der  rechtlichen, ­
  ethischen  undwirtschaftlichen  Grundgedanken  im  römischen,
deutschen  Recht  und  im  Bürgerlichen  Gesetzbuch“.

Auch  die  philosophischen  und  theologischen  Veröffentlichungen ­
  sind,  soweit  sie  in  Sammlungen  vertreten  sind,  schon
erwähnt  worden.  Außerdem  untersuchte  Dr.  theol.  Kopp  „die
Philosophie  des  Hermes  und  ihre  Beziehungen  zu  Kant  und  Fichte“,
Dr.  Alb.  Lang  lieferte  mehrere  Schriften  über  das  Kausal-Problem
  sowie  ein  „Repertorium  der  Geschichte  der  neueren  Philosophie“, ­
  P.  Erich  Wasmann  S.  J.  eine  Studie  über  „Menschenund
  Tierseele“,  Dr.  Alf.  Böhm  „eine  Untersuchung  der  Gottesidee ­
  bei  Aristoteles  auf  ihren  religiösen  Charakter“,  Dr.  Alb.
Dockei  betrachtet  die  „schöpfungsgeschichtlichen  Theorien“,
Prof.  Dr.  Mausbach  „die  katholische  Moral  und  ihre  Gegner“,
sowie  den  „Eid  wider  den  Modernismus“,  Dr.  theol.  Ph.  F  r  i  e  d  r  i  c  h
erörtert  den  „Christus-Namen  im  Lichte  der  alt-  und  neutestanientlichen
  Theologie“,  sowie  die  „Mariologie  des  h.  Augustinus“,
Prof.  Dr.  Ant.  Seitz  beleuchtet  die  „modernistischen  Grund-Probleme
  in  den  dogmengeschichtlichen  Untersuchungen  von
Dr.  Schnitzer  und  Dr.  Koch“  und  Rektor  Dr.  A.  Pottgießer
bietet  ein  Werk  über  „Johannes  den  Täufer  und  Jesus
Christus“.
        <pb n="153" />
        Die  Bachemschen  Jugendschriften-Sammlungen.

Anfangs  der  1890er  Jahre  nötigte  Ueberarbeitung  den  ältesten
der  Söhne  Josef  Bachems,  Franz  Xaver,  sich  auf  einige  Jahre
von  manchem  zu  entlasten.  Als  die  beiden  Brüder  Robert  und
Fridolin  sich  in  seine  Arbeit  teilten,  fiel  dem  letzteren  die  Sorge
um  den  Buchverlag  anheim.  Mit  tatkräftiger  Unterstützung  des
inzwischen  zum  Prokuristen  aufgerückten  ersten  Verlagsgehilfen
Jean  Schmitz  nahm  er  mit  Eifer  den  weiteren  Ausbau  des
Verlags  in  die  Hand,  und  unter  seiner  Führung  wurde  der  Grund
gelegt  zu  den  verschiedenen  Sammlungen  der  Jugendschriften
der  Firma.
Ueber  die  Anforderungen,  die  man  an  gesunden  Jugendlesestoff ­
  stellen  müsse,  bereitete  sich  damals  ein  Umschwung  vor.
Die  vorhergehende  Generation  hatte  sich  einerseitsan  den  schlimmen
Indianergeschichten  ergötzt,  die  in  bunten  schreienden  Umschlägen
phantasievergiftende  Mordgeschichten  boten,  andererseits  an  den
romantischen  Erzählungen  von  Herchenbach,  Christoph  von
Schmid  erfreut,  die  von  Wirklichkeitsschilderungen  weit  entfernt
waren.  An  ihre  Stelle  traten  nun  die  geschichtlichen  Erzählungen
des  Bachemschen  Verlags.  Einige  Jahre  später  sollten  die  von
dem  Hamburger  Lehrerverein  hervorgerufenen  grundsätzlichen
Erörterungen  über  die  Jugendschriftenliteratur  einen  langen  Streit
darüber  einleiten.
Als  einen  Glücksfall  betrachtete  es  Fridolin  Bachem,  als  ihm
1894  von  dem  Lehrer  Rob.  Münchgesang  in  Hückeswagen  eine
Jugendschrift  „Spartacus  der  Sklaven-Feldherr“  angeboten  wurde,
die,  einen  Stoff  aus  dem  alten  Rom  behandelnd,  nach  dem  Urteil
des  Verlegers  der  richtige  Lesestoff  für  die  Jugend  war.  Er  nahm
sie  nicht  allein  sofort  an,  sondern  entwarf  einen  Plan,  nach  dem
er  Münchgesang  mit  der  Abfassung  einer  ganzen  Reihe  zeitlich
fortschreitender  Geschichtserzählungen  beauftragte.  So  entstanden
die  ersten  Bände  von  „BachemsneuenillustriertenJugendschriften“,
  von  denen  drei  bereits  auf  dem  Weihnachtstisch
des  Jahres  1895  lagen.  Nun  erschienen  in  jedem  der  folgenden
Jahre  bis  1907  durchschnittlich  drei  neue  Bände,  von  der  jugendlichen ­
  Leserschaft  stets  willkommen  geheißen,  so  daß  in  dem  genannten ­
  Jahre  38  Vorlagen,  von  denen  fast  die  Hälfte  der  fleißigen
        <pb n="154" />
        ^  133

Feder  Münchgesangs  entstammten.  Weiterhin  machten  sich  noch
Rektor  Cüppers  in  Ratingen  und  Lehrer  Ad.  Holdschmidt
in  Duisburg-Meiderich  um  die  Sammlung  besonders  verdient.
Es  lag  nun  nahe,  in  ähnlicher  Weise  für  die  weibliche  Jugend
zu  sorgen,  und  hier  war  es  Frau  Maria  Schmitz  (geb.  1858
als  Tochter  des  Gymnasialdirektors  Köhler)  in  Aachen,  die  unter
dem  zweiten  Decknamen  (den  ersten:  Fabri  de  Fabris  haben  wir
schon  kennen  gelernt)  AngelikaHarten,  auf  des  Verlegers  Anregung ­
  mit  einem  Bande  „Aus  Wildfangs  Kinderjahren“  1896  den
Reigen  eröffnete.  Bald  fügte  sie  dem  Erstling  noch  mehrere  Bände
mit  Schilderungen  aus  Wildfangs  Entwicklung  zu  und  lieferte  auch
noch  eine  ganze  Reihe  weiterer  Beiträge.  Besonders  auf  dem
Gebiete  des  Kunstmärchens  leistete  die  phantasiebegabte  Schriftstellerin ­
  Uebergewöhnliches.
Nachdem  mit  solchen  Unternehmungen  einmal  begonnen  ist,
pflegen  die  Anerbietungen  sich  bald  einzustellen  und  auch  hier  war
rasch  ein  reichliches  Angebot  anderer  Verfasserinnen  zur  Stelle,
die  in  gleichem  Sinne  Beiträge  beisteuerten,  so  daß  die  Bücherei
»Bachems  illustrierte  Erzählungen  für  Mädchen“
rasch  anwuchs  und  nach  zehn  Jahren  (bis  1915)  33  Bände  zählte.
Hatte  der  Verlag  auf  diese  Weise  den  Bedürfnissen  großer
katholischer  Kreise  für  den  Nachwuchs  entsprochen,  so  blieb
noch  die  Berücksichtigung  der  geldlich  ungünstiger  gestellten
Volksmasse,  die  für  den  Band  nicht  M.  3  bzw.  2.50  auszugeben
in  der  Lage  war.  Dahingehende  Erwägungen  führten  zur  Gründung
der  Sammlung  „BachemsVolks-undJugenderzählunge  n“,
von  denen  das  schmucke  illustrierte  Bändchen  zu  M.  1.20  verkauft ­
  wurde.  Eröffnet  wurde  diese  Reihe  1897  mit  dem  früheren
Verlagswerke  Clara  Maitland,  Erzählung  aus  dem  Leben  eines
jungen  Mädchens,  Heinr.  Keiters  Erzählung  „Aus  dornenreicher
Jugendzeit“  und  drei  Erzählungen  Lorenz  Heitzers,  der  in  der
Folgezeit  noch  oft  in  der  Sammlung  erschien.  Sie  brachte  es,
von  vielen  Verfassern  unterstützt,  bis  1917  auf  die  höchste  Zahl
von  Bändchen,  nämlich  77.
Für  beide  Geschlechter  bestimmt  war  eine  neue  Sammlung
von  Jugend-  und  Volksschriften,  die  1909  unter  dem  Titel  „Aus
allen  Zeiten  und  Ländern“  zu  erscheinen  begann.  Es  sind
Erzählungen  aus  dem  Mittelalter,  der  neuen  und  neuesten  Zeit
mit  geschichtlichem  und  kulturgeschichtlichem  Hintergründe;  auch
diese  Reihe  brachte  es  bis  zum  Kriegsjahre  1914  auf  21  Bände
        <pb n="155" />
        und  erfreute  sich  großer  Beliebtheit.  Rektor  Cüppers  und  Gerhard
Hennes  sind  die  am  meisten  darin  vertretenen  Schriftsteller.

Der  Buchverlag  im  Kriege.
Der  Krieg  hat  auf  den  Buchhandel  in  mehrfacher  Weise  einen
bedeutsamen  Einfluß  ausgeübt.  Zunächst  schien  bei  dem  allgemein
befürchteten  wirtschaftlichen  Zusammenbruch  der  Buchhandel
als  Handel  mit  Luxusgegenständen  —  Bücher  waren  noch  nicht
als  Gegenstände  des  täglichen  Bedarfs  erklärt!  —  in  erster  Linie
in  Mitleidenschaft  gezogen  zu  werden.  Manche  Verleger  glaubten
den  Sortimentern  allen  Kredit  entziehen  zu  müssen  und  nur  gegen
Barzahlung  liefern  zu  dürfen.  Als  sich  dann  die  unerwartete
Tatsache  zeigte,  daß  der  Krieg  im  Gegenteil  eine  unerhörte  Geldflüssigkeit ­
  im  Gefolge  hatte  und  das  wirtschaftliche  Leben  geradezu
aufblühte,  da  machte  sich  auch  die  Nachfrage  nach  Büchern
in  einer  Weise  bemerkbar,  daß  der  Buchhandel  den  Anforderungen
kaum  genügen  konnte.  Nicht  zum  wenigsten  trug  hierzu  der
ungeheure  Bedarf  des  Heeres  bei.  Leuten,  die  früher  kein  Buch
angesehen  hatten,  drückte  die  Langeweile  des  Stellungskrieges
und  der  Etappenwache  Bücher  in  die  Hand.  Die  allerorten  entstehenden ­
  Feldbuchhandlungen  und  Feldbüchereien  stellten  ungeheure ­
  Anforderungen  an  den  Verlagshandel.
Diesen  erfreulichen  Verhältnissen  standen  weniger  erwünschte
gegenüber.  Je  länger  der  Krieg  dauerte,  um  so  mehr  nahmen  die
für  die  Buchherstellung  nötigen  Rohstoffe  an  der  allgemeinen
Teuerung  teil.  Dieser  Umstand  und  die  allgemeine  Teuerung  der
Lebenshaltung  machten  fortgesetzte  Zuschläge  zu  den  sonst  so
unverrückbaren  Bücher-Ladenpreisen  nötig.
Nach  dreijähriger  Kriegsdauer  war  es  schon  schwierig,  Papier
zur  Buchherstellung  zu  erhalten.  Dazu  waren  die  Papierpreise
auf  eine  Höhe  gestiegen,  die  nur  schwer  mehr  in  die  Bücherpreise ­
  einzurechnen  war,  und  Unternehmungen,  die  durch  Massenauflagen ­
  auf  billige  Preise  angewiesen  waren,  mußten  vielfach
auf  Neudrucke  verzichten.  Oft  las  man  in  den  buchhändlerischen
Blättern  „Vergriffen.  Neudruck  erst  nach  dem  Kriege  möglich.“
Von  Jahr  zu  Jahr  ging  seit  der  Papier-„Rationierung“  der  dem
Verleger  von  der  Berliner  Papierstelle  bewilligte  Prozentsatz
zurück  unter  gleichzeitigem  steten  Anziehen  der  Preise.
        <pb n="156" />
        Unter  diesen  Verhältnissen  hatte  auch  der  Bachemsche  Verlag
naturgemäß  stark  zu  leiden.  Die  Jugendschriftensammlungen
z.  B.  konnten  einstweilen  nicht  fortgesetzt  werden.  Nur  das
Notwendigste  durfte  hergestellt  oder  neugedruckt  werden.
Zweifellos  hat  der  Krieg  insofern  auf  manche  Volkskreise
günstig  eingewirkt,  daß  in  ihnen  die  Freude  am  Buch  erweckt
worden  ist,  die  auch  im  Frieden  nachwirken  wird.  Mag  auch
jetzt  noch  lediglich  das  Unterhaltungsbedürfnis  dabei  eine  Rolle
spielen,  so  ist  doch  anzunehmen,  daß  mit  der  Zeit  das  Lesebedürfnis
auch  ein  höheres  Interesse  gewinnt  und  an  seinem  Teil  auf  die
Kulturstufe  des  Volkes  günstig  einwirkt.  Der  Krieg  als  Ursache
einer  Kulturförderung!  Ein  widerspruchsvoller  Gedanke  in  der
Tat,  aber  ein  solcher,  dessen  Verwirklichung  zu  begrüßen  wäre!
Den  Bedürfnissen  besonders  der  katholischen  Soldaten  hat
der  Bachemsche  Verlag  durch  verschiedene  Veröffentlichungen
Rechnung  getragen.  Großen  Anklang  hat  gleich  zu  Anfang  des
Krieges  ein  Kriegsgebetbüchlein  gefunden,  das  im  Aufträge
des  katholischen  Garnison-Pfarramts  der  Festung  Köln  herausgegeben ­
  wurde,  und  von  dem  innerhalb  dreier  Jahre  über  400000
Stück  abgesetzt  wurden.  Dem  Verlangen  nach  Unterhaltung  kam
die  Sammlung  „In  der  Feuerpause“  entgegen,  die,  zu  30  Pfg.
die  Nummer,  ernste  und  heitere  kleine  Erzählungen  bot  und  von
denen  rasch  30  Hefte  herauskamen.  Auch  die  letzten  Bände  der
Jugendschriften  nahmen  auf  den  Krieg  Bezug,  wie  aus  unserm
Verlagsverzeichnis  zu  ersehen  ist.

Auf  den  Werken  des  Verlags  erscheint  auf  der  Titelseite  zum
ersten  Male  im  Jahre  1879  das  Verlagszeichen  (Signet):

In  seiner  Leipziger  Ausbildungszeit  ließ  es  F.  X.  Bachem  durch  den
Leipziger  Zeichner  Fr.  Baumgarten  herstellen.  Es  zeigt  den  Wahlspruch
Josef  Bachems  und  in  den  Ecken  verteilt  die  Ziffern  des  Gründungsjahrs
1818.  Das  weiter  unten  erwähnte  Druckerei-Signet  ist  ebenso  entstanden.
        <pb n="157" />
        136

Die  Buchdrucker-  und  Buchhändler-Signete  haben  sich  wahrscheinlich ­
  aus  den  Hausmarken  entwickelt.  Diese  galten  an
Häusern  und  auch  an  beweglichen  Gegenständen  als  Eigentumszeichen. ­
  Wir  lesen  z.  B.,  daß  die  Kölner,  nachdem  sie  dem  Erzbischof ­
  Engelbert  II.  1262  den  befestigten  Bayenturm  abgenommen
hatten,  sofort  an  allen  vier  Seiten  das  Stadtwappen  anbringen
ließen,  zum  Zeichen,  daß  der  Turm  nun  städtisches  Eigentum  sei.
Diese  Bedeutung  der  Hausmarken  ist,  wie  man  sagt,  auf  die
Drucker-  und  Verlagszeichen  insofern  übertragen  worden,  als
sie,  wenigstens  in  der  ersten  Zeit,  den  Ursprung  der  Bücher  bekunden ­
  sollten.  Besonders  waren  sie  für  solche  Bücher  von  Bedeutung, ­
  denen  Drucker-  und  Verlegernamen  nicht  aufgedruckt  sind.
Das  Signet  ist  so  alt  wie  die  Druckkunst  selbst.  Schon  von
Fust  und  Schöffer  ist  das  Druckerzeichen  bekannt;  es  erscheint
in  den  ersten  Zeiten,  als  die  Bücher  noch  keine  Titelblätter  hatten,
am  Schluß  der  Werke.  Von  der  Mitte  des  16.  Jahrhunderts  ab
beobachtet  man  häufig  das  Verlagssignet  vorn,  die  Druckermarke
am  Schluß  des  Buches.  In  Köln  hat  der  berühmte  Künstler  des
Holzschnitts  Anton  Woensam,  der  zu  Anfang  des  16.  Jahrhunderts
nach  Köln  kam,  den  Verlegern  ihre  schönen  Signete  geschaffen.
Sonderbar  ist  freilich,  daß  mehrere  Signete  für  ein  und  denselben
Drucker  in  Köln  im  Gebrauch  waren.  Damals,  im  17.  Jahrhundert,
hatten  sie  also  ihre  ursprüngliche  Bedeutung  verloren  und  dienten
nur  mehr  als  Zierat.  Oft  freilich  waren  es  redende  Druckerwappen.
So  hatte  z.  B.  der  Kölner  Drucker  Birkmann,  der  Unter  Fetten  Hennen
wohnte,  eine  Birke  und  eine  Henne  in  verschiedenen  Signeten.
Im  gleichen  Jahre  1879  tritt  zum  erstenmal  in  den  aus  der
Druckerei  hervorgehenden  Verlagswerken  das  Druckersignet  auf.
Während  das  Verlegerzeichen  auf  dem  Titel  erscheint,  steht  das
Druckerzeichen  auf  dessen  Rückseite  mit  der  Nummer  der  Drucksache ­
  des  Jahres.  Die  beiden  letzten  Ziffern  dieser  Zahl  bezeichnen ­
  das  Druckjahr.
        <pb n="158" />
        Wenn  wir  am  Schlüsse  dieses  Abschnitts  den  Blick  auf  die
Zeit  vor  hundert  Jahren  rückwärts  wenden,  so  ist  eine  gewisse
Aehnlichkeit  der  damaligen  Lage  mit  der  unsrigen  nicht  zu  verkennen. ­
  Als  der  Gründer  des  Verlags  nach  Köln  kam,  waren  die
Zustände  in  Europa  nach  einem  bis  dahin  unerhörten  Kriege  gegen
den  Feind  im  Westen  noch  nicht  gefestigt.  Noch  tagte  der  Wiener
Kongreß,  der  die  politischen  Verhältnisse  des  Kontinents  von
Grund  aus  neu  regeln  sollte,  noch  war  der  Entscheidungstag  von
Waterloo,  der  Europa  endgiitig  von  der  französischen  Tyrannei
befreien  sollte,  nicht  angebrochen.  Soeben  war  die  Rheinprovinz
an  Preußen  gekommen,  unter  dessen  Herrschaft  sie  während  des
kommenden  Jahrhunderts  einen  beispiellosen  Aufstieg  erleben
sollte.
Fast  genau  hundert  Jahre  später  ist  von  neuem  die  Kriegsfackel ­
  in  unser  friedliches  Heim  geschleudert  worden,  und  wir
mußten  gegen  eine  Welt  von  Feinden,  die  gerade  jener  Aufstieg
mit  Neid  erfüllt  hatte,  uns  wehren.  Noch  sind  wir  ihrer  nicht
völlig  Herr  geworden,  aber  wir  stehen  jetzt,  im  Frühjahr  1918,
inmitten  gewaltiger  Erfolge,  die  uns  zu  der  Hoffnung  berechtigen,
daß,  wie  vor  hundert  Jahren,  das  Morgenlicht  des  Friedens  bald
neu  erscheinen  wird,  daß  der  kulturvernichtende  Schritt  der
Bataillone  verhallen  und  die  Religion  der  Liebe,  die  Kunst  und
die  Wissenschaft,  der  Fortschritt  der  Menschheit  wieder  die
Herrschaft  ausüben  und  unser  Volk  durch  friedliche  innere
und  äußere  Kulturarbeit  zum  Glücke  führen  werden.
Möge  der  Chronist,  der  nach  einem  weiteren  Jahrhundert,  das
für  uns  noch  im  Zeitenschoß  seine  Lose  birgt,  die  Verlagstätigkeit ­
  des  Hauses  Bachem  überschauen  wird,  auf  einen  glücklichen
Zeitraum  der  Fortentwicklung  zurückblicken  können.  Möge  auch
er  vor  allem  an  der  Schwelle  jenes  neuen  Jahrhunderts  einen
ebenso  erfreulichen  Abschluß  einer  schlimmen  Zeit  schauen,  wie
es  uns  vergönnt  ist.  Das  ist  unsere  feste  Hoffnung,  das  walte  Gott!
        <pb n="159" />
        II

Verlagsverzeichnis  von  1815—1918.

Erklärungen.

*  =  Kommissionsartikel.
BJ  =  Bachems  Jugendschr.  f.  Knaben.
BEM  =  Bachems  Erzählgn.  f.  Mädchen.
BNS  =  Bachems  Novellensammlung.
BRS  =  Bachems  Eomansammlung.
BV  =  Bilder  ans  dem  Volksleben.
BVJ  =  Bachems  Volks-  u.  Jugenderzähl.
E  =  Erzählung;  En  =  Erzählungen.
G  =  Gedichte.
GG  =  Schrift  der  Görres-Gesellschaft.
Gr.  =  Groschen.
M  =  Märchen.

N  —  Novelle;  Nn  =  Novellen.
R  =  Roman.
RG  =  Rüstzeug  der  Gegenwart.
S  =  Seitenzahl.
SK  =  Sämig,  klass.  engl.  Werke.
SU  =  Sämig,  unterhalt,  engl.  Schriften.
SPZ  =  Soziale  u.  pol.  Zeitfragen.
Z  =  Zeitbilder  in  Erzählungen  aus  der
Geschichte  der  christlichen  Kirche.
ZL  =  Aus  allen  Zeiten  und  Ländern.
ZS  =  Zeit-  u.  Streitfragen  d.  Gegenw.

Verzeichnis  der  Decknamen,  die  mehrmals  Vorkommen.

Bauer,  H.  =  Frau  Ä.  Petersdorf.
Berg,  Jobs*  =  Dr.  P.  Scherer.
Berger,  Marie  =  Prl.  Sofie  v.  Follenius.
Biedembach  R.  =  Oberamtsarzt  Dr.
Buck.
v.  Dlrklnk,  J.  =  Frau  J.  Sandhage.
Dukas  Theodassos  =  J.  Gottwald.
Endeers  =  Frl.  Franziska  Bram.
Erlenbnsch,  H.  =  Frfr.  M.  v.  Adelshf  im.
Fabri  de  Fabris  =  Frau  Maria  Schmitz,
Aachen.
Franz,  Emma  =  Frl.  Marie  v.  Pelzein.
Fred,  H.  =  Frl.  A.  v.  Prondzynska.
v.  Garten,  J.  =  Frfr.  v.  Gregory.
Gerard,  I).  =  Dorothea  v.  Longard-6,
Gerard,  E.  =  B.  v.  Laszowska-Gerard.
Gerard  E.  D.  =  gemeinsam  von  vorstehenden. ­

George,  Anna  =  Frau  Archivrat  Kaufmann, ­
  Bonn.
v.  Goldegg,  Itha  =  Gräfin  Itha  v.  Bossi-Fedrigotti,
  Wien.
Harten,  Ang.  =  Frau  Schmitz  (s.  Fabri).
Haupt,  Antonie  =  Frau  V.  Endler.
Helmy,  J.  =  p r l.  Helmine  Friok.
Herbert,  M.=Frau  Th.Keiter,  Regensburg.
Holm,  Joh.  =  Frau  Jda  v.  Mucha-Eltz.
Joachim,  A.  =  Elise  Knaokfuß.
Kerner,  H.  =  Prof.  H.  Cardauns,  Bonn,
v.  Lenhard,  Karl  =  C.  Bentlage.

Leonhart,  E.  =  Frau  Majorin  E.  Knackfuß. ­

Lingen,  Ernst  =  Frl.  Elise  Schilling.
Maidorf  =  Frau  M.  Mathey.
Messerer,  Th.  =  Frau  Th.  Winkler.
Müller,  Christine  =  Frau  v.  Walree.
v.  Neidegg,  L.  =  Graf  Waldburg-Zeil.
Nemo  =  Frl.  Connemann.
Norden,  E.  =  Frau  Generalin  A.  v.
Wegerer,  Berlin.
Parr,  M.  J.  =  Frau  Rechtsanwalt  Marie
Justine  Rapp,  München.
Relly,  E.  =  Forstrat  E.  Reuß,  Dobrisch.
Rheinau,  CI.  =  Frl.  A.  Sichert,  Worms.
Ritter,  H.  =  Frau  H.  Schäfer,  Köln.
v.  Rothenfluh,  E.  =  Dr.  J.  H.  Stackemann. ­

Rudorff,  E.  =  Frau  Frz.  Jarke,  Königsb.
Schwarz,  Walter  =  Baronin  Wanda
v.  Dallwitz,  Tarnow  b.  Wüstenhausen.
Teimann,  Konr.  =  E.  0.  K.  Zitelmann.
Tenger,  Mariam  =  Marie  Edle  von
Hrussolzy,  Berlin.
Torrund,  Jassy  =  Frl.  Jos.  Mose.
Veldenz,  A.  =  Frl.  A.  Weißmüller,
Düsseldorf.
v.  Veltheim,  H.  =  Frau  Hptm.  P.  v.
Vollmar-Veltheim,  Bayreuth.
Waldau,  K.  =  Frl,  Lina  Kämmerer,
München.
vom  Walde,  M.  =  Frfrl.  Marg.  v.  Loe
        <pb n="160" />
        Ohne  Namen  erschienene  Werke  sind,  soweit  der  wahre  Name
festgesteilt  werden  konnte,  unter  diesem  in  eckigen  Klammern
aufgetührt.  Die  Vornamen  der  Verfasser,  soweit  sie  ermittelt
werden  konnten,  finden  sich  im  Inhaltsverzeichnis.

1  Ql  e  Comte,  Unmöglichkeit  einer  konstitutionellen  Regierung  unter  einem
lOU  militair.  Oherhaupte.  Aus  d.  Franz,  von  Th.  v,  Haupt.  43  S.
1  Ql  Butte,  Erinnerungen,  aus  Europa  zu  wandern.  109  S.  —  [Groote],  (Faust’s)
lOlU  Versöhnung  mit  dem  Lehen.  308  S.  —  Keine  Volksrepräsentation.  78  S.—
Vorschläge  zur  Errichtung  eines  allgemeinen  Jungfrauenstiltes  in  Preußen.  54  S.
(1815  u.  16  Verlag  von  DuMont-Bachem.)

loto  Anleitung  zur  Arithmetik  von  G.  v.  H.  (16  Gr.)  —  *  Heynen  (SchreiblOIO
  lehrer  in  Koblenz)  Vorlagehlätter  zur  deutschen  Schönschrift.  (14  Gr.)  —
Ders.,  kalligr.  Wandfibel  zum  Elementarunterr.  in  der  deutschen  u.  engl.  Schönschrift ­
  in  11  Tafeln  (1  TIr.  4  Gr.)  —  Hiillmann,  Ursprünge  der  Besteurung.  74  S.  —
*  Mlnola,  röm.-deutsche  Gesch.  [Aufdruck:  Verlag  von  Mathieux,  Köln.]  324  8.  —
Noback,  Weehsel-Arhitrage-Tafeln  nebst  Erläut.  (eine  versiegelte  Rolle)  [Krefeld  ;
18  Gr.]  —  *  Zum  Bach,  Adressenwesen.  34  S.
1819  Delbrück,  Sokrates,  Betrachtungen  und  Untersuchungen.  144  S
löOft  Elsholtz,  Wanderungen  durch  Köln.  103  S.  —  Günther,  Medizin.  Anwen-(Jung
  ,j es  Zuckers.  32  S.  —  *  Haaß,  Zeichen  des  Croups.  [Moskau.]  158  S.  —
Hüllmann,  Staatsrecht  des  Altertums.  424  S.  —  *  Sntamilli,  Decouverte  sur  le  croup,
ou  Tasthma.  [Moscou.]  720  S.  —  Zum  Bach,  Ehen  zwischen  Kath.  u.  Protest.  120  8.
1  Caemmerer,  preuß.  Steuergesetze.  —  *  [Elsholtz],  Der  neue  Achilles.  N.
128  S.  —  Hoffmann  v.  Fallersleben,  Lieder  u.  Romanzen.  114  S.  —
Kreuser,  über  P.  A.  Fonk.  198  S.  —  Neigebanr,  provisor.  Verwaltung  am  Rhein.
395  8.  —  Rechtfertigung  der  gemischten  Ehen.  227  S.  —  Werres,  Schutzmittel  gegen
Augenentzündung.  341  S.
1ROO  Benzenberg,  Briefe  über  die  Assise  in  Trier.  581  S.  1.  Teil.  S.  1—198,
^  2.  Teil.  S.  199—582.  —  *  Correns,  Aut-  u.  Abzug  der  Pächter.  218  S.  —
*  [Fonk],  Kampf  für  Recht  u.  Wahrheit.  2  Hefte.  342  u.  424  S.  —  Ders.,  Verteidigungsreden ­
  vor  dem  Assisenhofe  in  Trier  am  1.,  7.  u.  8.  Juni  1822,  herausg.  von  d.
Verteidiger  Aldenhoven.  63  S.  —  Heifter,  Athenäische  Gerichtsverfassung.  509  S.
[Heffter],  Aprils-AImanach.  208  S.  —  *  Klein,  Vergleichung  der  republ.  Zeitrechnung ­
  v.  Jahre  I—XIV  mit  dem  greg.  Kal.  20  S.  —  Luther,  Enchiridion.  56  S.
~  Multer,  Elementarschul-  u.  Unterrichtswesen  in  Deutschland.  163  S.  —  Eive,
Aufhebung  der  Fideikommisse.  140  S.  —  Schreibkalender  für  1822,  f.  Kanzleien  etc.
128  8.  —  Wesermann,  Magnetismus  u.  Weltsprache.  340  S.
1SOQ  *  Aldenhoven,  Rechtsstreit  Schaaffhausen  wider  Sandt.  27  S.  *  Bender,
U4,J  polizeiliche  Rechtspflege.  295  S.  —  *  Haas,  Das  Schuldenwesen  der  Gemeinden ­
  in  Rhein-Preußen.  92  S.  —  *  Renard,  Elementar-Vorschrift  für  Stadt-  u.
Landschulen.  214  Sgr.  —  Zeller,  Woyciech,  eine  Soldatengeschichte,  260  S.
IßQA  [L.  Bachem?]  Bemerkungen  über  Weinbau.  32  S.  —  Braun,  Handbuch  der
Erdkunde.  I.  1.  113  8.  —  *  Collmann,  Srafrecht.  390  S.  —  Daniels,  H.  G.  W.,
ronn  d.  gerichtl.  Verf.  in  Dominialsachen.  120  S.  —  »Günther,  Bemerkungen  über
Hdln  u.  seine  Bewohner  in  medizin.-phys.  Hinsicht.  51  S.  —  Harkort,  plani-stereom.
Sehreiblineal.  80  S.  —  Harkort,  Universal-Planimeter.  16  S.  —  Kreuser,  Dichtungen.
300  S.  —  *  Mezard,  Würdigung  d.  Geschworenenanstalt.  64_  S.  —  Molitor,  über  das
Jodin.  90  S.  —  *  Rive,  Bauerngüterwesen.  I.  536  S.  —  Schmitt,  Rechtfertigung  gegen
Aldenhoven  in  der  Rechtssache  der  Gemeinde  Conz  wider  Grach.  26  S.  —-  Stoll,
2  Stimmen  im  Weltall.  G.  in  5  Sprachen.  48  S.  —  Thomas  v.  Kempis,  Das  Lilienthal. ­
  108  S.  :
        <pb n="161" />
        lOOK  Dnbyen,  Darstellung  meiner  Syndikatsverwaltg.  der  Fallitmasse  von
Preyers  u.  Petersen  in  Kaiserswerth  als  Verteidigung.  61  8.  —  Göller,
META’h  rAZEls-  Samml.  von  Übersetz,  ins  Griechische.  81  S.  —  Keinen,  Geistl,
Lieder  f.  das  kath.  Landvolk.  208  8.  —  [Ladenberg],  Preußens  gerichtl.  Verfahren
in  Zivil-  u.  Krim.-Sachen.  624  S.  Nachtrag  1836.  306  8.  Zusätze,  Anmerkungen  u.
Abänderungen.  1836.  107  8.  3.  Aufl.  1842  (bearb.  von  R.  Const.  Jany).  624  8.  —
Sammlung  der  Gesetze  betr.  Bestrafung  der  Verwaltungsbeamten  der  Rheinprovinz.
48  8.  —  *  Schier,  Palestrina.  Künstlerdrama  nebst  lyr.  Ged.  u.  e.  Festspiel  Der
Künstler  Morgenröthe.  198  S.  —  *  Taurlnus,  Theorie  der  Parallellinien.  102  8.  —
Wallraff,  Erhebungsrollen  f.  ein-,  aus-  u.  durchzuführ.  Handelsgegenstände  v.
19.  11.  1824.  für  die  westl.  Provinzen,  geltend  v.  1825—27.  67  8.
jOQf\  *  Correns,  Unterschied  zwischen  Landesrechten  usw.  192  8.  —  Darstellung
IOZU  ( ] CI ,  Form  u.  des  Wesens  der  fallirten  sog.  anonymen  Akt.-Ges.  unter  der
Firma  Baumwollspinnerei  unter  Sachsenhausen  Nr.  39  in  Köln,  von  dem  Syndik.
30  8.  —  *  Gerard,  Vergleichungstafeln  der  preuß.  Maaße  etc.  mit  den  altköln.
45  8.  —  Hüllmann,  De  cercopibus.  16  8.  —  *  Müller,  Meine  Ansicht  von  der  Geschichte. ­
  519  8.  —  *  Ders.,  Güterwesen.  525  8.  —  *  Ders.,  Ursprache.  956  8.  —-*
  Taurinus,  Geometriae  prima  elementa.  74  8.  —  Tonrlst’s,  The,  Pocket  journal.
Notizbuch  in  3  Sprachen  u.  Münzvergleichungstafeln.  96  8.  —  Verzeichnis  sämtl.
zum  Hypothekenbez.  Köln  gehöriger  Ortschalten  m.  Ang.  der  früheren  Einteilg.
nach  Kantons  u.  Bürgermeistereien.  12  Gr.
1007  Blnff,  Entwickelungs-Combinationen  organischer  Wesen.  52  8.  —  Ders.,
IO^i  Pastoralmedizin  180  8.  —  Braun,  Handb.  der  Erdkunde  I  2.  455  8.  —
Daniels,  Wechselrecht.  413  8.  —  *  De  la  navigation  du  Rhin,  considdrde  dans  ses
rapports  avec  le  royaume  des  Pays-Bas.  Traduit  de  l’allemand.  252  8.  —  *  Marder,
Die  Mineralquelle  zu  Ründeroth.  55  8.  —  v.  Oppen,  Vergleichg.  der  französischen
und  preußischen  Gesetze.  2  Hefte.  278  8.  —  Schiereck,  Tafeln  aller  Quadrate  von
1—10  000.  32  8.  —  Ders.,  Handb.  f.  Geometer  (1834  u.  d.  Titel  Samml.  v.  Formeln
etc.).  —  Schneider,  Leitfaden  beim  Vortrage  der  deutschen  Geschichte  für  Schüler.
91  8.  —  *  Weyer-Lenzen,  Ansichten  öffentlicher  Plätze  etc.  in  Köln.  160  8.
iOOO  Adreßbuch  der  Stadt  Köln.  332  8.  —  Butte,  anthropolog.  Biotomie.  32  8.  —
10^0  j a cobs,  Disputatio  de  tribus  locis  librorum  Ciceronis  de  Offlciis.  26  8.  —
Köln  u.  Bonn  [von  Dr.  Jacob,  DeNoel,  Nöggerath].  343  8.  —  Leontii  carminis  Hermesianactei
  fragm.  emendatum  a.  F.  A.  Riglero  et  C.  A.  M.  Axtio.  32  8.  —  Lnclanl,
Alexander  graece,  hg.  von  C.  G.  Jacobs.  192  8.  —-  Manethonls  apotelesmaticorum
libri  sex,  hg.  von  C.  A.  M.  Axtius  u.  F.  A.  Rigler  (Probe,  26  8.,  vgl.  1832).  —  Merlo-Horstii
  aphorismi  eucharistici,  192  8.  —  Ders.,  Aphorismen  über  die  hl.  Eucharistie,
übersetzt  von  M.  W.  Kerp.  304  8.  —  Merrem,  über  den  Cortex  adstringens  Brasil.
112  8.  —  Ristelhüber,  hist.-stat.  Beschreibg.  des  Land-Arbeitshauses  zu  Brauweiler.
168  8.  —  *  Schiereck,  erratende  Redekunst  zur  Unterhaltung.  212  8.  —  Schröder,,
Gedichte.  (16  Gr.)  —  Wallraff,  Erhebungsrollen  f.  ein-,  aus-  u.  durchzuführ.  Handelsgegenstände ­
  f.  1828—30.
Cttpper.  christ-kath.  Religionshandbuch.  324  8.  —  Ders.,  Katechismus.  168  8.
—  [Ladenberg],  Übersicht  der  franz.  u.  preuß.  Hypothekengesetzgebnng..
156  8.  —  v.  Myllus,  Der  Handel.  175  8.  —  Pelllccla,  der  christianae  ecclesia,  hg.  von
Prof.  J.  Ritter,  1.  Bd.,  528  8.;  2.  Bd.  1838,  hg.  von  J.  W.  Jos.  Braun,  515  8.  —
Schreiner,  christl.  Reden  über  Religion  u.  Moral,  233  8.
1830  Cologne  et  Bonn,  übers,  von  N.  B.  Sautelet.  282  8.  —  Grysar,  de  graecorum
tragoedia.  42  8.;  Abdr.  aus  dem  Progr.  des  kath.  Gymn.  —  [Ladenberg],
Bemerkungen  auf  e.  flüchtigen  Reise  am  Rhein  u.  durch  das  Kgr.  der  Niederlande.
230  8.  —  *  Leitfaden  für  den  Unterricht  im  Aufnehmen.  41  8.  —  v.  Myllus,  Gememdeverfassnng.
  174  g.  —  «Philipp!,  Sammlung  neuer  preuß.  Gesetze  über  die
indirekten  Steuern.  634  8.  —  v.  Ulmenstein,  Entwürfe  zu  e.  Gemeinde-,  Bezirks-  u.
Departemental-Ordnung  für  Frankreich.  407  8.

1829
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        1  Auszug  aus  einem  Berichte  des  Hrn.  Dr.  Barchewitz  über  die  Cholera  zu
tOJl  Elbing,  hg.  von  Merrem.  23  S.  —  Belehrung  über  die  orientalische  Cholera,
f.  Wundärzte  etc.  24  S.  —  Richter,  vaterländisches  Erinnerungsbuch,  G.  83  S.  —
Übereinkunft  der  Uferstaaten  betr.  die  Rheinschiffahrt.  86  S.;  auch  franz.  n.  d.
T.:  Convention  entre  les  dtats  rivörains.  —  Übersicht  aller  zu  Köln  abgehenden
und  ankommenden  Posten.  103  S.  —  *  Worte,  warnende,  über  Stockjobbery  (ölpreise). ­
  33  S.
tooo  de  Greck,  über  die  Cholera  in  Berlin.  75  S.  —  *  Förster,  WaarenlO-Jzw
  verzeichniß  zum  Gebrauch  bei  Erhebung  von  Ein-,  Aus-  n.  Durchgangs-Abgaben.
  122  S.  u.  18  Tafeln.  —  Mancthonis  apotelesmaticorum  libri  sex,  hg.  von
C.  A.  M.  Axtius  u.  P.  A.  Rigler.  300  S.  —  *  Wülffing,  Arbeitsbetrieb  in  Gefangenenanstalten. ­
  68  S.

lOOO  Braun,  Handbuch  der  Erdkunde.  II.  652  S.  —  DIederlchs,  Systeme  der
IOJO  Staatswissenschaften  von  Say,  Jacob  u.  Pölitz.  136  S.  —  Caroline  v.  Fouque,
de  la  Motte-,  Der  Schreibtisch  in  alter  und  neuer  Zeit.  284  S.  —  *  Goßler,  Das
Christenthum.  134  S.  —  Handbuch  der  für  die  kgl.  preußischen  Rheinprovinzen  verkündigten ­
  Gesetze,  Verordnungen  u.  Reg.-Beschlüsse  aus  der  Zeit  der  Fremdherrschaft, ­
  hg.  von  K.  Th.  F.  Bormann  u.  A.  v.  Daniels  etc.  I.  639  S.  II.  1834,
646  S.  III.  1835,  847  S.  IV.  1836,  685  S.  V.  1837,  910  S.  VI.  1841,  939  S,  VII.  1842,
769  S.  VIII.  1,  2  1843,  1845,  370  u.  543  S.  —  *  [Hauer],  Über  e.  allg.  Communalverfassung
  der  Rheinpr.  m.  d.  revid.  Städteordn.  v.  17.  3.  1831.  Mit  Entw.  e.  Gemeindeordnung. ­
  Als  Handschrift  f.  d.  Mitglieder  des  4.  rhein.  Prov.-Ldtgs.  78  S.  —
*  [Lenne],  Vorschrift  zum  Weinbau,  Leitf.  u.  Pachtbestimgn.  f.  Winzer.  26  S.  —
[Maurenbrecher],  Andeutungen  über  den  Entwurf  e.  Rhein.  Provinzialgesetzh.  18  S.  —
v.  Oppen,  Beiträge  z.  Revision  der  Gesetze.  168  S.  —  Schultz,  geschichtl.  Staatswissenschaft ­
  der  Römer.  662  S.

1QOA  Handbuch  von  Bormann  u.  Daniels  (vgl.  1833).  II.  646  S.  —  Hansen,  Die
Weihbischöfe  von  Trier.  46  S.  —  Provinzlalblätter,  gemeinnützige,  hg.
von  Nöggerath.  I.  Jahrg.  (II.  1835.  III.  1836.  IV.  1837.  Je  12  Monatshefte.)  —
Schiereck,  Samml.  v.  Formeln  usw.  f.  Polygon-Vermessung.  182  S.  u.  3  Tafeln,
(1827  u.  d.  T.  Handb.  f.  Geometer).  —  Stierlin,  Hilfstafeln  u.  Beiträge  zur  neueren
Hygrometrie.  180  S.

Handbuch  von  Daniels  (vgl.  1833),  III.  847  S.  —  Handelsgesetzbuch  d.
Rheinprovinzen  von  den  Hdlsger.-R.  Broicher  u.  Grimm.  320  S.  —
More,  Th.,  Religionswandernngen,  mit  Anmerkgn.  von  Dr.  Augusti.  476  S.  —
v -  Oppen,  Geschworene  u.  Richter.  134  S.  —  Schreiner,  Predigten  u.  Reden.  212  S.
~  Slegl,  Herr!  Laß  sie  alle  ruhen  in  Frieden!  307  S.  (seit  1846  u.  d.  T.  „Selig,  die
im  Herrn  sterben!“)
IQQ/v  Fürth,  Die  Ministerialen.  560  S.  —  Handbuch  von  Daniels  (vgl.  1833).
IV.  685  S.  —  Philipp!,  Nachtrag  zur  Samml.  preuß,  Ges.  306  S.  —  *  Scotti,
Die  Kunstschule  in  Düsseldorf.  20  S.  (Aus  den  Prov.-Bl.)
1ÖQ7  Gehührentaxe  in  Civilprozeßsachen.  116  S.  (aus  dem  Danielsschen  Hdb.)  —
Handbuch  von  Daniels  (vgl.  1833).  V.  910  S.  —  [Ladenberg],  Preußens
gerichtl.  Verfahren.  Nachtrag.  107  S.
IQ  GO  Augusti,  Bedeutung  des  Erzbistums  Utrecht.  20  S.  (Aus  den  Prov.-Blättern).
ujo  —  [Blende],  Die  Hermesianer  in  Rom,  von  Edm.  Michaelis.  56  S.  —
Blnmenbach,  Darstellung  der  Gelehrsamkeit  des  Bischofs  Dr.  Ziegler.  92  S.  —
*  Grüner,  Freiheit  u.  Nationalität  m.  bes.  Bez.  auf  Teutschland.  223  S.  —  Irnmermann,
  Das  Fest  der  Freiwilligen  zu  Köln  am  3.  Febr.  1838.  113  S.  —  Krosch,
Kennzeichen  nnächter  Münzen.  16  S.  (Aus  den  Prov.  Blättern.)  —  *  [Lange],  Sendschreiben ­
  der  evang.  Frfr.  Athanasia  an  den  Pater  Athanasius  in  Betreff  einiger
von  demselben  angeregten  Bedenken.  52  S.  —  Pellicia,  de  Christianae  II.  (vgl,  1829).
—  Provinzlal-Blätter,  Rhein.,  hg.  von  J.  P.  Bachem,  (vgl.  1834).  Neue  Folge.
V.  Jahrg.  (2  mal  wöchentl.),  VI.  Jahrg.  (1839).  —  Rationaler  u.  histor.  Standpunkt ­
  zur  Beurteilg.  des  Verhältn.  zwischen  Staatsregierungen  u.  dem  röm.
Stuhle,  in  Beziehung  auf  gemischte  Ehen.  160  S.  —  Sack,  die  kath.  Kirche  innerhalb ­
  des  Protestantismus  u.  ihr  Recht,  vorzüglich  in  den  gemischten  Ehen.  32  S.
        <pb n="163" />
        I

1839

Andachtsübgn.  z.  Tröste  der  Yerst.  aus  der  Buchdr.-Krankenkasse  zu  Köln.
11  S.  —  Aphorismen,  betr.  die  Frage:  Ist  die  Bewirthschaftung  der  Gemeinde-Waldungen ­
  in  der  Eifel  zweckmäßig?  16  S.  (Aus  den  Prov.-Blättern.)
—  A.  v.  Daniels,  preuß.  Civilrechtspflege.  I.  617  S.  —  *  Göbel,  Paulus,  der  1.
Heidenmissionar  (im  Jahresber.  d.  Miss.-Ges.)  —  *  Kölner  Misslonsgesellsch.,  17.
Jahresber.  63  S.  —  Zur  Hermesianischen  Angelegenheit.  47  S.  (Ans  den  Prov.-Bl.)
1840  *  Sanltäts-polizeil.  Vorschriften  bei  ansteckenden  Krankheiten.  182  S.
-l  Qyl  1  Handbuch  der  für  die  kgl.  preuß.  Eheinprovinzen  verkündeten  Gesetze,
hg.  von  Daniels  (vgl.  1833),  VI.  939  S.
1  Q/I  O  Bonitacins-Denkmal.  Samml.  kath.  Volksbücher.  I.  Jahrg.  6  Bdchn.,  je
96  S.  II.  1843.  12  Bdchn,  III.  1844.  6  Bdchn.  (Die  Fortsetzung  bei  Manz
in  R.  u.  Wittmann,  Bonn.)  —  Diintzer,  Competenz  des  Geburtshelfers  üb.  Leben  u.
Tod.  57  S.  —  Handbuch  von  Daniels  (vgl.  1833).  VII.  769  S.  —  Ritz,  Medizinalges.
f.  Apotheker.  136  S.  —  *  [Schündelen],  Die  Verwandtschaft  als  Ehehinderniß.  108  S.
1Q/JQ  Betrachtungen  u.  Andachten  zur  Eucharistie.  44  S.  (Aus  Bonifac.-Denkmal.)
Deutschmann,  Franz.  Sprachlehre.  1.  Lehrstufe.  134  S.  2.  296  S.  —  Handbuch
der  für  die  kgl.  preuß.  Rheinprovinzen  verkündeten  Gesetze  usw.,  hg.  von  Daniels.
VIII.  1.  370  8.  (vgl.  1833.)  —  Müller,  Ph.,  Hanptwahrheiten  der  Religion.  2  Hefte,
je  96  S.  (Aus  Bonifac.-Denkmal.)  —  [Renard],  Gloria,  Gebetbuch  f.  d.  Jugend.
407  8.  —  [Ders.],  Te  Deum!  oder  d.  betende  Christ.  550  S.  —  Rosenkranzbüchl.  16  S.
1  «44  *  Anrede  z.  Wiedereröffnung  der  Rhein.  Ritterakademie  15./10.  43  v.  Ober-‘
  direkter.  16  S.  —  *  Mohren,  Compendium  ritunm  ac  caerimoniarura  missae,
hg.  von  Dr.  J.  Weitz  (454  S.)  *  Schlünkes,  epistolae  quae  sec.  Maccahaeorum  lihro
cap.  I.  v.  v.  1—9  legitur,  explicatio.  51  S.  —  *  Weitz,  Predigt  auf  Oberpfr.  Reinarz.
36  S.
104c  *  Ceremoniale  consecrationis  electi  in  Episcopura  (lat.  und  deutsch  [Die
IOt-J  Bischofsweihe]).  79  8.  —  v.  Daniels,  Hülfsb.  zu  Vorlesgn.  üb.  das  rhein.
Civilrecht.  Aus  dem  Handb.  (vgl.  1833)  461  8.  —  *  Geissei,  Festrede  bei  der  50jähr.
Jubelfeier  des  Bischofs  Caspar  Max,  Reichsfreiherrn  v.  Droste  zu  Visehering  zu
Münster.  24  8.  —  Handbuch  der  für  die  kgl.  preuß.  Rheinprovinzen  verkündeten
Gesetze  usw.  hg.  von  Daniels.  VIII.  2.  170  8.  —  Mohren,  Betrachtungen  üb.  das
Leiden  Christi,  hg.  von  Pastor  P.  J.  Honben.  340  S.  —  Stein,  Fibel  zu  Leseübungen
f.  Anfänger.  44  8.  —  Wochenblatt,  gemeinnütziges,  des  Gewerhvereins  zu  Köln.
10.  Jahrg.,  Neue  Folge  1.  Jahrg.  (52  Nrn.;  vgl.  1856.)
104A  *  Dieringer,  Der  h.  Karl  Borromäus  u.  die  Kirchenverbesserung
lO^LU  se j ner  Zeit.  408  8.  —  Ditmar,  W.,  Handbuch  über  die  preuß.
Branntweinsteuer.  325  8.  —  Gammersbach,  Handbuch  für  die  Gemeindevorsteher
i.  der  Rheinpr.  188  8.  —  *  Geissei,  Oberhirtl.  Gruß  an  die  Geistl.  u.
Gläubigen  der  Erzd.  bei  der  Inthronisation  am  11.  1.  1846.  14  8.  ■—  Ders.,
Hirtenbriefe  f.  1846—58.  —  *  Kruchten,  Licht!  Lieht!  Das  ist  die  neueste  Aufräumung ­
  im  Christentum.  32  8.  —  [v.  Liitzow-Schäfer],  Cordelia,  Julie  u.  Marie.
Briefe  über  den  kath.  Cultus.  324  8.  —  *  Monatsblatt  des  Vereins  v.  h.  Karl  Borromäns.
  (15.  Apr.  1846—4.  Nov.  1867.)  [Erschien  seit  Juli  1850  alle  5—6  Wochen  u.
d.  T.  Blätter  des  Vereins  usw.]  —  *  Stein,  Antiphonarum  coloniense.  482  8.  —
*  Wollersheim,  Die  gemischten  Ehen  u.  deren  Folgen.  71  8.
1047  Ausschreiben  u.  Gebete  für  das  von  Pius  IX.  verliehene  Jubiläum.  34  S.  —
Icard,  Beharrlichkeit  des  Christen.  Deutsch  v.  Pfr.  Stöveken.  288  8.
1848  *  Hilmar,  Abgaben  des  deutschen  Zoll-  u.  Handelsvereins.  2.  Teil.  898  8.
[1-  Teil  ist  nicht  erschienen.]  —  Octroi-Erhebungen  am  Rhein.  32  8.  —
*  Wunsche  rhein.  Volks-Schullehrer  betr.  Lehr-  u.  Lernfreiheit  usw.  16  8.
1Ö40  [Baudri],  Synodal-Richter,  Synodal-Examinatoren  u.  Diözesan-Synoden.
84  8.  —  Pius  IX.  Organ  der  kath.  Vereine.  (Erschien  bis  1871.)  —  Stein,
Kynale.  88  8.
        <pb n="164" />
        lOCfJ  Blätter  d.  Ver.  v.’h.  Borromäus  (vgl.  1846).  —  *  Bundesversammlung  in
_  Frankfurt  u.  die  Union.  68  S.  (aus  der  D.  Volkshalle).  —  *  Denkschrift
über  die  Lage  der  Katholiken  in  den  Niederlanden  seit  1798.  Aus.  d.  Franz.  85  S.  —
Senl,  Trennung  der  Schule  von  der  Kirche.  120  S.
1QC1  *  Jahrbücher  des  Vereins  vom  heil.  Vincenz  v.  Paul.  [Erscheinen  jährl.
1UJI  bis  jetzt.]  *  Organ  für  Christi.  Kunst,  hg.  von  Fr.  Bandri.  [14tägl.  1  Bogen
bis  16.  Dez.  1854;  dann  im  Verl,  von  DuMont-Schauberg.]  —  *  Steinhansen,  Lilien
u.  Rosen.  Gedichte.  334  S.  —  *  Vorschriften  über  das  Verfahren  b.  Eigentums-Entzlehgn.
  47  S.

lOCO  *  Abend  Unterhaltungen  f.  Handwerker.  Aus  d.  Franz,  von  Dubelman.  304  S.
- 1  —  •  Ditmar,  Braumalzsteuer.  162  S.  —  Ders.,  Tabaksteuer.  66  S.  —  Flavins
Josephns,  Die  jüdischen  Altertümer,  deutsch  von  Prof.  Dr.  K.  Martin.  I.  672  S.
II.  1853.  640  S.  —  Priester  n.  Soldat.  Aus  d.  Franz,  von  F.  v.  B.  120  S.  —  *  Sehlmeyer, ­
  Index  specierum  Hymenomycetum.  60  S.  —  Stein,  Kölnisches  Gesangbuch.
300  S.

1QCO  Anweisung  zur  Verwaltung  des  Gemeinde-Bauwesens  i.  Eg.-Bz.  Köln.  38  S.
u.  2  Tafeln.  —  Clemens,  Die  spekulative  Theologie  A.  Günthers  u.  die
bath.  Kirchenlehre.  194  S.  —  Ders.,  Abweichung  der  Güntherschen  Speculation  von
der  kath.  Kirchenlehre.  78  S.  —  Ders.,  Darlegung  des  Widerspruchs  der  Güntherschen ­
  Speculation  mit  der  kath.  Kirchenlehre  durch  Herrn  Prof.  Dr.  Knoodt.  115  S.
—  Ditmar,  Nachtrag  z.  Handbuch  der  preuß.  Branntweinsteuer,  2.  Ausg.  34  S.  —
*  Geissei,  Festpred.  bei  Wiedereröffnung  des  Kaiserdoms  zu  Speyer  a.  15.  11.  1853.
16  S.  —  Josephns,  jüd.  Altert.  II.  640  S.  (vgl.  1852).  —  [J.  Müller],  Diesseit  u.  jenseit
der  Linie.  En.  von  Ph.  Pölking.  [Ring  d.  Polykrates,  Der  gerettete  Fuß,  Ein  Häuflein ­
  Tapferer,  Zwei  Nachbarskinder,  Längs  Schicksale,  Durch  Kampf  zum  Sieg,
Franz  Zaudig.]  566  S.  —  Stein,  Orgelbegleitung  zu  den  Melodien  des  Kölnischen
Gesangbuches.  156  S.  —  Verleumder,  die,  der  Jesuiten.  36  S.  (Ans  der  D.  Volkshalle.)
1854  Dubelman,  Leitf.  f.  den  kath.  Rel.-Unterr.  128  S.  [1856  in  den  Verlag
.  ~  Henry  u.  Cohen  in  Bonn  übergegangen.]  —  Legitimitätsfrage,  Die  Portugiesische. ­
  23  S.  —  Newman,  Die  Türken  u.  ihre  Beziehungen  zur  Christenheit.
Deutsch  v.  Schündelen.  182  S.  (SK  1.)  —  Stein,  Kölnisches  Gesang-  u.  Andachtshnch.
  342  S.  —  Wlseman,  Verm.  Schriften  1,  deutsch  v.  Reusch.  240  S.  (SK  2.)
1855  *  Annalen  des  hist.  Vereins  f.  d.  Niederrhein  1855/56.  1.  Heft  112  S.  2.  Heft
h .  224  S.  II.  Jahrg.  1856/7.  1.  Heft  180  S.,  2.  Heft  204  8.  [Die  ferneren  Jahrg.
hm  der  Schmitzschen  Buchhandlung,  DuMont  n.  Boisseree.]  —  Capes,  Anna  v.  Montmorency,
  deutsch  v.  Schündelen,  mit  Fnllerton,  Die  h.  Franzisca  Romana.  176  S.
(SK  6.)  —  *  Geissei,  Sequentia  de  Beata  M.  V.  4  S.  —  Ders.,  Empfehlg.  in  den
schütz  der  Gottesmutter.  Aus  dem  Lat.  v.  K.  S.  [Dr.  Karl  Simrock.]  4  S.  —  Ives,
Kampf  u.  Sieg  auf  dem  Wege  zur  kath.  Kirche.  Deutsch  v.  Schündelen.  220  S.
(SK  5.)  —  *  Mehlem,  Gebet-  und  Erbauungsbuch.  318  S.;  lat.  Anhang  dazu.  96  S.  —
('akatenns  Palmgarten,  bearb.  v.  Pastor  Th.  Wollersheim,  Jüchen.  4.  Aufl.  (Die
G~-8.  [1860—53]  waren  Eigentum  des  Borromäus-Ver.)  612  S.  —  Ders.,  Auszug
)"■  Wollersheim,  600  S.  —  Wiseman,  Fabiola,  deutsch  v.  Reusch.  475  S.  (SK  3).  —
Ders.,  Verm.  Schriften  2,  deutsch  v.  Reusch.  252  S.  (SK  3).

l«5fi  Koenen,  Gesänge  f.  d.  verschiedenen  Zeiten  des  Kirchenjahres  (ging.  1857
„  w  an  Henry  u.  Cohen  in  Bonn  über).  *  Küppers,  Festnm  pretiosissimi
Sanguinis  D.  n.  Jesu  Christi.  24  S.  —  «Monatsschrift  des  Gewerbevereins  [als
Jahrg.  des  Wochenbl.,  vgl.  1845;  jährl.  bis  1858;  dann  im  Verlag  des  Vereins].  —
Newman,  Callista  (engl.),  300  S.  —  Newman,  Kallista,  deutsch  v.  Schündelen
"•  Reusch.  336  S.  (SK  7.)  —  Wiseman,  4  Vortr.  über  Konkordat;  [deutsch  v.  Repetent ­
  Könen,  Bonn],  120  S.  (SK  8.)  —  »Ders.,  Fabiola,  engl.,  395  S.
IgfU?  Brownson,  Jack  u.  sein  Neffe,  deutsch  v.  Schündelen.  216  S.  (SK  9).  —
*  Generalvers.,  erste,  des  Christi.  Knnstvereins  am  9.—11.  Sept  1856.
156  g.  _  Mason,  Sherwin,  E.,  deutsch  v.  B.  Wörner.  626  S.  (SU  1).  —  Northcote,
rom.  Katakomben,  deutsch  v.  Dr.  med.  Soer,  Essen.  160  S.  (SK  10).  —  Sadlier,
        <pb n="165" />
        J

Alt-Irland  u.  Amerika,  deutsch  v.  Frid.  Hoffmann,  Koblenz.  472  S.  (SU  31.  —
Thompson,  Die  Hexe  v.  Melton  Hill,  N.,  deutsch  v.  Eeg.-R.  Milden,  Sigmaringen.
408  S.  (SU  2).  —  *  Warnefried,  Pilgerfahrt  nach  den  Ver.  Staaten.  486  S.  —  Wiseman,
  Verm.  Schriften  3,  deutsch  v.  Keusch,  Dr.  Plifke,  Münster,  Hoffmann,  Könen.
330  S.  (SK  11).
io  KO  Baptist  [O’Brien],  Aily  Moore,  deutsch  v.  Dr.  W.  Bürklein,  München,
IO  JO  492  g  (su  4)_  —  Brownson,  Erinnerungsblätter  e.  Convertiten,  deutsch  v.
Keusch.  320  S.  (SK  15).  —  *  Küppers,  Festum  patroc.  S.  Joseph,  S.  Cordis  Jesu.
24  S.  —  Maguire,  Rom  u.  seine  Beherrscher,  1.  Abt.,  deutsch  v.  Soer.  430  S.
(SK  12.)  —  Newman,  Universitäten,  deutsch  v.  Schündelen.  288  S.  (SK  14.)  —
Peppergraß,  Das  Geheimnis  d.  Königin,  E.,  deutsch  v.  Dr.  Brinkmann,  Dülmen.
816  S.  (SU  5).  —  Wiseman,  Erinnerungen  an  die  letzten  4  Päpste  [Pius  VII,
Leo  XII.,  Pius  VIII.,  Gregor  XVI.],  deutsch  v.  Keusch.  411  S.  (SK  13.)
jocn  Bruderschaftsandacht  f.  Mitgl.  des  Bonif.-Ver.  32  S.  —  Jahresbericht
IO  Jtz  (7.)  des  Ver.  z.  ünterstützg.  armer  Negerkinder.  102  S.  (1860  :  108  S.)  —
Maguire,  Eom.  2.  Abt.  [deutsch  v.  Keusch,  Soer].  230  S.  (SK  18).  —  Mason,
Szenen  aus  London  [deutsch  v.  Soer  u.  stud.  Holz].  408  S.  (SU  7).  —  Newman,
Die  Kirche  der  Väter,  deutsch  v.  Kayser.  272  S.  (SK  17).  —  Parsons,  Unter
Polizeiaufsicht,  deutsch  v.  Frl.  Jenny  Dyckhoff.  144  S.  (BV  2).  —  Ders.,  Der
Schein  trügt  [deutsch  v.  Frau  Dr.  Künstle].  152  S.  (BV  3).  —  Ders.,  Die  Macht
der  Gewohnheit.  144  S.  (BV  4).  —  Segur,  Anbetung  des  allerh.  Sakramentes  [deutsch
v.  Dr.  Vosen].  166  S.  —  Thompson,  Margaret  Danvers,  N.  [deutsch  v.  H.  Duhois,
Heidelberg,  Soer],  636  S.  (SU  6).  —  Verhandlungen  der  10.  Gen.-Vers.  der
kath.  Vereine  Deutschlands  am  6.—9.  Sept.  1858  zu  Köln.  262  S.  —  Vosen,
Venite  adoremus,  432  S.;  nach  der  23.  Äufl.,  Juli  1906,  an  Butzon  u.  Bercker,
Kevelaer.  —  Wiseman,  Die  Lampe  des  Heiligtums,  deutsch  v.  Keusch.  86  S.
(BV  1).  —  Ders.,  Beden  und  Vorträge,  mit  Biogr.,  deutsch  v.  Keusch.  368  S.  (SK  16).
ISfSO  Bruderschaftsbüchlein  f.  Verehrer  des  Erzengels  Michael  (von  Insp.  Roth,
lOUVJ  gönn),  24  S.  —  [Brentano],  von  der  göttl.  Vorsehung.  Nach  d.  Franz.
192  S.  —  Dupanloup,  Maria  von  der  Menschwerdung  [deutsch  von  Prof.  Heuser],
276  S.  —  Endert,  de  opinionis  probabilis  usu  ad  efformandum  consc.  dictamen.
88  S.  —  *  Frincken,  Rosenkranzbüchlein.  147  S.  —  Gelssel,  Hirtenbrief  f.  1860.  —
Haaß,  Die  Convente  in  Köln.  192  S.  —  *  Holl,  Gedanken.  199  S.  —  Maitiand,
Aus  d.  Leben  e.  Kindes,  [deutsch  v.  Dr.  Kaufmann,  Wertheim].  168  S.  —  Morley,
Selbstbiogr.,  [deutsch  v.  Künstle].  288  S.  (SU  8.)  —  Murray,  Predigten  I,  [deutsch
v.  Prof.  Dr.  J.  Kayser,  Paderborn],  242  S.  II  1.  u.  2.  420  S.  (1861),  III,  200  S.  (1861).
—  Newman,  Vorträge  u.  Reden,  deutsch  v.  Schündelen.  336  S.  (SK  19).  —
*  Schröteler,  Nachm.  And.  24  S.  —  Tyburn  u.  die  Märtyrer,  die  dort  starben  [deutsch
v.  Kayser].  236  S.  —  *  Verein,  Der,  d.  h.Vincenz  v.  Paul  in  Rhpr.,  82  8.  —  Wiseman, ­
  Der  verborgene  Edelstein,  Drama  [deutsch  v.  Dr.  Kaufmann],  130  S.  Musikbeilage ­
  dazu  (komp.  v.  Schulthes;  ging  1908  an  J.  Esser  in  Paderborn  über).
1Q  AI  Delaporte,  Nachfolge  des  h.  Vincenz  v.  Paul.  Aus  d.  Franz,  [von  Oberpfr.
lOUl  Schröteler,  Viersen].  336  S.  —  *Holl,  Magdalena.  Dichtung.  116  S.  —
Hube,  öftere  h.  Communion,  deutsch  v.  Dubelmann,  Bonn.  148  S.  —  Murray,
Predigten  (vgl.  1860).  —  Newman,  Verlust  u.  Gewinn,  (deutsch  v.  Schündelen).
436  S.  (SK  20.)  —  Schneider,  Medulla  pietatis.  390  S.  —  Ders.,  Manuale  congregationis
  B.  M.  V.  604  S.  —  Ders.,  Manuale  Sacerdotum.  760  S.  —  *  Schröteler,  Die
Herrlichkeit  u.  Stadt  Viersen.  436  S.
186”?  *  Acta  et  decreta  concilii  provinciae  coloniensis  1860.  352  S.  —  _*  Bemer-_
  kungen  zu  den  Statuten  des  Ver.  z.  h.  Vincenz.  86  S.  —  Festbericht  über
die  Feier  des  25].  Bischofsjub.  Kard.  Gelssels  am  13.  8.  1862.  72  S.  —  *  Holl,  Der
Kampf  um  Liebe.  270  S.  —  Wiseman,  Rom  u.  der  Episkopat  am  Pfingstfeste  1862
[deutsch  v.  Keusch].  66  S.
1863  P ramen &amp;gt;  3  kleine  [Die  Hirtinnen  zu  Bethlehem;  Sanct  Ursula  von  Wiseman,
übers,  v.  H[enriette]  R[eusch];  Das  Rosenwunder  v.  H[enriette]  R[eusch].
88  S.;  gingen  nach  der  6.  Aufl.  1900  im  Febr.  1908  an  Jos.  Esser,  Paderborn,  über.
        <pb n="166" />
        S  145

100  Jahre  J.  P.  Bachem.

10

[Ebellng],  lebende  Bilder  aus  dem  modernen  Paris,  2  Bde.  I  401,  II  390  S.  —
Pape,  Bertha  u.  Maria,  Schausp.  (2.  Ausg.  früher  n.  d.  T.  Friedr.  v.  Spee).  88  S.
(ging  1867  in  den  Verlag  von  B.  Kleine,  Paderborn,  über).  —  Urtheil  des  Kgl.  Obertribunals ­
  v.  19.  Mai  1863  hetr.  Kirchenfabriken.  72  S.  (aus  Köln.  Blätter).  —  Wiseman,
  Berührungspunkte  zw.  Wissenschaft  u.  Kunst,  deutsch  v.  Reusch.  100  S.  —
Ders.,  s.  Dramen.
1ÖA4  Bandon,  Unvollkommenheiten  der  Christen,  deutsch  v.  C.  J.  Cämmerer,
luw  Darmstadt.  198  S.  (3.  Aufl.  bearb.  von  T.  Pesch,  S.  J.,  1896.)  —  Dieringer,
Trauerrede  auf  Card.  v.  Geissei.  14  S.  —  *  Pape,  Herzog  Konrad,  Trauersp.  156  S.
(ging  1867  in  den  Verlag  B.  Kleine,  Paderborn,  über).  —  Saedt,  Kath.  Kirchenfabrik.
200  S.  —  Stein,  Die  kath.  Kirchenmusik.  134  S.  —  Wiseman,  Die  relig.  u.  gesellsch.
Lage  der  Katholiken  in  England,  deutsch  v.  Reusch.  72  S.  —  Ders.,  Predigten  über
den  Heiland  u.  die  allersei.  Jungfrau,  [deutsch  v.  Kayser  u.  Sohündelen].  400  S.
Bach,  Studien  u.  Lesefrüchte  aus  dem  Buche  der  Natur.  I  327  S.  —  Cochem,
Erklärung  des  h.  Meßopfers,  deutsch  v.  Pfr.  Grubenbecher,  Bocklemünd.
696  S.  —  Encyclica  Pius’  IX.  v.  8.  Dez.  1864  u.  der  Syllabus,  deutsch  v.  Subregens
Dr.  Heuser,  Köln.  180  S.  —  *  Erzbrnderschaft  des  Herzens  Mariä.  12  S.  —  Pullerton,
Unglaublich  u.  doch  wahr.  Roman,  2  Bde.,  [deutsch  v.  Frau  v.  Leonrod].  608  S.  —
*  Gelssel,  Festgedicht  auf  die  Grundsteinlegung  zum  Fortbau  des  Kölner  Domes.
70  S.  —  Darin:  Molitor,  Geissei.  34  S.  —  Gnenot,  Hanani  oder  die  letzten  Tage  von
Jerusalem  [deutsch  v.  Hoffmann,  Pfr.  Nick,  Euskirchen,  Kpl.  Arenz,  Köln],  224  S.
(Z  1.)  —  Newman,  Gesch.  meiner  relig.  Meinungen  [deutsch  v.  Sohündelen],  432  S.
(SK  21.)  —  Sabianns,  oder  die  ersten  Apostel  Galliens  [deutsch  v.  Hoffmann,
Kpl.  Weynand,  Wipperfürth],  240  S.  (Z  2.)  —  *  Scbeben,  Die  Brauerzunft.  12  S.  —
Sonreck,  Gasbeleuchtung  v.  Coeln.  64  8  .—  Stumpf,  pol.  Ideen  des  Nie.  v.  Cues.
126  8.  —  Vosen,  Trauerrede  beim  Begräbn.  Kolpings.  19  S.  —  Wiseman,  Shakespeare ­
  [deutsch  v.  Reusch].  102  S  —  Ders.,  Pred.  üb.  das  Christi.  Leben,  deutsch
v.  Kayser  n.  Schündelen.  423  S.  —  [Ziind-Meyer,  Frau  L.,  Luzern],  Der  alte  Soldat.
"•  von  Meyer  v.  Sohauensee.  116  S.
Beugnon,  Antonie  oder  die  Märtyrer  von  Lyon  [deutsch  v.  Arenz,  Kpl.
„  Isenkrahe,  Bonn],  264  S.  (Z  3.)  [Ebeling],  Bilder  aus  Paris.  III  360  S.  IV
rj  —  Terrier,  St.  Vincenzbuch,  322  S.  —  Ponbianque,  Verworrene  Fäden.  2  Bde.
[deutsch  v.  L.  Keiffenheim,  Trier].  283  u.  304  S.  —  Princken,  Trost-  u.  Andachtsbuch. ­
  431  g.  —  Gnenot,  Chlnodewig  [deutsch  v.  Hoffmann,  Weynand].  256  S.
(Z  6.)  —  Ders.,  Severinus  [deutsch  v.  C.  Bentlage].  348  S.  (Z  5.)  —  Labadye,
Kaiser  Julian  [deutsch  v.  Hoffmann,  Dr.  Küpper,  Aachen].  320  S.  (Z  4.)  —
[Melchers],  Hirtenbr.  zu  s.  Intbronisationsfeier  am  8.  Mai  1866.  12  S.  —  Newman,
D’e  hl.  Maria  [deutsch  v.  Schündelen],  Sendschreiben  an  Dr.  Pusey.  208  S.  —
Tapst  u.  Revolution,  deutsch  v.  Reusch.  60  S.  —  Paulus,  Erzb.,  Hirtenbrief
1866.  12  S.  —  Stumpf,  Die  Franzosen  kommen.  48  S.
1  ® ac b,  Studien  u.  Lesefrüchte  aus  dem  Buche  der  Natur  II.  336  S.  —
—  Cochem,  Meßbuch  f.  weltl.  Leute,  deutsch  v.  Rekt.  Dr.  Neuhaus.  5-8  S.  —
[Ebeling],  Pariser  Weltausstellg.  326  8.  —  Emery,  Roh.  v.  Saverny,  deutsch  v.
Bentlage,  Hoffmann.  336  S.  (Z  8.)  —  Princken,  Jesus  m.  Zuversicht.  456  S.  (Ging
mit  der  2.  Aufl.  [1868]  in  den  Verlag  von  Schöningh,  Paderborn,  über.)  —  Hopstein,
Preuß  Gesch.  f.  Elem.  Schüler.  48  S.  (100.  Aufl.  1882;  200  Aufl.  1897.)  —
Meslettes,  Rodoald,  deutsch  v.  Kpl.  Bongartz,  Bonn,  Hoffmann.  238  S.  (Z  7.)  —
*  Pastoralblatt,  hg.  von  Prof.  Scheeben  [erscheint  monatl.  Hgber:  bis  Juli  1888:
Scheeben;  dann  :  Prof.  Dr.  Kreutzwald  ;  20.  April  1891—Mai  1892  :  Prof.  Dr.  Berrenrath ­
  u.  Kreutzwald;  dann;  Berrenrath  u.  Prof.  Dr.  Hermes;  nach  dessen  Tode,  16.
April  1896:  Berrenrath  bis  1901;  1902—Juni  1914:  Berrenrath  u.  Prof.  Dr.  Vogt,  seit
Juli  1914:  Prof.  Frz.  Jos.  Peters  u.  Prof.  Dr.  Gerh.  Susen.  Dazu:  Monatl.
lit.  Anzeiger].  —  Potter,  Fluch  u.  Segen.  Deutsch  v.  Frau  v.  Berlepsch.  185  S.  —  Remy
von  Trehoux.  E.  Deutsch  v.  Hptm.  v.  Vollmar-Veltheim,  Ingolstadt.  177  S.  —  Henriette
Reusch,  Die  Errettung  des  Moses.  Drama.  52  S.  (Ging  1897  an  Coppenrath  i.  Regensburg ­
  über.)  —  Veronla,  R.  nach  dem  Engl.  2  Bde.,  deutsch  von  L.  Keiffenheim,
Trier.  227  u.  203  S.
        <pb n="167" />
        1QAQ  Beugnon  u.  Galiffe,  Lucia  von  Mommor  u.  Calvins  Schreckensherrschaft  in
lOUO  (J enfj  deutsch  v.  Bentlage.  340  S.  (Z  10.)  —  *  Bökler,  Die  Stiftung  Orth  ab
Hagen  zu  Köln.  135  S.  —  Der».,  Gesch.  Mitt.  üb.  die  Stadt  Belcke.  50  S.;  vorher  bei
Haarmann  in  Meschede.  —  Bourdon  u.  Guenot,  Delphine  von  Neuville  u.  die  Kirchenräuber ­
  mit  der  Freiheitsmiitze  [deutsch  v.  Bentlage].  216  S.  (Z  11).  —  Knocken,
Jesus  m.  Zuflucht.  2.  Aufl.  456  S.  (1.  Aufl.  bei  Schöningh,  Paderborn).  —  Geissei,
Schriften  u.  Reden  (mit  Lebensabriß),  hg.  von  Dr.  K.  Th.  Dumont  I.  492  S.  —
*  Herrschaft,  die  weltl.  des  Papstes.  Reden  auf  d.  Kath.-Vers.  62  S.  —  Labadye,
Wilderich  von  Ravenhorst,  deutsch  v.  Bentlage,  Hoffmann.  408  S.  (Z  9).  —  Schüler,
Was  sind  die  Gottesleugner  für  Leute?  116  S.
iQ6ß  Berthold,  Darstellungen  aus  der  Natur.  360  S.;  4.  Aufl.,  1901,  bearb.  von
lOUV  l  Borgas.  —  *  Coleridge,  Vita  Vitae  Nostrae.  348  S.  (London,  Burns).  —
Pullerton,  Ellen  Middleton.  R.  [deutsch  v.  Hptm.  v.  Veltheim,  Ingolstadt],  2  Bde.
614  S.  —  [Dr.  Ginzel,  Leitmeritz],  politische  Zustände  Österreichs.  136  S.  (aus  KV).
—  *Meurin,  des  Zuaven  Schlachtgesang.  4  S.  Noten.  —  Navcry,  Das  priesterl.
Geheimnis  n.  die  Engländer  auf  der  smaragdenen  Insel  [deutsch  v.  Bentlage].  344  S.
(Z  12).  —  Northcote,  Berühmte  Gnadenorte  U.  L.  P.,  deutsch  v.  [Frl.]  Studemund
[Münster].  362  S.
1&amp;amp;TO  Leonrod,  Verschiedene  Wege  u.  Ein  Ziel,  R.  2  Bde.  225  u.  237  S.  —  Majnnke,
IO/U  Di e  konfessionslose  Volksschule.  36  S.  —  Marianns,  Jesus  u.  Maria  in  ihrer
äußeren  Gestalt.  138  S.  —  *  Richrath,  Ceremonien  b.  Einweihung  e.  Kirche.  104  S.
—  Schmitz,  Der  kath.  Seelsorger  u.  die  Elementarschule  (aus  Pastoralbh).  38  S.
1071  [Kausen],  Rath.  Kirche  u.  Staatsgewalt  seit  100  Jahren,  v.  Herrn.  Canning.
i  36  S.  —  Lenzen,  Aus  der  Heimat.  Nn.  2  Bde.  (I.  Die  Getreuen,  Schwarzgarten, ­
  Die  Heimathlose;  451  S.  II.  Ans  verschied.  Lebenskreisen,  Die  Frau  von
Holmerdamm,  Die  Glocke  von  Walmoden.  435  S.)  —  Montgomery,  Die  Cliffords.
E.,  nach  dem  Engl.,  v.  Olga  Frfr.  v.  Leonrod  [n.  Kpl.  P.  Norrenherg,  Viersen].
412  S.  —  *  Schaffer,  Der  Gesellenverein  an  seinem  Jubelfeste.  16  S.  —  *  Steinheuer,
Des  Kriegers  Heimkehr.  Schausp.  26  S.
-»070  Berthold,  Betrachtungen  der  Natur  i.  Lichte  des  Christentums  usw.
IO  /  £  355  g  —  Donelan,  Flora  Adair.  R.  nach  d.  Engl.  v.  P.  N[orrenberg].  2  Bde.
365  u.  307  S.  —  [Elise  Knackfuß],  Die  Pflegetochter.  E.  v.  Joachim.  200  S.  —
Lenzen,  Zwischen  Ems  u.  Wupper.  Nn.  2  Bde.  (I.  Das  Teufelsehmiedchen,  An  der
Balkenfurth,  Die  Wallfahrt;  483  8.  II.  Rau  v.  Netteihorst,  Hannehen,  Die  begrabenen
Schuhe;  432  S.).  —  Dies.,  Das  erste  Jahr.  Weihnachtsgabe  f.  junge  Mütter.  6.
72  S.  —  *  Wander-Versammlung,  Erste,  des  Vereins  der  deutschen  Katholiken  zu
Köln  am  6.  10.  1872.  76  S.
1070  [Jul.  Bachem  n.  Weinand],  Vor  den  Wahlen,  Mahnruf  an  das  Christ).-101J
  konserv.  Deutschland.  100  8.  (aus  KV).  —  Lamy,  Ein  Opfer  der  Geheimbünde. ­
  Auszug  aus  P.  Brescimis  Jude  von  Verona  [von  Fr.  Semmerau  u.
Jul.  Bachem].  268  S.  —  Manning,  Kirche,  Staat  u.  Gesellschaft,  Vorträge,  deutsch
v.  Gymn.-L.  Dr.  Weinand,  Neuß.  272  S.  —  Möller  [Frau  v.  Walree],  Lieb  u.  Leid
aus  einer  kleinen  Welt.  Holl.  Roman.  2  Bde.,  übers,  von  [Seminarist]  P.  Schnettler
[Paderborn].  528  8.  —  Rouard  de  Card,  Andacht  zu  den  h.  drei  Königen.  Nach  dem
Franz,  von  Weltpriester  B.  Wienker  [Kevelaer].  144  8.
1874  Bachem],  Das  Zentrum  im  Landtag  u.  im  Reichstag.  36  S.  (aus  KV).  —
...  ,.  Dumont,  Sammlung  kirchl.  Erlasse,  Verordnungen  u.  Bekanntmachungen
für  die  Erzdiözese  Köln.  550  S.  Nachtrag  1889.  80  S.  —  Fullerton,  Luisa  de  Carvajal,
deutsch  v.  Weinand.  396  S.  —  [Kirch,  Domkap.,  Dr.,  Köln],  Andacht  zur  Verehrung ­
  des  h.  Herzens  Jesu.  24  S.
1875  r.  ?’ ra&amp;lt; 'hel,  Die  Tochter  des  Kunstreiters.  R.  411  S.  —  [Cardauns],  Der  alte
Fuhrmann,  (V.  v.  Zuccalmaglio.)  36  S.  —  Hertllng,  Erinnerung  an  P.  Overbeck ­
  31  S.  (Ans  KV.)  —  Manning,  Andacht  zum  h.  Herzen  Jesu,  deutsch  v.  Weinand.
60  S -  ~  Pinskalender  f.  1876.  (174  S.;  von  P.  Braun  in  Linz  a.  Rh.  für  750  M.  erworben.) ­
  Erschien  jährl.  bis  1881.  Dann  bis  1885  unter  dem  Titel  Leo-Kalender.  —
        <pb n="168" />
        147

A.  Reichensperger,  Über  das  Kunsthandwerk.  28  S.  (Aus  KV.)  —  Roland,  Erinnerungen ­
  an  Jos.  v.  Keller.  30  S.  (Aus  KV.)  —  *  Schoben,  Das  Zunfthaus  u.  die
Zunft  der  Brauer.  180  S.  —  Thomas  y.  Kempen.  Nachf.  Christi.  Bearb.  von  F.  A.
Frincken  [Pfr.  in  Manheim  b.  Buir].  468  S.
Bachem].  Ein  Kapitel  über  die  Polizei.  34  S.  —  [DersJ,  Gesetz  u.
io  i  Cf  Recht,  von  e ,  rhein.-preuß.  Juristen.  24  S.  —  Geissei,  Schriften  u.  Reden,
ßd.  I—IV,  hsg.  yon  Domkap.  Dr.  Dumont  [Bd.  1—3  (492,  496,  713  S.)  im  Verlag
von  DuMont-Schauberg  1869/70  erschienen;  von  Bachem  übernommen],  Bd.  IV  (Der
Kaiserdom  zu  Speyer,  2.  Aufl.;  628  S.;  1.  Aufl.  1826  u.  1829  zu  Speyer  u.  Mainz  erschienen). ­
  —  Heinrich,  Verwaltung  des  Kirchenvermögens.  180  S.  (2.  Aufl.  1891
von  Hermes).  —  *  Hergenröther,  Der  h.  Athanasius  (24  S.)  in  G.  G.  1.  —  *  Kaulen,
Assyrien  u.  Babylonien  (151  S.)  in  G.  G.  1.  —  Lenzen,  Das  Frl.  aus  dem  Sassenreich. ­
  Historie  v.  Niederrhein.  307  S.  —  Martin,  Andacht  z.  göttl.  Herzen  Jesu.
132  S.  —  [A.  Reichensperger],  Fragebogen  z.  Handgebrauch  f.  Wähler,  von  Quidam.
42  S.  —  Ders.,  Monumentale  Malerei.  21  S.  (Aus  KV.)  —  Ders.,  Deutsche  Kunst,
Replik  an  Prof.  Dr.  H.  Grimm.  27  S.
IQ77  [Jul.  Bachem],  Strafrechtspflege  u.  Politik.  40  S.  —  Ders.,  Gesetz  u.  Recht,
'  '  von  e.  preuß.  Juristen.  (Aus  KV.)  21  S.  —  *  Baumstark,  span.  Nat.-Lit.
108  S.  G.  G.  —  *  Berthold,  Zweckmäßigkeit  in  der  Natur.  98  S.  G.  G.  —  Brackel,
Nicht  wie  alle  anderen;  Aus  fernen  Landen,  Nn.  296  S.  —  Classen-Kappelmann,  ein
»pol.  Charakter“.  60  S.  (Aus  KV.)  —  Ditges,  H.  Petrus,  32  S.  —  Ders.,  Die
Heiligen  Pius’  IX.  32  S.  —  Ders.,  Die  Seligen  Pius’  IX.  32  S.  —  Ders.,  Hoch  Pius  IX.
32  S.  —  [Dnmont],  Die  linksrhein.  Pfarrdotalgüter.  Verhdlgen  im  Abgh.  u.  Dokumente. ­
  164  8.  —  Geschäftsanweisung  des  kgl.  Kommissarius  f.  d.  Erzb.  Vermögens-Verwaltung.
  62  S.  (Aus  KV.)  —  *  Haffner,  Stand  der  deutschen  Philosophie.
™  S.  G.  G.  —  *  Hagemann,  Empirismus.  9  S.  G.  G.  —  *  Heinrich,
Vergangenheit  und  Aufgaben  der  katholischen  Wissenschaft.  10  S.  G.  G.  —
Bertling,  Darwin,  Häckel,  Virchow.  (Aus  KV,  29  S.).  —  *  Ders.,  Riemann-Helmholtzsche
  Raumtheorie.  50  S.  G.  G.  —  *Ders.,  Alb.  Magnus.  15  S.  G.  G.  —  Lenzen
dt  Sebregondl,  Schloß  u.  Haide,  Nn.  2  Bde.  (I.  Arme  Kinder,  Milian;  514  S.  II.  Im
schwarzen  Veen,  Cornelius  Janssens  Haus.)  108  S.  —  Melchers,  Erinnerungen  an  das
50jähr.  Bischofsjub.  Pius’  IX.  48  S.  —  *  Röckerath,  Die  preuß.  Volksschule  unter
Dr.  Falk.  60  S.  (Aus  KV.)  —  Simar,  Der  Aberglaube.  80  S.  G.  G.
187S  Dienst-Instruction  f.  kathol.  Küster,  hg.  v.  Pfarrer-Kolleg.  20  S.  —  Fnllcrton,
u  Die  Tochter  des  Notars  [deutsch  v.  Frl.  Ch.  Rolfs,  Köln,  u.  Frl.  Paula
Ried,  Breslau],  376  S.  —  Haffner,  Lessing.  112  S.  6.  G.  —  Hagemann,  Deszendenztheorie. ­
  11  S.  G.  6.  —  *  Heinrich,  Brentano.  112  S.  G.  G.  —  Heinrichs,  Gedichte,
ausgew.  v.  W.  Lindemann.  100  S.  —  Handbuch  der  Erzdiözese  Cocln.  496  S.  —
[Heuser],  Gedenkblatt  an  Pius  IX.  4  S.  (auch  zum  Einrahmen).  —  *  Kayser,  Eine
Nilfahrt.  104  S.  G.  G.  —  Lleßem,  Gedichte  u.  Pestgrüße  f.  d.  Kleinen.  136  8.  —
*  m 8 ’’  Höhlungen  f.  d.  Kleinen.  101  S.  —  Melchers,  Altarsacrament.  64  S.  —
Mooren,  Th.,  Meine  Amtsentsetzung.  112  S.  —  *  Schwane,  Bossnet.  20  S.  GG.
*  Bardenhewer,  Ursprung  des  Buches  „de  causis“.  28  S.  GG.  —  Beilesheim,
kl.  Nachfolge  der  Heiligen  [nach  engl.  Original].  2  Tie.  in  1  Bd.  388  u.
•&amp;gt;82  S.  —  Dasselbe  in  Zettelausgabe.  —  v.  Brackel.  Daniella,  R.  2  Bde.  384  u.  391  S.
~  *  Brüll,  Lessing,  Geist  u.  Kraft.  12  S.  GG.  —  *  Falk,  Druckkunst  i.  Dienste  der
Kirche  bis  1520.  112  S.  GG.  —  [Göbel],  150  vaterl.  Ged.  250  S.  —  »Haffner,
kchelling.  23  S.  GG.  —  «Hetlinger,  Theol.  der  Götti.  Komödie.  142  S.  GG.  —  «Heuser,
kirchl.  Baudenkmale  Kölns.  18  S.  GG.  —  Lenzen,  Sunehild,  N.  342  S.  —  Leonhart,
Von  Rhein  u.  Mosel,  Nn.  (Gertrud,  Onkel  Richard,  Die  beiden  Brüder,  Ein  Myrthenzweig.)
  492  S.  —  Llngen,  Vergib  u.  Vergiß,  N.  392  S.  —  Melchers,  Das  h.  Meßopfer. ­
  96  S.  —  Mooren,  Wort  an  den  Bauernstand.  84  S.  —  «Mosler,  Das  Drama.
16  8.  GG  —  A.  Reichensperger,  Bauhütten  des  MA.  22  S.  —  «Rodenstein,  Lehen
«er  Pflanze,  theol.  dargestellt.  104  S.  GG  —  «Schütz,  Philosophie.  17  S.  GG  —
'  Simar,  Buß,  Alzog,  Arndts.  6  S.  GG  —  Stein,  h.  Ursula.  132  S.  —  «Thomas,
Gesch.  d.  Pfarre  St.  Mauritius  zu  Köln.  263  S.  —  Vennewald,  d.  kath.  Köster.  84  S.
        <pb n="169" />
        lOOf)  C.  Bachem,  Unterschied  zwischen  dem  Furtum  des  röm.  Rechtes  u.  dem
lOOU  Diebstahl.  57  S.  —  *  [Bardenhewer],  das  Buch  „de  causis“  u.  der  h.  Thomas
v.  Aquin.  22  S.  GG  —  Blackmore,  Lorna,  die  Königin  der  Geächteten,  Sittengemälde.
Aus  d.  Engl,  von  Josefine  Flach.  597  S.  —  *  Bone,  das  röm.  Castell  in  Deutz.
38  S.  —  Bonn,  König  Mammon,  R.  372  S.  —  *  Cardanns,  Konrad  v.  Hostaden.  176  S.
—  Ders.,  Regesten  Konrads  v.  Hostaden.  66  S.  (Ans  „Annalen  des  hist.  Yer.“.)  —
*  Galland,  die  Fürstin  Gallitzin.  2  Tie.  235  S.  GG.  —  *  Gams,  „Germania  sacra“.
4  S.  GG.  —  Gesang-  u.  Gebetbuch  f.  d.  Erzd.  Cöln.  640  S.  —  Goblet,  Alb.  Magnus  u.
d.  Gesch.  s.  Reliquien.  112  S.  —  *  v.  Hertling,  Alb.  Magnus,  Festschr.  158  S.  —  Leonrod, ­
  h.  Catharina  v.  Siena.  408  S.  —  Melchers,  päpstl.  Sendschreiben  Leos  XIII.  über
den  Sozialism.  111  S.  —  Melodien  z.  Gesangb.  der  Erzd.  Cöln.  156  S.  —  •  Norrenberg,
  Frauenarbeit.  112  S.  GG.  —  A.  Relchensperger,  Parlamentarisches  über  Kunst
u.  Kunsthandwerk.  96  S.  —  *  Schmld,  Schelling,  Baader,  Görres.  14  S.  GG  —  Stein,
die  Pfarre  zur  h.  Ursula.  196  S.  —  *  [Dr.  Thömes],  Alb.  Magnus  i.  Gesch.  u.  Sage.
Festschr.  172  S.  —  Urtheil  des  Reichsgerichts  vom  7.  Jan.  1880  i.  Sachen  der
lksrhein.  Pfarrdotalgüter.  40  S.  —  ZIngeler,  Aus  altem  Geschlecht.  R.  454  S.
IO  Ql  Allies,  Entscheidung  für  das  Leben.  Aus  d.  Engl,  von  Domvicar  Dr.  A.
lOOl  ßellesheim.  404  S.  —  *  Arbeiterwohl,  Organ  des  gleichnam.  Verbandes
kath.  Industrieller.  1.  Jahrgang.  Jährl.  4  Hefte.  —  *  Baudrl,  Erzb.  Geissei.  336  S.
GG.  —  v.  Brackel,  Am  Heidstock,  R.  412  S.  —  *  Fischer,  Negative  Bedeutung  des
modernen  Pessimismus.  4  S.  GG.  —  Flach,  Unter  der  Herreneiche,  R.  440  S.  —
*  Gerlach,  Ferd.  Walter.  3  S.  GG.  —  *  Hardy,  Platon.  Frage.  10  S.  GG.  —  Hanskalender,
  80  S.  —  *  Hopmann,  Ringseis.  6  S.  GG.  —  Kalender,  Gemüsebau.  138  S.  —
Ders.,  Blumengarten.  174  S.  —  Ders.,  Zimmerpflanzen.  125  S.  —  *  Kaufmann,
Dürer.  120  S.  —  *Komp,  Zachariasdiplom  vom  4./11.  751.  17  S.  GG.  —  Koenen,
Orgelbegleitung  z.  Diözesan-Gesang-  u.  Gebetbuch.  164  S.  —  Lenzen,  Vor  einem
halben  Jahrhundert,  Nn.  (Landrichter  Lange;  Zweimal  entführt;  Sorge  um  fremdes
Glück.)  445  S.  —  Dies.,  Unter  Sommerlaub  u.  Winterschnee,  Nn.  (Harte  Köpfe,  Die
Rütenbroeks,  Eine  Haideblüthe.)  461  S.  —  Melchers,  Lehre  von  der  Kirche.  211  S.
—  A.  Relchensperger,  Domban  in  Köln.  69  S.
lOOO  Alberdingk-Thljm,  Philipp  v.  Marnix.  68  S.  GG.  —  *Belleshelm,  Forschgn.
*OOZ  zur  engl.  Kirchengesch.  4  S.  GG.  —  v.  Brackel,  Nicht  wie  alle  andern.
N.  189  S.  (BNS  1).  —  Comptoir-Kalender  f.  1882.  —  Cüppers,  In  der  Knospe  gebrochen. ­
  Dem  Franz,  nacherzählt.  24  S.  (BNS  3.)  —  Brlenbusch,  die  Sphinx,  N.
192  S.  (BNS  3.)  —  Flach,  Gabriele,  N.  277  S.  —  Pnllerton,  ein  Wille,
ein  Weg,  übers,  von  Josefine  Flach.  505  S.  —  *  Gntberlet,  Spiritismus.
100  8.  GG.  —  Herbert,  Miß  Edda  Brown,  N.  146  S.  (BNS  2.)  —  *  Kellner,
Tertullian.  15  S.  GG.  —  Koch,  Kölsche  Scheldereie,  En.  I.  (Der  Bätes,  E.)  104  S.;  II
1883.  (Der  Rippet  von  der  Bess)  116  S.;  III.  1885.  (Et  Johr  Aachunveezig)  123  S.;  IV
1887.  (Der  Kölsche  Klüngel)  120  S.  —  Lingen,  An  d.  friesischen  Küste,  N.  59  S.  (BNS  2)
—  Dies.,  Ein  Wort  aus  Kindesmund,  R.  379  8.  —  Melchers,  Das  Eine  Nothwendige.
316  S.  —  Polko,  Mitgeholfen,  Dombau-Märchen.  14  S.  (BNS  1)  —  Portemonnaie-Kalender
  f.  1882.  —  *  Scheeben,  Nominalism.  in  der  deutschen  Theologie  des  ansg.
MA.  1  S.  GG.  —  *  Stelnhener,  Lust  u.  Leid,  G.  290  S.  —  *  Unkel,  Berthold  v.
Regensbnrg.  124  S.  GG  —  Wlnterer,  Sozialismus  in  den  letzten  3  Jahren.  Aus  d.
Franz,  von  Dr.  P.  Sch[erer,  Straßburg].  70  S.  —  Woll-  n.  Blutlaus,  Die.  4  S.  —

1883  {!&amp;lt;&amp;gt;r " er  (Sofie  v.  Follenins),  Angelica  von  Ste.  Croix,  R.  250  S.  (BNS  16)  —
Bledembach,  Der  Schalmeier  von  Wald,  oberschw.  Dorfgesch.  aus  d.
Bauernkrieg.  96  S.  (BNS  7).  —  v.  Brackel,  Prinzeß  Ada,  N.  288  S.  —  Dies.,  Aus
lernen  Landen.  N.  126  S.  (BNS  10)  —  Branntwein,  der,  u.  die  arbeitenden  Klassen.
5b i?i  »Arbeiterwohl“).  —  *  Cardauns,  Sturz  der  Maria  Stuart.  112  S.  GG  —
rRxrä n iS ase ’  E ürstl -  Blut,  N„  52  S.  (BNS  5)  —  Dies.,  Die  echten  Abbergs,  N.,  96  S.,
w  to  B |acf ü  Herzenswirren,  R.  212  S.  (BNS  13).  —  Franz,  Schneekatherl.
«.  71  S  (BNS  9).  —  Fred,  Nach  langem  Suchen,  N.  106  S.  (BNS  4).  —  Glersberg,
Dekanat  Grevenbroich,  440  S.  —  Grube,  Gerhart  Groot.  108  S.  GG.  —  v.  Holnstein,
Am  See,  N.  102  S.  (BNS  7.)  —  Hopstein,  Vaterland.  Gesch.  f.  d.  Mittelstufe.  34  S.  —
        <pb n="170" />
        149

Hiiffer,  Karoling.  Königsherrschalt.  15  S.  GG  —  Kalender,  Obstbau.  224  S.  —  Koch,
Scheldereie.  II.  (vgl.  1882).  —  Leonhart,  Gertrud,  N.  168  S.  (BNS  6)  —  Gingen,
Vor  Pavia,  N.  119  S.  (BNS  17)  —  Marby,  Hanka,  N.  170  S.  (BNS  14)  —  Melchers,
Das  Gebet  des  Herrn.  119  S.  —  Messerer,  Die  Waisen.  94  S.  (BNS  4).  —  Dies.,  Die
beiden  Vettern.  E.  152  S.  (BNS  12)  —  *  Pohle,  P.  Secchi.  164  S.  GG  —  Polko,
Herzensfrühling.  63  S.  (BNS  12)  —  Hammers,  Hptm.  Garbas,  N.,  82  8.  (BNS  6)  —
Kelly,  Der  gefüllte  Pfannkuchen,  17  S.  (BNS  8.)  —  Bled,  Nach  20  Jahren,  N.  70  S.
(BNS  11)  —  v.  Roskowska,  Die  Grafenbraut,  N.  112  S.  (BNS  15)  —  Rudorf!,  Onkel
Born,  Sittenbild,  82  S.  (BNS  10)  —  Dies.,  Verloren,  N.  94  8.  (BNS  17)  —  Schnaps,
der,  48  S.  (ging  1908  in  den  Verlag  des  Volksvereins  über).  —  Schumacher,  Das  Frl.
von  Groenerode.  N.  nach  Melati  von  Java.  143  S.  (BNS  9)  —  Schwarz,  Die  Rechte,
N.  28  S.  (BNS  14.)  —  Tenger,  Der  letzte  Capy,  R.  197  S.  (BNS  8)  —  v.  Veltheim,
Napoleon  Potee.  N.  nach  d.  Franz.  165  S.  (BNS  5)  —  Weichensteller,  Der,  8  S.
(BNS  14)  —  Zingeler,  Zigeuner  Rosel,  N.  141  S.  (BNS  11)

ISSA  [Auffenberg],  Kompaß  für  die  Söhne  Kolpings.  94  S.  (ging  1908  in  den
Volks  ver.-Verlag  über).  —  J.  Bachem,  Preußen  u.  die  kath.  Kirche.  120  S.
■—  Berger  (Sofie  v.  Pollenins),  Wie  sie  sich  finden.  E.  97  S.  (BNS.  20.)  —  [Cardauns]
Jan  van  Weerth.  Zur  Enth.  d.  Denkmals  Juli  1884.  31  S.  —  Droste,  Sicherstellg.
  des  Vermögens  f.  relig.,  gemeinnützige  etc.  Zwecke  [Aus  „Arbeiterwohl“].
32  S,  —  Prlncken,  Pilgerstab  [Auszug  aus  Frincken,  Jesus  m.  Zuversicht].  480  S.
—  *  Gloßner,  Aristotel.  Begr.  der  realen  Mögl.  34  S.  GG  —  *  Gutberiet,  Ursprung
des  Lebens.  25  S.  GG  —  Herbert,  Flitter,  N.  31  S.  (BNS  20)  —  Dies.,  Das  Kind
seines  Herzens.  R.  328  S.  —  Hertllng,  Thomas  v.  Aquin.  24  S.  GG.  —  *  Hipler,
ehristl.  Geschichtsauffassung.  104  S.  GG  —  Kaufmann.  Bilder  aus  dem  Rheinland.
275  S.  —  Kompaß  f.  d.  jungen  Arbeiter.  94  S.,  dgl.  für  den  verheirateten.  94  S.
[gingen  1908  an  den  Volksvereins-Verl.  über].  —  Lenzen  di  Sebregondi,  Die  be-Üoo
  enen  Schuhe,  N.  51  S.  (BNS  20)  —  Dies.,  Trüber  Morgen,  goldener  Tag,  R.
d'  1)  *  Liessem,  Herrn,  van  dem  Busche  (Gymn.-Progr.  1884/9.  108  S.)  —
io,  o  n ’  Dekanat  Hersei.  442  S.  —  Melchers,  Leben  der  allersei.  Jungfrau.
194  S.  —  v.  Pelzeln,  Der  Erbe  von  Weidenhof.  R.  403  8.  (BRS  2)  —  *  Pohle,  Die
mwS enwelten -  L  128  s -  n -  (1885)  220  S.  GG.  —  Ried,  Keine  Wahl,  N.  167  S.
y  lj).-  v.  Rothenfluh,  Das  Grab  des  Verschollenen,  N.  74  S.  (BNS  18)  —  *  Schneid,
,  ‘Defektivität  der  Sinneswahrnehmung.  21  S.  GG  —  *  Schlitz,  Die  vis  aestimativa  des
n  1  l }?’ nas  v -  Aquin.  24  S.  GG.  —  Schwarz,  Verlassen,  N.  35  S.  (BNS  20.)  —  Tenger,
.„‘öckner  von  St.  Difeze,  N.  55  S.  (BNS  19)  —  Themistor,  Bildg.  u.  Erziehg.  der
geistlichen.  272  S.  (3.  Aufl.  1907  bei  Paulinus-Druckerei  in  Trier.)  —  v.  Veltheim,
et  Verueher,  N.  nach  d.  Russ.  des  Sagoskin.  140  S.  (BNS  18)  —  *Woker,  Aus
norddeutschen  Missionen  d.  17.  n.  18.  Jh.  121  S.  GG

1885  Abschied  d.  Erzb.  Melchers  von  Köln.  Bericht  d.  röm.  Deputation.  31  S.
—  Bach,  Ein  stolzes  Herz,  R.  246  S.  (BRS  4.)  —  *  Bach,  Das  Systeme  de  la
nature.  16  S.  GG.  —  *  Baumker,  Metaphysik.  36  S.  GG.  —  *  Bralg,  das  phil.  System
Rotzes,  38  8.  GG.  —  v.  Dlncklagc,  Die  Seelen  der  Hailas,  R.  233  S.  (BRS  7).  —
P™  t  r ’  Gesch -  der  Pfarre  St.  Joh.  Baptist  in  Köln.  264  S.  —  Festbericht  über
V'mpfang  des  Erzb.  Krementz  am  14./16.  Dez.  1885.  72  S.  —  Flach,  Durch  Kampf
‘Um  Ziel,  R.  332  g.  (BRS  8.)  —  Förster,  Carl  [Frau  Regierungsrat  Emma  Sprinhorum,
  Köln],  Die  Kunst  des  Sparens.  95  S.  —  Herbert,  Jagd  nach  dem
•nck,  R.  344  g.  —  *  Hipler,  Pred.  u.  Katechesen  der  Ermländ.  Bischöfe
Hosins  u.  Kromer.  188  S.  —  Hirschfeld,  Die  Hexe  v.  Scharnrode,  R.  244  S.  (BRS  5.)
Kalender,  Der  ländl.  Schulgarten.  78  S.  —  Koch,  Scheldereie  III  (vgl.  1882).  —
orc me j|t z  Dr.  Phil.,  Erzb.,  Lebensbild.  16  S.  —  *  Krieg,  Boethins.  30  S.  66.  —
Die  Wüstenräuber.  160  S.  (BRS  4.)  —  Melchers,  Zur  Erinnerg.  20  8.  —
'esserer,  In  Treue  fest,  Hochlandsgesch.  109  S.  (BRS  6.)  —  v.  Dosten,  Ein  Sohn
’r?-  174  S -  &amp;lt; BRS  7 -&amp;gt;  -  v -  Pelzeln,  Prinzessin  Irrlicht,  R.  153  S.  (BRS  5.)  -
nado  Ikuvusflügei•  72  S.  (BRS  8.)  —  Ried,  Die  Osteringen-Haldenstein,  R.  295  S.
i  *'■  ,—  *  Schmld,  Gefühl  u.  Gefühlsvermögen.  25  S.  GG.  —  Troska,  Vorherstimg.
  des  Wetters.  76  S.  u.  1  Tafel.  —  *  Woher,  Aus  den  Papieren  des  kurpfälz.
Ministers  A.  Stefani.  132  S.  GG.
        <pb n="171" />
        1  QQfi  Berger  (Follenius),  Dolores,  N.  80  S.  (BNS  22.)  —  Befa,  Der  Spieler,
luuu  E.  30  S.  (BNS  23.)  —  Bnet,  Der  Parteigänger  der  Königin,  R.,  bearb.  y.  A.
Zingeler.  272  S.  —  v.  Dlncklage,  Das  Comtessel,  N.  65  S.  (BNS  22.)  —  y.  Dirkink,
Herms  Vermächtnis,  N.  86  8.  (BNS  24.)  —  Haupt,  Haideröslein,  N.  118  S.  (BNS  22.)
—  Herbert,  Kinder  der  Zeit.  Nn.  (Kinder  der  Zeit;  Die  taube  Blüte;  Frl.  Käthe;
Das  böhmische  Lied;  Nur  ein  kleines  Leben.)  332  S.  —  Dies.,  Ein  modernes
Märchen,  N.  70  S.  (BNS  23.)  —  Karnitz,  Kl.  bibl.  Gesch.  24  S.  —  v.  Lenhard,  Der
Teufelstriller,  N.  51  S.  (BNS  24.)  —  Lenzen  di  Sebregondi,  Rau  v.  Netteihorst,  R.
420  S.  (BRS  9.)  —  Lindeinan,  Die  ratende  Freundin.  172  S.  —  Messerer,  Des  Achmüllers
  Recht.  115  S.  (BNS  21.)  —  v.  Oosfen,  Vannina,  N.  106  S.  (BNS  23.)  —
*  Pieper,  Propaganda-Congreg.  116  S.  GG.  —  *  Plngsmann,  Santa  Teresa  de  Jesus.
116  S.  GG.  —  Polko,  Papilion,  N.  105  S.  (BNS  21.)  —  Dies.,  Dita,  N.  64  S.  (BNS  24.)
—  A.  Reichensperger,  Zur  Protan-Architektur.  90  S.  —  v.  Eoskowska,  Im  Strudel
der  Hauptstadt,  R.  281  S.  (BRS  10.)  —  Tenger,  Hann  Kuljeyich,  N.  125  S.  (BRS  10.)
—  *  Woher,  Agostino  Steffani.  142  S.  GG.

10QY  *  Adeodatus,  Philosophie  u.  Cultur  der  Neuzeit  u.  Thomas  v.  Aquin.  64  8.
lOO  l  Q.Q  —  Bach,  Das  Geheimnis  von  King’s  Norton,  Weihnachtsgesch.  n.  d.
Engl,  90  S.  (BNS  25.)  —  v.  Berlepsch,  Im  fernen  Westen,  R.  216  S.  (BNS  29.)  -
*  Böcker,  Damme  als  Schauplatz  der  Varusschlacht.  81  8.  u.  4  Pig.  —  v.  Brackel,  Der
Spinnlehrer  v.  Carrara.  N.  320  S.  —  Brockdorff,  Ein  Geheimnis  des  Königsee,  N.
119  S.  (BNS  30.)  —  *  Cernnschl,  Das  biraetall.  Pari.  44  S.  —  Dittrich,  Mittelalterl.
Kunst  i.  Ordenslande  Preußen.  32  S.  GG.  —  Pogowltz.  Djaraar,  N.  85  8.  (BNS  30.)
—  Hirschfeld.  Die  Komödiantentoni,  R.  216  S.  (BNS  26.)  —  Hiiffer,  Bernard
v.  Clairvaux.  8  S.  GG.  —  *  Keiter.  Eichendorff.  112  S.  GG.  —  Koch,  Führer  d.  d.
zoolog.  Garten.  36  8.  —  Ders.,  Scheldereie  IV  (vgl.  1882).  —  Lenze,  Gräfin  Eva,  N.
94  8.  (BNS  27.)  —  Localanzeiger,  Kölner,  seit  8.  Okt.  tägl.  erscheinend.  —  Polko.
Frohe  Augen,  N.  43  8.  (BNS  28.)  —  Raven,  Die  Mutter  der  Marquise,  N.  nach  d.
Franz.  128  8.  (BNS  28.)  —  O’Reilly,  Leo  KITT.  Deutsch  [von  Prälat  Dr.  Weinand].
498  8.  -  Rosellen,  Dekanat  Brühl.  642  8.  —  Rudorff,  Schlichte  Größe,  Sittenbild.
126  S.  (BNS  25.)  —  *  Schauerte,  Gustav  Adolf.  95  S.  GG.  —  Schwarz.  Die  Uhr  des
Renö  Cardillac,  N.  42  S.  (BNS  28.)  —  v.  Wegerer  (Ernst  Norden),  Schicksalswechsel, ­
  N.  130  8.  (BNS  27.)  —  Wilfberger,  Vor-  u.  Nachspiele  z.  Diöz.-Gesangb.
  213  S.

lOQO  Berger  (Sof.  v.  Follenius),  Schloß  Hartenfels,  R.  236  8.  (BNS  36.)  —
IOOO  Bertram,  Gesundheitskompaß.  88  S.  (Ging  1908  in  den  Verlag  des  Volksvereins ­
  über.)  —  *  Bockenhelmer,  Die  Mainzer  Unterr.-Anst.  13  8.  GG.  —  Franz,
2  Bräute,  E.  65  S.  (BNS  33.)  —  Fred.  Die  Tochter  des  Flüchtlings,  N.  75  8.
(BNS  33.)  —  v.  Freyenstein  [Prof.  Dr.  Dierschke],  Dativ,  R.  127  S.  (BNS  34.)  —
Herbert,  Gemischte  Gesellsch.  Nn.  [An  Isabell;  Glücksvorübergangj  Das
Kuckucksei:  Die  Geschichte  von  den  Engelsflügeln;  Levin’s  Rheinfahrt;
Konrad  Riemann’s  Mutter;  Der  Goldhahn;  Die  Botin;  Refugium  peccatorum;
  Der  Mönch  Telemach.]  305  S.  —  *  Hetlinger,  Dantes  Geistesgang. ­
  140  S.  GG.  —  *  Hitze,  Pflichten  u.  Aufgaben  der  Arbeitgeber.
97  8.  (Ans  Arbeiterwohl.)  —  Holm.  Die  Heldin  der  Saison,  N.  84  S.  (BNS  34.)  —
Kerner,  Die  Abenteuer  des  Jobs.  Reusch,  R.  286  S.  —  Lenhard,  Meister  Müller
u.  sein  Geselle.  41  S.  (BNS  32.)  —  Lenzen  di  Sebregondi,  Gefehlt,  N,  113  S.
(BNS  37.)  —  Lingen,  Ein  verborgenes  Leben,  N.  66  8.  (BNS  33.)  —  Meyer
v.  Schauensee.  Ein  Sturm  auf  dem  Vierwaldstättersee,  E.  44  S.  (BNS  31)  —
*  Plaßmann,  veränderl.  Sterne.  120  S.  GG.  —  Polko,  Eine  10.  Sinfonie,  N.  19  S.
(BNS  35.)  —  y.  Pütz,  Maria  Angela,  N.  105  8.  (BNS  35.)  —  Dies.,  Eine  fremde
Blume,  N.  102  8.  CBNS  37)  —  Regeln  des  Ver.  von  der  h.  Elisabeth,  24  8.  —  Rlotte,
Theodulf,  e.  Sang  aus  alter  Zeit  65  8.  —  Rudorff,  An  den  Stufen  des  Thrones,  R.
91  S.  (BNS  35)  —  Schilling,  Aphorismen  z.  BGB.  76  8.  (Aus  KV)  —  Schrattenthal,
[Prof.  Karl  Weisz.  Preßbnrg],  Der  Armendoktor.  N.  92  S.  (BNS  32)  —  *  Schwicker.
Peter  Pdzmäny,  99  S.  GG.  Weber,  Auf  dornigem  Pfad,  R.  171  S.  (BNS  31).
        <pb n="172" />
        151

1ÖQQ  Andacht  z.  Verehr,  d.  h.  Herzens  Jesu.  16  S.  (Aus  dem  Diöz.-Gesangb.)
luu ''  —  Arbeiterfrage,  die,  in  der  Niederld.  Preßhefe-  u.  Spiritusfabr.  139  S.
n.  1  Tafel.  (Aus  Arbeiterwohl.)  —  *  Böcker,  Erinnergn.  e.  Rompilgers.  60  S.  —
Brackel,  Vom  alten  Stamm,  N.  61  S.  (BNS  38)  —  v.  Dirklnk,  Im  Kampf  mit  der
Welt,  91  S.  (BNS  40)  —  Dumont,  kirchl.  Erlasse  (vgl.  1874).  Nachtr.  80  8.  —  Rimbeck ­
  [Dr.  Stackemann],  Im  Lande  der  Mondscheinler.  76  S.  (BNS  40)  —  *  Falk,  Meßauslegnngen.
  63  S.  GG—  Frage,  die  Römische,  a.  d.  1.  span.  Kath.-Vers.,  3  Reden,  deutsch
v.  Dr.  B.  Vogel.  91  S.  —  Keiffen  [K.  Keiffenheim,  Trier],  Das  düstere  Haus,  N.
60  S.  (BNS  38.)  —  Kreuzweg-Andacht  z.  Verehrung  d.  h.  5  Wunden.  20  S.  (Aus  dem
Diöz.-Gesgb.)  —  *  Meier,  süddeustche  Klöster  vor  100  Jahren.  Reisetageb.  des  P.
Hauntinger.  125  S.  6G.  —  Mecken,  Kirchenkassen-Föhrung.  16  S.  —  Norrenberg,
Dekanat  M.-Gladbach.  370  S.  —  Osberg,  Fügungen,  N.  97  S.  (BNS  38.)  —  v.  Pütz,
Der  letzte  Schuß,  N.  72  S.  (BNS  39.)  —  Schröder,  E.,  kath.  Antwort  auf  den
Giordano  Bruno-Skandal.  24  S.  —  Schwarz,  Gelandet,  N.  45  S.  (BNS  40.)  —
*  Schynse,  2  Jahre  am  Kongo.  120  S.  GG.  —  Tenger,  Die  Frau  aus  dem  Veilchenhause, ­
  R.  282  S.  —  Veldenz,  Im  Banne  der  Schlange.  N.  208  S.  —  v.  Veltheim.
Die  Sühne.  N.  147  S.  (BNS  39.)
lOQD  Andachten  f.  kath.  Arbeiter-Vereine.  32  S.  —  *  Baumker,  Herb.  Spencer.
lUts'VJ  20  S.  GG.  —  [Dechene],  Marian.  Skapulier-Bruderschaftsbüchl.  51  S.  —
*  Entwurf  e.  Bürgerl.  Gesetzbuches  u.  der  Rhein.  Bauern-Verein.  107  S.  —  *  Falk,
Sterbebächlein  bis  1520.  91  S.  GG.  —  *  Hilt,  des  h.  Gregor  v.  Nyssa  Lehre  v.
Menschen.  360  S.  —  *  Hitze,  Schutz  dem  Arbeiter  !  272  8.  (Aus  „Arbeiterwohl“.)  —
Kipper,  20  Vaterlandslieder.  44  8.  —  Koch,  ömmerjööncher.  125  S.  —  Maaßen,
Dekanat  Königswinter.  576  S.  —  Mnnsabre,  Das  künftige  Leben.  Aus  dem  Franz,
von  Dr.  J.  Drammer.  231  S.  —  Ders.,  Die  andere  Welt.  Aus  dem  Franz,  von  Dr.
J.  Drammer.  271  8.  —  Parr,  Magdalenens  Erinn.,  R.  328  S.  —  *  Plaßmann,  Beobachtungen ­
  veränderl.  Sterne.  2.  Teil.  26  S.,  3.  Teil  (1891)  24  S.  —  Reichsgesetz
ftetr.  die  Gewerhegerichte,  erl.  von  Dr.  K.  Bachem.  150  S.  —  *  Schynse,  Mit
Stanley  u.  Emin  Pascha  durch  Ostafr.  116  S.  GG.  —  *  Steinle,  Ed.  v.  Steinle  u.  A.
Reichensperger.  108  S.  GG.
1QQ1  *  Atzberger,  Hettinger.  5  S.  GG.  —  Brandenburg,  Die  Sperrgesetz-Nov.  v.
2i.  Juni  1891.  81  S.  —  [Cardauns],  Windhorst.  Zur  Erinn.  46  S.  —  *  Ebner,
Propst  Seidenbusoh.  80  S.  GG.  —  *  Rndres,  Kunstgesch.  Sehensw.  v.  Augsburg.
10  S.  GG.  —  Gerard,  Die  Mexikanerin.  (Reata)  R.,  deutsch  v.  Johannes  Holm.  608  S.
—  Haaß,  Künstlerleben,  Nn,  Hum.  u.  En.  (Haydns  erste  Liebe;  Die  Töchter  des
Theatercopisten;  Aus  Beethovens  Häuslichkeit;  Der  Türmer  von  Blankenburg;  Wie
weiland  der  Kurfürst  von  Sachsen  seinen  Sänger  erzog;  Lorbeer  u.  _  Myrte;  Das
Ständchen  wider  Willen;  Mutter  Anastasias  Vermächtnis;  Rubinis  Schatten;
Sarastro-Schneidlein;  Ein  Incognito;  Aus  Bendas  Lehr-  u.  Wanderjahren;  Augustin
uer  Jüngere).  235  S.  —  Hermes,  Verwaltg.  des  Kirchen-Vermögens,  2.  Aufl.  272  S.
(Ygh  1876:  Heinrich).  —  *  Kaufmann.  Maler  Ph.  Veit.  120  S.  GG.  —  *  Keiter,  Heinr.
Heine.  132  S.  GG.  —  Mies,  Einkommensteuer.  48  S.  —  «Plaßmann,  2.  Verzeichn,  v
Meteorbahnen.  28  S.  [Das  1.  erschien  1886  in  Warendorf,  Beil,  zum  Gymn.-Progr.]
—•  *  Prinz  n.  Page,  E.  aus  dem  Engl,  von  6.  L.  [Gräfin  Therese  v.Loe].  303  S.  —
*  Scheuffgen  u.  Lager,  Domkapitel  i.  Trier  u.  Bantusseminar.  —  Scnmid,  de  Maistre,
9  S.  GG.  —  Vocke,  Rechtspflege  in  den  Ver.  Staaten.  179  S.  —  Winterer,  intern
Sozialism.  v.  1885—90.  Aus  d.  Frz.  v.  Joh.  Berg.  196  S.
1800  Bachem,  Der  unlautere  Wettbewerb.  45  S.  —  «Baumgarten,  Giovanni
lüy,i  Batt.  de  Rossi.  Festschr.  zu  s.  70,  Geburtstag.  130  S.  —  Beck,  Taschenkalender ­
  f.  kath.  Akademiker  1892/3.  230  S.  —  Belke,  hl.  Harfenklänge,  2.  Aufl.
(1.  Aufl.;  i.  Selbstverl.)  164  S.  —  Ders.,  Ginsterblumen.  2.  Aufl.  (dgl.)  164  R.  —
*  Chambaln,  Stromveränderungen  des  Niederrheins  seil  der  vorröm.  Zeit.  32  S.  u.
1  Tafel.  —  P.  Cyprian  [Fröhlich]  v.  Eggolsheim,  Missionskompaß  f.  Jünglinge.
116  S.  (ging  1908  an  den  Verlag  des  Volksvereins  über).  —  Esser,  Epheuranken.
G.  209  S.  —  *  Esser,  Das  Pflanzenmaterial  f.  d.  botan.  Unterr.  184  S.  —  Fulano,
[Pfr.  Th.  Esch,  Trier],  Der  Sturz  d.  Kaiserthrones  i.  Brasilien.  204  S.  —  *  Graön,
        <pb n="173" />
        Hildesh.  Holzarch.  7  S.  GG.  —  Hammer,  Die  Franzisk.  i.  d.  Ver.  Staaten.  149  S.  —
Hertling,  Naturrecht  u.  Sozialpol.  87  S.  GG  —  Ders.,  J.  B.  Heinrich.  12  S.  GG.  —
Hespers,  P.  Schynsea  letzte  Eeis.  104  S.  GG.  —  Hitze,  Normalarbeitsordng.  126  S.  —
Jüngst,  3  Nn.  (Wider  Willen,  Wandlgn.,  Hüben  u.  Drüben).  314  S.  —  Kohlenring,
Der  geplante.  36  S.  (Aus  KV.)  —  Kuhn,  Aus  dem  modernen  Babylon.  233  8.  —
v.  Lassanix,  Bekämpfung  der  Reblaus.  40  S.  —  Lingen,  Zweimal  vermählt.  (Ein
Wort  aus  Kindesmund.)  394  S.  —  Mies,  Gewerbesteuer.  46  S.  —  Oidtmann,  Glasmalerei ­
  I  74  S.  II:  1898.  376  S.  —  Pastor,  Joh.  Janssen.  5  S.  GG.  —  Plaßmann,
Der  Planet  Jupiter.  115  S.  GG.  —  Ders.,  Veränderl.  Sterne.  8  S.  GG.  —  Wlndthorst
n.  Görres.  4  S.  GG.

lOQO  C.  Bachem,  Bebel  u.  sein  Zukunftsstaat  vor  dem  Reichstage.  168  S.  —
J  J.  Bachem,  Wie  ist  dem  unlauteren  Wettbewerb  zu  begegnen?  63  S.  —
Baumgarten,  Für  und  gegen  Kneipp.  Ärztliche  Aussprache  [von  Dr.  med.  Bergmann,
Dr.  med.  Euteneuer,  Dr.  med.  Niemann].  159  S.  —  Bebel  und  sein  Zukunftsstaat ­
  vor  dem  Reichstag.  Stenogr.  Bericht,  herausg.  vom  Volksverein.  116  S.
—  *  Becker,  Dekanat  Blankenheim,  656  S.  —  Bestimmungen  über  Lehrplan  t.
Erteilg.  des  Rel.-Unterr.  8  S.  (Aus  Kirchl.  Anz.)  —  [Brendgen],  Erzb.  Card.
Krementz,  zur  Card.-Erhebg.  95  S.  —  Clanß,  Us  nnse  Lotterbove-Johre  I  (Der  Seilspenner; ­
  Unse  Student).  212  S.  —  v.  Dlncklage,  Die  Dorfnihilistin,  N.  nebst  7
weiteren  Nn.  (Der  rechte  u.  der  linke  Flügel,  Das  große  Kreuz,  Der  Eggenrod-Bach,
Ein  verlorenes  Leben,  Der  Landmesser,  II  Gobbo,  Der  Erbonkel).  382  S.  —
Dukas  Theodassos,  Im  Zeichen  des  Halbmonds.  Schilderungen  aus  der  türk.  Hauptstadt. ­
  399  S.  —  Gerard,  Plündere  den  Nächsten,  R.,  übers,  von  J.  Holm.  387  S.  —
Herbert,  Baalsopfer,  Nn.  (Baalsopfer,  Flucht  des  Engels,  Der  schöne  Ferdinand,
Unlöschbare  Schrift,  Wiedergeboren).  320  S.  —  *  Kirsch,  Christi.  Kultusgebäude  i.
Altertum.  104  S.  GG.  —  Knlel,  Maria  Laach.  160  S.  —  Landwirtschaft!.  Artikel  der
KV  .1—V  (bis  1899;  572  S.)  —  Lehrerzeitung,  Westdeutsche,  erscheint  seit  20.  Juni.
Beilagen:  seit  1896:  Lit.  Beilage;  seit  1.  Jan.  1910:  Blätter  für  Rechtsschutz,  monatl.;
seit  1.  Mai  1910;  Der  Wächter  f.  Jugendschriften,  monatl.;  auch  (viertel],  M.  1,20)
für  sich  zu  beziehen;  seit  1.  Jan.  1913:  Blätter  f.  Volksschulpraxis,  red.  von  Phil.
Krug.  —  Llessem,  Das  rote  Glückwunscbbüchl.  168  S.  —  Melchers,  De  visitatione.
186  S.  —  Metzmacher,  Das  Kreuz  Christi.  204  S.  —  Mocken,  Kirchenlagerbücher. ­
  11  S.  —  Mußestunden,  Für  (aus  KV)  I  390  S.,  II  1894
399  S.,  III  1895  399  S.,  IV  1896  399  S.,  V  1897  351  S.,  VI  1905
270  S.  —  Oidtmann,  Glasmalerei.  I;  Technik;  70  S.  II:  Gesch.  bis  1400  (1898;
376  S.)  —  *  Paulus,  Job.  Wild.  82  S.  GG.  —  Pauly,  Perlen  aus  dem  Sagenaehatze
des  Rheinlandes.  147  S.  —  Staarstecher  [Heinr.  Keiter],  Heine,  der  Antisemit  u
Nihilist.  56  S.  —  Steffens,  Der  h.  Agilolfus.  40  S.  —  Veldenz,  Postlagernd.  Nn.  (Wie
ich  Maler  wurde,  Die  beiden  Schwestern.)  322  S.  —  *  Weber,  Kirchengesang  i.
Fürstbist.  Bamberg.  72  S.  GG.  —  Zum  gold.  Bischofsjub.  Leos  XIII.  24  S.

1QQ4  *  J.  Bachem,  Bedingte  Verurteilung.  68  8.  GG.  —  Bauer,  Treu  im  Kampf,
R.  298  S.  —  Clanß,  Us  unse  Lotterbove-Johre.  II  (Achzehnhundertsibbenzig).
172  S.  —  50  Commerslleder.  24  S.  —  *  Festschrift  zur  3.  Rhein.  Prov.-Vers.  des
kath.  Lehrer-Ver.  126  S.  ■—  Pranke,  Das  preuß.  höh.  Unterrichtswesen.  80  S.  —
Frelmuth,  Ardennenwanderungen.  131  S.  —  *  Funk,  Hefele.  4  S.  GG.  —  Für  Wertpapierbesltzer
  (aus  KV).  150  S.  —  E.  Gerard,  Eine  geheime  Sendung,  R.  Aus  d.
Engl,  von  S.  Orref  [Oberstleutn.  v.  Ferro].  326  S.  —  Grubenbecher,  Lauretan.
Gnadenkapelle  i.  d.  Pfarrkirche  Maria  i.  d.  Kupfergasse.  128  8.  —  Hertling,  Aufg.
d.  kath.  Wissensch.  6  S.  GG.  —  Kelter,  Aus  dornenreicher  Jugendzeit.  E.  176  S.
*  Klhn,  altchristl.  Schriften.  6  S.  GG.  —  Lenzen  di  Sebregondi,  Drückende  Fesseln,
R.  284  S.  —  Limburg,  Der  Prinzessinnenthurm,  N.  317  8.  —  Maaßen,  Dekanat
Bonn  I.  (Stadt.)  422  §.;  II  in  Hausteins  Verl.  Bonn.  —  Mußestunden,  s.  1893.  —
Oberdorff  er,  Bücher  u.  Bühnenstücke  f.  kath.  Vereinsbibi.  36  S.  —  *  Schmitt,  Joh.
Tausen.  128  8.  GG.  —  *  Schnürer,  Entstehg.  d.  Kirchenstaates.  116  S.  GG.  —
v.  Walde,  Märchen.  (Rosen  u.  Dornen.  Das  Quellchen,  Herzlieb).  89  S.  —  *  Weber,
Gesch.  v.  Bamberg.  6  S.  GG.  —  *  Wider  den  uni.  Wettbewerb.  Versamlgsbericht.
48  8.  —  Woude,  Tom  n.  ich.  Nov.  nach  d.  Holl,  von  A.  Herbst.  271  8.
        <pb n="174" />
        lOQC  *  Beleuchtung  u.  Wasserversorgung  der  Stadt  Köln.  Festschr.,  hg.  von
F.  Joly.  119  S.  4°.  —  Brandts,  Die  kath.  Wohltätigkeits-Anstalten  (Aus
Arheiterwohl)  256  S.  —  *  Cardauns,  Märchen  Brentanos.  120  S.  GG.  —  Drummer,
Das  Gebet  des  Arbeiters.  102  S.  —  Fahr!  de  Fabris,  Was  die  Blumen  erzählen,
Gesch.  (Das  Blumen-Buch  des  alten  Fräuleins;  Dunkelblauer  Enzian;  Belladonna;
Erika;  Feuerroter  Mohn;  Radieschen;  Zeitlose;  Aloe;  Sonnenblume;  Rosmarin;
Schlüsselblume;  Immortelle;  Schwarzer  Nachtschatten;  Steppengras.)  215  S.
—  D.  Gerard,  Lady  Baby,  R.  Aus  d.  Engl,  von  Th.  Eminger-Longard,
485  S.  —  *  Gockel,  Das  Gewitter.  120  S.  GG.  —  *  Gründung  u.  Tätigkeit  des  Ver.  v.
h.  Karl  Borromäus,  Festschr.  144  S.  —  Herbert,  Aphorismen.  154  S.  *  Kleinermanns, ­
  Die  Heiligen  u.  Seligen  auf  dem  bischöfl.  Stuhle  von  Köln.  I.  [Maternus,
Severin,  Evergislus,  Kunibert,  Agilolfus,  Bruno.]  192  S.  II.  (1898)  [Heribert].  88  S.
(Aus  Pastoralblatt.)  —  Münchgesang,  Spartacus,  der  Sklaven-Feldherr,  E.  155  S.
(BJ  1.)  —  Ders.,  Thankmar,  der  Sngambrer,  E.  160  S.  (BJ  2.)  —  Ders.,  Der  Weg
zur  Wahrheit,  E.  128  S.  (BJ  3.)  —  Mußestunden  III  (s.  1893).  —  v.  Neidegg,  Aus
bewegter  Zeit,  R.  388  S.  —  Pichler,  Antrag  Kanitz.  180  S.  (8PZ  1;  ging  1908  in  den
Verlag  des  Volks  Vereins  über.)  —  *  Plaßmann,  P.  Denza.  3  S.  GG.  —  v.  Pütz,
Tiroler  Dorfgeschichten.  (Er  soll  dein  Herr  sein;  Die  Wäsche;  Das  Büble;  Moidel;
Der  Zweifler;  Bis  in  den  Tod).  318  S.  —  Rollo-Reuschel,  Moderne  Raubritter.  344  S.
—-  Scheben,  Die  Thorburgen  Kölns.  228  S.  —  *  Schneider,  Sittl.  Bewußtsein.  138  S.
}*G.  —  Stephinsky,  Schulaufsichtsfrage  (Aus  Westd.  Lehrerztg.).  91  S.  —  *  Zaun,
Gesch.  der  Pfarre  Lövenich  b.  Zülpich.  209  S.
18Qfi  *  Bachem,  Bed.  Verurteilung  oder  bed.  Begnadigung?  39  S.  GG.  —  Beck,
Erklärg.  der  bibl.  Gesch.  I.  519  S.  —  Coloma,  Verrechnet,  N.,  deutsch  v.
J.  Caspar!.  128  S.  —  Delvos,  Dekanat  Siegburg.  448  S.  —  *  Finke,  Karl  Müller.
117  8.  GG.  —  Grach,  Die  Märtyrin  v.  Sicca,  Drama  nach  Newmans  „Kallista“.  96  S.
Musik  dazu  von  Kipper.  26  S.;  ging  Peb.  1908  an  J.  Esser  in  Paderborn  über.  —
Harten,  Aus  Wildfangs  Kinderjahren.  E.  158  S.  (BEM  1.)  —  Dies.,  Draußen  in  der
Welt,  E.  160  S.  (BEM  2.)  -  *  v.  Bertling,  K.  A.  Lossen.  6  S.  GG.  —  [Monatl.]  Korrespondenzblatt ­
  f.  die  Präsides  der  kath.  Jugendvereinigungen,  hg.  von  Dr.  J.  Dram-5*.
  (Ging  m.  Jahrg.  1908  an  Druckerei  Lehrlingshaus,  Mainz.)  —  v.  Lilien,  Duell  u.
Ehre,  R.  491  g.  —  *  Miller,  Die  Ebstorfer  Weltkarte.  63  S.  GG.  —  Münchgesang,
Der  ägypt.  Königssohn,  E.  173  S.  (BJ  5.)  —  Ders.,  Pyramide  v.  Gizeh,  E.  176  S.
'•BJ  4.)  —  Mußestunden  IV  (3.  1893).  —  v.  Pütz,  Von  der  Pike  auf,  E.  159  S.  (BJ  6.)
Dies.,  Die  Tochter  des  Marquis,  E.  136  S.  (BEM  3.)  —  Roeren,  Unlauterer  Wettbewerb. ­
  47  S.  (SPZ  2;  ging  1908  an  den  Volksverein.)  —  Schott,  Der  Hüttenmeister, ­
  N.  151  S.  —  Ders.,  Der  Königsschütz,  Aus  der  Art  geschlagen,  Nn.  184  S.
Westerraaier,  Abstammungslehre.  6  S.  GG.
1807  *  Aufgaben  von  Gemeinde  u.  Staat  in  der  Wohnungsfrage.  83  S.  (Aus
_  Arbeiterwohl.)  —  [J.  Bachem  u.  W.  Hankamer],  Die  Parität  in  Preußen.
E-  Denkschrift.  169  S.  —  Bonsen  s.  Zurbonsen.  —  Brackel,  Im  Streit  der  Zeit,  R.
~  Bde.  319  u.  379  S.  —  *  Domanlg,  A.  Bruder.  4  S.  GG.  —  Dransfeld,  Grafendorh,
E.  157  S.  (BEM  6.)  —  Dies.,  Wie  das  Grafendorli  glücklich  wird,  E.  158  S.  (BEM  7.)
Pollenlus,  Führungen  u.  Fügungen,  E.  194  S.  (BEM  5.)  —  v.  Goldegg,  Das
Märchen  vom  Glück,  R.  2  Bde.  345  u.  286  S.  —  Harten,  Wildfang  im  Pensionat,
"•  167  S.  (BEM  4.)  —  Heitzer,  Des  Geigers  Enkelkind,  Am  Weihnachtsabend,  Das
Sparbuch,  En.  125  S.  (BVJ  3.)  —  Ders.,  Des  Kindes  Opfer,  In  die  Welt  hinaus,  En.
S.  (BVJ  4.)  —  Herbert,  Aglae,  N.  199  S.  —  *  v.  Hertllng,  Katholizism.  u.
Wissensch.  8  S.  GG.  —  *  Hitze,  Handwerkerschutzges.  (Aus  Arheiterwohl.)  49  S.
~  *Ders.,  Ergänz,  der  Arbeitervers.  durch  freie  Fürsorge.  (A.  Arbeiterw.)  26  S.
Kampers,  Mittelalterl.  Sagen  vom  Paradies  u.  v.  Holze  des  Kreuzes  Christi.  119  g.
GG.  _  Kelter,  Aus  dornenreicher  Jugend,  E.  129  S.  (BVJ  2.)  —  Kerner,  Joh!
Heuschs  Abenteuer,  E.  144  S.  (BJ  9.)  —  *  Kirsch,  Die  Akklamationen  d.  altchristl.
Grabschr.  86  S.  GG.  —  Lehrplan  f.  d.  Rel.-Unterr.  (Aus  Kirchl.  Anz.)  31  g.
Maitland,  Clara,  E.  128  S.  (BVJ  1.)  —  Münchgesang,  Radbert  Overstolzen,  E.  164  S.
(BJ  7.)  _  Derg^  Der  Vierherr  v.  Erfurt,  E.  160  S.  (BJ  8.)  —  Für  Mußestunden  V
(s.  1893).  _  gtrelfzüge  durch  das  Reich  der  Freimaurerei.  77  S.  (Ans  Deutsches
        <pb n="175" />
        Adelsblatt.)  —  Veldenz,  Auf  den  Brettern,  N.  180  S.  —  *  Zurbonsen,  Völkerschlacht
„am  Birkenbaume“  94  S.  GG.
1QQQ  Dransfeld,  Nach  harter  Prüfung,  E.  166  S.  (BEM  8.)  —  Dies.,  Theo
loyo  Westerhold,  E.  168  S.  (BEM  9;  1914  als  Bd.  18  von  ZL.)  —  Die  Ehrenwallsche
  Kuranst.  zu  Ahrweiler.  64  8.,  32  Taf.  u.  10  Pläne.  —  Fahr!  de  Fabris,  Lieb
u.  Leid,  Gesch.  n.  Bilder.  (Wenn  der  Klee  blüht;  In  der  Rumpelkammer;  Der  arme
Poet;  Die  Papageientante;  Um  einer  Ungetreuen  willen;  Die  Vergeltung;  Das  alte
Spinnrad;  Deborah;  Himmelsmorgen  in  der  Weihnacht:  Gradje;  Vision;  Das  Glück;
Wie  es  geht;  Die  Liebe  höret  nimmer  auf;  Frohe  Herzen.)  215  S.  —  *  Finke,  Jos.
v.  Ittenbach.  97  S.  GG.  —  Glattfelter,  Ges.  betr.  Diensteinkommen  der  kath.  Pfr.
58  S.  —  Heitzer,  Die  Tochter  des  Bergmanns,  E.  141  S.  (BVJ  6.)  —  *  v.  Hertllng,
Kath.  Wissenschaft.  4  S.  GG.  —  Jeske-Choinskl,  Eine  Sonne  i.  Erlöschen.  Aus  d.
Poln.  von  J.  Glinkiewicz,  2  Bde.  401  u.  260  S.  —  Kellner,  Der  Sieg  des  Kreuzes,
E.  152  S.  (BJ  12.)  —  *  Kleinermanns,  Die  Heiligen  v.  Köln  II  1  (vgl.  1895).  —
Liessem-Piel,  Lumen  cordium,  Gebet-  u.  Ges.-B.  226  S.  —  Müller,  Marinevorlage.
80.  S.  —  Münchgesang,  Der  Gießerbursch  v.  Nürnberg,  E.  159  S.  (BJ  10.)  —
Ders.,  Der  Altar  des  unbekannten  Gottes,  E.  144  S.  (BJ  11.)  —  Pichler,
Ceutrum  u.  Landwirtschaft.  72  S.  (SPZ  3;  ging  1908  an  den  Volksver.-Verl.)  —
Fiel,  Orgelbegleitung  z.  Gesangb.  Lumen  cordium.  96  S.  —  Rolfes,  Gottesbeweise ­
  bei  Thomas  v.  Aquin  u.  Aristoteles.  313  S.  —  *  Scheid,  Der  Jesuit
J.  Masen.  80  S.  GG.  —  *  Schlecht,  Christi.  Kunst  u.  Naturalism.  12  S.  GG.  —  Schott,
Der  Wildhof,  E.  211  S.  —  De  Vltis,  Der  Roman  der  Arbeiterin,  R.  aus  dem  Franz,
[von  H.  Geehl].  466  S.  —  *  Wllloh,  Gesch.  d.  kath.  Pfarreien:  Hzt.  Oldenburg  A.
Dekanat  Vechta-Neuenkirchen,  3  Bde.  500,  487  u.  551  S.  B.  Dek.  Cloppenburg  (1899)
2  Bde.  526  u.  556  S,
lOQQ  *Arbeifskamraern,  Bedeutg.  u.  Organis.  (Aus  Arbeiterwohl.)  64  S.  —
*  Bruderschaftsand.  z.  Mutter  d.  guten  Rates.  12  8.  —  Buol,  Das  Marterle,
E.  241  S.  —  Centrums-Lleder.  16  S.  —  *  Dahlmann,  Das  altind.  Volkstum.  139  8.
GG.  —  Dransfeld,  Flitter  u.  Schein,  E.  143  S.  (BEM  11.)  —  Dumont,  Sämig,  kirchl.
Erlasse.  Nachtr.  80  S.  —  Ferdinand,  Die  Wahlen  der  kirchl.  Verwaltungsorgane.
31  S.  —  Follenius,  Dorothee,  E.  140  S.  (BEM  10.)  —  v.  Goldegg,  Was  ist  die  Liebe?
N.  160  S.  —  Görgen,  Die  Macht  der  christl.  Liebe,  E.  176  S.  (BVJ  7.)  —  [Graham-]
Hummel,  Weiß  u.  Rot,  E.  128  S.  (BVJ  6.)  —  Grau,  Das  Lob  des  Kreuzes.  Klosteru.
  Hofgesch.  604  8.  —  Harten,  Am  Wichtelborn,  M.  203  8.  —  Helm,  Unser  Herr
Jesus  Chr.  v.  Nazareth.  647  8.  —  Heitzer,  Die  Goldsucher,  Die  Pfändung,  Eines
Künstlers  Jugendzeit.  En.  116  S.  (BVJ  8.)  —  Ders.,  Der  rote  Franzis,  E.  126  8.
(BVJ  9.)  —  *  v.  Hertling,  Freiheit  der  Lehre.  9  8.  GG.  —  Hoeber,  Handb.  d.  kath.
Studentenver.  171  S.  —  Huppert,  öffentl.  Lesehall.  100  S.  —  Jägers,  Der  Katech.  I.
608  8.:  II  (1903  mit  Inderfurth)  520  S.;  III  (1905)  504  S.  —  »Kaufmann,  Thomas
v.  Chantimprd.  138  S.  GG.  —  Kerner,  Walter  der  Erzpoet,  E.  159  S.  (BJ  15.)  —
Korthaus,  Rohstoff-  n.  Gewerkgenossenschaft  d.  Tischler  zu  Osnabrück  (Aus
Arbeiterwohl).  16  S.  —  Kühling,  Aufstellg.  der  Kirchen-Etats  u.  Rechngn.  231  S.  —
*  Mausbach,  Sittenlehre  des  h.  Thomas.  16  S.  GG.  —  Münchgesang,  Der  Retter  v.
Neiße,  E.  136  S.  (BJ  13.)  —  Ders.,  Der  rechte  Falkensteiner,  E.  143  S.  (BJ  14.)  —
Pahl,  Anleitg.  f.  Kirchenrendanten.  35  S.  —  v.  Schilgen,  Vormundschaftsrecht.  248  8.
—  [Schmitz  Dr.  J.[  Dr.  Hub.  Simar,  Erzb.  v.  Köln.  62  S.  —  *  Schulte,  Die  Kunst  in
Münster.  10  8.  GG.  —  Schwering,  Röm.  Recht  u.  BGB.  190  S.  —  Waldau,  Bellinis
Kinder  u.  der  Ziegen-Beppo.  210  S.  —  *  Wibbelt,  Görres  als  Lit.-Hist.  78  S.  GG.  —
*  Wilpert,  Gewandung  der  ersten  Christen.  58  S.  GG.  —  *  Zardetti,  Pflichten  u.
Rechte  des  Adoptivbürgers  in  Amerika.  28  S.
lOnn  Brackel,  Eine  Nähmamsell,  N.  288  S.  —  Braun,  Das  Fleißzeichen,  Das
1  rosafarbene  Kleid,  Nepomuk,  En.  124  S.  (BVJ  12.)  —  *  Bumüller,  Aus  der
Urzeit  des  Menschen.  90  S.  66.  —  [Dillov],  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Frau,
von  Dr.  A.  Baumstätter.  152  S.  —  Dransfeld,  Die  Geschwister,  E.  152  8.  (BEM  13.)
—  *  Duhr,  Jesuiten  u.  Hexenprozesse.  96  8.  GG.  —  Follenins,  Das  Burggeheimnis,  E,
152  S.  (BEM  12.)  —  Gebet-  u.  Gesangb.  f.  kath.  Gesellenvereine.  160  S.  —  Heitzer,
Der  Räuber  vom  Eichenhof,  E.  128  8.  (BVJ  13.)  —  Herbert,  Marianne  Fiedler;  Eva;
Leben  u.  Liebe,  Nn  209  S.  —-  *  Konlen,  Prühlingsfahrten  durch  Italien,  Dichtgn.
        <pb n="176" />
        155

98  S.  —  [Lanfenberg],  Kirchenlieder  f.  d.  Schulgebrauch.  16  S.  —  Leo  XIII.  Rundschreiben ­
  über  den  göttl.  Erlöser.  23  S.  —  Die  Lex  Helnze  u.  ihre  Gefahr  f.  Kunst,
Literatur  u.  Sittlichkeit.  54  S.  —  *  Mirbach,  Nach  Oben!  G.  284  S.  —  Münchgesang,
Nach  schwerer  Zeit,  E.  152  S.  (BJ  16.)  —  Ders.,  Der  Verbannte  von  Naxos,  E.  180  S.
(BJ  17.)  —  Ris,  Detlev  u.  Geira,  E.  128  S.  (BVJ  10.)  —  Sauren,  Die  Praxis  des
1.  Schuljahres.  208  S.  u.  22  Tafeln.  2.  Schulj.  (1903)  208  S.  —  »Schulte,  Die  „große
Gesellschaft“  von  Ravensburg.  8  S.  GG.  *  Schultz,  Charakteristiken  u.  Kritiken  von
Görres  1804—5.  92  S.  II.  Folge  1902.  106  S.  GG.  —  Schwering,  Rom.  Recht,
deutsches  Recht  u.  BGB.  199  S.  —  *  Trimborn  u.  Thlssen,  Die  Tätigkeit  der  Gemeinden. ­
  103  S.  (Aus  Arbeiterwohl.)  —  Wehrmeister,  Das  Geheimnis  des  Sonnenpriesters, ­
  E.  128  8.  (BVJ  11.)  —  [Wltkowski],  Schattenbilder  aus  dem  preuß.  Osten
von  Germanus.  32  S.  —  Zlngeler,  Der  Miinsterbaumeister  v.  Straßburg,  E.  258  S.
IQOl  B art h,  Pflege  u.  Ernährg.  d.  Kindes.  132  S.  —  Banordnung  f.  d.  Stadtkreis
Köln.  67  S.  —  Bazln,  Aus  ganzer  Seele,  R.,  deutsch  v.  J.  Kelbe.  332  S.  —
y.  Brackel,  Chic,  N.  126  8.  —  Böcker,  Ges.  u.  Verordn,  ii.  d.  bürgerl.  Ehe.  36  S.  —
*  Cardauns,  Görresgesellsch.  1876—1901.  112  S.  GG.  (1901—16  in  Jahresber.  1917;
14  S.)  —  Coudenhove,  Johannes  der  Täufer,  G.  96  S.  —  Follenlus,  Allzeit  wahrhaftig,
E.  148  8.  (BEM  15.)  —  v.  d.  Fuhr,  Der  Rel-Unterr.  i.  d.  Volksschule.  92  S.  —
Harten,  Frl.  Übermeer,  Gesch.  e.  jungen  Mädchens.  206  S.  (BEM  14.)  —  Dies.,  Wildfangs ­
  Brautzeit,  E.  187  S.  (BEM  17.)  —  Herbert,  Aless.  Botticelli.  164  S.  —  Kleinrodt ­
  [Anna  Hoch],  Die  b.  Nachbarschlösser.  E.  143  S.  (BVJ  16.)  —  Lang,  Nietzsche
n.  d.  deutsche  Kultur.  29  S.  (Aus  Ak.  Monatsbl.)  —  Ders.,  Maine  de  Biran.  67  8.  —
Leben  der  ehrw.  Maria  v.  d.  Menschwerdg.,  Ursuline,  geh.  Maria  Guyart.  Aus  d.
Franz,  [v.  Marie  de  la  Presentation,  Nantes].  288  S.  —  *  Lossen,  Katholiken  n.
akadem.  Lehramt.  170  8.  GG.  —  [Löwenstein,  Fürst  Carl  zu],  Schutz  der  Ehre  u.
Bekämpfung  des  Duells.  Leipziger  Besprechg.  am  19.  Okt.  1901.  46  S.  —
*  Mausbach,  Kath.  Moral.  158  S.  GG.  —  Messerer,  Dorfgeschichten  f.  die  Jugend.
(Das  Plumpsack-Versteck:  Der  alte  Dorfpfarrer;  Das  Pflegekind;  Der  Hennenbub
von  Bichelsdorf.)  128  S.  (BVJ  14.)  —  Münchgesang,  Sertorius,  E.  176  S.  (BJ  18.)  —
Ders.,  Ambros  Daffinger,  E.  167  S.  (BJ  19.)  —  *  [Prüm.  E.l.  Notschrei  a.  d.  Mittelgeb
(Quebrachozoll).  52  8.  —  Ritter,  Der  Polenflüchtling,  Die  Kinder  des  Malers,  Steppen
blume,  En.  154  S,  (BVJ  15.)  —  Schott.  Der  letzte  Richter,  N.  215  S.  —  Schweitzer,
Energie  u.  Entropie  der  Naturkräfte.  59  8.  —  Sheehan,  Mein  neuer  Kaplan,  E.  Aus
dem  Engl,  von  J.  Nemo.  396  S.  —  [Strejeck],  Eine  wilde  Rose,  E.  von  L.  Dalfon.
227  S.  (BEM  16.)  —  Waldau,  Beppo  u.  s.  Freunde,  E.  168  S.  —  Wiseman.  Menschwerdung ­
  u.  Leben  Jesu  Chr..  deutsch  v.  Pfr.  Grewer,  Cöthen.  270  S.
1Q09  Bendel,  Schönschreibeunterr.  128  S.  —  Berlage,  Gedächtnisrede  auf  Erzb.
Simar.  7  S.  —  Champol,  Herzog  Hans.  N.  aus  d.  Franz,  von  E.  v.  SIchart.
197  S.  —  [Kpl.  CI.  u.  Rektor  A.  ,T.  Ciippers],  Kirchengesch.  f.  Oberstufen.  42  S.  —
Doorman,  Aus  dem  Wunderland,  En.  (Die  Schwalben;  Der  kleine  Sardellenfischer:
Fatima;  Der  kleine  Schiffsjunge;  Achmed,  der  Träumer:  Die  Wunderblume.)  127  S.
(BVJ  17.)  _  v.  d.  Fuhr,  Der  Religions-Unterricht  in  der  Volksschule.
92  S.  —  Geschäftsanweisnng  f.  Kirchenvorstände.  92  S.  —  Herbert,  Von
unmodernen  Frauen.  Nn.  (Bettina;  Nur  einmal  in  seinem  Leben:  Der  Wunsch;  Die
Geburtstage;  Scherenrecht;  Maria:  Meines  Vaters  Schwester;  Ein  Totentanz;  Valterdorfs
  Ehe -  Reclusa:  Ein  Buch  über  Venedig;  Zenohia.)  401  S.  —  Bertling,  Silberjub.
  der  GG  8  S.  GG.  —  Herwegen,  Reichsverf.  u.  Bundesrat.  89  S.  (Dias.)  —
Holdsehmidt.  Der  Tiirkenscbreck,  E.  128  8.  (BJ  21.)  —  Hungerford,  Die  Schwieger
tochter  R  deutsch  v,  ,T.  Heimv.  347  8.  —  Huppert,  Der  deutsche  Protestantism
164  S  —  Jägers,  Katechet  II  (vgl.  1899).  —  Klein,  Die  linkarbein.  Kircbhofsfrage.
56  S.  —  Küster,  Gottesfrieden.  45  S.  —  Lossen,  Der  Pall  Spahn.  43  S.  —  Maidorf,
Rudolfs  Stiefmutter,  Eine  böse  Schuld,  En.  125  S.  (BVJ  18.)  —  Messerer,  In  der
Staffelklamm  Der  Kasperl,  En.  126  8.  (BVJ  19.)  —  Dies.,  Am  Gamshörnl,  Der
Schnaps-Michl.  En.  109  S.  (BVJ  20.)  —  Münchgesang.  Derfflingers  Hufschmied,  E.
156  S.  (BJ  20.)  —  Ders.,  Karl  der  Hammer,  E.  167  S.  (BJ  22.)  —  [O.  Neuwieml,
Dr.  Ant.  Fischer,  erwählter  Erzbischof  von  Köln.  32  S.  —  Peters,  St.  Michael.
16  8.  v.  Radkersberg-Radnicki  Kinderszenen.  Scbumannschen  Melodien  nachgedichtet. ­
  (Von  fremden  Ländern  und  Menschen;  Kuriose  Geschichte;  Hasche-Mann;
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        Bittendes  Kind;  Glücks  genug;  Wichtige  Begebenheit;  Träumerei;  Am  Kamin;
Ritter  vom  Steckenpferd;  Fast  zu  ernst;  Fürchtenmachen;  Kind  im  Einschlummern;
Der  Dichter  spricht.)  328  S.  —  Rheinau  [Frl.  Anna  Sichert],  Ernste  Stunden  f.  junge
Mädchen.  260  S.  —  *  Rosenberg-Grussezynski,  Sursum  corda,  G.  60  S.  —  *  Schnürer,
Kümmernisbilder.  8  S.  GG.  —  Seltz,  Willensfreiheit.  64  S.  —  Wegweiser  durch  die
Wohlfahrtseinr.  der  Stadt  Köln.  32  S.  —  *  Wimmer,  Palästina  mit  seiner  Pflanzenu.
  Tierwelt.  128  S.  GG.  —  *  Wurm,  Papstwahl.  136  S.  GG.
IQno  Bach,  Leonis  XIII.  carmina,  Inscript,  numismata.  184  S.  —  Bennet,  Der
ki e i ne  gänger  von  Stratford,  E.  316  S.  (BJ  23/24.)  —  Bocken,  Um  u.  in
Afrika.  241  S.  u.  1  Karte.  —  Bremme,  Geistl.  Lieder  des  Wilh.  Nakatenus.  163  S.  —
Dransfeld,  Erwachen,  G.  152  S.  —  BttUnger,  Deszendenztheorie.  86  S.  GG.  —
v.  d.  Fuhr,  Perikopenstunde.  284  S.  —  Fnhrmans,  Unterr.  über  das  Sakr.  des
Altars.  84  S.  —  v.  Garten,  Das  Wetterhexchen,  E.  187  S.  (BEM  18.)  —  Grimme,
Das  Gesetz  Chamurabis  u.  Moses.  47  S.  •—  Harten,  Heimchen,  E.  218  S.  (BEM  19.)
—  Dies.,  Zur  Sonnwendzeit,  Neue  Märchen.  (Prinzessin  Tausendschön;  Die  Zauberburg; ­
  Besserweiß  und  Dummchen;  Freund  Helferich;  Lügenliesel;  Das  Märchen  vom
Rapünzelohen;  Das  nußbraune  Schlänglein;  Die  Roggenmuhme;  Bruder  Leichtherz;
Das  Märchen  vom  traurigen  Königssohn.)  193  S.  —  Heitzer,  Seines  Vaters  Schutzengel, ­
  E.  128  S.  (BVJ  24.)  —  Herbert,  Einsamkeiten,  G.  148  S.  —  Hermann,  War
Windthorst  ein  Reichsfeind?  48  S.  —  Holdschmidt,  Cornelius,  E.  126  S.  (BJ  26.)  —
Kaufmann,  Leop.  Kaufmann.  262  S.  GG.  —  Knth,  Die  Regimentsböcke  und  andere
Militär-Humoresken  (Die  Regimentsböcke;  Auf  Vorkommando;  Knubbels  Rache.)
131  S.  —  Lauscher,  Erzbischof  Bruno  II.  v.  Köln.  79  S.  —  Lentz,  Verkehrsleben
f.  Schulen.  48  S.  (4°)  —  Liessem,  Poesie  fürs  Haus.  525  S.  —  Lossen,  Offener  Brief
an  Alb.  Ladenburg.  26  S.  —■  Maidorf,  Der  verhängnisvolle  Steinwurf,  E.  127  S.
(BVJ  21.)  —  Dies.,  Freud  u.  Leid  im  kleinen  Kreise,  Mariechens  Brief,  En.  110  S.
(BVJ  23.)  —  May,  Gesch.  der  Gen.-Vers.  der  Kath.  Deutschlands.  401  8.  (Nachtrag
1904.16  S.)  —  Meunier,  Das  Werk  der  Kindheit  Jesu.  172  S.  —  Müller-Fulda  u.  Slttart,
Der  Deutsche  Reichstag  1898—1903.  60  S.  —  Münchgesang,  Unter  dem  alten  Dessauer,
E.  145  S.  (BJ  27.)  —  Murray,  Glänzende  Laufbahn,  R.,  deutsch  von  A.  Schultze  [Fr.
Anna  Zarnaok],  382  S.  —  Neumann,  Reform  der  Trinksitten.  63  S.  —  Nienkemper,
Der  Kern  der  Wahlnuß.  96  S.  —  Ritter,  Mit  Meißel  u.  Pinsel,  E.  167  S.  (BJ  22.)
—  Roos  [Em.  Hirsch],  Schmierbrenners  Maxi,  Die  Blinde  vom  Wolfenhof,  Irrfahrten,
En.  129  S.  (BVJ  22.)  —  Sauren,  Praxis  des  2.  Schuljahrs.  216  S.  —  [Schmitz,  Rel.-L.,
Andernach],  Collectio  canticorum  Sacr.  20  S.  —  Seidenberger,  Der  pariament.  Anstand. ­
  78  S.  —  Verhandlungen  der  50.  Kath.-Vers.  in  Köln.  539  S.
1004.  BsW® 8 »  Kirchengeschichtl.  Charakterbilder.  117  S.  —  Behandlung  tiefer
lKonflikte  im  Roman.  28  S.  (aus  KV.)  —  Bohrer,  Vom  Kölner  Dom  u.  s.
Umgebg.  31  S.  u.  2  Pläne.  —  Bordeaux,  Furcht  vor  dem  Leben,  R.,  deutsch  v.  Job.
Berg.  330  S.  —  Brentano,  Gockel,  Hinkel  u.  Gackeleia,  M.  bearb.  v.  B.  Wldmann.
110  S.  (BVJ  27.)  —  Bnol,  Die  Kirchfahrerin,  E.  182  S.  —  Clemcntz,  Mutter!  Ihr  Lob,
ihre  Freude,  ihr  Leid.  Ans  der  Weltlit.  443  S.  —  Coloma,  Hinter  den  Kulissen,  N.
128  S.  —  v.  Dirkink,  Die  beiden  Brune,  R.  276  S.  —  Doormann,  Ihr  Lied  der  Lieder,
holl.  Mädchengesch.  174  S.  (BEM  21.)  —  Driesch,  Vollkom.  Reue.  32  S.  —  Ehen,
junge,  Nn.  (Weyrauther,  Hochzeitspärchen;  Bornewasser,  Hochzeitsreise;  Böttcher,
Sie  leben  getrennt;  Schlippenbach,  Wir  drei,  Mein  Junge,  Die  zweite  Frau;  Wilda,
Egon  als  Erzieher;  Eegholm,  Die  Probe,  deutsch  v.  G.  Johanns;  Mirbach,  Ehestandsprotokoll; ­
  Clippers,  Sie  radelt;  Turner,  Am  roten  Weg,  deutsch  v.  Lobedan.)  534  S.
—  Fahr!  de  Fabris,  Von  der  Wanderstraße,  Gesch.  u.  Bilder.  (Kehr’  wieder;  Waldemar; ­
  Lenz  u.  Liebe;  Das  fuchsige  Buch;  Caritas  der  Armen;  Lied  der  toten  Zeit;  Ergebung; ­
  Aus  der  Mappe  e.  Briefträgers;  Stark  wie  der  Tod;  Friede  den  Menschen;
Großmütterchen;  Mein  Volk,  was  tat  ich  dir?;  Das  Glück;  Das  Ende  vom  Lied;
Ennnyen;  Augen  der  Erbarmg.;  Frei.)  286  S.  —  Frauenwelt,  Ans  der,  Beiträge
aus  KV,  hg.  von  [Frau]  Adele  Sieger.  [Frau  und  Haus,  22  Artikel;  Dienstboten  und
Küche,  7  Art.;  Das  Kind,  24  Art.;  Die  heranwachsende  Tochter,  9  Art.;  Tugenden
n.  Fehler,  13  Art.;  Gesellschaftliches,  6  Art.:  Höhere  Interessen  der  Frau  u.  Lektüre,
11  Art.;  Soziale  Fragen,  8  Art.;  Caritative  Bestrebungen,  7  Art.;  Vermischtes,
17  Art.]  333  S.  —  v.  Garten,  Maus,  Mädchengesch.  206  S.  (BEM  20.)  —  Herbert,  Buch
von  der  Güte,  Nn.  (Don  Quichotte;  Die  eines  guten  Willens  sind;  Frau  und  Dame;
        <pb n="178" />
        Irdische  und  himmlische  Liebe;  Der  Arzt.)  338  S.  —  Bertling,  Voraussetzungslosigkeit ­
  n.  Kath.  11  8.  GG.  —  M.  L.  v.  Hutten-Stolzenberg,  Durchgekämpft,  R.  288  8.
—  Konrad  y.  Würzburg,  Goldene  Schmiede,  hg.  yon  B.  Arens.  98  8.  —  Eorth,
Patrocinien  der  Kirchen  u.  Kap.  d.  Erzbist.  Köln.  288  8.  (Aus  dem  Verl.  C.  Korth,
Düsseldorf.)  —  *  Kregh-Tonning,  Hugo  Grotius.  101  8.  GG.  —  Krings  u.  Schlösser,
Bibi.  u.  liturg.  Unterr.  in  der  kath.  Volksschule.  124  8.  —  Lang,  Kausalproblem  I.
527  8.  —  Leo  XIII.,  G.,  Inschriften,  Denkmünzen,  deutsch  v.  Prof.  Dr.  B.  Barth.
185  8.  —  Maldorf,  Licht  u.  Schatten,  En.  (Treue  Freundinnen;  Du  sollst  nicht
stehlen.)  158  8.  (BVJ  28.)  —  Molsberger,  Wie  erziehen  wir  uns.  Töchter  zur  soz.
Arbeit?  47  8.  —  Mundt,  Arbeiterversichg.  16  8.  —  Neumann,  Liederb.  f.  Jungfrauenver.
5.  Aufl.  (1.—4.  bei  P.  Brandts,  Ehrenf.)  36  8.  —  Rhenanns  [Brauns],  Christi.  Gewerkschaften ­
  oder  Fachabteilgn?  96  8.  —  Roeren,  Die  öffentl.  ünsittlichkeit.  32  8.
—  *  Schindele,  Deutsches  Volkstum  südl.  der  Alpen.  136  8.  GG.  —  Schlager,  Köln.
Pranziskaner-Ordensprov.  in  MA.  316  8.  —  Thomas  v.  Kempen,  Leben  Christi,
deutsch  y.  H.  Pohl.  392  8.  —  Treu  zum  Zentrum.  62  8.  (Aus  dem  Verl.  C.  Korth,
Düsseldorf.)  —  Wasmann,  Menschen-  u.  Tierseele.  16  8.  —  *  Weiß,  Kant  u.  Christentum. ­
  103  8.  GG.  —  Wenzel,  Gewerb).  Sonntagsruhe.  352  8.  (SPZ  4;  1908  an  den
Volksverein.)  —  y.  Wlnekelsett-Zumbrock,  In  Not  n.  Gefahr,  En.  (Das  Hubertuskreuz;
  Leben  um  Leben;  Der  brave  Rex;  Der  kleine  Zeitungsverkäufer;  Der  arme
Josi.)  144  8.  (BVJ  26.)
1QAC  Bauordnung  f.  d.  Stadtkreis  Köln.  78  8.  —  Berthold,  Darstellgn.  aus  der
Natur.  307  8.  —  v.  Brackel,  Mein  Leben.  191  8.  —  Dies.,  Wem  gebührt  die
Palme?  Der  Talisman,  En.  128  8.  (BVJ  29.)  —  Clausius,  Die  Gemblows,  N.  202  8.
—-  Dies.,  Auge  um  Auge,  N.  154  8.  —  Cohen,  Orgelb.  z.  Gesang-  u.  Gebetb.  f.  d.
Erzdiöz.  Köln.  240  8.  [3.  Aufl.  v.  Koenen,  Orgelbegl.]  —  Cüppers,  Hanani,  E.  210  8.
(BJ  28.)  —  Ders.,  Die  Königin  d.  Rugier,  E.  128  8.  (BJ  31.)  —  Ders.,  Die  Priesterin  d.
Vesta,  E.  233  8.  (BJ  29.)  —  *Dresemann,  Das  1.  Eisenbahnsystem  (Belgien).  121  8.
~  *  Esser,  Naturwissenschaft  u.  Weltanschauung.  91  8.  GG.  —  *  Falk,  Die  Bibel.
99  8.  GG.  —  Friedrich,  Der  Christusname.  146  8.  —  v.  Garten,  Goldene  Sporen,  E.
180  8.  (BJ  30.)  —  Heitzer,  Der  Schützling  des  Soldaten,  Sparpfennige,  En.  126  8.
(BVJ  31.)  —  Herbert,  Ohne  Steuer,  R.  262  8.  —  Hörster,  Vom  lieben  Jesuskind,
Legenden.  (Gott  zum  Gruß;  Der  Hirtenknabe;  Das  Milchmädchen;  Die  Johanniskäfer; ­
  Das  kranke  Bübchen;  Die  Tiere  der  Wüste;  Der  Apfelbaum;  Der  Hagedorn;
Christkinds  Geburtstag;  Das  neue  Röckchen;  Die  Schaukel;  Die  Lehmvögelein;
In  der  Werkstatt;  Huldigung.)  30  8.  —  Jägers  n.  Inderfurth,  Katechet  III.  508  8.
~  Kerres,  Zeichenunterr.  I.  49  8.  n.  59  Tafeln.  —  Lahmann,  Gesundheitsgem.
Lebensweise.  16  8.  —  Lützeier,  Der  Mond.  316  8.  —  Maidorf,  Mutters  Romreise,  E.
128  8.  (BVJ  30.)  —  Dies.,  Am  schönen  Strand  der  Mosel,  E.  128  8.  (BVJ_  32.)  —
Mcunier,  Lehrmethode:  Katechism.-Unterr.  322  8.  —  Mennier,  Die  Familie  des
Admirals,  E.  204  8.  (BEM  22.)  —  Für  Mußestunden  VI  (s.  1893).  —  *  Rost,  Der
Selbstmord.  115  8.  GG.  —  Rothes,  Die  Madonna  i.  der  bild.  Kunst.  176  8.  —  Stelzmann,
  Firmungsbüchl.  52  8.  —  *  Weiß,  Pfälz.  Kurfürsten  u.  Geistesleben.  28  8.  GG.
lOOft  Antoni,  Gesetz  betreffend  Unterhaltung  der  Volksschulen  vom  28.  Juli
rZ  1906.  46  8.  —  *  Baumstark,  Abendländische  Palästinapilger.  87  8.
CG.  _  v.  Brackel,  Die  Enterbten,  R.  415  8.  —  Dies.,  Heinrich  Findelkind.
E-  126  8.  (BVJ  33.)  —  Brüggemeler,  Geistliche  Schulaufsicht.  22  8.  —
Kuol,  Gillis  Hobelspäne,  E.  122  8.  (BVJ  34.)  —  Friedrich,  Die  Manologie  des
h-  Augustinus.  279  8.  —  Gesetz  betr.  Kirchensteuern  v.  14./7.  1905.  60  8.  —  *Grisar,
Luthers  Seelenleben.  16  8.  GG.  —  Günter,  Legenden-Studien.  204  8.  —  y.  Harten,
Zauberland,  M.  (Junker  Wohlgemut;  Spitzchens  Wanderschaft;  Vom  zänkischen
Dickköpfchen;  Die  traurige  Geschichte  vom  Musalinchen;  Päulchen  Leckermäulchen;
Gas  arme  Lieschen  ;  Der  Peuermann  ;  Hans  Häsichens  Brautzug  ;  Firlefänzehen  u.
Pluderliese;  Die  Meerfrau  u.  Klein  Kunilind;  Die  Blume  Wunderhold;  Hutzel-Putzel;
Allerlei  Kinderreime.)  146  8.  —  Heine,  Dichtungen,  hg.  von  Dr.  A.  Lohr.  249  8.  —
Herbert,  Doktor  Sörrensen,  R.  199  8.  —  »Hertling,  Leistungen  u.  Aufg.  der  GG.
98.  GG.  —  Holdschmidt,  Im  Kampf  um  die  Freiheit,  E.  194  8.  (BJ  32.)  —
HHe-]  Beeg,  Auf  der  Sonnenalp,  E.  163  8.  (BEM  23.)  —  Kaiser,  Vater  unser,
R.  210  8.  —  *Kosch,  Briefe  und  Dichtungen  ans  dem  Nachlasse  Eichendorffs.
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        111  S.  G6.  —  Kriege,  Die  Simultanschule.  124  S.  —  Maidorf,  Unter  schwerem  Verdacht, ­
  E.  128  S.  (BVJ  36.)  —  Mertens,  Meine  Schule.  G.  80  S.  —  Molsberger,  Ratschläge ­
  z.  Berufswahl  d.  Frauen.  132  S.  —  Nesbit,  Das  rote  Haus,  R.  deutsch  v.
H.  Lobedan.  291  S.  —  v.  Pütz,  Die  kleine  Nachbarin,  E.  170  S.  (BEM  24.)  —
*  Sawicki,  Persönlichkeit  i.  Christentum,  105  S.  GG.  —  Schlicht,  Anita  Paggini,
Der  Waldfriedei,  En.  150  S.  (BVJ  36.)  —  Schreiber,  2.  Lehrerprüfg.  72  S.  —
Seitz,  Christus-Zeugnisse.  81  S.  [Aus  Monatsbl.  f.  kath.  Rel.-Unterr.]  —  Siebengartner,
  Gebetbücher  f.  Studenten.  57  S.  —  Stelzmann,  Firmungsbüchl.  52  S.  —
v.  Wahlde,  Kreuz  u.  Halbmond,  E.  148.  S.  (BJ  33.)  —  Wasmann,  Biol.  Untere.  30  S.
1007  Bendel,  Die  Lauretan.  Litanei.  77  S.  —  Zur  Bonsen,  Das  2.  Gesicht.  108  S.
1  Cüppers,  Der  Gotenfürst,  E.  144  S.  (BJ  34.)  —  Ders.,  Klodwig  d.  Frankenkönig, ­
  E.  152  S.  (BJ  37.)  —  Ders.,  Die  Märtyrer  von  Lyon.  E.  148  S.  (BJ  38.)  —
*  Dyroff,  Symholism.  u.  Alleg.  28  S.  GG.  —  Fabri  de  Fabrls,  Im  Wandel  des  Lebens.
Gesch.  u.  Bilder.  (Gradje;  Wenn  der  Klee  blüht;  Der  arme  Poet;  Die  Vergeltung;
Dunkelblauer  Enzian;  Belladonna;  Deborah;  Himmelsmorgen  in  der  Weihnacht;
Erika;  Feuerroter  Mohn;  Assisi;  Die  Papageientante:  Radieschen:  Zeitlose;  Vision;
Erlöser  Tod;  Rosmarin;  Wie  es  geht;  Schlüsselblumen;  Immortellen;  Die  Liebe  hört
nimmer  auf;  Steppengras;  Schwester  Manuela;  Letzte  Begegnung.)  236  S ;  —
*  Gockel,  Schöpfungsgeschichtl.  Theorien.  148  S.  GG.  —  *  Grisar,  Lateranensische
Palastkap.  5  S.  GG.  —  Haaß,  Das  Franzosenkind,  E.  146  S.  (BJ  36.)  —  Hamann,
Ferd.  v.  Brackei.  114  S.  —  *  Herz,  Musterkatalog  f.  volkstüml.  Bibliotheken.  61  S.
(Aus  Bücherwelt.)  —  Hortmanns,  Das  Brautexamen.  22  S.  —  Hüsgen,  L.  Windthorst.
493  8.  —  Kirchenlieder  z.  Schulgebr.  16  S.  —  Knecht,  Die  neuen  eherechtl.  Dekrete.
74  S.  GG.  —  v.  Krane,  Vom  Menschensohn.  (Der  Träumer  von  Nazareth;  Levi  ben
Alphäus;  Der  Centurio;  Das  Gastmahl  der  Sünder;  Dismas;  Mariä  Abschied.)  130  S.
—  *  Kngler,  Babyl.  Astron.  13  S.  GG.  —  Märzfeld  [Schw.  Josefa],  Der  schw.  Wind  ■
müller,  E.  136  S.  (BVJ  38.)  —  Mey,  Burgschimmelchens  Lust  u.  Leid,  E.  144  S.  (BEM
25.)  —  Nabor,  Der  Helfensteiner,  E.  112  S.  (BVJ  37.)  —  Oswald,  Im  stillen  Winkel.
344  S.  —  Pastor,  Das  Kind  d.  Witwe,  E.  152  S.  (BEM  26.)  —  Sawicki,  Kath.  Kirche  u.
sittl.  Persönlichkeit.  116  S.  —  Scharlan,  Gesa  Plitt,  R.  447  S.  —  Schott,  Gotswin
des  Fiedlers  Denkbuch,  E.  144  S.  (BJ  35.)  —  Schrott-Fiechtl,  Ich  zwings,  R.  274  S.
—  Schwartz,  60  Jahre  ärztl.,  amtl.  u.  schriftstell.  Tätigkeit.  16  S.  —  *  Schweitzer,
Reform  unter  Julius  III.  16  S.  GG.  —  Spalding,  Die  geheimnisvolle  Höhle,  aus  d.
Engl.  [v.  P.  A.  Boegle  SJ].  216  S.  (BVJ  39.)  —  Thissen,  Wahlkampf  1906/7.  16  8.
—  Wasmann,  Zellenlehre.  14  S.  GG.  —  *  Weiß,  Die  deutsche  Kolonie  an  der  Sierra
Morena  u.  J.  K.  Thürriegel.  119  S.  GG.  —  *  Wilpert,  Grab  des  h.  Petrus.  16  S.  GG.
mnS  *  Alt-Köln,  Zeitschr.,  hg.  vom  Verein  Alt-Köln.  (Jährl.  6  Nrn.)  —  Banm-JVvJO
  garten,  Von  der  apostol.  Kanzlei.  GG.  185  S.  GG.  —  v.  Brackel,
Letzte  Ernte.  Nn.  (Herzenswirren;  Der  Lenz  und  ich  und  du;  Ein  Märchen,  das
eigentlich  keins  ist;  Die  Nähmamsell;  Chic.)  339  S.  —  Brentano,  Klopfstock,  Murmeltier, ­
  Myrtenfräulein,  M.,  hg.  v.  Prof.  Dr.  K.  Fecht.  122  S.  (BVJ  40.)  —  Capitaine,
Lehrb.  d.  kath.  Rel.  I.  Apolog.;  104  S.  II.  (1909)  Kirchengesch.;  296  S.  III.  (1909)
Dogmatik;  186  S.  IV.  (1909)  Sittenlehre:  164  S.  —  Champol,  Schwester  Alexandrine,
R.  [deutsch  v.  Frl.  Weißenthurn]  230  S.  —  Ehses,  Konzil  v.  Trient  u.  Übers,  d.  Bibel,
14  S.  GG.  —  Brzberger,  Klerus  u.  Gehaltsfrage.  68  S.  —  v.  Godin,  Sonne  des  Südens.
Nn.  (Von  der  Küste;  Sehnsucht;  Herbstblätter;  Ein  erfüllter  Wunsch;  Auf  See;
Paridö;  Ali  ben  Ibrahim;  332  S.  —  Harten,  Im  Waldparadies,  E.  218  S.  (BEM  28.)  —
Heilmann,  Die  Klostervogtei  i.  d.  Diöc.  Konstanz.  133  S.  GG.  —  Herbert,  Aus  unseren
Tagen.  R.  u.  Nn.  (ferner;  Aus  den  Familienerinnerungen  des  Grafen  Moritz  Biesendap
  Der  häßliche  Tag.)  266  S.  —  Dies.,  Lebenslieder,  G.  204  S.  —  *  v.  Hertling,  Beunruhigung ­
  unter  den  Kath.  12  S.  GG.  —  Hirtenbrief  der  am  10.  12.  1907  in  Köln
versammelten  Bischöfe.  16  S.  —  Inderfurth,  Nach  der  Schulzeit.  32  S.  —  Kaiser.
Die  Friedensucherin,  R.  233  S.  —  Koch,  Die  Ehe  Heinr.  II.  mit  Kunigunde.  20  S.
GG.  —  Kollbach,  Deutscher  Fleiß  I.  288  S.  —  Krane,  Magna  peccatrix,  R ;  432  S.
—  Lorenz,  Das  Tagebuch  des  Bruders;  Kirmesschneiders  Kasimir;  Eine  Ferienreise;
Die  erste  Hose.)  En.  128  S.  (BVJ  41.)  —  Ders.,  Die  h.  3  Könige;  Die  Leni-Bas;
Die  Schwammerl-Hex.)  En.  128  S.  (BVJ  42.)  —  Mercier-Benzler,  Modernismus.  32  S.
—  *  Meyer,  Entwicklungsbegriff.  30  S.  GG.  —  *  Middeldorf,  Weingesetzentw.  37  S.
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        5  159

—  Müller,  Rheinberg  u.  die  Kapuziner.  108  S.  —  *  Plaßmann,  Nebelflecke  u.  Milchstraße. ­
  12  S.  GG.  —  Rhoades,  Winifred,  Erzählung  aus  dem  Englischen  von
Eckardt  v.  Pütz.  136  S.  (BEM  27.)  —  Rittner,  Abenteuer  von  Berta  und
Mutz,  E.  48  S.  —  Rost,  Die  Katholiken  im  Kultur-  und  Wirtschaftsleben.
Mit  Einf.  von  Prof.  Meyenberg.  88  S.  —  *  Rösch,  Das  rel.  Leben  i.  Hohenzollern  u.
Wessenberg.  140  S.  GG.  —  *  Sägmüller,  Bischofswahl  bei  Gratian.  24  S.  GG.  —
*  Schmidt,  Ethnol.  Grundlage  d.  Soziologie.  15  S.  GG.  —  Schott,  Gottestal,  preisgekr.
R.,  2.  Anfl.  (die  1.  erschien  bei  der  Allg.  Verl.  Ges.  Berlin).  430  S.  —  Sommer,
ßrautunterr.  16  S.  —  Stokmans,  Auf  eigenen  Füßen,  R.  242  S.  —  Troxler,  Altkatholizismus. ­
  147  S.  GG.  —  Volksschulgesetzgebung,  hg.  von  Dr.  G.  Antoni.  231  8.
—  *  Wasmann,  Abstammung  des  Menschen.  11  S.  GG.
1000  Baldus,  Lehrb.  der  Kirchengesch.  168  S.  —  *  Behandlung  des  6.  Gebotes
j  j er  Prima.  93  S.  (Aus  Monatsblätter  f.  d.  Rel.-U.)  —  Bendel,  Tafel  des
kath.  Kirchenjahres.  (69X80  cm.)  —  Bürgel,  Die  Kölner  Herz-Jesu-Kirche.  64  S.
—  Capitaine,  Lehrb.  II—IV  (s.  1908).  —  Cüppers,  Versiegelte  Lippen,  E.  156  S.
(ZL  1.)  —  Ders.,  Delphine  v.  Neuville,  E.  166  S.  (ZL  2.)  —  Ders.,  Die  Tochter  des
Schatzmeisters,  E.  154  S.  (ZL  4.)  —  Ders.,  Der  Letzte  der  Longobardenkönige,  B.
153  S.  (ZL  5.)  —  v.  Endeers,  Vohwinkels  Drei,  R.  309  S.  —  *  Flugschriften  der  Rhein.
Zentr.-Partei,  5.  Die  Selbstverwaltungskörper.  96  S.  —  Das  Gebet  des  Jünglings.
172  S.  —  Gerg,  Erziehg.  des  Menschen.  184  S.  —  Giesberts,  Gewerkschaftsstreit.
64  S.  —  y.  Godin,  Benedetta,  R.  442  S.  —  Gotthelf,  Der  Knabe  des  Teil,  E.  hg.  v.
J-  P.  Mauel.  164  S.  (ZL  3.)  —  Herbert,  Die  Wenderoths,  R.  365  S.  —  *  Hertling,
Skeptizismus  u.  Enzykl.  „Pascendi“.  8  8.  GG.  —  Jansch,  Die  Physik  in  d.  Volksschule. ­
  384  S.  —  Ders.,  Fragen  aus  der  Physik.  77  S.  —  Jüngling,  Der  kath.  120  S.
—  Kipper,  Klavierbegl.  z.  Liederb.  f.  Jungfr.-Ver.  718.  —  Knauer,  Tierwanderungen.
298  S.  —  *  Kongreß,  20.  Eucharist.,  hg.  v.  Lokal-Komitee.  1013  8.  —  v.  Krane,
Starke  Liebe,  R.  (u.  N.:  Der  Fluch  Adams).  362  8.  —  LAB  [Local-Anzeiger-Bücherei;
Beitr.  aus  dem  Kölner  Local-Anzeiger.j  I  205  8.  II  205  8.  —  *  Lang,  Gesch.  der
neueren  Philos.  70  8.  —  Lehrplan  f.  d.  Rel.-Unterr.  in  d.  kath.  Volksschulen.  31  8.  —
Leitschuh,  Kunstentwicklg  .im  Elsaß.  111  8.  GG.  —  Ludwigs,  Kard.-Erzb.  Melchers
u-  die  Pauluskirche  in  Köln.  103  8.  —  Ders.,  Seminarvorträge  f.  d.  Kandidaten  des
Priestertums.  I.  46  8.  —  Märchen  deutscher  Dichter.  Hg.  von  L.  K  i  e  s  g  e  n.  I.
(Dhamisso,  Peter  Schlemihl;  Goethe,  Der  neue  Paris;  Mörike,  Der  Bauer  und  sein
Sohn);  120  8.  (BVJ  46.)  —  Desgl.  II.  (Hauff,  Der  Zwerg  Nase;  Hebbel,  Der  Rubin;
L-  T.  A.  Hoffmann,  Das  Märchen  von  der  harten  Nuß;  Immermann,  Die  Wunder  im
Spessart.)  112  8.  (BVJ  47.)  —  *  Meyer,  Zur  Psychol.  d.  Gegenw.  104  8.  GG.  —
Mullcr-Fulda,  Die  Reichsfinanzref.  v,  1909.  48  8.  —  Musäus,  Volksmärch.,  bearb.  v.
Prof.  Dr.  K.  Fecht.  (Die  Bücher  d.  Chronika  v.  d.  3  Schwestern;  Die  Nymphe  des
Brunnens;  Kaufmann  von  Bremen.)  126  8.  (BVJ  43.)  —  Nabor,  Der  Stern  von
Marburg,  E.  128  8.  (BVJ  44.)  —  *  Obermaler,  Kunst  des  Eiszeitmenschen.  19  8.
—  Paas,  Das  Cellitinnenkloster  i.  d.  Kupfergasse.  164  8.  —  *  Rieder,  Berthold
von  Regensburg.  11  8.  GG  —  Rohr,  Oreola,  die  Perle  der  Iroquesen;  Ein  tapferes
Mädchen  ;  Die  Heldin  des  Mohawktales  ;  En.  126  8.  (BVJ  45.)  —  *  Scherer,  Dalbergs ­
  rel.  Entw.  19  8.  GG  —  *  Schmidlin,  Verständnis  des  Luthertums.  14  8.  GG  —
Die  Selbstverwaltgskörper.  96  8.  [Flugschriften  der  Rhein.  Zentrumspartei  V;
i  IV  im  Selbstverlag  der  Partei.]  —  Timpe,  Die  deutsche  Bonifatius-Mission  in
London.  75  8.  —  *  Wasmann,  Ameisenpsychologie.  25  8.  GG.  —
1910  *  Baur,  Das  phil.  Lebenswerk  des  Rob.  v.  Grosseteste.  25  8.  GG.  —  Blätter
T  für  Rechtsschutz  (erscheinen  monatl.  seit  1.  Jan.  als  Beilage  zur  Westd.
Behrerzeitg).  —  Capitaine,  Kirchengesch.  f.  Mittelkl.  68  8.  —  Cardauns,  50  Jahre
wV.  80  8.  —  *  Dölger,  Der  h.  Fisch.  11  8.  GG.  —  v.  Endeers,  Am  Ende  der  Welt,
R.  319  8.  —  Esser,  Sonntagsweihe.  383  8.  —  Das  Gebet  des  Kindes.  160  8.  —
v.  Godin,  Alte  Paläste,  R.  264  8.  —  *  Grauert,  Görres  i.  Straßburg.  52  8.  GG  —
Deiner,  Der  kirohl.  Zivilprozeß.  144  8.  —  Hennes,  Der  Sieger,  E.  128  8.  (ZL  7.)  —
Herbert,  Heimfahrten,  Ged.  142  8.  —  *  Hertling,  Alte  u.  neue  Philos.  10  8.  GG  —
Dlrtz,  Kommunallasten  der  Lehrer.  68  8.  —  Hollmut,  Roh.  v.  Saverny,  E.  131  8.
(ZL  6.)  —  Inderfurth,  Erstkommunionunterr.  395  8.  —  Kaiser,  Der  wandernde  See,
R-  318  8.  —  Kongreß,  eucharist.  in  Köln.  480  8.  —  v.  Krane,  Das  Licht  u.  die
        <pb n="181" />
        I

Finsternis,  Christuserz.  [Voll  der  Gnaden;  Verhüllte  Größe;  Der  Felsen;  Das
schwarze  Schäflein;  Bist  du  Christus?;  Satans  Lachen;  Die  Dornenkrone;  Das
Siegesfest  der  6.  Legion.]  267  S.  —  *  Kurth,  Metz  u.  das  kommun.  Leben  i.  MA.  9  S.
GG.  —  v.  Lo'e,  Rosen  und  Dornen,  M.  (Rosen  und  Dornen;  Die  Märchenmine ­
  ;  Der  alte  König  u.  der  liebe  Gott;  Verträumt,  versäumt,  verscherzt;  Zaubertöne.) ­
  112  S.  (BVJ  51.)  —  Ludwigs,  Fastenpred.  52  S.  —  Ders.,  Wandergn.  u.
Wallfahrten  d.  Jungfrau  Maria.  100  S.  —  Mädchen-Erzählgn.  deutscher  Dichter,
hg.  v.  Elise  Kronberg.  (Aurbacher,  Das  Marienkind;  Brentano,  Chronika  des  fahr.
Schülers:  Hebel,  Das  schlaue  Mädchen,  Unverhofftes  Wiedersehen,  Drei  Wünsche,
Kaiser  Napoleon  u.  die  Obstfrau  in  Brienne;  Kurz,  Das  gepaarte  Heiratsgesuch;
Mörike,  Lucie  Gelmeroth;  Stifter,  Der  Waldbrunnen.)  160  8.  (BEM  29.)  —  Märchen
deutsch.  Dichter.  III.  (E.  M.  Arndt,  Erdwurm;  Elchendorff,  Kasperl  u.  Annerl;  Der
seltsame  Ring;  Novalis,  Der  Sänger  ;  Tieck,  Die  Elfen;  Wieland,  Der  eiserne  Armleuchter.) ­
  122  S.  (BVJ  48.)  —  Dgl.  IV.  (W.  Fischer,  Berthold,  d.  Königssohn;  Handel-Mazzettl,
  Vom  König,  den  Dracheneiern  u.  d.  Prinzessin  Caritas;  Just.  Kerner,  Das
Märchen  v.  Lichte;  Anna  Klle,  Die  Wundersprache;  Jul.  Mosen,  Die  rote  Blume;  W.
Müller  v.  Königswinter,  Der  starke  Hermel;  Rob.  Reinlck,  Die  Waldmühle.)  118  S.
(BVJ  49.)  —  *  Plaßmann,  Die  Kometen.  106  S.  GG.  —  *  Ders.,  Atmosph.  Polarisation. ­
  7  S.  GG.  —  Pottgießer.  Joh.  der  Täufer  u.  Christus.  56  S.  (Diss.,  erweitert
1911,  168  S.)  —  Rothes,  Christus  in  der  bildenden  Kunst.  338  S.  —  Roland,  Leichenverbrennung. ­
  20  S.  —  Schott,  Der  letzte  Richter.  E.  154  S.  (ZL  8.)  —  *  Schotte,
Südpolarforschg.  64  S.  GG  —  v.  Schnitze,  Aus  Napoleons  Tagen,  En.  (Das  Kleinod
des  Herzogs;  Der  Knabe  von  Rinn;  Die  Waisenkinder.)  124  S.  (BVJ  60.)  —
Schulze-Bröck,  Das  Moselhaus.  R.  312  S.  —  *  Seppelt,  Wundmale  des  h.  Franz
v.  Assisi.  11  S.  GG.  —  Tillmann,  Jesus  u.  Papsttum.  78  S.  —  Der  Wächter  für
Jugendschriften,  erscheint  monatl.  seit  1.  Mai.  Organ  zur  Hebg.  der  d.  Jugendlit.,
hg.  vom  Kath.  Lehrerverband  des  D.  R.,  Prov.  Rheinland.  Schriftleiter  L.  Kiesgen
(auch  als  Beilage  zur  Westd.  Lehrerzeitg.).
1  Ql  1  Arndt,  plattdeutsche  M.,  hochdeutsch  v.  Prof.  Dr.  L.  Freytag.  (Wie  pfeifen
*  1  die  Mäuse?  ;  Vom  Ochsen  u.  Pferd  ;  Die  Könige  der  Tiere  ;  Der  Blaufuß  ;
Die  Eiche  u.  der  Grashalm;  Kringelkranz  die  Weide;  Der  bekehrte  Verwalter;
Das  Graumännchen  u.  der  Schatz  ;  Der  scharrende  Hahn  ;  Weißtäubchen.)  120  S.
(BVJ  54.)  —  Bender,  illustr.  Gesch.  Kölns.  309  S.  —  Ders.  u.  Bützler,  Kl.  Gesoh.  v.
Köln  u.  Umgebg.  160  S.  —  Böckenhoff,  kath.  Kirche  u.  Staat.  144  S.  —  Bonn-Cfippers,
  Hdb.  der  Buchführg.  160  S.  —  Dies.,  Entwickelung  der  Buchführg.  21  8-—
  Dies.,  Tabellen  zur  Buchführg.  9  Tafeln.  66X92  cm.  —  Cabral,  Austreibg.  der
Jesuiten  aus  Portugal.  Deutsch  von  P.  W.  Wiesebach.  28  S.  —  Cohausz,  Das
moderne  Denken.  136  S.  (Klippen  der  Zeit.  I;  in  2.  Aufl.,  1916  als  Bd.  4  des  Rüstzeugs ­
  der  Gegenw.  aufgenommen.)  —  •  Dltges,  St.  Kunibert.  93  S.  u.  25  Tafeln.  —
Ditscheid,  Die  christl.  Heidenmission.  Mit  Geleitw.  v.  P.  Acker  u.  Alois  Fürst  zu
Löwenstein.  115  S.  —  *  Ehses,  Von  Konstanz  u.  Basel  nach  Trient.  15  S.  GG.  —
*  Faßbinder,  Eichendorffs  Lyrik.  130  S.  GG.  —  Fischer,  Kard.,  Documenta  tum  ad
cottidianam  SS.  Eucharistiae  sumpt.  tum  ad  primam  Communionem  puerorum
spectantia.  52  S.  —  Ders.,  Fastenhirtenbrief  betr.  die  Erstkomm.  23  S.  —  Frank,
Die  Schulten  vom  Brink,  R.  366  S.  —  v.  d.  Fuhr,  Erklärg.  des  kl.  Katechism.  192  S.
—  Ders.,  Anleitg.  z.  Erteilg.  des  1.  Rel.-Unterr.  71  S.  —  Ders.,  Der  1.  Rel.-Unterr.
im  Elternhaus.  90  S.  —  Ders.,  Das  Gebet  des  Arbeiters.  120  S.  —  *  Granert,  Die
päpstl.  Kurie  im  13.  Jh.  17  S.  GG.  —  Geschichten,  20  lustige  von  deutschen  Dichtern,
hg.  v  .E.  Kronberg  (L.  Sechsteln,  Der  Schmied  v.  Jüterbog;  Brentano,  Kater  Mores,
Legende  v.  e.  Schwaben,  der  das  Leberlein  gefressen;  Chamisso,  Böser  Handel,  Der
rechte  Barbier;  v.  Droste-Hnlshoff,  Eine  Gerichtsszene;  Goethe,  2  Gesch.:  1.  Klopstocks
  Wirkung,  2.  Besuch  bei  Gottsched;  Hauff,  Gutekunst  u.  Ohnegrund;  Hebbel,
Pauls  merkwürdigste  Nacht;  Hebel,  4  Spitzbubengeschichten:  1.  Die  drei  Diebe,
2.  Wie  der  Zundelfrieder  u.  s.  Bruder  dem  roten  Dieter  abermals  einen  Streich
spielen,  3.  Der  Heiner  u.  der  Brassenheimer  Müller,  4.  Wie  der  Zundelfrieder  über
die  Grenze  kam;  H.  v.  Kleist,  Ein  preußischer  Beiter;  Kolping,  Der  gebannte  Schafdieb, ­
  Der  Ströpper;  O.  Ludwig,  Ein  Streich  des  Anne  Dorle;  Rob.  Reinick,  Des
Esels  Schatten:  Zschokke,  Max  Stolprian.)  124  S.  (BVJ  55.)  —  Hauff,  Lichtenstein.
Sage.  179  S.  (ZL  9.)  —  Heiner,  Der  kirchl.  Strafprozeß.  240  S.  —  Herbert,  Die
        <pb n="182" />
        161

100  Jahre  J.  P.  Bachem.  11

Schicksalsstadt,  R.  341  S.  —  Hermann,  Zentrum  u.  Vaterland.  67  S.  —  Heß,  Der
Kampf  um  die  Schule.  255  S.  —  v.  Ilutten-St.,  Die  Stärkere,  R.  342  S.  —  Kern,  Die
Industrie  u.  ihre  Lasten.  32  S.  —  *  Konen,  Internat.  Organis.  naturw.  Forschg.  17  S.
GG.  —  *  Kongreß,  eucharist.  Deutsche  Sektionssitzg.  102  S.  —  Koschel,  Das
Lebensprinzip.  M.  Begleitwort  v.  P.  E.  Wasmann  SJ.  169  S.  —  v.  Krane,  Der  verzauberte ­
  Königssohn,  Das  Nelkchen,  M.  120  S.  (BVJ  53.)  —  Mausbach,  Der  Eid
wider  den  Modernismus.  79  S.  —  Ders.,  Kath.  Moral.  416  S.  —  Mönnichs,  Weltanschauung ­
  des  Katholiken.  152  S.  —  Müller-Fulda,  Wertzuwaohssteuer.  48  S.  —
Mnsäug,  Legenden  v.  Rübezahl,  Der  Schatzgräber,  Der  geraubte  Schleier,  bearb.  v.
Dr.  K.  Fecht.  143  S.  —  Örtzen-Fünfgeld,  Die  goldenen  Augen  der  Weldersloh,  R.
192  S.  —  *  Plaßmann,  Atmosph.  Polarisation.  17  S.  GG.  —  Heiners,  Kölner  Kirchen.
247  S.  —  Reuter,  Aus  der  Pranzosenzeit,  E.  bearb.  v.  G.  Hennes.  144  S.  (ZL  10.)  —
*Rieger,  Sven  Hedin.  116  S.  GG.  —  Rost,  Die  Wirtschaft!,  u.  kulturelle  Lage  der
Katholiken.  227  S.  —  Santi,  Die  Tränensaat,  R.  aus  dem  Italien,  [v.  C.  Schlesinger].
366  S.  —  Schieser,  Methodik  des  Rel.-Unterr.  164  S.  —  *  Schnürer,  H.  Franziskus.
15  S.  66.  —  *  SchoIImeyer,  Altbabyl.  Briefe.  10  S.  GG.  —  Schrott-Piechtl,  Der
Bauernprofessor,  R.  272  S M —  Seltz,  Modernistische  Grundprobleme.  97  S.  —  Simons,
Uinearzeichnen.  31  S.  u.  24  Tafeln.  —  Steinaecker,  Unter  den  Fahnen  des  Hohenz.
Püs.-Reg.  Nr.  40.  128  S.  —  Zingeler,  Der  Münsterbaumeister  v.  Straßburg,  E.  144  S.
(ZL  11.)
IQIO  J.  Bachem,  Erinngn.  e.  Politikers.  195  S.  —  K.  Bachem,  Jos.  Bachem  I.
„  “  422  S.  II.  535  S.  —  Bayer,  Köln  um  d.  Wende  des  18./19.  Jh.  215  S.  —
Böckenhoff,  Reformehe  u.  christl.  Ehe.  128  S.  —  Bordeaux,  Furcht  vor  dem  Leben,
deutsch  von  Joh.  Berg.  277  S.  —  Bram,  Die  Zelle  der  Gerechtigkeit,  ferner:  Die
schöne  Melusine;  Der  fressende  Pfennig.  290  S.  —  Buol,  Christopherus,  R.  268  S.  —
Cardauns,  Aus  dem  Leben  e.  Redakteurs.  276  S.  —  Caro-Helmonds,  Gesch.  d.
/  Unterr.  i.  Rechnen.  248  S.  —  Cohansz,  Idole  des  20.  Jahrh.  (Der  neue  Gott;  Freidenkertum;
  Der  neue  Messias;  Diesseitskultur,  nicht  Jenseitshoffnung;  Feuerbestattung; ­
  Los  von  Rom;  Moral  ohne  Religion.)  136  S.  (in  2.  Aufl.  als  Bd.  3  von
■•Rüstzeug  d.  Gegenw.“)  —  Cüppers,  Hercus  Monte,  E.  137  S.  (ZL  13.)  —  Driesch,
Irrweg  der  gern.  Ehe.  32  S.  —  *  Ebses,  Der  deutsche  Episkopat  auf  dem  Trienter
Konzil.  12  S.  66.  —  Engel,  Das  Denkmal  der  Liebe.  80  S.  —  Fahr!  de  Fabrls,  Die
Wacholderleute,  R.  263  8.  —  Frank,  Aus  eiserner  Zeit,  E.  165  S.  (ZL  14.)  —  Gaudy,
Das  eiserne  Halsband  u.  a.  Legenden,  G.  (Paulinus  v.  Nola;  Die  Zauberin;  Mutterliebe; ­
  Joh.  Nepomuk:  Die  Rettung  von  Lichtental:  Die  Legende  v.  Kaiser  Jovinian:
Die  Proben  Ahasvers;  Der  Goldschmied  v.  Köln;  Der  Gefangene;  Friedr.  der  Sanftroutige;
  Der  Schwur;  Die  Statue  des  Houdon;  Verscherzt;  Venedetta;  Die  Schiffssallionen
  v.  Skagen;  Miramare;  Die  weißen  Frauen  vom  Odenwald;  Die  Heldin;
Dte  Urwaldtanne;  Die  Kaiserglocke  v.  Köln;  Der  Sprung  ins  Meer;  Des  alten
Kaisers  Wunsch;  Nebelbild:  Die  alte  Uhr;  Der  stille  Wanderer;  An  Gottes  Hand:
Das  Gelübde.)  108  S.  —  v.  Hartmann,  erw.  Erzb.  v.  Köln,  Lebensbild.  16  S.  —
Hatweg  [Noldt],  Lustiges  u.  Ernstes  a.  d.  Militärleben.  126  S.  —  Hennes,  Die  Sklaven
oer  Marianne,  E.  141  S.  (ZL  12.)  —  Herbert,  Tröstungen,  G.  135  S.  —  Hilden,  Die
Krbm  von  Ardara,  dem  Engl,  nacherz.  158  S.  (BEM  30.)  --  Hirtz,  Besteuerg.  d.
Uienstwohng.  20  S.  —  •  Hoberg,  Der  Brief  im  N.  T.  8  S.  GG.  —  Hoeber,  Streit  um
oen  Zentrumscharakter.  140  S.  (ZS  1.)  —  Humpert,  Schawissant  der  Zauberer,  E.
'•31  S.  (BVJ  56.)  —  Jeske-Cholnskl,  Die  letzten  Römer,  R.  463  S.  —  *  Keller,  Unternehmung ­
  u.  Mehrwert.  96  S.  GG.  —  Kiesgen,  Nächtl.  Geschichten.  (Diethelms  Abenteuer; ­
  Plutos  Bild;  Der  blasse  Hinzen;  Kribbli-Krabbli;  Heiligste  Nacht  —  Finsternis
weichet),  En.  127  S.  (BVJ  58.)  —  Kollbach,  Deutscher  Fleiß  II.  190  S.  —  »Konen,
Sternwarten  u.  Laboratorien  der  Ver.  Staaten.  114  S.  GG.  —  Kopp,  Philosophie  des
Hermes.  140  8.  —  v.  Krane,  Das  Schweigen  Christi,  R.  403  S.  —  Malzbender,  Schulkommissionen. ­
  76  S.  (Aus  Westd.  Lehrerztg.)  —  Militäranwärter-Bücherei,  hg.  v.
Mittelschnll.  K.  Becker  u.  Hptl.  G.  Hennes.  I.  Postfranzösiseh.  116  S.;  II.  Rechnen.
-’2  S.;  III.  (1913)  Raumlehre.  85  S.;  IV.  Deutsches  Übgsbuch  f.  Kapitul.-  n.  Militärnnw.-Schulen,
  von  Boes  u.  Becker.  195  S.;  V.  (1914)  Vaterl.  Gesch.  v.  Boes  u.  Feiser.
'HS,;  VT.  (1914)  Zeichensetzung,  Satzlehre  v.  Schuster.  153  S.  —  Müller,  Ponape.
80  S.  —  *  Pfeilschifter,  Pürstabt  M.  Gerbert  v.  St.  Blasien.  35  S.  GG.  —  *  Plaß-
        <pb n="183" />
        I

mann.  Sonnenfinsternis  v.  17.  4.  12.  19  S.  GG.  —  Sauren,  Aufsatzunterr.  140  S.  —
*  Schellberg,  Werke  v.  Görres.  13  S.  GG.  —  Söhligen,  Das  neue  Brevier.  44  8.
(2.  Aufl.  1913  u.  d.  T.  Wie  bete  ich  Brevier?)  —  Steinaecker,  Kampf  u.  Sieg  vor
100  Jahren.  242  S.  —  Streit,  Das  Opfer,  E.  128  S.  (BVJ  57.)  —  Temming,  Gedanken
u.  Gebete  f.  Kranke.  32  S.  —  *  Willmann,  Religionsforschung.  6  S.  GG.  —  Wlnterfeld-Warnow,
  Die  Blinde,  R.  283  S.
IQiq  J.  Bachem,  Das  Zentrum.  84  S.  (ZS  2.)  —  Baldus,  Wilh.  II.  Religiosität  u.
1VIO  Pfiichtbewußtsein,  in  Reden,  Briefen  u.  Erlassen.  59  S.  —  *  Baumstark,
Konstant.  Bauten  am  h.  Grab.  17  S.  GG.  —  Becker-Boes,  Übgsbuch  (s.  1912).  —
Blätter  für  Volksschulpraxis,  seit  1.  Jan.;  Beilage  z.  Westd.  Lehrerztg.  (vgl.  1893).  —
Bram,  Der  Zorn  Gottes,  R.  299  S.  —  Cüppers,  Die  Sansculotten  ira  Berg.  Lande,  E.
144  S.  (ZL  16.)  —  Driesch,  Das  große  Übel  unserer  Zeit,  Vorw.  von  A.  Lehmkuhl.
32  S.  —  *  Ehses,  Dekret  zur  Papstwahl.  10  S.  GG.  —  *  Faßbinder,  Fr.  Hebbel.  131  S.
GG.  —  Feldmann,  Musteraufsätze.  269  S.  —  *  Görres,  Briefe  an  F.  Chr.  Perthes,  hg.
von  Schellberg.  116  S.  GG.  —  *  Grauert,  Max  Jansen.  5  S.  GG.  —  v.  Hartmann,  Erzb.,
z.  Feier  der  Inthronis.  am  9.  4.  13.  4  S.  4°.  —  Heldet,  Der  letzte  Einsiedler
Palästinas,  deutsch  v.  P.  Maurus  Gisler.  148  S.  m.  Geleitw.  von  Dr.  F.  Düsterwald.  —
Hennes,  Das  Volk  steht  auf.  126  S.  (BVJ  59.)  —  Ders.,  Das  Tal  der  Geächteten,
E.  241  S.  (ZL  15.)  —  Herbert,  Die  Kinder  der  Kilians,  R.  239  S.  —  Hlrtz,  Die  Koramunallasten
  der  Lehrer  (aus  Westd.  Lehrerztg.).  —  Hoeber,  Die  rel.  Pflichten  des
gebild.  Laienstandes.  32  S.  (RG  1.)  —  Holler,  Der  Jäger  aus  Kurpfalz,  sein  Revier,
Denkmal,  Grabstätte.  23  S.  —  Kiesgen,  Vom  lieben  Kind  Maria.  13  S.  4°.  —  Krane,
Familie  Schwammerling,  Die  bösen  Buben,  M.  126  S.  (BVJ  62.)  —  *  Krebs,
Scholastisches  u.  Danteprobleme.  21  S.  GG.  —  Liessem,  Poesie  fürs  Haus.  517  S.  —
Militäranwärterbücherei  (s.  1912).  —  *  Muckermann,  Vererbungsträger.  17  S.  GG.  —
Rensing,  Behandl.  kath.  Kirchenlieder.  169  S.  —  Rost,  Geburtenrückgang  u.  Konfession. ­
  95  S.  —  Schmitz,  Rel.  Unterweisg.  der  Jugend.  232  S.  —  v.  Schnitze,  Ein
verhängnisvoller  Fund,  (ferner:  Der  Tiroler  Tafelmaler;  Aus  den  Schweizer  Bergen;
Heiteres  aus  e.  traurigen  Kriege;  Der  Kuckucksruf;  Die  Begegnung:  Das  Stndentlein;
  Die  St.  Leonhardsfahrt),  En.  126  S.  (BVJ  60.)  —  v.  Steinaecker,  Unter  den
Fahnen  des  Hohenz.  Füs.-Reg.  40  im  Kriege  1870/1.  130  S.  (ZL  17.)  —  Stricker,
Slawische  Volksmärchen.  126  S.  (BVJ  61.)  —  Verordnungen,  welche  alljährl.  von
der  Kanzel  zu  verlesen  sind.  16  S.  —  *  Wilpert,  Vision  u.  Labarum  Konstantins.
13  S.  GG.
1  Ql  A  Aurbacher,  Alte  Historien,  bearb.  v.  Joh.  Pet.  Mauel  (Placidus  u.  s.
IVl 4 *  Familie;  Marienkind;  Legende  v.  d.  Ritter  St.  Georg;  Offerus,  e.  christl.
Mythe;  St.  Augustin  u.  das  Knäblein;  Der  Einsiedler;  Das  Vöglein;  Das  Gericht;
St.  Antonius  u.  der  Schwabe).  136  S.  (BVJ  64.)  —  Ders.,  Lebensweisheit  in  Anekdoten, ­
  Schwänken  u.  Sagen,  bearb.  v.  Mauel  (Schule  der  Weisheit;  Selbsterkenntnis:
Der  Weisen  Sprüche;  Die  Fabel  geht  dich  an;  Das  Grömlein;  Hans  Pfriem;  Ei  so
beiß:  Der  Talisman;  Der  alte  Gott  lebt  noch;  Mut  über  Gut:  Ein  braver  Kaufherr;
Ein  braver  Hausknecht;  König  Bauer;  Von  der  Ungleichheit  der  Stände:  Von  der
Versuchg.  i.  Glauben;  Die  3  Blicke;  Die  Tugenden;  Die  Weisheit  auf  der  Gasse;
Abbas  der  Weise:  Von  der  Menschen  Urteilen;  Glück  u.  Unglück;  Die  Nachbarn;
Von  Recht  u.  Freiheit;  Die  Säcke;  Die  Hausräte;  Das  Hirtenbüblein;  Der  Lügner;
Marianne;  Die  Christgeschenke).  134  S.  (BVJ  65.)  —  K.  Bachem,  Zentrum,  kath.
Weltanschauung  u.  prakt.  Pol.  Antw.  auf  Roeren:  Zentr.  u.  Kölner  Richtg.  77  S.
—  *  Birkner,  Kunst-  u.  Kulturstätten  des  diluvialen  Menschen.  11  8.  GG.  —
Bordeaux,  Der  Irrweg  der  Freiheit,  R.,  deutsch  v.  Kerner.  316  S.  —  *  Bosch,
Knt *k  der  Entwicklungstheorien.  136  8.  GG.  —  Buscher,  Kinderexercitien.  48  S.
~  Büachi,  Kard.  Schiner.  11  S.  GG.  —  Cüppers,  Um  eine  Königskrone,  E.
156  S.  (ZL  21.)  —  Dransfeld,  Theo  Westerholt,  E.  151  S.  (ZL  18.)  —  [Drüdlng],  Vor
i™tt  e ’  KM.  vor  d.  Feinde  e.  Held.  Kriegsgebetbüchl.  f.  kath.  Soldaten.  48  S.  —
Ehses,  Schlußakt  des  Konzils  v.  Trient.  10  S.  GG.  —  Frank,  Im  Ringen  um
das  Luftmeer,  R.  306  S.  —  v.  Garten,  Der  Dolch  des  Sejanus,  E.  142  S.  (ZL  19.)  —
Gesang-  a.  Gebetb.  f.  d.  Erzdiözese  Cöln.  Ansg.  V  f.  höh.  Lehranst.  m.  Musiknoten ­
  u.  lat.  Meßand.  522  S.  —  Hartmann-Krey,  In  Feindesland.  Kriegaerinn.  1870/1.
        <pb n="184" />
        152  S.  (ZL  20.)  —  Hennes,  Das  Glück  der  kl.  Amy,  E.  151  S.  (BEM  31.)  —  Ders.,
Parzival  der  Gralsucher,  E.  120  S.  (BVJ  63.)  —  Herbert,  Prinz  Spiro  Maria,  R.
244  S.  —  Dies.,  Verborgenheiten,  G.  138  S.  —  Hutten,  Rufende  Weite,  R.  276  S.  —
Kaiser,  Von  ewiger  Liebe,  Nn.  (ferner:  Die  wilde  Flut;  Der  Eindringling;  Lord
Lawrences  Heimkehr;  Der  Alphornbläser;  Die  Frau  Gräfin;  Das  Largo;  II  sole  mio;
Appassionata;  Das  Schlummerlied  des  Königs;  Gavotte;  Caro  mio  ben;  Das  letzte
Lied;  Sie  muß  sterben;  Was  die  Herde  tat;  Aquis  submersus;  Mein  Freund!;  Im
Traum;  Ein  Erwachen).  224  S.  —  Kolping,  Das  Lindenkreuz  u.  a.  En.  (ferner:  Wie
einer  sich  zugrunde  richtet;  Der  gebannte  Schafdieb;  Der  Ströpper;  Der  Karfuchs).
128  S.  (BVJ  66.)  —  Ders.,  Ein  Spielchen  u.  a.  En.  (ferner;  Heimat  u.  Fremde;  Eine
Brautwerbg.  auf  d.  Lande;  Ein  Bäuerlein  nach  altem  Schlag).  117  S.  (BVJ  67.)  —
—  *  Kosch,  Ludw.  Aurbacher,  127  S.  GG.  —  v.  Krane,  Wie  der  König  erschrak,  R.
244  S.  —  Militäranwärterbncherei,  V.  VI.  (s.  1912).  —  Pflichten,  Die  Christi.,  der  Eheleute ­
  (Hirtenbrief  der  Bischöfe  zu  Fulda  v.  20.  8.  13).  16  S.  —  Phillips,  Der  fremde
Prinz,  R.  N.  d.  Engl,  von  [Frau]  K.  Rybiczka.  187  S.  —  Rademacher,  Entwickelungsgedanke ­
  i.  Rel.  u.  Dogma.  102  S.  (RG  2.)  —  Rhoades,  Rosamond,  E.  nach  dem
Bngl.  v.  Eck.  v.  Putz.  161  S.  (BEM  9.)  —  Rost,  Die  Parität  u.  die  deutschen  Katholiken. ­
  72  S.  (ZS  3.)  —  Rothes,  Die  Schönheit  des  menschl.  Antlitzes  i.  d.  Christi.
Kunst.  172  S.  —  »Rücker,  Die  liturg.  Poesie  der  Ostsyrer.  12  S.  GG.  —  Schleser,
Rel.-Unterr.  i.  d.  Fortbildungsschule.  88  S.  —  Schnürer,  Die  Spielmannslegende.
13  S.  GG.  —  de  Waal,  Die  Kirche  St.  Joh.  ante  port.  Latinum.  23  S.  4°.
|  Ol  C  *  Böhm,  Die  Gottesidee  bei  Aristoteles.  130  S.  —  zur  Bonsen,  Die  Prophe-^
  zeiungen  zum  Weltkrieg.  67  S.  —  Cardauns,  Brentano  u.  Emmerich.  130  S.
—  Ebers,  Italien  u.  Garantieges.  (Z  S.  4.)  —  In  der  Feuerpause,  En,  H,  1—30
JBach  n.  Udo,  Als  Leichtmatrose;  Er  fand  den  Anschluß;  Kriegslist  [30].  Dnfcas
Iheodassos,  Türk.  Geschichten  [16];  Sizilian.  Räuber  u.  a.  fragw.  Gesch.  [17].  Hennes,
Der  ehrliche  Finder  [9],  Ders.,  Der  verhängnisvolle  Zylinder;  Hochwasser  [10].
Ders.,  Geheilter  Liebeswahn;  Im  Dämmerlichte  [11].  Ders..  Der  buckelige  Heidemann
  [12],  Ders.,  Mein  erstes  u.  mein  letztes  Auftreten  im  Zirkus;  Der  erste  Eindruck ­
  [13],  Ders.,  Das  rote  Häuschen  [23].  Ders.,  Sühne  [24].  Kann,  So  nach  und
nach  [27],  Ders.,  Drei  Mütter  [28].  Kiesgen,  Die  Botokuden  u.  a.  En.  [18].  Ders.,
D® r  Kampf  um  die  Brücke  u.  a.  En.  [19].  Kipper,  Die  Kritik  e.  Königs  u.  a,  En.
v -  Krane,  Der  Träumer  v.  Nazareth;  Dismas  [1].  Dies.,  Das  Gastmahl  der
"dnder  u.  a.  Legenden  [2].  Dies.,  Der  Zöllner  [3],  Dies.,  Das  Siegesfest  der  6.  Legion
1261.  Rellstab,  Des  Vaters  Segen  [16].  Ritter,  Kriegszeit  daheim  [20—22].  v.  Rotfienfd”&amp;gt;
  Jagdgesch.  [25].  Saburln,  Jagdgesch.  [25].  Schwerlng,  Da  erwachte  der  Zar
Hf].  v.  Steinäcker,  Mobil;  Auf  Vorposten;  Der  erste  Tanz  [4].  Ders.,  Ein  heißer  Nachnuttag;
  Bei  Vionville—Mars-la-Tour  [5],  Ders.,  Bei  Gravelotte;  Ein  Sonnen-  u.  ein
Regentag  vor  Metz;  Das  Ende  der  Rheinarmee  [6].  Ders-,  Westwärts  ging  die
fahrt;  Mein  Weihnachten  im  Feindesland;  Trübe  Stunden  [7].  Ders.,  Kehraus;  Heimwärts ­
  ging  die  Fahrt  [8].  Theinert,  Jagdgesch.  [25].  Udo  [s.  Bach]).  Je  32  S.  —
krank,  Der  Fürstenmeister,  E.  154  S.  (ZL  24.)  —  Ders.,  In  der  Zeit  der  Not,  Die
Scholaren,  En.  117  S.  (BVJ  70.)  —  v.  Garten,  Die  vier  Burgwitz,  E.  146  S.  (BEM  33.)
r~  Dies.,  Lisabeths  Paradies,  E.  169  S.  (BEM  32.)  —  Götz,  Unter  Habsburgs
  Fahnen,  Aus  Österr.-Ung.  Kriegsjahr  1914/16  (An  bedrohter  Grenze;  Die
roten  Teufel;  Das  Licht  v.  Löwen;  „Herr  Hauptmann“:  Christnacht  im  Felde;
Irene;  Kastor  u.  Pollux;  Ein  Zufall;  Frohe  Botschaft.)  109  S.  (BVJ  74.)  —
Haardt  [Frid.  Bachem],  Warmhaltg.  d.  Körpers  u.  Verhütg.  d.  Erfrierens  i.  Felde.
8.  —  Harten,  Die  Wasserfrau,  3  M.  (ferner:  Sternjüngferlein;  Die  wandernden
Blumen.)  109  S.  —  (BVJ  73.)  —  v.  Hartmann,  Kard.,  Die  göttl.  Vorsehg.  Hirtenbr.  16  S.
—  Hennes,  Wider  den  heißen  Tod.  E.  161  S.  (ZL  23.)  —  Ders.,  Der  Kampf  um  die
Heimat,  E.  aus  d.  Völkerkriege.  157  8.  (ZL  26.)  —  Herbert,  Mein  Kriegsbuch,  91  S.
Hilden,  Unter  des  Feindes  Schutz  von  Moskau  nach  Paris,  E.  158  S.  (ZL  22.)  —
Jahrhundertfeier,  zur,  der  Vereinig,  der  Rheinlande  mit  Preußen,  hg.  v.  Dr.  J.
Bachem  (Beitr.  von  Huyskens,  Schellberg,  Frz.  Schmidt,  Lauscher,  W.  Köhler,
Glasen,  Schnitzler,  Kausen,  Heimann,  Steinaecker,  Pieper,  Jul.  Bachem.)  268  S.  —
Jesus,  unser  Lehrer  und  Vorbild.  Gebetb.  m.  Vorw.  v.  Prof.  Dr.  Peters.  95  S.  —
Kelleter,  Aus  großer  Zeit  (Reden  d.  Kaisers  etc.).  32  S.  —  Kern,  Heil.
        <pb n="185" />
        deutsches  Jahr.  G.  16  S.  —  Kiesgen,  Mickel-Pickels  Abenteuer  auf  3
Kriegsschauplätzen.  154  S.  (ZL  26.)  —  Koch,  Kregsbilder  1—4,  je  32  S.  —
Korth,  Mittagsgespenster.  178  S.  —  v.  Krane,  Der  Friedensfürst.  Christus
Erzählungen.  (Weihenacht;  Die  Eiche  von  Bethlehem;  Der  Schmied;  Das  häßl,
Mädchen;  Vom  Stamme  Davids;  Die  große  Sehnsucht;  Eine  Begegnung;  Nur  ein
Tier;  Das  Schilfrohr;  Secundam  Lucam;  Der  Sonntag  des  h.  Job.)  152  S.  —
Kriegsbinten.  Aus  Feldhriefen,  hg.  v.  Pfr.  J.  Schmitz.  6  Hefte.  (Der  religiöse  Zug
im  Heere;  Was  dem  Krieger  die  Frömmigkeit  nützt;  Des  Kriegers  Pflicht;  Aus
herber  Wurzel  süße  Früchte;  Kriegspflicht  in  der  Heimat;  Ein  bunter  Strauß),  je
16  S.  —  Kriegsnovellen,  hg.  v.  E.  v.  Witzlehen  (Brey,  Fürs  Vaterland;  Budde,
Blühe,  deutsche  Jugend;  Diel,  Sein  Opfer;  Eick,  Im  Militärzug;  Gade,  Timm  Ohlsens
Weihnachten;  Hagelstange,  Das  Telegramm;  Hemmann,  Aus  der  Schlacht  1.  Deutsch-Lothr.;
  Körte,  Söwen  Slachten;  J.  Mose,  Aus  stillem  Heimatwinkel;  Ritter,  Eine
Moselfahrt  m.  deutschen  Helden;  Schwiedam,  Die  stummen  Ritter;  Hände  hoch!
Sonnenschein,  Zwischen  2  Zügen;  Torrund,  Nicht  mehr  abseits;  Der  einzig  Überlebende ­
  von  S.  M.  S.  „Köln“;  Sturmangriff  unseres  Bataillons.)  176  S.  —  Kriegsvolk, ­
  En.  von  Krieg  u.  Kriegsleuten,  hg.  von  H.  Gathmann.  (Alexis,  Ein  preuß.
Grenadier  v.  1760,  Die  Beschwörung;  Amicis,  Der  sard.  Tambour;  Archenholtz,  Der
schwarze  Husar;  Aurbacher,  Fliegenjagd;  Bone,  Die  halbe  Flasche;  K.  H.  Caspari,
Der  Kampf  um  den  Brückenturm;  Fontane,  3  von  den  3.  Garde-Ulanen;  Gotthelf.
Das  heißt  Puntenöhri;  Grimmelshausen,  Wie  die  Landsknechte  die  Bauern  schinden;
Hackländer,  St.  Rosalia;  J.  P.  Hebel,  Der  Furtwanger  in  Philippsburg,  Der  Kommandant ­
  u.  die  Jäger  in  Hersfeld,  Blutbad  in  Neuburg  a.  Rh.;  Heller,  Messer  u.
Gabel;  Kielst,  Husarenmut;  K.  Linzen,  E.  Reiterstücklein;  La  Roche,  E.  Todesritt:
v.  Schaching,  Schmied  v.  Kochel;  Stöber,  Die  Frau  des  Amtmanns;  Wickram,  Von
2  Landsknechten;  Wörnhör,  Die  Husaren  der  Mutter  Gottes.)  117  S.  (BVJ  75.)  —  Lehrplan ­
  f.  d.  kath.  Rel.-Unterr.  31  S.  —  Lohr,  Krieg  u.  Kirchen  Franke.  44  S.  (ZS  5.)
Ludwigs,  Des  kranken  Priesters  geistL  Messe.  24  S.  —  Mit  Herz  u.  Hand  fürs
Vaterland,  hg.  von  Dr.  0.  Thissen.  409  S.  (Beitr.  aus  KV.)  —  Mnndt,  Rechenaufgaben ­
  über  den  Weltkrieg.  24  S.  —  ♦  Rademacher,  Vaterlandsliebe  u.  GG.  80  S.  —
*  Reinhard,  Haller.  130  S.  GG.  —  Ruffieux,  Der  Fremdling,  E.  117  S.  (BVJ  71.J.
—  Schmitz,  Antonius,  Kard.  Fischer.  258  S.  —  Tiergeschichten,  hg.  von  H.  Gathmann
  (Brinckmann,  Fuchs  u.  Igel;  Campe,  Der  treue  Hund;  Cnrtmann,  Der  Bär  als
Fliegenverjager,  Die  Eierdiebin;  Hebel,  Der  Star  v.  Segringen;  Hepner,  Die  Gesch.
v.  Kuckuck:  Jacobs,  Das  Kind  unter  d.  Wölfen,  Der  gelehrte  Kanarienvogel,  Der
Star  des  Königs  Max  Joseph;  Löns,  Der  Kantor,  Die  Großmutter;  Raabe,  Hund  u.
Katze  vor  dem  Küchenschrank;  Relnicke,  E.  Hühnerwirtschaft;  Verbeck,  Jackson
«.  Munga,  Jochen;  Wagner,  Feldmaus  auf  der  Reise;  v.  Werner,  Mein  Orang-Utan:
Wichner,  E.  treuer  Diener  s.  Herrn,  Das  Kaninchen  als  Arzt,  ’s  Huckerl.)  129  S.
(BVJ  72.)  —  Wais,  der  Förstertoni,  E.  129  S.  (BVJ  69.)  —  Wehr,  Die  eiserne,
Kriegsgesch.,  hg.  von  H.  Gathmann  (Buoi,  Eine  Verborgene;  Hansjakob,  Der  Leutn.
v.  Hasle  als  Bauerngeneral;  Kaiser,  Holi  ho!  Dia  hu!  Llliencron,  Unter  flatternden
Fahnen;  Rieger,  Der  Fahnlbub;  Zlethe,  Getreu  bis  zum  Tode.)  133  S.  (BVJ  68.)  —
Zeit-  n.  Streitfragen  d.  Gegenw.  v.  Ebers,  Löhr.

IQIfi  Bram,  Der  Ruf  des  Lebens,  R.  250  S.  —  Branweller,  Die  .;.  Brüder  im
' 71VJ  Weltkrieg.  91  S.  (ZS  6.)  —  Ders.,  Deutsche  n.  rom.  Freimaurerei.  77  S.
(ZS  8.)  —  Cohen,  Gebet  f.  den  König,  Lied.  7  S.  —  Ders.,  Laudamus  te.  81  S.  —
Frank,  Die  Steinbauern,  R.  259  S.  —  *  Dyrott,  Windischmann.  123  S.  GG.  —  Grabmann,
  Der  h.  Augustinus  üb.  Seele  u.  Gott.  126  S.  (RG  5.)  —  Hartmann,  Harre  des
Herrn,  Hirtenbr.  16  S.  —  Hoeber,  Papst  u.  röm.  Frage.  63  S.  (ZS  7.)  —  Hutten,
Rufende  Weite,  R.  275  S.  —  *  Kampers,  Lichtland  d.  Seelen  u.  h.  Gral.  96  S.  GG.  —
Kersting,  Deutschland  fletschere!  31  S.  —  Krane,  Seine  Vielgetrenen.  En.  ans  der
Zed  Christi.  (Der  erste  Gruß;  Hanna  im  Tempel;  Wartende  Gnade;  Das  Letzte;
Heilige  Demut;  Talitha  kumi;  Wer  hebt  den  1.  Stein?;  Das  Stündlein  Christi;  In
Fesseln;  Eins  ist  tot;  Gottes  Maßliebchen;  Die  Stunde  der  Entscheidung;  Noli  me
tangere;  Der  letzte  Kreuzweg.)  279  S.  —  Tladen.  Das  eiserne  Geschlecht,  E.  121  S.
(BVJ  77.)  —  Wieser,  Selig  sind  die  ...  R.  328  S.
        <pb n="186" />
        1017  Anhang  /..  Gesg.-  u.  Gebetb.  d.  Erzdiöz.  Köln,  enthalt.  23  Einheitslieder.
'  39  S.  —  *  Büchner,  Erztüren  v.  St.  Denis.  12  S.  GG.  —  *  Cardauns,  Die  GG
1901—16.  14  S.  GG.  —  •  Ders.,  Die  „Vereinsschriften“  der  GG.  15  S.  GG.  —
*  Ehses,  Ein  päpstlicher  Nuntius  am  Rhein.  5  S.  GG.  —  Godin,  Feinde,  R.  232  S.
—  Guggenberger,  Die  deutschen  Päpste.  157  S.  —  Helmonds,  Methodik  des
naturkundl.  Unterr.  92  S.  —  Herbert,  Lebensbeichte,  E.  102  S.  —  Hessen,  Absolutheit ­
  des  Christentums.  62  S.  (RG  6.)  (Aus  dem  Handel  zurückgezogen.)  —
Hlrtz,  Hauswirtsch.  Unterr.  i.  Landschulen.  78  S.  —  Hoeber,  Englands  Kriegs-“•
  Blutschuld.  235  S.  (ZS  10.)  —  *  Innitzer,  Die  österr.  Leo-Gesellschaft.
4  8.  GG.  —  Der  Kaiser  im  Weltkrieg,  hg.  von  Dr,  0.  Thissen.  208  S.
(Beiträge  aus  KV.)  —  Kley,  Schulreform  der  Zukunft.  190  S.  (ZS  9.)  —  Koch,
Kregsbilder.  En.  5—8,  je  32  S.  —  Köck,  Vorstadthaus,  R.  331  S.  —  v.  Krane,
Wenn  die  Steine  reden,  R.  335  S.  —  Leky,  Grundl.  einer  allg.  Phonetik.  133  S.  —
Lennemann,  Vergeßt  sie  nicht,  die  große  Zeit,  Kriegs-En.  (Freiwillige  vor!;  Bei
Sedan  auf  der  Aue;  Im  Kampf  um  Raon  l’Etappe;  Die  Schneise;  Die  Brücke:
Ahnung?;  Die  Hand;  Die  Vergeltung;  Der  Ruf.)  121  S.  (BVJ  76.)  —  Lübeck,  Kath.
Orientmission.  152  S.  GG.  —  Neureuter,  Biol.  Charakterbild,  a.  d.  Tierwelt.  177  S.
—-  Oberdörffer,  Die  schöne  Tugend.  240  S.  —  Piper,  Der  Spuk.  172  S.  —  v.  Ranke,
Männer  u.  Zeiten  der  Weltgesch.,  hg.  v.  Dr.  R.  Schulze.  I.  283  S.,  II.  338  S.,  III.
322  S.  —  *  Schellberg,  Görres.  21  S.  GG.  —  v.  d.  Speulhof,  Gottsuchen.  143  S.
1Q1Q  (bis  Mai)  Bram,  Der  Meister,  R.  252  S.  —  Capltaine,  Lehrb.  d.  kath.  Rel.
j  10  III  186  S.  —  *  Duhr,  Ausländerei  im  17.  Jh.  13  S.  GG.  —  »Ehses,  Ein
deutscher  Chronist  des  Trienter  Konzils  unter  Pius  IV.  22.  S.  GG.  —  Herbert,  Der
blutige  Lehrpfennig,  E.  115  S.  —  v.  Hutten,  Des  Weges  Ende.  R.  238  S.  —
Kampers,  Die  Mär  von  der  Bestattung  Karls  des  Gr.  26  S.  GG.  —  v.  Kersting,
Gaesdonck.  135  S.  —  v.  Krane,  Die  Sünderin.  Mysterium.  144  S.  —  »Löffler,
deutsche  Klosterbibliotheken.  72  S.  GG.  —  *  Sacher,  Schwestergesellschaften  der
GG,  in  Österr.-Ung.  6  S.  GG.  —  Schmitz,  Das  allerh.  Altarsakr.  im  Rosenkranz.  168
—  Schrott-Piechti,  Wettertanen,  R,  252  S.
        <pb n="187" />
        III

Die  Druckerei  J.  P.  Bachem  1818  bis  1918.

ijie  „Cronica  van  der  billiger  Stat  van  Coellen“  von  1499
behauptet,  daß  die  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts
von  Mainz  sich  in  Deutschland  ausbreitende  Kunst
Gutenbergs  mit  dem  Meister  Ulrich  Zell  „zu  allererst
nach  Köln  gekommen“  sei.  Das  ist  freilich  ein  Irrtum,
aber  immerhin  kann  die  Stadt  die  fünfte,  vielleicht  auch  die  vierte
Stelle  unter  den  frühesten  Druckorten  der  Welt  beanspruchen.
Der  erste  mit  einer  Jahreszahl  versehene  Druck  Zells  stammt
aus  1466,  und  die  Zahl  der  in  Köln  in  der  nächsten  Zeit  tätigen
Pressen  wächst  in  erstaunlichem  Maße.
Ueber  das  Aussehen  der  Gutenbergschen  Druckerpresse  sind
wir  nicht  genau  unterrichtet.  Die  älteste  Abbildung  einer  solchen
Presse  erscheint  im  Jahre  1498  in  Gestalt  des  Druckerzeichens  des
Pariser  Buchdruckers  Jodocus  Radius.  Wir  sehen  dort  ein  Gestell
aus  zwei  senkrechten  Balken,  die  durch  einen  oberen  Querbalken
verbunden  sind.  Zwischen  den  senkrechten  Balken  befindet  sich
ein  Tisch  mit  dem  Drucksatz,  auf  den  eine  andere  Fläche  mittels
einer  durch  den  Querbalken  gehenden  Spindel  herabgedreht
werden  kann.  Der  Drucksatz  wird  mit  Korbbällen  eingeschwärzt,
ein  Bogen  Papier  darauf  gelegt  und  dieser  dann  mittels  der  herabgehenden ­
  Fläche  auf  den  Satz  angedrückt,  so  daß  ein  Abdruck
entsteht.  In  dieser  Weise  wurde  im  wesentlichen  vier  und  ein
halbes  Jahrhundert  lang  gedruckt  und  auch  die  hölzerne  Druckerpresse, ­
  die  Johann  Peter  Bachem  1818  von  der  Buchdruckerei
Thiriart  et  Comp,  kaufte 50  und  in  seinem  Hause  Hohestraße  133
aufstellte,  wird  im  wesentlichen  eine  solche  Handdruckpresse
gewesen  sein.
        <pb n="188" />
        ir;  167

Das  Ziel  dieser  bescheidenen  Druckerei  beschränkte  sich
zunächst  auf  die  Herstellung  des  eigenen  Verlags;  daß  sie  dieser
Aufgabe  aber  in  hohem  Maße  gerecht  wurde,  beweisen  die
Verlagswerke  durchaus,  die  drucktechnisch  auf  einer  hohen
Stufe  stehen.
Als  das  Geschäft  im  Jahre  1840  in  das  Haus  Marzellenstraße
Nr.  20  übersiedelte,  das  nach  hinten  einen  ansehnlichen  Garten
hatte,  entstand  in  diesem  ein  bescheidenes  Druckereigebäude;
auch  eine  Anzahl  von  Erdgeschoßräumen  des  früheren  Privathauses ­
  wurde  für  den  Druckereibetrieb  hergerichtet.
Einen  größeren  Aufschwung  nahm  der  Betrieb  der  Druckerei,
als  die  beiden  ältesten  Söhne  Lamberts,  Josef  und  Karl 61 ,  sich
ihr  widmeten.  Daß  sie  dem  Fortschritt  huldigten,  beweist  die
frühzeitige  Anschaffung  einer  sog.  Schnellpresse,  die  Friedrich
König  im  Verein  mit  dem  Mechaniker  Andr.  Fr.  Bauer  in  Oberzell
bei  Würzburg  erfunden  hatten.  Es  war  die  erste  wesentliche
Verbesserung  der  Druckpresse  seit  Gutenberg,  indem  die  bisherige
obere  Fläche,  mit  der  der  Druck  ausgeübt  wurde,  durch
einen  drehbaren  Zylinder  ersetzt  wurde,  unter  dem  die  flache
Druckform  hergeschoben  wurde.  Dabei  lief  das  Papier  über  den
Zylinder,  der  es  auf  die  durch  ein  Farbwerk  angeschwärzte
Druckform  drückte  und  dadurch  den  Abdruck  hervorrief.
Die  erste  Schnellpresse  an  die  Bachemsche  Druckerei  lieferte
die  Maschinenbauanstalt  G.  Sigl  in  Berlin  am  5.  August  1845
für  1770  Taler  Pr.  C.  Eine  zweite  soll  schon  im  nächsten  Jahre
gefolgt  sein.  Eine  weitere  Maschine  lieferte  die  C.  Reichenbachsche
  Maschinenfabrik  in  Augsburg  am  3.  Januar  1855  an
die  Bachemsche  Offizin.  Diese  Maschinen  wurden  noch  durch
Menschenkraft  in  Bewegung  gesetzt.
Die  Druckerei  entwickelte  sich  nun  befriedigend;  schon  1844
konnte  sie  die  Herstellung  des  „Organs  für  Handel  und  Gewerbe“
übernehmen,  dem  1849  das  Wochenblatt  „Pius  IX“  und  1851  das
„Organ  für  christliche  Kunst“  folgten.
Das  Streben  der  beiden  Söhne,  den  Verlagswerken  durch  Verwendung ­
  guten  Papiers  und  sauberen  Druck  ein  gutes  Aussehen
zu  verleihen,  führte  seit  184S  zur  Herstellung  von  Akzidenzorbeiten.
  Zu  diesem  neuen  Geschäftszweig  wurde  ein  reiches
Satzmaterial  an  Schriften,  Ziereinfassungen,  Ornamenten  usw.
angeschafft.  Muster  davon  liefern  noch  einige,  im  Archiv  der
Firma  vorhandene  Druckarbeiten  aus  jener  Zeit,  vor  allem  mehrere
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        168  S

reichverzierte  Glückwunschdiplome,  in  denen  das  Druckereipersonal ­
  nach  damaliger  Sitte  zu  den  Namenstagen  des  Prinzipals
in  schwungvollen  Versen  seinen  Gefühlen  Ausdruck  verlieh.
Die  stetige  Vergrößerung  des  Druckereibetriebes  beweist  auch
dieTatsache,  daß  im  Jahre  1854  die  täglich  erscheinende  „Rheinische
Volkshalle“  hier  hergestellt  werden  konnte.  Ihr  erster  Schriftleiter
Wilh.  v.  Chezy  hat  in  seinen  ..Lebenserinnerungen“  ergötzlich
geschildert,  auf  welche  Art  diese  Vergrößerung  damals  vor  sich
ging.  Danach  hatte  sich  Lambert  Bachem  erboten,  „innerhalb
zehn  Tagen“  auf  das  Hinterhaus,  in  dem  die  Druckerei  sich
befand,  ein  Stockwerk  zu  setzen,  „um  einen  Raum  für  15  bis
20  Setzer  herzustellen.  Letzteres  Anerbieten  klang  im  Ohre  des
Fremdlings  einigermaßen  abenteuerlich  weil  er  noch  nicht  wußte,
wie  schnell  man  in  Köln  baute.  Die  Arbeit  war  freilich  liederlich
genug,  doch  darauf  kam  es  im  gegebenen  Falle  nicht  an.“  Mit
der  Erbauung  wurde  „bereits  am  Dienstag  nachmittag  begonnen,
nachdem  vormittags  die  Verabredung  mit  dem  Besitzer  endgültig
sich  abgeschlossen.  Die  Redaktion  erhielt  drei  Räume;  ein  zweifenstriges ­
  Zimmer,  zwei  Klafter  breit,  drei  Klafter  tief,  acht
Schuh  hoch,  nebst  einer  Kammer,  die  halb  so  groß  war,  und
einem  rückwärtigen  Gemach  für  die  Korrektoren  .  .  .“
Gemäß  den  Aufzeichnungen  des  Herrn  Franz  Zündorf.  der  1860  als
Lehrling  in  das  Geschäft  eintrat,  sprang  die  südlich  des  Hauses  gelegene
Jesuitenapotheke  (Nr.  18)  gegen  Nr.  20  etwa  anderthalb  Meter  in  die  Straße
vor,  so  daß  zwischen  dem  Eingang  zur  Druckerei  und  der  Apotheke  ein
kleiner  Winkel  gebildet  war.  Nachdem  die  Apotheke  ein  neues  Heim
gegenüber,  An  den  Dominikanern,  gefunden  hatte,  war  auch  dieses  Haus
von  Lambert  Bachem  gemietet  und  die  unteren  Räume  als  Zeitungssetzerei,
die  oberen  zu  Zwecken  der  Schriftleitung,  der  Werksetzerei  und  als
Wohnung  für  den  Faktor  (Druckereileiter)  Münze'eingerichtet  worden.
Gleich  beim  Eintritt  in  das  alte  Haus  standen  nach  der  Zündorfschen
Beschreibung  rechts  und  links  hohe  Bretterverschläge  mit  Büchern  des
Verlags.  Links  zwischen  diesen  war  der  Eingang  ins  Kontor.  Dort  saß
im  ersten  Raum  Herr  Robert  Bachem 1 ' 4 ,  der  Korrektor  W.  Ho  st  er
und  ein  Buchhandlungsgehülfe.  Im  zweiten  Raum  hatten  ein  zweiter
namens  Gracklauer  und  ein  junger  Mann  mit  Namen  Thelen  ihren  Platz
sowie  Herr  Steinborn,  der  Leiter  der  in  der  Druckerei  hergestellten
Zeitschrift  „Der  Berggeist“.  Rechts  hinter  dem  Lattenverschlag  (Bücherlager) ­
  war  ein  großes,  düsteres  Gelaß  mit  vergittertem  Fenster  nach  dem
Hof  der  Apotheke,  das  als  Papiervorratskammer  diente.  Daneben  befand
sich  die  Küche,  in  der  die  sehr  geschätzte  Köchin,  die  Traut,  ihres  Amtes
waltete.
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        Neben  der  Küche,  zwei  Stufen  aufwärts,  stand  in  einem  kleinen  Vorbau
nach  dem  Hofe  zu  eine  Holzpresse,  auf  der  morgens  zwischen  10  und
11  Uhr  der  Wechselkurs  für  das  Bankhaus  Stein  gedruckt  wurde.  In
demselben  Raum  saß  der  Zeitungskorrektor  Stadler.  Durch  eine  neben
diesem  „Kapäuschen“  befindliche  Hoftür  kam  man  zum  Eingang  in  die
Buchbinderei,  wo  der  Meister  Dick  mit  2—3  Gehilfen,  einem  Lehrling ­
  und  8—10  Hilfskräften  seines  Amtes  waltete.
Etwa  vier  Meter  hinter  der  Buchbinderei  befand  sich  im  Erdgeschoß
die  Druckerei,  im  ersten  Stock  die  Setzerei  und  darüber  noch  ein  Lager
und  der  Trockenspeicher.  In  der  Druckerei  standen  eine  große  Maschine
für  die  „Kölnischen  Blätter“,  eine  andere  für  den  Werkdruck  und  eine
kleinere,  die  Reichenbachsche,  für  den  Akzidenzdruck.  Außerdem  zwei
Handpressen.  Zu  der  größeren  Maschine  gehörten  je  ein  bis  zwei,  zu
der  kleineren  ein  Raddreher.  Sie  hatten  schwere  Arbeit,  zu  der  manchmal ­
  für  den  an  die  Stunde  gebundenen  Zeitungsdruck  einige  Soldaten
aus  der  nahegelegenen  Artilleriekaserne  (wo  jetzt  die  Hauptpost  steht)
z u  Hilfe  geholt  werden  mußten.
Um  diesen  unsicheren  Zuständen  abzuhelfen,  entschloß  sich  Josef
Bachem  im  Jahre  1860  zur  Anschaffung  einer  neu  erfundenen  Heißluft-,
der  sog.  kalorischen  Maschine.  Der  Volksmund  hatte  rasch  für
sie  die  Bezeichnung  „die  Kalosch“  geprägt;  für  sie  war  zwischen  Buchbinderei ­
  und  Druckerei  im  Hofraum  ein  kleines  Maschinenbaus  aufgeführt
worden.  Die  schwerfällige  Kalosch  vollführte  einen  fürchterlichen  Lärm;
bei  jedem  Hub  gab  es  ein  Geräusch,  als  ob  ein  Hammer  auf  eine  Eisennlatte
  aufschlüge.  Die  Hitze  in  dem  kleinen  Raum  war  fast  unerträglich.
Da  die  Maschine  etwa  anderthalb  Meter  tief  stand,  führte  eine  kleine
Treppe  zu  ihr  hinunter.  In  seiner  freien  Zeit  saß  der  Heizer  Quast  auf
der  oberen  Treppenstufe,  spielte  auf  seiner  Gitarre  und  sang  dazu  —  ein
Idyll,  wie  es  die  gute  alte  Zeit  noch  kannte.
Indes  zeigte  sich  die  Kalosch  als  recht  launisch  und  versagte  bei  dem
stets  wechselnden  Kraftverbrauch  für  die  Druckerei  häufig  den  Dienst.
Das  Undichtwerden  des  Luftkessels  infolge  Ueberhitzung  verursachte
allemal  eine  unangenehme  Betriebsstörung,  die  dadurch  behoben  zu  werden
Pflegte,  daß  die  alten  Handschwengel  wieder  an  die  Presse  angeschraubt
and  mit  Hilfe  eines  wohlgesinnten  Feldwebels  wieder  Soldaten  aus  der
benachbarten  jArtilleriekaserne  herbeigeholt  wurden,  die  für  Geld  und
gute  Worte  die  Herstellung  der  Zeitung  im  Schweiße  ihres  Angesichtes
ermöglichten.
Waren  die  Raumverhältnisse  nach  dieser  Schilderung  im
Jahre  1860  nicht  eben  luxuriös,  so  sollten  sie  um  diese  Zeit  noch
e ine  Einschränkung  erfahren.  Die  großen  Pläne  der  Rheinischen
Eisenbahngesellschaft  hatten  zu  Anfang  der  1850  er  Jahre  die
Anlage  eines  Zentralbahnhofs  nötig  gemacht,  der,  25000  qm  groß.
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        1859  an  die  Stelle  der  wunderschönen  früheren  Gärten  des
Jesuitenkollegs  trat,  die  zur  französischen  Zeit  in  den  städtischen ­
  Botanischen  Garten  ?umgewandelt  worden  waren.  Die
Verkehrsbedürfnisse  erforderten  naturnotwendig  eine  Verbindung
mit  dem  Straßenzug  Unter  Sachsenhausen-Gereonstraße,  zu  der
der  Eisenbahngesellschaft  1857  das  Recht  jder  Enteignung  verliehen ­
  worden  war.  Die  geplante  Bahnhofstraße  durchschnitt
nun  das  Bachemsche  Grundstück  in  recht  unglücklicher  Weise,
so  daß  es  langwieriger  Verhandlungen  bedurfte,  bis  ein  Einvernehmen ­
  erzielt  wurde.  „Nach  zweijährigen  Bemühungen“,
heißt  es  in  einem  Bachemschen  Rundschreiben  aus  dem
Jahre  1861,  „ist  endlich  das  durch  das  Expropriationsgesetz
bedrohte  Verbleiben  meines  Geschäftes  in  dem  seit  zwanzig
Jahren  bekannten  Lokale  (Marzellenstraße  Nr.  20)  für  einstweilen ­
  gesichert.“
Die  alten  Gebäude,  Geschäftshaus  und  Druckerei,  mußten
nun  niedergelegt  und  durch  Neubauten  ersetzt  werden.  Zu
dem  entstehenden  Eckhaus  an  der  Bahnhofstraße  wurde  am
25.  Mai  1861  der  Grundstein  gelegt,  dessen  im  Juni  1906
wieder  zum  Vorschein  gekommene  Urkunde  von  43  Unterschriften ­
  bedeckt  ist.
„Für  die  Dauer  des  Neubaues  meines  Geschäfts-Locals“,  besagt  ein
Plakat,  „verlegte  ich  mein  Comptoir,  so  wie  die  Buchdruckerei  und  Expedition ­
  der  Zeitung:  »Kölnische  Blätter«  in  das  Nebenhaus,  Marzellenstraße ­
  Nr.  18  (früher  Krusesche  Apotheke).“  In  den  Grundstein  wurden
ein  gezeichnetes  Blatt  mit  den  Unterschriften  der  Geschäftsangehörigen
und  des  Maurermeisters  Pet.  Roß,  sowie  Druckmuster  und  eine  Nummer
der  Kölnischen  Blätter  eingelegt.
Von  der  Grundsteinlegung  zu  dem  Druckereigebäude  erzählt  eine
Pergamenturkunde  vom  30.  August  1861,  daß  der  Stein  gelegt  wurde
„von  Joseph  Bachem,  Firma  J.  P.  Bachem,  Verlags-Buchhändler  und
Buchdrucker,  und  seiner  Ehefrau  Catharina  Bachem  geh.  Degen,  in
Gegenwart  ihrer  Kinder  Franz,  Karl,  August  und  Fridolin,  des  Vetters
Robert  Bachem,  des  Redacteurs  der  »Kölnischen  Blätter«  Fridolin
Hoffmann  und  des  ganzen  Geschäftspersonals,  gegenwärtig  aus  sechzig
Personen  bestehend.“
Die  neuen  Gebäude  kamen  in  die  Bahnhofstraße  zu  liegen.
Das  fünfgeschossige,  helle  und  luftige  Druckereihaus  von  etwa
20  m  Frontlänge  und  9  m  Tiefe  konnte  schon  im  nächsten  Jahre
(1862)  bezogen  werden.  Das  Eckhaus  beherbergte  im  Erdgeschoß
das  Ladengeschäft  und  die  Kontorräume  der  Verlagsbuchhandlung
        <pb n="192" />
        171

und  der  Zeitungsexpedition,  auf  den  beiden  Stockwerken  Wohnund
  Schriftleitungsräume.
Die  alte  „Kalorische“  hatte  den  Umzug  nicht  mitgemacht;  sie
war  an  ein  Bergwerk  verkauft  worden.  In  dem  Neubau  besorgte
eine  Piedboeuf-Dampflokomobile  von  4  PS,  die  im  Keller  aufgestellt ­
  war,  den  Antrieb.

Geschäftshaus  und  Buchdruckerei  von  1861/62  bis  1889.

In  dem  Druckersaal  des  neuen  Gebäudes  im  Erdgeschoß  gesellten ­
  sich  zu  den  vorhandenen  zwei  Schnellpressen  —  eine
Siglsche  war  nach  der  Unterdrückung  der  Deutschen  Volkshalle
an  J.  Kammann  in  Köln  für  den  Druck  seiner  Kölnischen  Handelszeitung ­
  „Allgemeiner  Anzeiger  für  Rheinland-Westfalen“  verkauft
worden  —  noch  zwei  neue,  und  die  Zahl  der  Handpressen  erhöhte
sich  auf  drei.  Diese  beiden  von  der  Firma  König  &amp;amp;  Bauer  gelieferten ­
  Schnellpressen  sowie  zwei  Handpressen  sind  noch
heute  in  Betrieb.  Das  erste  Stockwerk  nahm  die  Zeitungs-  Werkund
  Akzidenzsetzerei  ein,  im  zweiten  war  die  Buchbinderei  unter
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        der  Leitung  des  Meisters  Bölling  untergebracht,  und  auf  dem
dritten  Stockwerk  befand  sich  außer  einer  Abteilung  der  Werksetzerei ­
  ein  Papierlager;  ein  viertes  Stockwerk  enthielt  endlich
das  Bücherlager.
Als  Faktor  war  damals  Gottlieb  Münze  tätig,  unter
dem  für  die  Zeitung  die  Metteure  Jakob  Gerard  und  Georg
Müller  nebst  sechs  Setzern,  für  den  Werk-  und  Akzidenzsatz
acht  Setzer,  darunter  Jakob  Halter,  und  zwei  Lehrlinge  arbeiteten.
Die  erfreuliche  Entwicklung  der  Kölnischen  Blätter  und  der
Verlagsbuchhandlung,  die  die  Anforderungen  an  die  Leistungsfähigkeit ­
  der  Buchdruckerei  erhöhten,  machten  deren  weitere
Ausdehnung  notwendig.  Deshalb  kaufte  Josef  Bachem  im  Jahre
1868  das  Nachbargrundstück  Marzellenstraße  24  an,  das  bei  8  m
Breite  eine  gleiche  Tiefe  aufwies.  Im  nächsten  Jahre  entstand
auf  dem  Grundstück  ein  Gebäude,  das  im  Erdgeschoß  den  Versendungsraum ­
  für  die  Zeitung,  in  den  vier  Obergeschossen
Setzereisäle,  Trockenräume  für  die  gedruckten  Bogen  der  Verlagswerke ­
  und  Lagerräume  darbot.
Die  Raumgewinnung  ermöglichte  die  dringend  notwendig  gewordene ­
  Aufstellung  einer  König  und  Bauerschen  Doppel  -
Schnellpresse  für  den  Zeitungsbetrieb  noch  im  Jahre  1871.
In  den  beiden  nächsten  folgten  weitere  zwei  Schnellpressen  aus
der  Maschinenfabrik  Johannisberg  für  die  Herstellung  von  Akzidenzarbeiten. ­
  Eine  dieser  Maschinen  ist  noch  in  Betrieb.  Die  Anschaffung ­
  einer  sechspferdigen  Dampflokomobile  war  nunmehr
eine  Notwendigkeit  geworden.
Der  mächtige  wirtschaftliche  Aufschwung  in  dem  neu  errichteten ­
  Deutschen  Reiche  und  die  kraftvolle  Entwicklung  der
rheinisch-westfälischen  Industrie  blieb  nicht  ohne  befruchtende
Einwirkung  sowohl  auf  das  Buchdruckereigewerbe  wie  auf  die
Zeitungsbetriebe.  Die  Auflage  der  Kölnischen  Volkszeitung  war
anfangs  der  1870er  Jahre  auf  8000  gestiegen;  die  Bogenzahl
mußte  vermehrt  werden,  und  1874  war  der  Zeitpunkt  gekommen,
wo  die  Druckerei-Einrichtung  den  Anforderungen  der  Zeitung  nicht
mehr  genügte.  Josef  Bachem  entschloß  sich  daher  zur  Aufstellung
einer  sog.  vierfachen  Schnellpresse,  die  für  20775  M.  aus
der  Maschinenfabrik  C.  Hummel  in  Berlin  bezogen  wurde  und
eine  Bedienung  von  vier  Einlegern  beanspruchte;  sie  lieferte  in
der  Stunde  4000—4200  fertige  Zeitungen,  d.  h.  wenn  alles  klappte,
was  meistens  nicht  der  Fall  war.  Die  Maschine  erwies  sich  als
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        HS  173

ein  wahres  Schmerzenskind.  Als  neue  Kraftspenderin  erforderte
diese  mächtige  Maschine  die  Aufstellung  einer  weiteren  zwölfpferdigen
  stehenden  Dampflokomobile  englischer  Herkunft.  Den
Raum  für  beide  Maschinen  mußte  zum  Schmerze  der  Bachemschen
  Jugend  der  Garten  mit  Hinterhaus  hergeben,  der  im  Winkel
der  beiden  Druckereiflügel  lag  und  nun  einem  Oberlichtsaal  mit
Unterkellerung  geopfert  wurde.
Innere  Umänderungen  in  den  oberen  Geschossen  ermöglichten
die  Vermehrung  des  Setzer-  und  Buchbindereipersonals,  so  daß
die  Kopfzahl  der  Beschäftigten  auf  über  150  stieg.
Das  Aufblühen  von  Handel  und  Gewerbe  blieb  nicht  ohne
günstigen  Einfluß  auf  die  damals  noch  mit  zwei  Setzern  und
zwei  Lehrlingen  arbeitende  Akzidenzabteilung.  Josef  Bachem
sah  dies  bald  ein  und  versuchte  durch  Einstellung  von  Leuten,
die  im  bessern  Akzidenzsatz  Erfahrung  hatten,  die  Abteilung
zu  heben,  was  ihm  auch  in  erheblichem  Maße  gelang.  Unter
diesen  Leuten  zeichnete  sich  besonders  der  Sohn  des  Berliner ­
  Buchdruckereibesitzers  Köpsel  durch  geschickte  Satzzusammenstellungen ­
  und  geschmackvolle  Farbenwahl  aus.  Manche
der  damals  hergestellten  Drucksachen  machten  in  Fachkreisen
berechtigtes  Aufsehen.  Keine  dieser  Arbeiten  ging  aus  dem
Hause,  ohne  daß  Josef  Bachem  mit  kunstsinnigem  Geschmack
und  feinem  ästhetischem  Gefühl  Satzanordnung  und  Farbenwahl
geprüft  und  mit  beraten  hatte.  In  den  Jahren  1875  bis  1880
hoben  sich  die  Leistungen  der  Akzidenzabteilung  derart,  daß
Josef  Bachem  es  wagte,  die  bedeutende  Kunst-  und  Gewerbe-Ausstellung
  zu  Düsseldorf  1880  zu  beschicken.  Die  Anerkennung
für  die  Bemühungen  der  letzten  fünf  Jahre  blieb  nicht  aus.
Den  Erzeugnissen  der  Bachemschen  Offizin  wurde  als  dritthöchste
Auszeichnung  für  graphische  Gewerbe  die  bronzene  Staatsuiedaille
  zuerkannt.  Zu  ihrer  Würdigung  muß  berücksichtigt
werden,  daß  diese  Anerkennung  allein  den  ausgestellten  Kunstund
  Akzidenzdruckarbeiten  galt  im  Gegensatz  zu  den  mit  den
beiden  höheren  Auszeichnungen  bedachten  Firmen,  deren  gewerbliche ­
  und  technische  Gesamtleistungen  gewertet  worden  waren.
Den  Kampf  mit  dem  Satzfehlerkobold  führte  Jakob  Halter,
ein  sehr  befähigter  und  tüchtiger  Mann,  der  auch  die  erste
stilistische  Feilung  der  Vorlagen  besorgte,  mit  vorbildlicher
Gewissenhaftigkeit  und  Pflichttreue  mehr  als  50  Jahre  wirkte  und
als  Goldener  Geschäftsjubilar  in  hohem  Alter  ausschied.
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        174

Mit  dem  Aufstreben  des  Bachemschen  Buchverlags  hob  sich
auch  die  Abteilung  für  Werksatz,  der  lange  Jahre  Heinrich
Knipper  gewissenhaft  verstand.
Der  flotte  Geschäftsgang,  der  zu  Anfang  der  1880er  Jahre  im
Buchdruckereigewerbe  einsetzte,  eröffnete  dem  Akzidenzsatze  und
der  Buchausstattung  ein  weites  Feld  kunstgewerblicher  Betätigung.
Josef  Bachem  geizte  nicht  mit  Anschaffungen  und  stattete  die
Druckerei  mit  einer  reichen  Auswahl  an  Schriften  und  Ziermaterial
aus.  Eine  tüchtige  Kraft  kam  ihm  hierbei  zu  Hilfe,  die  dem  an
der  Schwelle  des  Alters  stehenden  Faktor  Münze  zur  Seite  trat,
nachdem  Robert  Mannewitz,  ein  tüchtiger  Fachmann,  als
zweiter  Faktor  vorübergehend  tätig  gewesen  war.  Anfang  1882
trat  Philipp  Messenzehl  ein,  geboren  in  Stuttgart,  der  in
süddeutschen  Druckereien  tüchtige  Fachkenntnisse  erworben
hatte.  Mit  seinem  lebhaften  Temperament  widmete  er  sich  mit
Feuereifer  seiner  neuen  Aufgabe.  Sein  künstlerisches  Streben  und
sein  feinsinniger  Geschmack  harmonierten  in  glücklicher  Weise  mit
demjenigen  Josef  Bachems.  Gehoben  wurden  seine  originellen
Schöpfungen  durch  lebhafte  Farbengebung.  Der  Ruf  der  Firma
breitete  sich  unter  seiner  Leitung  dergestalt  aus,  daß  in  kurzer
Zeit  für  die  Akzidenzdruckerei  eine  Schnellpresse  und  drei  Tiegeldruckpressen ­
  —  kleine,  gedrungen  gebaute  Maschinen  amerikanischer ­
  Erfindung,  wobei  an  Stelle  der  Zylinder  bewegliche
Tiegel  in  Aufnahme  gekommen  waren  —  angeschafft  werden
mußten.  Als  Gottlieb  Münze  am  18.  Januar  1884  starb,  trat
Messenzehl  als  erster  Faktor  an  seine  Stelle,  bis  er  drei  Jahre
später  einem  Rufe  als  Geschäftsführer  einer  Berliner  Großdruckerei ­
  folgte.
Im  Sommer  1885  war  Josef  Bachems  dritter  Sohn  Fridolin,
der  seit  1879  seine  Studien-  und  Ausbildungsjahre  in  hervorragenden ­
  Berliner  und  Leipziger  Druckereien  verlebt  hatte,  heimgekehrt, ­
  um  die  Geschäftsführung  der  Druckerei  zu  übernehmen.  Der
Unzulänglichkeit  der  Betriebskraft  half  er  zunächst  durch  Aufstellung ­
  einer  20pferdigen  liegenden  Dampfmaschine  und  eines
Röhrenkessels  neuester  Konstruktion  ab.  Dies  gab  der  Weiterentwicklung ­
  der  Druckerei  nach  zwei  Richtungen  hin  neuen
Aufschwung.  Für  den  Kunst-  und  Akzidenzdruck  wurde  1886  eine
großformatige  schwergebaute  Bilderdruckmaschine  von  König  &amp;amp;
Bauer,  besonders  zum  Druck  illustrierter  Verlagswerke  und
Geschäftskataloge,  und  in  den  Jahren  1888,  1890  und  1891  je  eine
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        Akzidenzmaschine  aus  der  Maschinenfabrik  Augsburg  erworben.
Für  die  erstere  bot  die  illustrierte  Lebensgeschichte  Leos  XIII.
von  O’Reilly  Gelegenheit,  ihre  Leistungsfähigkeit  zu  beweisen.  Bis
zum  Einband  ging  das  Werk  1887  aus  dem  eigenen  Betriebe  hervor.
Zwei  weitere  vervollkommnete  Tiegeldruckmaschinen  erhöhten
die  Maschinenzahl  auf  16.  Die  damit  Hand  in  Hand  gehende
Vermehrung  des  Akzidenz-  und  Werksetzerpersonals  wie  eine
Vergrößerung  der  Buchbinderei  wurde  durch  Schaffung  neuer
Arbeitssäle  durch  innere  Umbauten  ermöglicht.
In  den  1880  er  Jahren  stellte  der  Zeitungsbetrieb  an  die
Druckerei  erhebliche  Anforderungen,  besonders  nach  der  Formatvergrößerung ­
  der  Kölnischen  Volkszeitung  im  September  1886.
Die  Erhöhung  ihrer  Auflage  machte  dann  die  Aufstellung  einer
Rotationsmaschine  wünschenswert.  Die  Firma  Hummel
in  Berlin  lieferte  im  September  1887  für  21000  Mark  einschließlich
Stereotypie-Einrichtung  die  erste  dieser  Maschinen.  Am  27.  September ­
  trat  sie  für  die  Herstellung  der  KV  in  Tätigkeit.  Die
Maschine  lieferte  aus  dem  endlosen  Papier  die  auf  beiden  Seiten
fertig  bedruckte  und  gefalzte  Zeitung  in  einer  Schnelligkeit  von
10000  Drucken  in  der  Stunde  (gegenüber  1000  der  Schnellpresse).
Die  Einführung  der  Rotationsmaschine  in  den  Betrieb  hatte
die  Einrichtung  einer  Stereotypie  zur  Voraussetzung,  deren
Wesen  bekanntlich  darin  besteht,  daß  nicht  von  dem  aus  einzelnen ­
  Buchstaben  bestehenden  Satz  gedruckt,  sondern  eine
weiche  feuchte  Papiermater  mit  der  Bürste  in  die  Satzform  eingeschlagen ­
  wird,  so  daß  sich  das  Satzbild  in  der  Mater  genau
wiedergibt.  Diese  wird  nach  Trocknung  und  dadurch  entstehender ­
  Erhärtung  in  einem  entsprechenden  Gießinstrument  mit  Metall
(Mischung  von  Blei,  Zinn  und  Antimon)  ausgegossen  und  dann  die
entstandene  flache  oder  (für  den  Zylinderdruck  notwendige)  halbrunde ­
  Metallplatte  in  die  Maschine  gebracht.  Das  Verfahren  wird
zur  Herstellung  hoher  Auflagen  benutzt,  um  die  Satztypen  zu
schonen  und  muß  beim  Rotationsdruck  angewandt  werden,  weil
diese  die  runde  Form  der  Druckplatte  verlangt,  die  auf  den  Druckzylinder ­
  festgeschraubt  wird.
Ein  kleiner  Fahrstuhl  befördert  die  Druckplatten  zur  Rotationsdruckerei, ­
  wo  der  Maschinenmeister  in  kurzer  Zeit  die  Platten
an  den  Zylinder  anklemmt.  Die  Bedienung  einer  Maschine  von
so  verwickelter  Zusammensetzung,  wie  die  Rotationsmaschinen
sind,  erfordert  größte  Aufmerksamkeit,  gediegenste  Fachkenntnis,
        <pb n="197" />
        i

Umsicht  und  Gewandtheit.  Das  Reißen  des  Rollen-Papiers,  das
nicht  immer  gleichmäßig  beschaffen  ist,  ist  eine  der  häufigsten
Plagen  des  Druckers.
Die  Einführung  der  Rotationsdruckerei  brachte  wieder  erhöhte
Anforderungen  an  die  Raumverhältnisse  mit  sich.  Für  die  S  t  e  r  e  otypie
  waren  helle  und  luftige  Räume  im  Untergeschoß  notwendig.
Aber  auch  die  Setzer-  Druckerei-  und  Schriftleitungsräume  erheischten ­
  dringend  Erweiterung.  Deshalb  kaufte  Josef  Bachem  am
30.  September  1887  das  Engelssche  Nachbarhaus  Bahjnhofstraße
  3  an,  dessen  Vorderhaus  vom  Mai  1889  bis  August  1890  in
seinen  beiden  untersten  Geschossen  zu  Büroräumen  der  Akzidenz-Buch-
  und  Kunstdruckerei,  in  seinen  Obergeschossen  zur  Erweiterung ­
  der  Zeitungssetzerei  und  Buchbinderei  umgebaut  wurde.  Nach
hinten  nahm  ein  viergeschossiger  Anbau  im  Erdgeschoß  und  ersten
Stockwerk  Maschinensäle,  in  den  beiden  Obergeschossen  zwei
Werksetzersäle  auf.  Der  Oberlichtsaal  war  schon  im  Jahre
1886  vergrößert  worden,  und  nun  konnte  |auch  die  Stereotypie
in  einen  größeren  und  luftigeren  Raum  auf  dem  ersten  Stock  des
alten  Querflügels  unter  der  Zeitungssetzerei  verlegt  und  maschinell
vervollkommnet  werden.
Das  Eckhaus  Bahnhofstraße  und  Marzellenstraße  erhielt  gleichzeitig ­
  (1889)  ein  drittes  Stockwerk,  in  das  die  Schriftleiter  der
Blätter  am  10.  Februar  1890  einzogen.  Im  Erdgeschoß  konnte  am
8.  November  desselben  Jahres  ein  modern  eingerichteter  Annahmesaal ­
  mit  fünf  Schaltern  für  die  Zeitung  eröffnet  werden,  und  vom
1.  Januar  1891  bot  ein  sog.  Freisaal  Gelegenheit  zum  Lesen,
Schreiben  und  Nachschlagen  in  Adreß-  und  sonstigen  Auskunftsbüchern. ­
  Das  erste  Stockwerk  gab  [einem  großen  Raum  der
Buchverlagsabteilung  Unterkunft.
Nach  Vollendung  dieser  durchgreifenden  Umgestaltung  konnten
1890  'nicht  nur  eine  zweite,  besonders  für  den  Local-Anzeiger
bestimmte  Rotationsmaschine  aus  der  Maschinenfabrik
König  &amp;amp;  Bauer  untergebracht,  sondern  auch  für  die  Akzidenzdruckerei ­
  in  den  Jahren  1891,  93,  96  je  eine  Johannisberger
Schnellpresse  und  1894  und  96  je  eine  große  Tiegeldruckpresse
von  Rockstroh  &amp;amp;  Schneider  aufgestellt  werden.  Ein  zweiter
liegender  Röhrendampfkessel 6S  und  eine  zweite  25  pferdige  stehende
Dampfmaschine  erhöhten  die  Betriebskraft.  Durch  die  Aufstellung ­
  der  zweiten  Rotationsmaschine  wurde  die  bisher  als
Reserve  für  die  Zeitung  belassene  vierfache  Flachdruckmaschine
        <pb n="198" />
        ^  177

überflüssig.  Hummel  hatte  sie  gegen  die  erste  Rotationsmaschine
in  Gegenrechnung  genommen  und  als  Altmaterial  verkauft.  An
dem  Vormittag,  an  dem  mit  der  Abmontierung  der  Vierfachen
begonnen  werden  sollte,  erschienen  einige  handfeste  Männer  mit
schweren  Zuschlaghämmern  und  machten  aus  der  Maschine
„Kleineisen“.  Das  unglückliche  Monstrum  sank  innerhalb  einiger

Geschäftshaus  und  Buchdruckerei  von  1889  bis  1902.

Stunden  zu  einem  Haufen  Schrot  zusammen,  ein  Althändler
entführte  dann  mit  seinem  Karren  die  traurigen  Reste.  Kein
Mensch  hat  dieser  Maschine  nachgeweint.  Etwas  erleichtert
freute  man  sich  über  den  freigewordenen  schönen  Platz.
Die  Zahl  der  beschäftigtenPersonen  betrug  im  Jahre
1891  250,  an  Maschinen  waren  im  Betrieb:  2  Rotationshiaschinen,
  1  Doppelschnellpresse,  13  Schnellpressen,  28  Hilfsmaschinen, ­
  2  Dampfmaschinen  mit  40  PS.
Seit  1884  lag  und  liegt  heute  noch  die  Leitung  der  Zeitungssetzereien ­
  in  den  Händen  von  J  o  h.  Rings,  eines  hierfür
100  Jahre  J.  P.  Bachem.  fr
        <pb n="199" />
        hervorragend  geeigneten  Mannes  von  seltenen  Geistesgaben.  Wer
die  aufreibende  Tätigkeit  in  einer  Zeitungsdruckerei  kennt,  wo  mit
halben  Minuten  gerechnet  zu  werden  pflegt,  der  weiß,  welch  eine
Aufgabe  der  leitende  Metteur  Stunde  für  Stunde  zu  lösen  hat.
Seit  der  Gründung  des  Local-Anzeigers  1887  führte  in  dessen
Setzerei  Theod.  Schumacher  das  Szepter,  der  1916  in  den
wohlverdienten  Ruhestand  trat.  Rings  und  Schumacher  hatten
beide  ihre  technische  Ausbildung  und  Reife  im  Hause  erlangt.
Das  im  Jahre  1898  eingeführte  Dritte  Blatt  der  Kölnischen
Volkszeitung  machte  eine  weitere  Vergrößerung  der  Setzerzahl
und  damit  eine  fernere  Raumvermehrung  notwendig,  die  durch
Benutzung  des  1880  neu  erbauten,  bisher  Privatzwecken  dienenden
Hauses  Marzellenstraße  2H  erreicht  wurde.  Zwei  Jahre  später
hielt  die  dritte  Rotationsmaschine,  aus  der  Hummelschen  Fabrik,
ihren  Einzug.
Nach  dem  Weggange  Messenzehls  Ende  1886  hatte  die  technische ­
  Leitung  zwei  Jahre  lang  in  den  Händen  der  Faktore
E.  Schmidt,  Hajdozy  und  (1887)  R.  Sander  gelegen,  dann
übernahm  sie  am  1.  Mai  1888  Anton  Korn,  der  im  Hause  die
Buch-  und  Akzidenzdruckerei  erlernt  und  seine  fernere  Ausbildung ­
  in  bedeutenden  Berliner  und  Leipziger  Kunst-  und  Akzidenzdruckereien ­
  genossen  hatte.  Tüchtige  typographische  und  betriebstechnische ­
  Fachkenntnisse  vereinigen  sich  bei  ihm  mit  feinem
kunstverständigem  Geschmack  und  geschickter  Zeichnerhand.
Als  Oberfaktor  leitet  er  den  gesamten  technischen  Betrieb.
Die  Druckerei  widmete  sich  von  nun  ab  in  besonderem
Maße  den  für  das  Großgewerbe  erforderlichen  Drucksachen
und  pflegte  besonders  die  Herstellung  illustrierter  Kataloge ­
  und  Prospekte.  Formenfreudigkeit  in  der  Ornamentik
und  harmonisch  abgestimmte  lebhafte  Farbenwirkung  waren  dabei
die  ästhetischen  Richtlinien.  Entsprechend  erfuhr  das  Akzidenzsetzerpersonal ­
  eine  wesentliche  Verstärkung,  und  der  Maschinenpark ­
  wurde  durch  eine  Illustrationsschnellpresse  mit
besonders  feinem  Farbwerk  aus  der  Maschinenfabrik  Johannisberg ­
  vermehrt.  Nicht  vernachlässigt  wurde  dabei  die  Pflege  der
alltäglichen  kaufmännischen  und  gewerblichen  Drucksachen,  vielmehr ­
  hatte  sich  jeder  einzelne  Auftrag,  dem  Grundsätze  der  Firma
getreu,  gleicher  Sorgfalt  in  bezug  auf  geschmackvolle  Druckausführung ­
  zu  erfreuen.  Mit  besonderer  Vorliebe  pflegte  die  Druckerei
die  Herstellung  kunstvoller,  farbenreicher  Diplome,  Hochzeits-
        <pb n="200" />
        drucksachen,  kunstvoll  ausgeführter  Festschriften,  Reklamebroschüren, ­
  Neujahrskarten  u.  dgl.  Von  letzteren  —  „wahre
Kabinettstückchen  typographischer  Kleinkunst  in  vornehmer
Ausführung“  nannte  sie  eine  der  angesehensten  typographischen
Fachzeitschriften  —  wurden  in  einigen  Jahren  bis  zu  2  Millionen
Stück  abgesetzt.  Ihr  Drucker  war  der  Künstler  im  Maschinensaal,
Emil  Gramer,  der  fast  35  Jahre  lang  an  derselben  Maschine,
von  der  er  sich  nicht  trennen  wollte,  mit  stillem  Fleiße  wirkte,
ehe  er  in  hohem  Alter  in  den  Ruhestand  trat.
Als  der  Verlag  die  Herausgabe  der  Bachemschen  Jugendschriften ­
  in  Angriff  nahm  (1895),  wurde  besonders  für  deren
Illustrierung  ein  eigenartiges  Farbendruckverfahren  ersonnen.
Durch  Unterlegen  von  sechs  fein  abgestimmten  Farbtönen  unter
kräftig  konturierte  Autotypien  wurde  sehr  schöne  Wirkung  erzielt.
Eine  Anzahl  Kunstmaler  und  Zeichner  unterstützte  die  Druckerei
hierbei.
Sympathische  Aufnahme  in  der  beteiligten  Finanzwelt  fand
auch  die  besondere  Abteilung  für  den  Wertpapier  druck,  die
manche  Hundertmillionenwerte  an  Anleihescheinen,  Aktien,  Kuxscheinen ­
  und  Kuponbogen  durch  ihre  Pressen  laufen  sah.
Der  Kraftüberschuß  der  Betriebsdampfmaschinen  lieferte  seit
dem  Jahre  1896  die  Energie  für  eine  eigene  elektrische  Beleuchtungsanlage. ­
  Freilich  mußte  an  Wintertagen  eine  besondere
große  Dynamomaschine  mit  eigenem  Kraftantrieb  zu  Hilfe  kommen,
denn  der  Gesamtbedarf  betrug  schon  damals  über  400  Glühlampen.
Das  kaufmännische  Kontor  der  Druckereiabteilung  erhielt
1894  in  dem  Prokuristen  Joh.  Andr.  Seidenberg  eine  selbständige ­
  Leitung.
•X
Anfangs  der  neunziger  Jahre  schon  wurde  erkennbar,  daß  bei
der  fortgesetzten  Entwickelung  der  Geschäftsbetriebe  in  absehbarer ­
  Zeit  die  Räume  an  der  Ecke  der  Bahnhof-  und  Marzellenstraße ­
  nicht  mehr  genügen  könnten.  War  doch  schon  im  Jahre
1893  die  Zahl  der  beschäftigten  Personen  auf  280  gestiegen.  Nach
beiden  Seiten,  Marzellen-  wie  Bahnhofstraße,  war  aber  eine
weitere  Ausdehnungsmöglichkeit  ausgeschlossen;  man  mußte  sich
also  mit  dem  Gedanken  einer  Aufgabe  des  alten  Grundstückes
vertraut  machen.  Die  Bedürfnisse  der  Zeitungen  erforderten,
in  der  Nähe  der  Post  oder  des  Hauptbahnhofs  zu  bleiben.  Deshalb
        <pb n="201" />
        wurde  Anfang  1893  eine  Gelegenheit  benutzt,  ganz  in  der  Nähe
der  alten  Stelle  zwischen  Hauptpost  und  Hauptbahnhof  ein  über
1000  qm  großes  Grundstück  Marzellenstr.  35  zu  erwerben.  Im
Laufe  der  nächsten  Jahre,  bis  1899,  wurden  noch  die  Häuser
Nr.  37,  39,  41,  43  hinzugekauft.  Zur  Ausführung  des  Neubaues
konnte  geschritten  werden,  nachdem  das  an  den  Hofraum  anstoßende
Schulgrundstück  Ursulastraße  Nr.  3  und  11  im  Dezember  1898
von  der  stadtkölnischen  Verwaltung  im  Umtausch  gegen  ein
zweieinhalbmal  so  großes  Grundstück  an  der  Machabäerstraße
und  gegen  bedeutende  bare  Zahlung  erworben  worden  war.  Die
ganzen  zur  Verfügung  stehenden  Grundstücke  waren  2660  qm  groß.
Am  15.  Juni  1899  begann  man  mit  dem  Abbruch  der  genannten
fünf  Häuser  an  der  Marzellenstraße  35  bis  43,  und  am  Samstag
den  29.  Juli  geschah  der  erste  Spatenstich  zu  dem  Neubau,  zu
dem  Regierungsbaumeister  H.  Krings  nach  den  Unterlagen  von
Fridolin  Bachem  die  Pläne  entworfen  hatte.  Die  Bauausführung
übernahm  Architekt  Willi.  Asbach.  Der  Neubau  stellte  an  die
Arbeitskraft  Fridolin  Bachems,  die  durch  den  Druckereibetrieb
sowieso  schon  übrig  genug  in  Anspruch  genommen  war,  außerordentliche ­
  Anforderungen,  da  ja  auch  weitausschauend  der  Neubau ­
  für  viele  Jahre  dem  stark  aufstrebenden  Geschäfte  ein  Heim
werden  sollte.  Dank  der  großen  Umsicht  und  unermüdlichen
Arbeitskraft  Fridolin  Bacheras  war  der  Bau  am  2.  November
1900  so  weit  gefördert,  daß  die  Schriftleitungen  der  KV  und  des
LA,  Setzerei,  Druckerei  und  Verlagsgeschüftsraum  der  beiden
Blätter  in  den  fünfgeschossigen  Hinterbau  einziehen  konnten,  wo
der  anstoßende  Hof  der  Hauptposthalterei  die  günstigsten  Lichtverhältnisse ­
  verbürgte.  Das  Abendblatt  dieses  Tages  wurde  noch
im  alten  Hause  hergestellt,  während  die  Morgenausgabe  von
Samstag  den  3.  November  schon  im  Neubau  redigiert,  gesetzt,
stereotypiert  und  gedruckt  wurde.
Die  Geschäftsstellen  der  Zeitungen  blieben  noch  bis  zum
9.  Februar  1901  in  dem  alten  Hause,  an  welchem  Tage  sie  den
Vorderbau  des  neuen  Hauses  mit  dem  dreifach  vergrößerten
Freisaal  bezogen.  Dann  nahmen  die  Drucksachen-Annahme,
der  Buchverlag  und  der  Handverkauf  der  Verlagsbuchhandlung
sowie  die  Hauptkasse  im  Herbst  des  Jahres  Besitz  von  dem  nördlichen
Teile  des  Vorderbaues,  der  am  10.  November  besetzt  war.  Im
Herbst  1901  siedelten  außerdem  die  Akzidenz-  und  Werk-Druckerei,
sowie  die  Buchbinderei  in  den  Nordflügel  über,  wo  Säle  von
        <pb n="202" />
        etwa  je  400  qm  Flächeninhalt  eine  übersichtliche  Aufstellung  von
Maschinen,  Regalen  und  Arbeitstischen  gestattete.  Der  Bau  auf
dem  Grundstück  des  anstoßenden  Hauses  Ursulastr.  3  konnte
erst  im  Herbst  1901  fertiggestellt  werden,  weil  zuvor  die  Ersatzschule ­
  errichtet  werden  mußte.

Der  Neubau  Marzellenstraße  35—43.

Die  Schauseite  des  dreigeschossigen  gotischen  Baus  wurde  in  Heilbronner
  Sandstein  mit  Tuffblendung  in  den  Formen  des  altkölnischen
Uebergangsstils  ausgeführt.  Die  Außenfront  zieren  Standbilder  des  h.  Josef,
des  Namenspatrons  des  Gründers  der  KV,  ferner  solche  von  Johann  Gutenberg, ­
  dem  Erfinder  der  Buchdruckerkunst,  und  Ulrich  Zell,  dem  ersten
Kölner  Buchdrucker,  schließlich  die  Wappen  der  Familie  Bachem,  der
Buchdruckerkunst  usw.
Die  Größe  des  Grundstücks  erlaubte  die  Anlage  eines  geräumigen
Binnenhofs  zur  Belichtung,  aut  dem  sieh  der  31  m  hohe  Kamin  erhebt.
Darunter  bieten  zwei  Kellergeschosse  Lagerräume  für  Rollen-  und  Flachdruckpapiere ­
  sowie  für  Zeitungen  und  Verlagsbücher.  Lichtschächte  im
Binnenhofe  versorgen  beide  Keller  mit  Tageslicht.
Im  Straßenflügel  wurden  die  Geschäftsstellen  der  Zeitungen,
der  Verlagsabteilung  und  der  Akzidenz-  Buch-  und  Kunstdruckerei  untergebracht. ­


Die  D  ampfkraftanlage,  bestehend  aus  zwei  Cornwallkesseln  von
Je  65  qm  Heizfläche,  fand  unter  dem  Binnenhofe  ihren  Platz,  daneben
sehr  geräumige  Kohlenbunker,  die  vom  Hof  aus  gefüllt  werden.  Um  die
Nachbarschaft  vor  Ruß-  und  Flugaschebelästigung  zu  schützen,  ist  der
Schornstein  mit  den  Dampfkesseln  durch  einen  15  m  langen,  2  m  hohen
un d  1,2  m  breiten  Fuchs  mit  Querschotten  als  Rauchfang  verbunden.  Die
von  der  Maschinenbauanstalt  Humboldt  gelieferte  hundertpferdige  Verbundmaschine ­
  mit  Ventilsteuerung  und  Kondensation  hat  neben  den  Dampfkesseln ­
  ihren  Platz  im  Mittelpunkt  der  ganzen  Gebäudeanlage  erhalten.
Bie  von  der  Elektrizitäts-A.-Ges.  Helios  in  Köln-Ehrenfeld  umgebaute
und  erweiterte  elektrische  Station  bestand  außer  den  drei  im  alten
Sau  tätigen  Siemens  &amp;amp;  Halske-Dynamomaschinen  von  180,  68  und  64
Ampere  aus  einer  neuen  Helios-Maschine  mit  200  Ampere;  sie  speicherte
den  Tageskraftüberschuß  der  Dampfmaschine  in  zwei  Akkumulatoren-Batterien
  für  die  Abendstunden  auf.
Das  Erdgeschoß  des  West  flügels  (Zeitungsdruckerei)  beherbergte
den  geräumigen  Rotationsmaschinen-  und  den  daneben  gelegenen  Versendungssaal; ­
  darüber  befanden  sieh  die  Stereotypie  und  das  Zimmer
des  Oberfaktors  bezw.  die  technische  Betriebsleitung,  der  kaufumnnische
  Betrieb  der  Druckerei,  Zimmer  des  Krankenkassenführers
        <pb n="203" />
        k

und  Ansprachzimmer.  Der  ganze  zweite  Stock  wurde  für  das  Zeitungskontor ­
  (vgl.  S.  111)  und  die  Räume  für  die  Schriftleitungen  der  KV
und  des  LA  eingerichtet.  Der  dritte  Stock  und  dazu  ein  Teil  des  dritten
Stockes  vom  Nordflügel  war  den  Zeitungssetzereien  der  KV  und
des  LA  eingeräumt,  im  vierten  wurden  Räume  für  Verlagslager  und  für
die  «Bücherei  der  fSchriftleitung  bestimmt,  und  das  Speichergeschoß
diente  als  Verlagslager  für  Rohdruckbogen.

Neue  Geschäftshäuser  erbaut  1900—1902.

Der  Nordflügel  (Akzidenz  -  und  Werkdruckerei)  nebst  einem
rechtwinkligen  Anbau  nahm  im  Erdgeschoß  die  Buchbinderei  auf,
im  ersten  Stock  die  Flachdruckmaschinen  (16  Schnellpressen  und  sechs
Tiegeldruckpressen).  Die  Akzidenz-  und  Werksetzerei  fand  im
zweiten  Stock  Unterkunft,  während  der  dritte  teils  zur  Local-Anzeiger-Setzerei
  eingerichtet  wurde.  Das  Dachgeschoß  diente  zu  Lagerräumen
für  Rohdrucke  u.  dgl.
Die  hydraulischen  Fahrstühle  aus  der  Maschinenfabrik  Leo  Hopmann
in  Köln-Ehrenfeld  besorgen  die  Beförderung  der  Druckereimaterialien,
darunter  einer,  der  die  Zeitungs-Setzerei  mit  der  Stereotypie  und  Rotationsdruckerei ­
  verbindet.  Der  größte  mit  1  */z  X  2  m  Bodenfläche  führt  aus  dem
tiefsten  Keller  des  Nordflügels  bis  zum  höchsten  Speichergeschoß.  Das
Druckwasser  wie  auch  solches  zu  Waschzwecken  liefert  eine  eigene  Haus-
        <pb n="204" />
        Wasserleitung  aus  einem  Brunnen  des  Grundstücks,  lieber  dem  Treppenhaus ­
  des  Mittelbaues  ist  ein  Behälter  von  25000  1  Inhalt  dazu  angebracht,
in  den  das  Wasser  hinaufgepumpt  wird.
Der  Feuersicherheit  und  Standfestigkeit  wegen  ist  das  ganze  Geschäftsund ­
  Druckereigebäude  in  Eisen,  die  Decken  mit  zwischengespannten  Betonwölbungen ­
  ausgeführt.
Das  alte,  936  qm  große  Eckgrundstück  Marzellen-  und  Bahnhofstraße
ging  mit  dem  1.  Oktober  1905  in  das  Eigentum  einer  Kölner  Baufirma
über,  die  darauf  das  City-Hotel,  das  jetzige  Hotel  Kronprinz,  errichten  ließ.

Die  außergewöhnlichen  Anforderungen  an  Arbeitskraft,  die
mit  der  Errichtung  des  Neubaues  verbunden  waren,  blieben  nicht
ohne  schädlichen  Einfluß  auf  den  Gesundheitszustand  von  Fridolin
Bachem,  so  daß  er  Ende  1900  zu  seiner  Erholung  längere  Zeit
dem  Betriebe  fern  bleiben  mußte.  Dabei  verschlimmerte  sich  ein
bereits  früher  aufgetretenes  Augenleiden  derart,  daß  er  gezwungen
war,  seine  liebgewonnene  Tätigkeit  aufzugeben.  Robert  Bachem
trat  trotz  der  bereits  auf  ihm  ruhenden  großen  Arbeitslast  in
der  kaufmännischen  Leitung  und  in  den  Geschäftsstellen  der
Zeitungen  an  die  Stelle  seines  Bruders,  und  Franz  X.  Bachem
übernahm  wieder  den  ganzen  Buchverlag.
Bei  Errichtung  und  Ingebrauchnahme  des  Neubaues  konnten
die  Firmainhaber  annehmen,  daß  die  Raumverhältnisse  den
Bedürfnissen  für  eine  Reihe  von  Jahren  vollauf  entsprochen
hätten.  Dem  war  nicht  so.  Da  durch  die  Verlegung  der  Erscheinungszeit ­
  des  Kölner  Local-Anzeigers  das  Bedürfnis  für
eine  weitere  Rotationsmaschine  sich  geltend  machte,  erwies
sich  die  Rotationsdruckerei  als  zu  klein.  Im  Jahre  1903
begann  bereits  das  Umbauen.  Die  erste  Zwillingsrotationsmaschine ­
  wurde  von  Koenig  und  Bauer  geliefert.  Die  Maschine
war  für  zweierlei  Formate  gebaut  und  besaß  zwei  Ausgänge,
so  daß  sie  auch  die  Arbeit  von  zwei  getrennten  einfachen
Maschinen  übernehmen  konnte.  Die  Vielseitigkeit  dieser  Maschine
hat  sich  im  Laufe  der  Jahre  gut  bewährt.  Da  die  Maschine
18  PS  als  Antriebskraft  beanspruchte,  erwies  sich  der  als
Reserve-Betriebskraft  aufgestellte  stehende  Gasmotor  als  zu
schwach,  und  es  wurde  unter  Anschluß  an  das  städtische  Elektrizitätsnetz ­
  ein  von  der  Firma  Geist  gebauter  40  PS  Elektrom
 °tor  aufgestellt,  welcher  in  Zeiten,  wo  die  Dampfkraftanlage
        <pb n="205" />
        ruhte,  den  gesamten  Antrieb  für  die  Rotationsdruckerei  übernehmen ­
  konnte.
Der  schnell  wachsende  Umfang  der  KV  bedingte  ausgedehntere
Arbeitsräume.  Im  Jahre  1909  entschloß  sich  die  Firma  zum  Ankauf ­
  des  561  qm  großen  Betzlerschen  Grundstückes  Marzellenstraße ­
  31/33.  Die  Hintergebäude  des  Betzlerschen  Hauses  wurden
mit  dem  Westflügel  der  Druckerei  verbunden.  Die  Keller  waren
willkommene  Lager  für  eine  notwendige  Vergrößerung  des
Zeitungspapier-Rollenlagers.  Das  Erdgeschoß  erhielt  eine  Hofüberdachung ­
  und  wurde  zum  neuen  Zeitungs-Versendungsraum.
Der  erste  Stock  wurde  zu  Kontorzwecken  eingerichtet,  während
das  zweite,  sehr  hohe  Stockwerk  zu  einem  70  qm  großen  zeitgemäß ­
  ausgestatteten  S  i  t  z  u  n  g  s  s  a  a  1  für  die  regelmäßig  wöchentlich ­
  stattfindende  Redaktions-Konferenz  usw.  umgewandelt  wurde.
Die  Rotationsdruckerei  folgte  durch  weitere  Einstellung  von
Druckmaschinen  dem  schnellen  Aufschwung  der  Kölnischen
Volkszeitung  und  des  Kölner  Local-Anzeigers.  In  den  Jahren
1907  und  1909  wurden  je  eine  Vierseiten-Maschine  für  die  KV,
in  den  Jahren  1909  und  1911  je  eine  Pony-Zwillingsmaschine
für  den  LA,  alle  von  Koenig  und  Bauer,  geliefert,  so  daß  der
Rotationsbetrieb  der  Firma  jetzt  aus  fünf  einfachen  und  drei
Zwillingsmaschinen  besteht.  Eine  weitere  einfache  Vierseiten-Maschine
  für  die  KV  befindet  sich  bei  der  genannten  Firma  noch
im  Bau.
Diese  kaum  vorherzusehende  rasche  Ausdehnung  der  Zeitungsdruckerei ­
  stellte  an  den  Kraftbetrieb  große  Anforderungen.  Man
schritt  daher  zur  Anschaffung  einer  weitern  großen  Dampfmaschine. ­
  Deren  Aufstellung  bedingte  sehr  schwierige  Vorarbeiten. ­
  Der  Grundstein  zum  Unterbau  der  Maschine  konnte
gerade  in  dem  Augenblick  gelegt  werden,  als  Kaiser  Wilhelm  II.
am  22.  Mai  1911  unter  dem  Geläute  der  Kirchenglocken  zur
Einweihung  der  Hohenzollernbrücke  der  Stadt  Köln  einen  Besuch
abstattete.  Am  13.  Oktober  1911  wurde  die  von  der  Maschinenfabrik ­
  Gebrüder  Sulzer  in  Ludwigshafen  gelieferte  170  PS-Maschine
dem  Betrieb  übergeben,  womit  die  gesamte  Kraftanlage  auf
350  PS  gebracht  wurde.
Diese  neue  starke  Kraftquelle  bot  Gelegenheit,  die  Erzeugung
der  Elektrizität  ebenfalls  zu  erweitern.  Den  bereits  stehenden
vier  Dynamos  mit  zusammen  etwa  730  Amp.  Erzeugung  ward
eine  neue  600  Amp.  Dynamomaschine  zugefügt,  nebst  der
        <pb n="206" />
        Schaltanlage  von  der  Firma  Geist,  Köln-Zollstock,  geliefert.
Jetzt  war  der  Betrieb  derart  eingerichtet,  daß  eine  dreifache
Sicherheit  vorhanden  war  sowohl  für  die  Zeitungs-  als  auch
für  die  Werk-  und  Akzidenz-Abteilung.  Im  Laufe  der  Jahre  hat
sich  mehrfach  gezeigt,  wie  wichtig  für  einen  großen  Zeitungsbetrieb ­
  solche  Sicherheiten  sind,  um  auf  alle  Fälle  das  rechtzeitige ­
  Erscheinen  der  Zeitungen  zu  ermöglichen.
Zu  diesen  Sicherheiten  gehörte  auch  die  Anpassung  der
Zeitungssetzerei  an  die  vermehrten  Ansprüche  der  Zeitungsleser.
Wenn  bis  dahin  die  Setzmaschine  im  Zeitungsbetriebe  der
Firma  nicht  eingeführt  war,  so  war  dies  hauptsächlich  aus
sozialen  Rücksichten  geschehen,  um  den  Handsetzern  den  Lebensunterhalt ­
  durch  Fortnahme  der  Arbeit  nicht  zu  erschweren.
Die  von  Jahr  zu  Jahr  auf  einen  kürzern  Zeitraum  zusammengedrängte ­
  tägliche  Satzleistung  ließ  jedoch  im  Jahre  1911  die
Durchführung  des  erwähnten  Grundsatzes  nicht  länger  zu.  Zunächst ­
  gelangten  drei  Ideal-Setzmaschinen  der  Mergenthaler
Setzmaschinenfabrik  zur  Aufstellung,  die  aber  nach  einigen
Monaten  gegen  drei  Doppelmagazin-Zweibuchstaben-Maschinen
derselben  Fabrik  umgetauscht  wurden.  Eine  Entlassung  von
Handsetzern  wurde  vermieden.  Die  Zeitungssetzerei  war  nun
in  der  Lage,  die  Satzformen  in  kürzerer  Zeit  fertig  zu  stellen
und  so  noch  manche  für  die  Leser  wertvolle  Nachricht  im
letzten  Augenblick  aufnehmen  zu  können.
Der  Stereotypi{e  konnte  durch  die  Verlegung  von  Kontorräumen ­
  in  den  Betzlerschen  Hinterbau  ein  größerer  Raum  geschaffen ­
  werden,  um  die'  Aufstellung  von'  Hilfsmaschinen  zu
ermöglichen  und  den  Arbeitern  eine  luftige  gesunde  Arbeitsstätte
zu  sichern.  Die  bisher  mit  der  Hand  besorgte  Bearbeitung  der
Stereotypplatten  wurde  drei  Fräsmaschinen  übertragen.  Dann
folgten  Kalander,  Flachfräsmaschinen  u.  a.  Gut  geschultes  Personal ­
  führt  sicher  und  schnell  die  Arbeiten  aus,  so  daß  auch
diese  Abteilung  sich  dem  auf  äußerste  Zeitausnutzung  eingestellten
Zeitungsbetriebe  voll  anpaßt.
Gleichen  Schritt  mit  der  Ausdehnung  des  Zeitungsbetriebes
hielt  auch  die  Akzidenz-  und  Bücherdruck-Abteilung.
Erstere  machte  sich  die  Fortschritte  in  der  modernen  Kunstrichtung ­
  schnell  zu  Nutze  und  sicherte  ihren  alten  Ruf  als
Kunststätte.  Die  aus  dieser  Abteilung  hervorgegangenen  Arbeiten
waren  vielfach  tonangebend  für  die  Buchdruckerwelt.  Namentlich
        <pb n="207" />
        I

186

trugen  die  in  Fachkreisen  aufsehenerregenden  Musterbücher  der
Kölner  Papiergroßhandlung  Poensgen  &amp;amp;  Heyer  dazu  vieles  bei.
Kommerzienrat  Wilhelm  Heyer,  ein  sehr  kunstsinniger  Herr,
scheute  keine  Kosten,  um  seinem  über  den  ganzen  Erdball  sich
erstreckenden  Kundenkreis  mustergiltige  Vorführungen  der  Verwendungsmöglichkeiten ­
  seiner  Papiere  in  immer  neuen  Arten
und  Formen  zu  bieten.  Der  Betriebsleitung  war  dabei  vorzügliche ­
  Gelegenheit  geboten,  ihr  ganzes  Können  zu  verwerten,  und
was  da  geschaffen  worden  ist,  war  vorbildlich  für  Tausende
von  Buchdruckern.  Dem  leider  zu  früh  Verstorbenen  gebührt
der  Dank  für  die  Gelegenheit,  die  er  dem  Betriebe  gab,  fortwährend ­
  prächtige  Arbeiten  zu  ersinnen  und  auszuführen.
Gleichzeitig  nahm  der  Druck  von  illustrierten  Werken  und
Katalogen  sowie  von  Wertpapieren  einen  erfreulichen  Aufschwung, ­
  so  daß  die  Aufstellung  von  weiteren  modernen  Maschinen
in  der  Flachdruckerei  sich  nötig  machte.  In  den  Jahren  1901,
1906  und  1913  wurden  je  eine  Tiegeldruckpresse  schwerster  Bauart ­
  von  Scheiter  &amp;amp;  Giesecke,  für  Präge-  und  Kunstdruckarbeiten
besonders  geeignet,  aufgestellt.  Die  Zylindermaschinen  wurden
in  den  Jahren  1901,  1904,  1906,  1910,  1912,  1914  um  je  eine  vermehrt. ­
  Auch  bei  diesen  Maschinen  legte  man  auf  schwere  Bauart ­
  den  größten  Wert.  Die  Anteilnahme,  welche  die  Betriebsleitung ­
  dem  Bau  und  der  stetigen  Vervollkommnung  der  Druckmaschinen ­
  entgegenbrachte,  zeitigte  öfteren  Gedankenaustausch
mit  der  Fabrik  von  Koenig&amp;amp;  Bauer.  Mancher  dieser  Gedanken  ist
heute  Gemeingut  geworden  zum  Fortschritt  und  zum  Wohle  der
deutschen  Druckkunst.
Die  Ansprüche  an  die  Ausstattung  der  Wertpapiere  bedingte
im  Jahre  1913  die  Anschaffung  einer  Guillochiermaschine.
Sie  dient  dazu,  die  für  Wertpapiere  nötigen  Untergrundplatten
zu  gravieren.  Ein  auf  dieser  Maschine  ausgeführtes  Muster  läßt
sich  nicht  nachmachen.  Dadurch  sind  die  betr.  Wertpapiere  gegen
Fälschung  in  hohem  Maße  geschützt.  Schöne  mustergiltige  Arbeiten
wurden  auf  diese  Weise  herausgebracht.  Die  Wertpapier-Abteilung ­
  hatte  damit  einen  großen  Fortschritt  erzielt  und  konnte  nun
den  verwöhntesten  Geschmack  zufrieden  stellen.
Der  Illustrations  -Farben-  und  Prägedruck  erfreute
sich  ebenfalls  der  größten  Aufmerksamkeit.  Die  Ergebnisse  waren
derart,  daß  aus  dem  Kundenkreise  viele  freiwillige  Anerkennungen
in  den  schmeichelhaftesten  Worten  einliefen.
        <pb n="208" />
        So  hat  die  Kunstdruckerei  der  Firma  das  gehalten,  wozu
Josef  Bachem  in  den  siebziger  Jahren  den  Anstoß  gegeben,  was
sein  Sohn  Fridolin  Bachem  weiter  gepflegt  und  die  jetzige  Betriebsleitung ­
  vollendet  hat:  Ausführung  einfacher  bis  feinster
Druckarbeiten  in  jeder  Ausstattung,  dabei  jede  Arbeit  ihrem
Zweck  angepaßt.
Neben  diesem  Streben,  mustergiltige  Arbeiten  herauszubringen,
mußte  auch  daran  gedacht  werden,  bei  dem  jungen  Nachwuchs
schon  zeitig  die  nötige  Liebe  für  Kunst  und  zu  fachlicher  Weiterbildung ­
  zu  wecken.  Im  Jahre  1906  konnte  einem  lange  gehegten
Wunsch  nach  einem  Versammlungs-  und  Ausstellungsraum  durch
Freiwerden  eines  Teiles  des  vermieteten  dritten  Nordflügel-Stocks
entsprochen  werden.  Es  wurde  der  etwa  90  qm  große  schön
ausgestattete  Museumssaal  eingerichtet.  Außerdem  wurde
in  diesem  Saale  den  Lehrlingen  und  jungen  Gehilfen  Fortbildungsunterricht
  erteilt  in  Deutsch,  Fremdwörterkunde,
Rechnen,  Buchführung,  Französisch,  Stenographie  und  Zeichnen,
wozu  die  Firma  tüchtige  Lehrkräfte  stellte.  Für  gute  Leistungen
der  Schüler  sind  von  der  Firma  Bücherpreise  ausgesetzt.  Gleichfalls ­
  werden  bei  regelmäßig  stattfindenden  Stenographiewettschreiben ­
  die  besten  Schnellschreiber  durch  Preise  ausgezeichnet.
Mancher  aufnahmefähige  junge  Mann*hat  in  dieser  Hausschule
die  Unterlage  zu  seinem  späteren  Emporstieg  erhalten.  Um  den
Setzerlehrlingen  besondere  Gelegenheit  zu  geben,  Einrichtung
und  Arbeitsweise  der  Setzmaschine  kennen  zu  lernen,  wurde  in
der  Werk-Abteilung  eine  weitere  Linotype-Setzmaschine  aufgestellt, ­
  die  vorwiegend  Anlernezwecken  dient.  Der  Weiterbildung ­
  und  dem  Unterhaltungsbedürfnis  der  Geschäftsangehörigen
dient  seit  dem  Jahre  1904  eine  Hausbücherei  mit  über  600  Bänden.
Im  Jahre  1909  trat  der  älteste  Sohn  von  Franz  X.  Bachem,
Runs  Bachem 50 ,  der  seine  kaufmännische  und  praktische
Ausbildung  als  Buchdrucker,  Buchhändler  und  Verleger  in
bedeutenden  Leipziger,  Berliner  und  Münchener  Häusern  erhalten ­
  hatte,  in  die  Firma  ein.  Am  1.  Januar  1912  wurde  ihm
Prokura  erteilt.
Im  Jahre  1913  wurde  eine  günstige  Gelegenheit  ergriffen,  dem
für  den  Werk-  und  Akzidenz-Betrieb  zu  eng  gewordenen  Nordflügel ­
  durch  Ankauf  des  westlich  gelegenen  530  qm  großen
Pering’schen  Grundstücks  an  der  Ursulastraße  13  eine  Erweiterungsmöglichkeit ­
  zu  sichern.
        <pb n="209" />
        Im  Jahre  1914  beschickte  die  Druckerei  die  Internationale
Ausstellung  für  Buchgewerbe  und  Graphik  in  Leipzig  (Bugra)
sowie  die  Werkbund-Ausstellung  in  Köln.  Die  Anerkennung,  die
den  von  der  Firma  ausgestellten  Arbeiten  allseitig  zu  Teil  wurde,
diente  ihr  als  weiteren  Ansporn  für  steten  Fortschritt.

Alle  die  guten  Aussichten  für  das  weitere  Blühen  und  Gedeihen
des  Betriebes  traf  wie  ein  Blitz  aus  heiterm  Himmel  am  1.  August
1914  die  Kriegserklärung.  Das  Bild  änderte  sich  mit  einem
Schlage.  Tag  für  Tag  sah  die  Betriebsleitung  mehr  und  mehr  die
eingearbeiteten  guten  Kräfte  dem  Rufe  des  Vaterlandes  folgen  und
ihre  Arbeitsstätte  verlassen.  Die  Aufträge  wurden  von  den  Bestellern ­
  zurückgezogen;  das  Räderwerk  stockte.  Es  war  eine
überaus  schwierige  Zeit,  voller  Aufregungen  und  Sorgen,  die
wenig  glückverheißend  für  die  Zukunft  schien.  Als  dann  die
ersten  großartigen  Erfolge  unserer  Heere  bekannt  wurden,  raffte
sich  zuerst  der  Zeitujngsbe|trieb  schnell  und  tatkräftig  auf.
Man  muß  es  gesehen  haben,  wie  der  große  Geschäftshof  fast  zu
klein  war,  um  alle  die  Leute  zu  fassen,  die  sich  auf  den  Einzelverkauf ­
  von  Zeitungen  warfen,  reißenden  Absatz  findend,  dem
Verkäufer  guten  Verdienst  bringend.  Die  Auflage  der  KV  schwoll
an,  die  Hast  in  der  Herstellung,  die  man  kaum  noch  zu  steigern
für  möglich  gehalten  hatte,  ging  ins  Fieberhafte.  Es  bedurfte  der
äußersten  Anspannung  aller  Kräfte,  um  der  Nachfrage  nach  den
neuesten  Ausgaben  zu  genügen.  Der  Ruf  nach  Zeitungen  aus  dem
Felde  bewirkte  eine  bedeutende  Erhöhung  der  Auflage  der
Wochen-Ausga;be  der  KV,  die  jeden  Mittwoch  durch  ein  aus
dem  Westen  kommendes  Militär-Auto  abgeholt  wurde,  um  unsern
Truppen  auf  dem  schnellsten  Wege  zugänglich  gemacht  zu  werden,
ln  dieser  Zeit  des  Nachrichtenhungers  tauchte  der  Gedanke  einer
Kriegsausgabe  der  KV  auf,  der  für  die  Rotationsdruckerei
und  den  Versendungssaal  eine  außergewöhnliche  Mehrarbeit
brachte.  Diese  Ausgabe  (vergl.  S.  112)  erscheint  gegenwärtig  in
einer  Auflage  von  über  115  000  am  Tage.  Diese  nie  für  möglich
gehaltene  Druckleistung  stelltejalle  bisherigen  Einrichtungen  nahezu ­
  auf  den  Kopf,  es  mußte  vollständig  umgelernt  werden.
Welch  gewaltige  Mengen  an  Rollenpapier  die  Maschinen  zu
bearbeiten  hatten,  möge  aus  folgenden  Angaben  ersehen  werden
        <pb n="210" />
        ^  189

Im  Jahre  1916  durchliefen  die  Rotationsmaschinen  79388000  Meter
Rollenpapier.  Die  Papierbahn,  welche  aus  dieser  Meterzahl  aneinandergeklebt ­
  entstünde,  würde  sich  mehr  als  zweimal  um  die
ganze  Erdkugel  schlingen  lassen.  Das  Gesamtgewicht  dieser
Zeitungspapiermenge  betrug  rund  2316000  kg,  zu  deren  Herbeischaffung ­
  231  Eisenbahn-Doppelwagen  oder  alle  drei  Tage  zwei
Doppellader  gehörten.
Aber  wie  unsere  tapfern  Soldaten  draußen  sich  an  die  oft
übermenschlichen  Anstrengungen  nach  und  nach  gewöhnten,  so
gaben  auch  die  Daheimgebliebenen  ihre  ganze  Kraft  hin,  um  den
an  sie  gestellten  Anforderungen  gerecht  zu  werden.  Und  es  muß
zu  ihrer  Ehre  gesagt  werden,  daß  sie  [sich  zu  Hause  ebenso
tapfer  durchgeschlagen  haben,  wie  ihre  Kollegen  da  draußen.
Der  Buch-  und  Akzidenzbetrieb  hatte  ganz  besonders  unter
starken  Einberufungen  zum  Heere  zu  leiden.  Die  kleine  Zahl
der  zurückgebliebenen  gelernten  Gehilfen  tat  ihr  mögliches,  um
das  Getriebe  in  Gang  zu  halten.  Auch  da  zeigte  sich,  daß  guter
Wille  und  Opferfreudigkeit  sehr  viel  vermag,  und  so  konnte
noch  eine  verhältnismäßig  umfangreiche  Arbeitsleistung  erzielt
werden.
Das  Vertrauen  auf  einen  guten  deutschen  Frieden  und  einen
damit  verbundenen  neu  aufblühenden  Geschäftsgang  ließ  es  ratsam ­
  erscheinen,  noch  zeitig  für  eine  Vermehrung  des  Maschinenparkes ­
  zu  sorgen.  Auf  der  Zeitungssetzerei  wurden  an  Stelle
der  drei  Doppelmagaziner  während  des  dritten  Kriegsjahres  1917
neue  Setzmaschinen  mit  drei  Magazinen,  sog.  Dreidecker,  aufgestellt, ­
  die  ein  wesentliches  schnelleres  Arbeiten  ermöglichten.
Drei  weitere  Dreidecker  harren  noch  der  Anlieferung  und  Aufstellung. ­
  Anfang  1918  wurden  noch  zwei  schwergebaute  große
Druckmaschinen  aus  der  Fabrik  von  Koenig  &amp;amp;  Bauer  für  allerteinsten
  Druck  aufgestellt,  so  daß  die  Flachdruckerei  jetzt  im
ganzen  über  22  Zylindermaschinen  und  i7  Tiegeldruckpressen
verfügt.  Ebenfalls  im  Vertrauen  auf  eine  gute  Zukunft  wurden
von  der  Firma  weitere  Grundstücke  von  zusammen  1238  qm
Flächeninhalt  in  westlicher  Verlängerung  des  Nordflügels,  Ursulastraße ­
  17-27,  käuflich  erworben,  so  daß  jetzt  die  Gesamtfläche
der  zusammenhängenden  Grundstücke  an  der  Marzellen-  und
Drsulastraße  5287  qm  umfaßt.
Der  Aufschwung  des  Gesamtgeschäftes  seit  1900  läßt  sich  am
besten  daraus  ersehen,  daß  damals  rund  320  Personen,  vor
        <pb n="211" />
        Ausbruch  des  Krieges  dagegen  720  Personen  bei  der  Firma
beschäftigt  waren.  Während  des  Krieges  wurden  228  Angestellte ­
  zur  Fahne  einberufen,  so  daß  der  Personalbestand
entsprechend  sank.  Einschließlich  der  neu  eingestellten  weiblichen
Hilfskräfte,  die  nach  bestem  Können  die  entstandenen  Lücken
auszufüllen  sich  bemühen,  sind  doch  gegenwärtig  noch  645  Personen, ­
  teilweise  in  überlanger  Arbeitsschicht,  beschäftigt.
So  können  wir  denn  beruhigt,  in  der  Hoffnung  auf  ein  neu
aufblühendes  Vaterland  der  Zukunft  entgegensehen  mit  dem
Wunsche,  daß  das  Verhältnis  zwischen  der  Firma  und  ihrem
Personal  so  gut  bleiben  möge,  wie  es  bisher  zum  beiderseitigen
Besten  gewesen  ist.

Die  Buchbinderei  J.  P.  Bachem.
Gründliche  Forscher  führen  die  Kunst  der  Buchbinderei  bis
auf  die  Römer  zurück,  obschon  diese  ihre  Schriften,  wie  die
Aegypter,  in  Rollenform  aufbewahrten.  Aber  man  hatte  damals
schon  Notizbücher,  die  sog.  Diptychen,  aus  zwei  Deckeln  von
Holz,  später  Elfenbein  oder  edeln  Metallen  bestehend.  Die  künstlerische ­
  Ausgestaltung  dieser  Buchdeckel  hatte  im  Mittelalter
einen  hohen  Grad  erreicht,  und  aus  karolingischer  Zeit  sind  uns
prachtvolle  Goldschmiede-  und  Elfenbeinarbeiten  für  Evangeliare
usw.  erhalten.  Wie  alle  Kunst  und  Wissenschaft  und  im  besonderen
die  Bücherherstellung,  wurde  die  Buchbinderkunst  im  Mittelalter
ausschließlich  in  den  Klöstern  ausgeübt  und  konnte  erst  ein
Gewerbe  werden,  als  die  Erfindung  Gutenbergs  die  leichte  Vervielfältigung ­
  des  Buches  ermöglicht  hatte.  Erst  vier  Jahrhunderte
später  traten  für  die  manchfachen  Hantierungen,  die  zur  Herstellung ­
  eines  Bucheinbandes  nötig  sind,  nach  und  nach  Maschinen
ein.  So  nahm  die  Bogenfalzmaschine  dem  Menschen  das  Falzen
mittels  Falzbein  ab,  die  Einsägemaschine  besorgte  dann  das
Einsägen  der  Bogenrücken,  die  Vertiefungen  für  den  Bindfaden,
auf  der  Draht-  oder  Fadenheftmaschine  wird  die  Arbeit  für  das
Zusammenhalten  der  Bogen  geleistet,  verschiedene  Pressen  und
Schneidmaschinen  vollenden  das  Werk.
Diese  Entwicklung  der  Buchbinderei  zur  Massenherstellung
fällt  erst  in  das  19.  Jahrhundert.  In  den  Anfang  der  1850  er  Jahre
werden  auch  die  Anfänge  der  Bachemschen  Binderei  verlegt
        <pb n="212" />
        werden  müssen,  worüber  sich  Aufzeichnungen  oder  Anhaltspunkte
nicht  erhalten  haben.  Ihre  Tätigkeit  wird  sich  in  der  Hauptsache
auf  zwei  Ausübungen  beschränkt  haben;  das  Trocknen  und  Pressen
der  feuchtgedruckten  Werkdruckbogen  und  das  Broschieren  der
Verlagswerke,  das  freilich  erst  damals  allgemeiner  üblich  wurde,
denn  vordem  versandte  der  Verlagsbuchhandel  einfach  die  ungefaßten ­
  („rohen“)  Bogen.
Aus  den  schon  früher  erwähnten  Zündorfschen  Aufzeichnungen
geht  hervor,  daß  im  Jahre  1860  in  der  Bachemschen  Buchbinderei
und  der  Zeitungs-Versendung  der  Meister  Dick  mit  zwei  bis  drei
Gehilfen,  einem  Lehrling  und  acht  bis  zehn  Hilfsarbeitern  tätig
war.  Außer  einem  Papierschneide-Apparat  befanden  sich  dort
zwei  hölzerne  und  eine  eiserne  Glättpresse  und  andere  Vorrichtungen. ­
  Die  vor  dem  Druck  gefeuchteten  Bogen  mußten
nach  dem  Druck  wieder  getrocknet  werden.  Damals  wurden
je  sechs  bis  acht  Bogen  über  nahe  der  Zimmerdecke  angebrachte
Schnüre  aufgehängt.  Solche  befanden  sich  nicht  allein  in  der  zu
ebener  Erde  gelegenen  Buchbinderei,  sondern  auch  in  der  Setzerei
und  Druckerei.  Die  nach  einigen  Tagen  heruntergenommenen  Bogen
wurden  dann  zu  mehreren  zwischen  Glanzpappen  in  der  Glättpresse ­
  —  einer  alten,  sehr  massiv  gebauten  Schraubenpresse
aus  Eichenholz  —  über  Nacht  glatt  gepreßt.
In  dem  Druckereigebäude  an  der  Bahnhofstraße  war  die  Buchbinderei ­
  im  zweiten  Stockwerk  in  einem  großen  hellen  Raum
untergebracht,  in  dem  der  Meister  Peter  Josef  Bölling  seit  dem
23.  Oktober  1865  mit  gutem  Erfolg  das  Zepter  führte.  Zu  der
hölzernen  Glättpresse  hatte  sich  eine  neue  eiserne  Schraubenspindelpresse ­
  gesellt,  zu  Anfang  der  70  er  Jahre  kam  eine  hydraulische ­
  Presse  dazu.
Jos.  Bachem  ließ  seine  sämtlichen  Söhne  während  ihrer  jungen  Jahre
einen  förmlichen  Lehrkurs  bei  Meister  Bölling  durchmachen,  um  sie  in
der  Handfertigkeit  zu  üben.  Vielfach  wurde  dazu  unter  Beteiligung  von
Schulfreunden  der  Sonntagvormittag  verwandt.  Daß  die  Jungen,  nicht
gerade  die  ruhigsten,  dabei  häufig  auch  mit  dem  Lederriemen  Böllings
fühlbare  Bekanntschaft  machten,  bildet  noch  heute  eine  ihrer  fröhlichsten
Jugenderinnerungen.
Anfangs  der  80er  Jahre  wurde  es  im  Bachemschen  Verlagsbuchhandel ­
  üblich,  geeignete  Werke  in  gebundenem  Zustande  auf  den
Markt  zu  bringen.  Das  Steinsche  Gesang-  und  Gebetbuch  ließ  Josef
Bachem  damals  noch  in  fremden  Buchbindereien  und  staatlichen
        <pb n="213" />
        J

Arbeitsanstalten  binden,  weil  die  eigene  Binderei  für  Massenbetrieb ­
  noch  nicht  ausreichend  eingerichtet  war.  Sie  beschränkte
sich  vielmehr  in  der  Hauptsache  auf  das  Broschieren  der  Verlagswerke, ­
  was  bis  zum  Ende  der  1870er  Jahre  ausschließlich  mit
der  Hand  geschah.  Erst  zu  dieser  Zeit  hielten  zwei  dampfgetriebene
Falzmaschinen  Schweizer  Herkunft  ihren  Einzug  in  die
Binderei.
Bald  darauf  begann  man  auch  mit  der  Herstellung  der  Einb
  ä  n  d  e,  womit  der  Grundstein  zur  Großbuchbinderei  gelegt  wurde.
Dem  lebhaften  Interesse,  das  Fridolin  Bachem  seit  seinem  Eintritt
ins  Geschäft  der  Entwicklung  der  Buchbinderei  entgegenbrachte,
verdankte  diese  den  Aufschwung,  den  sie  aus  den  damals  noch
bescheidenen  Anfängen  genommen  hat.
Die  unzulänglichen  Raumverhältnisse  hielten  die  Leistungen
indes  vorerst  noch  in  engen  Grenzen.  Nur  die  einfachen  Halbleder- ­
  und  Ledereinbände  des  Diözesan-Gesang-  und  Gebetbuches,
die  freilich  eine  umfangreiche  laufende  Arbeit  darstellten,  konnten
ausgeführt  werden,  während  die  sog.  Salonbände  der  belletristischen
Verlagswerke  noch  in  Leipzig  angefertigt  werden  mußten.  Nach
Beseitigung  der  räumlichen  Behinderung  infolge  des  Erweiterungsbaues ­
  von  1889  kam  es  im  nächsten  Jahre  zur  Aufstellung  von
allen  zur  Buchherstellung  erforderlichen  Maschinen.  Drei  Buchund
  mehrere  Broschüren-Heftmaschinen  sowie  Vergolderpressen
wurden  angeschafft,  so  daß  von  nun  ab  nicht  nur  viele  Buchdecken ­
  für  die  Belletristik  aus  Kaliko,  sondern  auch  sämtliche
Diözesanbuch-Einbände  vom  einfachen  Halblederband  bis  zum
vornehmsten  Saffian-  und  Kalblederband  mit  Goldschnitt  im
eigenen  Hause  angefertigt  wurden.
Auf  diese  Weise  entwickelte  sich  auch  die  Bachemsche  Buchbinderei ­
  schon  zu  Ende  der  1890  er  Jahre  langsam  zu  einer  der
größten  Dampfbuchbindereien  Westdeutschlands.
Bei  dem  Umzug  im  Jahre  1901  konnte  der  Buchbinderei  das
Erdgeschoß  des  Nordflügels  mit  ungefähr  400  Quadratmeter
Arbeitsraum  überwiesen  werden.  Eine  geordnete  Aufstellung  der
Maschinen,  dem  Entwicklungsgang  des  Buches  angepaßt,  brachte
eine  bessere  Uebersicht  und  Ausnutzung  mit  sich.  Schnell  stieg
dabei  die  Menge  der  geleisteten  Arbeit,  während  auch  die  Güte
durch  dauernde  Bemühung  der  Betriebsleitung  sich  weit  über
den  Rahmen  der  Durchschnitts-Buchbinderarbeit  erhob.  Nach
und  nach  wurde  die  Herstellung  der  großen  Mengen  Decken  für
        <pb n="214" />
        den  Buchverlag  durch  die  eigene  Buchbinderei  ausgeführt.  Auch
die  Entwürfe  und  Zeichnungen  dazu  wurden  in  der  eigenen
Abteilung  Kunstwerkstätte  angefertigt.
Bald  war  der  oben  angeführte  Raum  zu  klein,  ein  großer
Raum  des  Westflügels  und  ein  Raum  des!  Ursula-Anbaues  mußten
dazu  genommen  werden.  Trotzdem  sah  man  schon  nach  einigen
Jahren  die  Arbeiter  oft  in  drangvoll  fürchterlicher  Enge  ihr  Tagewerk ­
  vollbringen,  so  daß  ein  Raum  von  etwa  80  Quadratmeter
vom  vierten  Stock  des  Nordflügels  noch  für  Herstellung  von  Buchbinderarbeiten ­
  abgetrennt  werden  mußte.
Die  Buchbinderei  arbeitet  jetzt  mit  sechs  Falzmaschinen,  vier
Buchheftmaschinen,  vier  Broschürenheftmaschinen,  acht  Schneidemaschinen, ­
  fünf  Prägepressen,  drei  Klebmaschinen  und  etwa
25  andern  Maschinen,  Pressen  und  Apparaten.  Vor  dem  Kriege
waren  in  der  Buchbinderei  beschäftigt  zwei  Meister,  17  Gehülfen,
  5  Lehrlinge,  26  Hülfsarbeiter.  Der  Krieg  brachte  eine
starke  Verschiebung  des  Personals  mit  sich,  weibliche  Hülfskräfte
  mußten  herangezogen  werden,  so  daß  heute  außer  einem
Meister  11  Gehülfen,  2  Lehrlinge,  7  Hülfsarbeiter  und  24  Hülfsarbeiterinnen
  beschäftigt  werden.
Durch  Eintritt  des  Kunstbuchbinders  und  Ledertechnikers
A.  Wemmer  wurde  die  Abteilung  Kunstwerkstätte  in  die  Lage
versetzt,  wirklich  bedeutende,  auch  von  der  Kritik  als  vorbildlich
anerkannte  Arbeiten  herzustellen.  Aus  dieser  Werkstätte  sind  ausgezeichnete ­
  Prachteinbände  mit  ziseliertem  Goldschnitt,  Mappen,
Albums  u.  dergl.  in  Lederschnitt,  Handvergoldung,  Metalltreibarbeiten ­
  in  jeder  nur  denkbaren  Art  und  Aufmachung  hervorgegangen. ­
  Manches  schöne  Stück  wurde  für  hohe  und  höchststehende ­
  Personen  in  dieser  Kunstbuchbinderei-Abteilung  angefertigt, ­
  und  mit  Stolz  zeigt  man  gerne  dem  Besucher  der
Druckerei  eine  kleine  Auslese  von  solchen  Arbeiten.
So  reiht  sich  die  Großbuchbinderei  würdig  der  künstlerischen
Richtung  der  Buchdruckerei  an.

100  Jahre  J.  P.  Bachem,

13
        <pb n="215" />
        IV

Die  Wohlfahrtseinrichtungen  der  Firma.

1.  Haus-  Betriebs-  und  Zuschußkrankenkasse.
Schon  drei  Jahre  nach  der  Errichtung  der  Druckerei  gründete
Lambert  Bachem  1824  eine  seinerseits  mit  10  Berliner  Taler
bedachte  Hauskrankenkasse  für  die  erkrankten  Gehilfen,
die  bei  freier  ärztlicher  Behandlung  und  kostenloser  Lieferung
von  Arzneimitteln  ein  wöchentliches  Krankengeld  von  2  Taler
3  Silbergroschen  bezogen.  Für  Verstorbene  wurden  6  Taler  Sterbegeld ­
  gezahlt.  Das  „Reglement“  vom  1.  Oktober  1824  verpflichtete
jeden  Gesellen  zum  Beitritt.  „Jeder  durchreisende  Buchdrucker,
wenn  er  ein  ordentlicher  Mensch  ist,  erhält  aus  dieser  Kasse
2  Silbergroschen  Reisegeld.“  Jeder  Arbeiter,  der  fünf  volle  Jahre
gearbeitet  hatte  und  durch  Altersschwäche  oder  sonstige  unverschuldete ­
  Gebrechen  arbeitsunfähig  wurde,  erhielt  lebenslänglich
eine  Unterstützung  im  Verhältnis  des  Kassenvorrats  bis  zum
Höchstbetrag  von  einem  Berliner  Taler  wöchentlich.
Den  Bemühungen  Bachems  war  auch  das  Zustandekommen
der  „Kranken-  und  Fremdenanstalt  für  Buchdrucker
und  Schriftgießer  in  Köln  am  Rhein“  zu  verdanken,  die
am  24.  Mai  1838  ins  Leben  trat  und  in  welcher  die  Bachemsche
Hauskasse  aufging.
Im  Besitze  der  Familie  befindet  sich  eine  kleine  silbervergoldete, ­
  hübsch  gravierte  Schnupftabakdose  mit  der  Inschrift:
Dem  Stifter  unserer  Krankenkasse
L.  Bachem
Die  Buchdrucker  und  Schriftgießer  Cölns
1843.
        <pb n="216" />
        195

Diese  Kasse,  deren  Vorsitzender  Lambert  Bachem  bis  zum
Jahre  1848  blieb,  bestand  mit  zeitgemäßen  Ausgestaltungen  ihrer
Satzungen  75  Jahre  lang  als  „Allgemeine  Cölner  Buchdrucker ­
  Krankenkasse“,  zuletzt  als  eingeschriebene  Hilfskasse, ­
  bis  diese  1884  gemäß  den  Bestimmungen  des  Krankenversicherungsgesetzes ­
  vom  15.  Juni  1883  in  eine  Ortskrankenkasse
unter  dem  Titel  „Krankenkasse  für  die  Buchdrucker
und  Schriftgießer  (Ortskrankenkasse)“  umgewandelt
wurde.  Aus  dieser  traten  am  1.  Januar  1885  die  Bachemschen
Mitglieder  aus,  nachdem  die  Firma  ihre  Hauskrankenkasse  freiwillig ­
  in  eine  gesetzliche  Betriebskrankenkasse  umgewandelt  hatte.
Die  Ortskrankenkasse  für  Buchdrucker  und  Schriftgießer  erlitt
1913  das  Schicksal  aller  kleineren  Ortskrankenkassen  Kölns,  sie
ging  bei  der  Neuordnung  der  Kölner  Krankenkassenverhältnisse
in  die  Städtische  Allgemeine  Ortskrankenkasse  auf.
Als  ergänzende  Hilfskasse  zur  Kölner  Buchdruckerkrankenkasse ­
  hatte  Josef  Bachem  1873  eine  Hauskrankenkasse  gegründet,
deren  Satzungen  seit  1881  und  82  allen  Geschäftsangehörigen  des
Hauses  J.  P.  Bachem  den  Beitritt  ermöglichte.  Das  wöchentliche
Krankengeld  betrug  M.  7,20,  das  Sterbegeld  36  M.
Diese  Kasse  wurde  1884  auf  Grund  des  Krankenversicherungsgesetzes ­
  vom  15.  Juni  1883  in  eine  Betriebskrankenkasse
umgewandelt,  deren  Leistungsfähigkeit  eine  Erhöhung  des  Arbeitgeberbeitrags ­
  auf  die  Hälfte  der  Mitgliederbeiträge  stärkte.  In
drei  Klassen  zahlten  die  Mitglieder  30,  20  und  10  Pfg  wöchentlich,
bei  einem  Krankengelde  von  9,  6  und  3  M.  und  einem  Sterbegelde
v on  60,  50  und  40  Mark.  Ein  besonderer  Kassenführer  besorgte
die  sich  immer  mehr  ausdehnenden  Geschäfte.  Die  Sätze  sind
seitdem  mehrfach  erhöht  worden.
Zu  dieser  Betriebskrankenkasse  gründete  die  Firma  im  Jahre
1890  eine  Zuschußkrankenkasse,  zu  der  sie  ebenfalls  einen
Beitrag  in  Höhe  der  Hälfte  der  Mitgliederbeiträge  leistete.
Waren  bisher  die  Mitglieder  der  Kassen  auf  einen  bestimmten
Kassenarzt  angewiesen,  so  trat  1896  hierin  durch  Einführung
der  beschränkten  Arztwahl  eine  Aenderung  ein.  Für  den  Stadtbezirk ­
  Köln  wurden  sechs  Aerzte,  für  Nippes  und  Ehrenfeld  je
®&amp;gt;n  Kassenarzt  zur  Wahl  gestellt,  außerdem  mit  mehreren  Spezialärzten ­
  und  Krankenanstalten  bez.  Verträge  geschlossen.  Die
Erhöhung  der  Leistungen  machte  eine  Erhöhung  der  Beiträge
v °n  3  v.  H.  des  durchschnittlichen  Tagelohnes  auf  3 1 /*  v.  H.
        <pb n="217" />
        J

193

notwendig.  Die  gesetzlichen  Bestimmungen  nötigten  die  Kasse  im
Juni  1898,  die  bisherige  längste  Unterstützungsdauer  von  52  auf
26  Wochen  herabzusetzen.
Im  Juni  1898  wurde  der  Beitritt  zum  Kölner  Krankenkassenverband ­
  beschlossen  und  im  April  1904  die  freie  Arztwahl  eingeführt. ­

Bei  Gelegenheit  des  25jährigen  Bestehens  der  Haus-  jetzt
Betriebskrankenkasse  stiftete  Frau  Josef  Bachem  eine  mit  sinnreichen ­
  Emblemen  und  Wappen  der  Familie  und  der  Buchdrucker
kunstvoll  bestickte  Fahne,  die  seitdem  bei  allen  feierlichen  Anlässen ­
  gebraucht  wird.
Die  Krankenversicherungsnovelle  vom  25.  Mai  1903  nötigte
die  Kasse  zur  Einführung  neuer  Satzungen  auf  Grund  des
ministeriellen  „Normalstatuts“,  das  am  1.  Januar  1904  in  Kraft
trat.  Damit  hörte  die  Kasse  eigentlich  auf,  [eine  eigene  soziale
Schöpfung  zu  sein.  Dabei  wurde  der  Gesamtbeitrag  von  3V*  auf  4
v.  H.  des  durchschnittlichen  Tagelohns  erhöht  (zwei  Drittel  von
den  Mitgliedern,  ein  Drittel  von  der  Firma).  Der  bisherigen  Lohnklasseneinteilung ­
  der  Mitglieder  wurde  eine  neunte  Lohnklasse
mit  mehr  als  25  M.  Wochenverdienst,  18  M.  Krankengeld,  112,  50  M.
Sterbegeld  (einschließlich  der  Zuschußkasse  172,50  M.)  hinzugefügt.
Nach  den  Bestimmungen  vom  4.  Dezember  1910  besteht  der
Vorstand  der  Kasse  aus  10  Mitgliedern,  und  in  den  Hauptversammlungen ­
  pst  die  Gruppenwahl  nach  dem  technischen  und  kaufmännischen ­
  Betrieb  eingeführt.
Die  neueste,  am  1.  Januar  1914  in  Kraft  getretene  Satzung
erweiterte  die  Versicherungsberechtigung  kaufmännischer  und
Betriebsbeamten  bis  zu  einem  Jahresgehalt  von  2500  M.  und  vermehrte ­
  die  Klasseneinteilung  der  Mitglieder  um  zwei  weitere
Lohnstufen,  nämlich
mit  5  M.  Grundlohn  (Krankenhilfe  M.  23,80,  Sterbegeld  M.  150);
mit  6  M.  Grundlohn  (Krankenhilfe  M.  28,—,  Sterbegeld  M.  180).
Unter  den  mancherlei  Verbesserungen,  die  das  reichsgesetzliche ­
  „Normalstatut“  mit  sich  brachte,  sei  die  Verlängerung  der
Unterstützungsdauer  von  der  27.  bis  39.  Woche  der  Krankheit
mit  dem  halben  Krankengeld,  die  Einführung  der  Wochenhilfe
für  die  Ehefrauen  der  Mitglieder  und  für  die  weiblichen  Mitglieder ­
  die  Erweiterung  der  Wöchnerinnenunterstützung  erwähnt.
Die  Mitgliederzahl  der  Hauskrankenkasse  stieg  von  1873
bis  1884  von  49  auf  125,  und  die  Ausgaben  belaufen  sich  in  diesem
        <pb n="218" />
        &amp;amp;  197

zwölfjährigen  Zeitraum  auf  8486  M.  Die  Betriebskrankenkasse ­
  hatte  1886  133,  1917  758  Mitglieder,  und  die  Gesamtaufwendungen ­
  betrugen  in  diesem  dreiunddreißigjährigen  Zeitraum ­
  M.  427  736.
Die  Zuschußkrankenkasse  hatte  1891  96,  im  Jahre  1917
136  Mitglieder,  an  die  von  1890—1917  M.  79  997  gezahlt  wurden.
Die  Gesamtaufwendungen  der  drei  Kassen  beliefen  sich
also  von  1873—1917  auf  M.  516  219.

2.  Die  St.  Josefskasse,  Invaliden-und  Altersversorgungskasse.

Am  Abend  seinesjarbeitsreichen  Lebens  gedachte  Josef  Bachem
auch  derjenigen  seiner  Geschäftsangehörigen,  die  durch  Invalidität
und  Alter  arbeitsunfähig  werden  würden.
Bei  Gelegenheit  des  75jährigen  Bestehens  der  Firma  und  wenige
Monate  vor  seinem  Tode,  stiftete  er  am  4.  Mai  1893  als  Grundkapital ­
  einer  Invaliden-  und  Altersversorgungskasse  die  Summe
von  5000  M.,  die  im  gleichen  Jahre  mach  seinem  Ableben  von
den  Firmeninhabern  auf  8000  M.  erhöht  wurde.  Dieses  Stiftungskapital ­
  erhöhte  sich  durch  eine  Reihe  fernerer  Zuwendungen
der  Firma,  nämlich  1897  um  6000,  1898  um  10000,  1906  und  1910
um  je  15000.  Das  Grundkapital  betrug  demgemäß  cm  Schlüsse
ihres  24jährigen  Betriebsjahres  54CC0  und  das  Betriebskapital, ­
  das  aus  den  jährlichen  Ueberschüssen  sich  angesammelt
hat,  M.  111  236.  Zudem  steuerte  die  Firma  fortlaufend  ebensoviel ­
  bei  wie  die  Mitglieder  selbst.
Es  bestanden  vier  Beitragsklassen  mit  25,  30,  35  und  40  Pfg.
Wochenbeitrag,  der  durchschnittlichen  Wochenverdiensten  von
19,50,  22,50,  25,50  und  28,50  entsprach.
Die  St.  Josefskasse  gewährt  eine  Invalidenrente  demjenigen,
vvelcher  länger  als  ein  Jahr  dauernd  krank  oder  erwerbsunfähig
ist,  und  eine  Altersrente  nach  Vollendung  des  65.  Lebensjahres,
*uit  der  Maßgabe,  daß  ^diejenigen,  welche  nach  Vollendung  des
65.  Lebensjahres  drei  Viertel  ihres  bisherigen  durchschnittlichen
Arbeitsverdienstes  nicht  mehr  erzielen  können,  aber  weiter
urbeiten  wollen,  diesen  Ausfall  aus  der  St.  Josefskasse  zugezahlt
erhalten.  Beispielsweise  erhalten  seit  1900
        <pb n="219" />
        J

die  Mitglieder  der  3.  Beitragsklasse  nach  20  Jahren  428  M.

99
99

30
45

die  Mitglieder  der  4.  Beitragskiasse  nach  20

99
99

30
45

549
745
490

852

99

99

Um  der  St.  Josefskasse  den  gleichzeitigen  Charakter  einer
Sparkasse  zu  gewähren,  bestimmen  jetzt  die  Satzungen,  daß
allen  aus  der  St.  Josefskasse  austretenden  Mitgliedern,  gleichviel  ob
sie  bei  der  Firma  verbleiben  oder  nicht,  ihre  sämtlichen  persönlichen ­
  Beiträge  zurückerstattet  werden;  im  Falle  des  Ausscheidens
durch  Tod  an  die  Hinterbliebenen.

♦  *
♦
Was  die  St.  Josefskasse  bisher  geleistet  hat,  mag  aus
nachstehenden  Zahlen  erhellen.
Der  Beginn  der  Rentengewährung  begann  mit  einem  Rentenempfänger ­
  im  Jahre  1901.  Die  Zahl  der  Alters-  und  Invaliden-Rentner
  war  im  Jahre  1909  auf  9  gestiegen  und  betrug  seitdem
im  Durchschnitt  9—10  Rentenempfänger  im  Jahre.  Die  Gesamtzahl ­
  derjenigen  Geschäftsangehörigen,  welche  der  Wohltaten  der
St.  Josefskasse  teilhaftig  geworden  sind,  beträgt  bisher  20  und
die  Gesamtsumme  der  ausgezahlten  Rentenbeträge  am  Schlüsse
des  24.  Betriebsjahres  rund  45  000  Mark.
Die  Mitgliederzahl  betrug  im  Kassenjahr:
1894/95  durchschnittlich  73  Mitglieder
1906/07  „  84
1909/10  „  154
1916/17  „  163

3.  Unterstützungskasse.
Am  21.  November  1887  gründete  Josef  Bachem  für  seine  Firma
eine  Unterstützungskasse  mit  dem  Zwecke,  aus  derselben  an  unverschuldet ­
  in  Not  geratene  Geschäftsangehörige  finanzielle  Beihülfen ­
  leisten  und  Geldspenden  bei  besonderen  Anlässen  gewähren
zu  können.  Zu  letzteren  gehören  Geldspenden  an  die  Eltern  von
Erstkommunikanten  und  Konfirmanden,  welche  in  Höhe  von  15,—
bis  30,—  M.  gewährt  werden.
        <pb n="220" />
        Die  Unterstützungskasse  wird  von  dem  Vorstand  bezw.  dem
Kassenführer  der  Betriebskrankenkasse  verwaltet.  Jedes  Mitglied
desselben  hat  Recht  und  Pflicht,  Unterstützungsanträge  bei  allen
zu  seiner  Kenntnis  gelangten  Notständen,  selbstverständlich  unter
dem  Siegel  der  Verschwiegenheit,  zu  stellen.
Die  Einnahme  der  Unterstützungskasse  bestehen  größtenteils
aus  Zuwendungen  seitens  der  Firma.

4.  Kriegsunterstützung.
Seit  Ausbruch  des  Weltkrieges  gewährt  die  Firma  regelmäßige ­
  Kriegsunterstützungen  an  die  Familien  der  im  Felde
stehenden  Geschäftsangehörigen  nach  Maßgabe  der  Gehälter  bezw.
Wochenverdienste.
Die  Gesamtsumme  dieser  Unterstützungen  beläuft  sich  bis
heute  auf  ungefähr  240  000  Mark.
Hierbei  sei  auch  unter  besonderer  Anerkennung  der  hier  zugrunde ­
  liegenden  echt  kollegialen  Gesinnung  der  besonderen
Kriegsunterstützungen  gedacht,  welche  durch  regelmäßige
wöchentliche  bezw.  monatliche  Sammlungen  unter  dem  Geschäfts-Personal
  für  die  Familien  der  im  Felde  stehenden  Berufsgenossen
zusammengebracht  werden.  Die  Summe  der  seitens  des  Personals ­
  des  technischen  Betriebes  geleisteten  Kriegsunterstützungen ­
  belief  sich  bis  1.  Januar  1918  auf  20000  Mark.
Die  Sammlungen  unter  den  kauf  männischen  Bürobeamten
beliefen  sich  auf  1  970  Mark  und  diejenigen  unter  den  Kontor-Hilfsarbeitern
  auf  730  Mark.
Den  Daheimgebliebenen  half  die  Firma  die  schwierigen  Eruährungsverhältnisse
  für  sich  und  ihre  Familien  überwinden,
indem  sie  die  für  einen  kriegswichtigen  Betrieb  greifbaren  Lebensmittel ­
  namentlich  für  die  Winterversorgung  unter  beträchtlichen ­
  Zubußen  ihren  Angestellten  vermittelte.
5.  Die  Sparkasse.
Um  den  Geschäftsangehörigen,  sowohl  den  Bürobeamten  wie
dem  Personal  des  technischen  Betriebes,  Gelegenheit  zu  geben,
Q uf  möglichst  bequeme  Weise  und  zu  höheren  Zinsen  als  die
öffentlichen  Sparkassen  und  Bankhäuser  geben,  ihre  Ersparnisse
        <pb n="221" />
        anzulegen  und  auf  diese  Weise  Sparsinn  und  Sparsamkeit  zu
pflegen  und  zu  fördern,  wurde  am  1.  Januar  1892  die  Sparkasse
gegründet,  welche  Spareinlagen  bis  zu  100  Mark  mit  6°/o,  bis  zu
1000  Mark  (Höchstbetrag)  mit  5%  verzinst.  Den  Ueberschuß
dieser  Zinsbeträge  über  die  Einnahmen  aus  mündelsicheren
Papieren  legt  die  Firma  aus  eigenen  Mitteln  zu.  Die  Mitglieder
der  Sparkasse  können  Einlagen  von  mindestens  50  Pfennig
wöchentlich  bezw.  mindestens  2  Mark  monatlich,  auf  13  Wochen
sich  gleichbleibend,  von  der  Lohn-  bezw.  Gehaltszahlung  sich
einbehalten  lassen.  Die  Sparkasse  zählt  gegenwärtig  218  Mitglieder, ­
  deren  Guthaben  am  1.  Juli  1917  37871  Mark  betrug.

6.  Die  Kollektiv-Versicherung  gegen  Feuer-  und
Flugzeugschaden.
Seit  dem  1.  Januar  1891  besteht  die  Einrichtung,  daß  die
Geschäftsangehörigen  das  ihnen  oder  ihrer  Familie  gehörige
Mobiliar  ihrer  Privatwohnungen,  sofern  letztere  sich  im  Stadtbezirk ­
  Cöln  oder  in  Brühl  befindet,  gegen  Feuerschaden  und
seit  dem  1.  Januar  1918  auch  gegen  Flugzeugschaden  in  denkbar
einfachster  Weise  durch  Vermittlung  der  Firma  bezw.  der
Kassenverwaltung  bei  der  „Cölnischen  Feuerversicherungs-Gesellschaft ­
  Colonia“  versichern  können.  Zum  Vollzüge  des  Versicherungsvertrages ­
  mit  dieser  Gesellschaft  genügt  die  Eintragung ­
  der  vom  Versicherten  selbst  abgeschätzten  Versicherungssumme ­
  in  ein  Feuerversicherungsbuch  und  Bestätigung
desselben  durch  die  eigenhändige  Unterschrift.  Die  Höhe  der
Versicherungssumme,  welche  anfänglich  auf  5000  Mark  begrenzt
war,  ist  seit  dem  1.  Juli  1911  unbeschränkt.  Die  Gesamtsumme ­
  dieser  Einzelversicherungen  wird  seitens  der  Firma
bei  der  genannten  Gesellschaft  durch  eine  jährlich  erneuerte
General-Police  versichert.  Die  Prämie  für  Feuerschaden  beträgt ­
  für  jeden  Versicherten  50  Pfennig  vom  1000,  für  Flugzeugschaden ­
  25  Pfennig  vom  1000,  während  einen  gleichen  Prämiensatz ­
  die  Firma  aus  eigenen  Mitteln  zuschießt.
Auch  diese  Einrichtung  hat  sich  vollauf  bewährt.  Die  Gesamtversicherungssumme ­
  am  1.  Januar  1918  betrug  744000  Mark.
        <pb n="222" />
        \

Eng  verknüpft  mit  der  Geschichte  unserer  Wohlfahrtseinrichtungen ­
  ist  der  Name  Franz  Zündorf.  1860  ist  er  als  Lehrling ­
  des  Hauses  eingetreten,  später  nach  Erledigung  der  Wanderjahre ­
  als  Schriftsetzer  und  Korrektor  13  Jahre  im  Hause  Bachem
tätig  gewesen  und  in  dem  hier  herrschenden  Geiste  aufgewachsen.
Sein  Ansehen  als  erfahrener  Verwaltungsmann,  als  sozialpolitischer ­
  Praktiker  und  Kenner  der  sozialen  Gesetzgebung  ging
weit  über  den  Bereich  des  Geschäfts  hinaus.  Wenn  die  Wohlfahrtseinrichtungen
  der  Firma  J.P.  Bachem  in  ihrer  folgerichtigen
Entwicklung  zweckdienlich  blühten  und  gediehen,  so  gebührt  ihm
hierfür  der  Dank  aller  derjenigen,  welche  in  einem  Zeitraum
von  nunmehr  45  Jahren  Nutzen  aus  ihnen  gezogen  und  Wohltaten ­
  aus  denselben  empfangen  haben.
Seit  1903  pensioniert,  zögerte  Franz  Zündorf  nicht,  obwohl  72er,
als  freiwilliger  Hülfsarbeiter  in  der  Krankenkassenverwaltung
von  neuem  tätig  zu  werden,  als  der  Gehülfe  des  Kassenführers
zum  Heeresdienste  eingezogen  wurde.
Seit  ungefähr  zehn  Jahren  übt  das  immer  umfangreicher  und
verwickelter  gewordene  Amt  der  Kassenführung  Herr  Georg
Schenkberg  mit  anerkennenswerter  Umsicht,  Pflichttreue  und
Sachkenntnis  aus.
        <pb n="223" />
        V

Einzelheiten  und  Nachweisungen.

1  (S.  1)  Wahrscheinlich  rührt  der  Name  der  Familie  Bachem  von  einem  der
gleichnamigen  Dörfer  (  =  Bachheim)  her,  die  es  bei  Ahrweiler,  bei  Mehlem
und  bei  Köln  gibt.  Die  Familie  findet  sich  seit  Anfang  des  17.  Jahrhunderts ­
  in  Erpel  am  Rhein  ansässig;  im  Jahre  1617  wurde  ein  Thillmann
  Bachem  zum  „Schützen“,  1618  „zu  Förster  ahngeordnet“.  Vermutlich ­
  ist  er  im  Jahre  1623  gestorben;  sein  Sohn  Heinrich  wird  als
„Schiffer  und  Händler  in  Kolonialwaren“  aufgeführt,  wie  auch  andere
Mitglieder  der  Familie  später  als  „nauta“  bezeichnet  werden.  Sie  fuhren
mit  eigenen  Schiffen  nach  Holland  und  kauften  dort  Kolonialwaren,  um  sie
in  der  Heimat  zu  vertreiben.  Anscheinend  ein  Bruder  Heinrichs,  Andreas
Bachem,  wird  in  dem  benachbarten  Linz  genannt.  Ein  Votivbild  aus
dem  Jahre  1636  in  der  Kirche  zu  Bruchhausen  bei  Unkel  nennt  und  versinnlicht ­
  Andreas  Bachem  und  seine  Frau  Agnes  Spe.  Sein  Sohn  Andreas
scheint  männliche  Nachkommen  nicht  gehabt  zu  haben.  Dagegen  blühte
in  Erpel  die  Familie  weiter.  Der  Sohn  Heinrichs  war  Johann  Bachem
der  1664  einen  Erbschaftsstreit  gegen  seinen  Oheim  Jakob  Fischer  anstrengte. ­
  Er  und  seine  Ehefrau  Elisabeth  scheinen  etwas  heftige  Charaktere
gewesen  zu  sein;  beide  waren  in  Beleidigungsklagen  verwickelt.  Einmal
mußte  sich  „Johannes  BacheimsHaußfrauElisabetha“  gegen  des  „Johannes
Gießen  Ehehausfrau  Apollonien“  verantworten,  weil  sie  sie  eine  Hexe
genannt  hatte.  Johann  Bachem,  der  um  1670  starb,  hinterließ  die  beiden
Söhne  Johann  und  Wilhelm;  der  erstere,  der  mit  einer  geborenen
Wundlich  verheiratet  war,  wird  im  Jahre  1710  als  Bürgermeister  aufgeführt. ­
  Seine  zahlreiche  Nachkommenschaft  ist  ausgestorben.  Wilhelm
ist  der  eigentliche  Stammvater  der  Kölner  Familie  geworden.  Im  Jahre
1686  erscheint  er  als  Kläger,  weil  ihm  von  Schiffersknechten  ein  Loch
in  den  Kopf  geschlagen  worden  war.  Im  übrigen  bekleidete  er  in  der  Folgezeit ­
  die  Aemter  als  „Beschworener“,  „Gewaehrmeister“,  „Bürgermeister“
(1702),  „Thürmeister“  usw.  Er  galt  als  reicher  Mann  und  besaß  außer
        <pb n="224" />
        ^  203

dem  Stammhaus  in  der  Dickgasse  mehrere  Häuser  in  Erpel,  Weinberge
an  der  Erpeler  Lei  und  in  Dattenberg  bei  Linz,  ein  Ackergut  in  Bruchhausen ­
  und  seit  1716  durch  Kauf  das  Hüttenwerk  Hanwerth  in  der
Gemeinde  Höchstenbach  bei  Hachenburg  im  Westerwald,  mit  dem  ein
Hammerbetrieb  zur  Verarbeitung  des  gewonnenen  Eisens  verbunden  war.
Dieses  Hüttenwerk  war  die  Hauptquelle  seines  Wohlstandes.  In  den
1720er  Jahren  erbaute  er  in  Erpel  ein  Armenhaus,  das  er  1735  dotierte,
woraus  die  noch  jetzt  bestehende  Bachem-Stei  n-Herzigsche  Armenstiftung ­
  in  Erpel  entstand.  (Die  Urkunden  bei  Karl  Bachem,  Josef
Bachem  I.  S.  341  u.  ff.)  Wilhelm  Bachem,  der  Ende  Januar  1737  starb,
war  viermal  verheiratet,  hinterließ  aber  nur  aus  seiner  zweiten  Ehe  mit
Katharina  Zillickens  vier  Kinder:  Johann  Peter,  Martin  (dessen  Nachkomme ­
  1883—75  Oberbürgermeister  von  Köln  war),  Gottfried  und  Anna
Katharina.  Johann  Peter  war  ein  tüchtiger  Geschäftsmann,  der  das
Eisenwerk  auf  dem  Westerwald  erhielt;  er  hatte  im  Jahre  1732  Maria
Agnes  Kaufmann  in  Bonn,  die  Schwester  des  nachmaligen  Bürgermeisters
dortselbst  geheiratet.  Bei  seinem  wahrscheinlich  1761  eingetretenen  Tode
hinterließ  der  sehr  wohlhabende  Mann  sechs  Kinder,  von  denen  der
Aelteste  im  Jahre  1758  in  Trier  in  den  Orden  der  Gesellschaft  Jesu  eintrat.
Von  den  übrigen  Kindern  Anna  Katharina,  Lambert,  Mathias,  Maria
Agnes  und  Wilhelm  Josef  (geb.  1751)  hatte  der  letztere  den  betriebsamen
Geist  der  Väter  geerbt.  An  der  Kölner  Hochschule  hatte  er  Rechtswissenschaft ­
  studiert  und  dann  von  den  Geschwistern  das  Stammhaus
in  der  Dickgasse  zu  Erpel  für  3000  Reichstaler  erworben.  In  Erpel  wurde
er  bald  Gerichtsschöffe  und  im  Jahre  1774  Schultheiß,  welche  Stellung  er
elf  Jahre  behielt.  Dann  verzog  er  nach  Köln,  wo  ihm  die  Stelle  des
Domkellners  übertragen  worden  war,  die  der  damalige  Inhaber
Becker  wegen  Alters  nicht  mehr  zu  versehen  imstande  war.
Vom  16.  November  1785  datierte  seine  Bestallung,  die  ihm  600  Reichstaler ­
  Gehalt  einbrachte,  wovon  er  freilich  200  Reichsflorin  als  Ruhegeld
dem  „abgestandenen  Domkellnern  Becker“  lebenslang  abgeben  sollte.  Von
dieser  Auflage  wurde  er  aber  bald  „in  Gnaden  befreyet“,  auch  erhielt  er
nach  dem  Tode  seines  Vetters  Bennerscheid  die  Stelle  eines  Schultheißen
&amp;gt;n  Gleuel  und  wurde  „Scheffe  am  Probsteiligen  Severins-Gericht“.
Das  Amt  des  Domkellners  drückte  ihn  nicht  allzusehr;  alljährlich
brachte  der  Reisewagen  ihn  rheinaufwärts  zum  Besuche  der  vielen,
zerstreut  gelegenen  Weinberge,  deren  Besitzes  sich  das  Domkapitel
erfreute.  Dieses  hatte  in  Wilhelm  Bachem  zu  dem  Amte  den  geeigneten
Mann  gefunden;  er  war  gesellig  und  lebenslustig.  Auf  seinen  Reisen
begleitete  ihn  die  Violine,  und  wenn  die  Geschäfte  des  Tages  erledigt
Waren,  spielte  er  abends  in  heiterer  Gesellschaft  auf.  So  erfreute  er
sich  überall  bei  dem  leichtlebigen  Völkchen  größter  Beliebtheit.
Am  Gereonsdriesch  in  Köln  ließ  er  sich  ein  Haus  bauen,  das,  als
auf  Befehl  des  französischen  Stadtkommandanten  Generals  Daurier  im
        <pb n="225" />
        Oktober  1794  die  Häusernumerierung  eingeführt  wurde,  die  Nummer
3519  erhielt.  In  der  freien  Reichsstadt  Köln  hatte  jedes  Haus  seinen
Namen.  (Das  jetzt  auf  dem  Grundstück  stehende  Haus  No.  19  ist  im
Besitze  des  Herrn  Franz  X.  Bachem).  Seit  1775  war  Wilhelm  Bachem
mit  Maria  Anna  Myrbach,  der  Tochter  des  Gewaltrichters  Myrbach  in
Bonn  verheiratet.
*  (S.  2)  Die  Familie  DuMont  stammt  aus  Belgien,  wohin  wahrscheinlich  im
16.  Jahrhundert  ein  italienischer  de  Monte  ausgewandert  ist.  Von  Soumagne
  bei  Lüttich  kamen  Hermes  und  Heinr.  Josef  DuMont  als  Tabakfabrikanten ­
  1738  nach  Köln.  Heinr.  Josefs  Urenkel  Marcus  Theodor
heiratete  1805  Katharina  Schauberg  und  erwarb  1808  von  den  Erben  der
aus  dem  Luxemburgischen  stammenden  Schauberg  die  Druckerei  und
die  Kölnische  Zeitung.  Seine  Firma  schrieb  er  bis  1836  mit  ü.  (Dü  Mont)
s  (S.  3)  Das  dem  Kölner  Adreßbuch  von  1797  folgende  von  1813:  „Itineraire
de  Cologne“  führt  folgende  Buchhändler  auf:  C.  A.  Haas,  C.  Imhoff,
D.  Keil,  J.  A.  C.  Lumscher  (zugleich  Druckerei),  J.  Mathieu  (dgl.),
M.  Odendali  (dgl.),  }H.  Rommerskirchen  (dgl.),  J.  G.  Schmitz  (dgl.),  T.  F.
Thiriart  (dgl.).  Außerdem  gab  es  noch  die  Drucker:  Bourel,  DuMont-Schauberg
  (Rue  du  Pont  Romain  8),  Everaerts,  J.  M.  Feilner,  J.  M.  Heberle
und  Wwe.  Langen  (Komödienstraße  38).
4  (S.  4)  Eberhard  v.  Groote  war  der  Sohn  eines  Kaiser!.  Oberpostmeisters
in  Köln,  der,  wie  viele  Kölner  Patrizier,  1794  vor  den  französischen
Republikanern  mit  seinem  fünfjährigen  Sohne  nach  Arnsberg  geflohen
war.  Eberhard,  1789  geboren,  studierte  in  Heidelberg  Rechtswissenschaft,
Philosophie  und  Geschichte.  Den  Befreiungskrieg  machte  er  als  Volontäroffizier ­
  im  3.  preußischen  Armeekorps  und  als  Adjutant  des  preußischen
Kronprinzen  mit.  Seinem  Wirken  nach  dem  Einzug  der  Heere  in  Paris
ist  es  hauptsächlich  zu  danken,  daß  Frankreich  die  aus  Deutschland  nach
Paris  verschleppten  Kunst-  und  Literaturschätze  großenteils  zurückgeben
mußte.  Auf  seine  Veranlassung  setzte  Blücher  eine  bez.  Kommission
ein.  Nach  seiner  Rückkehr  aus  Paris  wurde  Groote  1816  der  Kölner
Regierung  als  Assessor  zugewiesen  und  fand  in  dem  Kanonikus  Wallraf,
dem  Schöpfer  des  Kölner  Museums,  einen  Lehrer  und  Freund.  In  diesem
Jahre  gab  er  das  Jahrbuch  für  Freunde  altdeutscher  Zeit  und  Kunst
heraus.  Um  die  alte  Literatur  machte  er  sich  im  Jahre  1821  durch  die
Herausgabe  des  Tristan  von  Gottfried  von  Straßburg  verdient.  Sechs
Jahre  später  verließ  er  den  Staatsdienst  und  stand  20  Jahre  lang  an  der
Spitze  der  umfangreichen  Kölner  Armenverwaltung.  Ueber  das  Waisenhaus ­
  zu  Köln  veröffentlichte  er  1830  ein  Werk.  Von  Sulpiz  Boisseree
wurde  er  für  den  Ausbau  des  Domes  gewonnen.  1834  gab  er  Hägens
Reimchronik  der  Stadt  Köln  heraus.
5  (S-6)  Das  Montaner  Gymnasium  war  das  älteste  der  drei  „Bursen“
in  Köln  und,  wie  die  anderen  beiden  —  das  Laurentianer  aus  1426  und
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        das  Jesuitengymnasium  aus  1450  —  eine  Hochschuleinrichtung,  vom
Regens  Teerstege  a  Monti  domini  an  der  Straße  Unter  Sechzehnhäuser
(Sachsenhausen)  gestiftet.  Die  sämtlichen  Kölner  Unterrichtsanstalten
wurden  unterm  9.  Floreal  VI  (28.  April  1798)  aufgehoben  und  durch  sog.
Primärschulen  und  eine  Zentralschule  ersetzt.
8  (S.  10)  Alexander  Bertram  Jos.  Minola  war  ein  bemerkenswerter  Schriftsteller. ­
  1759  als  Sohn  eines  Kaufmanns  izu  Linz  a.  Rh.  [als  Enkel  des
Bürgermeisters  geboren,  wurde  er  1782  Priester  und  vier  Jahre  später
Lehrer  am  Coblenzer  Gymnasium.  Hier  erlebte  er  die  Zeit  der  Ankunft
der  Franzosen  und  ihrer  Herrschaft,  worüber  er  einen  von  Dr.  H.  Cardauns
herausgegebenen  kulturgeschichtlich  wertvollen  Bericht  hinterlassen  hat
(Die  Franzosen  in  Coblenz  (1794—1797.  Coblenz  [1916],  Görresdruckerei).
1804  ging  er  nach  Westfalen  zur  Ordnung  des  Archivs  des  Frhrn.  v.  Hörde
zu  Schwarzenraben.  1812  zum  Rheine  zurückgekehrt,  wurde  er  zwei
Jahre  später  Lehrer  der  Geschichte  und  Geographie  am  Gymnasium  in
Bonn.  Siebzigjährig  starb  er  (dort  am  9.  November  1829.  Außer  den
Beiträgen  zurj  röm.-deutschen  Geschichte  (die  der  Bachemsche  Verlagskatalog ­
  und  die  Geschäftsbücher  als  Bachems  Verlag  aufführen,  während
auf  dem  Buche  steht:  gedruckt  und  im  Verlag  bei  J.  Mathieux  am  Hofe
No.  2113)  hat  er  noch  veröffentlicht  eine  geogr.-hist.  Beschreibung  der
Kanäle  (Köln  1802,  bei  Haas  u.  Sohn),  eine  „kurze  Uebersicht  dessen,  was
sich  unter  den  Römern  seit  Jul.  Cäsar  bis  zur  Eroberung  Galliens  durch
die  Franken  am  Rheinstrome  Merkwürdiges  zugetragen“  (Ehrenbreitstein
1804,  Gehra,  2.  Aufl.  1816,  Köln,  Mathieux),  „Das  Rauchfeuer,  kein  neuer,
sondern  den  Alten  bekannter  Gebrauch“  (Köln  1826,  Mathieux).  Seine
»Beiträge  zur  Gesch.  von  Linz“  sind  1882  gedruckt  worden  (Rhein-  und
Wiedzeitung  No.  44  u.  ff.  u.  Trier,  Paulinusdruckerei).
'  (S.  11)  Benzenberg  (1777—1846)  stammte  aus  Schöller  bei  Elberfeld,
studierte  Theologie  und  Mathematik.  1802  bewies  er  die  Achsendrehung
der  Erde  durch  das  Experiment  fallender  Bleikugeln,  das  er  später  in
einem  Kohlenschacht  bei  Schlebusch  wiederholte.  In  Bilk  errichtete  er
1844  eine  Sternwarte,  die  er  der  Stadt  Düsseldorf  vermachte.
8  (S.  15)  Daß  damals  Köln  noch  nicht  zu  den  schönen  Städten  des  Reiches
gehörte,  geht  aus  der  Schilderung  Elsholtzens  über  seinen  Einzug  vom
Rhein  her  in  die  Stadt  hervor.  Das  Stadttor,  sagt  er,  sei  „kaum  so  breit,
daß  ein  Wagen  hindurch  kann,  und  die  hohen  Häuser,  die  jeden  Augenblick ­
  dem  Einsturz  zu  drohen  scheinen,  wehren  dem  Licht  den  Zugang
so  daß  eine  stete  Finsterniß  hier  zu  wohnen  scheint.  Zur  Linken  sieht
man  einige  Baustellen  mit  Schutt  und  altem  Mauerwerk  bedeckt  und
von  Gebäuden  begrenzt,  die  durch  das  Einreißen  der  Nachbarhäuser  ihrer
Stützen  beraubt,  mittelst  hölzerner  Pfähle  nur  mühsam  aufrecht  erhalten
Werden.  Zum  Teil  sind  ihnen  die  vorderen  Wände  genommen,  sodaß
der  Blick,  von  öden  Zimmern  und  schwarzgebrannten  Feuerstellen,  einem
Bilde  wilder  Zerstörung,  zurückgescheucht  wird.“
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        Joh.  Jak.  Günther,  der  Medizin  und  Chirurgie  Doktor,  spricht  in
seinen  „Bemerkungen  über  Köln  und  seine  Bewohner,  in
medizinisch-physischer  Hinsicht“  vom  Jahre  1824  von  der  Luftverpestung
in  der  West-  und  Südwestseite  der  Stadt,  die  durch  die  Unreinlichkeit
der  Bewohner  veranlaßt  sei.  Nach  demselben  Gewährsmann  wurde
andererseits  die  Luft  durch  die  „große  Anzahl  von  Gärten  innerhalb
der  Mauern  der  Stadt“  verbessert;  er  zitiert  aus  den  „Materialien  zur
geist-  und  weltlichen  Statistik  des  niederrheinischen  und  westphälischen
Kreises,  Erl.  1781“,  daß  im  Jahre  1779  in  den  kölnischen  Weingärten
15000  „Ahmen“,  im  Jahre  1775  1000  Fuder  oder  6000  Ahmen,  und  im
Jahre  1780  sogar  6000  Fuder  =  36000  Ahmen  Wein  geraten  seien.  Noch
im  Jahre  1828  sah  sich  der  Verfasser  der  „Kurzen  Bemerkungen  auf
einer  flüchtigen  Reise  am  Rhein“  (vgl.  S.25)  in  Köln  genötigt,  das  Taschentuch ­
  mit  Kölnischem  Wasser  zu  sättigen,  um  den  Gestank  „ganzer
Seen  von  Unrat“  in  den  Straßen  wett  zu  machen.
9  (S.  15)  Der  Friedrichsd’or  galt  5  Taler  23  Sgr.  6  Pfg.  Gemäß  den  Geschäftsbüchern ­
  wurde  das  Honorar  nach  der  Bogenzahl  berechnet:
4 3 /«  Bogen  zu  5  Taler  =  23  Taler  22  Sgr.  6  Pfg.
10  (S.  17)  Bis  zur  französischen  Zeit,  1794,  wurde  in  Köln  jedes  Haus  nur  mit
seinen  Namen  bezeichnet.  Am  5.  September  1811  erhielt  jede  Straße  ihre
besondere  Nummernfolge  und  an  den  Straßenecken  wurden  die  Straßennamen ­
  in  deutscher  und  französischer  Sprache  in  Stein  gehauen.  Solche
Steine  sind  jetzt  noch  in  Köln  vielfach  zu  finden.
n  (S.  17)  Aus  den  Verträgen  ist  zu  ersehen,  daß  die  Lehrlinge  nach
damaliger  Sitte  eine  vierjährige  Lehre  durchmachten  und  im  Hause  des
Lehrherrn  wenigstens  die  Kost  erhielten.  Am  1.  März  1825  kam  der
sechzehnjährige  Sohn  des  Kölner  Bäckermeisters  Theod.  Gummich  zu
Bachem  in  die  Lehre  „in  der  Art,  daß  derselbe  gehalten  werden  soll,  die
Leihbibliothek  und  den  Journalzirkel  und  alle  dahin  einschlagenden
Geschäfte  zu  besorgen,  in  der  Buchhandlung  und  den  Druckereigeschäften
zur  Hand  zu  gehen  und  alle  ihm  anzuweisenden  schriftlichen  und  Handarbeiten ­
  zu  besorgen“.  Für  das  erste  Jahr  erhielt  er  —  da  er  zu  Hause
Kost  und  Wohnung  hatte  —  15,  für  das  zweite  Jahr  20  Stüber  täglich.
—  Von  auswärts  trat  am  I.  September  1830  der  siebzehnjährige  Sohn
des  Münsterschen  Verlagsbuchhändlers  Hü  ff  er  als  Lehrling  ein.  Er
erhielt  vom  Lehrherrn  Frühstück,  Mittag-  und  Abendessen  gegen  eine
jährliche  Vergütung  von  80  Taler  Pr.  Cour,  und  wohnte  beim  Nachbarn
Kievernagel,  wo  er  für  das  ungeheizte  Zimmer  im  zweiten  Stock  nach
der  Straße  3  Taler  nebst  7  Sgr.  für  die  Magd  monatlich  bezahlte.  Die
Geschäftszeit  war  für  ihn  von  7  Uhr  morgens  bis  8  Uhr  abends  mit
1  Stunde  Mittagspause.  Er  sollte  lernen  „im  Comptoir  und  in  der  Druckerei
Bücherführung,  Rechnungen-  Fakturen-  und  Frachtbriefe  schreiben,
vorzüglich  aber  Briefe  copiren,  Päckchen  packen,  überschreiben  und
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        versenden,  Correcturen  lesen,  selbst  zuweilen  setzen  und  drucken,  hauptsächlich ­
  aber  auch  an  der  Seite  des  Factors  mit  Einrichtungen  des  Drucks,
Walzengießen,  Berechnungen  mit  dem  Setzer  und  Drucker  und  jene
Zusammenstellungen  ganzer  Rechnungen  über  Verlags-  und  Druckrechnungen ­
  zu  machen.“  —  Unter  den  Lehrlingen  war  auch  Karl  Jansen,
der  Sohn  der  Maria  Jansen,  geh.  Bachem  in  Köln,  der  für  den  Buchhandel, ­
  die  Leihbibliothek  und  die  Druckerei  vom  1.  April  1832  verpflichtet
wurde  und  im  ersten  Jahre  6,  im  zweiten  8  Sgr.  täglich  erhielt.  Der
Lehrling  C.  0.  Lorentzen  aus  Lübeck,  der  „durch  den  jungen  Lindemann, ­
  der  ja  den  Buchhandel  bei  Ihnen  erlernt  hat“,  erfuhr,  daß  eine
Lehrlingsstelle  offen  war,  trat  am  1.  Oktober  1834  ein,  kam  aber  im
Oktober  1835  von  einer  Urlaubsreise  nicht  zurück,  da  er  sich  wieder  dem
Studium  widmen  wolle.  Im  November  trat  er  wieder  ein,  nachdem  sein
Fall  große  Auseinandersetzungen  im  Gefolge  gehabt  hatte.  —  Aus  den
Aufzeichnungen  Josef  Bachems  kennen  wir  aus  1840  die  Namen  der
Gehilfen  W.  Empfing,  J.  Cornet,  den  Vorsteher  der  Leihbibliothek
und  des  Journalzirkels  Anton  Ferger.
12  (S.  17)  Prinz  Friedrich  Wilhelm  Karl  von  Preußen  war  der  dritte  Sohn
des  Königs  Friedrich  Wilhelm  II.  und  Bruder  Friedrich  Wilhelms  III.,
geboren  1783.  Er  befand  sich  im  Befreiungskriege  in  Blüchers  Hauptquartier. ­
  Nachdem  er  1824—29  Gouverneur  der  Bundesfestung  Mainz
gewesen  war,  ernannte  ihn  der  König  1830  zum  Generalgouverneur  der
Rheinprovinz  und  Westfalens  mit  dem  Wohnsitz  in  Köln,  in  welcher
Stellung  er  bis  Dezember  1831  blieb.  Er  starb  am  28.  September  1851.
13  (S,  21)  Franz  Xaver  Biunde,  1806  zu  Borken  i.  Westf.  geboren,  hatte
Philosophie  studiert  und  gehörte  zu  den  sieben  jungen  hermesischen
Professoren,  die  Bischof  Hommer  Ende  der  1820er  Jahre  an  das  Trierer
Priesterseminar  berufen  hatte  an  Stelle  der  alten,  die  nach  seinen  Worten
«doch  in  die  heutige  Zeit  nicht  mehr  so  recht  paßten“.  Biunde  kam  1826
als  Professor  nach  dort,  dankte  1842  infolge  seiner  Stellung  zum  Hermesianismus
  ab  und  übernahm  die  Pfarrei  Saarburg  (Trier).  Für  dieses  Dekanat
wurde  er  Dechant,  war  1852—58  Mitglied  des  Preuß.  Abg.-Hauses,  als  solcher
1852  Mitgründer  der  Kath.  Fraktion  und  starb  1860.  Als  Professor  erwarb  er
sich  den  Doktorgrad.  —  Unterm  17.  Okt.  1838  schrieb  er  an  Bachem:  „Unter
den  gegenwärtigen  Verhältnissen  hat  es  mir  und  meinen  Bonner  Freunden
angemessen  geschienen,  die  neuerlich  erschienenen  acta  Romana  durch
eine  kleine  teutsche  piese  ins  größere  Publikum  einzuführen,  welche
in  populärer  Weise  den  Status  quo  in  der  hermesischen  Angelegenheit
besprechen  sollte.  Ich  habe  eine  solche  fertig  gemacht  .  .  .  Der  Titel
würde  lauten;  Die  Hermesianer  in  Rom,  oder  Fugen  zu  den  acta  romana
v °n  J.  J.  Windischman.  Diesen  fingierten  Namen  vertrete  ich  natürlich
selbst  .  .  Nachdem  der  Anfang  des  Manuskripts  bereits  am  19.  Oktober
nach  Köln  gegangen,  überbrachte  der  Subregens  Gau  am  22.  Oktober  die
Fortsetzung.  Hierbei  muß  wohl  die  Aenderung  des  „fingierten“  Verfasser-
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        namens  besprochen  worden  sein,  denn  in  einem  Schreiben  Biundes  vom
29.  Oktober  heißt  es:  „Den  Namen  Michaelis  will  ich  gern  vertreten,  jedoch
wünsche  ich,  daß  er  geschrieben  werde,  nicht  E.  Michaelis  sondern  Edm.
Michaelis.“  Später  wollte  er  den  Vornamen  Edm.  in  Everhard  geändert
wissen,  aber  der  Titel  war  schon  gedruckt.  (Schreiben  Bachems  vom
14.  November.)  —  Ein  Verlagsanerbieten  Biundes  vom  17.  Februar  1840
betr.  eine  lateinische  Schrift,  deren  Erscheinen  in  der  Bonner  Zeitschrift
S.  266  beantragt  wird,  lehnte  Bachem  unterm  21.  Februar  wegen  Ueberbeschäftigung
  ab.
(S.  22)  Der  Stadtbaumeister  Weyer  war  1816  als  junger  Architekt,
nachdem  er  in  Paris  auf  der  Bauschule  mehrere  Preise  erhalten  hatte,
nach  Köln  zurückgekehrt  und  wurde  als  Gehilfe  des  damaligen  Stadtbaumeisters ­
  Schmitz  (gest.  1822)  als  dessen  Nachfolger  angestellt.  Er
baute  u.  a.  das  (runde)  alte  Justizgebäude  am  Appellhofplatz  1824-26,  das
Lagerhaus  Ähren  am  Stapelhaus  1838,  das  neue  Bürgerhospital  an  der
Cäcilienkirche  und  erneuerte  den  Gürzenich,  das  Rathausportal  usw.
Mitten  in  der  Ausübung  seines  Hauptbaues,  des  Bürgerhospitals,  legte  er
sein  Amt  als  Stadtbaumeister  nieder  (sein  Nachfolger  wurde  der  Gemeindebaumeister ­
  Harperath  in  Siegburg,  ein  geborener  Kölner)  und  begann
mit  Hilfe  des  Schaaffhausenschen  Bankvereins  große  Grundstückspekulationen, ­
  nicht  allein  in  Köln  (wo  er  zum  Aerger  Aug.  Reichenspergers
ziemlich  ehrfurchtslos  dem  Nützlichkeitsgrundsatz  huldigte),  sondern  auch
in  Crefeld,  Emmerich  usw.  Nachdem  ihm  zu  Anfang  große  Gewinne
zugeflossen  waren,  sanken  1845  die  Grundstückpreise  außerordentlich,
wodurch  Weyer  sein  ganzes  Vermögen  verlor  und  gezwungen  war,  seine
prachtvolle  Sammlung  von  etwa  600  alten  und  neuen  Gemälden  aller
Schulen  am  25.  August  1862  zu  versteigern.  Zwei  Jahre  nach  diesem
Tage  starb  er.  Ende  der  1830er  Jahre  hatte  er  von  den  25  Kirchen  Kölns
„Bildliche  Darstellungen  und  geschichtliche  Nachrichten“  in  Zeichnungen
von  Cranz,  aquarelliert  von  Maler  Ad.  Wegelin,  herausgegeben,  die  wahrscheinlich ­
  1862  in  das  Geschichtliche  Museum  in  Brüssel  gelangten  und
1905  von  der  Stadt  Köln  erworben  wurden.  Sie  befinden  sich  jetzt  hier
im  Historischen  Museum.
(S.  23)  Der  bedeutende  Mineralog  Joh.  Jakob  Nöggerath  wurde  1788
in  Bonn  geboren,  besuchte  1800  die  Ecole  centrale  in  Köln  und  begann
seine  ausübende  Tätigkeit  mit  der  Errichtung  einer  Alaunhütte  bei  Bonn
auf  einem  von  ihm  entdeckten  Braunkohlenflöze  bei  Friesdorf.  Nach
der  französischen  Zeit  1814  zum  Bergkommissar  für  die  niederrheinischen
Departements  in  Aachen  ernannt,  wurde  er  1816  Oberbergamtassessor  beim
Oberbergamt  der  niederrheinischen  Provinz  in  Bonn,  wo  er  nach  mehr
als  SOjähriger,  sehr  ersprießlicher  Dienstzeit  1867  als  Geh.  Bergrat  in  den
Ruhestand  trat.  An  der  Bonner  Hochschule  übernahm  er  1818  das  Lehrfach ­
  für  Mineralogie  und  Bergwerkswissenschaften  und  hielt  bis  1873
Vorlesungen.  Schriftstellerisch  war  er  ungemein  fruchtbar,  auch  vielfach
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        volkstümlich-wissenschaftlich.  Im  Provinzial-Landtag  und  bei  den  Kreistagen ­
  seit  1857  vertrat  er  die  Stadt,  wo  er  am  13.  September  1877  starb.
(S.  23)  Mathias  Josef  Innoc.  d  e  N  o  e  1  war  der  Sohn  eines  Warenmaklers,  auf
dessen  Wunsch  er  seinen  Drang  nach  künstlerischer  Ausbildung  unterdrückte, ­
  um  1812  das  väterliche  Geschäft  zu  übernehmen.  Seine  ganze
freie  Zeit  aber  hatte  der  junge  Kunstjüngerj  mit  Hilfe  seiner  Lehrer
Mengelberg,  Grein  und  Beckenkamp  auf  die  Entfaltung  seines  Zeichen-  und
Malertalentes  verwandt,  mit  dem  er  mehr  als  Laienhaftes  leistete.  Außer
vielen  kunstgeschichtlichen  Abhandlungen  verfaßte  er  die  Kataloge  der
Kunstsammlung  Tosetti,  J.  Lyversberg  und  Hirn  (Glasmalereien).  Den
letztem  Katalog  pries  Goethe  als  ein  Muster  solcher  Arbeiten.  Auch  als
Dichter  betätigte  er  sich  mit  Glück,  und  seine  Karnevalspossen  und  kölnischen ­
  Lustspiele  fanden  vielen  Beifall.  Er  war  eine  reiche  Künstlernatur ­
  und  der  erste  Bewahrer  der  nachgelassenen  Wallrafschen  Sammlung, ­
  die  er  in  den  ehemaligen,  auf  dem  heutigen  Wallrafplatze  stehenden,
kurkölnischen  Hof  überführte.  Dem  Museum  kamen  auch  auf  letztwillige
Anordnung  seine  reichen  Sammlungen  zu  gute.  Sein  Nachfolger  als
Museumsvorsteher  wurde  Ramboux  aus  Trier.  (1790  —  20.  November  1866.)
(S.24)  Die  Forderung  der  freien  Rheinschiffahrt  hatten  schon
die  Friedensschlüsse  von  1648  zu  Münster  und  1697  zu  Ryswyk  aufgestellt; ­
  aber  erst  die  Besitzergreifung  des  linken  Rheinufers  durch
Frankreich  brachte  die  Frage  ihrer  Lösung  näher.  Im  Reichsdeputationshauptschluß ­
  von  1803  wurden  alle  Rheinzölle  aufgehoben  und  durch  ein
»Octroi“  an  12  Hebestellen  ersetzt,  dessen  Einnahmen  zur  Hälfte  auf  die
Instandhaltung  des  Flußbettes  verwendet  werden  mußten.  Obwohl  diese
Uebereinkunft  vom  Jahre  1804  Stapel-  und  Umschlagsrecht  abgeschafft
hatte,  behielten  Köln  und  Mainz  den  Stapel  noch  bei.  Gleichzeitig  wurde
in  dem  Generaldirektor  der  Rheinschiffahrt  eine  Art  zwischenstaatlicher
Aufsichtsbehörde  mit  dem  Sitz  in  Mainz  (geschaffen,  die  aber  mit  dem
Sturz  Napoleons  1813  ihr  Ende  erreichte.)  Als  Frucht  der  Beratungen  der
Kommission  für  die  Ordnung  der  Rheinangelegenheiten  auf  dem  Wiener
Kongreß  ging  die  aus  Vertretern  der  sieben  Uferstaaten  bestehende
Zentralkommission  für  die  Rheinschiffahrt  mit  dem  Sitz  in  Mainz  hervor.
Am  nachhaltigsten  sträubte  sich  gegen  eine  Herabsetzung  der  Zölle
Holland,  das  allerdings  die  schwierigste  und  kostspieligste  Unterhaltung
der  Rheinstrecke  hatte.  Nach  dem  Abgang  Napoleons  hatten  die  Niederlande ­
  das  französische  Dekret  vom  20.  Oktober  1811,  das  die  freie  Fahrt  auf
dem  Rhein  bis  zur  See  bewilligte,  1813  sofort  aufgehoben  und  die  alten
Wasserzölle  wieder  eingeführt,  die  französischen  Zollgesetze  aber  durch
die  alten  „Convoyen“  und  „Lizenten“  ersetzt,  wie  sie  im  wesentlichen
nach  dem  Plakaat  von  1725  bestanden  hatten.  Und  nun  beginnt  der  jahrzehntelange ­
  Streit  über  die  Freiheit  der  Schiffahrt  „jusqu’ä  la  mer“,
Worte,  die  sowohl  in  dem  Pariser  Friedensvertrage  von  1814  wie  in
100  Jahre  J.  P.  Bachem.  I 1 !
        <pb n="231" />
        der  Wiener  Kongreßakte  von  1815  gebraucht  werden  und  die  Holland
„bis  zum  Meer“  und  Deutschland  „bis  in’s  Meer“  übersetzte.  In  den
preußischen  Handelskreisen  machte  sich  nun  das  Bestreben  geltend,
Holland  zur  Abschaffung  der  Zölle  zu  veranlassen;  dieses  verlangte  aber
dafür  die  wirkliche  Auflassung  der  Mainzer  und  Kölner  Stapelrechte.
Davon  wollte  man  aber  in  diesen  Städten  nicht  lassen,  und  so  wogte
der  Kampf  lange  Zeit  hin  und  her.  Der  Kölner  Großkaufmann  Heinr.
Merkens  hatte  wohl  1829  von  einer  Reise  nach  Berlin  das  königliche
Versprechen  einer  Entschädigung  für  die  Auflassung  des  Stapels  mitgebracht, ­
  aber  es  war  nichts  Festes  abgemacht,  und  nun  wandte  sich  die
Handelskammer  mit  einer  maßlosen  Bittschrift  an  den  König,  in  der  sie
ausführte,  in  Köln  sei  die  allgemeine  Volksansicht,  man  wolle  Köln
absichtlich  ruinieren,  und  noch  schlimmere  Gerüchte  gingen  um,  die  man
nicht  wiederholen  wolle.  Wo  es  sich  um  Aufhebung  eines  Vorrechtes
handle,  könne  man  völlige  Entschädigung  verlangen.  Durch  sein  Versprechen ­
  hielt  sich  der  König  gebunden  und  der  Stadt  wurden  im  Gegensatz ­
  zu  Mainz,  das  als  braves  Kind  nicht  schrie  und  leer  ausging,  durch
Kab.-Order  vom  19.  Juli  1831  für  zwei  Jahre  je  50000  Taler  bewilligt;
fernere  Gewährungen  ließen  die  Gesamtentschädigung  auf  232000  Taler
anwachsen.
is  (S.  29)  P  i  e  r  r  e  M  a  r  t  e  au  kommt  als  Drucker  auf  Büchern  seit  dem  Jahre
1660  vor.  Gleichwohl  hat  es  niemals  in  Köln  einen  Drucker  dieses  Namens
gegeben  !  Es  handelt  sich  dabei  meist  um  Werke  in  französischer  Sprache
—  auf  deutschen  Büchern  erscheint  die  Firma  auch  als  Peter  Hammer  in  Cölln
—  und  zwar  um  solche,  die  ihres  Inhaltes  wegen  Veranlassung  hatten,
ihre  Herkunft  zu  verbergen.  Verleger  in  Amsterdam,  dem  Haag,  Leyden,
Paris,  Rotterdam,  London,  Petersburg  brauchten  so  häufig  die  Firma
Marteau,  daß  ein  französischer  Forscher  Leonce  Janmart  de  Brouillant
im  Jahre  1888  ein  dickes  Buch  „Histoire  de  Pierre  du  Marteau,  imprimeur
ä  Cologne“  herausgegeben  hat  (Paris,  Maison  Quantin  329  S.).  Nachdem
Herr  Pierre  Marteau  den  Druckern  über  ein  halbes  Jahrhundert  seine
Hilfe  geliehen  hatte,  fanden  einige  von  ihnen,  daß  er  nun  mit  dem  Tode
abgehen  müsse  und  sie  erfanden  nun  seine  „Erben“  oder  seine  „Witwe“.
Während  er  aber  solchermaßen  schon  1729  Todes  verblichen  war,  lebte
er  in  anderen,  acht  Jahre  später  erschienenen  Werken  wieder  auf  und
trat  mit  seiner  Witwe  und  seinen  Erben  in  Wettbewerb.  Die  damalige
Bedrückung  der  Buchdruckereien  unter  den  französischen  Königen
seit  Franz  1.,  der  in  einem  Dekret  vom  13.  Januar  1539  alle  Druckereien
zu  schließen  drohte,  war  die  Veranlassung  zum  Aufkommen  solcher
Drucker-Decknamen  bei  Werken,  die  aus  irgend  einem  Grunde  nicht
unbedenklich  waren.  Außer  Pierre  Marteau,  dem  am  häufigsten  vorkommenden ­
  und  zuerst  1660  von  der  Presse  des  Jean  Elzevier  in  Leyden
gebrauchten  Decknamen,  gibt  es  noch  eine  lange  Liste  von  Kölner  Drucker-Decknamen.
        <pb n="232" />
        &amp;lt;&amp;amp;£&amp;amp;&amp;amp;&amp;amp;£  211

19  (S.  29)  Ernst  W  e  y  d  e  n,  ein  verdienstvoller  kölnischer  Forscher,  1805
in  Köln  geboren,  erwarb  in  Bonn  den  Doktortitel  und  wandte  sich  zu
weiteren  Sprachstudien  nach  Paris.  1828  nach  Köln  zurückgekehrt,  fand
er  (bis  Herbst  1868)  Anstellung  als  Lehrer  an  der  neugegründeten  Bürgerschule ­
  und  übersiedelte  dann  nach  Altona,  wo  er  am  11.  Oktober  1869
starb.  Seine  Schilderungen  der  Eigentümlichkeiten  kölnischen  Lebens  in
seinem  „Köln  vor  50  Jahren“  (1862)  sind  durch  einen  bearbeiteten  Neudruck
„Köln  am  Rhein  vor  hundert  Jahren.  Sittenbilder  nebst  historischen
Andeutungen  und  sprachlichen  Erklärungen“  (1913  bei  Stauff  &amp;amp;  Cie.  in
Köln)  heute  noch  bekannt.
20  (S.  31)  Die  Gläubiger  waren  ein  Verwandter  seiner  Frau,  Wilh.  Wasserfall, ­
  der  Besitzer  des  „Germanischen  Hofes“,  des  späteren  Hotels  du
Nord,  mit  dem  Bachem  in  Sachen  dieses  Gasthauses  in  geschäftliche
Meinungsverschiedenheiten  geraten  war,  und  die  Firma  Sa  1.  Oppenheim
j  un.  &amp;amp;  Cie.  Die  Forderung  des  ersteren  belief  sich  auf  1924,  die  Oppenheimsche
  auf  6129  Taler.  Oppenheim  bemühte  sich  später,  allerdings  vergeblich, ­
  um  Rücknahme  der  Falliments-Erklärung.
21  (S.  35)  Die  Adreßbücher  führen  als  in  dem  Hause  Marzellenstraße ­
  20  wohnhaft  auf:  1835  Mühling  (der  im  Einwohnerverzeichnis
nicht  aufgeführt  wird);  1838  Joh.  Wilh.  Dietz,  Buchdruckerei;  1841  Winand
Schmitz,  Angestellter  bei  der  Dampfschiffahrt;  1844  Joh.  Peter  Bachem.
1841  weist  das  Adreßbuch  Lambert  Jos.  Frz.  Bachem  an  der  Hochstraße  81
nach.
22  (S.  37,  39)  lieber  Josef  Bachems  Tätigkeit  im  Verlagsverein  erhielt  er
folgendes  Zeugnis:  „Herrn  Joseph  Bachem,  Sohn  des  Hof-Buchhändlers  und
Buchdruckers  Herrn  L.  Bachem  (Firma  J.  P.  Bachem)  aus  Köln  ertheilen
wir  hiermit  das  ehrenvolle  Zeugniß,  daß  er  in  dem  uns  gemeinsam  zugehörigen ­
  Verlags-  und  Speditions-Geschäfte,  dem  „Kölner  Verlagsverein“
vom  1.  Januar  1894  bis  zum  31.  Dezember  1847  zu  unserer  vollkommenen
Zufriedenheit  gearbeitet  und  alle  ihm  übertragenen  Geschäfte  mit  Berufstreue, ­
  Fleiß,  Ausdauer  und  vorzüglicher  Geschicklichkeit  und  Umsicht
Qusgeführt  hat.  Wir  bedauern  lebhaft  sein  Austreten  aus  unserem
Geschäfte,  an  dessen  Bildung  er  den  thätigsten  Antheil  genommen  und
welches  er  seitdem  größtentheils  selbständig  geführt  hat,  und  wünschen
ihm  zu  jeder  geschäftlichen  Stellung,  die  er  demnächst  einnehmen  möchte,
Glück  und  Heil.  Wir  sind  mit  Vergnügen  bereit,  wo  es  irgend  gewünscht
werden  sollte,  solche  fernere  Auskunft  zu  ertheilen,  die  jedes,  Herrn
Joseph  Bachem  zu  schenkende  Vertrauen  zu  rechtfertigen  geeignet  ist.
Köln,  den  27.  Januar  1848.  Kölner  Verlagsverein
L.  Bachem.  P.  Schmitz.
Unterschrift  der  acht  Kölner  Buchhandlungen.
        <pb n="233" />
        212

23  (S.  38,53)  Die  Notwendigkeit,  für  den  Betrieb  des  Buchhandels  eine  behördliche ­
  Genehmigung  einzuholen,  stützte  sich  auf  §  48  der  preußischen
allgemeinen  Gewerbe-Ordnung  vom  17.  Januar  1845,  welcher  lautete:
„Buch-  und  Kunsthändler,  Antiquare,  Inhaber  von  Leihbibliotheken  oder
Lesekabinetten,  Verkäufer  von  Flugschriften  und  Bildern,  Lithographen,
Buch-  und  Steindrucker  bedürfen  einer  besonderen  Erlaubnis  der  Regierung,
welche  nur  dann  ertheilt  werden  darf,  wenn  diese  Behörde  von  der
Unbescholtenheit  und  Zuverlässigkeit,  sowie  von  einer
zum  Betreiben  des  Gewerbes  genügenden  allgemeinen  Bildung
des  Unternehmers  sich  Ueberzeugung  verschafft  hat.“  Der  Paragraph
wurde  durch  §  1  des  Gesetzes  über  die  Presse  vom  12.  Mai  1851  ersetzt,
der  aber  die  Genehmigung  der  Bezirksregierung  von  neuem  verfügte.
Diese  durfte  „nicht  versagt  werden,  wenn  derjenige,  der  das  Gewerbe
betreiben  will,  unbescholten  ist;  überdies  müssen  Buchhändler  und  Buchdrucker ­
  vor  einer  Prüfungs-Kommission  ...  den  Nachweis  ihrer  Befähigung
führen.“  Diesen  Befähigungsnachweis  beseitigte  für  Buchhandel
und  Buchdruckergewerbe  §  1  des  Bundesgesetzes  vom  8.  Juli  1868  betr.
den  Betrieb  der  stehenden  Gewerbe  (Notgewerbegesetz),  welcher  lautete:
„Den  Zünften  und  kaufmännischen  Korporationen  steht  ein  Recht,  andere
von  dem  Betriebe  eines  Gewerbes  auszuschließen,  nicht  zu“,  und  die
Gewerbe-Ordnung  für  den  Norddeutschen  Bund  vom  21.  Juni  1869  schaffte
die  Beschränkungen  ab,  die  der  Zulassung  zum  Gewerbebetrieb
entgegenstanden.  Diese  Gewerbeordnung  und  die  gegenwärtige  vom
26.  Juli  1900  sieht  für  „Buch-  und  Steindrucker,  Buch-  und  Kunsthändler,
Antiquare,  Leihbibliotheken  und  Inhaber  von  Lesekabinetten“  nur  die
Verpflichtung  zur  Angabe  ihres  Geschäftsraumes  innerhalb  acht  Tagen
bei  der  zuständigen  Behörde  vor.
24  (S.  39).  In  dem  Bankgeschäft  Chedeaux  hatte  Robert  Bachem,  ein
Vetter  Josef  Bachems,  seit  1843  eine  Stellung.  Auf  seine  Verwendung
fand  auch  Josef  Bachem  dort  eine  Anstellung.  Robert  Bachem  war  am
14.  August  1823  zu  Kempen  am  Rhein  geboren  und  hatte  seine  kaufmännische ­
  Ausbildung  in  Köln  und  Paris  genossen.  Nach  seiner  Rückkehr
aus  dem  Auslande  trat  er  1857  in  die  Firma  J.  P.  Bachem  ein  und  stand
seinem  Vetter  als  Prokurist  in  32jähriger  aufopfernder  Tätigkeit  bis  zum
Jahre  1889  gewissenhaft  zur  Seite.  Er  starb  am  7.  März  1904.
25  (S.  39,  53).  Josef  Bachems  jüngerer  Bruder  Karl  Aloys  Franz  war  am
7.  November  1824  geboren  und  starb  am  7.  Januar  1854  infolge  einer
Unterleibsentzündung  nach  kurzem  Krankenlager.  „Er  war  wegen  vieler
trefflichen  Eigenschaften  des  Geistes  und  Herzens“,  sagt  sein  Totenzettel,
„von  allen,  mit  denen  er  umging,  geachtet  und  geliebt;  als  Geschäftsmann,
in  der  Führung  der  Verlags-Buchhandlung  und  Buchdruckerei ­
  seines  Vaters,  war  er  durch  Tätigkeit  und  Umsicht  ausgezeichnet.“ ­
  —  Vorangegangen  im  Tode  war  ihm  der  jüngste  Bruder
Adolf  Franz,  geboren  am  31.  Oktober  1827,  gestorben  am  6.  April  1847.
        <pb n="234" />
        ^  213

„Gott  hatte  ihm  Anlagen  des  Geistes  und  Herzens  verliehen,  die  zu  den
erfreulichsten  Hoffnungen  berechtigten;  allein  eine  organische  Krankheit,
die  den  kaum  achtjährigen  Knaben  befiel  und  aller  Heilkunst  Trotz  bot,
zerknickte  das  junge  Leben,  bevor  es  sich  zur  Blüte  und  Frucht  entfalten
konnte.“
26  (S.  40).  Der  Koadjutor  Johannes  von  Geissei  war  am  4.  März  1842  als
„Engel  des  Friedens“  nach  Köln  gekommen,  von  Klerus  und  Volk  als
„Regierungsbischof“  zunächst  mit  einigem  Mißtrauen  empfangen.  Dank
seiner  hervorragenden  Begabung  war  der  1796  geborene  Winzersohn  aus
Gimmeldingen  schon  1822  Domkapitular,  1836  Bischof  von  Speyer  geworden.
Noch  im  ersten  Jahre  seiner  Kölner  Wirksamkeit,  am  4.  September  1842,
fand  die  großartige  Feier  der  Grundsteinlegung  zum  Weiterbau  des  Domes
statt,  eine  Art  Versöhnungsfest  nach  Beilegung  des  Kirchenstreites.  Seitdem ­
  betrachtete  Geissei  den  Ausbau  des  Domes  als  eine  seiner  Lebensaufgaben. ­
  —  Viele  Schwierigkeiten  hatte  Geissei  mit  dem,  um  die  katholische ­
  Sache  hochverdienten,  aber  im  Alter  verbitterten  Pfarrer  Dr.
Binterim  in  Bilk  bei  Düsseldorf.  1797  als  Sohn  schlichter  Eltern  in
Düsseldorf  geboren,  war  Binterim  1802  Franziskaner  geworden,  hatte  drei
Jahre  später  (nachdem  1803  die  Klöster  aufgehoben  worden  waren)  die
Pfarre  Bilk  übernommen  und  durch  seine  gegenrationalistischen  Schriften
Aufsehen  erregt.  Seine  siebenbändige  Pragmatische  Geschichte  der
deutschen  Konzilien  (Mainz  1835—49)  ist  die  erste  Geschichte  der  National-,
Provinzial-  und  vorzüglichsten  Diözesankonzilien  vom  4.  Jahrhundert  bis
zum  Konzil  von  Trient.  Einen  wertvollen  Beitrag  zur  Geographie,  Statistik
und  Geschichte  des  Erzbistums  Köln  lieferte  sein  vierteiliges  W  erk„Die  alte  und
neue  Erzdiözese  Köln“  (Mainz  1828—30).  Seine  52  kleineren  theologischen  und
geschichtlichen  Schriften  sind  mit  ihrer  Fülle  geschichtlich-archäologischen
Materials  für  die  Zeitgeschichte  wertvoll.  Als  er  1838  die  scharfe  Schrift;
»Ein  katholischer  Brüder-  und  Schwesternbund  zu  einer  rein  katholischen
Ehe“,  bei  Alberts  in  Sittard  gedruckt,  ohne  Verfassernamen  herausgab,
worin  er  die  Pfarrer  veranlassen  wollte,  einen  solchen  Bund  in  ihren
Pfarreien  zu  stiften,  um  gemischte  Eheschließungen  zu  vermeiden,  wurde
dieses  Tun  als  ein  gegen  die  Landesgesetze  gerichtetes  Komplott  betrachtet
und  der  durch  einen  Sittarder  Druckereiarbeiter  ermittelte  Verfasser
sechs  Monate  auf  die  Zitadelle  zu  Wesel  geschickt.  Bei  Gelegenheit  seines
50jährigen  Priesterjubiläums  gab  Pfarrer  Josef  Hubert  Mooren  in  Wachtendonck
  den  ersten  Anstoß  zur  Gründung  des  Historischen  Vereins
für  denNiederrhein.  —  Als  Kard.  v.  Geissei,  durch  das  dem  Minister
Eichhorn  gegebene  Versprechen  gebunden,  keinen  derjenigen  an  eine
einflußreichere  Stelle  zu  befördern,  die  sich  im  Kampfe  gegen  die  Regierung
hervorgetan  hatten,  Binterim  nicht  in  die  gewünschte  Stellung  berufen
konnte,  ergaben  sich  jahrelange  Reibungen,  bei  denen  der  Erzbischof  große
Zurückhaltung  bewies.  Binterim  hatte  am  27.  April  1848  im  Verein  mit
30  Geistlichen  der  Bürgermeisterei  Düsseldorf  in  einer  Adresse  die  Errichtung
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        eines  geistlichen  Gerichtes,  die  anderweitige  Regelung  der  Seelsorgerprüfungen, ­
  der  Diözesansynoden  und  der  Gehälter  der  Geistlichen  etc.
gefordert.  Diese  Forderungen  unterstützte  seine  Schrift:  „Die  Wünsche
und  Vorschläge  der  katholischen  Geistlichkeit  Düsseldorfs  an  den  Hochwürdigsten
  Herrn  Erzbischof  von  Köln“,  auf  die  im  nächsten  Jahre  (1849)
der  Domkapitular  und  Generalvikar  Baudri  mit  einer  namenlosen,  bei
Bachem  erschienenen  Broschüre  „Synodal-Richter,  Synodal-Examinatoren
  und  Diözesan-Synoden“  antwortete,  worin  der  Verfasser ­
  die  Forderungen,  sowie  das  „Reformfieber“,  demokratische  Elemente ­
  in  die}  Kirchenverfassung  zu  bringen,  als  unkirchlich  verwirft.
„Diese  Schrift“,  sagt  Geissei  in  einem  Bericht  an  den  Nuntius  Sacconi  in
München  vom  7.  April  1849,  „hat  auf  den  Klerus  die  beste  Wirkung  ausgeübt.“ ­
  Binterim  antwortete  darauf  im  selben  Jahre.  Er  starb  am
17.  Mai  1855.
27  (S.  41,  47).  Der  Verein  vom  h.  Karl  Borromäus  war  im  Jahre  1844
auf  Anregung  des  Appellationsgerichtsrats  Dr.  Aug.  Reichensperger
unter  Mithilfe  des  Freiherrn  Maximilian  von  L  o  e  auf  Schloß  Allner
bei  Hennef  (Sieg),  des  geistlichen  Professors  Dr.  Dieringer  in  Bonn,
des  Malers  Fritz  Baudri  in  Köln  u.  a.  m.  gegründet  worden  und  hatte
am  22.  März  1845  die  landesherrliche  Genehmigung  erlangt.  Seine  Satzungen
vom  20.  März  1844  stellten  ihm  die  Hauptaufgabe,  „dem  verderblichen
Einflüsse,  den  die  schlechte  Literatur  auf  alle  Klassen  der  bürgerlichen
Gesellschaft  ausübt,  durch  die  Begünstigung  und  Verbreitung  guter
Schriften  entgegen  zu  wirken.“  Diese  Verbreitung  sollte  vom  Verein
gefördert  werden  1.  dadurch,  daß  er  jährlich  oder  halbjährlich  allen,  die
sich  an  dem  Unternehmen  beteiligen,  nach  Maßgabe  ihres  Beitrags  und
der  Vereinsmittel,  eine  oder  mehrere  Schriften  als  Vereinsgabe  unentgeltlich ­
  zugehen  läßt,  und  2.  dadurch,  daß  er  dieser  Vereinsgabe  ein  Verzeichnis ­
  seinem  Zwecke  entsprechender  Schriften  beifügt,  deren  Anschaffung
oder  Benutzung  er  jedem  Beteiligten  durch  Erwirkung  möglichst  niedriger
Preise  zu  erleichtern  sich  bemühen  wird.“  Teilnehmer  zahlten  jährlich
15  Sgr.,  Mitglieder  mindestens  2  Taler.  Als  erster  Vorsitzender  wurde
Freiherr  von  Loe  gewählt,  nach  dessen  Erkrankung  1846—71  Prof.  Dieringer,
der  der  erste  Schriftführer  gewesen  war.  Dieringer  (geboren  1811
zu  Rangendingen  in  Hohenzollern-Hechingen)  war  auf  Vorschlag  des  damaligen ­
  Koadjutors  Johannes  von  Geissei  von  der  preußischen  Regierung
als  ordentlicher  Professor  der  Dogmatik  und  Homiletik  nach  Bonn  berufen
worden.  Sein  im  Jahre  1846  im  Bachemschen  Kommissionsverlag  erschienenes ­
  Buch  „Der  hl.  Karl  Borromäus  und  die  Kirchenverbesserung ­
  seiner  Zeit“  wurde  als  erste  Vereinsschrift  des  Borromäusvereins
  in  10000  Exemplaren  unter  die  Vereinsgenossen  verteilt  und
in  2000  Exemplaren  im  Buchhandel  abgesetzt.
28  (S.  42).  Zu  diesem  Unternehmen  erschien  seit  Januar  1836  ein  „Wöchentliches ­
  Beiblatt  zum  Allgemeinen  Organ,  enthaltend  die  Verband-
        <pb n="236" />
        28

Jungen  und  Mitteilungen  des  Gewerb-Vereins  zu  Köln,  herausgegeben ­
  von  dem  Verein,  redigirt  von  dem  Vorsitzenden,  C.  Vohl.“  Jährlich
wurden  12  Lithographien  von  Maschinen,  Gebäuden,  Eisenbahnplänen  usw.
beigegeben.  Gedruckt  wurde  der  erste  Jahrgang  bei  Büschler  u.  Comp.,
der  zweite  in  der  Langenschen  Buchdruckerei,  der  dritte  und  der  vierte
bis  8.  Juni  1839  bei  Clouth  u.  Comp.,  von  da  ab  bei  Friedr.  Aug.  Weber
u.  Comp.,  der  fünfte  vom  19.  Juli  1840  und  der  sechste  bei  J.  A.  Mermet.
Der  10.  Jahrgang  (1845;  neue  Folge  1.  Jahrgang)  ging  in  vergrößertem
Quartformat  (etwa  25x21  gegen  etwa22'/2Xl8  cm)  aus  der  Bachemschen
Druckerei  hervor,  die  Firma  übernahm  auch  bald  den  Kommissionsverlag. ­
  Gleichzeitig  nahmen  diese  „Verhandlungen  etc.“  den  Titel  „Gemeinnütziges ­
  Wochenblatt  des  Gewerb-Vereins  zu  Köln  an,
herausgegeben  von  dem  Verein“.  Interessant  ist  eine  Zugabe  zu  Nr.  25
vom  18.  Juni  1852  mit  einer  umfangreichen  Abhandlung  des  Stadtbaumeisters ­
  a.  D.  J.  P.  Weyer;  „Kölns  Aufschwung  seit  Aufnahme  in  das
preußische  Reich“,  worin  er  eine  Zusammenstellung  der  neuen  (73)  Straßen,
der  (105)  Straßenveränderungen,  Abänderung  der  Werften,  der  neuen
Schul-  und  Staatsgebäude,  Gasthöfe  etc.  gibt.  Nachdem  der  langjährige
Schriftleiter  Vohl  am  30.  März  1853  gestorben  war,  wurde  das  Blatt  von
C.  Bolle  geleitet,  der  aber  am  3.  Juni  schon  durch  den  Gewerbeschul-Direktor
  Dr.  F.  Backes  abgelöst  wurde.  Mit  dem  Jahre  1855  trat  als
Schriftleiter  der  Rendant  des  Vereins  M.  Frey  tag,  „Lehrer  der  Naturwissenschaften ­
  an  der  kgl.  Provinzial-Gewerbeschule“  in  die  Erscheinung,
und  mit  dem  21.  Jahrgang  (1856;  3.  Folge  1.  Jahrgang)  erschien  das
Unternehmen  endlich,  gleichfalls  im  Bachemschen  Kommissionsverlag,  in
Buchoktavformat  von  je  36  Seiten  als  „M  onatsschrift  desGewerbe-Vereins
  zu  Köln,  redigirt  von  M.  Freytag“.  Im  Jahrgang  1858  veröffentlichte ­
  der  kgl.  Wasserbauinspektor  J.  G.  Schwedler  in  Köln  zuerst
seine  „Elementare  Theorie  der  gitterförmigen  Trägerkonstruktionen“,  die
bekanntlich  bei  der  ersten  Kölner  festen  Brücke  Anwendung  gefunden
haben.  Im  Jahre  1859  ging  die  Monatsschrift  in  den  Kommissionsverlag
v on  F.  C.  Eisen’s  kgl.  Hof-Buch-  und  Kunsthandlung  über.  Nach  vierzigjährigem ­
  Bestehen  ging  das  verdienstvolle  Unternehmen  1876  ein.
(S.  44,45)  Der  Glasmalereibesitzer  FritzBaudri  hat  sich  große  V  erdienste
um  die  Betätigung  des  katholischen  Lebens  in  Köln  erworben.  Schon
&amp;gt;m  Jahre  1856  hat  er  in  der  Stadtverordnetenversammlung  die  katholischen
Interessen  kräftig  vertreten.  Auf  seine  Anregung  ist  im  Jahre  1863  die
Bürgergesellschaft  gegründet  worden,  aus  der  sich  ein  Komitee
zu r  Leitung  der  Wahlangelegenheiten  mit  Baudri  an  der  Spitze  und
Bachem,  Dr.  med.  Braubach,  Advokatanwalt  v.  Coellen,  Dr.  med.  Sticker  II
und  Fabrikant  Theodor  Wolff  als  Mitglieder  bildete.  Da  dieses  Komitee
nur  vor  jeder  Wahl  in  Tätigkeit  trat,  so  entstand  auf  Anregung  von
Dr.  Pet.  Jos.  Röckerath  im  Jahre  1867  als  ständige  Agitationsorganisation
        <pb n="237" />
        der  Neue  Bürgerverein.  In  dessen  Rahmen  bildeten  sich  dann  zwei
neue  Vereine  mit  dem  Zwecke  der  wirtschaftlichen  Förderung  der  Katholiken: ­
  der  Bauverein  im  Neuen  Bürgerverein  zur  Schaffung
billiger  Häuser  für  seine  Mitglieder  und  der  Kreditverein  im  Neuen
Bürgerverein.  Neben  dem  ersten  Vorsitzenden  des  Neuen  Bürgervereins ­
  Kaufmann  Gerh.  Mersch  wurde  im  Jahre  1872  der  Kaufmann
Eduard  Fuchs  stellvertretender  Vorsitzender  und  einige  Jahre  später
Vorsitzender.  Vorher  schon  hatte  der  Verein  seinen  Namen  in  Katholischer ­
  Volksverein  geändert.  Dieser  hat  unter  der  unermüdlichen
Arbeit  von  Fuchs  und  unter  Mitwirkung  der  Kaufleute  Heinr.  Franssen,
Franz  Meisen,  Karl  Alsdorf,  Anton  von  der  Acht,  des  Domvikars  Theisen
usw.  einen  großen  Einfluß  besonders  auf  die  Wahlen  ausgeübt.  (Zu  den
Stadtratswahlen  stellten  die  Katholiken  im  Jahre  1869  zum  erstenmal
Kandidaten  auf,  und  einen,  den  Kanzler  Schenk,  brachten  sie  auch  durch.)
Seit  1874  hatte  Fuchs  das  Reichstags-Mandat  auch  gegen  die  Sozialdemokratie ­
  zu  verteidigen.  Fünf  Jahre  später  glückte  es  auch  dank  einer
unermüdlichen  Arbeit,  zum  erstenmal  in  den  Preußischen  Landtag  die
Zentrumskandidaten  Aug.  Reichensperger  und  Dr.  Röckerath  zu
entsenden.
so  (S.  47)  Den  Jubel  über  die  Aufhebung  der  Zensur  kann  man  sich  heute
schwer  vorstellen.  Der  Buchhändler  E.  Wengler  in  Aachen  schlug  am
21.  März  1848  vor,  am  Buchhändler-Börsengebäude  zu  Leipzig  folgende
Inschrifttafel  anzubringen:  „ln  diesem  denkwürdigen  Jahre  1848  wurde
die  Schmach  der  Zensur  in  deutschen  Landen  aufgehoben  und  die  Presse
in  ihre  ewigen  Rechte  wieder  eingesetzt.  Zur  Erinnerung  und  Warnung
für  kommende  Geschlechter  am  Jubilate  1848,  14.  Mai  wurde  diese  Tafel
aufgerichtet  von  den  versammelten  Buchhändlern  Deutschlands“.  Der
Vorschlag  wurde  allerdings  nicht  ausgeführt.
31  (S.  47)  Dem  Komitee  gehörten  an;  In  Aachen:  Justizrat  Jungbluth;
Bonn:  Prof.  Bauerband,  Prof.  Kaufmann,  Rentner  L.  Müller,  Prof.  Walter;
Coblenz:  Justizrat  Adams;  Crefeld:  Dechant  Reinarz;  Düsseldorf:  Direktor
Kiesel;  Köln:  Hofbuchh.  Bachem,  Generalvikar  Baudri,  Maler  Baudri,  Domkapitular ­
  Dr.  Broix,  Rentner  Clave  v.  Bouhaben,  Justizrat  Esser  II,  Landgerichtsreferendar ­
  Herrn,  v.  Fürth,  Rentner  Frhr.  S.  v.  Geyr,  Justizrat
Otto  Hardung,  Landgerichtsrat  Haugh,  Kaufmann  Th.  Kamper,  Landgerichtsrat ­
  Ludowigs,  Dr.  Warkwort  (Marquardt),  Advokat  Schenk;  Neuß:  Geistl.
Schmeddinck;  Neuwied:  v.  Liano;  Trier:  Landgerichtsrat  Reichensperger.
32  (S.  48)  Die  Form  der  Kommandit-Aktiengesellschoft  wurde  offenbar  gewählt,
weil  für  eine  solche  nach  rheinischem  Recht  eine  besondere  kgl.  Genehmigung ­
  nicht  erforderlich  war.  Sie  bedingte  allerdings  auch,  daß  die  an
die  Spitze  der  Gesellschaft  tretenden  Geranten  (Herausgeber  dem  Gesetz
gegenüber)  mit  ihrem  ganzen  Vermögen,  nicht  bloß  mit  ihrem  Aktienbesitz
hafteten.
        <pb n="238" />
        33  (S.  48)  Bis  in  die  letzten  Tage  vor  dem  1.  Oktober  war  das  Erscheinen
der  Rheinischen  Volkshalle  zweifelhaft  gewesen;  denn  im  September ­
  war  auch  in  Köln,  nachdem  man  noch  am  14.  bis  16.  August  unter
Anwesenheit  des  Königs  Friedrich  Wilhelm  IV.  und  des  Reichsverwesers
Erzherzog  Johann  das  großartige  Fest  der  sechsten  Jahrhundertfeier  der
Grundsteinlegung  zum  Dome  feierlichst  begangen  hatte,  die  Revolution
ausgebrochen.  Am  25.  September  war  es  zwischen  Volk,  dem  auch  die
Bürgerwehr  teilweise  beigestanden  hatte,  und  Militär  bei  Barrikaden  zu
gelinden  Zusammenstößen  gekommen.  Am  nächsten  Tage  verhängte  der
neu  ernannte  Regierungspräsident  von  Möller  den  Belagerungszustand ­
  über  die  Stadt  und  verbot  das  Weitererscheinen  der  vier
demokratischen  Blätter:  der  „Neuen  Rheinischen  Zeitung“,  des  „Wächters
am  Rhein“,  der  „Zeitung  des  Arbeitervereins“  und  der  „Neuen  Kölnischen
Zeitung“.  Da  diese  Zeitungen  den  Versuch  machten,  unter  anderen  Titeln
wiederzuerstehen,  untersagte  der  Festungskommandant  unterm  29.  September ­
  dasErscheinen  aller  politischen  Blätter  mit  Ausnahme  derKölnischen
Zeitung  und  des  Fremdenblatts.  Geeignete  Vorstellungen  erreichten  dann
in  elfter  Stunde  noch  die  Erlaubnis  für  die  „Rheinische  Volkshalle“,  das
Licht  der  Welt  zu  erblicken.
3 *  (S.  49)  Müller  hatte  schon  ein  ziemlich  bewegtes  Leben  hinter  sich.  Mit
27  Jahren  war  er  zum  Landrat  des  Kreises  Euskirchen  gewählt,  aber
zweimal  von  der  Regierung  nicht  bestätigt  worden,  worauf  er  1833  dem
preußischen  Staatsdienst  entsagte.  Zur  Verteidigung  des  Erzbischofs
Clemens  August  im  Kölner  Kirchenstreit  schrieb  er  1837  ohne  Namensnennung ­
  eine  Darstellung,  1838  ebenfalls  namenlos  die  „Beiträge  zur
Beleuchtung  der  Kölnischen  Kirchen-Angelegenheit“  unter  dem  Titel
„Clementina“,  1841  als  „H.  M.“  eine  Erwiderung  auf  die  Schrift  „Personen
und  Zustände  (Michelis-Binterim-Droste)“  unter  dem  Titel  „Die  Kölnische
Kirche  im  Mai  1841“.  1838  war  er  nach  Bayern  geflohen  und  hatte  1840
eine  rechtswissenschaftliche  Professur  an  der  Hochschule  in  Würzburg
erlangt.  Viel  Aufsehen  hatten  seine  1839  ohne  Angabe  des  Druckers  und
Verfassers  erschienenen  politischen  Lieder;  „Kölner  Lieder,  gedichtet  am
Rhein  nach  der  Gefangennahme  des  Erzbischofes“  und  „Kölnische  Orgellieder“ ­
  gemacht.
36  (S.50)  Der  damals  im  50.  Lebensjahre  stehende  geistvolle  Journalist  Franz
von  Florencourt  hatte  Rechts-  und  Staatswissenschaft  studiert  und
war,  obgleich  Protestant,  sowohl  im  Kölner  Kirchenstreit  als  auch  in
dem  aus  Anlaß  der  Ausstellung  des  hl.  Rockes  in  Trier  im  Jahre  1844
entstandenen  Rongestreit  auf  die  Seite  der  Katholiken  getreten.  Seine
beiden  Schwäger  waren  der  preußische  Minister  von  Westphalen  und
—  Karl  Marx!
36  (S.  51)  Heinrich  Reusch,  1825  in  Brilon  i.  Westf.  als  Sohn  eines  Amtsschreibers ­
  geboren,  studierte  Theologie  in  Bonn,  Tübingen  und  München
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        (hier  unter  Döllinger).  1849  zum  Priester  geweiht,  nachdem  er  auf  Grund
einer  eximia  cum  laude  bestandenen  Prüfung  und  einer  Dissertation
Lizentiat  geworden  war,  erhielt  er  seine  erste  Stelle  in  Köln  als  zweiter
Vikar  an  St.  Alban,  wurde  Ende  1853  Repetent  am  theologischen  Konvikt
in  Bonn,  wo  er  sich  im  nächsten  Jahre  für  alttestamentliche  Exegese
habilitierte.  An  der  1847—60  erschienenen  ersten  Auflage  von  Wetzen
und  Weltes  Kirchenlexikon  war  er  ein  fleißiger  Mitarbeiter.  1858  wurde
er  außerordentlicher,  1861  ordentlicher  Professor,  1865  Leiter  des  liberalen
Bonner  Theologischen  Literaturblatts.  Sein  wissenschaftliches  Hauptwerk
ist  das  in  mehreren  Auflagen  und  Uebersetzungen  zuerst  1862  erschienene
Buch  „Bibel  und  Natur.  Vorlesungen  über  die  mosaische  Urgeschichte
und  das  Verhältnis  zu  den  Ergebnissen  der  Naturforschung“.  Seine
Uebersetzertätigkeit  ist  noch  umfangreicher  gewesen  als  sein  Lebensbeschreiber ­
  Götz  angibt;  die  Liste  ist  nach  unserem  Verlagsverzeichnis
zu  ergänzen.  Als  er  das  Unfehlbarkeitsdogma  nicht  anerkennen  wollte,
wurden  seine  Vorlesungen  verboten  und  er  selbst  am  12.  März  1872  aus  der
Kirche  ausgeschlossen.  Bis  1878  war  er  Generalvikar  des  altkatholischen
Bischofs  Reinkens,  welches  Amt  er  niederlegte,  als  die  altkatholische
Synode  1878  das  Zölibat  aufhob.  1883—85  erschien  sein  zweibändiges
Werk  über  den  Index  der  verbotenen  Bücher.  Nach  seiner  Abwendung
von  den  Kölnischen  Blättern  wandte  er  dem  „Deutschen  Merkur“  seines
Freundes  Hoffmann  seine  fleißige  Mitarbeit  zu.  —  Seine  Schwester
Henriette  Reusch  war  1834  zu  Köln  geboren  und  lebte  seit  1859
bei  dem  Bruder  in  Bonn.
37  (S.  55)  Newman,  1801  in  London  geboren,  war  1828  anglikanischer
Pfarrer  zu  Oxford,  hatte  sich  aber  seit  1833  an  den  katholisierenden
Bestrebungen  unter  Puseys  Führung  beteiligt,  die  in  aufsehenerregenden
Flugschriften  (Tracts)  ihren  Ausdruck  fanden  (Traktarianismus).  Nachdem
er  1845  zur  katholischen  Kirche  übergetreten  war,  wirkte  er  von  1851
bis  1859  als  Rektor  der  neuerrichteten  katholischen  Hochschule  Dublin
und  gründete  in  Birmingham  eine  Erziehungsanstalt,  bei  der  er  bis  zu
seinem  Tode  1890  ausharrte.  Newman  war  ein  Meister  englischer  Prosa.
38  (S.  55)  W  i  s  e  m  a  n  ,  der  in  Spörnen  1802  von  einer  irischen  Mutter
geboren  worden  und  in  seinem  siebten  Jahre  nach  England  gekommen  war,
hatte  sich  schon  in  den  Colleges  von  Ushaw  und  Douay  ausgezeichnet
und  war  1827,  zwei  Jahre  nachdem  er  die  Priesterweihe  empfangen
hatte,  Professor  der  orientalischen  Sprachen  an  der  römischen  Universität
geworden.  1840  als  Bischof  i.  p.  i.  nach  England  gekommen,  veranlaßte  er
Papst  Pius  IX.  zum  Erlaß  der  Bulle  Universalis  ecclesiae  vom  24.  September ­
  1850,  die  die  Hierarchie  in  England  wieder  herstellte.  Wiseman
wurde  der  erste  Erzbischof  von  Westminster,  dem  zwölf  Suffraganbistümer
unterstellt  waren.  Die  Angelegenheit  rief  in  England  große  Aufregung
hervor,  die  durch  einen  öffentlichen  Schmähbrief  des  an  der  Spitze  der
Regierung  stehenden  Lord  John  Russell  gegen  „den  päpstlichen  Angriff“
        <pb n="240" />
        39

geschürt  wurde.  Das  Parlament  schuf  im  Februar  1851  die  „Titelbill“,
wonach  sich  niemand  Erzbischof,  Bischof  usw.  einer  Stadt  oder  eines
Distriktes  nennen  durfte  und  alle  unter  solchen  Titeln  ausgefertigten
Urkunden  ungültig  sein  sollten.  Die  Titelbill  ist  aber  niemals  angewendet
worden.  —  Die  Fabiola  begann  Wiseman  in  Rom,  wohin  ihn  kirchliche
Angelegenheiten  geführt  hatten,  im  Herbst  1853.  Das  Werk  entstand  in
neun  Monaten,  während  der  Verfasser  mit  anderweitigen  Arbeiten  überladen ­
  und  dazu  noch  in  einen  Prozeß  verwickelt  war.  In  dem  kleinen
Filey  an  der  Ostküste  Englands  vollendete  er  das  Werk  nach  dem  ersten
Teile  des  Prozesses  in  wenigen  Wochen,  so  daß  er  am  18.  September  1854
seinem  Freunde  Henry  Doyle  die  Fertigstellung  melden  konnte.  In  der
katholischen  Welt  erlebte  das  Buch  einen  wahren  Triumph,  die  stereotypierte ­
  erste  Auflage  von  4000  Exemplaren  war  rasch  vergriffen.  In
einem  Brief  Bachems  an  den  Kardinal  bei  Gelegenheit  der  vierten  Auflage
im  August  1856  (5000  Exemplare)  heißt  es,  Fabiola  werde  auch  in  Zukunft
noch  lange  das  Lieblingsbuch  eifriger  Katholiken  sein;  „sogar  Protestanten
erkennen  seine  Verdienste  an“.  In  alle  Kultursprachen  wurde  das  Werk
übersetzt,  es  hat  sich  einen  Platz  in  der  Weltliteratur  errungen.
(S.  57)  Adolf  E  b  e  1  i  n  g  war  der  Sohn  eines  protestantischen  Hamburger
Arztes  und  einer  aus  Brasilien  stammenden  katholischen  Mutter.  Am
24.  Oktober  1827  geboren,  wurde  er  nach  dem  Tode  seines  Vaters  (1833)
seinem  Oheim,  einem  dänischen  Propst,  zur  Erziehung  übergeben.  Später
besuchte  er  das  Johanneum  in  Hamburg,  wo  er  bei  dem  großen  Brande
im  Mai  1842  sein  Vermögen  einbüßte.  Er  studierte  in  Heidelberg  Philosophie
und  erlangte  dort  1845  summa  cum  laude  die  Doktorwürde.  Dann  ging
er  nach  Bahia  zu  Verwandten  seiner  Mutter,  kehrte  als  Lehrer  nach
Schonberg  in  Mecklenburg  zurück  und  verzog  1851  nach  Paris,  wo  er
die  Bekanntschaft  vieler  hervorragender  Männer,  des  Grafen  Montalembert,
Louis  Veuillot,  des  Bischofs  Dupanloup,  Pater  Lacordaire,  Vicomte  de
blelun  usw.  machte  und  zur  katholischen  Religion  übertrat.  Im  Jahre  1862
wurde  er  Professor  für  deutsche  Sprache  und  Literatur  an  der  Pariser
kaiserlichen  Handelsakademie.  Die  Frucht  seines  Aufenthaltes  in  der
Bretagne  war  das  Werk  „Thurine,  eine  bretonische  Dorfgeschichte“
(Berlin  1872).  Bei  Beginn  des  Deutsch-Französischen  Krieges  wurde  er  aus
Poris  ausgewiesen;  er  ging  nach  Düsseldorf  und  von  dort  nach  Köln.
Bein  „Kaleidoskop  aus  den  Kriegsjahren  1870/71“  erschien  1871  in  Köln.
Nach  dem  Frieden  erhielt  er  einen  Vertrauensposten  bei  dem  damaligen
Präfekten  v.  Könnertz  in  Metz,  kam  nach  Köln  zurück  und  leitete  hier
d as  in  Düsseldorf  erscheinende  „Deutsche  Künstleralbum“  (Jahrgang  5—7).
1874—78  nahm  er  eine  Stelle  an  der  vizeköniglichen  Kriegsschule  in  Kairo
an  (die  aber  nichts  weiter  als  eine  Kaserne  mit  farbigen  Analphabeten
war)  und  legte  seine  dortigen  Erlebnisse  in  den  „Bildern  aus  Kairo“
(2  Bände,  Stuttgart  1878)  und  in  seinem  „Aegyptischen  Tagebuch“  (1880—85)
nieder.  In  den  Gründerjahren  verlor  er  seine  ganzen  Ersparnisse  in  dem
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        Zusammenbruch  der  Kölner  Effektenbank.  In  Köln,  wohin  er  1879  verzog,
gab  er  noch  mehrere  Werke  heraus  und  starb  hier  am  20.  Juli  1896.
•40  (S.  68)  Heinr.  Beta  (eigentl.  Bettziech),  1813  in  Werben  b.  Delitzsch  geb.,
floh  1848  nach  England,  von  wo  er  1862  nach  Berlin  zurückkehrte,  gest.
31.  März  1876.  —  Adam  Jos.  Cüppers,  1850  in  Doveren  bei  Erkelenz  geb.,
wurde,  1869—71  im  Kempener  Seminar  ausgebildet,  nach  Ablegung  der
Rektor-Prüfung,  1877  Leiter  der  Stadtschule  in  Ratingen.  —  Josefine
Flach,  1826  in  Wiesbaden  als  Tochter  eines  Rates  am  Appellhof  geb.,
der  sie  selbst  unterrichtete.  Sie  hat  nie  eine  Schule  oder  ein  Pensionat
besucht  (gest.  Jan.  1901).—  Sofie  v.  Follenius  (Deckname  Maria  Berger),
geb.  1837  in  Darmstadt,  wo  sie  noch  lebt.  —Antonie  Haupt  (Deckname
für  Frau  Vikt.  Endler  in  Hannover),  geb.  1853  in  Trier  als  Tochter  des  Arztes
Dr.  Bleser.  —  Karl  v.  Lenhard  (Deckname  für  C.  Bentlage),  1849  als
Tochter  des  Kfm.  Max  Heinr.  Schmitz  in  Neuß  geb.,  lebt  dort.  —  Th.
Messerer  (Deckname  für  Frau  Th.  Winkler,  1824  zu  München  geb.,  19.  Dez.
1907  gest.  —  Everilda  v.  Pütz,  geb.  1843  zu  München  als  Enkelin  des
berühmten  Architekten  Leo  v.  Klenze,  Tochter  des  Kammerherrn  H.  v.
Klenze,  machte  große  Reisen,  seit  1873  verheiratet  mit  Bez.-Hptm.  Karl
v.  Pütz  zu  Pütz,  lebt  in  München.  —  E.  Rudorff  (Deckname  für  Frau
Franziska  Jarke),  geb.  1815  zu  Königsberg  als  Tochter  des  Kfm.  Schlesius;
gest.  3.  Aug.  1896.
41  (S.  68)  Sein  Name  ist  Schneider,  Clauß  ein  Deckname.  Wie  er  zu  dem
letzteren  kam,  erzählt  er  launig  im  5.  Jahrgang  von  „Alt-Köln“:  Als  er
1903  sein  erstes  Buch  herausgab,  war  er  „doch  en  beßchen  ängslich,  ov
dä  Hären  en  Kovvelenz  et  wähl  rääch  wör,  dat  ene  junge  Magister  anstatt ­
  en  Geschichte  vum  linke  Botzeknopp  Alexanders  des  Großen  en
Geschichte  vum  kölsche  Fastelovend  schrevv  un  anstatt  Schullopsätz
köllsche  Verzällcher  kurregeete,  die  hä  esugar  och  noch  selvs  gemäht
hatt“.  Schließlich  kam  der  von  der  Schwiegermutter  abgekürzte  Vorname
eines  Lehrjungen  im  Hause:  „Klaus“  zu  der  Ehre,  den  Decknamen  zu
liefern.  —  Schneider  ist  1862  in  Köln  geboren,  studierte  anfänglich
Medizin,  dann  Philologie  und  wurde  1889  Rektor  der  höheren  Schule  in
Kerpen  bei  Köln,  1906  Oberlehrer  am  Progymnasium  in  Eupen  und  ist
nun  Professor  und  stellvertretender  Direktor  am  Realgymnasium  in
Köln-Lindenthal.
42  (S.  70)  Nacatenus  trat  1636  zu  Trier  in  den  Jesuitenorden  und  lehrte
Humaniora  und  Philosophie.  1675  war  er  Hofprediger  des  Kurfürsten
Max  Heinrich  in  Köln.  Die  erste  Ausgabe  des  Palm-Gärtleins  erschien
nach  De  Bäcker  1660,  die  erste  lateinische  1668.  Neue  deutsche  Ausgaben ­
  druckten  Joh.  Wilh.  Friessem  in  Köln  1677  und  1691,  Job.  Wilh.  und
Jos.  Huisch  in  Köln  1721.  „Himmlisch  Palm-Gärtlein  Zur  beständigen
Andacht,  und  geistlichen  Hebungen,  Nicht  allein  mit  Tagzeiten,  Litaneyen,
Gebett,  Betrachtungen,  etc.  Sondern  auch  mit  heylsamen  auß  Göttlichem
Wort  und  H.  H.  Vättern  gezogenen  Underweisungen  und  Lehrstücken
        <pb n="242" />
        Reichlich  besetzt,  Fruchtbarlich  gegründet,  Annehmblich  geziert:  Durch
P.  Wilhelmum  Nakatenum  Der  Societät  Jesu  Priestern.  Fünffter  Truck,
vom  Author  merklich  in  Materi  und  newen  Kupfferstücken  vermehrt,
verbessert  und  in  füglichere  Ordnung  gebracht.  Colin  Bey  Johan  Wilhelm ­
  Friessem,  Anno  1691.“  Das  Buch  enthält  35  deutsche  Liedertexte
ohne  Melodien,  teils  Uebersetzungen  lateinischer  Hymnen,  teils  frei
gedichtete  Lieder  (vgl.  Baumker,  Kirchenlied  III,  S.  34,  52).
(S.  70)  Alb.  Gereon  Stein  war  ein  Kölner  Kind  aus  dem  Volke,  am
29.  September  1809  geboren  und  1833  zum  Priester  geweiht.  Nach  vierjähriger ­
  Tätigkeit  als  Kaplan  in  Cornelimünster  kehrte  er  in  seine  Vaterstadt ­
  zurück,  zunächst  als  Rektor  an  der  de  Grooteschen  Familienkapelle
,,Im  Elend“  (bedeutet  hier  soviel  wie  der  Fremden,  Nicht-Einheimischen).
Nach  zwölf  Jahren  wurde  er  Pfarrer  von  St.  Johann  Baptist  und
1837  Definitor  und  Pfarrer  von  St.  Ursula.  Als  einfacher  Mann  war
er  beim  Volke  allbeliebt  und  ein  trefflicher  Kanzelredner.  Auch  als
Komponist  hat  er  sich  hervorgetan,  sein  „Ecce  homo“,  „Kyrie  eleison“,
„0  Jesu,  all  mein  Leben  bist  du“,  „Wir  grüßen  dich  heute  mit  frohem
Sinn,  Maria,  der  Engel  Königin“  waren  sehr  beliebte  Melodien.
(S.  74)  Gegen  die  sog.  Maigesetze  verstieß  Erzbischof  Melchers  zum
ersten  Male  dadurch,  daß  er  im  Mai  1873  zwei  Vikaren  wegen  ihres  Uebertritts
  zum  Altkatholizismus  die  Vornahme  der  priesterlichen  Handlungen
untersagte.  Das  Kölner  Zuchtpolizeigericht  verurteilte  ihn  dafür  zu
50  Taler  Geldbuße.  Als  er  aber  fortfuhr,  Geistliche  zu  entsetzen  und
anzustellen,  wurde  er  schließlich  am  31.  März  1874  verhaftet  und  in  das
Gefängnis  am  Klingelpütz  gebracht,  wo  er  bis  zum  9.  Oktober  blieb.  Wieder
freigelassen,  erhielt  er  am  2.  Dezember  1875  mit  Rücksicht  auf  „die  von
ihm  verhängten  Exkommunikationen,  die  gesetzwidrige  Anstellung  von
Geistlichen  und  die  Nichtbesetzung  vakanter  Pfarreien,  die  Verhinderung
der  Visitation  des  Priesterseminars  1873  und  1875,  die  von  ihm  inszenierte
Aufregung  der  Bevölkerung  durch  den  Empfang  der  Massendeputationen
’a  dem  Tage  vor  seiner,  wegen  Nichtzahlung  der  erkannten  Geldstrafe
notwendig  gewordenen  Verhaftung,  endlich  wegen  des  äußersten  Maßes
des  Widerstandes,  das  er  seiner  Verhaftung  entgegengesetzt“  habe,  durch
den  Oberpräsidenten  von  Bardeleben  die  Aufforderung  zur  Amtsnieder-Ißgung
  zugestellt.  Als  er  sich  weigerte,  wurde  er  am  28.  Juni  1876  durch
den  neugegründeten  Kgl.  Gerichtshof  für  kirchliche  Angelegenheiten  „abgesetzt“. ­
  Das  erzbischöfliche  Vermögen  verfiel  der  Beschlagnahme,  weil
das  Metropolitankapitel  sich  weigerte,  einen  Kapitelsvikar  zu  wählen.
Schon  vorher  (Ende  1875)  war  der  Erzbischof  nach  Holland  zu  den  Franziskanern ­
  in  Maastricht  geflüchtet.  Nachdem  sich  die  Wogen  des  Kulturkampfes ­
  wieder  geglättet  hatten,  erhob  ihn  Papst  Leo  XIII.  in  dem
Konsistorium  vom  27.  Juli  1885  zum  Kardinal  und  berief  ihn  nach  Rom.
Sein  Nachfolger  auf  dem  erzbischöflichen  Stuhle  wurde  der  Bischof
von  Ermland,  Philippus  Krementz.  Auf  dessen  ’  Aufruf  errichteten  die
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        Katholiken  der  Erzdiözese  als  Melchers-Denkmal  die  schöne  1909  vollendete
Pauluskirche  in  Köln  nahe  dem  Sachsenring.
46  (S.  80)  Der  erste  Jahrgang  der  Akademischen  Monatsblätter
erschien  unter  der  Schriftleitung  von  Dr.  0.  Wilpert  in  Gr.-Strehlitz  und
begann  mit  dem  25.  November  1888.  Das  Organ,  das  Beiträge  zur  Geschichte
und  Erörterungen  über  Einrichtungen,  Gebräuche  des  Verbandes  und  der
Vereine,  kritische  Besprechungen,  Biographien  etc.  bringen  sollte,  wurde
in  der  Buchdruckerei  Lindner  in  Breslau  für  die  Mitglieder  der  Vereine
als  Manuskript  gedruckt.  Der  zweite  und  dritte  Jahrgang  standen  unter
der  Schriftleitung  von  Dr.  Paul  Weilbächer.
46  (S.  83)  Fridolin  Hoffman  n,  1828  als  Sohn  eines  Küfermeisters  in
Coblenz  geboren,  erlernte,  nachdem  er  die  Elementar-  und  eine  Privatschule ­
  durchlaufen  hatte,  die  Lithographie.  Infolge  anstrengender  Arbeiten
litten  seine  Augen  so  sehr,  daß  er  diesen  Beruf  aufgeben  mußte.  Nach
einem  kurzen  Aufenthalt  in  einem  Straßburger  Kloster  kehrte  er  nach
Coblenz  zurück,  wirkte  hier  als  Lehrer  und  redigierte  den  „Rhein-  und
Moselboten“,  der  aber  bald  unterdrückt  wurde.  Dann  begann  er  im  Seminar
zu  Mainz  Theologie  zu  studieren,  verließ  es  aber  im  Herbst  1859  vor
Empfang  der  Weihen,  um  in  Bonn  Vorlesungen  zu  hören.  Nach  seinem
Austritt  aus  der  Leitung  der  KV  leitete  er  von  1870  bis  1872  den  Rheinischen ­
  Merkur,  ein  „kirchlich-politisches  Wochenblatt“,  von  dann  bis
1875  die  Aachener  Zeitung,  von  1875  bis  77  die  Bonner  Zeitung  und  war
dann  1878  eine  kurze  Zeitlang  Mitleiter  der  Baseler  Nachrichten.  Krankheit
nötigte  ihn  zur  Aufgabe  dieser  Stellung,  worauf  er  im  Juli  1880  gegen
Ueberweisung  seiner  reichhaltigen,  besonders  mit  Bezug  auf  die  altkatholische ­
  Bewegung  wertvollen  Bibliothek  auf  Grund  eines  Stadtverordnetenbeschlusses ­
  vom  17.  Juni  1880  im  Alexianerkloster  zu  Köln
lebenslängliche  Aufnahme  fand,  wo  er  am  31.  August  1886  unbeachtet
starb.  Hoffmann  hat  sich  auch  in  der  schönen  Literatur  betätigt.  1870
erschien  von  ihm  die  Römische  Familiengeschichte  „Die  Scornati“  und
die  Familiengeschichte  „Die  Töchter  des  Hauses“  aus  der  englischen
Gesellschaft.  Ein  Jahr  später  folgten  „Bilder  römischen  Lebens“.
47  (S.  92,  100)  Eduard  Hüsgen  war  am  3.  Oktober  18*18  als  Sohn  eines  Lehrers
zu  Weißenburg  am  Rhein  bei  Düsseldorf  geboren,  studierte  in  Münster
i.  W.  und  Bonn,  anfangs  Theologie,  bald  aber  Rechtswissenschaft.  Als
Referendar  wurde  er  1873,  als  verdächtig,  im  Düsseldorfer  Volksblatt,
dessen  gelegentlicher  Mitarbeiter  er  war,  einen  Artikel  mit  einer  Majestätsbeleidigung ­
  geschrieben  zu  haben,  auf  Grund  einer  Disziplinaruntersuchung
aus  dem  Justizdienst  entlassen.  Bald  darauf  promovierte  er  in  Jena  als
Dr.  juris  und  nahm  dann  die  Stelle  an  der  KV  an.  Nach  Düsseldorf  übersiedelt,
  entwickelte  er  in  den  dortigen  unklaren  politischen  Verhältnissen
alsbald  eine  eifrige  Tätigkeit  und  brachte  die  Zentrumspartei  auch  auf
gemeindepolitischem  Gebiete  zu  ihrem  Recht.  1898  wurde  er  Stadtverordneter ­
  und  trat  an  die  Spitze  der  Partei.  Sein  fleißiges  politisches
        <pb n="244" />
        Wirken  trug  bald  auf  dem  gesamten  öffentlichen  Leben  schöne  Früchte;
in  Vereinen,  in  der  katholischen  Frauenbewegung,  Parteiversammlungen
usw.  betätigte  er  sich  eifrig.  In  Verbindung  mit  dem  ihm  befreundeten
Hofkaplan  an  St.  Andreas,  Dr.  Schmitz,  dem  späteren  Kölner  Weihbischof, ­
  und  dem  Kaufmann  Jos.  B  r  o  i  x  in  Neuß  gründete  er  die  Düsseldorfer ­
  Volksbank  (später  Düsseldorfer  Bank),  die  dem  Mittelstand  einen
geldlichen  Rückhalt  bieten  sollte,  und  die  dann  in  die  Rheinisch-Westfälische ­
  Discontobank  aufging.  Auch  auf  eine  nähere  Fühlungnahme
der  Zentrumsblätter  untereinander  und  die  Verbesserung  ihres  Berliner
Nachrichtendienstes  war  er  bedacht.  In  dieser  Beziehung  veranlaßte  er
das  Zustandekommen  der  sog.  CPC  (Centrums-Parlaments-C
  o  r  r  e  s  p  o  n  d  e  n  z),  die  er  persönlich  in  Berlin  einrichtete.  Zusammen
mit  dem  Redakteur  Pfarrer  Zeck  arbeitete  er  für  den  Zusammenschluß
der  Zentrumsorgane  eine  Satzung  aus,  die  dann  auf  der  Katholikenversammlung ­
  zu  Würzburg  1877  den  Grund  zum  „Augustinusverein
zur  Pflege  der  katholischen  Presse“  legte.  In  dem  Verein  übernahm  er
am  20.  Januar  1909  als  Nachfolger  seines  Freundes  Otto,  des  Verlegers
der  Niederrheinischen  Volkszeitung  in  Krefeld,  den  ersten  Vorsitz,  den  er
bis  zu  seinem  Lebensende  inne  hatte.  Im  Jahre  1909  schied  er  aus  dem
aktiven  Schriftleitungsdienst  aus  und  veröffentlichte  dann  sein  Windthorstbuch.
  Unerwartet  starb  er  am  20.  Oktober  1912  an  einem
Herzschlag.
Der  Augustinus-Verein  zur  Pflege  der  katholischen  Presse  verdankt ­
  sein  Entstehen  einem  Antrag,  den  Kaplan  Dr.  Herrn.  Jos.  Schmitz,
der  spätere  Kölner  Weihbischof,  und  Dr.  Ed.  Hüsgen  auf  dem  Würzburger
Katholikentag  1877  stellten.  Sein  Hauptzweck  war  die  Gründung  weiterer
katholischer  Blätter;  ferner  sollte  „eine  gemeinsame  quellenmäßige  Information ­
  und  Berichterstattung“  hergestellt  werden.  1869  zählten  die
sämtlichen  katholischen  Blätter  Deutschlands  kaum  60000  Bezieher.
1873  gab  es  schon  120  größere  und  1879  bereits  271  täglich  erscheinende
größere  Blätter  der  Zentrumspartei.  Außer  dem  genannten  Zweck  sollte
der  Verein  eine  Vermittlung  schaffen  zwischen  Tagesschriftstellern  und
Politikern.  Die  in  Würzburg  gewählte  Kommission  legte  in  der  Kölner
Gründungsversammlung  vom  31.  Januar  1878  die  Satzungen  vor,  die
auch  eine  Pensionskasse  für  Tagesschriftsteller  vorsah.  Der  Verein
benannte  sich  nach  dem  hl.  Augustinus,  weil  dieser  Kirchenvater  das
Werk  De  civitate  Dei  verfaßt  hat,  in  dem  er  dem  Staate  Gottes  das
Reich  der  gottentfremdeten  Welt  kämpfend  gegenüberstellt.  An  diesem
Kampfe  soll  auch  die  katholische  Presse  teilnehmen  und  die  christliche
Weltanschauung  gegen  die  widerchristliche  verteidigen.  Der  erste  Vorsitzende ­
  war  Dr.  Schmitz-Düsseldorf,  dem  1882  Ad.  Jos.  Bongartz-Rellingbausen,
  1883  Karl  Böddinghaus-Münster,  1889  Heinr.  Otto-Crefeld,  1909
Df.  Eduard  Hüsgen-Düsseldorf  (vergl.  oben)  und  1912  Lambert  Lensing-Dortmund
  folgten.
        <pb n="245" />
        224

48  (S.  101)  Dr.  jur.  Karl  Bachem,  geh.  9.  Januar  1887,  studierte  an  den
Universitäten  Freiburg,  Paris,  Berlin  und  Bonn  Rechtswissenschaft.  In
Greifswald  promovierte  er  als  Dr.  jur.  Nachdem  er  im  Februar  1914
Gerichtsassessor  geworden  war,  trat  er  bald  zur  praktischen  Tätigkeit
in  Schriftleitung  und  Verlag  der  KV  ein.  Am  ersten  Tage  der  Mobilmachung ­
  schied  er  von  der  Heimat.  Als  Leutnant  im  3.  Bayr.  Feld.-Art.-Reg.
  Prinz  Leopold  nahm  er  teil  an  den  schweren  Kämpfen  in  Lothringen,
an  der  Cöte  Lorraine,  in  Galizien,  den  Südkarpathen.  Während  des  Feldzuges ­
  wurde  er  Oberleutnant  und  Batterieführer  und  verheiratete  sich
mit  Agnes  Sonnenschein  aus  Köln.  Er  wurde  mit  dem  Eisernen  Kreuz
II.  und  I.  Klasse  sowie  mit  dem  Bayr.  Militärverdienstorden  ausgezeichnet.
Mehrfach  verwundet  und  in  Galizien  von  einem  schweren  Unglücksfall
betroffen,  fand  er  am  8.  Oktober  1917  in  den  Flandernschlachten  südöstlich ­
  Ypern  infolge  Volltreffers  inmitten  seiner  Batterie  in  treuester
Pflichterfüllung  den  Heldentod.  „Falle  ich“,  so  schrieb  er  in  seiner  letztwilligen ­
  Verfügung,  „so  wird  noch  im  letzten  Augenblick  meines  Lebens
der  Gedanke  mir  Befriedigung  geben,  daß  ich  als  ganzer  Mann  für  ein
hehres  Gut,  die  Freiheit  des  deutschen  Vaterlandes,  für  die  ich  freien
Willens  eingetreten,  gestorben  bin  .  .  .  Der  Tod  war  mir  keine  Ueberraschung,
  und  der  gütige  Gott  wird  mir  gnädig  sein  und  mir  ein  ewiges
Wiedersehen  schenken.“  —  Sein  älterer  Bruder  Hans  Bachem,
geb.  6.  Mai  1883,  seit  1.  April  1909  in  der  Firma  tätig,  folgte  ebenfalls
dem  Ruf  des  Vaterlandes  schon  zu  Anfang  des  Krieges  und  steht  als
Leutnant  und  Adjutant  bei  einem  preußischen  Fuß-Art.-Regt.
49  (S.  107)  „Die  Kölnische  Volkszeitung  im  neuen  Gewände“  hieß  ein  Leitaufsatz ­
  an  der  Spitze  der  Nr.  676  vom  29.  August  1917.  Er  war  veranlaßt ­
  durch  Anfragen  aus  dem  Leserkreise,  ln  demselben  hieß  es  u.  a.:
„Die  KV  mischt  sich  nicht  in  den  Gelehrten-Streit  ein  über  Fraktur
und  Antiqua,  über  Deutsch-  oder  Latein-Schrift,  sondern  sie  stellt  sich
lediglich  auf  den  praktischen  Standpunkt,  der  für  ein  großes
Tagesblatt  maßgebend  sein  muß.  Da  durch  die  Kriegsüberanstrengung
unsere  alte  Zeitungsschrift  vollständig  verschlissen  war,  mußte  zur  Beschaffung ­
  einer  neuen  Schrift  und  neuer  Setzmaschinen  geschritten
werden.  Es  handelte  sich  für  uns  nur  darum,  eine  sehr  klare  und  gut
lesbare,  die  Augen  schonende  Schrift  zu  finden.  Somit  wurde  die  schönste
und  deutlichste  der  vorhandenen  Schriftarten  ausgesucht.
„Auch  die  Kriegsnotwendigkeit  hat  dabei  eine  große  Rolle  gespielt:
der  Mangel  an  Personal  durch  Heereseinberufungen  und  die  Unmöglichkeit ­
  der  Beschaffung  ausreichenden  Ersatzes  nötigten  die  Druckereileitung,
mehr  wie  bisher  vom  Handsatz  zum  Maschinensatz  überzugehen  und
dafür  weitere  Setzmaschinen  anzuschaffen.
„Die  bisher  eingelaufenen  Zustimmungen  aus  dem  Leserkreise,  aus
allen  Berufsständen  und  Gesellschaftsklassen  zeigen  uns,  daß  wir  glauben
dürfen,  das  Richtige  getroffen  zu  haben.
        <pb n="246" />
        „Mit  nationaler  Haltung,  deutschem  Fühlen  u.s.w.  hat  die
Wahl  der  neuen  Schrift  nichts  zu  tun.  Wer  die  sog.  Antiquaschrift
eine  lateinische  nennt,  der  darf  nicht  vergessen,  daß  die  deutsche  gotische
sog.  Frakturschrift  französischen  Ursprungs  ist.
„Als  durchaus  nicht  unwichtige  Nebenwirkung  sei  erwähnt,  daß  die
Zeitung  im  Auslande  noch  mehr  wie  bisher  gelesen  wird  und  auf
diese  Art  deutsche  Gedanken  und  deutsche  Politik  bei  unseren  Bundesgenossen ­
  (Ungarn,  Bulgaren,  Türken)  wie  bei  Neutralen  und  Feinden  besser
Eingang  finden  und  verstanden  werden.  Das  ist  von  besonderm
vaterländischem  Wert.  Mit  der  alten  Schrift  ist,  wie  ein  westfälischer ­
  Professor  sich  treffend  ausdrückte,  „eine  Dornenhecke  gefallen,
infolge  dessen  manchem  Ausländer  ein  Blick  in  deutsches  Wesen  und
Verständnis  für  das  Deutschtum  ermöglicht  wird“.  An  dieser  Aufklärungsarbeit ­
  im  neutralen  und  feindlichen  Auslande  hat  es  leider  bisher  sehr
gefehlt,  wie  der  Verlauf  des  Weltkrieges  zeigte.“
W  enn  auch  hier,  wie  in  so  vielen  Dingen,  der  Erfolg  entscheidet,
so  kann  man  nur  sagen:  der  Verlag  der  KV  ist  sehr  zufrieden.
Recht  schwierig  war  es  zu  beobachten,  wie  verschiedenartig  das  entschlossene ­
  Vorgehen  in  der  Presse  beurteilt  wurde:  Die  Alldeutschen
Blätter  nannten  es  „eine  Herausforderung“,  die  Staatsbürger-Zeitung
»eine  nationale  Kulturtat  ersten  Ranges“.  (KV  227,  21.  3.  1918.)
50  (S.  16G)  Die  Buchdruckerei  Thiriart  et  Comp,  wird  in  dem  ältesten
gedruckten  „Adresse-Kalender  der  Stadt  Köllen“,  vom  Jahre  1795  als  in
der  Schmiergasse  Nr.  3900  (jetzt  Komödienstraße)  befindlich  aufgeführt.
Die  Firma  war  nach  Ausweis  des  zweiten  Kölner  Adreßbuches  von  1797
Verleger  des  „Journal-General“,  welches  Politik,  Literatur  und  Handel
erörterte.  Thiriart  hat  später  auch  Bachemsche  Verlagswerke  gedruckt,
z -  B.  das  einzige  1819  erschienene:  „S  o  k  r  a  t  e  s,  Betrachtungen  und
Untersuchungen“  von  Ferd.  Delbrück,  ferner  1821  „Der  neue  Achilles“
von  Elsholtz.  Aus  der  Thiriartschen  Druckerei  ist  1822  das  dritte  Kölner
Adreßbuch  hervorgegangen,  während  das  folgende  1828  im  Kommissionsverlag ­
  von  Johann  Peter  Bachem  erschien.  Dieses  kennt  die  Thiriartsche
Druckerei  noch,  das  nächste  von  1831  führt  sie  nicht  mehr  auf.  —  Die
Verweisung  auf  S.  187  bei  Hans  Bachem  muß  richtig  48  heißen.
51  (S.  167)  „In  den  Jahren  18^1—1847  stellten  z.  B.  Pierer  in  Altenburg,
Reindl  in  Bamberg,  C.  G.  Naumann  in  Leipzig,  Lintz  in  Trier,  Dannheimer
in  Kempten,  Bachem  in  Köln,  Litfaß  in  Berlin,  Schwetschke  in  Halle  ihre
erste  Schnellpresse  auf.“  Gesch.  d.  D.  Buchh.,  Bd.  IV,  285.
52  (S.  176)  An  diesem  Dampfkessel  stand  1891  als  Heizer  ein  Mann,  der  aus
eigener  Kraft  sich  innerhalb  dreier  Jahrzehnte  zu  einem  hohen  Posten
emporschwingen  sollte;  Johann  Giesberts.  Als  er  die  Heizerstelle
nntrat,  lag  schon  ein  hartes  Leben  hinter  ihm.  1865  in  dem  Landstädtchen
Straelen  an  der  holländischen  Grenze  als  ältestes  von  zehn  Kindern
eines  Bäckers  geboren,  erlernte  er  das  Handwerk  seines  Vaters.  Mit
1 00  Jahre  J.  P,  Bachem  15
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        17  Jahren  arbeitete  er  bis  zu  seiner  Militärzeit  im  Sommer  auf  einer
Ziegelei,  im  Winter  in  der  Oelmühle,  später  in  einer  Bierbrauerei.  Arbeitslos ­
  kam  Giesberts  im  Jahre  1891  nach  Köln  und  wurde  hier  Hilfsarbeiter
in  der  Eisenbahn-Zentralwerkstätte  in  Nippes,  um  dann  bei  der  Firma
Bachem  einzutreten.  Im  Jahre  1896  zog  er  durch  eine  treffliche  Wahlrede
die  Aufmerksamkeit  von  Fridolin  Bachem  auf  sich.  Um  ihm  eine  bessere
Stellung  zu  bieten,  wurde  ihm  der  Posten  des  Maschinisten  übertragen,
den  er  bis  zum  Herbst  des  Jahres  1899  inne  hatte.  Nur  zögernd  nahm
er  dann  die  ihm  angebotene  Stellung  als  Schriftleiter  der  Westdeutschen
Arbeiterzeitung  an,  von  wo  er  weiter  zum  Arbeitersekretär,  zum
Reichs-  (1905  für  Essen)  und  Landtagsabgeordneten  (1908  für  Essen-Land)
und  im  Oktober  1917  zum  sachverständigen  Beirat  für  soziale  und  Arbeiterfragen ­
  im  Reichswirtschaftsamt  aufrückte.  Die  Jubiläumsnummer
der  KV  von  1910  enthält  von  ihm  einen  wertvollen  Beitrag:  Die  Bedeutung
der  katholischen  Arbeitervereine  für  die  soziale  Entwicklung.
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        VI

Geschäfts-jubilare.

Die  Daten  bedeuten  die  Jubeltage.

1.  Goldjubüare.
Schumacher  Theod.,  Obermetteur  1.10.  1916
Stang  Johann,  Buchdruckergehilfe  ....  27.  5.  1911

2.  Silberjubilare.

Mitglieder  der  Redaktion  der  KV
Bachem,  Justizrat  Dr.  Julius  (f  22.  1.  1918)  8.12.  189 1 !
Cardauns,  Professor  Dr.  Hermann  15.  3.  1901
Dresemann,  Dr.  Otto  .  12.  11.  1913
Hölscher  Georg  11.  3.  1911
Kipper  Herrn,  (f  15.  10.  1910)  1.  5.  1897
Traub  Anton  (f  29.  9.  1915)  1.  4.  1912
Wolf  Anton  13.11.  1917

Kontor-Angestellte:
Becker  Carl,  Handlungsgehilfe  15.  1.  1917
Bonn  Theod.,  Handlungsgehilfe  15.  5.  1901
Carillon  Wilh.,  Handlungsgehilfe  ...  28.  *1.  1917
Funken  Jos.,  Handlungsgehilfe  10.10.  1916
Hölzer  Robert,  Handlungsgehilfe  15.  2.  1911
Kurth  Fritz,  Buchverlagsabteilung  ....  15.  2.  1918
Paffenholz  Jos.,  Haupt-Kassierer  10.10.  1916
Schäfer  Jos.  II,  Handlungsgehilfe  1.  '1.  1910
Schmitz  Jean,  Prokurist  16.  2.  1911
Seidenberg  J.  A.,  Prokurist  30.12.  1917
Sombetzki  Herrn.,  Prokurist  12.12.  1906
Wellendorf  Karl,  Handlungsgehilfe  ....  1.10.  1916
Westorf  Matth.,  Handlungsgehilfe  20.  4.  1911
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        Angestellte  des  technischen  Betriebes:

Bednareck  Jos.,  Zeitungs-Metteur  .....  15.  1.  1911
Becker  Jos.,  Buchbinder-Hilfsarbeiter  .  .  .  29.  2.  1915
Breuer  Jos.,  Verlags-Packer  12.12.  1903
Breuer  Wilh.,  Zeitungssetzer  29.11.  1915
Brüls  Quir.,  Zeitungs-Korrektor  15.10.  1909
Busch  Hub.,  Verlags-Packer  27.  7.  1913
Calenberg  Karl,  Versendungs-Hilfsarbeiter  .  30.10.  1905
Gramer  Emil,  Buchdruckergehilfe  2.  1.  1890
Deberge  Friedr.,  Zeitungs-Metteur  1.  12.  1915
Dresen  Anton,  Änzeigen-Metteur  11.10.  1905
Fischer  Friedr.  Wilh.,  Buchdruckergehilfe  .  19.  8.  1919
Gneiting  Alfred,  Buchbindergehilfe  .  ...  21.  9.  1915
Greshake  Konrad,  Buchdruckergehilfe...  25.  8.  1909
Hasch  Nikolaus,  Äkzidenzsetzer  ....  15.12.  1915
Heisterbach  Peter,  Versendungsgehilfe.  .  .  22.  5.  1916
Herren  Theod.,  Zeitungssetzer  8.  9.  1913
Kampofski  Wilh.,  Versendungsgehilfe  ...  29.  9.  1915
Kaumans  Josef,  Werksetzer  9.  8.  1911
Kopp  Anton,  Zeitungssetzer,  5.12.  1913
Korn  Anton,  Techn.  Betriebsleiter,  Oberfaktor  7.  5.  1899
Kremer  Hugo,  Zeitungs-Metteur  13.10.  1912
Laufenberg  Wilh.,  Vorst,  d.  Zeitungs-Versd.  12.  9.  1907
Lersch  Konrad,  Zeitungs-Metteur  13.10.  1912
Mack  Hermann,  Papier-Verwalter  29.10.  1908
Mosbach  Peter,  Anzeigen-Metteur  25.11.  1897
Müller  Johann,  Buchdruckergehilfe  ....  5.11.  1913
Rennen  Karl,  Zeitungs-Korrektor  23.  9.  1908
Reuter  Wilh.,  Rotationshilfsarbeiter  ....  1.  9.  1910
Rings  Johann,  Zeitungs-Faktor  22.  3.  1895
Schmalz  Jos.,  Buchdruckergehilfe  30.  8.  1909
Schmitz  Bernhard,  Werk-Faktor  ....  26.  3.  1907
Schmitz  Christian,  Zeitungs-Metteur.  .  .  .  15.11.  1911
Schmitz  Franz,  Werk-Metteur  29.10.  1912
Schmitz  Peter,  Akzidenz-Faktor  21.11.  1917
Schneider  Adolf,  Anzeigen-Vertreter  ...  1.10.  1916
Schreiber  Matthias,  Zeitungssetzer  .  .  .  22.  3.  1901
Schüller  Peter,  Anzeigensetzer  23.  5.  1917
Strick  Wilh.,  Papier-Verwalter  7.  2.  1915
Trimborn  Albert,  Kassenbote  1.  9.  1910
Wilke  Albert,  Werk-Korrektor  15.11.  1911
Zimmermann  Peter,  Buchbindergehilfe  .  .  23.  7.  1916
Zündorf  Franz,  Kassenführer  .  26.  9.  1895
Weibliche  Jubilare:
Faust  Frau,  Zeitungsträgerin  8.10.  1912
Herzig  Frau,  Zeitungsträgerin  23.  9.  1919
Hommerich  Frau,  Zeitungsträgerin  ...  8.10.  1912
Linz,  Frau  Kath.,  Zeitungsträgerin  ....  7.  7.  1917
Lüttgen  Frau,  Zeitungsträgerin  15.  8.  1907
Presser  Frau,  Zeitungsträgerin  29.11.  1915
Trimborn  Frau,  Zeitungsträgerin  15.  8.  1907
        <pb n="250" />
        Ehrentafel
der  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes.

I.  Klasse.
Bachem  Hans,  Prokurist
Bachem,  Dr.  jur.  Karl  (gefallen  8.  10.  1917)
Horndasch  Max,  Redakteur
Strauch  Franz,  Akzidenzsetzer  (gefallen  16.  4.  1917).

II.  Klasse.

Äußern  Johann,  Akzidenzsetzer
Bachem  Hans,  Prokurist
Bachem,  Dr.  jur.  Karl  (s.  o.)
Baggeier  Georg,  Zeitungssetzer
Bergmann  Josef,  Handlungsgehilfe
Bloch  Johann,  Kontorhilfsarbeiter
Boch  Jakob,  Versendungshilfsarb.
Boch  Matthias,  Kontorhilfsarbeiter
Buekermann  Joh.,  Handlungsgehilfe
Coellen  von,  Verlagsgehilfe
Dietz  Karl,  Handlungsgehilfe
Eich  Matth.,  Buchbindergehilfe
Eichen  Hubert,  Handlungsgehilfe
Esser  Peter,  Rotationshilfsarbeiter
Paust  Fr.,  Versendungshilfsarbeiter
Pritsche  Peter,  Versendungshilfsarb.
Fuchs  Heinr.,  Buchbinderhilfsarb.
Behrmann  Jos.,  Buchbindergehilfe
Goddert  Franz,  Handlungsgehilfe
Goldbach  Jakob,  Handlungsgehilfe
Görtz  Peter,  Buchbinderhilfsarbeiter
Grehl  Peter,  Rotationshilfsarbeiter
Höllerbach  Fritz,  Handlungsgehilfe
Hansen  Wilhelm,  Handlungsgehilfe
Hilgers  Jakob,  Handlungsgehilfe
Honold  Wilhelm,  Buchbindergehilfe
Horndasch  Max,  Redakteur
"Uchem  Peter,  Handlungsgehilfe
Karst  Heinrich,  Werksetzer
Koesmacher  Mart.,  Buchdruckergeh.
Kemmerich  Joh.,  Buchdruckergeh.
Kiel  Emil,  Hilfsarbeiter
Klaeser  Andr.,  Setzereihilfsarbeiter
Klefisch  Gerhard,  Maschinensetzer
v  (gefallen  22.  8.  1917)
Krauß  Karl,  Akzidenzsetzer

Küppers  Peter,  Korrektor
Lichtken  Josef,  Werksetzer
Ludwig  Emil,  Stereotypeur
Mois  Peter,  Zeitungssetzer
Mompour  Ferd.,  Handlungsgehilfe
Moritz  Jakob,  Maschinist
Müller  Ignatz,  Buchdruckergehilfe
Neu  Hubert,  Kontorhilfsarbeiter
Neumann  Max,  Obermasch.-Meister
Reimann  Gerh.,V  ersendungshilfsarb.
Reimersdahl  van,  Fritz,  Zeit.-Setzer
Reinders  Josef,  Stereotypeur
Schmitz  Herrn.,  Handlungsgehilfe
Schmitz  Paul,  Setzereihilfsarbeiter
Schröder  Gustav,  Zeitungssetzer
Seemann  Rob.,  Buchbindergehilfe
Stadler  Heinrich,  Zeichner
Steffen  Nikol.,  Versendungshilfsarb.
Steinkrüger  Jakob,  Handlungsgehilfe
Strauch  Franz,  Akzidenzsetzer  (s.  o.)
Stuhlträger  Karl,  Akzidenzsetzer,
TerspeckenBernh.,Handlungsgehilfe
(gefallen  20.  3.  1918)
Trierweiler  Paul,  Akzidenzsetzer
Trimborn  Joh.,  Stereotypiehilfsarb.
Uhlenbroch  Jakob,  Kontorhilfsarb.
Voller  Heinrich,  Druckereihilfsarb.
(gefallen  16.  2.  1917)
Volberg  W  ilh.,Rotationshilfsarbeiter
Volk  Johann,  Handlungsgehilfe
Weber  Franz,  Handlungsgehilfe
Weeks  Friedr.,  Setzereihilfsarbeiter
Wenkemann  Andr.,  Obermaschinenmeister ­

Wieland  Wilh.,  Handlungsgehilfe
Wolff  P.,  Versendungshilfsarbeiter
        <pb n="251" />
        Ehrentafel
der  im  Kriege  gefallenen  und  im  Lazarett
gestorbenen  Geschäftsangehörigen.
Den  Heldentod  erlitten:
Ivens  Wilh.,  Maschinensetzer,  Musketier
gefallen  in  Frankreich  13.  8.  1915
Waninger,  Dr.  Karl,  Redakteur
gefallen  in  Rußland  24.10.  1915
Röhrig  Max,  Handlungsgehilfe,  Musketier
gefallen  in  Frankreich  31.12.1915
Flock  Peter,  Handlungsgehilfe,  Krankenträger
gefallen  vor  Verdun  27.  5.  1916
Dausch  Karl,  Handlungsgehilfe,  Musketier
gefallen  in  Frankreich  17.  7.  1916
Braun  Johann,  Buchdruckergehilfe,  Landst.
gefallen  in  Galizien  7.  9.  1916
Lauterbach  Peter,  Versendungsgehilfe,  Musketier
gefallen  in  Rußland  31.  12.  1916
Valler  Heinrich,  Hilfsarbeiter,  Musketier
gef.  und  gest.  im  Feldlazarett  16.  2.  1917
Strauch  Franz,  Akzidenzsetzer,  Vizefeldw.  d.  Garde
gefallen  im  Westen  16.  4.  1917
Steinweg  Johann,  Buchdruckergehilfe,  Landst.
gefallen  im  Westen  15.  5.  1917
Thiesen  Wilhelm,  Buchbindergehilfe,  Landst.
gefallen  in  Rußland  8.  8.  1917
Klefisch  Gerh.,Maschinensetzer,  Art.-Wachtmeister
gefallen  im  Westen  22.  8.  1917
Bachem  Karl,  Dr.  jur.,  Oberleutn.  u.  Batterieführer
gefallen  im  Westen  8.  10.  1917
Faust  Karl,  Hilfsarbeiter
gefallen  im  Westen  25.  10.  1917
Nuß  Joh.,  Hilfsarbeiter
gefallen  im  Westen  2.  11.  1917
Terspecken  Bernhard,  Kraftfahrer,  Sergant
gefallen  in  der  Ukraine  20.  3.  1918
Im  Lazarett  verstarben:
Spitz  Peter,  Akzidenzsetzer,  Landsturmmann
gestorben  im  Lazarett  zu  Düren  22.  7.  1915
Otto  Max,  Zeitungssetzer,  Landsturmmann
gestorben  im  Lazarett  zu  Wesel  22.  2.  1916
        <pb n="252" />
        VII

Frau  Catharina  Bachem.
Ein  Charakterbild.

Js  geziemt  sich,  am  Schluß  dieser  Jubiläumsschrift  Derjenigen
  zu  gedenken,  welche  am  innigsten  und  am
P  längsten,  fast  zweidrittel  Jahrhundert,  mit  der  Firma
und  ihrer  Entwicklung  verbunden  ist.  Seit  62  Jahren
gehört  Frau  Catharina  Bachem,  Josef  Bachems  Gattin,
der  Firma  an.  Von  diesen  teilte  sie  37  Jahre  lang  mit  ihrem
Gatten  Freud  und  Leid,  Mühen  und  Sorgen  und  alle  die  geschäftlichen ­
  Schwierigkeiten  und  politischen  Kämpfe  um  die  große
Sache,  welche  das  Leben  ihres  Mannes  ausfüllten  und  welchen
die  Bestrebungen  seiner  Firma  gewidmet  waren.  Ihrem  Manne
war  sie  nicht  nur  musterhafte  Hausfrau,  sondern  auch  treueste
Lebensgefährtin  und  verständnisvolle  Beraterin.  Somit  gebührt
ihr  das  reichlichste  Maß  von  den  Verdiensten  um  Fortschritt  und
Entwicklung  der  Firma.
Als  Tochter  des  Bonner  Großkaufmanns  und  Mühlenbesitzers

«loh.  Heinr.  Degen,  eines  der  Mitbegründer  der  Rheinischen  Eisenbahn-Gesellschaft, ­
  fand  sie,  früh  verwaist,  Zuflucht  und  liebevolle
Aufnahme  in  Bonn  im  Hause  ihres  Onkels,  Wilhelm  Birkheuser,
und  seiner  trefflichen  Gattin.  In  diesem  Familienkreise  hat  sie
einen  großen  Teil  ihrer  Erziehung  und  Ausbildung  genossen.
So  unter  fleißigen  und  arbeitsamen  Menschen  aufgewachsen,
durch  die  Verhältnisse  genötigt,  aber  auch  aus  angeborenem
Innern  Triebe,  lernte  sie  früh  den  Wert  und  die  innere  Kraft
der  christlichen  Arbeit  kennen  und  schätzen.  Dem  „Ohm  Birkheuser“ ­
  hat  sie  stets  ein  dankbares  Angedenken,  seinen  Kindern
treue  Freundschaft  und  Anhänglichkeit  bewahrt.
        <pb n="253" />
        Als  sie  am  27.  April  1856  dem  Verlagsbuchhändler  Josef
Bachem  am  Altäre  die  Hand  reichte,  prophezeiten  ihr  geschwätzige
Zungen  wegen  der  schlanken,  schwächlichen  Gestalt  ihres  Mannes:
„Das  gibt  eine  junge  Witwe!“  Stolz  war  und  blieb  sie  aber
darauf,  daß  trotz  des  sehr  angestrengten  Lebens  und  der  schweren
Zeiten,  die  er  durchmachte,  ihr  Gatte  auch  körperlich  gesundete
und  gedieh,  niemals  ernstlich  krank  gewesen  war  und  unter
ihrer  Pflege  das  recht  ansehnliche  Alter  von  72  Jahren  erreichte.
Alle  Geschicke  und  Entwicklungen  der  Firma  lebte
Catharina  Bachem  mit.  Nicht  nur  die  großen  Entschlüsse  und
Unternehmungen,  sondern  auch  die  kleinen  Begebenheiten  des
geschäftlichen  Lebens  pflegte  ihr  Mann  mit  ihr  zu  besprechen
und  zu  beraten.  Wie  viele  der  ersteren  unter  dem  Einfluß  der
klugen  praktischen  Frau  zu  der  richtigen  Reife  kamen,  wird
wohl  nur  sie  selbst  wissen.  Es  war  Josef  Bachem  bei  seiner
temperamentvollen  Veranlagung  gleichsam  Herzensbedürfnis,  über
die  in  einem  lebhaften  Geschäftsbetrieb  niemals  ausbleibenden
kleinen  und  großen  Aerger-  und  Kümmernisse  bei  seiner  Frau
das  Herz  ausznschütten.  Seinem  bei  allem  Edelmut  und  aller
Gutherzigkeit  seines  Charakters  manchmal  aufbrausenden  Wesen
wußte  sie  freundlichen  aber  festen  Gleichmut  besänftigend  entgegenzusetzen. ­
  Die  gedrückten  Stimmungen,  denen  er  beim  Uebermaß
  der  Sorgen  hier  und  da  unterworfen  war,  wußte  sie  durch
herzliche  Teilnahme  und  klugen  Zuspruch  zu  verscheuchen,  ihm
neuen  Lebensmut  einzusprechen  und  seiner  Tatkraft  neue  Anstöße
zu  verleihen.
Stramme  Zucht  hielt  sie  unter  ihren  sechs  Kindern,  fünf
Söhnen  —  von  denen  einer,  August,  mit  17  Jahren  starb  —  und  als
jüngstem  einer  Tochter.  Gehorsam  und  Wahrhaftigkeit  verlangte
sie  mit  eiserner  Strenge,  so  weitherzig  sie  überschäumender
nicht  immer  geräuschloser  Kinderlust  gegenüberstand.  In  ihren
Erziehungsgrundsätzen  blieb  sie  ernst  und  folgerichtig;  aber  wo
sie  bei  ihren  Kindern  Liebe  austeilen  konnte,  da  öffnete  sie  ihr
ganzes  Herz.  In  Uebereinstimmung  mit  ihrem  Gatten  erzog  sie
ihre  Kinder  durch  Wort  und  Beispiel  in  Gottesfurcht  und  Rechtlichkeit, ­
  in  Arbeitsamkeit  und  Pflichterfüllung.  In  der  Anhänglichkeit ­
  und  Dankbarkeit  ihrer  Kinder  fand  sie  den  Lohn  für
dieses  Erziehungswerk.
Einfach  und  bescheiden  in  ihrem  Wesen,  von  Charakter
genügsam  und  anspruchslos,  ist  es  ihr  auch  am  Abend  ihres
        <pb n="254" />
        Lebens  noch  Freude  und  inneres  Bedürfnis,  für  andere  zu  sorgen
und  zu  schaffen.  Peinlich  ordnungsliebende  und  sorgsame  Hausfrau, ­
  Willensstärke  Herrscherin  im  eigenen  Hause,  war  sie  ihren
Dienstboten  stets  eine  freundliche,  rücksichtsvolle  Herrin,  dem
Geschäftspersonal  eine  mitfühlende,  für  ihr  Wohl  und  Wehe
stets  empfängliche  Prinzipalin.  So  lange  sie  —  bis  1900  —  im
alten  Geschäftshause  Ecke  Marzellenstraße  und  Bahnhofstraße
wohnte,  hatte  sie  für  jeden  der  älteren  Leute,  die  sie  kannte,
ein  freundliches  Wort.  War  ein  gequetschter  Finger  zu  verbinden
oder  ein  Loch  im  Kopfe  zuzunähen  —  Ereignisse,  die  bei  den
vielen  Arbeitsjungen  der  Druckerei  ab  und  zu  unausbleiblich
waren  —  flugs  war  Frau  Catharina  Bachem  mit  ihrem  Pflasterkasten ­
  zur  Stelle,  und  ein  Chirurge  hätte  seine  Sache  kaum
besser  machen  können.  Ihrem  ältesten  Sohne  hat  sie  in  jungen
Jahren  einmal  eine  durch  einen  Fall  hervorgerufene  Kopfwunde ­
  kurz  entschlossen  selber  kunstgerecht  vernäht.  Als  der
Hausarzt  dazukam,  erklärte  er  ihr,  es  nicht  besser  zu  können.
Frau  Catharina  Bachem  war  stets  teilnahmsvoll  gegenüber
den  Bedrückten  und  Bedrängten;  wo  wirkliche  Not  oder
öffentliche  Wohltätigkeit  an  sie  herantraten,  gab  sie  gern  und
reichlich.
Ebensogern  aber  war  sie  fröhlich  mit  den  Fröhlichen.  Hatte
Josef  Bachem  seine  politischen  und  theologischen  Berater  und
Mitarbeiter,  was  mehrmals  im  Jahre  zu  geschehen  pflegte,  zu
sich  zu  gemütlicher  Abendtafel  geladen,  dann  war  sie  als  liebenswürdige ­
  Gastgeberin  in  ihrem  Element.  Mit  lebhafter  Anteilnahme ­
  beteiligte  sie  sich  an  den  ernsten  politischen  Gesprächen.
Wenn  aber  alsdann  die  Geistesfunken  rheinischen  Humors  in
Stücklein  und  „Krätzchen“  fröhlich  sprühten,  wie  sie  die  Seminar-Professoren
  Dr.  Heuser  und  Dr.  Scheeben,  Kaplan  Ditges  u.  a.
•m  Verein  mit  den  anwesenden  Mitgliedern  der  Redaktion  hin
und  her  zu  senden  wußten,  dann  erfreute  sich  an  diesem  lustigen
Feuerwerk  niemand  herzlicher  als  „Frau  Cathrinchen“.  Ihre
großen  dunklen  meist  ernsten  Augen  konnten  dabei  Tränen
lachen.
Sonstigem  geselligen  Verkehr  opferte  sie  wenig  Zeit  und  hatte
auch  wenig  dafür  übrig.  „Ich  habe  meine  Gesellschaft  und  meine
Vereine  im  Hause“,  äußerte  sie  oftmals.  Kaffeekränzchen  und
das,  was  auf  diesen  verhandelt  zu  werden  pflegt,  lagen  ihr  nicht,
um  so  mehr  aber  alle  Erscheinungen  und  Begebenheiten  des
        <pb n="255" />
        politischen  Lebens.  Ausgänge  tun,  soweit  Pflicht  und  Haushalt  sie
nicht  erforderten,  oder  erholungsweise  spazieren  gehen,  hielt
sie  für  Zeitverschwendung.  Nur  wenn  Wunsch  und  Gesundheit
ihres  Gatten  und  ihrer  Kinder  dies  erforderten,  machte  sie,
—  dann  aber  auch  jedesmal  —  Ausnahmen.  Vom  frühen  Morgen
bis  zum  späten  Abend  war  sie  unermüdlich  tätig.  Wenn  Friedrich
Wilhelm  Webers  schöner  Denkspruch
Die  Welt  ist  voll  von  Gottes  Segen,
Greif  nur  danach,  und  er  ist  Dein,
Du  brauchst  nur  Hand  und  Fuß  zu  regen,
Du  brauchst  nur  fromm  und  gut  zu  sein
auf  eine  schöne  Menschenseele  paßte,  dann  war  es  auf  Catharina
Bachem.  Jeden  Morgen  besuchte  sie,  solange  sie  konnte,  die
hl.  Messe  in  der  nebenan  liegenden  Kirche  St.  Maria  Himmelfahrt.
Dann  folgte  sie  dem  alten  christlichen  Spruch;  Bete  und  arbeite
und  Arbeit  macht  das  Leben  süß.  In  einem  Haushalt  wie  dem
ihrigen,  in  welchem  auch  manche  Dienstleistung  für  die  Bedürfnisse ­
  des  eng  verbundenen  Druckerei-  und  Geschäftsbetriebes
mitgeschafft  werden  mußten,  gab  es  stets  Arbeit  in  Hülle
und  Fülle.
Als  Ludwig  Windthorst,  der  große  Zentrumsführer,  in  der
Kulturkampfszeit  nach  einer  seiner  weltgeschichtlichen  Gürzenichreden ­
  zur  Mittagstafel  ihr  Tischgast  war,  und  als  eine  der
lustigen  jungen  Frauen  —  deren  Gesellschaft  bekanntermaßen
die  „kleine  Exzellenz“  sehr  liebte  —  sich  scherzweise  rühmte,
sie  lese  jeden  Tag  fünf  Zeitungen,  erwiderte  ihr  Windthorst  mit
ernster  Betonung:  „Stopfen  Sie  lieber  Strümpfe!“  Da  leuchteten
der  Hausfrau  Augen  voll  stiller  Selbstbefriedigung  und  innerer
Genugtuung  auf:  tatsächlich  war  sie  von  ihrem  Stopfei,  von
Nähkorb  und  Stricknadeln  unzertrennlich.
Die  „kleine  Exzellenz“  war  im  Laufe  der  Zeit  mehrmals
ihr  Wohngast.  Bei  einem  dieser  Aufenthalte  vergaß  er  bei  der
Abreise  sein  schwarzseidenes  Hauskäppchen,  das  sich  erst  beim
lange  nachher  erfolgenden  „Hausputz“  irgendwo  vorfand.  Frau
Bachem  hat  es  später  dem  kleinen  „Windthorst-Museum  der
Kölnischen  Volkszeitung“  überwiesen,  wo  es  jetzt,  mit  seinem
Arbeitstisch-Kruzifix  und  seinem  Schreibgerät  usw.  vereinigt,
aufbewahrt  wird.  —  Auch  mit  andern  hervorragenden  Zentrumspolitikern ­
  blieb  sie  in  persönlicher  Berührung.  August  Reichens-
        <pb n="256" />
        235

perger,  Dr.  Lieber,  Dr.  Spahn,  Prof.  Hitze,  Gröber,  Trimborn,
Franz  Brandts,  Mathias  Wiese  u.  a.  haben  öfters  ihre  Tafelrunde ­
  geziert.
Das  sorgfältige  Studium  der  Kölnischen  Volkszeitung  betrachtete ­
  sie  als  tägliche  Lebensaufgabe.  Als  echte  christliche
und  deutsche  Frau  widmete  sie  den  Geschicken  ihrer  Kirche
und  ihres  Vaterlandes  ihre  vollste  Teilnahme.  Wenn  in  jener
unglückseligen  Zeit  der  inneren  Entzweiung  in  den  siebziger
und  achtziger  Jahren  des  vorigen  Jahrhunderts  sie  der  schweren
Ungerechtigkeit  und  Unbill  gedachte,  welche  ihrer  Kirche,  deren
heldenmütigen  Bekennern  und  dem  katholischen  Volke  seitens
einer  irregeleiteten  Zeitrichtung  angetan  wurde  —  und  unter
welcher  auch  Persönlichkeit  und  Geschäft  ihres  Gatten  sehr
litten  —  dann  konnten  ihre  Augen  ebenso  blitzen  und  die  Faust
sich  ballen,  als  wenn  sie  heutzutage  der  Niedertracht  und  Verleumdungssucht ­
  der  Söhne  Englands  und  des  törichten  Hasses
der  Franzosen  gedenkt,  die  so  unsagbares  Elend  über  das  heißgeliebte ­
  deutsche  Vaterland  gebracht  haben.  Las  sie  aber  in
ihrer  Zeitung  die  großen  Reden  der  Vorkämpfer  des  Katholizismus
und  der  Zentrumspartei,  dann  konnten  ihre  Augen  voll  Begeisterung
leuchten  —  ebenso  wie  heute  —  wenn  sie  von  den  Heerführern
und  Staatsmännern  spricht,  welche  die  Geschicke  des  Vaterlandes ­
  im  Weltkriege  leiten  und  durchkämpfen,  und  von  den
tapfern  Männern,  welche  aus  ihrer  geliebten  Heimat  das  Kriegselend ­
  fern  halten.
Bezeichnend  hierfür  ist  folgendes  Geschehnis.  Als  im  Sommer
1917  im  Osten  der  große  Erfolg  gegen  die  russische  Kerenski-Offensive
  zusammentraf  mit  dem  heldenmütigen  Widerstande  im
Westen  in  der  Flandernschlacht  gegen  die  Engländer,  wallte
bei  der  Siebenundachtzigjährigen  ein  überaus  warmes  Dankbarkeitsgefühl ­
  auf.  In  ihrer  vaterländischen  Begeisterung  gab
s ie  Auftrag  zu  einer  Begrüßungs-  und  Dankdepesche  an  Hindenburg,
  deren  Wortlaut  sie,  ihre  Augen  auf  das  glitzernde  Band
des  Rheinstroms  gerichtet,  vorschrieb:
Generalfeldmarschall  von  Hindenburg,  Großes  Hauptquartier.
Eine  87jähnge  Urgroßmutter,  die  sechs  Enkel  im  Felde  hat,
fühlt  sich  gedrungen,  Ew.  Exzellenz  aus  tiefstem  Herzen  zu  danken
für  Ihre  Sorge,  uns  das  Schlachtfeld  vom  Rhein  fern  gehalten  zu
haben.  Frau  Jos.  Bachem.
        <pb n="257" />
        Am  folgenden  Morgen  traf  daraufhin  bei  der  Greisin  zu  ihrer
größten  Ueberraschung  und  Freude  folgende  Antwort  ein:
Gr.  H.  Qu.,  6.  August  1917.
Unerreichbar  den  Feinden  bleibt  unser  schöner  Rhein,  so  lange
Heer  und  Heimat  in  treuer  Hingabe  gemeinsam  ihn  schützen!
Feldmarschall  von  Hindenburg.
Diese  Antwort  prangt  gegenwärtig  unter  Glas  und  Rahmen
in  ihrem  Wohnzimmer  unter  einem  Bilde  Hindenburgs.
Auch  mit  den  belletristischen  und  literarischen  Freunden
ihres  Gatten  und  Verfasserinnen  des  Buchverlags  unterhielt  sie
auch  nach  dessen  Tode  freundschaftliche  Beziehungen.  Der  verdienstvolle ­
  Literarhistoriker  Dr.  Franz  Hülskamp-Münster,  in
früheren  Jahren  Professor  Dieringer-Bonn,  und  vor  seinem
kirchlichen  Abfall  auch  Professor  Reusch-Bonn,  hatten  oft  in
ihrem  Hause  geweilt.  Die  Romanschriftstellerinnen  Maria  Lenzen
di  Sebregondi,  Ferdinande  Freiin  von  Brackei,  Lina  Freifrau  von
Berlepsch,  Therese  Keiter-Kellner  (M.  Herbert)  hatten  sie  mehrmals ­
  mit  längeren  Besuchen  erfreut.
Gemäß  letztwilliger  Bestimmung  Josef  Bachems  Hauptteilhaberin ­
  der  Firma,  blieb  sie  auch  nach  dessen  Hinscheiden  in
den  engsten  Beziehungen  zur  Fortentwicklung  des  Gesamtbetriebes,
allen  großen  und  kleinen  geschäftlichen  Vorkommnissen  ihre
lebhafte  Anteilnahme  bewahrend.  Auch  in  dieser  Hinsicht  gleichgeartet ­
  wie  ihr  Mann,  war  sie  jedem  gesunden  Fortschritt,  jeder
notwendigen  oder  nützlichen  Neuerung,  jeder  aus  der  Weiterentwicklung ­
  der  Verhältnisse  sich  ergebenden  Vergrößerung  des
Betriebes  durchaus  geneigt.  Wohl  mahnte  sie  hier  und  da  zur
Vorsicht,  aber  auch  selbst  bei  unvermeidlichen  großen  Ausgaben
verhielt  sie  sich  niemals  hemmend  oder  hindernd,  weil  sie  eben
den  politischen  und  geschäftlichen  Bedürfnissen  der  Zeit  volles
Verständnis  entgegenzubringen  wußte  und  ihren  Söhnen  ihr  ganzes
Vertrauen  schenkte.
Besonders  gern  weilte  sie  unter  den  Mitgliedern  der  Redaktion
und  unter  den  kaufmännischen  und  technischen  Mitarbeitern
des  Geschäftes  und  freute  sich,  wenn  sie  bei  den  jährlich  stattfindenden ­
  Redaktions-  und  Geschäfts-Essen,  welche  unter  ihren
Söhnen  abwechselten,  mit  den  Redakteuren,  Prokuristen,  Faktoren
und  Abteilungsvorstehern  des  Betriebes  angenehme  Stunden
plaudern  und  alte  Erinnerungen  auffrischen  konnte.
        <pb n="258" />
        S  237

Auch  jetzt  noch,  wo  sie  als  Achtundachtzigjährige  in  ihrem
Landhause  zu  Rhöndorf  am  Rhein  ihren  ständigen  Wohnsitz  genommen ­
  hat,  ist  Frau  Catharina  Bachem  niemals  müßig;  auch
in  ihrem  Alter  ist  Arbeit  ihr  Bedürfnis.  Die  soziale  Fürsorge
der  Firma  für  die  Angestellten  hat  ihr  immer  sehr  am  Herzen
gelegen.  Seit  einer  Reihe  von  Jahren  besucht  eine  ihrer  Schwiegertöchter ­
  regelmäßig  die  weiblichen  Kranken  und  Wöchnerinnen
und  unterstützt  sie  wenn  nötig  mit  Beihülfen  und  Kinderzeug.
Das  letztere  eigenhändig  anzufertigen,  ist  der  Seniorin  des  Hauses
Lieblingsbeschäftigung.  Wenn  die  fleißigen  Hände  nicht  für  Kinder
und  Soldaten  stricken  oder  häkeln,  dann  studiert  sie  die  Kölnische
Volkszeitung,  in  welcher  kaum  jemand  in  der  Familie  besser
Bescheid  weiß  als  sie.  Was  in  der  großen  und  kleinen  Welt  vor
sich  geht,  verfolgt  ihr  erfreulich  reger  und  frischer  Geist  mit
ganzer  Anteilnahme.
Von  den  freundlichen  Glückwünschen  zum  hundertjährigen
Jubiläumstage  der  Firma  J.  P.  Bachem  gebührt  Frau  Catharina
Bachem  der  größte  Anteil,  entsprechend  den  mittelbaren  und
unmittelbaren  Verdiensten,  welche  sich  die  „Mutter  vom  Ganzen“
•n  mehr  als  sechs  Jahrzehnten  um  Blühen  und  Gedeihen  der
Firma  erworben  hat.  Mögen  ihr  noch  weitere  schöne  Jahre,
jedoch  in  der  heißersehnten  Friedenszeit,  beschieden  sein!
F.  B.
        <pb n="259" />
        VIII

Anhang

Die  Feier  am  4.  Mai  1918.
So  schlicht  und  still  angesichts  des  noch  fortgesetzten  Wütens
des  Weltkrieges  die  Gedenkfeier  des  hundertsten  Jahrestages
der  Gründung  der  Firma  J.  P.  Bachem  auch  immer  geplant  war,
so  würdig  und  eindrucksvoll  gestaltete  sie  sich.  Nach  einem
feierlichen  Hochamte  in  der  St.  Maria-Himmelfahrtkirche  um
10  Uhr  versammelten  sich  in  dem  mit  Lorbeerbäumen  und
Blumenspenden  reich  ausgestatteten  Museumssaale  des  Druckereigebäudes ­
  unter  Anwesenheit  vieler  zur  Beglückwünschung  erschienener ­
  Gäste,  darunter  die  Spitzen  der  weltlichen  und  geistlichen ­
  Behörden,  die  Redaktionsmitglieder  der  KV  und  des  LA,
die  Abordnungen  von  Angehörigen  aller  anderen  Geschäftszweige
mit  den  Firmainhabern  und  ihren  Familienangehörigen.

Unter  dem  Titel  „Ein  Jahrhundert  Verlagsarbeit“
war  in  der  Morgenausgabe  der  KV  (Nr.  349)  der  Tag  mit  folgendem
Festartikel  eingeleitet  worden:
Mitten  im  Weltkriege  begeht  heute  die  Firma  J.  P.  Bachem  in  Köln
den  Gedenktag  ihres  hundertjährigen  Bestehens.  In  diesen  ernsten  Jahren,
die  wir  durchleben,  in  denen  alle  Lebenskräfte  des  deutschen  Volkes  in
fieberhafter  Spannung  den  schwersten  Kampf  der  ganzen  deutschen
Geschichte  um  unseres  Volkstums  Berechtigung  und  Dasein  auskämpfen
müssen,  steht  auch  dieser  Jubiläumstag  unter  dem  Zeichen  opferfreudiger
Arbeit  um  das  Volksganze.  Als  ein  Jubiläum  der  Arbeit  muß  es
rückschauend  und  vorwärtsblickend  gewürdigt  werden.
Der  Rückblick  auf  ein  Jahrhundert  unermüdlicher  deutscher  Arbeit,
durch  die  ein  Unternehmen  aus  kleinen  Anfängen  und  unter  den  schwersten
Kämpfen  sich  zu  einer  angesehenen  Weltfirma  entwickelte,  die  mit  einer
führenden  Tageszeitung  in  der  vorderen  Front  des  Kampfes  um  die
        <pb n="260" />
        deutsche  Weltgeltung  steht,  ist  nicht  bloß  für  nahe  und  fernere  Teilnehmer ­
  als  Erhöhung  des  Bewußtseins  eigener  Arbeitsbedeutung  eindrucksvoll, ­
  sondern  es  muß  bei  allen  Mitkämpfern  für  ähnliche  Ziele,
bei  allen  Volksgenossen,  welche  in  der  Gegenwart  die  Tragweite  charaktervoller ­
  Tätigkeit  im  öffentlichen  Leben  ermessen  können,  ein  erhebendes
Gefühl  der  Befriedigung  wecken.
Aus  der  ganzen  Betätigung  der  Verlagsfirma  springt,  abgesehen  vom
umfangreichen  Buchverlag  seit  hundert  Jahren,  in  erster  Linie  die  große
Tageszeitung  in  die  Augen,  der  sie  in  umsichtiger  Mühewaltung  und
unter  Ausnutzung  der  modernsten  Entwickelungsmöglichkeiten,  mit  der
Zeit  kühn  fortschreitend  und  keine  Opfer  scheuend,  eine  gediegene  und
sichere  Grundlage  geschaffen  hat.  Im  Weltkriege  ist  es  allen  Deutschen
zum  Bewußtsein  gekommen,  in  welchem  Umfange  die  großen  führenden
Tagesblätter  auf  die  politischen  Kümpfe  der  unmittelbaren  Gegenwart
einwirken,  seitdem  wir  es  am  eigenen  Leibe  bitter  fühlen  mußten,  wie
die  Blätter  von  Paris,  London,  Rom  und  New  York  nicht  nur  in  den
eigenen  Ländern  den  Volkswillen  aufpeitschen,  sondern  in  der  ganzen
Welt  jene  starken  Stimmungen  schaffen  halfen,  welche  Millionen  von
Menschen  in  waffenstarrende  Kampfesstellung  zwingen.
Bei  der  Kölnischen  Volkszeitung  kommt  noch  in  Betracht,  daß  sie  zu
einem  führenden  Organ  der  deutschen  Katholiken  geworden  ist,  das  über
des  Reiches  Grenzen  weit  hinaus  in  fremden  Ländern  Beachtung  findet
und  somit  fruchtbare  Möglichkeiten  geschaffen  hat,  besonders  unter  den
Katholiken  des  Auslandes  als  Ausdruck  deutscher  Auffassungen  wirken
z u  können.  In  allen  Ländern  hatte  von  jeher  gerade  die  katholische
Presse  mit  ungeheuren  Schwierigkeiten  zu  ringen,  weil  es  viel  leichter
w ar,  begabte  Schriftsteller  zu  finden,  als  starke  und  lebenskräftige
Unternehmungen  zu  schaffen,  welche  die  finanzielle  Leistungsfähigkeit
uufbrachten,  um  die  jährlich  steigenden  Kosten  zu  tragen  und  die  von  der
neuzeitlichen  Entwickelung  verlangten  Vervollkommnungen  durchzuführen-In
  vielen  Ländern  bedeutete  die  Gründung  leistungsfähiger  katholischer
Zeitungen  ein  mühseliges  Ringen  mit  geldlichen  Schwierigkeiten.  Die  vom
gesteckten  idealen  Ziele  als  Bedingung  geforderte  grundsätzliche
Unabhängigkeit  solcher  Zeitungen  mußte  mit  den  wünschenswerten
Erwerbsmöglichkeiten,  wobei  besonders  an  den  Anzeigenteil  zu  denken
ist,  in  Widerspruch  geraten.  Die  vielfach  freiwillig  gewährte  Unterstützung ­
  durch  Einzelpersönlichkeiten  und  Vereine  schuf  wieder  Abhängigkeiten ­
  anderen  Charakters,  die  ebenfalls  die  innere  Spannkraft
e iner  Zeitung  notwendigerweise  herunterdrücken.
Ohne  eigene  Ueberhebung  oder  einen  Anflug  von  Jubiläumsstimmung
darf  heute  gesagt  werden,  daß  die  mutige  technische  Ausgestaltung  und
wirtschaftliche  Leistungsfähigkeit  der  Kölnischen  Volkszeitung  im  Auslande
vielfach  vorbildlich  wirkte  und  daß  sie  für  unternehmende  Katholiken
anderer  Länder  als  starker  vorandrängender  Antrieb  einen  auf  die
        <pb n="261" />
        eigene  Unternehmungslust  mitbestimmenden,  zur  arbeitsfreudigen  Tat
aufmunternden  Einfluß  ausübte.
Darum  darf  das  gegenwärtige  Jubiläum  auch  als  Gedenktag  der  Erfolge
eines  arbeitsfreudigen  Optimismus  gelten,  der  überzeugungstreuen ­
  gläubigen  Katholiken,  die  besonderen  Grund  zu  unerschütterlicher
Zuversicht  haben  dürfen,  gar  wohl  ansteht.  Die  Klagen  über  die
Schlechtigkeit  der  Welt  haben  noch  niemand  gebessert;  wohl  aber  haben
sie  manches  dazu  beigetragen,  solche  Leute,  die  allerlei  hätten  bessern
können  und  die  zu  bessern  verpflichtet  waren,  in  eine  trübselige  Arbeitsunlust ­
  einzuwiegen,  die  leicht  zur  verhängnisvollen  Ansteckung  werden
kann.  Auch  in  den  schwierigsten  Zeitläuften  ist  von  der  arbeitsfrohen
Unternehmung  in  Köln  stets  ein  belebender  Hauch  unverzagten  Wagemuts
ausgegangen,  der  manche  schlummernden  Kräfte  aufs  neue  weckte  und
die  Gleichgesinnten  zur  unverdrossenen  Arbeit  sammelte.
Vorwärtsblickend  gilt  es,  auf  den  in  einem  Jahrhundert  rastloser
Arbeit  geschaffenen  Grundlagen  weiterzubauen,  Wohl  kein  Auge  vermag
jetzt  schon  die  dunkeln  Wolken,  die  am  Gesichtskreis  lagern  und  den
Ausblick  hemmen,  zu  durchdringen.  Jeden  von  uns  überkommt  leicht
ein  Zagen,  wenn  er  an  die  bitteren  Zeiten  der  nächsten  Zukunft  denkt,
in  denen  aus  dem  wirtschaftlichen,  geistigen  und  sittlichen  Schutt  des
Weltkrieges  der  innere  und  äußere  Wiederaufbau  der  durch  eigene
Schuld  und  schwere  Prüfung  Gottes  niedergeschmetterten  Menschheit
erfolgen  soll.  Daß  nach  den  blutigen  Kämpfen  des  Krieges  heiße  innere
Kämpfe  ihren  Anfang  nehmen  werden,  um  durch  lange  Jahre  hindurch
auf  den  Gemütern  zu  lasten,  wird  wohl  niemand  bezweifeln.  Um  so
mehr  ist  es  dringende  Forderung  der  Zeit,  mit  festem  Willen  und  unerschütterlicher ­
  Grundsatzfestigkeit  an  die  neuen  Aufgaben  heranzutreten
und  alle  vorhandenen  Kräfte  dafür  zur  Verfügung  zu  stellen.  Dessen
wird  sich  auch  unser  Jubiläums-Verlagshaus  bewußt  bleiben.
In  allen  katholischen  Kreisen  Deutschlands  gewinnt  in  der  letzten
Zeit  immer  deutlicher  die  Auffassung  Ausdruck,  daß  gegenüber  der
schweren  inneren  und  äußeren  Not  unseres  Volkes,  gegenüber  der
wachsenden  Zersplitterung  der  Anschauungen  auf  politischem  und
sozialem  Gebiete  unter  dem  Einflüsse  selbstsüchtiger  Rücksichten  wirtschaftlicher ­
  Art,  in  der  Zukunft  noch  mehr  als  bisher  nur  eine  kraftvolle,
aus  tiefer  innerer  Wärme  strömende  Betonung  unserer  grundsätzlichen ­
  Ueberzeugungen  die  auseinanderstrebenden  Volksteile  im
Hinblick  auf  höhere  Ziele  wieder  zu  gemeinsamer  Arbeit  einigen  kann.
Damit  treten  Aufgaben  hervor,  die  neue  Arbeiten  und  neue  Kämpfe
bedeuten.
Der  Jubiläumstag  des  Kölner  Verlages  und  aller  seiner  Mitarbeiter  ist
wie  ein  Aufatmen  zwischen  zwei  Arbeitsstunden.  Ein  inhaltreiches
mühevolles  Arbeitsjahrhundert  ist  abgeschlossen;  ein  neues  Jahrhundert
der  Kämpfe  und  Mühen  beginnt.  Mit  Vertrauen  auf  Gott  heißt  es  nun ­
        <pb n="262" />
        ^  241

mehr  in  dies  neue  vielleicht  noch  schwerere  Jahrhundert  einzutreten.
In  nomine  Domini!

Durch  alle  Reden  des  Tages  zog  sich  die  Anerkennung  dieser
Arbeitsfreude,  die  ein  Grundzug  im  Wesen  aller  Firmeninhaber
war  und  noch  ist  und  die  Voraussetzung  bildete  für  das  Gedeihen
des  groß  gewordenen  Hauses.
Eröffnet  wurde  die  Feier  durch  eine  Ansprache  des  Herrn
Franz  X.  Bachem:
Sehr  geehrte  Festgäste!  Sie  wollen  mir  gestatten,  mich  zur  Einleitung
unserer  kriegsmäßig  schlichten  Feier  mit  einigen  Worten  an  die  Gesamtheit
unserer  Geschäftsangehörigen  zu  wenden,  die  hier  durch  Abordnungen
vertreten  sind.
Meine  Herren!  Wenn  mir  als  ältestem  Firmainhaber  heute,  am  Tage
des  hundertjährigen  Bestehens  unseres  Hauses,  die  Aufgabe  zufällt,  Sie
alle  auch  im  Namen  meiner  Brüder  hier  herzlich  zu  begrüßen,  so  geschieht
das  zunächst  mit  einem  Gefühl  lebhafter  Freude  und  Genugtuung;  vor
allem  aber  des  Dankes  gegen  unseren  Herrgott,  dem  wir  heute  morgen
in  St.  Maria  Himmelfahrt,  der  Stammpfarrkirche  der  Firma,  ,für  seine
Gnade  und  seinen  Segen  gedankt  haben.  Er  ließ  uns  diesen  seltenen
Tag  erleben  und  hat  uns  trotz  der  harten  Kriegszeit,  unter  der  jeder  von
uns  mehr  oder  weniger  leidet,  Gedeihen  und  gute  Entwicklung  geschenkt.
Die  schwere  Zeit,  in  der  wir  leben,  hat  verhindert,  daß  wir  den
heutigen  Tag  mit  äußerem  festlichen  Glanz  umgeben,  der  sonst  seiner
Bedeutung  wohl  entsprochen  hätte.  Eine  große  öffentliche  Feier  mit
Festessen,  Musik  und  Festreden  mußten  wir  uns  unter  diesen  Umständen
versagen.  Wir  mußten  es  auch  schon  um  deswillen,  weil  von  den
720  Personen,  die  im  Frieden  im  Hause  tätig  waren,  zurzeit  228  im
Felde  stehen.
Aber  unser  heutiger  bescheidener  Festakt  gibt  uns  doch  die  erwünschte
Gelegenheit,  das  gute  Verhältnis  zwischen  Prinzipalität  und  Geschäftsangehörigen ­
  in  die  Erscheinung  treten  zu  lassen,  auf  das  wir  Söhne,  der
Ueberlieferung  unseres  Vaters  folgend,  immer  nach  Kräften  den  größten
Wert  gelegt  haben.
Als  vor  einem  Vierteljahrhundert,  am  4.  Mai  1893,  der  Gedenktag  des
75jährigen  Bestehens  unserer  Firma  begangen  wurde,  haben  die  erwachsenen ­
  männlichen  Geschäftsangehörigen,  damals  158,  in  einer  Adresse
an  unseren  seligen  Vater  folgendes  gesagt:
Untrennbar  von  dem  geschäftlichen  Aufschwung  ist  in  die  Geschichte ­
  Ihres  Hauses  eingetragen  die  Fürsorge  für  Ihre  Geschäftsangehörigen, ­
  deren  wir  heute  in  besonderer  Dankbarkeit  gedenken.  Das
kleine  Reis  der  ersten  Buchdruckerkrankenkasse  in  Köln,  von  Ihrem
100  Jahre  J.  P,  Bachem.  16
        <pb n="263" />
        seligen  Vater  am  1.  Oktober  1824  gepflanzt,  hat  trotz  mancher  Stürme
den  Wandel  der  Zeiten  überdauert  und  spendet  heute  als  weitverzweigter ­
  Baum  den  kranken  und  hilfsbedürftigen  Mitgliedern  seine
Früchte.
Diese  schönen  Worte,  dem  Vater  dargebracht,  decken  sich  heute
durchaus  mit  der  Gesinnung  der  Söhne.
Dieser  Gesinnung  entsprach  es  zunächst,  daß  wir  allen  über  drei  Jahre
dem  Hause  Angehörigen  —  von  den  Redakteuren,  Prokuristen  und  Abteilungsvorstehern ­
  bis  zum  jüngsten  Hilfsarbeiter  —  als  Jubiläumsgeschenk
denjenigen  Betrag  überwiesen,  der  einem  glatten  Monatseinkommen  entsprach. ­
  Die  betr.  Beträge  sind  schon  am  15.  April  zur  Auszahlung  gelangt, ­
  um  denjenigen,  welche  es  wünschten,  im  vaterländischen  Interesse
die  Beteiligung  an  der  8.  Kriegsanleihe  noch  zu  ermöglichen.  Wie  wir
hören,  haben  Herren  davon  gern  Gebrauch  gemacht.
Aber  der  Tag  durfte  nach  unserer  Auffassung  nicht  vorübergehen,
ohne  ihn  auch  durch  eine  Reihe  von  Stiftungen  für  spätere  Zeit  in  der
Erinnerung  festzuhalten.
Wir  haben  daher  zunächst  der  Wohlfahrtseinrichtungen  des  Hauses
gedacht  und  dafür  eine  Anzahl  Stiftungen  festgelegt.  Mein  Bruder  Robert
wird  Ihnen  darüber  im  einzelnen  Mitteilung  machen.
Außerdem  freut  es  uns,  anläßlich  des  heutigen  Tages  an  eine  Reihe
von  solchen  gemeinnützigen,  sozialen  und  caritativen  Vereinigungen,
deren  Ziele  und  Bestrebungen  mit  denen  unseres  Hauses  übereinstimmen,
besondere  Stiftungsbeträge  auszahlen  zu  können.  Im  einzelnen  wird  auch
diese  mein  Bruder  zu  Ihrer  Kenntnis  bringen.
Diese  Summen  brauchen  Sie  nicht  in  Erstaunen  zu  setzen.  Gleich
wie  der  Staat  im  ganz  Großen,  so  muß  auch  eine  große  Privatfirma  in  ihrem
Kreise  eine  weitausschauende  Politik  treiben,  die  nicht  nur  an  das  Nächste
denkt.  Wir  hatten  somit  in  Voraussicht  des  heutigen  Tages  lange  Jahre
hindurch  Rücklagen  gesammelt,  die  uns  ermöglichten,  heute  diese  Auszahlungen ­
  und  Stiftungen  ohne  Schwierigkeiten  zu  bewerkstelligen.
Des  weiteren  bleibt  in  diesem  Rahmen  noch  eine  Denkschrift  „100  Jahre
J.  P.  Bachem“  zu  erwähnen,  die  heute  als  Jubiläumsschrift  fertig  vorliegt. ­
  Auf  Grund  langer  und  fleißiger  Vorarbeiten  hat  sie  Herr  Georg
Hölscher  verfaßt  und  Herr  Dr.  Karl  Hoeber  hat  sie  mit  einem  warmen
Geleitwort  versehen.  Der  Druckereileiter,  Herr  Oberfaktor  Korn,  hat  sie
in  geschmackvoller  Weise  ausgestattet.  Ich  benutze  gern  die  Gelegenheit,
diesen  Herren  den  besonderen  Dank  der  Firma  hier  zum  Ausdruck  zu
bringen.
Jedem  Geschäftsangehörigen  wird  ein  Stück  dieser  Denkschrift  als
Erinnerung  an  diesen  Tag  zur  Verfügung  gestellt  werden,  nachdem  ein
Nachtrag  über  die  heutige  Festfeier  angefügt  sein  wird.  Nur  der  Kriegszeit ­
  ist  es  zuzuschreiben,  wenn  wir  der  Schrift  ein  verhältnismäßig  bescheidenes ­
  Gewand  gegeben  haben,  bescheidener  als  ursprünglich  zu
        <pb n="264" />
        243

Friedenszeiten  geplant  war  und  wie  es  sonst  der  Bedeutung  des  Tages
entsprochen  hätte.  —
Meine  sehr  verehrten  Herren!  Lassen  Sie  mich  nun  namens  der
Firmainhaber  Ihnen  am  heutigen  Tage  unseren  herzlichsten  Dank  sagen
dafür,  daß  Sie  §alle  durch  pflichteifrige,  treue  und  besonders  in  der
Kriegszeit  aufopfernde  Arbeit  zum  Gedeihen  und  Blühen  der  Firma
J.  P.  Bachem,  jeder  an  seinem  Platz  und  nach  seinen  Kräften,  beigetragen ­
  haben.
Zeugnis  dessen  ist  ja  auch  die  hohe  Zahl  der  noch  lebenden  Haus-Jubilare:
  die  Jubiläumssehrift  weißt  2  goldene  und  69  silberne,  im  ganzen
also  71  Geschäftsjubilare  aus  allen  Zweigen  der  Firma  nach.  Eine  Ehre
für  uns  alle!
Ich  darf  der  Hoffnung  Ausdruck  geben,  daß  das  altüberlieferte,  schöne
und  gute  Verhältnis  hier  im  Hause  zwischen  Arbeitgebern  und  Arbeitnehmern ­
  von  uns  auch  auf  unsere  Söhne  und  Enkel  übergehen  und  von
ihnen  ebenso  gepflegt  werde  wie  von  uns.
Ein  weiterer  Wunsch  ist  der,  daß  auch  fernerhin  bei  allen  Angehörigen
der  Firma  jener  Geist  warmer  Vaterlandsliebe  unvermindert  fortwirken
möge,  der  uns  alle  hier  beseelt  und  den  wir  alle  in  der  gegenwärtigen
Zeit  als  ein  Herzensbedürfnis  empfinden.  Mit  besonderer  Genugtuung
arwähne  ich  die  Tatsache,  daß  von  den  im  Felde  stehenden  Geschäftsungehörigen ­
  4  das  Eiserne  Kreuz  I.  Klasse  und  68  das  Eiserne  Kreuz
fl-  Klasse  verliehen  worden  ist.  —
Bewegten  Herzens  gedenke  ich  zum  Schluß  derjenigen  aus  der  großen
Firmafamilie,  die  ihr  Leben  zum  Schutze  unserer  Heimat  dem  Vaterlande
z um  Opfer  gebracht  haben.  Es  sind  im  ganzen  18  Namen,  die  auf  einer
Ehrentafel  in  der  Denkschrift  auf  geführt  sind.  Sie  haben  im  Kampf  draußen
Q n  den  Fronten  für  uns  gestritten  und  geblutet.  Uns  daheim  geziemt  es,
daß  wir  ihrer  uns  stets  dankbar  erinnern.
Daß  wir  hier  in  unserer  schönen  Heimatprovinz  ungestört  durch  den
Krieg,  wenn  auch  unter  erschwerten  Umständen,  unserer  Arbeit  nach-§
 e hen  konnten,  das  verdanken  wir  unseren  tapferen  Heeren,  unseren
herrlichen  Führern  und  nicht  zuletzt  demjenigen  Manne,  der  sein  ganzes
Leben  dem  Ausbau  des  Schutzes  des  Vaterlandes  gewidmet  hat.  Meine
Karren!  Ich  bitte  Sie,  unseren  heißen  vaterländischen  Dank  dafür  zum
Ausdruck  zu  bringen.  Vereinigen  wir  uns  in  dem  Huldigungsrufe:  Unser
tapferes  Heer,  unsere  ausgezeichneten  Heerführer  und  Seine  Majestät,
unser  allergnädigster  Kaiser  und  König!  Hoch,  hoch,  hoch!
•iK
Herr  Robert  Bachem  führte  ergänzend  folgendes  aus:
Meine  Herren!  Im  Anschluß  an  die  Ausführungen  meines  Bruders
Franz  kann  ich  zu  meiner  Befriedigung  mitteilen,  daß  in  dankbarer
        <pb n="265" />
        Anerkennung  der  jederzeit  opferbereiten,  verständnisvollen  Mithilfe  und
Treue  in  guten,  aber  auch  in  vielen  harten,  mühevollen  Tagen  und
Monaten  seitens  aller  Angehörigen  des  Hauses  vom  höchsten  bis  zum
letzten  die  Firma  für  die  Wohlfahrtseinrichtungen  unseres  Hauses  die
Zinsen  einer  Summe  von  M.  250  000,—  zu  5°/o  gestiftet  hat,  welche  einesteils ­
  unseren  Angestellten  zwecks  Versorgung  im  Alter  und  Invalidität
zugute  kommen  soll,  andernteils  den  Hinterbliebenen  derjenigen,  welche
uns  durch  ihren  Heldentod  Heimat,  Haus  und  Arbeitsstelle  vor  dem  Feinde
geschützt  haben.  Ueber  die  Verwendung  dieses  Betrages  werden  wir  mit
den  Vertretern  der  Angestellten  unserer  verschiedenen  Abteilungen  in
Beratungen  eintreten,  um  danach  zu  bestimmen,  wie  diese  Summe  am
zweckmäßigsten  verwendet  wird.  Bei  ersterem  Zweck  könnte  zunächst
z.  B.  an  einen  unseren  Geschäftsangehörigen  sicher  willkommenen  Ausbau ­
  der  St.  Josefskasse  gedacht  werden.
Damit  aber  auch  für  Fälle  außergewöhnlicher  Not  einzelner  Angestellter ­
  sofort  beigesprungen  werden  kann,  hat  unsere  Mutter,  Frau
Catharina  Bachem,  auf  unsere  Anregung  der  Unterstützungskasse  der
Firma  den  Barbetrag  von  M.  5000,—  gestiftet,  über  deren  Verwendung
nach  Entscheidung  des  Vorstandes  dieser  Kasse,  welcher  aus  dem  freigewählten ­
  Vorstande  unserer  Betriebskrankenkasse  besteht,  bestimmt
wird.
Neben  Invalidität  und  Alter  gibt’s  aber  auch  noch  Fälle,  wo  eine
Hilfeleistung  unseren  Angestellten  sehr  willkommen  sein  wird.  Bisher
wurde  ja  schon  bei  der  ersten  hl.  Kommunion  oder  Konfirmation  der  Kinder
ein  Zuschuß  gewährt.  Dieser  könnte  erhöht  werden.  Auch  wäre  zu
überlegen,  ob  bei  der  Geburt  eines  Kindes  aus  Mitteln  unseres  Hauses
eine  Gabe  gewährt  wird.  Ein  gleiches  könnte  in  Aussicht  genommen
werden  für  den  traurigen  Fall  des  Verlustes  eines  minderjährigen  Kindes,
welches  noch  nicht  einer  Krankenkasse  angehört.  Für  letztere  Zwecke
hat  unsere  Mutter  einen  weiteren  Betrag  von  M.  *10000,—  in  5°/oiger
Kriegsanleihe  gestiftet.  Auch  über  die  zweckmäßigste  Verwendung  dieser
Summe  werden  wir  vor  endgültiger  Entscheidung  mit  den  Vertretern
unserer  Angestellten  in  Beratungen  eintreten,  um  danach  erst  die  Bestimmungen ­
  zu  treffen.
Unser  Beruf  hat  die  Firma  in  ihren  sämtlichen  Abteilungen:  Verlag
der  Kölnischen  Volkszeitung  und  des  Kölner  Local-Anzeigers,  Buchdruckerei ­
  und  Verlagsbuchhandlung  mit  einer  großen  Zahl  von  gemeinnützigen, ­
  sozialen  und  caritativen  Vereinigungen  in  Verbindung  gebracht,
deren  Ziele  und  Bestrebungen  mit  denen  unseres  Hauses  übereinstimmen.
Leider  konnten  wir  sie  nicht  alle  berücksichtigen,  aber  es  war  uns  doch
ein  Herzensbedürfnis,  wenigstens  einem  erheblichen  Teil  dieser  Organisationen ­
  bei  Gelegenheit  des  hundertjährigen  Bestehens  der  Firma  erneut
unsere  Anteilnahme  zu  beweisen.  Dementsprechend  sind  seitens  der
Firma  folgende  Stiftungen  beschlossen  worden
        <pb n="266" />
        Ludendorffspende  für  die  Kriegsbeschädigten  M.  10000,—
Kriegswaisen  der  Stadt  Köln  „  3000,—
Hinterbliebenen  der  gefallenen  Helden  des  Kartellverbandes
der  Kath.  Studentenvereine  Deutschlands,  des  Verbandes
der  Kath.  deutschen  Studentenverbindungen,  sowie  des

2000,—
5000,—
5  000,—
5000,—
5000,—
5000,—
5000,—
5000,—
5000,—
3000,—
3000,—
3000,—
3000,—
3000,—
3000,—

Unitasverbandes
Verein  vom  hl.  Karl  Borromäus  in  Bonn
Görres-Gesellschaft
Volksverein  für  das  kath.  Deutschland
Augustinus-Verein  zur  Pflege  der  kath.  Presse
Verein  Deutscher  Zeitungsverleger
Deutscher  Buchdrucker-Verein,  Leipzig
Börsenverein  der  Deutschen  Buchhändler,  Leipzig  .  •  •
Bonifatius-Verein,  Paderborn
Albertus-Magnus-Verein
Hildegardis-Verein
Deutscher  Verein  vom  Hl.  Lande
St.  Franziskus  Xaverius-Missionsverein
St.  Engelbertus-Verein
Kath.  Arbeitervereine  Kölns  •  •
Stadtverordnetenausschuß  für  die  Herausgabe  der  Kommunalpolitischen ­
  Blätter
Verband  der  Kath.  kaufmännischen  Vereine
Caritas-Verband,  Freiburg  i.  B
Kath.  Frauenbund,  Zentrale  Köln
Kath.  Frauenbund,  Zweigverein  Köln
St.  Elisabethen-Vereine  von  St.  Gereon,  St.  Andreas,  St.  Maria
Himmelfahrt  und  St.  Ursula  zus -
St.  Vinzenzvereine  derselben  Pfarreien  •  zus -
Kölner  Zentrumspartei
Karl  Muth-Stiftung
Armenstiftung  der  Familie  Bachem  in  Erpel
Diese  Beträge  sind  teils  in  bar,  teils  in  5*/oiger  Deutscher  Kriegs
Anleihe  den  betr.  Organisationen  in  den  letzten  Tagen  bereits  zugegangen. ­

Die  Inhaber  der  Firma  hoffen,  daß  diese  Stiftungen  einerseits  das
innige  Band,  welches  bisher  zwischen  Firmainhabern  und  ihren  sämtlichen ­
  Angestellten  bestanden  hat,  hierdurch  eine  neue  Stärkung  erfahren
niöge  und  daß  andererseits  den  idealen  Bestrebungen  der  von  uns

3000,—
2000,—
2000,—
2000,—
1000,—
1000,—
1000,—
2000,—
4  000,—
5  000,—
        <pb n="267" />
        bedachten  Organisationen  eine  kräftige  Weiterentwicklung  ermöglicht
werde.  Das  walte  Gott!
«5k,
Nachdem  der  laute  Ausdruck  der  Dankbarkeit  für  die  reichen
Zuwendungen  sich  gelegt  hatte,  trat  als  erster  Träger  eines  Glückwunsches ­
  das  sechsjährige  Söhnchen  des  Herrn  Hans  Bachem,
Franz  Heinz  als  ältester  Vertreter  der  vierten  Generation  mit
folgendem  Spruch  vor  seinen  Großvater:
Oft  wenn  ich  wollte  vorlaut  sein,
Ermahnte  mich  mein  Mütterlein;
Wenn  große  Leut’  beisammen  sind,
Muß  schweigen  ein  bescheidnes  Kind.
Doch  heute  darf  im  Kreis  der  Gäste
An  Bachems  frohem  Jubelfeste
Als  Erster  öffnen  ich  den  Mund.
Das  hat  auch  seinen  guten  Grund!
Ein  Verslein  sag’  ich  Euch  zum  Preis,
Des  jüngsten  Stammes  ältstes  Reis:
Hoch  soll  die  Firma  Bachem  leben!
Mög’  Gott  ihr  seinen  Segen  geben
Und  Euch  erhalten  viele  Jahr’!
Drum  will  ich  beten  immerdar.
Und  wenn  ich  groß  bin,  sollt  I  h  r  ruh’n,
Dann  will  ich  Eure  Arbeit  tun,
Und  will  ein  echter  Bachem  sein
So  wie  mein  liebes  Väterlein.
Nun  ruf’  ich  nochmals  laut  Hurra!
Hoch  Onkels!  Und  hoch  Großpapa!

Nach  diesem  frisch  und  herzhaft  dargebrachten  Wunsch  nahm
Redakteur  Dr.  Karl  Hoeber  das  Wort:
Sehr  geehrte  Festversammlung!  Mitten  im  brandenden,  tosenden
Wogendrang  des  furchtbaren  Weltringens  sind  wir  in  diesem  Saale  zu
einer  schlichten  Feier  versammelt.  Diese  Feier  gilt  der  heute  vor  hundert
Jahren  erfolgten  Gründung  der  Firma  J.  P.  Bachem.  Da  erheben  wir,
wie  es  mein  Vorredner  bereits  getan  hat,  unseren  ersten  Gedanken  und
unseres  Herzens  wärmste  Gefühle  empor  zu  dem  Allmächtigen  und  Allgütigen, ­
  dessen  segnende  Hand  durch  ein  Jahrhundert  sichtbarlich  auf
diesem  Hause  geruht  hat,  und  wir  verbinden  damit  das  Gelöbnis,  daß
auch  wir,  die  wir  an  der  Redaktion  der  Kölnischen  Volkszeitung  und  des
        <pb n="268" />
        ^  247

Kölner  Local-Anzeigers  zum  Mitraten  und  Mitarbeiten  berufen  sind,  all
unser  Wirken  und  Schaffen  unter  den  Schutz  Gottes  stellen  wollen,
durchdrungen  von  der  Ueberzeugung:  Wenn  der  Herr  das  Haus  nicht
baut,  arbeiten  umsonst,  die  daran  bauen.
Wir  gedenken  in  aufrichtiger  Pietät  der  beiden  ersten  Gründer  dieser
Firma,  Johann  Peter  Bachem  und  Lambert  Bachem.  Sie  haben  kurz
nach  der  Einverleibung  der  Rheinlande  in  den  Großstaat  Preußen  in  ihrem
Bereiche  und  mit  ihren  Mitteln  das,  was  König  Friedrich  Wilhelm  III.
als  vordringliche  Aufgabe  des  Staates  bezeichnet  hat,  zu  erfüllen  getrachtet,
nämlich  dem  Volke  durch  die  Pflege  geistiger  Güter  das  zu  ersetzen,  was
es  in  langen  Kriegsjahren  an  physischer  Kraft  verloren  hatte.
In  stetiger,  kluger,  tatkräftiger  Weiterführung  hat  dann  Josef  Bachem
die  Absichten  der  beiden  Gründer  verwirklicht  und  hat  der  Verlagsfirma
ein  in  Staat  und  Kirche  festgegründetes  Ansehen  verschafft,  ja  über  die
Grenzen  des  deutschen  Sprachgebietes  hinaus,  ich  darf  es  sagen,  einen
Weltruf  erworben.  Die  drei  Männer  haben  nicht  bloß  als  Kinder  ihrer
Zeit  gelebt  und  für  ihre  Zeit  gearbeitet;  sie  haben  auch  ihre  Herzensfrömmigkeit ­
  und  ihre  Nächstenliebe,  ihren  Fleiß,  ihre  Pflichttreue  und
ihre  Opferwilligkeit  als  gereifte  Früchte  und  als  kostbares  Vermächtnis
ihren  Nachfolgern  und  Erben  überantwortet;  diese  dürfen  wir  an  ihrem
Ehrentage  mit  den  Worten  des  Dichters  beglückwünschen:
Wohl  dem,  der  seiner  Väter  gern  gedenkt,
Der  froh  von  ihren  Taten,  ihrer  Größe
Den  Hörer  unterhält,  und  still  sich  freuend,
Ans  Ende  dieser  schönen  Reihe  sich
Geschlossen  sieht.
Als  einzige  unmittelbare  Zeugin  aus  der  Zeit  des  ersten  Aufschwunges
der  Firma  lebt  noch  in  hohem  Alter  von  beinahe  88  Jahren  Frau  Cathar
 ina  Bachem,  die  Witwe  Josefs  Bachem.  In  ihrer  staunenswerten
Deistesfrische  nimmt  sie  in  ihrem  stillen  Heim  im  Siebengebirge  teil  an
dieser  Gedächtnisfeier,  und  es  ist  mir  eine  freudig  empfundene  Pflicht,
von  dieser  Stelle  aus  ihr  unsere  Grüße  und  unseren  Glückwunsch  zu
entbieten  und  daneben  den  ganz  besonderen  Wunsch,  daß  der  Friede
bald  in  diese  Lande  wieder  einziehe  und  mit  seinen  milden  Strahlen  den
Lebensabend  von  Frau  Bachem  noch  lange  verschönen  möge.  (Bravo!)
Das,  was  die  Gründer  der  Firma  J.  P.  Bachem  in  Köln  geschaffen  haben,
das  hatte  nicht  bloß  örtliche  Bedeutung,  es  wuchs  hinaus  über  die
Mauern  und  über  das  Weichbild  Kölns  und  schuf  durch  den  Buchverlag
und  durch  die  Kölnische  Volkszeitung  zumal  einen  geistigen  Güteraustausch ­
  zwischen  der  rheinischen  Hauptstadt  und  dem  großen  deutschen
Vaterland.
Die  Quellen,  aus  denen  die  Inhaber  und  die  Leiter  dieses  Hauses  ihre
Kraft  zu  ihren  weitblickenden  Unternehmungen  geschöpft  haben,  waren
        <pb n="269" />
        das  unerschütterliche  Gottvertrauen  und  das  stark  ausgeprägte  soziale
Pflichtgefühl.  Das  soziale  Empfinden  hat  sie  in  Zeiten,  da  man  in  kaufmännischen ­
  und  industriellen  Kreisen  solchen  Einrichtungen  oft  noch
recht  bedenkenvoll  gegenüberstand,  veranlaßt,  für  ihre  Angestellten  und
ihre  Arbeiter  Wohlfahrtseinrichtungen  der  Kranken-,  Invaliden-  und
Altersversicherung  zu  schaffen.  Sie  haben  dadurch  bei  allen  Angehörigen
der  Firma  den  Gemeinschaftsgeist  und  die  Freude  an  ihrer,  wie  auch
immer  gearteten  Tätigkeit  gemehrt  und  gefördert,  so  daß  wir  auf  sie  das
schönste  Preislied  auf  die  Arbeit  buchstäblich  anwenden  können:
Tausend  fleiß’ge  Hände  regen,
Helfen  sich  in  munterm  Bund’,
Und  in  feurigem  Bewegen
Werden  alle  Kräfte  kund.
Der  soziale  Wille,  der  soziale  Gedanke  empfing  in  diesem  Hause  seine
stete  Nahrung  durch  die  Verbindung  mit  den  beiden  gewaltigen  Mächten,
deren  Wesen  und  Prinzip  die  Gemeinschaftsidee  ist:  Kirche  und  Vaterland. ­
  Ihre  wärmste  Betätigung  und  Bekräftigung  fand  dieser  soziale
Gedanke  und  soziale  Wille  während  dieses  Krieges  in  der  Heimat  und
an  den  Fronten.  Seit  den  glorreichen  Augusttagen  191 1 !,  da  der  Selbsterhaltungsdrang ­
  und  die  heiße  Vaterlandsliebe  das  ganze  deutsche  Volk
zusammenschloß,  hat  der  Krieg  uns  kein  freudvolles,  kein  leidvolles  Geschehnis ­
  gebracht,  das  von  den  Mitgliedern  dieses  Hauses  nicht  so  empfunden ­
  wäre,  als  ob  es  jeden  einzelnen  persönlich  anginge.  Möge  dieser
soziale  Geist,  dieser  echte  Familiengeist  auch  im  zweiten  Jahrhundert
des  Bestehens  der  Firma  J.  P.  Bachem  ihr  ein  leuchtender,  ein  treuer
Leitstern  sein  in  einem  siegesfreudigen,  starken  und  stolzen  deutschen
Reich.  Dazu  gebe  Gott  seinen  Segen!
•».
Im  Namen  der  kaufmännischen  Angestellten  aller
Betriebe  des  Hauses  führte  Prokurist  Bonifaz  Gutberiet
folgendes  aus:
Die  kaufmännischen  Angestellten  nehmen  an  dem  heutigen  Jubeltage
der  Firma  J.  P.  Bachem  ganz  besonders  herzlichen  Anteil.  War  es  doch
reger  kaufmännischer  Geist,  der  heute  vor  hundert  Jahren  den  Grundstein ­
  des  Hauses  Bachem  legte.  Rasche  Entschlüsse  nach  gründlicher
Erwägung,  kühner  Wagemut  und  zähe  Ausdauer  in  der  Verfolgung  des
gesteckten  Zieles  werden  dem  Gründer,  seinem  Bruder,  dem  Sohn  und
den  Enkeln  mit  Recht  nachgerühmt,  und  Dank  dieser  hervorragenden
kaufmännischen  Eigenschaften  hat  sich  die  Firma  eine  der  ersten  Stellen
unter  den  gleichartigen  Unternehmungen  Deutschlands  errungen.
        <pb n="270" />
        249

Hand  in  Hand  mit  dem  Aufschwung  des  Unternehmens  ging  aber
eine  warme  Anteilnahme  an  dem  Wohlergehen  der  im  Geschäft
tätigen  Mitarbeiter.  Nicht  nur,  daß  Angestellte  und  Arbeiterschaft  die
richtige  Anerkennung  ihrer  Leistungen  in  auskömmlichem  Verdienst
fanden,  gründete  die  Firma  auch  verschiedene  segensreich  wirkende
Kassen  für  die  Zeit  der  Not  und  des  Alters.  Und  darüber  hinaus  hat  sie
manch  einem  treuen  Mitarbeiter,  nachdem  er  seine  Arbeitskraft  dem  Geschäfte ­
  gewidmet  hatte,  durch  großzügige  freiwillige  Beihilfe  einen  sorgenfreien ­
  Lebensabend  ermöglicht.  Daß  auch  die  Hinterbliebenen  verstorbener ­
  Geschäftsangehörigen  sich  der  hochherzigen  Fürsorge  der  Firma
erfreuen  konnten  und  erfreuen,  möge  bei  diesem  Anlaß  auch  einmal
offen  dankbare  Anerkennung  finden.
All  dies  stille  segensreiche  Wirken  unserer  Firma  ist  um  so  höher  anzuerkennen, ­
  wenn  man  bedenkt,  daß  das  Unternehmen  weitgehend  nicht
reinen  Erwerbszwecken,  sondern  ideellen  und  kulturellen  Interessen
dient.  Wer  eine  lange  Zeit  der  Entwicklung  der  Firma  miterlebt  hat,
weiß,  in  welch  umfangreichem  Maße  jahrzehntelang  gerade  unsere
Zeitungen  —  die  im  Dienste  des  öffentlichen  Wohles  stehen  —  ganz  erhebliche ­
  Zubußen  aus  mühsam  erworbenen  Gewinnen  anderer  Abteilungen
erforderten.
Das  wäre  im  gleichen  Maße  nicht  vonnöten  gewesen,  wenn  die
Firma  nicht  selbst  bei  rein  geschäftlichen  Anlässen  es  immer  als  selbstverständliche ­
  Pflicht  betrachtet  hätte,  auf  jede  Einnahme  zu  verzichten,
durch  welche  irgendwie  in  der  Oeffentlichkeit  ein  auch  nur  halbwegs
berechtigter  Anlaß  zum  Einspruch  hätte  gefunden  werden  können.  Um
nur  eines  aus  meiner  Abteilung  —  dem  Anzeigenteil  der  Zeitungen  —
unzuführen,  kann  ich  darauf  hinweisen,  daß  —  was  selbst  den  Mitarbeitern ­
  im  eignen  Hause  nicht  genau  bekannt  sein  dürfte  —  die  Kölnische
Volkszeitung  und  der  Kölner  Local-Anzeiger  in  den  letzten  18  Jahren
für  nicht  weniger  als  über  200000  Mark  erstmalige  Anzeigen-Aufträge
  ablehnten,und  zwar  aus  religiösen,  sittlichen,  ja  selbst  aus
Gründen  des  guten  Geschmacks  und  rein  wirtschaftlichen  Rücksichten
au f  den  Leserkreis.  Bedenkt  man,  daß  die  Besteller  dieser  Aufträge,
Wäre  die  erstmalige  Ablehnung  nicht  erfolgt,  jahrelang  Kundschaft  geworden ­
  wären,  so  erhöht  sich  die  genannte  Summe  um  ein  Vielfaches  an
freiwillig  abgelehnten  Einnahmen  aus  ideellen  Rücksichten.
Von  den  kaufmännischen  Mitarbeitern  des  Hauses  ist  mir  nun  der
ehrenvolle  Auftrag  geworden,  den  Dank  auszusprechen  für  die  uns  allen
au s  Anlaß  des  heutigen  Jubiläums  zuteil  gewordene  Zuweisung
e ines  vollen  Monatsverdienstes.  Diesen  Dank  soll  ich  vornehmlich
  auch  namens  unserer  im  Dienste  des  Vaterlandes  draußen  vor  dem
Feinde  stehenden  Kollegen  aussprechen.  Diese  alle  wissen  durch  die  treue
Fürsorge  der  Firma  ihre  Lieben  daheim  vor  banger  Sorge  um  die  Notdurft ­
  des  Lebens  in  dieser  schweren  Kriegszeit  behütet.
        <pb n="271" />
        Alle  unsere  Glückwünsche  klingen  aus  in  dem  deutschen  Kernspruch,
mit  dem  ich  meine  Worte  schließen  möchte;  Unserer  verehrten  Firma  noch
recht  lange  Jahre  Treue  um  Treue!
Redner  überreichte  den  Firmeninhabern  ein  Album  mit  den
aus  dem  Felde  eingelaufenen  Glückwünschen,  die  meist  mit  den
Lichtbildern  der  Absender  verbunden  waren.

Das  sog.  Jubiläums-BIäschen  sah  wie  folgt  aus:

t

1818-191$

(  Jubiläum^
er  Jirma  J,  p.  R6I

om4.Hlai  1918

I

Porou03at)luti0  der  ^ubüäumsgobc
im  Öetro0e  eines  JTlonatßgdjalteß  mit

(EDlrd  bereite  heute  ouegejahlt,  um  Gelegenheit
jur  ßeteiligung  an  der  8.  Kriegsanleihe  ju  geben,
deren  letzter  geidjnungetag  der  18.  Rpril  1918  ifl.)
Kdln,  den  15.  Bptlll918.

Harne;
        <pb n="272" />
        Oberfaktor  Anton  Korn  sprach  im  Namen  der  Angestellten
des  technischen  Betriebs  und  erörterte  die  Gründe  dafür,
daß  die  Firma  so  groß  geworden  ist,  daß  sie  weit  über  die
Grenzen  Deutschlands  einen  berechtigten  Ruf  genießt.
Man  sagt  im  gewöhnlichen  Leben:  Die  Firma  hat  Glück  gehabt!  Was
heißt  Glück?  Glück  bedeutet  Arbeit.  Wenn  ich  an  die  Zeit  zurückdenke,
da  ich  vor  mehr  als  *1*1  Jahren,  kaum  der  Schule  entwachsen,  in  den
Geschäftsverband  aufgenommen  wurde,  und  an  die  den  heutigen  Verhältnissen ­
  gegenüber  bescheidenen  Zustände  bei  der  Firma,  dann  muß  ich
sagen:  Es  muß  etwas  ganz  besonderes  sein,  daß  die  Firma  in  diesen
Jahren  einen  solchen  Umfang  angenommen  hat.  Ich  erinnere  mich  der
damaligen  Zeit,  als  ich  bei  Korrektor  Halter  als  Vorleser  tätig  war:  Wurde
ich  geschickt,  ein  paar  Stahlfedern  holen,  so  gab  mir  Hr.  Robert  Bachem
sen.,  in  Papier  eingewickelt,  zwei  gebrauchte  aus.  Für  die  Herren,
die  kalligraphisch  schreiben  mußten,  waren  die  neuen  Federn,  für  die
Korrektoren  und  die  übrigen  Herren,  auf  deren  Schönschrift  kein  Wert
gelegt  zu  werden  brauchte,  genügten  die  alten.  Ebenso  wurden  unserm
Farbendrucker,  dem  alten  Kramer,  wenn  er  Farben  mischen  mußte,  einige
Körnchen  blaue,  rote  oder  gelbe  Farbe  ausgeliefert  mit  der  Mahnung:
„Nun  aber  auch  sparsam  sein!“  Das  ist  der  Geist  weiser  Sparsamkeit,
der  damals  im  Hause  herrschte,  und  der  auf  die  heutige  Generation  übergegangen ­
  ist.
Wenn  ich  bedenke,  daß  damals  auf  der  Zeitungssetzerei  15  Setzer  und
in  der  Akzidenzsetzerei  2  Setzer  beschäftigt  und  alle  diese  Leute  in  einem
Raume  untergebracht  waren,  der  noch  nicht  so  groß  war  wie  dieser
Museumssaal,  und  damit  vergleiche,  wie  wir  heute  zehnmal  so  große
Räume  notwendig  haben,  um  allein  unsere  Setzer  unterzubringen,  so
muß  ich  sagen;  Es  ist  etwas  besonderes  geschehen.  Wenn  ich  die  einfache ­
  Doppelflachmaschine,  welche  damals  die  Zeitung  druckte  und  Muße
hatte,  das  zu  besorgen,  vergleiche  mit  unseren  heutigen  zehn  Rotationsmaschinen, ­
  die  nicht  imstande  sind,  die  an  sie  gestellten  Anforderungen
zu  erfüllen,  dann  muß  ich  sagen:  Es  ist  ein  Aufschwung,  wie  er  selten
vorkommt.
Herr  Josef  Bachem  war  das  Bild  der  Arbeitsamkeit,  von  morgens  früh
his  abends  spät  jederzeit  willig,  den  Anforderungen,  die  das  Geschäft  an
ihn  stellte,  entgegenzukommen.  Wenn  ich  ihm  abends  um  9  Uhr  noch
Korrekturen  brachte,  konnte  ich  sicher  sein,  daß  sie  andern  Morgens
durchgesehen  und  durchgeackert  dalagen,  durchgeackert  sage  ich,  denn
er  tat  nichts  oberflächlich.  Das  war  der  Geist  der  Arbeitsamkeit,
her  von  ihm  übergegangen  ist  auf  die  späteren  Generationen.  Wir  haben
hier  schon  die  Zusammenfassung  von  Sparsamkeit,  Arbeitsamkeit  und
Fleiß.  Ich  hatte  vor  wenigen  Wochen  das  Vergnügen,  bei  Frau  Katharina
Bachem  in  Honnef  ein  paar  Stunden  zu  Gast  zu  sein.  Als  ich  eintrat,
        <pb n="273" />
        war  diese  88jährige  würdige  Dame  mit  dem  Stricken  eines  Kinderjäckchens
beschäftigt.  Also  in  diesen  Jahren  noch  dieser  Fleiß!  Und  wenn  ich  die
wohltuende  Wärme,  die  von  dieser  Dame  ausstrahlte,  betrachte,  muß  ich
sagen:  Solche  Mutter  muß  auch  solche  Söhne  haben!
Wir  haben  eben  gehört,  welch  offene  Hand  Firma  und  Familie
Bachem  besitzen.  Dieses  Dreigestirn  der  Sparsamkeit,  der  Arbeitsamkeit
und  der  offenen  Hand,  das  bildet  das  „Glück“,  das  über  dem  Hause  Bachem
schwebt,  und  das  uns  hoffentlich  noch  viele,  viele  Jahre  treu  bleiben  wird.
Meine  Herren  Bachem!  Die  Bilder  des  eingezogenen  Kontorpersonals
haben  Sie  bereits  erhalten.  Auch  vom  technischen  Personal  hat  jeder
sein  Bild  geschickt  und  einen  Glückwunsch  dazu  geschrieben.  Ich  überreiche ­
  Ihnen  alle  zur  bleibenden  Erinnerung  an  den  heutigen  Tag.  Diese
Mitarbeiter,  die  draußen  an  den  Fronten  stehen,  wissen  und  fühlen,  daß
bei  den  Unterstützungen,  die  die  Firma  ihren  Daheimgebliebenen  gern  und
freudig  gibt,  ihre  Familien  geborgen  sind,  und  geben  daher  bis  zu  ihrer
Rückkehr  in  unser  Geschäft  gern  dem  Vaterlande,  was  dem  Vaterlande
gebührt.
Die  sämtlichen  Angestellten  des  Hauses  folgen  gerne  der  Sitte  der
Zeit,  ihre  Gesinnung  in  einem  Gedenkblatt  niederzulegen,  das  ich  der
Firma  hiermit  überreiche  (vgl.  die  Abbildung).  Es  hat  folgenden  Wortlaut:
Hundert  Jahre  geistigen  Schaffens,  kaufmännischer  und  gewerblicher ­
  Leistungen  hat  die  Firma  J.  P.  Bachem  am  i l.  Mai  1918,  im
vierten  Jahre  des  großen  Weltkrieges  vollendet  und  sich  unter  Leitung
von  Gliedern  der  Familie  aus  kleinen  Anfängen  zu  einem  Unternehmen
von  Weltruf  entwickelt.  Dankbaren  Herzens  widmen  zum  heutigen
Tage  die  Angehörigen  aller  Abteilungen  des  Hauses  den  derzeitigen
Firmen-Inhabern  dieses  im  eigenen  Betriebe  hergestellte  Gedenkblatt
zum  Zeichen  treuer  Anhänglichkeit  mit  dem  Wunsche,  daß  Gottes  Segen
auch  bis  in  die  fernsten  Zeiten  dem  Unternehmen  und  allen  Mitgliedern
der  Familie  Bachem  zuteil  werden  möge.
Köln,  den  4.  Mai  1918
Die  Redaktion  der  Kölnischen  Volkszeitung  und  des
Kölner  Local-Anzeigers
Das  kaufmännische  Personal  des  Buchverlags,  der  Druckerei,
des  Zeitungsverlags
Das  Personal  des  technischen  Betriebes
Meine  Herren!  Ich  weiß,  daß  Sie  nicht  nach  Lorbeer  geizen,  aber  Sie
sollen  den  Lorbeer  heute  haben.  Das  Ornament  im  Lederschnitt  des  Rahmens
bildet  nur  Lorbeer.  Die  knorrigen  Wurzeln,  aus  denen  es  erwächst,  sind
Ihre  Ahnen,  sind  diejenigen,  die  das  Fundament  gebaut  haben  zu  dem,
was  heute  ist.  Dieses  ganze  Gedenkblatt  ist  hergestellt  in  der  Abteilung
für  Kunstarbeiten  im  Hause.  Es  weist  Originallederhandarbeit  auf,  die
        <pb n="274" />
        Sinnbilder  der  KV,  des  Verlags  und  der  Druckerei  sind  in  Kupfer  mit
der  Hand  getrieben.  Das  Blatt  ist  auf  echtem  Pergament  gemalt.
Wir  alle  aus  dem  technischen  Betriebe  versprechen  auch  in  Zukunft
treu  zur  Firma  zu  halten  wie  bisher.  Damit  sprechen  wir  den  Wunsch
aus,  daß  das  bisherige  gute  Verhältnis,  das  patriarchalische  Verhältnis,
wenn  wir  es  so  nennen  wollen,  ferner  bestehen  möge,  und  daß  nach
weiteren  hundert  Jahren  das  Verhältnis  noch  immer  ein  gleich  gutes
sein  möge.  Das  walte  Gott!
Hr.  Franz  X.  Bachem  dankte  kurz  zusammenfassend:
Es  ist  mir  ein  Herzensbedürfnis,  den  drei  Vertretern  unserer  Hauptgeschäftszweige, ­
  die  soeben  gesprochen  haben,  namens  der  Firma  unsern
herzlichsten  Dank  zu  sagen  für  die  warmen  und  zu  Herzen  gehenden
Worte,  die  allen  Anwesenden  gezeigt  haben,  welcher  Geist  in  Wirklichkeit ­
  in  unserm  Hause  herrscht.
Sehr  verehrte  Herren!  In  den  Veröffentlichungen  des  heutigen  Tages,
sowohl  in  der  Denkschrift,  wie  auch  in  dem  Festartikel  in  der  Morgen-Ausgabe
  der  KV,  werden  Sie  einen  Gedanken  finden,  der  gewissermaßen
als  Leitsatz  herausleuchtet,  ein  Gedanke,  der  mir  persönlich  immer  überaus
sympathisch  gewesen  ist,  der  Gedanke  des  arbeitsfreudigen  Optimismus. ­
  Ich  kann  nur  wünschen,  daß  dieser  arbeitsfreudige  Optimismus,
der  auch  aus  den  Worten  der  Herren,  die  uns  beglückwünschten,  herausleuchtete, ­
  fernerhin  in  unserm  Hause  walten  und  in  Wirkung  bleiben  möge.
Ich  habe  das  Gefühl,  daß  dies  auch  dauernd  der  Fall  sein  wird.  Deshalb
freue  ich  mich  auf  die  Zeit,  die  kommen  wird,  auf  die  Zeit  der  weitern
Zusammenarbeit.  Nochmals  herzlichen  Dank!

Hieran  schloß  sich  die  große  Zahl  der  außerhalb  des  Hauses
stehenden  Glückwünschenden  an.
Herr  Oberlandesgerichtspräsident  Dr.  Frenken  entledigte
sich  zunächst  eines  amtlichen  Auftrages:
Seine  Majestät  der  König  haben  allergnädigst  geruht,  den  Herrn
Justizrat  Dr.  Karl  Bachem  zum  Geheimen  Justizrat  zu  ernennen.
Herr  Geheimrat!  Ich  überreiche  Ihnen  diese  Auszeichnung  nebst  einem
Schreiben  meines  Herrn  Chefs,  des  Herrn  Justizministers,  und  knüpfe
daran  meinen  herzlichsten  Glückwunsch.  Persönlich  freue  ich  mich,  der
Uebermittler  dieser  Auszeichnung  zu  sein.  Haben  wir  doch  seit  vielen
Jahren  in  freundschaftlichen  Beziehungen  zueinander  gestanden,  Beziehungen, ­
  die  schon  lange  Jahre  in  Berlin  gewährt  haben,  Beziehungen,
die  in  weitgehender  Uebereinstimmung  unserer  Anschauungen  auf  hochwichtigen ­
  Gebieten,  in  Gemeinsamkeit  idealer  Interessen  festverankert
        <pb n="275" />
        sind.  Aus  kleinen  Anfängen  hervorgegangen,  ist  die  Firma  zur  Weltfirma
geworden.  Für  die  weitere  Zukunft  die  allerbesten  Glückwünsche!  Ich
schaue  mit  Ihnen,  meine  Herren,  vertrauensvoll  in  die  Zukunft,  mag  ihr
Dunkel  namentlich  in  der  gegenwärtigen  Zeit  noch  so  undurchdringlich
sein,  mag  sie  an  Schwierigkeiten  das  vergangene  Jahrhundert  überbieten.
Vivat,  floreat,  crescat!
*s&amp;gt;-Herr
  Regierungspräsident  von  Starck  sprach  als  Vertreter
der  allgemeinen  Staatsverwaltung;
Ich  bin  berechtigt  zu  der  Annahme,  daß  die  Königliche  Staatsregierung
ihrer  Wertschätzung  für  den  Verlag  von  J.  P.  Bachem  und  die  in  ihm
tätigen  Personen  auch  noch  weitern  sichtbaren  Ausdruck  zu  geben  beabsichtigt')• ­
  Eine  Firma,  wie  die  Ihrige,  die  in  ihrem  Verlage  von  jeher
Werke  hat  erscheinen  lassen,  die  einen  starken  Einfluß  auf  das  öffentliche
Leben  zu  nehmen  beabsichtigten,  die  insbesondere  sich  mit  dem  Verlag
der  Tagespresse  beschäftigte,  hat  von  jeher  die  Aufmerksamkeit  der
Regierung  erregt,  und  diese  Aufmerksamkeit  ist  in  der  langen  Geschichte
des  Hauses  nicht  immer  eine  sehr  wohlwollende  gewesen.  Wenn  früher
der  Königliche  Regierungspräsident  in  der  Geschichte  der  Firma  J.  P.
Bachem  auftritt,  war  seine  Mission  häufig  für  beide  Teile  keine  sehr
erfreuliche.  Um  so  mehr  freut  es  mich,  heute  sagen  zu  können,  daß  alle
diese  Dinge  als  Episoden  der  Vergangenheit  angehören,  und  mit  freudigem
Herzen  und  aus  voller  Ueberzeugung  kann  ich  heute  der  Firma  die
Anerkennung  für  die  Vergangenheit  und  meine  herzlichsten  Glückwünsche ­
  für  die  Zukunft  aussprechen.  Denn  die  Zeiten  haben  sich
gewandelt.  Diejenigen  politischen  Kräfte,  die  öfter  der  Staatsregierung
im  Kampfe  gegenübergestanden  haben,  und  diejenigen  politischen  Kräfte,
mit  denen  die  Firma  J.  P.  Bachem  von  jeher  verknüpft  gewesen  ist  und
die  mit  ihrer  Größe  unzertrennlich  verbunden  gewesen,  sind  heute  die
')  Die  damit  in  Aussicht  gestellten  Auszeichnungen  sind  später
bekannt  gegeben  worden.  Es  erhielten:  den  Roten  Adlerorden
IV.  Klasse  die  Herren  Franz  X.  Bachem,  Robert  Bachem  und
Hauptredakteur  der  KV  Dr.  Karl  Hoeber;  den  Kronenorden
IV.  Klasse  der  Vorsteher  der  Buchverlagsabteilung  Prokurist  J.  Schmitz
und  der  Vorsteher  des  Zeitungsverlags-Kontors,  Prokurist  H.  Sombetzki;
das  Verdienstkreuz  in  Silber  der  Oberfaktor  A.  Korn  und  der
Zeitungsfaktor  und  Vorsteher  der  Zeitungssetzerei  Stadtverordneter
J.  Rings;  das  Allgemeine  Ehrenzeichen  der  Vorsteher  der  Versendungsabteilung ­
  des  L.-A.  Th.  Bonn,  der  Vorsteher  der  Buchverlagsversendung ­
  J.  Breuer,  der  Oberkorrektor  der  Köln.  Volksztg.  Quirin
Brüls,  der  Metteur  am  L.-A.  Ant.  Dresen,  der  Vorsteher  des  Verpackungssaals ­
  der  KV  W.  Laufenberg,  der  Vorsteher  der  Anzeigensetzerei ­
  der  KV  P.  Mosbach  und  der  Flactimaschinenmeister  J.  Schmalz.
        <pb n="276" />
        stärkstenStützen  des  Staates  und  die  stärksten  Stützen  der  Regierung
und  der  leitenden  Staatsmänner,  deren  Oberster  im  Deutschen  Reiche
und  in  der  preußischen  Monarchie  aus  diesen  Reihen  gewählt  wurde,
ein  Mann,  der  der  Firma  J.  P.  Bachem  des  öfteren  seine  Feder  geliehen  hat.
Ich  möchte  aber  heute  nicht  so  sehr  die  politische  Seite  des  Verlages
hervorheben,  sondern  mich  mehr  an  die  Familie  wenden.  Es  ist
außerordentlich  selten,  daß  eine  Familie  imstande  ist,  ein  Geschäft,
einen  Verlag,  hundert  Jahre  lang  in  Besitz  zu  haben,  und  noch  viel
seltener,  daß  eine  Familie  hundert  Jahre  lang  immer  die  Kräfte  stellt,
die  nicht  nur  die  Firma  besitzen,  sondern  sie  auch  leiten.  Daß  das
möglich  gewesen  ist,  verdankt  sie  dem  Umstand,  daß  sie  in  allen
Generationen  nicht  nur  eine,  sondern  mehrere  hervorragende  Kräfte  zur
Verfügung  gehabt  hat,  so  daß,  wenn  einer,  müde  von  der  Arbeit,  die
Hände  in  den  Schoß  legte,  neben  ihm,  unter  ihm  schon  wieder  andere
Kräfte  emporgewachsen  waren,  die  die  Fahne  aufgriffen,  und  die  die
Firma  aufwärts  und  vorwärts  weiter  führten.  Die  Entwicklung  des
Hauses  hat  in  einem  kleinen  Laden  in  der  Hohestraße  ihren  Anfang
genommen  und  es  zu  diesem  riesigen  Geschäftshause  gebracht,  in  dem
wir  heute  versammelt  sind.  Sie  hat  es  von  der  kleinen  Buchhandlung
zu  einer  Firma  von  Weltruf  gebracht,  deren  innere  Stärke  uns  vorhin
die  außerordentlich  reichen  Stiftungen  offenbart  haben.
Daß  diese  Männer,  die  Mitglieder  der  Familie  Bachem,  ihre  Sache  so
führen  konnten,  wie  sie  sie  geführt  haben,  das  verdanken  sie  den  Eigenschaften, ­
  die  in  allen  Mitgliedern  derselben  lebendig  gewesen  sind.  Es
ist  die  im  Boden  des  Christentums,  hier  des  katholischen  Bekenntnisses,
wurzelnde  unermüdliche  Pflichttreue  und  die  A  r  b  e  i  t  s  f  r  e  u  d  i  g  k  e  i  t.
Damit  war  verbunden  eine  stets  fleckenlose  Ehrbarkeit  und  ein
mutiges  Bekenntnis  zu  ihrer  Ueberzeugung.  Bei  der  Gründung  der
Kölnischen  Volkszeitung  wurde  der  Grundsatz  aufgestellt:  sie  sollte
katholisch,  konservativ  und  patriotisch  sein.  Diese  Grundsätze  haben
die  Familie  groß  gemacht.  Sie  sind  in  der  Vergangenheit  hoch  gehalten
Worden  und  leben  in  den  heutigen  Mitgliedern  der  Familie.  Und  so
dürfen  wir,  in  die  nächsten  hundert  Jahre  blickend,  hoffen,  daß  diese
guten  Grundsätze  zu  einer  weiteren  Vorwärts-  und  Aufwärtsbewegung
führen  werden,  zum  Nutzen  der  Firma  J.  P.  Bachem,  zum  Nutzen  auch
des  Staates,  dem  solche  Familien  nur  erwünscht  sein  können.

Herr  Domkapitular  Prälat  Dr.  Blank,  als  Vertreter  des  Herrn
Kardinals  von  Hartmann,  Erzbischofs  von  Köln:
Es  ist  selbstverständlich,  daß  an  einem  so  großartigen  Jubiläum  der
Fip ma,  die  hundert  Jahre  schon  zurückgelegt  hat,  bei  einem  Verlag,  der
Q uch  so  große  religiöse  Verdienste  hat,  der  Erzbischof  von  Köln  ein
        <pb n="277" />
        256

großes  Interesse  nimmt.  Es  ist  sicher,  daß  der  Verlag  von  J.  P.  Bachem,
daß  besonders  die  Kölnische  Volkszeitung,  die  jetzt  auf  der  Höhe,  vollständig ­
  und  unbestritten  auf  der  Höhe  ist,  in  der  katholischen  Presse
die  führende  Rolle  hat,  daß  sie  viel  gewirkt  hat,  gerade  im  Sinne  des
Erzbischofs  von  Köln,  dem  zunächst  die  Pflicht  der  Erhaltung  und  des
Schutzes  der  Religion  am  Herzen  liegt.  Redner  gab  im  Namen  des  Herrn
Erzbischofs  und  Kardinals  dem  Wunsche  Ausdruck,  daß  der  Aufstieg  der
Firma  weiter  gehe,  daß  die  jetzigen  Herren  Bachem,  die  im  Sinne  der
Väter  arbeiten  und  die  Fahne,  die  der  alte  J.  P.  Bachem  getragen  hat,
weiter  tragen  und  zur  ferneren  Entfaltung  bringen.  Dazu  gebe  der  Herr
Erzbischof  gerne  seinen  Segen.  Ihm  persönlich  sei  es  eine  große  Freude,
daß  er  der  Träger  dieser  Botschaft  Sr.  Eminenz  sein  könne.  Er  verbinde
damit  seine  persönlichen  Glück-  und  Segenswünsche.

•S.

Herr  Oberbürgermeister  Adenauer  überbrachte  Glückwünsche
namens  der  Stadt  Köln:
Die  Glückwünsche,  die  ich  als  Oberbürgermeister  der  Stadt,  in  der
Sie  nun  seit  hundert  Jahren  wirken  und  schaffen,  Ihnen  ausspreche,  sind
von  besonderer  Wärme  und  von  besonderer  Freude  getragen.  Wenn  Sie
an  sich  vorüberziehen  lassen,  was  diese  hundert  Jahre  an  Umwälzungen
und  Fortschritten,  auf  technischem,  auf  kulturellem,  politischem  und
kirchlichem  Gebiet  gebracht  haben,  dann  können  Sie  einigermaßen  ermessen, ­
  welche  Pflichttreue,  welch  ehrliche  Konsequenz  und
welch  Unentwegter  idealismus  in  diesen  hundert  Jahren  hier  tätig
gewesen  sein  müssen,  um  den  von  Anfang  an  hochgesteckten  Idealen
treu  zu  bleiben,  trotzdem  aber  auch  den  Fortschritten  der  Zeit  zu  genügen.
Selbst  wer  wie  ich  sich  rühmen  darf,  ein  Freund  der  Herren  Bachem
und  ein  alter  Leser  und  Freund  Ihrer  Zeitung  zu  sein,  ahnt  ja  nur  im
entferntesten,  welche  Unsummen  von  Schwierigkeiten  und  inneren  sowie
behördlichen  Widerständen  und  Reibungen  in  diesen  hundert  Jahren  im
Schoße  der  Firma  ausgestanden  worden  sind.  Um  so  höher  muß  unsere
Bewunderung  sein  für  die  Männer,  ich  nenne  nur  den  verstorbenen  Vater
der  heutigen  Herren  Chefs,  die  es  verstanden  haben,  allen  Schwierigkeiten
zum  Trotz  die  Firma  hochzubringen.  Welch  hohe  Auffassung  von  Idealismus ­
  und  w  ah  rer  echterR  e  li  gi  osit  ät  muß  in  dieser  Familie  herrschen,
wenn  es  ihr  gelungen  ist,  immer  wieder  diese  neuen  Sprossen  zu  treiben!
Sie  haben,  meine  verehrten  Herren,  in  Ihrer  Tagespresse  eine  größere
Aufgabe  sich  gesteckt,  als  im  allgemeinen  eine  politische  Zeitung  das
tut.  Sie  sind  einem  großen  Teile  der  Bürgerschaft  dieser  Stadt  und
einem  großen  Teile  Deutschlands  ein  Führer  und  Wegweiser  in  manchen
Nöten  der  Vergangenheit  und  in  religiösen  Fragen  geworden,  so  daß
heute  ein  viel  engeres  Band  zwischen  Ihnen  und  dem  großen  Kreise
        <pb n="278" />
        GEISTIGEN  SCHAFFENS,  KAUF
MANN1SC1  !KU  l  IM)  GEWI  PI51.1(111  D
LEIS  J  UNGEN  MAL  DIE  FIRMA

AM  I  M\I  10  Ri  IM  VlIvli'IliN  JAMk’i:  Dl  S&amp;lt;«OS
m  \  \\i  i  .i  im&amp;gt;n  a.i  s  \oi  11  mh;ni\n  sh  11
n\n  k&amp;gt;  i  i:miNü\ONOi.ii  i&amp;gt;i:rn  i&amp;gt;i  l&amp;gt;  i-amh.ii,
\i  is  ki  ,i  ;i\i  n  v\i.  vn&amp;lt;  ;i  \  zu  i  :ini  :m  unti:i&amp;gt;
m  I  l&amp;gt;  II  n  \  on  \vi:i  Jßlii-'  i  ;n  i  \\  u  kfj  xc-c-ccc-c-cc
i«  I  ).NXKI  VM-il-N  I  II  DZKX.S  WIDMI  .N  ZUM
HEimci  N  TACil.v  du;  ANOICI  iodr.i  X  \UJ1&amp;gt;
,\ini  ,ii.UN(n;,\  di  s  11  \usi  ,s  i  &amp;gt;i  x  Diuzi.m
C.l  N  IIDMI'AMM  lAHKRN  D1IASI  -S  IM  I  :H  if  NI  K
in  : ;r»n;nE  i  im&amp;lt;  .i;sti:li.tk  c  «i;w  ;n  kdlatf  v\  di
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        257

Ihrer  treuen  Freunde  geknüpft  ist.  Mit  diesen  treuen  Freunden  weiß
ich  keinen  besseren  Wunsch  als  den,  daß  auch  in  dem  nächsten  Jahrhundert ­
  sich  die  Entwicklung  der  Firma  in  gleicher  Weise  fortsetzen
möge,  daß  immer  wieder  neue  Söhne  der  Familie  da  sein  mögen,  die  in
gleicher  Arbeitsfreudigkeit  das  Erbe  ihrer  Väter  hochhalten  und  der
Firma  eine  weitere  gedeihliche  Entwicklung  geben.
Hr.  Geheimer  Kommerzienrat  Louis  Hagen  sprach  als  Vorsitzender ­
  der  Kölner  Handelskammer:
Es  ist  mir  eine  besonders  ehrenvolle  Pflicht,  unsere  Glückwünsche  an
unser  bewährtes  und  tätiges,  langjähriges  Mitglied,  Herrn  Robert  Bachem,
zu  richten,  von  dessen  zukünftiger  Mitwirkung  die  Handelskammer  sich
noch  viel  verspricht.  Im  Gegensatz  zu  den  Beziehungen  zu  der  Königlichen ­
  Regierung,  die  der  Herr  Regierungspräsident  vorhin  erwähnt  hat,
die  manchmal  auf  politischem  Gebiete  gewisse  Trübungen  erfahren  haben,
waren  die  Beziehungen  der  Kölner  Handelskammer  zur  Firma  J.  P.  Bachem
während  der  ganzen  hundert  Jahre  ihres  Bestehens  nicht  nur  die  angenehmsten, ­
  sondern  auch  die  erfreulichsten.  Die  Kölner  Handelskammer
kann  stolz  darauf  sein,  daß  innerhalb  ihres  Bezirks,  neben  so  vielen
andern  großen  wirtschaftlichen  Firmen,  zwei  Zeitungen  Raum  gefunden
haben,  die  die  Erleuchtung  durch  ganz  Deutschland  und  weit  darüber
hinaus  getragen  haben.
Außer  den  Eigenschaften,  die  den  Inhabern  des  Hauses  bereits  nachgerühmt ­
  wurden,  hat  auch  noch  der  Familiensinn  der  Firma  Bachem
wesentlich  dazu  beigetragen,  daß  sie  heute  mit  an  der  Spitze  ihresgleichen
steht.  Und  wenn  von  der  starken  Wurzel  hier  in  der  Adresse  der
Geschäftsangehörigen  die  Rede  ist,  so  muß  es  heute  für  die  Inhaber  der
Firma  ein  ganz  besonderes  Glück  bedeuten,  daß  neben  der  starken  Wurzel
auch  Ranken  vorhanden  sind,  die  frühlingsmäßig  sich  emporarbeiten,  die
eine  Gewähr  dafür  bieten,  daß  noch  auf  lange  lange  Zeit  hinaus  in  dem
gleichen  Sinne  traditionell  gearbeitet  wird.  Sie  bieten  Ihnen  Gewähr
dafür,  daß  das,  was  Sie  als  Nachfolger  Ihres  Herrn  Vaters  geleistet  haben,
daß  das  noch  für  lange  Zeit  hinaus  geleistet  werden  wird.  Einen  schönem
Ausblick,  ein  schöneres  Angebinde  für  den  heutigen  Tag  kann  ich  mir
nicht  vorstellen,  als  daß  die  Kinder  auf  dem  bisher  betretenen  Wege,  an
dem  Sie  unentwegt  hundert  Jahre  festgehalten,  weitere  hundert  Jahre
v °r  sich  haben,  um  mit  gleichem  Gelingen,  gleichem  Gedeihen  und  in
gleichem  Sinn  zu  wirken.  Das  walte  Gott!
Hr.  Rechtsanwalt  Justizrat  Mönnig:
Die  Zentrumsfraktion  des  Kölner
kollegiums  sendet  den  Vorstand  hierher,
'00  Jahre  J.  P.  Bachem.

Stadtverordnete  num
  Ihnen,  meine  hoch-17
        <pb n="280" />
        258

verehrten  Herren,  unsere  herzlichsten  Grüße  zu  diesem  Tage  darzubringen.
Viele  Arbeit,  die  Sie  in  den  vergangenen  Jahrzehnten  geleistet  haben,  ist
uns  und  unseren  Arbeiten  zugute  gekommen.  Vor  allem  sind  es  zwei
Eigenschaften,  die  uns  unendlich  genützt  haben.  Das  ist  Ihr  Idealismus
und  Ihr  arbeitsfreudiger  Optimismus,  wie  Hr.  Franz  Bachem  sich
ausdrückte.  Wie  sollten  wir  unsere  Arbeit  erledigen,  wenn  nicht  die
Ideale  uns  trieben,  alles  das  zu  tun,  und  wie  sollten  wir  oft  in  der  Arbeit
weiterkommen,  wenn  nicht  der  arbeitsfreudige  Optimismus  uns  triebe!
Das  ist  es,  wobei  gerade  Ihre  Zeitung,  Ihre  Unternehmungen  uns  unterstützt ­
  haben.  Nicht  allein,  daß  Sie  unsere  Arbeit  der  Bürgerschaft  vermitteln, ­
  sie  ihr  mundgerecht  machen,  Sie  haben  auch  selbst  in  Ihrer
Zeitung  und  in  Ihren  Unternehmungen  selbständig  gearbeitet,  uns  Ihre
Gedanken  gebracht,  uns  unterstützt,  unsere  Arbeit  befruchtet.  Und  so
haben  wir  in  den  letzten  Jahren  einen  erfreulichen  Aufschwung  gehabt.
Gleichzeitig  stattete  der  Redner  noch  einen  besonderen  Dank  ab  als
Vorsitzender  der  Stadtverordnetenvereinigung  der  Rheinischen  Zentrumspartei ­
  und  der  Kommunalpolitischen  Vereinigung,  vor  allem
für  die  der  Vereinigung  zu  Gunsten  ihres  Organs,  der  Kommunalpolitischen
Blätter,  zugedachte  Jubiläumsgabe.  Hr.  Robert  Bachem  habe  bei  der
Gründung  des  Organs  Pate  gestanden  und  als  solcher  im  Laufe  der  Jahre
es  an  Wohlwollen  nicht  fehlen  lassen.  Der  Pate  bringt  immer  ein  gutes
Geldgeschenk  mit,  besonders  wenn  die  Kinder  so  arm  sind,  wie  unser
Organ  es  bei  der  Gründung  war.  Unser  Pate  gab  uns  einen  großen
Kredit,  und  ich  habe  oft  mit  Schrecken  daran  gedacht,  wenn  unser  Konto
eine  recht  bedenkliche  Höhe  erreicht  hatte.  Aber  wir  kannten  unseren
Patenonkel  und  haben  vertrauensvoll  weiter  gearbeitet.  Heute  haben
wir  bereits  annähernd  tausend  Stadtverordnete  und  Gemeindevertreter
in  unserer  Vereinigung  zusammengefaßt,  und  sind  nun  endlich  in  der
Lage,  unsere  Kommunalpolitischen  Blätter  auf  eigene  Füße  zu  stellen.
Daher  ein  ganz  besonderer  Dank  auch  von  dieser  Seite.  Wenn  wir
Zusammenhalten  und  uns  gegenseitig  unterstützen,  werden  wir  die  Kämpfe,
die  uns  in  den  nächsten  Jahren  bevorstehen,  überwinden  können,  Kämpfe,
die  viel,  viel  schwerer  sein  werden,  als  wie  die  Vergangenheit  sie
gekannt  hat.
•Sv
Hr.  Hauptmann  Berndorff  entledigte  sich  des  Auftrags  des
Herrn  Gouverneurs  der  Festung  Köln,  die  herzlichen  Glückwünsche ­
  auszusprechen:
Diesem  Befehl  bin  ich  um  so  lieber  nachgekommen,  als  ich  als  Leiter
der  Presseabteilung  so  viele  Gelegenheit  habe,  persönlich  mit  Ihnen
zusammenzuarbeiten.  Ich  muß  gestehen,  die  vielen  Fesseln,  die  den
Tageszeitungen  heute  durch  die  Zensur  angelegt  werden,  sind  in  so
liebenswürdiger  Weise  von  den  Herren  getragen  worden,  daß  mir  dadurch
        <pb n="281" />
        meine  Arbeiten  auch  erleichtert  worden  sind.  Die  ungeheure  Pflichttreue,
die  die  Redaktion  der  Kölnischen  Volkszeitung  stets  an  den  Tag  gelegt,
die  Rührigkeit  vom  Morgen  bis  zum  späten  Abend,  hat  einen  so  tiefen
Eindruck  auf  mich  gemocht,  daß  ich  den  Vorrednern,  die  die  guten  Eigenschaften ­
  der  Herren  gerühmt  haben,  nur  beipflichten  kann.

Herr  Rechtsanwalt  Justizrat  Heinrich  Wirtz:
Redner  erinnert  daran,  daß  vor  hundert  Jahren,  zur  Zeit  der  Gründung
der  Firma,  Throne  gestürzt  und  neu  aufgerichtet  wurden.  Heute  strahle
der  Name  J.  P.  Bachem  in  allen  deutschen  Gauen,  ja  weit  über  die  Grenzen
Deutschlands  hinaus  in  hellstem  Glanze.  Mit  Stolz  dürfen  wir  sagen,
daß  dieser  Name  eng  verknüpft  ist  mit  den  Traditionen  und  mit  den
Idealen  der  Zentrumspartei.  Es  liegt  unendlich  viel  für  uns  darin,  daß
wir  sagen  dürfen:  Der  Name  J.  P.  Bachem  gehört  auch  uns.  Und  so
gestatte  ich  mir  als  Vorsitzender  der  Kölner  Zentrumspartei  für
die  Kreise  Köln-Stadt,  Köln-Land  und  Mülheim  a.  Rh.  auszusprechen,  daß
die  Firma  weiter  gedeihen  möge  zu  Nutz  und  Frommen  der  katholischen
Sache,  zum  Wohle  unserer  Ideale  von  Wahrheit,  Freiheit  und  Recht!
Hr.  Universitätsprofessor  Dr.  Rademacher,  Bonn,  vertrat
als  Generalsekretär  die  Görres-Gesellschaft  zur  Pflege  der
Wissenschaft  im  katholischen  Deutschland:
Von  Anfang  an,  seit  Begründung  der  Gesellschaft  im  Jahre  1876,
haben  die  guten  Beziehungen  bestanden  zwischen  diesem  Verein  und  der
Firma  J.  P.  Bachem.  Bei  Ihnen  wußte  die  Gesellschaft  ihre  Geschäftsführung ­
  in  den  besten  Händen.  Was  könnte  auch  eine  gelehrte  Gesellschaft ­
  ohne  einen  modernen  verständnisvollen  Verlag  tun?  Er  ist  berufen, ­
  die  Gedanken,  die  von  den  Gelehrten  entwickelt  werden,  gleichsam
in  die  Kanäle  überzuleiten,  damit  sie  der  Allgemeinheit  Nutzen  stiften
können.  Wir  haben  allen  Grund,  dankbar  zu  sein  für  die  opferfreudige
Mitarbeit,  die  der  Verlag  unserem  Verein  hat  zuteil  werden  lassen.  Es
•st  nicht  bedeutungslos,  daß  litera  und  literae  zusammengehören,  daß  der
Buchstabe  und  die  Wissenschaft  durch  dasselbe  Wort  ausgedrückt  werden,
daß,  auf  uns  angewandt,  die  Gelehrten  angewiesen  sind  auf  die  Mitwirkung
einsichtsvoller  und  nötigenfalls  opferfreudiger  Verleger.  Daß  unsere  Gesellschaft ­
  zum  Sammelpunkt  der  katholischen  Gelehrten  des  Deutschen
Reiches  geworden  ist,  daran  hat  auch  die  Firma  Bachem  einen  nicht
unbedeutenden  Anteil.  Ich  gebe  der  Hoffnung  Ausdruck,  daß  die  guten
Beziehungen  zwischen  der  Görres-Gesellschaft  und  ihrer  Geschäftsstelle
J-  P.  Bachem  auch  weiter  Vorhalten  mögen  und  daß  die  Werke,  die
durch  unsere  Gesellschaft  ins  Publikum  hineingebracht  werden,  auch
        <pb n="282" />
        weiterhin  durch  die  Vermittlung  dieser  so  rührigen  Geschäftsstelle  den
weitesten  Kreisen  zugesandt  werden  mögen,  zum  Besten  der  geistigen
Kultur  in  unserem  Vaterlande.
•*.
Namens  der  Buchdrucker-Kollegen  sprach  Herr  Verleger
Heinrich  Otto-Krefeld:
Er  gab  der  Ueberzeugung  Ausdruck,  daß  dieser  Tag  nicht  nur  ein
Ruhmes-  und  Ehrentag  für  die  Firma  und  ihre  Inhaber  sei,  sondern  ein
Ereignis  für  alle  diejenigen,  welche  der  Firma  während  ihres  hundertjährigen ­
  Bestehens  in  irgend  einer  Weise  näher  getreten  sind,  insbesondere ­
  aber  für  die  Angehörigen  ihres  engeren  Berufskreises,  die  Buchdrucker ­
  des  Deutschen  Reiches.  Wir  Berufsgenossen  vom
Deutschen  Buchdrucker-Verein,  Sitz  Leipzig,  nehmen  besonderen  Anteil
an  der  Entwicklung  Ihrer  großen  Firma,  die  gerade  unserm  Gewerbe
gewidmet  gewesen  ist.  Das  erste,  was  der  Gründer  der  Firma  angliederte,
war  ja  ein  Akzidenz-  und  Werkdruckbetrieb.  Was  ist  aus  diesem  damals
kleinen  Buchdruckereibetrieb  geworden!  Wie  hat  er  sich  emporgerungen
undausgestaltet  durch  alle  Schwierigkeiten  derZeit!  Welch  künstlerische
Leistungen  sind  aus  ihm  ihervorgegangen!  Heute  haben  wir  einen
sprechenden  Beweis  in  diesem  Ehrenblatte,  das  das  Personal  der  Firma
den  Inhabern  gewidmet  hat.  Sie  sind  vorbildlich,  ja  Lehrmeister  geworden ­
  für  das  ganze  Buchdruckereigewerbe  des  Deutschen  Reiches,  und
das  danken  wir  Ihnen  in  erster  Linie.
Dank  einer  echt  christlichen  gesunden  „Bevölkerungspolitik“,  die  Sie
in  der  Familie  der  Firmeninhaber  betrieben  haben,  war  es  Ihnen  möglich,
immer  mehrere  Vertreter  Ihrer  Familie  in  diejenigen  Organisationen
und  Körperschaften  zu  entsenden,  die  unserm  Berufe  gewidmet  sind.
Ihre  Firma  hat  sich  niemals  der  Oeffentlichkeit  verschlossen,  hat  sich  nicht
in  sich  selbst  zurückgezogen,  um  nur  ihren  eigenen  Interessen  zu  dienen.
Sie  hat  unübertrefflichen  Gemeinsamkeitssinn  bekundet  und  Sie  haben
bewiesen,  daß  Zum  Ganzen  halten  auch  das  Gedeihen  des  eigenen  Betriebes ­
  mit  sich  bringt.  Mit  einem  Opfersinn  und  einer  Opferfreudigkeit,
wie  sie  selten  zu  finden  sind,  haben  Sie  sich  den  Berufsvereinen  gewidmet. ­
  Wenn  gerade  wir  vom  Buchdruckergewerbe  noch  einen  weitern
Dank  abzustatten  haben,  dann  ist  es  der  für  das  hervorragende  Beispiel,
das  Sie  uns  gegeben  durch  Ihre  sozialen  Einrichtungen,  die  Sie
in  Ihrem  Privatbetriebe  von  kleinem  Anfänge  an  zur  großen  Blüte  ausgestaltet ­
  haben.  Das  dankt  Ihnen  nicht  bloß  der  Deutsche  Buchdruckerverein ­
  Kreis  II,  der  seinen  Sitz  in  Köln  hat,  der  die  Ehre  hat,  in  Herrn
Franz  X.  Bachem  seinen  zweiten  Vorsitzenden  zu  besitzen,  das  dankt  Ihnen
auch  der  Buchdruckerverein  des  ganzen  Deutschen  Reiches,  der  mich  beauftragt ­
  hat,  seinen  Dank,  seine  Anerkennung  und  seine  Glückwünsche
auszusprechen.
        <pb n="283" />
        Herr  Verleger  Lambert  L  e  n  s  i  n  g-Dortmund  sprach  als  Vorsitzender ­
  des  Augustinus-Vereins  zur  Pflege  der  katholischen ­
  Presse,  als  Mitglied  der  Pensionskasse,  die  diesem  Verein ­
  angeschlossen  ist,  und  als  Vertreter  der  CPC-Gesellschaft,
  der  Gesellschaft,  die  die  Centrums-Parlaments-Correspondenz
  herausgibt:
Im  Jahre  1848  hat  in  einer  großen  Versammlung  in  Mainz  der  verstorbene ­
  Justizrat  Hardung  aus  Köln  das  Wort  geprägt:  „Auch  wir  in
Köln  haben  getrunken  vom  Mohnsaft  dieser  Zeit  und  sind  eingeschlafen,
aber  wieder  wach  geworden,  als  Clemens  August  aus  unserer  Mitte  weggeführt ­
  wurde,  und  wir  sind  wachgeblieben.“  Das  Wort  wurde  in  Erinnerung ­
  gebracht  von  dem  Abg.  Schädler,  als  hier  in  Köln  1903  die
Jubiläums-Katholiken-Versammlung  stattfand,  und  er  knüpfte  daran  die
Worte  an:  „Daß  Köln  wachgeblieben  ist,  verdanken  wir  nicht  an  letzter
Stelle  zwei  Faktoren,  das  sind  die  Firma  J.  P.  Bachem  und  die  Kölnische
Volkszeitung,  unbeschadet  der  Verdienste,  die  natürlich  andern  Faktoren
nach  der  Richtung  hin  gebühren.“  Wenn  man  das  Streben  und  den  Aufstieg ­
  des  Hauses  Bachem  kennen  und  verstehen  will,  dann  muß  man  das
Buch  lesen,  das  der  jüngste  preußische  Geheimrat,  Herr  Dr.  Carl  Bachem,
geschrieben  hat.  Zwei  Bände  sind  davon  erschienen,  hoffentlich  kommt
demnächst  die  Fortsetzung.  Das  Buch  ist  in  der  Tat  so  lehrreich  für  die
Geschichte  der  Firma,  für  ihre  geschäftliche  Tätigkeit,  Umsicht  und  Intelligenz, ­
  wie  für  die  Verbreitung  und  das  Verständnis  der  der  Firma
ungegliederten  Kölnischen  Volkszeitung,  daß  ich  der  hier  anwesenden
Corona  dringend  empfehle,  wenn  es  noch  nicht  geschehen  ist,  dieses
Werk  eifrig  zu  studieren.
Im  Jahre  1867,  als  ich  noch  ein  ganz  junger  Mann  war,  erschien  in
Dortmund  in  einer  großen  Katholikenversammlung  als  Redner  Herr
Josef  Bachem,  der  Vater  der  jetzigen  Inhaber  der  Firma.  Er  hielt  eine
Rede  über  die  Presse,  und  ich  erinnere  mich  noch  ganz  gut,  daß  er  sagte,
lediglich  mit  den  Idealen  sei  es  nicht  genug;  die  Leute,  die  die  Presse
halten  und  lesen,  müßten  sie  auch  materiell  unterstützen,  sie  müßten
v or  allen  Dingen  der  Presse  die  Anzeigen  zubringen.  Der  Gedanke,  den
Herr  Bachem  damals  ausführte,  hat  uns  in  der  Folgezeit  und  auch  damals
schon  den  falschen  Vorwurf  des  Geschäftskatholizismus  eingetragen.
Auch  in  der  neuesten  Zeit  wurde  wieder  einmal  der  Grundsatz  vertreten,
das  was  durch  die  Presse  gewonnen  wird,  muß  nicht  dem  einzelnen
J-lnternehmer  zugute  kommen,  sondern  der  Gesamtheit.  Wenn  dieser
irrige  Grundsatz  zur  Tatsache  würde,  wäre  das  m.  E.  für  den  größten
Teil  der  Presse  der  Anfang  vom  Ende.  Die  Intelligenz,  die  Tatkraft,  der
orbeitsfreudige  Optimismus,  an  dem  ich  mich  gerade  in  den  letzten
Jahren  so  sehr  erbaut  habe,  namentlich  bei  Herrn  Franz  Bachem,  die
sind  individuell,  und  diese  Dinge  können  nur  durch  tüchtige  tatkräftige
        <pb n="284" />
        Personen  gefördert  werden,  die  auch  wissen,  wofür  sie  schaffen,  und
weshalb  sie  schaffen.  Es  ist  daher  richtig,  auf  dem  Grund,  auf  den  die
Firma  Bachem  gebaut  hat,  auf  der  ganzen  Linie  unsererseits  weiterzubauen. ­

Als  Vorsitzender  des  Augustinus  Vereins  habe  ich  noch  die  besondere
Aufgabe,  der  Firma  herzlichst  zu  danken  für  das  hochherzige  Geschenk
für  die  Zuwendungskasse  unseres  Vereins  in  Höhe  von  5000  M.  und  es
in  diesem  Kreise  auszusprechen,  daß  wir  im  Augustinusverein  und  in  der
CPC,  deren  Vorsitzender  Herr  F.  X.  Bachem  ist,  der  Firma  Bachem  und
der  K  V  unendlich  viel  verdanken,  und  daß  wir  nicht  das  wären,  was
wir  heute  sind,  wenn  nicht  die  Firma  Bachem  treu  mit  uns  gearbeitet
hätte  —  nicht  bloß  nach  der  ideellen  Seite,  auch  nach  der  materiellen
Seite,  das  hebe  ich  in  diesem  Zusammenhang  ganz  besonders  hervor.
Die  Firma  hat  in  geradezu  vorbildlicher  Weise  Opfer  über  Opfer  im
Interesse  unserer  gemeinsamen  Sache  gebracht,  besonders  auch  bei  der
C  PC-Gesellschaft,  was  hier  im  einzelnen  darzulegen  zu  weit  führen  würde.

Herr  Verleger  Kommerzienrat  Alfred  Neven  DuMon  t-Köln
überbrachte  Glückwünsche  im  Namen  des  Vorsitzenden  des  Vereins ­
  Deutscher  Zeitungsverleger,  insonderheit  Herrn
Robert  Bachem,  der  seit  vielen  Jahren  als  zweiter  Vorsitzender
des  Vereins  sich  unvergängliche  Verdienste  um  ihn  erworben
habe:
Ich  freue  mich,  mit  diesem  Aufträge  beehrt  zu  sein  und  darf  wohl
auch  hier  schon  den  Dank  des  Vereinsvorstandes  aussprechen  für  die
hochherzige  Gabe,  die  die  Firma  heute  dem  Verein  überwiesen  hat.  Gleichzeitig ­
  haben  mich  auch  die  Kölner  Buchdruckereibesitzer,  die
vereinigt  sind  in  dem  Bezirks-Verein  Köln  des  Kreises  II  des  Deutschen
Buchdrucker-Vereins,  gebeten,  in  ihrem  Namen  ihren  Glückwunsch  den
Inhabern  der  Firma  zum  Ausdruck  zu  bringen.  Und  schließlich  vertrete
ich  hier  auch  die  Kölner  Plakaten-Gesellschaft,  deren  zweiter
Vorsitzender  Herr  Robert  Bachem  seit  vielen  Jahren  ist.  Es  ist  mir  eine
besondere  Freude,  daß  es  mir  vergönnt  ist,  an  dieser  Stelle  zu  stehen,
weil  ich  persönlich  durch  meine  Firma  mit  der  Firma  J.  P.  Bachem  bis
zu  einem  gewissen  Grade  verbunden  war.  Redner  erinnert  an  die  Verbindung ­
  der  Firmen  Bachem  und  Du  Mont-Schauberg  vor  hundert  Jahren
von  1815  bis  1818.
Der  Herr  Vorsitzende  der  Kölner  Handelskammer  hat  schon  darauf
hingewiesen,  daß  es  ein  gutes  Zeichen  ist,  daß  hier  in  Köln  zwei  große
Firmen  in  so  viel  Jahren  mit  einander  haben  arbeiten  und  ringen  können
für  das  gemeinsame  Interesse  des  Deutschen  Vaterlandes  und  dadurch
        <pb n="285" />
        •  ••  -•►v^-  '.-•-  &amp;gt;,-&amp;lt;fc-  •*-&amp;lt;fc-  •»•

263

den  Ruhm  der  Stadt  Köln  verbreitet  haben.  Wie  damals  in  der  Vergangenheit ­
  unsere  Vorfahren  miteinander  gearbeitet  haben,  so  haben  jetzt
wir,  die  Nachfahren,  wiederum  zu  gemeinsamer  Arbeit  uns  zusammengefunden, ­
  wenn  auch  in  anderem  Sinne.  Wir  haben  zusammen  gearbeitet
zum  gemeinsamen  Blühen  unseres  Gewerbes.  Ich  darf  ruhig  hier  aussprechen, ­
  daß  diese  gemeinsame  Arbeit  im  ganzen  deutschen  Buchdruckerei- ­
  und  Zeitungsgewerbe  zum  Erfolg  geführt,  und  auch  dem
Kölner  Zweig  dieses  Gewerbes  seine  Blüte  gebracht  hat,  besonders  aber
auch  zum  Wohle  der  Firma  J.  P.  Bachem  ausgeschlagen  ist.

Herr  Verleger  Duckwitz  (Koblenz)  sprach  im  Aufträge  des
Vereins  rheinischer  ZeitungsVerleger:
Der  Gedanke  der  Gründung  unseres  so  herrlich  erblühten  Vereins
kam  hier  in  diesem  Hause  zustande.  In  schwerer  Zeit  hat  Herr  Robert
Bachem  mit  zielsicherer  und  bewußter  Hand  den  Beschluß  gefaßt,  das
Zeitungsgewerbe  des  Rheinlandes  wieder  emporzuheben  und  ihm  eine
Grundlage  zu  geben  durch  die  glückliche  Zusammenfassung  aller  Gewerbe,
die  darin  tätig  sind.  Der  Verein  hat  unter  seiner  Leitung  Großes  geleistet  zum
Segen  der  gesamten  Zeitungsverlegerwelt.  Die  Firma  J.  P.  Bachem  hat
sich  hierbei  auf  ideellem  und  kulturellem  Gebiete  besonders  betätigt  und
stets  die  Interessen  des  Vereins  wahrgenommen.

Herr  Buchdruckereibesitzer  Grüttefien  (Elberfeld)  überbrachte ­
  Wünsche  namens  der  Deutschen  Buchdruckerbefufsgenossenschaft:

Nach  dem,  was  wir  hier  aus  anderem  Munde  schon  vernommen
haben,  kann  ich  mich  wohl  darauf  beschränken,  schlicht  diese  Glückwünsche ­
  zum  Ausdruck  zu  bringen.  Unsere  Genossenschaft  erkennt  die
treue  Mitarbeit,  die  Hr.  Robert  Bachem  jahrelang  für  sie  geleistet  hat,
gern  an.  Wir  Kollegen  des  Vorstandes  der  Sektion  Rheinland-Westfalen ­
  danken  ihm  im  besonderen  für  seine  umsichtige  und  kraftvolle
Leitung.  In  vorbildlicher  Weise  haben  die  Herren  Franz  und  Robert
Bachem  sich  stets  bei  den  großen  Aufgaben  betätigt,  die  unserm  Gewerbe ­
  und  unserm  Berufsstande  in  der  Allgemeinheit  zufallen.  Und  dies
Ihr  treues  Wirken  für  die  Gemeinsamkeit  ist  ja  nicht  ohne  Segen  für
Ihr  Haus  geblieben.  Wenn  ich  mit  einer  gewissen  Wehmut  in  diesem
Augenblick  dessen  gedenke,  welch  schweres  Opfer  Ihr  Haus  in  der  harten
Zeit  durch  Hingabe  eines  Sohnes  dem  Vaterlande  hat  bringen  müssen,
so  darf  ich  doch  aussprechen,  vertrauend  auf  die  Zukunft  unseres
deutschen  Vaterlandes,  daß  es  Ihrem  Geblüte  allezeit  vergönnt  sein  möge,
        <pb n="286" />
        264  ä

die  ruhmreiche  Geschichte  Ihres  Hauses  bis  in  alle  Zukunft  fortzuführen,
zu  weiterem  Glanze  und  Gedeihen.

Hr.  Redakteur  Gerh.  Bauhaus  (Köln)  sprach  als  Vertreter
des  Vereins  Kölner  Presse:
Lange  bevor  wir  einen  Verein  Kölner  Presse  als  Berufsvereinigung
der  Kölner  Redakteure  hatten,  gehörten  Mitglieder  Ihrer  Redaktion  dem
Verband  der  rheinisch-westfälischen  Presse  an.  Von  Redakteuren  Ihres
Hauses  ist  der  Gedanke  eines  Kölner  Ortsvereins  besonders  tatkräftig
verfolgt  worden,  bis  er  Wirklichkeit  wurde.  Gewaltige  Aufgaben  hatte
unsere  Presse  im  Kriege  zu  erfüllen.  Gewaltiger  noch  werden  ihre  Aufgaben ­
  im  kommenden  Frieden  sein.  Sie  können  nur  von  einer  unabhängigen ­
  und  zielbewußten  Presse  erfüllt  werden.  Wir  in  der  Organisation ­
  der  Redakteure  sind  an  der  Arbeit,  uns  auf  die  neue  Zeit  einzustellen. ­
  Drei  Dinge  stehen  dabei  zurzeit  bei  uns  im  Vordergrund  der
Erörterung.  Einmal,  daß  gesetzlich  anerkannt  wird,  daß  die  Presse
öffentliche  Interessen  vertritt.  Zweitens,  daß  die  rechtliche  Stellung  der
Redakteure  gesetzlich  fest  verankert  wird.  Drittens,  daß  die  soziale
Lage  der  Redakteure  so  gestaltet  wird,  wie  sie  ihrer  Stellung  und  ihrem
Ansehen  in  der  Oeffentlichkeit  entspricht.  Daß  bei  diesen  Bestrebungen,
die  dem  ganzen  Zeitungswesen  zugute  kommen  müssen,  auch  die  Herren
Verleger  der  Kölnischen  Volkszeitung  stets  auf  unserer  Seite  stehen
mögen,  das  ist  neben  unserem  Glückwunsch  der  Wunsch  des  Vereins
Kölner  Presse  am  heutigen  Tage.

Hr.  Stadt-Dechant  Tils,  Päpstlicher  Geheimkömmerer  und
Ehrendomherr,  vertrat  mit  den  Herren  Definitor  Breuer,
Pfarrer  Dr.  Steinberg,  Dr.  Stühlen  und  Beckerden  Klerus
der  benachbarten  Pfarreien:
Er  dankte  für  das  wahrhaft  großmütige  Geschenk,  das  die  Firma  den
Armen  der  drei  Pfarren  gemacht  hat  für  die  Vinzenz-  und  Elisabethenvereine. ­
  Das  ist  wahrhaft  eine  schöne  Art,  Jubiläum  zu  feiern.  Wir
werden  mit  den  Armen  unserer  Pfarren  beten,  daß  der  Herrgott  die
Firma  Bachem  weitere  Jahrhunderte  segnen  möge.  Alle  katholischen
Priester,  nicht  bloß  in  Köln  und  der  Erzdiözese,  sondern  weit  über  Deutschland ­
  hinaus,  nehmen  heute  herzlichen  Anteil  an  der  schönen  Feier  der
Firma  Bachem.  Warum?  Sie  wissen  alle,  was  diese  Firma  geleistet  hat,
und  wünschen,  daß  auch  in  Zukunft  der  Herr  weiterhin  seine  schützende
Hand  über  ihr  halte,  besonders  bei  der  großen  Arbeit  nach  dem  Kriege,
daß  sie  auch  dann  wieder  ihren  Mann  stehen  möge  wie  bisher.  Und
        <pb n="287" />
        265

wir  wollen  mit  ihr  arbeiten  und  an  allen  Geschicken  mit  Anteil  nehmen.
Vivat,  floreat,  crescat  Firma  Bachem!
Hr.  Pfarrer  und  Definitor  Breuer  beglückwünschte  noch
besonders  die  Firma  als  Pfarrer  des  Bezirks  St.  Andreas,
in  dem  ihr  Geschäftshaus  liegt:
Den  größten  Teil  der  Zeit,  auf  die  wir  heute  zurückblicken,  hat  allerdings ­
  der  Geschäftsbetrieb  im  Bezirk  der  Pfarre  St.  Maria-Himmelfahrt
gelegen.  Aber  seit  fast  zwanzig  Jahren  ist  das  Haus  hierhin  verlegt
worden,  und  bei  dieser  Gelegenheit  hatte  ich  die  Freude,  dieses  große
Geschäftshaus  einzusegnen.  Damals  habe  ich  zum  Segen  das  Wort  gesprochen ­
  ;  Der  liebe  Gott  möge  seinen  Segen  dazu  geben,  daß  das  Geschäft ­
  dienen  möge  alle  Zeit  der  Kirche  zur  Ehr,  dem  Vaterland  zur
Wehr  und  dem  Volke  zur  Lehr.  Dieses  Wort  (ist  durch  Gottes  Gnade
im  Laufe  der  beiden  Jahrzehnte  in  Erfüllung  gegangen.  Wir  freuen  uns
darüber  und  wünschen  weiteres  Gedeihen.  Zugleich  spreche  ich  als
Vertreter  des  St.  Engelbertusvereins  der  Erzdiözese  Köln,  dessen
Vorstand  hier  vertreten  ist,  und  sage  im  Namen  der  dürftigen  emeritierten
Priester,  denen  Sie  in  Ihrer  edlen  Gesinnung  eine  so  hochherzige  Stiftung
zugewiesen  haben,  den  innigsten  und  herzlichsten  Dank.  Dafür  möge
Gottes  Segen  auch  auf  dieser  Wohltat  ruhen  und  das  Gute  hundertfach,
ja  tausendfach  Ihnen  vergelten!

Herr  Generalagent  Kaufmann  (Köln)  sprach  in  Vertretung  des
durch  eine  Reise  verhinderten  Vorsitzenden  des  Gesamtverbandes
derKath.  KaufmännischenVereine,  Hrn.  Jak.  Weismantel,
zugleich  im  Namen  des  Verbandes,  Sitz  Essen.  Der  Verband
verdanke  der  Firma  Bachem,  insbesondere  der  Kölnischen  Volkszeitung, ­
  so  mancherlei  Förderung  und  Unterstützung,  für  die  zu
danken  ihnen  vornehmste  Pflicht  sei,  ganz  besonders  aber  für
die  hochherzige  Zuweisung  aus  Anlaß  des  Tages.
Weiter  schlossen  sich  an  die  Herren:  Herrn.  Müller  als  Vorsitzender ­
  des  Typographischen  Vereins  Concordia,  Pet.  Dörner
uls  Vorsitzender  des  Gesangvereins  Gutenberg,  Alb.  Görres
als  Vertreter  der  Firma  Herder  in  Freiburg  i.  B.
Hr.  Dr.  Hoeber  brachte  eine  große  Anzahl  eingelaufener
Drahtglückwünsche  zur  Kenntnis  der  Festversammlung.  Sie  zeigten
»daß  in  der  Wertschätzung  des  von  der  Firma  Bachem  Geleisteten
auch  draußen  volle  Uebereinstimmung  herrsche“.
        <pb n="288" />
        266

Hr.  Geh.  Justizrat  Dr.  Karl  Bachem:
Wollen  Sie  mir  gütigst  gestatten,  in  einem  kurzen  Schlußwort  Ihnen,
den  Ehrengästen,  den  herzlichsten  Dank  der  Firma  und  der  ganzen  Familie
Bachem  auszudrücken.  Es  ist  schon  erwähnt  worden,  daß  wir  uns  gesträubt ­
  hatten  gegen  die  Abhaltung  einer  solchen  Feier  mit  Rücksicht
auf  den  Krieg.  Ich  muß  sagen,  wenn  wir  geahnt  hätten,  in  welchem
Maße  Lob  und  Anerkennung  uns  entgegengebracht  würden,  wir  hätten
uns  noch  sehr  viel  mehr  gesträubt.  Das  hindert  aber  nicht,  daß  wir
von  wärmstem  Dank  erfüllt  sind  für  die  freundlichen  Glückwünsche,
welche  uns  in  so  überreichem  Maße  ausgesprochen  worden  sind.  Eins
freut  uns  vor  allem,  daß  anerkannt  worden  ist,  daß  unsere  Presse  und
mit  ihr  die  Kölnische  Volkszeitung  idealen  Zielen  dient.  Die  KV  hat  es
getan  in  dem  Jahrhundert,  das  hinter  uns  liegt,  sie  wird  es  noch  mehr
tun  in  dem,  das  vor  uns  liegt.  Es  ist  von  mehrern  Seiten  geäußert
worden,  daß  die  Aufgaben  der  Zukunft  noch  größer  sein  würden  als
diejenigen  der  Vergangenheit.  Ich  meine  auch,  wir  können  uns  noch
gar  keine  Vorstellung  machen  von  demjenigen  Maß  von  Ansprüchen,
welche  an  Kopf  und  Herz  der  Presse,  an  Kopf  und  Herz  des  ganzen
deutschen  Volkes  gestellt  werden  wird,  wenn  erst  dieser  Krieg  beendet
ist  und  die  Aufgaben  des  Friedens  an  uns  herantreten.  Diesen  werden
wir  nur  gewachsen  sein,  wenn  wir  alle  Zusammenhalten.  Was  uns  angeht, ­
  so  gilt  der  Dank,  den  wir  gefunden,  die  Anerkennung,  die  unser
Herz  warm  gemacht  hat,  nicht  uns  allein,  den  Inhabern  der  Firma,  sondern
allen  Angehörigen  der  Firma  Bachem.  Wie  wenig  ein  General  auszurichten
vermag,  wenn  er  nicht  fähige  Offiziere  und  tüchtige  Mannschaften  hat,
das  sehen  wir  auf  allen  Schauplätzen  des  jetzigen  Krieges.  Mehr  gilt
das  schließlich  noch  von  einem  großen  Unternehmen.  Und  wie  sehr  gerade ­
  die  Kölnische  Volkszeitung,  die  allmählich  immer  mehr  in  den
Mittelpunkt  des  Unternehmens  gerückt  ist,  von  den  übrigen  Teilen  des
Geschäfts  abhängt,  das  hat  Ihnen  derjenige  der  Herren  Redner  verraten,
der  darlegte,  wie  lange  Fehlbetragsjahre  die  Zeitung  hat  überstehen
müssen,  ehe  sie  zu  einer  eigenen  gesicherten  finanziellen  Stellung
gelangen  konnte.  Damals  waren  es  die  anderen  Zweige  des  Geschäftes,
die  den  Boden  liefern  mußten,  auf  dem  schließlich  die  KV  zu  eigener
Standfestigkeit  heranwachsen  konnte.  Darum  gebührt  allen  Angehörigen
in  allen  Zweigen  unseres  Geschäfts  der  Dank  der  Firma.  Ihnen  allen  aber,
meine  Herren,  die  Sie  so  freundlich  waren,  hier  zu  erscheinen  und  die
Feier  unseres  Jubiläums  durch  Ihre  Gegenwart  zu  verschönern,  sage  ich
im  Namen  der  Firma  und  der  ganzen  Familie  Bachem  den  herzlichsten
Dank.  Ihre  Anerkennung  wird  uns  ein  Sporn  sein,  in  der  alten  Weise
fortzufahren  und  zu  arbeiten  für  das  Wohl  von  Kirche  und  Staat!
        <pb n="289" />
        267

Aus  der  großen  Fülle  drahtlicher  und  brieflicher  Glückwünsche,
die  zu  dem  Festakt  einliefen,  seien  folgende  hier  wiedergegeben:
ReichskanzlerGrafvonHertling:  Zu  dem  heutigen  Jubiläum
Ihres  allseits  geschätzten  Verlags,  mit  dem  ich  selbst  vor  Jahren  in  Verbindung ­
  gestanden  bin,  spreche  ich  Ihnen  meine  herzlichsten  Glückwünsche  aus.
Erster  Generalquartiermeister  General  Ludendorff:  Zur  Feier  des
hundertjährigen  Bestehens  Ihres  Verlages  spreche  ich  Ihnen  in  des  Generalfeldmarschalls
  von  Hindenburg  und  meinem  Namen  herzlichen
Glückwunsch  aus.  Die  im  Westheer  weit  verbreitete  Kölnische  Volkszeitung ­
  hat  den  Geist  stolzer  Siegeszuversicht  gepflegt.  Sie  verdient
hierfür  dankbare  Anerkennung.
Chef  des  Admiralstabes  von  Holtzendorff:  Dem  Verlage  der  Kölnischen ­
  Volkszeitung,  der  energischen  Vorkämpferin  deutscher  Seegeltung
und  kraftvoller  Seekriegsführung,  warme  Glückwünsche  zum  Jubeltage.
Möge  seinem  hochverdienstlichen  vaterländischen  Wirken  auch  in  Zukunft
voller  Erfolg  beschieden  sein.
Admiral  von  Capelle,  Staatssekretär  des  Reichsmarineamts:  ln
voller  Würdigung  und  Anerkennung  der  im  Frieden  und  Krieg  gleich
bewährten  vaterländischen  Haltung  spreche  ich  zur  Jubelfeier  des  hundertjährigen ­
  Bestehens  meinen  aufrichtigen  Glückwunsch  aus.  Möge
das  Verständnis  für  Deutschlands  Seeinteressen  auch  fernerhin  von  der
Kölnischen  Volkszeitung  in  weiten  Kreisen  unseres  Volkes  gefördert  und
vertieft  werden.  Ich  möchte  nicht  unterlassen,  am  Jubeltage  der  hochherzigen ­
  Spende  zu  gedenken,  mit  der  die  Zeitung  unseren  U-Bootsbesatzungen
  ihr  werktätiges  Interesse  bekundet  hat.
Großadmiral  vonTirpitz:  Der  Jubeltag  Ihres  Verlages  gibt  mir
Veranlassung  zu  einem  aufrichtigen  Glückwunsch.  Ich  habe  das  kräftige
und  unbeirrte  Eintreten  der  Kölnischen  Volkszeitung  für  die  Entwicklung
unserer  Seeinteressen  stets  mit  besonderer  Dankbarkeit  empfunden  und,
nachdem  uns  der  Kampf  für  die  Erhaltung  des  Deutschtums  aufgezwungen
worden  war,  es  als  Zeugnis  der  gleichen  vaterländischen  Gesinnung  begrüßt, ­
  daß  Ihr  Blatt  mit  so  erfreulicher  Sicherheit  und  Entschiedenheit
die  Fahne  des  Sieges  hochgehalten  und  damit  im  deutschen  Westen  den
Willen  zum  Durchhalten  bis  zum  glückhaften  Ende  erfolgreich  gestärkt  hat.
Kriegsminister  v.  Stein:  Das  Kriegsministerium  möchte  nicht  verfehlen, ­
  der  Schriftleitung  der  KV  seine  herzlichsten  Glückwünsche  und
seinen  wärmsten  Dank  auszusprechen  für  die  während  der  Kriegsjahre
&amp;gt;rn  vaterländischen  Interesse  geleistete  Arbeit.  Vorbildlich  und  unermüdlich ­
  ist  die  Schriftleitung  bemüht  gewesen,  das  Verständnis  ihrer  Leser
für  die  gewaltigen  Aufgaben  und  die  harten  Notwendigkeiten  des  Weltkrieges ­
  anzuregen  und  den  Willen  zum  Durchhalten  bis  zum  siegreichen
Ende  zu  stählen.  Das  Gefühl  der  Zusammengehörigkeit  zwischen  dem
Volk  in  Waffen  an  der  Front  und  dem  arbeitenden  Volk  in  der  Heimat
        <pb n="290" />
        268
ist  von  der  Schriftleitung  stets  in  warmherziger  Weise  gefördert  worden.
Das  Kriegsministerium  hofft  auch  weiter  auf  tatkräftige  Mitarbeit  zum
Besten  des  deutschen  Vaterlandes  und  spricht  dazu  seine  besten  Wünsche
für  die  Zeitung  aus.
Justizminister  Dr.  Spahn:  Dem  Hause  Bachem  und  der  Firma  herzliche ­
  Glückwünsche  beim  Eintritt  ins  neue  Jahrhundert.
Staatssekretär  des  Innern,  Staatsminister  Wallraf:  Zum  hundertjährigen ­
  Bestehen  spreche  ich  der  Firma  meinen  aufrichtigsten  Glückwunsch ­
  aus.  Mit  Stolz  kann  die  Firma  auf  die  vergangene  Zeit  zurückschauen, ­
  an  deren  Schilderung  und  Entwicklung  sie  an  wichtiger  Stelle
teilgenommen  hat.  Möge  ihre  Arbeit  zum  Segen  des  Autoritätsgedankens
und  der  rheinischen  Eigenart  auch  fürder  gedeihen.
Staatsminister  Drews:  Dem  Verlag  übersende  ich  zum  heutigen
hundertjährigen  Jubiläum  herzliche  Glückwünsche.
Minister  der  geistlichen  und  Unterrichtsangelegenheiten  Dr.  S  c  h  m  i  d  t:
Zu  dem  Tage,  an  welchem  der  Verlag  J.  P.  Bachem  auf  eine  einhundertjährige ­
  erfolgreiche  Tätigkeit  zurückblicken  kann,  bringe  ich  in  dankbarer
Würdigung  seiner  Bestrebungen  um  die  Pflege  christlicher  und  vaterländischer ­
  Gesinnung  wie  um  die  Förderung  deutscher  Kultur  meine  besten
Glückwünsche  dar.
Staatsminister  a.  D.  v.  Sch  or  lern  er-  Dieser,  Dieser:  Seitdem  Jahre  1884
bin  ich  mit  nur  kurzen  Unterbrechungen  Abonnent  der  Kölnischen  Volkszeitung! ­
  In  meiner  langjährigen  dienstlichen  und  öffentlichen  Tätigkeit
habe  ich  mir  nicht  immer  den  Beifall  Ihres  geschätzten  Blattes  erworben.
Das  hat  mich  aber  nicht  gehindert,  dem  Leserkreis  der  Kölnischen
Volkszeitung  treu  zu  bleiben.  Gern  schließe  ich  mich  heute  der  allgemeinen ­
  Anerkennung  an,  welche  Ihrem  Verlage  und  dem  hervorragendsten ­
  Organ  der  Zentrumspartei  in  diesen  Tagen  so  lebhaft
und  auch  von  den  politischen  Gegnern  zum  Ausdruck  gebracht  worden  ist.
Wenn  in  der  gegenwärtigen  schweren  Kriegszeit  in  den  rheinischen
Gauen  der  Mut  nicht  gesunken  und  das  Vertrauen  zur  Obersten
Hleeresleitung  und  auf  den  endlichen  Sieg  unserer  Waffen  nicht
wankend  geworden  ist,  dann  darf  die  Kölnische  Volkszeitung  mit  vollem
Recht  dies  erfreuliche  Ergebnis  nicht  in  letzter  Linie  ihrer  Haltung  gutschreiben! ­
  Möge  das  zweite  Jahrhundert,  in  welches  der  um  Kirche
und  Vaterland  hochverdiente  Verlag  nunmehr  eingetreten  ist,  sich
der  gleichen  Erfolge  wie  das  vergangene  erfreuen!
Bischof  Dr.  Schulte,  Paderborn:  Von  einer  Firmungsreise  heimkehrend, ­
  entbiete  ich  zum  Zentenarjubiläum  Ihres  um  Kirche  und  Staat
so  außerordentlich  verdienten  Verlags  noch  nachträglich  die  innigsten
Glückwünsche.
Unterstaatssekretär  Freiherr  von  dem  Bussche-Haddenhausen:
Dem  Verlag  und  der  Redaktion  der  Kölnischen  Volkszeitung  spreche  ich
zum  hundertjährigen  Jubiläum  aufrichtige  Glückwünsche  aus.
        <pb n="291" />
        Oberpräsident  der  Rheinprovinz  vonGroote;  Zur  Gedenkfeier  hundertjährigen ­
  verdienstvollen  Wirkens  sende  ich  aufrichtige  Glückwünsche.
Reichsbankdirektorium:  Ravenstein,  von  Glasenapp;
Zur  Feier  Ihres  Geschäftsjubiläums  sprechen  wir  Ihnen  unsere  herzlichsten
Glückwünsche  aus,  dankbar  eingedenk  der  treuen  und  wirksamen  Unterstützung, ­
  deren  sich  die  Reichsbank  bei  ihren  auf  die  Förderung  und
Stärkung  unseres  wirtschaftlichen  Lebens  gerichteten  Bestrebungen,  insbesondere ­
  bei  Vorbereitung  und  Durchführung  der  durch  den  Krieg  bedingten ­
  Maßnahmen  von  seiten  der  Kölnischen  Volkszeitung  zu  erfreuen
hatte.  Auf  hundert  Jahre  unermüdlicher  zielbewußter  und  reichgesegneter ­
  Arbeit  dürfen  Sie  heute  mit  berechtigtem  Stolze  fzurückblicken.
Möge  das  neue  Jahrhundert,  in  das  Ihr  Haus  heute  eintritt,  der  Kölnischen ­
  Volkszeitung  nicht  minder  schöne  Erfolge  bringen,  als  die  Vergangenheit ­
  gebracht  hat.
Staatssekretär  a.  D.  Graf  v.  P  os  a  d  o  w  s  k  y  -  Wehner,  M.  d.  R.:  Der
Firma  J.  P.  Bachem  spreche  ich  zum  100jährigen  Bestehen  und  zur  Haltung
der  Kölnischen  Volkszeitung,  die  stets  verständnisvoll  für  die  großen  Aufgaben ­
  des  Reichs  eingetreten  ist,  meinen  herzlichsten  Glückwunsch  zu
diesem  Festtag  aus.
Abg.  Gröber,  Erster  Vorsitzender  der  Zentrumsfraktion  des  Reichstages ­
  :  Der  um  die  Zentrumssache  hochverdienten  Firma  sendet  zum
morgigen  Ehrentag  herzlichsten  Glückwunsch.
Geheimrat  Dr.  Forsch,  Erster  Vorsitzender  der  Zentrumsfraktion
des  Preußischen  Abgeordnetenhauses:  Zum  seltenen  Jubiläum  wünscht
die  preußische  Zentrumsfraktion  mit  mir  der  Familie  Bachem  zunächst
weitere  hundert  Jahre  segensreicher  Wirksamkeit.
Die  bayerische  Zentrumsfraktion,  Geh.  Hofrat  Held:  Zum
hundertjährigen  Jubiläum  aufrichtigen  Glückwunsch  für  eine  segensreiche
Weiterentwicklung  und  erfolgreiches  Wirken.  Zugleich  lebhaften  Dank
für  die  ersprießliche  Verfechtung  unserer  gemeinsamen  Ideale.
Abg.  Geheimrat  Karl  Trimborn:  In  dankbarer  Erinnerung  an  die
großen  Verdienste,  die  sich  die  Firma  seit  ihrem  Bestehen  um  die  Vertretung ­
  der  katholischen  Sache,  insbesondere  auf  politischem  Gebiete,
erworben,  sende  ich  namens  der  rheinischen  Zentrumspartei  herzlichen
Glückwunsch  zum  morgigen  Ehrentage.
Geheimer  Justizrat  Marx,  M.  d.  R.  u.  d.  Pr.  A.:  Zum  Jubelfeste  die
herzlichsten  Glückwünsche.  Möchte  die  Stätte  höchster  Verdienste  um
Staat  und  Kirche  sich  noch  lange  Jahre  schönster  Blüte  erfreuen.
Der  Vorstand  des  Börsenvereins  der  Deutschen  Buchhändler ­
  zu  Leipzig  sandte  eine  prächtig  gedruckte  Adresse  folgenden
Wortlauts:
Mit  dem  Namen  J.  P.  Bachem  in  Köln  ist  seit  nunmehr  hundert  Jahren
eine  buchhändlerische  Wirkungsstätte  von  ungewöhnlicher  Entwicklung
verbunden,  deren  Anfänge  in  jene  Zeit  reichen,  als  nach  dem  Befreiungs-
        <pb n="292" />
        270
kriege  Deutschland  anfing,  sich  vom  Drucke  zu  erholen,  den  korsische
Eroberungslust  jahrelang  auf  unser  Vaterland  gelegt  hatte.  Damals  legte
Johann  Peter  Bachem  den  Grundstein  zu  dem  stolzen  Bau,  der  heute  eine
Zierde  des  rheinischen  graphischen  Gewerbes  bildet.  Nur  wenige  Jahre
konnte  er  sich  dem  Aufbau  des  Hauses  widmen,  dann  übernahm  sein
Bruder  Lambert  Joseph  Franz  Bachem  die  Firma,  in  dessen  Familie  sie
nun  durch  drei  Generationen  einen  Aufschwung  erlebt  habt,  wie  nur
wenigen  beschieden  ist.  Hatte  Lambert  Joseph  Franz  Bachem,  seinen
Neigungen  folgend,  sich  mehr  der  Buchdruckerei  zugewendet  —  er  stellte
die  erste  Schnellpresse  in  Köln  auf  und  rief  schon  1824  die  Krankenkasse ­
  für  Buchdrucker  und  Schriftgießer  ins  Leben  —,  so  gab  der  Sohn
Joseph  Bachem  dem  Verlage  die  große  Bedeutung,  die  er  seither  einnimmt.
Sein  Bemühen  galt  neben  der  Hebung  der  katholischen  Belletristik,  die
er  durch  Herausgabe  vorbildlicher  Sammlungen  und  Einzelwerke  förderte,
und  der  Schaffung  eines  Verlags  allgemein  bildender  Bücher  für  Katholiken,
dem  Ausbau  der  von  ihm  1860  gegründeten  Kölnischen  Blätter,  die  heute
unter  dem  Namen  Kölnische  Volkszeitung  die  größte  katholische  Zeitung
Deutschlands  sind.  Ihr  reihten  sich  bald  eine  Reihe  anderer  Zeitungen
und  Zeitschriften  kirchlichen  und  pädagogischen  Inhalts  auf  gleicher
Religionsanschauung  an  und  kündeten  den  Namen  der  Firma  der  katholischen ­
  Welt  des  ganzen  Erdballs.  Die  Enkel  führen  die  Firma  im  Sinne
der  Voreltern  weiter.  Sie  mehrten  ihren  Ruhm,  indem  Sie  sich  an  die
katholische  Jugend  durch  Herausgabe  mustergültiger  Jugendschriften
wandten.
Der  Vorstand  des  Börsenvereins  der  Deutschen  Buchhändler  darf
deshalb  heute,  am  Jubeltage  der  Firma,  den  Inhabern  der  Firma  J.  P.  Bachem,
insbesondere  seinem  Mitglied  Herrn  Franz  Xaver  Bachem,  neben  seinen
herzlichsten  Glückwünschen  seine  Freude  und  Genugtuung  über  die  schier
unübersehbare  Summe  von  ersprießlicher  Arbeit  aussprechen,  die  während
des  verflossenen  Jahrhunderts  an  dieser  Pflanzstätte  deutschen  katholischen ­
  Geistes  geleistet  worden  ist.  Möge  die  Firma  weiter  blühen  und
gedeihen  zur  Freude  ihrer  Besitzer,  zum  Ruhme  des  Buchhandels  und
zum  Segen  unseres  geliebten  Vaterlandes!
Leipzig,  4.  Mai  1918.
Der  Vorstand  des  Börsenvereins  der  Deutschen  Buchhändler  zu  Leipzig.
Artur  Seemann,  Karl  Siegismund,  Paul  Schumann.
Der  Vorstand  des  Deutschen  Verlegervereins,  Leipzig:  Es
gereicht  dem  Unterzeichneten  Vorstande  zur  besonderen  Freude,  Ihnen
zu  dem  Tage,  an  dem  vor  hundert  Jahren  Ihre  Firma  gegründet  wurde,
die  herzlichsten  Glückwünsche  des  Deutschen  Verlegervereins  auszusprechen. ­

Das  hohe  Ansehen,  dessen  sich  Ihre  Firma  in  allen  Kreisen  erfreut,
und  die  große  Ausdehnung,  die  Ihr  Betrieb  in  dem  verflossenen  Jahrhundert ­
  genommen  hat,  lassen  uns  dem  Wunsche  Ausdruck  geben,  daß
        <pb n="293" />
        auch  in  Zukunft  Ihrem  Hause  eine  gedeihliche  Weiterentwicklung  beschieden
  sein  möchte,  zum  Segen  und  zur  Genugtuung  der  Besitzer  wie
zur  Ehre  des  Buchhandels.
Für  den  Kreisverein  der  Rheinisch-Westfälischen  Buchhändler ­
  M.  Röder:  Am  4.  Mai  rundet  sich  ein  Jahrhundert  seit  der
Gründung  Ihres  Geschäftes,  ein  denkwürdiger  Tag,  an  dem  Sie,  rückschauend, ­
  voll  Dankbarkeit  und  Stolz  der  Gründer  und  Vorfahren  und
Ihres  eigenen  Erfolges  gedenken  werden.  Wenn  heute  auch  der  Kreisverein ­
  mit  den  herzlichsten  Glückwünschen  zu  Ihnen  kommt,  so  liegt
dazu  noch  ein  ganz  besonderer  Grund  vor.  War  es  doch  Herr  L.  Bachem,
der,  in  der  Gründungsversammlung  des  Kreisvereins  am  3.  September  1843
zum  Vorsitz  berufen,  zwölf  Jahre  lang  an  erster  Stelle  stand  und  mit
sicherer  Hand  und  weitem  Blick  den  Verein  durch  die  Entwicklungsjahre
hindurch  meisterhaft  leitete.  Möge  ein  deutscher  Siegfriedfrieden,  würdig
all  der  schweren  Opfer,  uns  bald  beschieden  sein  und  unter  seinen
Segnungen  Ihrer  hochachtbaren,  altehrwürdigen  Firma  ein  weiteres
Blühen  und  Gedeihen  schenken.
Wie  der  Kreisverein  dankbar  seines  Mitbegründers  und  ersten  Vorsitzenden ­
  gedenkt,  so  bitten  wir  auch  Sie,  uns  die  alte  Treue  zu  bewahren.
Mit  treudeutschem  Glückauf  zur  fröhlichen  Fahrt  ins  neue  Jahrhundert!
Albert  Brockhaus,  in  Firma  F.  A.  Brockhaus  (Leipzig);  Als  am
4.  Mai  1818  Herr  Joh.  Peter  Bachem  seinen  Entschluß  ausführte,  auf  dem
Boden  seiner  Vaterstadt,  des  heiligen  Köln,  der  noch  erzitterte  von  den
Nachwirkungen  der  Revolutions-  und  Kriegszeiten,  eine  Verlagsbuchhandlung ­
  zu  begründen,  hatte  der  wagemutige,  tatkräftige  Mann  gewiß
voll  Gottvertrauen  alle  die  Schwierigkeiten  ins  Auge  gefaßt,  die  sich
seinem  Beginnen  in  den  Weg  türmen  sollten.  Aber  beseelt  von  dem
Streben,  dem  deutschen  Volke  und  auch  einem  höheren  weltumfassenden
Prinzip  zu  dienen,  und  erfüllt  von  nimmermüder  Schaffensfreude  gelang
es  ihm  und  den  Gliedern  seiner  Familie,  die  ihm  in  der  Leitung  nachfolgten, ­
  aus  bescheidenen  Anfängen  in  weitschauender  Umsicht  im  Laufe
der  Jahre  ein  stolzes  Haus  aufzuführen,  das  zu  einem  bedeutungsvollen
Glied  nicht  nur  des  deutschen  Buchhandels  und  der  deutschen  Presse,
sondern  auch  der  deutschen  Buchdruckerkunst  geworden  ist.
In  diesen  Tagen,  da  der  Weltkrieg  tobt  und  nicht  fern  vom  Rhein
erbitterte  Schlachten  gekämpft  werden,  ist  es  Ihnen  gegönnt,  den
hundertsten  Gedenktag  der  Gründung  Ihrer  Firma  zu  begehen.
Wenn  ich  meinem  Glückwunsch  einen  ganz  besonders  herzlichen
Ausdruck  verleihen  möchte,  so  geschieht  es,  weil  ich  seit  dem  Bestehen
Ihrer  Firma  die  Ehre  genieße,  Ihre  buchhändlerische  Vertretung
in  Leipzig  zu  besorgen,  aber  auch  weil  in  dieser  Zeit  unsere  Verbindung ­
  von  Verlag  zu  Verlag,  einschließlich  der  Kölnischen  Volkszeitung,
und  nicht  zuletzt  die  persönlichen  Beziehungen  der  Inhaber  unserer
Firmen  stets  die  angenehmsten  waren.
        <pb n="294" />
        J

Die  gegenwärtigen  Verhältnisse  gestatten  es  den  Inhabern  meiner
Firma  leider  nicht,  ihre  Glückwünsche  anders  als  schriftlich  auszusprechen.
Ich  bitte  Sie  aber,  statt  dessen  einer  bescheidenen  Erinnerungsgabe  an
Ihrem  Ehrentage  einen  freundlichen  Empfang  zu  bereiten,  einer  Blumenschale, ­
  deren  Original  vom  Rhein  und  gerade  aus  dem  Jahre  1818
stammen  soll.
Möge  Ihre  Firma  auch  in  dem  beginnenden  neuen  Jahrhundert  den
ehrenvollen  Platz  behaupten,  den  sie  sich  durch  die  Umsicht  und  Tatkraft
ihrer  Inhaber  errungen  hat,  mögen  Sie  auch  fernerhin  den  Stolz  genießen,
daß  die  zielbewußte  Leitung  in  den  Händen  der  Familie  Bachem  bleibt,
mögen  Ihre  Unternehmungen  in  aller  Zukunft  von  dem  gleichen  Segen
begleitet  sein  wie  bisher,  Ihnen  selbst  zum  Ruhme  und  zur  Ehre  des
deutschen  Buchhandels,  des  deutschen  Volkes.
Mir  aber  möge  es  vergönnt  sein,  die  freundschaftlichen,  persönlichen
und  geschäftlichen  Beziehungen,  die  seit  so  langen  Jahren  zwischen  uns
bestehen,  auch  in  Zukunft  erhalten  zu  sehen.
Der  Hauptvorstand  des  Deutschen  Buchdrucker-Vereins,
Dr.  V.  Klinkhardt;  Der  Tag  des  hundertjährigen  Bestehens  Ihres  hochangesehenen ­
  Geschäftshauses  gab  uns  willkommenen  Anlaß,  Ihnen  durch
Zusendung  einer  Gedenktafel  unsere  herzlichste  Anteilnahme  zu  bekunden.
Gestatten  Sie  uns,  daß  wir  Ihnen  auch  noch  hierdurch  unsere  wärmsten
Glück-  und  Segenswünsche  darbringen.
Wir  erinnern  uns  dabei  dankbar  der  großen  Verdienste,  die  Sie  sich
seit  einer  Reihe  von  Jahren  um  unsere  Vereinsbestrebungen  durch  ehrenamtliches ­
  Wirken  im  Hauptvorstand  und  namentlich  im  Kreis  II  (Rheinland-Westfalen) ­
  erworben  haben.
Eine  besondere  Freude  hat  es  uns  bereitet,  daß  der  Ehrentag  Ihrer
Firma  Ihnen  Veranlassung  gegeben  hat,  unserem  Verein  durch  eine
Stiftung  im  Betrage  von  5090  M.  Ihr  freundliches  und  förderliches  Wohlwollen ­
  aufs  neue  zu  bezeigen.
Wir  sprechen  Ihnen  dafür  unseren  innigsten  Dank  aus  und  verbinden
hiermit  die  Mitteilung,  daß  wir  dem  Gesamtvorstand  in  seiner  am  6.  d.  M.
stattfindenden  Sitzung  Kenntnis  von  Ihrer  hochherzigen  Schenkung  geben
und  einen  Beschluß  über  die  Verwendung  Jder  Zinsen  des  Stiftungskapitals ­
  in  Ihrem  Sinne  herbeiführen  werden.
Verein  deutscher  Zeitungsverleger,  Dr.  Faber,  Vorsitzender,
Dr.  Bartsch,  Generalsekretär:  Zu  dem  heutigen  Jubeltage  senden  wir
Ihnen  namens  des  Vereins  deutscher  Zeitungsverleger  die  aufrichtigsten
und  herzlichsten  Glückwünsche.  Indem  wir  mit  Ihnen  den  Blick  zurücklenken ­
  auf  die  an  Mühe  und  Sorgen,  aber  auch  an  segenbringender
Arbeit  und  Erfolgen  überreiche  Zeitspanne  eines  Jahrhunderts,  gedenken
wir  mit  besonderer  Teilnahme  und  berechtigtem  Stolze  Ihres  Wirkens
auf  unserem  eigensten  Gebiete.  Was  Ihre  Inhaber  in  nie  ermüdender
Hingabe  an  ihre  Ideale  und  in  furchtlosem  und  unbeirrtem  Eintreten  für
        <pb n="295" />
        ihre  Weltanschauung  durch  mehrere  Generationen  geleistet  haben,  gehört
nicht  nur  der  Geschichte  des  deutschen  Zeitungswesens  an,  wie  denn
die  Entstehung  und  Entwicklung  der  katholischen  Presse  Deutschlands
mit  dem  Namen  Bachem  unlöslich  verbunden  bleibt.  Diese  Erfüllung
höchster  verlegerischer  Pflichten  ist  gleichzeitig  ein  leuchtendes  Vorbild
für  die  gesamte  deutsche  Presse.  Mögen  Ihnen  weitere  Jahrhunderte
des  Gedeihens  und  ruhmvollen  Wirkens  besehieden  sein!
Außerdem  sandte  Dr.  Robert  Faber,  Verleger  der  Magdeburgischen
Zeitung,  persönlich  folgenden  Drahtglückwunsch;  Der  Enkel  Ihres  einstigen
Buehhand  lungsgehilfen,  dessen  Freundschaft  mit  Ihrem  heutigen  Inhaber
Robert  Bachem  wiederum  freundliche  persönliche  Bande  von  Haus  zu
Haus  knüpfte,  sendet  der  Firma  J.  P.  Bachem  zu  Ihrem  Hundertjahr-Tage
die  herzlichsten  Glückwünsche.  Möchten  nach  abermals  hundert  Jahren
Söhne  beider  Familien  im  blühenden  Besitze  ihrer  alten  Firmen  der
wechselseitigen  Beziehung  aus  den  Anfängen  J.  P.  Bachems  gern  und
freundlich  gedenken  in  einem  Deutschen  Reiche,  das  kräftiger  und  stolzer
denn  je  aus  den  Stürmen  dieser  großen  und  schweren  Zeit  mit  Gottes
Hilfe  erwachsen  soll.
Verleger  Chefredakteur  Wyn  e  k  e  n  (Königsberg):  Der  alten  berühmten
Firma  Bachem  zu  ihrer  Jubelfeier  viele  herzliche  kollegiale  Grüße  und
weiteres  Blühen  und  Gedeihen  ad  multos  annos.
Außerordentlich  zahlreich  waren  die  freundlichen  Kundgebungen ­
  aus  den  Kreisen  der  Industrie,  des  Handels  und  des
Gewerbes,  von  denen  wir  nachstehend  noch  einige  erwähnen:
Der  Vorstand  des  Vereins  der  Industriellen  des  Regierungsbezirks ­
  Köln  (Lechner,  Generaldirektor,  stellv.  Vorsitzender,  Dr.  Mottet,
stellv.  Geschäftsführer):  Zu  der  Jahrhundertfeier  Ihres  geehrten  Hauses
senden  wir  Ihnen,  einem  alten,  treuen  Mitglieds  des  Vereins  der  Industriellen ­
  des  Regierungsbezirks  Köln,  die  herzlichsten  Glückwünsche.
Sie  gelten  sowohl  der  bisherigen  glücklichen  Entwicklung  Ihrer  werten
Firma  zu  einem  der  bedeutendsten  und  angesehensten  Druckerei-  und
Verlagsunternehmen  des  Vereinsbezirks  und  der  Rheinlande,  als  einer
gleich  günstigen  Gestaltung  Ihres  umfangreichen  Betriebes  bis  in  die
fernste  Zukunft.
Mit  ganz  besonderer  Anerkennung  gedenken  wir  dabei  der  typographischen ­
  Leistungen  Ihrer  Druckerei,  die  beim  25jährigen  Bestehen  unseres
Vereins  dessen  Festschrift  in  mustergültiger  Weise  hergestellt  hat,  und
der  sozialpolitischen  Maßnahmen  Ihres  Unternehmens  für  dessen  zahlreiche ­
  Angestellte  und  Arbeiter.
Geheimrat  Prof.  Dr.  Duisberg,  Leverkusen:  Zum  hundertjährigen ­
  Jubiläum  Ihrer  Firma  spreche  ich  Ihnen  in  freudiger  Anerkennung ­
  der  Bedeutung,  die  sich  Ihre  Zeitung  auch  im  Interesse  der
Industrie  erworben  hat,  herzlichste  Glückwünsche  aus.
100  Jahre  J.  P.  Bachem.

18
        <pb n="296" />
        Die  Direktion  des  A.  Schaaffhausen’schen  Bankvereins  A.-G.
(Dr.  Solmssen,  Dr.  Fischer,  Dr.  Strack,  Weisel,  Worch,  Daffis):  Mit  dem
Gefühl  des  Stolzes  und  der  Befriedigung,  das  der  Gedanke  verleiht,  durch
eigene  Kraft  aus  kleinen  Anfängen  in  oftmals  schwierigen  Zeitläuften
sein  Werk  geschaffen  zu  haben,  blicken  Sie  heute  auf  ein  Jahrhundert
angestrengter  und  erfolgreicher  Arbeit  zurück.  Wenn  hierbei  der  mit
dem  Namen  ihres  Verlages  stets  eng  verbundenen  Kölnischen  Volkszeitung
auch  in  unserem  Kreise  besonders  gedacht  wird,  so  kommt  hier  in  gleicher
Weise  ihre  für  unser  gesamtes  Volksleben  in  allen  seinen  Beziehungen
überaus  große  Bedeutung  als  einer  der  maßgebendsten  Vertreterinnen
der  Großmacht  Presse  zum  Ausdruck,  wie  die  aufrichtige  Hochachtung,
die  die  Kölnische  Volkszeitung  sich  bei  ihren  Gesinnungsfreunden  ebenso
wie  bei  denjenigen,  die  in  anderen  Lagern  stehen,  erworben  hat  durch
die  Vornehmheit  ihrer  Haltung,  die  sie  eine  glückliche  Vereinigung  von
Entschiedenheit  in  der  Sache  mit  Maßhalten  in  der  Form  hat  erreichen
lassen.
Wir  hoffen,  daß  die  Bahnen,  auf  denen  Sie  im  ersten  Jahrhundert
Ihres  Bestehens  zu  Ihrer  heutigen  Stellung  gelangt  sind,  Sie  zu  weiteren
Erfolgen  führen  werden.
Felten  &amp;amp;  Guilleaume  Carlswerk  A.-G.  (Köln-Mülheim):  Nachdem
seit  dem  Bestehen  Ihres  geschätzten  Hauses  morgen  100  Jahre  verflossen
sein  werden,  gestatten  wir  uns,  Ihnen  zu  dem  seltenen  Gedenktage  unsere
herzlichste  Gratulation  zu  übermitteln.  In  dem  langen  Zeitraum  hat  Umsicht ­
  und  zielbewußte  Arbeit  Ihrem  Unternehmen  große,  weithin  bekannte
Erfolge  gebracht  mit  der  berechtigten  Aussicht  auf  ein  glückliches  weiteres ­
  Gedeihen  bis  in  die  ferne  Zukunft,
Präsident  Kommerzienrat  Adolf  Lindgens;  Die  Vereinigung  zur
Förderung  deutscher  Wirtschaftsinteressen  im  Auslande
sendet  ihrem  verehrten  Mitglied  die  herzlichsten  Glückwünsche.  Möge
die  Firma  weiterhin  ein  starker  Träger  deutscher  Arbeit  und  deutscher
Gesinnung  bleiben  und  so  kraftvoll  wie  bisher  mit  dahin  wirken,  deutschem ­
  Wesen  und  Schaffen  in  der  Welt  immer  mehr  Geltung  und  Achtung ­
  zu  erwerben.  Glückauf!
Poensgen  &amp;amp;  Heyer,  Köln:  Zum  heutigen  bedeutungsvollen  Tage
senden  wir  Ihnen  die  allerherzlichsten  Glückwünsche.  Möge  die  Firma
J.  P.  Bachem  sich  weiterhin  so  mächtig  entfalten,  wie  sie  es  bisher  getan  !
Hieran  dürfen  wir  wohl  den  Wunsch  und  die  starke  Hoffnung  knüpfen,
daß  die  gegenseitigen  guten  Beziehungen  zwischen  den  Firmen  J.  P.  Bachem
und  Poensgen  &amp;amp;  Heyer  weiter  bestehen  bleiben  und  sich  in  Zeiten  des
Friedens  noch  stärker  und  für  beide  Teile  segensreich  entwickeln.
Gebe.  Stollwerck,  Köln:  Zur  heutigen  Jahrhundertfeier  übermittele ­
  ich  mit  meiner  Familie  die  herzlichsten  Glückwünsche.  Die  alte
Freundschaft  unserer  Väter  hat  sich  auf  die  Söhne  vererbt,  und  ich  nehme
auch  doppelten  Anteil  an  dem  diamantnen  Feste,  welches  den  geschäfts ­
        <pb n="297" />
        275

führenden  Mitgliedern  der  Generationen  nur  durch  fleißige  Arbeit  und
zielbewußte  Willenskraft  beschieden  sein  konnte.  Möchte  der  Allmächtige
auch  weiterhin  Ihre  Firma  wie  die  Inhaber  mit  allen  Familien  unter
seinen  Schutz  und  Segen  nehmen  und  Ihnen  stets  Gesundheit  geschenkt
werden,  möchte  aber  auch  fernerhin  Ihre  treue  Mitarbeit  an  den  wahren
Interessen  der  gesicherten  Zukunft  des  geliebten  Vaterlandes  von  Erfolg
sein!  Familie  Ludwig  Stollwerck.
Gehr.  Klingspor,  Schriftgießerei,  Offenbach  a.  M.  (Wortlaut  einer
künstlerisch  gedruckten  und  handgemalten  Adresse):  Dem  Hause  J.  P.
Bachem  in  Köln,  das  heute  in  stolzer  Blüte  sein  hundertjähriges  Bestehen
feiert,  bringen  wir  unsere  aufrichtigen  Glückwünsche  dar.  Der  Verlag,
ehrwürdig  durch  die  lange  Zeit  seines  Bestehens,  schätzbar  wegen  der
im  Laufe  seiner  Entwicklung  immer  mehr  sich  vervollkommnenden
Leistungen,  darf  sich  rühmen,  einen  Teil  mit  beigetragen  zu  haben  an
dem  großen  Aufschwung,  welchen  das  deutsche  Buch-  und  Zeitungsgewerbe ­
  in  diesen  hundert  Jahren  genommen  hat,  durch  stille  Arbeit  des
Handwerks  im  Frieden,  durch  mutige  Haltung  und  entschiedene  Gesinnung
im  Kriege.  Ein  gütiges  Geschick  möge  den  glücklichen  Stern  des  Gelingens
auch  im  neuen  Jahrhundert  über  dem  Hause  J.  P.  Bachem  und  seinen
Unternehmungen  leuchten  lassen.
Aus  der  großen  Zahl  derjenigen  führenden  Personen  des  öffentlichen
Lebens,  die  persönlich  der  Firma  ihren  Glückwunsch  aussprachen,  seien
noch  genannt:
Eisenbahndirektionspräsident  von  Schaewen,  Geh.  Oberpostrat
Gunsenheimer,  Oberpostdirektor  von  Köln,  Geh.  Reg.-  und  Gewerberat ­
  Trilling,  Gewerberat  Dr.  Schröder  von  der  Gewerbeinspektion
Köln-Nord,  Reichsbankdirektor  Schultz,  Hermann  Hertz  und  Syndikus
Dr.  W  e  i  d  e  s  als  Vertreter  des  Verbandes  der  Kölner  Großfirmen,  Direktor
Worch  als  Vertreter  des  A.  Schaaffhausen’schen  Bankvereins.
Aus  der  Fülle  der  glückwünschenden  Vereine  seien  folgende  genannt: ­

Albertus  Magnus-Verein  der  Erzdiözese  Köln.  —  Bomfatius-V
  erein  (Hermann  Graf  Stollberg-Westheim  i.  W.:  „Der  Bonifatiusverein
  hat  bei  der  KV.  stets  eine  opferbereite  und  entschiedene
Unterstützung  gefunden,  wovon  nicht  bloß  die  Kriegsjahre  ein  beredtes
Zeugnis  ablegen,  sondern  außer  vielen  anderen  namentlich  auch  die
religiöse  Versorgung  von  Berlin  in  den  siebziger  Jahren  des  vergangenen
Jahrhunderts,  bei  der  die  KV  eine  ausgezeichnete  und  über  alles  Lob
erhabene  Tätigkeit  entfaltet  hat“).  —  Caritas-Verband  für  das
katholische  Deutschland.  —  Central-Komitee  der  Katholiken  Bonns
(Justizrat  Meyer,  Pfr.  Stein).  —Christi.  Gewerkschaften.  —  Kath.
Frauenbund  Deutschlands.  —  Görres-Gesellschaft.  —  Kölner
Katholiken-Komitee  (Geh.  Justizrat  Gilles).  —  Kath.  Lehrerverband,
  Prov.  Rheinland.  —  Verband  der  kath.  kaufm.  Vereinigungen
        <pb n="298" />
        J

Deutschlands  (Essen).  —  Verband  Omnes  unum  (Bonn).  —Verband  der
kath.  Studenten-Vereine  Deutschlands  (Frankf.).  —  Verband  der
Vereine  kath.  Akademiker  zur  Pflege  der  kath.  Weltanschauung
(Oberlandesgerichtsrat  Gussone,  Köln).  —  Verband  reisender  Kaufleute ­
  Deutschlands  (Leipzig).—  Verein  vom  h.  Karl  Borromäus  (Bonn).
—  Verein  für  das  Missionshaus  Knechtsteden  (Köln).

Besonders  zahlreich  waren  auch  aus  parlamentarischen  Kreisen
die  Glückwünsche  eingelaufen.  Außer  den  bereits  aufgeführten
Abgeordneten  seien  noch  genannt  .  .  .
Mitglieder  des  Reichstages:
Landgerichtsrat  Geheimrat  Dr.Becker,  Köln,  Schriftleiter  Joh.Becker,
Arnsberg,  Justizrat  Dr.  Bell,  Essen,  Verleger  Paul  Dombek,  Beuthen
i.  O.-Schl.,  Joh.  G  i  e  s  b  e  r  t  s,  Beirat  im  Reichswirtschaftsamt,  Berlin,  Weingutsbesitzer ­
  Medard  Hart  rath,  Trier,  Rechtsanwalt  Joh.  Henry,  Bonn,
Landesökonomierat  Herold,  Münster  i.  W.,  Univ.-Prof.  Prälat  Dr.  Hitze,
Münster  i.  W.,  Hofrat  Dr.  Jaeger,  Speyer,  Studienrat  Kuckhoff,  Köln,
Majoratsbesitzer  Graf  Magnis,  Eckersdorf,  Dr.  Ed.  Marcour,  Koblenz,
Fabrikbesitzer  Rieh.  Müller,  Fulda,  Beigeordn.  Bürgermeister  Nacken,
Eschweiler,  Kgl.  Bibliothekar  Dr.  Pfeiffer,  München,  Rechtsanwalt
Dr.  Pfleger,  Weiden  (Bayern),  Generaldirektor  des  Volksvereins  Prälat
Dr.  Pieper,  M.-Gladbach,  Geh.  Justizrat  Prof.  Dr.  Rießer,  Präs,  des
Hansabundes,  Geh.  Reg.-Rat  Dr.  v.  S  a  v  i  g  n  y,  Schloß  Trages  (B.  Kassel),
Lehrer  Sittart,  Aachen,  Amtsgerichtsrat  Dr.  Werr,  Merzig;
Mitglieder  der  Landtage:
Gutsbesitzer  Blum,  Crefeld,  Rentner  Brors,  Crefeld-Bockum,  Postverwalter ­
  Busch,  Cuchenheim,  Bürgermeister  a.  D.  Fleuster,  Aachen,
Apotheker  Frank,  Köln,  Geh.  Justizrat  Gerhardus,  Limburg,  Landesökonomierat ­
  Graw,  Schmolaien  (Ostpr.),Syndikusa.D.Dr.Grunenberg,
Düsseldorf-Oberkassel,  Franz  Hoen,  Großblittersdorf  i.  L.,  Stiftspropst  Dr.
Kaufmann,  Aachen,  Hauptlehrer  Kesternich,  Kalterherberg,  Ehrenbürgermeister ­
  Krapoll,  Immenrath,  Amtsgerichtsrat  Müller,  Prüm,
Gutsbesitzer  Pauli,  Köln,  Gefängnisdirektor  Dr.  Jak.  Schmitt,  Düsseldorf, ­
  Frhr.  v.  Wolff-Metternich,  Xanten.
Außerdem  liefen  von  Freunden  und  Kollegen  der  Firma,  von  Verfassern ­
  des  Buchverlags  und  von  Mitarbeitern,  Beziehern  und  Lesern  der
KV  so  viele  drahtliche  und  schriftliche  Glückwünsche  ein,  daß  ihr  Abdruck
nicht  ausführbar  ist.  Es  waren  viele  Hunderte,  welche  den  Firma-Inhabern
und  allen  im  Hause  Tätigen  zur  freudigen  Genugtuung  gereichen  und
zum  Ansporn  weiteren  Schaffens  dienen.
Also  weiter  ins  zweite  Jahrhundert:  Mit  Go11  und  Fortiter  in  re,
suaviter  in  modo!
        <pb n="299" />
        VIII.

Personenverzeichnis.
Zur  leichteren  Auffindung  in  dem  Verlaesverzeichnis  sind  bei  Verweisungen ­

  auf  diese:
Aalberse,  Dr.P.  J.M.  108
v.d.  Acht,  Ant.  .  216 29
Acker,  P.  Herrn..  .  160
(1911  s.  Ditscheid)
Adams,  Just.-R.  .  216 31
v.  Adelsheim-Sennfeld
66,  138  (s.  Erlenbusch)
Adenauer,  Conrad,
Oberbürgerm.  .  256
Adeodatus  Aurel.  150
(1887)
Agassiz,  Lewis  .  .  34
Agilolfus,  hl.  152(1893  s.
Steffens),  153  (1895  s.
Kleinermanns)
Alberdingk-Thijm,  P.  P.
M  148  (1882)
Albertus  Magnus  .  75,
148  (1880  s.  Thömes)
Aldefeld,  Reg.-Sekr.  27
Aldenhoven,  J.  A.  .  139
(1823,  24)
Alexis,  Willibald  .  164
(1915  s.  Kriegsvolk)
Alleker,  Heinr.  .  .  105
Allies,  T.  W.  148  (1881)
Alsdorf,  Karl  .  .  216“
de  Amicis,  Edmondo  164
(1915  s.  Kriegsvolk)
Antoni,  Dr.  G.  108,  157
(1906),  159  (1908  s.
Volksschulges.)
v.  Archenholtz,  J.W.  164
(1915  s.  Kriegsvolk)
Arndt,  Ernst  M.  160  (1910
s.  Märchen  III;  1911)
Arens,  P.  Bernh.  .  157
(1904  s.  Konrad)
Arenz,  Kpl.  145  (1865  s.
Guenot  u.  Beugnon)
Aristoteles  154  (1898  s.
Rolfes),  163  (1915  s.
Böhm)
Asbach,  Wilh.  .  .  180

die  betr.  Jahreszahlen  in
Atzberger,  Prof.  Dr.
Leonh.  .  151  (1891)
Auffenberg  .  149  (1884)
Augusti,Dr.  J.Ch.  W.  141
(1835  s.  More;  1838)
Augustinus  hl.  .  .  164
(1916  s.  Grabmann)
Aurbacher,  Ludw.  160
(1910  s.  Mädchenerz.)
162  (1914),  163  (1914  s.
Kosch),  164  (1915  s.
Kriegsvolk)
Äußern,  Joh.  .  .  ,  229
Axtius,  C.  A.  M..  .  140
(1828  s.  Manethon),  141
(1832  s.  Manethon)
v.  Baader,  Erz.  X.  .  148
(1880  s.  Schmid)
Bacciocco,  Friedr.  102
Bach,  Cuno67,149  (1885),
150  (1887)
Bach,  Prof.  Dr.,  München
149  (1885)
Bach,  Dr.  Jos.  156  (1903)
Bach,  M.76,145(1865,67)
Bach,  R.  163  (1915  s.
Feuerpause)
Bach,  Zum,  C.  A.  10,139
(1818,20)
Bachem,  Adolf  53,  212“
—  Alexand.,  Oberb.  203
—  Andreas  ...  202
—  August  .  .  170,232
—  Elisabeth  .  .  .  202
—  Emilie  ....  53
—  Franz  Casp.  .  .  6
—  Franz  Heinz  .  .  246
—  Franz  Xaver  95,115,
132,135,183,204,241,
253,  254,  260,  262,263
—  Fridolin  115,132,174,
180,  183,  192
—  Hans  187,  224 ,s ,  229

Klammern  zugesetzt.
Bachem,  Heinr.  .  .  202

—  Helene  115
—  Joh  202

—  Joh.  Peter  1,7,16,247
—  Josef,  37  u.  ff.,  48—55,
87  u.  ff.,  113,114,167,
211  2 ,  212”,  232,  251,
261
—  Frau  Jos.  196,231  u.ff.
—  Jos.  Wilh.  .  1,203
—  Julius  73,  90,  94,  100,
103,108,125,126,130,
146(1873s.auchLamy;
1874),  147  (1876,  77),
149  (1884),  151  (1892,
93,  94),  153  (1896,  97),
161  (1912),  162  (1913),
163  (1915),  227
—  Karl(SohnLamberts)
39,  53,  167,  212“
—  Karl  (Sohn  Josefs)
100,108,114,  115,130,
148  (1880),  151  (1890s.
Reichsges.),152(1893),
161  (1912),  162  (1914),
253
—  Karl  (Sohn  Frz.  X.)
101,  224‘ s ,  229,  230
—  Frau  Kath.  196,  231
u.  ff.,  244,  247,  251
—  Lambert  6,  7,  16,  17,
26  u.  ff.,  46,  48,  49,
53,  139  (1824),  167,
216 3  ,  247
—  Frau  Lambert  .  33

—  Martin  203
—  P.  J.,  Prof.  ...  6
—  Peter  .  .  203

—  Robert  sen.  88,  168,
212“,  251
—  Robert  (Sohn  Josefs)
110,  115,132,243,254,
257,  258,  262,  263
—  Thillmann  .  .  .  202
        <pb n="300" />
        Bachem  Wilh.  202,203
—  Wilh.  Jos.  ,  1,  203
Bachem  u.  Funcke  6
Backes,  Dir.  Dr.  F.  215 28
Baggeier,  Georg  .  .  229
Baldus,  Prof.  Dr.  Al.  128,
156  (1904),  159  (1909),
162  (1913)
Baptist,  P.  56,  144  (1858)
Barchewitz,  Dr.  141  (1831
s.  Auszug)
Bardenhewer,  Dr.  Otto
73,147(1879),  148  (1880)
Barth,  Prof.  Dr.  Bernh.
157  (1904  s.  Leo)
Barth,  Dr.  med.  Friedr.
155  (1901)
Bartmann  .  .  .  22
Baudon,  A.  145  (1864)
Baudon,  Fritz  44,45,143  1
(1851  s.  Organ),  214 27 ,
215 ;9 ,  216 31
Baudri,  Dr.  Joh.  Ant.
Friedr.,  Weihbischof
82,142(1849),148(1881),
214 20 ,  216 H1
Bauer,  H.  138
Bauerband,  Prof.  216 31
Bauhaus,  Gerh.  .  .  264
Baumberger,  Georg  108
Baumgarten,  Fr.  .  135
Baumgarten,  Dr.  Paul
Maria  151  (1892),  152
(1893),  158  (1908)
Bäumker,  Dr.  Clemens
149  (1885),  151  (1890)
Baumstark,  Dr.  Ant.  157
(1906),  162  (1913)
Baumstark,  Reinhold
147  (1877)
Baumstätter,  Dr.  A.  131,
154  (1900  s.  Dilloo)
Baur,  Prof.  Dr.  Ludw.
159  (1910)
Bayer,  Dr.  Jos.  130,  161
(1912)
Bazin,  Rene  124,  155
(1901)
Bebber,  Corn....  100
Bebel,  Aug.  152  (1893
s.  Bachem)
Becher,  C.  C.  .  .  .  42
Becher,  A.  J.  .  ,  .  H2

i  Bechstein,  Ludw.  160
(1911  s.  Geschichten)
Beck,  Dr.  Karl  Aug.  127,
151  (1892),  153  (1896),
Becker,  Carl  .  .  .  227
—  Dr.  Frz  81
—  Jobs.  72,  152  (1893)
—  Jos.  .  .  228
—  Karl  161  (1912  s.  Militäranw.),
  162  (1913)
Bedbur,  C.  .  .  .  42
Bednarek,  Jos.  228
Beeg,  Frau  M.  157  (1906
s.  Ille)
Beissel,  Louis  .  .  79
Belke,Pet.  Jos.  151  (1892)
Beilesheim,  Dr.  Alph.  94,
147  (1879),  148  (1881
s.  Allies;  1882)
Bendel,  Joh.  155  (1902),
158  (1907),  159  (1909)  j
Bender,  Prof.  Dr.  Frz.  j
130,  160  (1911)
Bender,J.M.18,139(1823)  I
Bennerscheid  .  .  .  203
Bennet  John  156  (1903)
Bentlage,  Carl  138  (s.
Lenhard),  145  (1866  s.
Guenot;  1867s.Emery),
146  (1868  s.  Bourdon,
Labadye;  1869  s.  Navery),
  220 4 "
Bentlage,  Herrn..  .  89
Benzenberg.  Joh.  Friedr.
11,  205 7 ,  139  (1822)
Benzler,  Willibrord  158
(1908  s.  Mercier)
Berg,  Joh.  138,  151  (1891
s.  Winterer),  156  (1904
s.  Bordeaux),  161
(1912  dgl.)
Berger,  Marie  68,  138,
148  (1883),  149  (1884),  i
150  (1886,  88)
Berger,  Dechant.  .  73
Bergmann,  Jos.  .  .  229
Bergmann,  Dr.  med.  152
(1893  s.  Baumgarten)
Berlage,  Dompr.  Dr.  C.
155  (1902)
v.  Berlepsch,  Lina  67,
145  (1867  s.  Potter),
150  (1887),  236

Berndorff,Jos.Hptm.  258
Berrenrath  145  (1867
s.  Pastoralbl.)
Berthold,  Carl  76,  146
(1869),  146  (1872),  147
(1877),  157  (1905)
Bertram,  Rieh.  150(1888)
Bestler,  Jos.  .  101,  113
Beta,  Dr.  H.  66,  68,  150
(1886),  220*»
de  Beugnon,H.  145  (1865),
146  (1868)
Biedembach,  Rieh.  138,
148  (1883)
Biesenbach,  Gust.  98,108

Bihl,  P.  Mich.  .  108
Binterim,  Pfr.  Dr.  213 26
v.  Binzer,  A.  .  .  .  42
Birgel,  Josef  .  ,110
Birkheuser,  Wilh.  231
Birkmann  136
Birkner,Dr.F.  162(1914)
Biunde,  Prof.  21,  207 !S ,
141  (1838)
Blackmore,  R.  D.  148
(1880)

Blank,  W  in.,Domkap.255
Bleser,  Viktorine  .  67
Bloch,  Jak  229
Bluff,  M.  J.  140  (1827)
Blumenbach,  Dr.  Karl
Heinr.  141  (1838)
Boch,  Jak  229
Boch,  Joh  229
Bockenheimer,Dr.  Landger.-R.
  150  (1888)
Böckenhoff,  Dr.  Karl  131,
160  (1911),  161  (1912)
Böcker,  Dr.  Frz.  150
(1887),  151  (1889)
Böcker,  Jobs.  155  (1901)
Böddinghaus,  Karl  223
v.  Bodelschwingh,  28,29
Bögle,  P.  A.  158  (1907
s.  Spalding)
Böhm,  Dr.  Alfr.  131,  163
(1915)
Böhm,  Edm.  .  109,  110
Bohrer,  Al.  156  (1904)
Boisseree,  J.  u.  W.  45
Boeken,Hub.  J.  156(1903)
Bökler,  Pfr.  Carl  146
nsRRi
        <pb n="301" />
        279

Bölling,  Pet.  Jos.  172,191
Bone,  Dr.  Carl  45,  148
(1880)
Bone,  Heinr.  164  (1915
s.  Kriegsvolk)
Bongartz,  Ad.  Jos.  79,
145  (1867  s.  Meslettes),
223
Bonn,  Frz.  148  (1880)
Bonn,  Paul  160  (1911)
Bonn,Theod.l  10,227,254
zur  Bonsen,  Dr.  Friedr.
130,  154  (1897),  158
(1907),  163  (1915)
Bordeaux,  Henry  124,
158  (1904),  161  (1912),
162  (1914)
Borgas,  Ludw.  .  76,  77
Bormann,  K.  Th.  F.  20,
141  (1833  s.  Handb.;
1834  dgl.)
Bornewasser,  Theo  156
(1904  s.  Ehen)
Borromäus  s.  Karl  B.
v.  Borstell,  Gen.  .  28
Boes,  Herbert  161  (1912
s.  Militäranw.),  162
(1913  s.  Becker)
Bosch,  Frz.  162  (1914)
v.  Bossi-Fedrigotti  138
(s.  Goldegg)
Böttcher,  Maximilian
156  (1904  s.  Ehen)
Bourdon,  M.  146  (1868)
v.  Brackel,  Ferdinande
60  u.  ff.,  67,  146  (1875),
147(1877,79),  148(1881,
82,  83),  150  (1887),  151
(1889),  153  (1897),  154
(1900),  155  (1901),  157
(1905,  06),  158  (1907
s.  Hamann;  1908),  236
Braig,Dr.Karl  179  (1885)
Bram,  Franziska  108,119
u.  ff.,  138  (s.  Endeers),
161  (1912),  162  (1913),
164  (1916),  165  (1918)
Brandenburg,  J.  151
(1891)
Brandts,  Franz  79,  104,
235
Brandts,  M.,  Landesrat
153  (1895)

Braubach,  Dr.  Bernh.
94,  215 29
Braun,  Prof.  ...  21
Braun,  J.  22,  139  (1824),
140  (1827),  141  (1833)
Braun,  Joh..  .  .  230
Braun,  J.  W.  Jos.  140
(1829  s.  Pelliccia)
Braun,Isabella  154(1900)
Braun,  P.  146  (1875  s.
Piuskalender.)
Brauns,  Heinr.  157  (1904
s.  Rhenanus)
Brauweiler,  Heinz  126,
164  (1916)
Bremme,  Dr.  Wilh.  156
(1903)
Brendgen,  Peter  113,152
(1893)
Brentano,  Clemens  156
(1904),  158  (1908),  160
(1910  s.  Mädchenerz.),
160(1911  s.  Geschieht.),
163  (1915  s.  Cardauns)
Brentano,  Frau  E.  de
la  Roche  (Aschaffenburg) ­
  144  (1860)
Brescimi,  P.  146  (1873
s.  Lamy)
Breuer,  Jos  228
—  Jos.,  Definitor  .  265
Breuer,  Wilh.  .  .  .  228
Brey,  Henriette  164  (1915
s.  Kriegsnov.)
Brinckmann,  John  164
(1915  s.  Tiergesch.)
ten  Brink,  Ign.  59
Brinkmann,  Dr.  144  (1858
s.  Peppergraß)
v.  Brockdorff,  Sophie  67,
150  (1887)
Brockhaus,  Alb..  .  271
Broicher,Hdlsger.-R.  141
(1835  s.  Handelsges.)
Broix,Domkap.Dr.  216 31
Broix,  Jos.  .  .  .  223 47
Brownson,Dr.  0.  A.  144
(1857,  58)
Bruch,  Dr.  Chr.  G.  12
Brücker,  Fr.  .  .  108
Brückmann,  K.Hr.51,89
Brüggemeier,  Andr.  157
(1906)

Brüll,  Dr.Andr.  147  (1879)
Brüls,  Quir.  .  228,  254
Bruno,  Erzb.  153  (1895
s.  Kleinermanns),  156
(1903  s.  Lauscher)
Bruno,  Giord.  151  (1889
s.  Schröder)
Büchner,  Max  165  (1917)
Buck,  Dr.  med.  66,  138
(s.  Biedembach)
Buckermann,  Joh..  229
Budde,  Fritz  164  (1915
s.  Kriegsnov.)
Buet,  Charles  150  (1886)
Bumüller,  Dr.  Jobs.  84,
87,  154  (1900)
v.  Buol,  Marie  117,  154
(1899),  156  (1904),  157
(1906),  161  (1912),  164
(1915  s.  Wehr)
Bürgel  ...  159  (1909)
Bürklin,Dr.W.  144(1858
s.  Baptist)
Busch,  Hub.  .  .  .  228
van  dem  Busche,  Herrn.
149  (1884  s.  Liessem)
Buscher,Georg  162  (1914)
Büscher,  Gerh.  92,  93
Büschi  .  163  (1914)
v.  d.  Bussche,  Frhr.
Hilmar  .  .  •  •  268
Butte,  Dr.  Fr.  Wilh.  5,
139  (1816),  140  (1828)
Bützler,Theod.  160(1911)
Cabral  P.  Al.,  S.  J.  160
(1911)
Calenberg,  Karl.  .  228
Cämmerer,  C.  J.  .  145
(1864  s.  Baudon)
Cämmerer,  Fr.  139(1821)
Campe,  Joach.  Heinr.
164  (1915s.Tiergesch.)
Capes,  J-  M.  143  (1855)
v.  Capelle,  Ed.,  Adm.  267
Capitaine,  Prof.  Dr.Wilh.
128,  158  (1908),  159
(1909,  10)
Cardauns,  Dr.  Herrn.  69,
73,  92,  93,  109,  130,
138  (s.  Kerner),  205°,
146  (1875),  148  (1880,
83),  149  (1884),  151
        <pb n="302" />
        (1891),  153  (1895),  155
(1901),  159  (1910),  161
(1912),  163  (1915),  165
(1917),  227
Caro,  Karl  .  161  (1912)
Carillon,  Wilh.  .  .  227
de  Carvaial,  Luisa  58
Caspar,  Max,  Bischof
40,1^*2  (1845  s.  Geissei)
Caspari,  Frl.  J.  114,  153
(1896  s.  Coloma)
Caspari,  K.  H.  164  (1915
s.  Kriegsvolk)
Catharina  v.  Siena  148
(1880  s.  Leonrod)
Cernuschi,  H.  150  (1887)
Chambalu,  Aug.  151
(1892)
v.  Chamisso,  Ad.  159
(1909  s.  Märchen),  160
(1911  s.  Geschichten)
Champol,  F.  124,  155
(1902),  158  (1908)
v.  Chantimpre,  Th.  154
(1899  s.  Kaufmann)
Chedeaux,  P.  J.  39,  212 24
Cheneval,  Dr.  C.  .  97
v.  Chezy,  Hermine  48
—  Wilh..  48,  49,  168
Claesen,  Dr.  P.  A.  163
(1915  s.  Jahrhundertf.)
Classen-Kappelmann,
Joh.  ...  147  (1877)
Clausius,  S..  157  (1905)
Clauß,  Dr.  Wilh.  .  152
(1893,94),  220*';s.  auch
Schneider-Cl.
Clave  v.Bouhaben  216 31
Clemens,  Dr.  F.  J.  143
(1853)
Clemens  Aug.,  Erzb.  20,
21,  22
Clementz,  Dr.  Heinr.  156
(1904)
Clostermann,  A..  .  109
Cochem,  P.  Martin  70,
145  (1865,  67)
Cohausz,  Otto,  S.  J.  125,
160  (1911),  161  (1912)
Cohen,Friedr.  157  (1905),
164  (1916)
Coleridge,  P.  H.  J.  (S.  J.)
146  (1869)

v.  Coellen,  Otto  .  229

—  Theod  215- 9
Collmann  19

Coloma,  P.  Luis,  S.  J.  115
u.  ff.,  153  (1896),  156
(1904)
Comte,  M.  3,4,139  (1815)
Connemann,  Frl.  138  (s.
Nemo)
Conzen,  Prof.  ...  6
Correns,  Th.  139  (1822),
140  (1826)
Coudenhove,  Gräfin
Paula  .  .  155  (1901)
Gramer,  Emil  179,  228
Clipper,  J.P.H.  140(1829)
Cüppers,  A.  J.,  Rektor  66,
68,  133,134,148  (1882),
155  (1902),  156  (1904  s.
Ehen),  157  (1905),  158
(1907),  159  (1909),  160
(1911),  161  (1912),  162
(1913,  14),  220 40
Cüppers,  Kpl.C.  155(1902)
Curtmann,  Wilh.  .  164
(1915  s.  Tiergesch.)
Cyprian,  P.  151  (1892)
Dahlmann,  Jos.,  S.  J.  154
(1899)
Dalfon,  Luise  ...  155
(1901  s.  Strejek)
v.  Dallwitz,  Wanda  138
(s.  Schwarz)
Daniels,  Prof.  ...  6
v.  Daniels,  A.  .  .  20,
141  (1833—36;  1837  s.
Hdb.),  142(1841  s.Hdb.;
1845  s.  auch  Hdb.)
Daniels,  Hnr.  Gttfr.Wilh.
19,139  (1824),  140  (1827)
Darwin  .  .  .  .  147
(1877  s.  Hertling)
Daurier,  General  .  203
Dausch,  Karl  230
Deberge,  Friedr..  228
Dechene  .  .  151  (1890)
Degen,  Joh.  H.  54,  231
Degen,  Cathar.  54,  231
Delaporte,  P.  144  (1861)
Delbrück,  F.  139  (1819),
225 50
Dellenbusch,  E.  .  .  42

Delvos,  H.  Th.  Pfr.  72,
153  (1896)
Denza,  P.  153  (1895  s.
Plaßmann)
Deutschmann,  K.  .  142
(1843)
v.  Devivere,  Karl  .  44
Dick,  Buchbinder  .  104,
169,  191
v.Diederichs,  F.F.A.  141
(1833)
Diel,  Joh.  164  (1915  s.
Kriegsnov.)
Dieringer,  Prof.  Dr.  F.X.
38,  48,  49,142  (1846),
145  (1864),  214 27 ,  236
Dierschke,  Prof.  Dr.  150
(1888  s.  Freyenstein)
Dietz,  Karl  ....  229
Dilloo,  Dr.  W.  154  (1900)
v.  Dincklage,  Emmy  67,
69,148(1883),  149(1885),
150  (1886),  152  (1893)
v.  Dirkink,  J.  118,  138,
156  (1904),  150  (1886),
151  (1889)
Ditges,  Anton  147  (1877),
160  (1911),  233
Ditmar,W.  142  (1846,48),
143  (1852,  53)
Ditscheid,  Prof.  Dr.Herm.
160  (1911)
Dittrich,  Prof.  150  (1887)
Dölger,  Dr.  Fz.  Jos.  159
(1910)
Döllinger,  Ignaz  .  86
Domanig,  A.  153  (1897)
Donelan,  A.  M.  146  (1872)
Doorman,  Christine  155
(1902),  156  (1904)
Dörner,  Peter,  Buchdrucker ­
  265
Drummer,  Dr.  Jos.  81,
151  (1890  s.Monsabre),
153  (1895,96  s.Korresp.)
Dransfeld,  Hedwig  108,
153  (1897),  154  (1898,
99,  1900),  156  (1903),
162  (1914)
Dresemann,  Dr.  Otto  99,
108,  157  (1905),  227
Dresen,  Ant.  .  228,  254
Drews,  Staatsmin..  268
        <pb n="303" />
        281

v.  d.  Driesch,  Joh.  .  156
(1904),  162  (1913)
Droste,Dr.Frz.  149(1884)
v.  Droste-Hülshoff,  Annette ­
  160  (1911  s.  Geschichten) ­

Drüding,P.Joh.  162  (1914)
Dubelman,  J.  Fr.  P.  143
(1852  s.  Abendunterh.;
1854),  144  (1861s.  Hube)
Dubois,  H.  144  (1859  s.
Thompson)
Duckwitz,  AdolfVerl.263
Dubyen,  H.  J.  140  (1825)
Duhr,  P.  Bernh.  S.  J.  154
(1900),  165  (1918)
Duisberg,  Karl,  Geh.
Rat  Prof.  Dr.  .  .  273
Dukas  Theodassos,  J.
138,  152  (1893),  163
(1915  s.  Feuerpause)
Du  Mont  (Familie)  204 2
—  Aug  84,  85
—  Jos  37,  204
—  Marcus  .  2,  7,  204 2
Bachem  2  u.  ff.,  8
Schauberg  2,  6,  7,
72,  204 2
Dumont,  Domkap.  Dr.  C.
Th.41,71,129,147  (1874),
147  (1876  s.  Geissei;
1877),  151  (1889),  154
(1899)
Dunoyen  ....  3
Düntzer,  Dr.  J.  142(1842)
Dupanloup,  Felix  .  144
(1860),  219 3!l
Düsterwald,  Dr.  Franz
162  (1913  s.  Heidet)
Dyckhoff,  Frl.  Jenny  144
(1859  s.  Parsons)
Dyroff,  Prof.  Dr.  Ad.
164  (1916)
Ebeling,  A.  57,145  (1863,
66,  67),  219’ 9
Ebers,  Prof.  Dr.  G.  J.  126,
163  (1915)
Eckert,  Prof.  Dr.  .  109
Eegholm,  Camilla  156
(1904  s.  Ehen)
Ehrte,  P.  Frz.  .  .  108
v.Ehren  wall,K.  154(  1898)

Ehses,Dr.Stph.  159(1908),
160(1911),  161  (1912),  162
(1913,14),  165  (1917),  18
Eich,  Matth.  .  .  .  229
Eichen,  Hub.  .  .  .  229
v.  Eichendorff,  Jos.  157
(1906  s.  Kosch),  160
(1910  s.  Märchen  III)
Eick,  Frl.  Tony  164(1915
s.  Kriegsnov.)
Eikerling,  Dr.  43,  49,  50
v.  Eimbeck,  H.  151  (1889)
Eisele,  Dr.  Hans  .  .  102
v.  Elsholtz,  Franz  14,
139  (1820,  21),  225 50
Elvenich,  Prof.  .  .  21
Emery,  M.  145  (1867)
Emin  Pascha  151  (1890
s.  Schynse)
Eminger,  L.  153  (1895  s.
Gerard)
Emmerich,  K  163  (1915)
v.  Endeers,  L.  138,  159
(1909,  10)
van  Endert,  Dr.  J.  K.
144  (1860)
Endler,  Vikt.  138  (s.
Haupt),  220 40
Endres,  J.A.75,151  (1891)
Ennen,  Leonh.  3,  57
Erlenbusch,  H.  138,  148
(1882)
Erzberger,  Math.  104,
158  (1908)
Esch,  Pfr.  Th.  151  (1892
s.  Fulano)
Esser  II,  Just.-R.  216 31
Esser,  Anna  151  (1892)
Esser,  Prof.  Dr.  Gerh.
157  (1905)
Esser,  Dr.  P.  129,  149
(1885),  151  (1892)
Esser,  Pet.  .  .  229
Esser,  P.  Hub.  159  (1910)
v.  Eß,  Dr.  Leander  10
Ettlinger,  Dr.  Max  156
(1903)
Euteneuer,  Dr.  med.  152
(1893  s.  Baumgarten)
Faber,  Dr.  Rob.  .  .  273
Fabri  de  Fabris,  R.  124,
138,  153  (1895),  154

(1898),  156  (1904),  158
(1907),  161  (1912)
Falk,  Dr.  Frz.  147  (1879),
151  (1889,90),  157(1905)
Faßbinder,  Frz.  160
(1911),  162  (1913)
Faust,  Fr  229
Faust,  Karl  ...  230
Faust,  Frau....  228
Fecht,  Prof.  Dr.  K.  158
(1908  s.  Brentano),  159
(1909  s.  Musäus),  160
(1911  s.  Musäus)
Feldmann,  Prof.  Jos.  162

(1913)
Felten,  Prof.  Jos.  .  108
Ferdinand,  Joh.Peter72,
154  (1899)
Ferrier,  C.  H.  145  (1866)
v.  Ferro  152  (1894  s.
Gerard)
Finke,  Prof.  Dr.  Heinr.
153  (1896),  154  (1898)
Fischer,  Dr.  Ani,  Erzb.
127,  130,  155  (1902  s.
Neuwiem),  160  (1911),
163  (1915  s.  Schmitz)
—  Dr.  Engelb.  Lor.  127,
148  (1881)
_  Fr  W  228
—  Jak  202
—  Wilh.  160  (1910  s.
Märchen  IV)
Flach,  Josefine  66,  68,
148  (1880  s.Blackmore,
1881,82  s.  auch  Fullertnn.
  1883).  149  (1885),

220 40
■'lock,  Pet  230
r.  Florencourt,  Frz.  50,
51,  217 35
^ogowitz,  Andrä  H.  150
(1887)
j.  Follenius,  Sofie  68,
138  (s.  Berger),  148
(1883),  149  (1884),  150
(1886,  88),  153  (1897),
154  (1899,  1900),  155
(1901),  220 40
’onblanque,  Albany  145
(1866)
'hnk,  Pet.  Ant.  11,  12,
139  (1822)
        <pb n="304" />
        Fontane,  Theod.  .  163
(1915  s.  Kriegsvolk)
Förster,  H.  .  141  (1836)
Förster,  Karl  149  (1885)
Fouque,  Caroline  de  la
Motte-  .  141  (1833)
Frank,  £.124,160  (1911),
161  (1912),  162  (1914),
183  (1915),  164  (1916)
Franke,Dr.  Jos.  152(1894)
Fransen,  Heinr.  .  216 2S
Franz,  Emma  138,  148
(1883),  150  (1888)
Fred,  H.  138,  148  (1883),
150  (1888)
Freimuth,  H.  152  (1894)
Frenken,  Ob.-Ldsger.-Präs.
  Dr.  Jos.  .  253
v.  Freyenstein,  H.  150
(1888)
Freytag,  Prof.  Dr.  L.  160
(1911  s.  Arndt)
Freytag,  M.  .  .  .  215 8 “
Frick,  Helm.  138  (s.
Helmy)
Friedrich,  Dr.  Phil.  131,
157  (1905,  6)
Frincken,F.  A.  144(1860),
145  (1866,  67),  146
(1868,  75  s.  Thomas),
149  (1884)
Fritsche,  Pet.  .  .  .  229
Froberger,  Dr.  Jos.  101,
125
Fröhlich  s.  Cyprian
Frommann,  Fr.  Joh.  36
Fuchs,  Ed.  .  .  .  216 88
—  Heinr.  ...  229
v.  d.  Fuhr,  Wilh.  128,155
(1901,  2),  156  (1903),
160  (1911)
Fuhrmann,  Der  alte  93,
146  (s.  Cardauns)
Fuhrmans,Alb.  156(1903)
Fulano,  T.  H.  151  (1892)
Fullerton,  Georgiana  55,
57,  58,  143  (1855  s.
Capes),  145  (1865),  146
(1869,  74),  147  (1878),
148  (1882)
Fülles,  Christ.  96,  108
Funcke,  Crefeld  8,  14
v.  Funk,  F.  X.  152  (1894)

Funken,  Wilh.  .  .  227
v.  Fürth,  A.  141  (1836)
v.  Fürth,  Herrn..  216"
Gade,Frl.Anna  163  (1915
s.  Kriegsnov.)
Galiffe,  J.B.  G.  146(1868)
Galland,  Josef  148(1880)
Gallitzin,  Fürstin  .  148
(1880  s.  Galland)
Gammersbach,  F.  .  142
(1846)
Gams,  P.  .  .  148  (1880)
v.  Garten,  J.  138,  156
(1903,  4),  157  (1905),
162  (1914),  163  (1915)
Gathmann,  Heinr.  164
(1915  s.  Kriegsvolk  u.
Tiergesch.)
Gaudy,  Alice  161  (1912)
Gedeon  v.  d.  Heide  .  73
Geehl,H.  154(1898  s.Vitis)
Gehrmann,  Jos.  .  .  229
Geiger,  Pol.-Dir.  52,  53
Geisbüsch,  Pet.  .  104
Geisen,  Jos.  .  .113
v.  Geissei,  Joh.  40,  44,
142  (1845,46),  143  (1853,
55),  144  (1860,  62),  145
(1864s.Dieringer,  1865),
146  (1868),  147  (1876),
213 2c
Geistmann,  Prof.  .  6
George,  Anna  .  138
Georgi,  Carl.  54
Gerard,  C.  69,  140  (1826)
Gerard,  Dorothea  69,138,
153  (1895)
Gerard,  E.  (E.  v.  Laszowska-G.)
  138,  152
(1894)
Gerard,  E.  D.  138,  151
(1891),  152  (1893)
Gerard,  Jak.  .  .  .  172
Gerlach,  Dr.,  Domkap.
148  (1881)
Germanus  .  .  154  (1900)
Gerstenberger,Libor.  104
v.  Geyr,  S.  .  .  .  216"
Giersberg,  Heinr.  Hub.
72,  148  (1883)
Giesberts,  Joh.  108,  131,
158  (1909),  225 58

Ginzel,  Domkap,  Dr.,
Leitmeritz  146  (1869)
Gisler,  P.  Maurus  162
(1913  s.  Heidet)
v.  Glasenapp,Dr.Otto269
Glattfelder,  Dr.  A.  154
(1898)
Glinkiewicz  154  (1898  s.
j  es k e )
Gloßner,Dr.M.  149(1884)
Gnauck-Kühne,  El.  108
Gneiting,  Alfr..  .  .  228
Göbel,  Dr.  E.  147  (1879)
Göbel,  M.  .  .  142  (1839)
Goblet,  Heinr.  75,  148
(1880)
Gockel,  Dr.  Alb.  129,131,
153  (1895),  158  (1907)
Goddert,  Frz.  229
v.  Godin,  Marie  Am.  124,
158  (1908),  159  (1909,
10),  165  (1917)
Goldbach,  Jak,  .  .  229
v.  Goldegg,  Itha  124,138,
153  (1897),  154  (1899)
Göller,  F.  .  .  140  (1825)
Görgen,  Anton  154(1899)
Görres,  Alb  265
v.  Görres,  Jos.  22,29,  73,
148  (1880  s.  Schmid),
162  (1912  s.Schellberg,
1913),  165  (1917  s.
Schellberg)
Görtz,  Pet  229
Goßler,  A.  141  (1833)
v.  Goethe,  Joh.  Wolfg.
13,  159  (1909  s.  Märchen), ­
  160  (1911  s.
Geschichten)
Gotthelf,  Jeremias  159
(1909),  164  (1915  s.
Kriegsvolk)
Gottwald,J.138  (s.Dukas)
Götz,  Jul.  ■  163  (1915)
Goetz,  Karl  ....  84
Goyau,  Georges  .  .  108
Grabmann,  Dr.  M.  126,
164  (1916)
Graen....  151  (1892)
Grach,  Josefine  153(1896)
Gracklauer,  Otto  77
Graham  .  .  .154  (1899)
Grau,  Josef.124,154(1899)
        <pb n="305" />
        v.Grauert,Dr.  Herrn.  159
(1910),  160  (1911),  162
(1913)
de  Greck,  P.  141  (1832)
v.  Gregory  138  (s.  Garten)
Grehl,  Pet.  .  .  229
Greshake,  Konr.  .  228
Grewer,  Pfr.  Th.  155
(1901  s.  Wiseman)
Grimm,  Hdlsger.-R.  141
(1835  s.  Haelsges.)
Grimm,  Prof.  Dr.  H.  147
(1876  s.  Reichensp.),
158  (1903)
Grimmelshausen,  H.Jak.
Chr.  164(1915s.Kriegsvolk)

Grisar,  P.  Herrn.  157  i
(1906),  158  (1907)
Gröber,  Ad.  104,108,125,  |
235,  269
Groot,  Gerh.  148  (1883
s.  Grube)
v.  Groote,  Everhard  4,
139  (1816),  204 4
—  Ober-Präs.d.Rhpr.  269
v.  Grosseteste,  Roh.  159
(1910  s.  Baur)
Grube,  Dr.  Karl  148  (1883)
Grubenbecher,  Pfr.  Leonard ­
  70,  145  (1865  s.
Cochem),  152  (1894)
Grüner,  J.  F.  141  (1838)
Grünrock  .  .  77
Grüttefien,  Otto,  Buchdruckereibesitzer ­
  263
Grysar,  C.  J.  140  (1830)
Guenot,  C.  145  (1865,66),
146  (1868)
Guggenberger,  Dr.  Karl
165  (1917)
Gummich,  Th.  .  .206“
Günter,  Prof.  Dr.  H.  129,
157  (1906)
Günther,  Ant.  143  (1853
s.  Clemens)
Günther,  Joh.  Jakob  13,
139  (1820,  24),  206
Gutberiet,  Bonif.  110,248
Gutberiet,  Prof.  Dr.
Const.  148  (1882),  149
(1884)
Gutenberg  .  ,  166,  181

Haardt,  F..  .  163(1915)
Haas,  A.  A.  .  139  (1823)
—  C.  A.  Buchh.  .  204 3
Haaß,  Catharina  .  151
(1891),  158  (1907)
—  F.  ,  ,  13,  139  (1820)
—  Dr.  J.  B.  .  144  (1860)
Hackenbroich,  Louis  102
Haeckel  147  (1877  s.Hertling)

Hackländer,  Friedr.
Wilh.  164  (1915  s.
Kriegsvolk)
Haffner,  Dr.  Paul  73,
147  (1877,  78)
Häfner,  Dr.  Ernst  .  102
Hagelstange,  Dr.  Alfr.
164  (1915  s.Kriegsnov.)
Hageraann,  Joh.  Georg
147  (1877,78)
Hagen,  Louis,  Kom.R.257
Hager-Ruda  ...  79
Hajdozy  178
Hallerbach,  Fritz  .  229
Haltenhof,  Frdr.W.  16,17
Halter,  Jak.  .  172,173
Hamann,  Frl.  E.  M.  61,
63,  158  (1907)
Hammer,P.Bonaventura
152  (1892)
v.  Handel-Mazzetti,Erica
160(1910s.MärchenIV)
Hankamer,  Wilh.  .  126,
153  (1897  s.  Bachem)
Hansen,  Pfr.  J.  A.  J.  141
(1834)
—  Wilh.  .  .  229
Hansjakob,  Heinr.  .  164
(1915  s.  Wehr)
Hardung,  Otto  216 31 ,  261
Hardy,  Dr.  Edm.  ,  148
(1881)
Harkort,  E.  .  139  (1824)
v.Harnack,  Prof.  Dr.  112
Harten,  Angelica  133,
138,  153  (1896,97),  154
(1899),  155  (1901),  156
(1903),  157  (1906),  158
(1908),  163  (1915)
v.  Hartmann,  Erzb.  Felix
161  (1912),  162  (1913),
163  (1915),  164  (1916)
Hartmann,  Dr.  P.  .  108

v.  Hartmann-Krey,H.162
(1914)
Hasch,  Nik  228
Hatweg,  Ottomar  1912
Hauer  141  (1833)
Hauff,  Wilh.  159  (1909
s.  auch;  Märchen  II),
160  (1911  s.  Geschichten) ­

Haugh,  App.-Rat  6,216 31
Hauntinger,  P.  Nep.  151
(1889  s.  Meier)
Haupt,  Antonie  68,  138,
150  (1886),  220 40
v.  Haupt,  Th.  4,  139
(1815)
Havenstein,  Wirkl.
Geh.  Rat  Rud.  .  269
Hebbel,  Friedr.  159  (1909
s.  Märchen),  160  (1911
s.  Geschichten)
Hebel,  Joh.  Pet.  160(1910
s.  Mädchenerz.,  1911
s.  Gesch.),  164  (1915
s.  Kriegsvolk,  Tiercfpcjoh
  )
Heierle,  J.  M.  27,  204 4
Heckler,  Jakob  .  .  102
v.  Hees,  Barmen  .  6
—,  Köln  7
Heffter,  Aus.  Wilh.  11,
16,  139  (1822)
Heidet,  Abbe  L.  162  (1913)
Heilmann,  Dr.  Alf.  158
(1908)
Heim,  Dr.  Nik.  154  (1899)
Heimann,  Baurat  F.  C.
109,  163  (1915  s.  Jahrhundertfeier) ­

Heine,  Heinr.  151  (1891
s.  Keiter),  157  (1906)
Keinen,  H.  J.  140  (1825)
Heiner,  Dr.  Frz.  131,  159
(1910),  160  (1911)
Heinr.II.  158(1908  s.Koch)
Heinrich,  Dr.  J.  B.  73,
147  (1877,  78),  152
(1892  s.  Hertling)
Heinrich,  Dr.  Ludolf  147
(1876),  151  (1891  s.
Hermes)
Heisterbach,  Pet.  .  228
Heisterbergk  ...  102
        <pb n="306" />
        Heitzer,  Lorenz  133,  153
(1897),  154  (1898,  99),
154  (1900),  156  (1903),
157  (1905)
Held,  Heinr.,  Geh.
Hofrat  269
Heller,  Simon  163  (1915
s.  Kriegsvolk)
Helmonds,  Ludw.  161
(1912),  165  (1917)
Helmy,  J.  138,  155  (1902
s.  Hungerford)
Hemmann,  Dr.  164  (1915
s.  Kriegsnov.)
Hemmerle,  Dr.  Ed.  100,
102,  113
Henkel,  Karl  .  .  .113
Henneberg,  Ludw.  15
Hennes,  Gerh.  134,  159
(1910),  161  (1911  s.
Reuter,  1912  s.  auch
Mil.-Anw.),  163  (1914,
15  s.  Feuerpause)
Henninghaus,  Bischof  A.
108
Hepner,  Clara  164  (1915
s.  Tiergesch.)
Herbert,  M.  64  u.  ff.,  67,
108,138,148(1882),  149
(1884,  85),  150  (1888),
152  (1893),  153  (1895,
97),  155  (1901,  2),  156
(1903,  4),  157  (1905,  6),
158  (1908),  159  (1909,
10),  160  (1911),  161
(1912),  162  (1913),  163
(1914),  165  (1917,  18),
236
Herbst,  Anna  152  (1894
s.  Woude)
Hergenröther,  Prof.  Dr.
Jos.  .  .  147  (1876)
Heribert,  Erzb.  153(1895
s.  Kleinermanns)
Hermann,  Ludw.  .  156
(1903),  161  (1911)
Hermes,  Prof.  Dr.  L.  H.
145  (1867  s.  Pastoralbl.),
  147  (1876  s.
Heinr.),  151  (1891)
Herold,  Karl  ...  104
Herren,  Theod.  ,  .  228
Hertel,  B  108

v.  Hertling,  Georg  .  73,
74,  75,  79,  90,  108,  146
(1875),  147  (1877,  78),
148  (1880),  152  (1892,
94),  153  (1896,  97),  154
(1898,  99),  155  (1902),
157  (1904,6),  158  (1908),
159  (1909,  10),  267
Herwegen,  Aug..  .  155
(1902)
Herz,  Herrn.  158  (1907)
Herzig,  Frau  .  .  .  228
Hespers,  Karl  152  (1892)
v.  Hesse-W  artegg  99,108
Hessen,  Jobs.  165  (1917)
Heß,  Dr.  Jos.  161  (1911)
Hettinger,Frz.  147(1879),
150  (1888)
Heuser,  Prof.  Dr.  Anton
87,  88,  144  (1860  s.
Dupanloup),  145  (1865
s.Encyclica),  147  (1878,
70i  933
Heyer,  Wilh.  .  186
Heynen,  H.  ,  139  (1818)
Hilden,  Anna  161  (1912),
163  (1915)
Hilgers,  Prof.  ...  38
Tnlr  09Q
Hilt,  Dr.  Frz.  151*  (1890)
Hilt,  Gen.-Dir.  ...  79
v.  Hindenburg,  Paul,
Gen.-Feldm.  235,  267
Hipler,  Prof.  Dr.  F.  74,
149  (1885)
Hirsch,  Em.  156  (1903
s.  Roos)
Hirschfeld,  Herrn.  67,
68,  149  (1885),  150
(1887)
Hirtz,  Arnold  159  (1910),
161  (1912),  162  (1913),
165  (1917)
Hittorf,  Anna  Hel..  54
Hitze,  Prof.  Dr.  Frz.  79,
90,104,125,150  (1888),
151  (1890),  152  (1892),
153  (1897),  235
Hoeber,  Karl  80,101,104,
125,126,154  (1899),  161
(1912),  162  (1913),  164
(1916),  165  (1917),  246
254,  265

Hoberg,  Dr.  Gottfr,  161
(1912)
Hoch,  Anna  155  (1901  s.
Kleinrodt)
Hofmann,  Oskar  .  111
Hoffmann,  Prf.  Dr.  Jk.  81
Hoffmann,  E.  T.  A.  159
(1909  s.  Märchen  II)
Hoffmann,  Fridolin  83—
90,144  (1857  s.Sadlier,
Wiseman),  145  (1865
s.  Guenot,  Sabianus,
1866  s.  Guenot,  Labadye,
  1867  s.  Emery,
Meslettes),  222 4c
Hoffmann  v.  Fallers!.,
Heinr.  15,  139  (1821)
Hohn,  Dr.  W.  .  .  .  79
Holdschmidt,Ad.  133,155
(1902),  156  (1903),  157
(1906)
Holl,  Kpl.  Jos.  144  (1860,
61,  62)
Holler,  Rieh.  162  (1913)
Hollmut,Friedr.l59(1910)
Holm,  Alb.  .  150  (1888)
Holm,  Jobs.  138,  151
(1891  s.  Gerard),  152
(1893  s.  Gerard)
v.  Holnstein,  Ida  .  148
(1883)
Hölscher,  Georg.  .  227
Hölscher,  H.  J.  .  12,37
v.  Holtzendorf,  Herrn.,
Admiral  ....  267
Holz,  stud.  144  (1859  s.
Mason)
Hölzer,  Roh.  .  78,  227
Hommer,  Bischof  207 13
Hommerich,Dr.  Aug.  100
Hommerich,  Frau  .  228
Honold,  Wilh....  229
Hopmann,  Dr.  Karl  73,
148  (1881)
Hopmann,  Prof.  Dr.  W  ilh.
108
Hopstein,  Peter  145
(1867),  148  (1883)
Horndasch,  Max  113,229
Horst  140  (1828  s.  Merlo)
Hörster,  Elis.  157  (1905)
Hortmanns,  Pfr.  A.  158
(1907)
        <pb n="307" />
        S  285

Hoster,  W  168
Houben,  P.  J.  142  (1845
s.  Mohren)
Hrussolzy  138  (s.Tenger)
Hube,  P.  Jos.  144  (1861)
Hüffer,  Buchh.  .  206 11
Hüffer,  Dr.  G.  149  (1883),
150  (1887)
Hüllmann,  Karl  Dietr.  9,
139  (1818,  20)
Hülskamp,  Dr.  Frz.  86,
109,  236
Hummel,  Isabella  154
(1899  s.  Graham)
Humpert,  P.  0.  M.  I.  161
(1912)
Hungerford  124,  155
(1902)
Huppert,  Dr.  Phil..  101,
154  (1899),  155  (1902)
Hüsgen,  Dr.  Ed.  92,  129,
158  (1907),  222 17
v.  Hutten,  Marie  122,163
(1914),  164  (1916),  165
(1918)
v.Hutten-St.,Marie  Luise
121  u.  ff.,  157  (1904),
161  (1911)
Huyskens,  Dr.  Alb.  163
1915  (s.  Jahrhundertfeier) ­

Jacob,  Dr.  Karl  140  (1828
s.  Köln),  141  (1833  s.
Diederichs)
Jacobs,  C.G.  140  (1828,  s.
auch  Lucian)
Jacobs,  Friedr.  164(1915
s.  Tiergesch.)
Jägers,Ferd.  Heinr.  127,
154  (1899),  155  (1902),
157  (1905)
Jan  v.  Werth  149  (1884)
Jany,  Rud.  Const.  19,
140  (1825  s.Ladenberg)
Jansch,  Paul  159  (1909)
Janssen,  Jobs.  152  (1892
s.  Pastor)
Jarke,  Frau  138  (s.  Rudorff),
  220'°
Icard,  Abbe  .  142(1847)
Jeske-Choinski,  Th.  124,
154  (1898),  161  (1912)

Jesuiten  .  143  (1853  s.
Verleumder)
Jesus  .  .  163  (1915)
Ille,  Frau  M.  157  (1906)
Imhoff,  C.,  Buchh.  204 3
Immermann,  Karl  L.  26,
141  (1838),  159  (1909  s.
Märchen  II)
Inderfurth,  Ludw.  127,
154  (1899),  157  (1905  s.
Jägers),  158  (1908),  159
(1910)
Innitzer,Dr.Th.165  (1917)
Joachim  138  (s.  Knackfuß), ­
  146  (1872  dgl.)
Johanns,  G.  156  (1904  s.
Ehen)
Joly,  F.  .  .  153  (1895  s.
Beleuchtg.)
Josepha,Schwester  158
(1907  s.  Märzfeld)
Josephus,  Flavius  .  41,
143  (1852,  53)
Isenkrahe,  Kpl.  .  .  145
(1866  s.  Beugnon)
v.  Ittenbach,  Jos.  .  154
(1898)
Juchem,  Pet.  .  .  .  229
Jungbluth,  Just.-R.  216 31
Junglas,  Prof.  Dr.  Pet.  81
Jüngst,  Antonie  69,  152
(1892)
Jütteler,  Prof....  6
Ivens,  Wilh  230
Ives,  L.  Silliman  .  ,  55
Kaiser,  Der,im  Weltkrieg
130,  165  (1917)
Kaiser,  Isab.  122  u.  ff.,
157  (1906),  158  (1908),
159  (1910),  163  (1914,
1915  s.  Wehr)
Kalender,  Dr.  Emil  98,
148(1881,83),  149(1885)
Karnitz,  Gust.  149  (1885)
Kammann,  J.  .  .  .  171
Kämmerer,  Lina  138
(s.  Waldau)
Kamper,  Th.  .  .  216 31
Kampers,  Dr.  Frz.  153
(1897),  164  (1916),  165
(1918)
Kampofski,  Wilh.  .  228

Kann,  Math.  Conrad  163
(1915  s.  Feuerpause)
Kappenberg,  Ernst  102
Karl  Borromäus,  h.  142
(1846  s.  Dieringer,
Monatsbl.),  214 87
Karsch,  Anna  Luise  48
Karst,  Heinr.  .  .  .  229
Kaesmacher,  Mart.  229
Kästner,  Karl  .  .  81
Kaufmann,  Agnes  .  203
—  Alex.  75,  154  (1899)
—  Dr.  Frz.  156  (1903)
—  Frau  138  (s.  George)
—  Dr.  144  (1860  s.  Mailand, ­
  Wiseman)
—  Leop.  73,75,148  (1881),
149  (1884),  151  (1891),
203
—  Rieh.,  Gen.-Agent  265
—  Prof  216 31
Kaulen,  Dr.  Frz.  41,  147

(1876)
iaumans,  Jos.  .  .  228
lausen,  Justizrat,  Herrn.
109,  146  (1871),  163
(1915  s.  Jahrhundertf.)
iayser,  Dr.  Friedr.  147
(1878)
iayser,  Prof.  Dr.  J.  71,
144  (1859  s.  Newman,
1860  s.  Murray,  Tyburn),
  145  (1864  s.
Wiseman)
Lehrer,  Aschaffenb.  41
Seiffen,  L.  .  151  (1889)
Ceiffenheim,  L.  67,  145
(1866  s.  Fonblanque,
1867  s.  Veronia),  151
(1889  s.  Keiffen)
Keil,  D.,  Buchh.  ,  204 3
Ceiter,  Heinr.  65,  133,
150  (1887),  151  (1891),
152  (1893  s.  Staar-(1897)


Keiter,  Frau  Th.  s.
Herbert
Kelbe,  Ida  155  (1901
s.  Bazin)
Keller,  Frz.  161  (1912)
v.  Keller,  Jos.  147  (1875
s.  Ruland)
        <pb n="308" />
        Keller,  Paul  .  .  109
Kellner.  .  .  148  (1882)
Kellner,Th.  64,154(1898)
Kemmerich,  Joh.  .  229
Kerckhoff,  Dr.  W.  102
Kern,  Alb.  161  (1911),
163  (1915)
Kerner,  H.  69,  138,  150
(1888),  153  (1897),  154
(1899),  162  (1914  s.
Bordeaux)
Kerner,  Justin.  160(1910
s.  Märchen  IV)
Kerp,  M.  W.  140  (1828
s.  Merlo)
Kerres,  Jos.  157  (1905)
v.  Kersting,  Ant.  164
(1916),  165  (1918)
v.  Ketteier,  Bischof  87
Kiel,  Emil  .  ,  .  229
v.  Kiene,  Dr.  J.  B.  109
Kiesel,  Dir.  .  .  216 31
Kiesgen,  Laurenz  159
(1909  s.  Märchen,  1910
s.  Wächter),  161  (1912),
162  (1913),  163  (1915  |
s.  Feuerpause)
Kihn,  Th..  .  152  (1894)  I
Kipper.  Herrn.  101,  151
(1890),  153  (1896  s.  i
Grach),  159  (1909),  164  I
(1915  s.  Feuerp.),  227
Kirch,  Dr.,  Domkap.  146
(1874)
Kirsch,  Dr.  J.  P.  152
(1893),  153  (1897)
Klaeser,  Andreas  .  229
Klefisch,  Gerh.  229,  230
Klein,  Jak  77
Klein,  L.  P.  139  (1822)
Klein,  Pfr.  W.  155(1902)
Kleinermanns,  Pfr.Dr.  J.
152  (1895),  154  (1898)
Kleinrodt,  A.  155  (1901)
v.  Kleist,  Herrn.  160(1910
s.  Mädchenerz.;  1911
s.  Geschichten),  164
(1915  s.  Kriegsvolk)
Kley,  Ernst  H.  101,  109
Kley,  0.  126,  165  (1917)
Klie,  Anna  160  (1910  s.
Märchen  IV)
Klingspor,  Gebr.  .  .  275

Klutmann,  W..  .  109
Klutz,  Hugo  .  .  .  109
Knackfuß,  El.  138  (s.
Joachim,  Leonhart),
146  (1872)
Knauer,  Dr.  Friedr.  129,
159  (1909)
Knecht,  Prof.  Dr.  Aug.
131,  158  (1907)
i  Kneipp,  Pfr.  Seb.  152
(1893  s.  Baumgarten)
Kniel,  P.Corn.  152(1893)
Knipper,  Heinr.  .  .  174
Knoodt,  Prof.  Dr.  143
(1853  s.  Clemens)
i  Koch,  Dr  131
!  Koch,  Heinr.  68,  164
(1915),  165  (1917)
Koch,  Prof.  Dr.  Hugo
158  (1908)
Koch,Wilh.68,148(1882),
150  (1887),  151  (1890)
Köck-Gmeiner,  Maria
118  u.  ff.,  165  (1917)
Köhler,  Prof.  Dr.  W.  163
(1915  s.  Jahrhundertfeier) ­

Kohnen,  L  37
Kollbach,  Karl  129,  158
(1908),  161  (1912)
Kolping,  Adolf  145(1865
s.  Vosen),  161  (1911
s.  Geschichten),  163
(1914)
Komp,  Dr.,  Regens  148
Konen,  Heinr.  161  (1911),
161  (1912)
Koenen,  Friedr.  143  (1856
s.  Wiseman),  144(1857
dgl.),  148  (1881),  157
(1905  s.  Cohen)
Konrad  v.  Würzburg
157  (1904)
Kopp,  Anton  .  .  .  228
Kopp,  Dr.  Clemens  131,
161  (1912)
Köpsel  173
Korn,  Anton  178,228,251,
254
Körnig,  R.  A.  .  .  ,  99
Körte,  Theodora  164
(1915  s.  Kriegsnov.)

Korth,  Leonard  157
(1904),  164  (1915)
Korthaus,C.  J.  154  (1899)
Kosch,  Prof.  Dr.  Wilh.
116,158(1906),163(1914)
Koulen,  Jos.  154  (1900)
Krampf,  Prof....  6
v.  Krane,  Anna  120  u.  ff.,
158  (1907,08),  159  (1909,
10),  161  (1911,  12),  162
(1913),  163  (1914,  15
s.  Feuerpause),  164
(1916),  165  (1917,  18)
Krauß,  Karl  .  .  ,  229
Krawinkel  ....  15
Krebs,  Dr.  A.  J.  51,  87
Krebs,  Dr.  Engelb.  162
(1913)
Krementz,  Erzb.  Phil.
149  (1885  s.  auch
i  Festber.),  152  (1893  s.
Brendgen)
j  Kremer,  Hugo  .  .  228
i  Kreuser,  Joh.  Pet.  Balth.
1  26,  139  (1821)
j  Kreutzwald  Dr.  P.  K.  145
(1867  s.  Pastoralbl.)
Krieg,  Prof.  Dr.  C.  149
(1885)
Kriege,  Dr.  Wilh.  158
(1906)
Krings,  H  180
Krings,  P.  128,156  (1903),
157  (1904)
Krogh-Tönning,  Dr.  K.
158  (1904)
Kronberg,  Elise  ,  .  160
(1910  s.  Mädchenerz.,
1911  s.  Geschichten)
Krosch,  Dr.  F.  W.  .  141
(1838)
v.Kügelgen,Gerh.  76
v.  Krüchten,  R.  142  (1846)
Krug,  Phil.  151  (1893  s.
Lehrerztg.)
Kugler,  P.  F.  X.,  S.  J.
158  (1907)
Kühling,  G..  .  131,  154
(1899)
Kuhn,  Hm.  102,152  (1892)
Kummer,  Dr.  Th.  M.  108
Kunibert,  Erzb.  153  (1895
s.  Kleinermanns)
        <pb n="309" />
        Künstle,  Frau  Dr.  .  144
(1859  s.  Parsons,  1860
s.  Morley)
Küpper,  Dr.  145  (1866  s.
Labadye)
Küppers,  Pet..  229
—  Wilh.,  Domvikar  143
(1856),  144  (1858)
Kurth,  Fritz  .  .  .  227
Kurth,  Prof.  Dr.  Godefroid
  160  (1910)
Kurz,  Herrn.  160  (1910  s.
Mädchenerz.)
Küster,  Dr.Cl.F.155  (1902)
Kuth,  A.  .  .  156  (1903)
Kutscheid,  Dr.  ...  50
de  Labadye,  Albert  145
(1866),  146  (1868)
Lacordaire,  P.  .  .  219 33
Lade,  Aug.,  Apoth.  6
v.  Ladenberg,  Adalbert
19,  25,  31,  140  (1825,
29,  30),  141  (1837)
Ladenburg,  Alb..  .  156
(1903  s.  Lossen)
Lahmann,  Dr.  Heinr.
157  (1905)
Lamy,  E.  .  .  146  (1873)
Landwehr,  Just.-R.  Pet.
94
Lang,  Prof.  Dr.  Alb.  131,
155  (1901),  157  (1904),
159  (1909)
Lang,  Dr.  Alex.  .  .  109
Lange,  J.  R.,  Pfr.  .  22,
141  (1838)
Langen,  Buchh.  .  .  204 3
Lanters,  Frz.  .  .  .  109
L’Arronge,  Ad.  .  .  85
v.  Lassaulx,  C.  152  (1892)
v.  Laszowska,  E.  138
(s.  Gerard)
Laufenberg  Peter  155
(1900),
—  Wilh.  .  .  .  228,  254
Lauscher,  Prof.  Dr.  Alb.
130,  156  (1903),  163
(1915  s.  Jahrhundert!.)
Lauterbach,  Pet.  .  230
Lehmann,  Prof.  .  .  6
Lehmkuhl,  August  162
(1913)

Lehnert,  Lothar.  .  98
Lehrlinge  .  .  .  206“
Leitschuh,  Frz.  Friedr.
159  (1909)
Leky,  Dr.  Max  165  (1917)
v.  Lenhard,  Karl  68,138,
150  (1886,  88),  220 4 ”
Lenne  ...  141  (1833)  j
Lennemann,  Wilh.  165
(1917)
Lennig,  Domdekan  43
Lensing,  Lamb.  223,  261  |
Lentz,  P.  .  .  156  (1903)  |
Lenze,  K.  E.  150  (1887)
Lenzen,  Th.  J.  J.  .  23,  |
140  (1827  s.  Weyer)  j
Lenzen  di  Sebregondi,
Maria,  58  u.  ff.,  67,  148
(1871,  72),  147  (1876,
77,  79),  148  (1881),  149
(1884),  150  (1886,  88),
152  (1894),  236
Leo  XIII.  75,  152  (1893
s.Zum  Bischofsj.),  155
(1900),  156  (1903  s.
Bach),  156  (1904)
Leonhart,  E.  .  138,  147
(1879),  148  (1883)
v.  Leonrod,  Frf.  Olga
58,143  (1865  s.  Fullerton),
  146  (1870,  71  s.  :
Montgomery),  148  |
(1880)
Leontius  .  .  140  (1828)  I
Lersch,  Konr..  .  228
Lettenbauer,  P.  .  .  109  i
v.  Liano  ....  .  216* 1
Lichtken,  Jos..  .  .  229
Liebei,  Dr.  Friedr..  97
Lieber,  Dr.  Ernst  Maria
125,  234
Liessem,  Dr.  H.  J.  149
(1884),  154  (1898)
Liessem,  J.  J.  147  (1878),
152  (1893),  156  (1903),
162  (1913)
v.  Lilien,  Anna  153  (1896)
v.  Liliencron,  Detlev  164
(1915  s.  Wehr)
v.  Limburg,  Frau  A.  152
(1894)
v.  Lindemann,  Marie  150
(1886)

Lingen,  Ernst  63,67,138,
147  (1879),148  (1882,83),
150  (1888),  152  (1892)
Linz,  Frau  ....  228
Linzen,  Karl  164  (1915
s.  Kriegsvolk)
Lobedan,  Helene  .  156
(1904  s.  Ehen),  158
(1906  s.  Nesbit)
v.  Loe,  Frhr.  Klem.  109
v.  Loe,  Marg.  .  138  (s.
Walde),  160  (1910)
v.  Loe,  Maximil.  .  214  7
v.  Loe,  Ther.  151  (1891
s.  Prinz)
Löffler,  Dr.  Kl.  165(1918)
Löhe,  Dr.  C.  .  .  .  109
Lohr,  Dr.  Anton  .  157
(1908  s.  Heine)
Löhr,Dr.Js.l26,164(1915)
v.  Longard,  Dor.  138  (s.
Gerard)
Löns,  Herrn.  164  (1915
s.  Tiergesch.)
Lorentzen  .  .  17,  207"
Lorenz,  F.  .  158  (1908)
Lossen,  K.  A.  153  (1896)
Lossen,  Prof.  Dr.  Wilh.
155  (1901,02),  156  (1903)
Lotze,  Herrn.  149  (1885
s.  Braig)
Löwenstein,  Fürst  Aloys
104,  109,  160  (1911  s.
Ditscheid)
zu  Löwenstein,  Fürst
Carl  155  (1901)
Lübeck,  Dr.  Konr.  165
(1917)
Lucian  .  .  .  140  (1828)
Luden,  Heinr.,  Prof.  11
v.  Ludendorff,  Erich,
General  d.  I.  -  .  267
Ludowigs,  Ldg.-R.  216’*
Ludwig,  Emil  .  .  229
Ludwig,  Otto  160  (1911
s.  Geschichten)
Ludwigs,  Dr.  Heinr.  Maria ­
  78,  130,  159  (1909),
160  (1910),  164  (1915)
Lueger,  Dr.  Karl  .  109
Lugmo,  Prof.  ...  6
Lumscher,J.A.C.,  Buchh.
204 3
        <pb n="310" />
        Luther,  Dr.  M.  12,  139
(1822)
Lüttgen,  Frau.  .  .  228
Lützeier,  Egon  129,  157
(1905)
v.  Lützow-Schäfer  142
(1846)
Maaßen,  Germ.  Hub.  72,
149  (1884),  151  (1890),
152  (1894)
Mack,  Herrn.  .  .  .  228
Maguire,  J.Fr.  144(1858,
59)
Maehly,  0  55
Maidorf,  M.  138,  155
(1902),  156  (1903),  157
(1904,  05),  158  (1906)
Maitland,  Clara  133,  144
(1860),  153  (1897)
Majunke,  Dr.  Paul  91,
146  (1870)
Malzbender,  Pet.  .  161
(1912)
Manethon  140(1828),  141
(1832)
Mannewitz,  Roh.  .  174
Manning,  Erzb.  H.  E.  146
(1873,  75)
Manz,  G.  J.  .  .  41
Marby,  A.  .  149  (1883)
Marcour,  Dr.Ed.  90,93,99
Marder,  A.  .  140  (1827)
Marhoffer,  Ludw.  94,  96
Maria  v.  d.  Menschwerdg.
  155  (1901  s.
Leben)
Marianus,Chr.  146(1870)
Marie  delaPresentation
155  (1901  s.  Leben)
v.  Marnix,  Phil.  .  148
(1811  s.  Alberdingk)
Marquard,  Dr.  F.  49,216 s '
Marteau,  Pierre  24,210 18
Martin,  Dr.  Konrad  41,
143  (1852),  147  (1876)
Martin  v.  Cochem  70,
145  (1865,  67)
Marx,  Kar!.  47,  217 3&amp;amp;
—  Geh.  Rat  Wilh.  104
Märzfeld,  C.  158  (1907)
Marx,  Wilh.,  Geh.
Justizrat  ....  269

Marzorati,  Leop.  .  102
Masen,  J.,  S.  J.  154
(1898^
Mason,C.  J.56,143(1857),
144  (1859)
Maternus  153  (1895  s.
Kleinermanns)
Mathey,  Frau  M.  .  138
(s.  Maidorf)
Mathieu,  J.,  Buchh.  204
Mauel,  Joh.  Peter  159
(1909  s.  Gotthelf),  162
(1914  s.  Aurbacher)
Maurenbrecher  .  .  141
(1833)
Mausbach,  Prof.  Dr.  J.
131,  154  (1899),  155
(1901),  161  (1911)
Max,  Prinz,  Herzog
zu  Sachsen  .  .109
May,  Pfr.  Jos.  130,  156
(1903)
May,  Karl  149  (1885)
v.  Mehlem,  Ph.,  S.  J.
143  (1855)
Meier,  P.  Gabr.  151  (1889)
Meisen,  Frz..  .  216 29
Melati  v.  Java  149  (1883
s.  Schumacher)
Melchers,  Paulus  74,87,
130,  145  (1866),  147
(1877,  78,79),  148(1880,
81,  82),  149  (1883,  84
s.  auch  Abschied,
1885),  150  (1886),  152
(1893),  159  (1909  s.
Ludwigs),  221“
deMelun  .  .  219 39
Mercier,  Kard.  Desire
Jos.  ...  158  (1908)
Merkens,  Heinr.  .  210' 7
Merlo-Horst,J.  140(1828)
Mermet,  Joh.  Aime  42,
53  215 2 “
Merrem,  Dr.  K.  Th.  140
(1828),  141  (1831s.  Auszug) ­

Mersch,  Gerh.  .  .  216 29
Mertens,  Hans  Willy
158  (1906)
des  Meslettes,  J.  N.  145
(1867)
Messenzehl,  Ph.  174,178  |

Messerer,  Th.  66,68,138,
149  (1883,85),150(1886),
155  (1901,  2),  220'°
Metzmacher,  H.  .  .  152
(1893)
Meunier,  E.  157  (1905)
—  Dr.W.H.128,157(1905)
—  Dr.  K.  156  (1903)
Meurin,  Bischof  Leo,  S.J.
44,  146  (1869)
Mey,  Aenne  158  (1907)
Meyenberg,  Prof.  CI.  159
(1908  s.  Rost)
Meyer,  Dr.  Hans  .  158
(1908),  159  (1909)
Meyer,  Prof.  Theod.  115
Meyer  v.  Schauensee,
Luise  56,  145  (1865),
150  (1888)
Meyers,  Prof.  Dr.  J.  109
Mezard,  Ritter  139  (1824)
Michaelis,  Edm.  28,208 ls ,
141  (1838  s.  Biunde)
Middeldorf,  Justizrat
Jos.  158  (1908)
Mies,  Jobs.  151  (1891),
152  (1892)
Milden,  Reg.-R.  144(1857
s.  Thompson)
Miller,  Prof.  Dr.  Konr.
153  (1896)
Minola,  A.  B.  10,  205 c ,
139  (1818)
Mintrop,  Dr.  Wilh.  98
Mirbach,  Marg.  155
(1900),  156  (1904  s.
Ehen)
Mocken,  Joh.  151  (1889),
152  (1893)
Mohren,  Kanonikus  J.
142  (1844,  45)
Mois,  Pet  229
Molitor,  V.  J.  139  (1824)
—  Wilh.,Domkap.40,145
(1865  s.  Geissei)
Molsberger,  Clara  157
(1904),  158  (1906)
Mompour,  Ferd.  229
Mönnichs,  Th.,  S.  J.  161
(1911)
Mönnig,  Hugo,  Justiz-Rai
  257
Monsabre,P.J.  151  (1890)
        <pb n="311" />
        289

Montalembert  48,  219 3S
Montgomery,  Alfr.  146
(1871)
Mooren,  Jos.  Hub.  213 86
—  Th.  147  (1878,  79)
More,  Th..  .  141  (1835)
Mörike,  Eduard  158(1909
s.  Märchen),  160  (1910
s.  Mädchenerz.)
Moritz,  Jak.  .  .  .  229
Morley,  Basil  144  (1860)
Mosbach,  Peter  228,  254
Mose,  Josefa  108,  138
(s.  Torrund),  164(1915
s.  Kriegsnov.)
Mosen,  Jul.  160  (1910  s.  |
Märchen  IV)
Moufang,  Dr.  Chr.
v.  Mucha-Eltz,  Ida
(s.  Holm)
Muckermann,  P.  Herrn.
162  (1913)
v.  Müffling,  Gen.  .  28
Müller,  Dr.  Aegid.  100
—  Christine  138,  146
(1873)
—  Ed  73
—  Georg  172
—  Prof.  Herrn.  49,  50,
217”
—  Heinr  113
—  Herrn.,  Buchdr.  265
—  Jaime  .  .  143  (1853)
—  Ign  229
—  Joh  228
Karl  153(  1896  s.Finke)
—  P.  Kil.,  O.  C.  129,  159
(1908),  161  (1912)
—  L  49
—  M  216”
—  P.  J.  J.  .  140  (1826)
—  Ph.  .  .  .  142  (1843)
—  Dr.  Theod.  .  .  102
Müller-Fulda,  Rieh.  104,
109,  154  (1898),  156
(1903),  161  (1911)
Müller  v.  Kgsw.,  W.  160
(1910  s.  Märchen  IV)
Multer,  Dr.  Joh.  Chr.  12,
139  (1822)
Münchgesang,  Rob.  132,
153  (1895,  96,  97),  154
(1898,99),  155(1900,1,2)
100  Jahre  J.  P.  Bachem.

Mundt,  J.  159  (1904),  164
(1915)
Münze,  Gottl.  168,  172,
174
Murray,  David  Chr.  124,
156  (1903)
Murray,Dr.  Daniel,  Erzb.
71,  144  (1860,  61)
Musäus,  J.  K.  A.  .  159
(1909),  161  (1911)
Mußestunden,  Für  153
(1895,96,97),  157  (1905)
v.  Mylius,  Ant.  24,  140
(1829,  30)
Myrbach,  Anna  .  .  204

70,143  (1855),  156  (1903
s.  Bremme),  220* 2
v.  Nagler,  Karl  Ferd.

Fr  28
Napoleon  1  4

de  Navery,  Raoul  .  146
(1869)
v.  Neidegg,  L.  138,  153
(1895)
Neigebaur,  Joh.  Daniel
Ferd.  .  11,  139  (1821)
Nemo,  J.  138,  155  (1901
s.  Sheehan)
Nesbit,  E.  124,  158  (1906)
Neu,  Hub  229
Neuhaus,  Dr.,  Dormagen
145  (1867  s.  Cochem)
Neumann,  Jos.  156(1903),
157  (1904)
Neumann,  Dr.  K.  G.  27
Neumann,  Max  .  .  229
Neureuter,  Prof.  Frz.
165  (1917)
Neuwiem,  Osw.  100,155
(1902)
Neven-DuMont,  Alfr.  262
Newman,  Dr.  J.H.  55,143
(1854,56),  144(1858,59,
60,  61),  145  (1865,  66),
153  (1896s.Grach)218 37
Nick,  Pfr.  145  (1865  s.
Guenot)
Niemann,  Dr.  med.  152
(1893  s.  Baumgarten)

Nabor,  Felix  158  (1907),
79  |  159  (1909)
138  ;  Nacatenus,  Wilh.,  S.  J.

Nienkemper,  Fritz.  156
(1903)
Noback,  J.  Chr.  139(1818)
de  Noel,  Math.  Jos.  23,
140(1828  s.  Köln),  209 1 ' &amp;gt;
Nöggerath,  23,  27,  29,
208 16 ,140(1828  s.  Köln),
141  (1834  s.  Prov.-Bl.)
Nolden,  Math.  .  .  105
Noldt,  Hptm.  161  (1912
s.  Hatweg)
Norden,  Ernst  138,  150
(1887  s.  Wegerer)
Norrenberg,  Dr.  P.  72,
146  (1871  s.  Montgomery, ­
  1872  s.  Donelan),
148  (1880),  151  (1889)
Northcote,Dr.J.Spencer
143  (1357),  146  (1869)
Novalis  .  160  (1910  s.
Märchen  III)
Nuß,  Joh  230

Oberdörffer,  Dr.  Pet.  78,
152  (1894),  165  (1917)
Obermaier,  Dr.  Hugo  159
(1909)
O’Brien  56
Odendali,  M.  .  .  •  204
Ohnesorg,  Oberst  .  109
Oidtmann,  Dr.  Heinr.  152
(1892,  93)
Okle,  Carl  .  •  ••  110
v.  Olenhusen,  C.  G.  109
Oellerich,  W.  .  .  •  109
v.  Oosten,  Gerd  .  .  149
(1885),  150  (1886)
Op  den  Hoff  ...  24
Opitz  67
v.  Oppen,  0.  H.  .  .  140
(1827),  141  (1833,  35)
Oppenheim,Sal.31,211-'"
Orref  152  (1894  s.  Gerard)
O’Reilly,  Dr.  Bernard  75,
175,  150  (1887)
v.  Oertzen-Fünfgeld,
Mnraarete  124.  161

(1911)
Osberg,  Otto  .  .  (1889)
Oswald,  Jos.  159  (1907)
Ott,  Frz  109
Otto,  Heinr.  .  223,  260
—  Max  230
19
        <pb n="312" />
        Overbach,  Prof..  .  6
Overbeck,  Friedr.  .  146
(1875  s.  Hertling)
Ozanam,  Friedr..  .  44
Paas,  Dr.  Theod.  .  130,
159  (1909)
Paffenholz,  Jos.  78,  227
Pahl,  Dr.  Jos.  154  (1899)
Pape,  Josef  57,  145
(1863,  64)
Parr,  M.  J.  69,  138,  151
(1890)
Parsons,  M.  56,144  (1859)
v.  Pastor,  Ludw.  109,  j
152  (1892),  158  (1907)  |
Paulus,  Dr.  Nicolaus  152  I
(1893)
Pauly,  Mich.  152  (1893)
Päzmäny  150  (1888  s.  i
Schwicker)
Pelliccia,A.A.  140(1829),
141  (1838)
v.  Pelzein,  Marie  138  (s.  j
Franz),  149  (1884,  85)
Peppergraß,  Paul  56,144
(1858)
Perthes,  F,  Chr..  .  162
(1913  s.  Görres)
Pesch,  P.  Tillmann  145
(1864  s.  Baudon)
Peters,  Prof.  Dr.  Frz.  Jos.
145  (1867  s.  Pastoralbl.),
  164  (1915  s.
Jesus)
Petersdorf,  Frau  A.  138
(s.  Bauer)
Pfeilschifter,  Dr.  Georg
161  (1912)
Philippi,  J.  J.  M.  .  140
(1830),  141  (1836)
Phillips,  E.  .  163  (1914)
Pichler,  Dr.  Frz.  125,153
(1895),  154  (1898)
Pick,  Franz  ....  76
Fiel,  Peter  154  (1898  s.
auch  Liessem)
Pieper,  Dr.  Aug.  78,  150
(1886),  163  (1915  s.Jahrhundertfeier)

Pingsmann,  Dr.  Wilh.
150  (1886)
Pirnay,  Dr.  Pasc.  .  81

Piper,  Dr.  Otto  165  (1917)
Pius  IX.  74,  145  (1865  s.
Encyklika),  147  (1878
s.  Heuser)
Plaßmann,  Prof.  Dr.  J.
109,  150  (1888),  151  |
(1890,  91),  152  (1892),
153  (1895),  159  (1908),
160(1910),161(1911,12)
Plifke,  Dr.  144  (1857  s.
Wiseman)
Pohl,  Heinr.  157  (1904  s.
Thomas)
Pohle,  Prof.  Dr.  Jos.  149
(1883,  84)
Pölking,  Ph.  143  (1853
s.  Müller)
Polko,  Elise  67,148  (1882,
83),  149  (1885),  150  :
(1886,  87,  88)
Poensgen  &amp;amp;  Heyer  186,
274
Forsch,  Dr.  Felix  104,
269
Potter,  Thomas  J.,  145
(1867)
Pottgießer,  Dr.  A.  131,160
(1910)
Presser,  Frau  .  .  228
Prisac,  Kanonikus.  45
v.  Prondzynska,  A.  138
(s.  Fred)
Prüm,  E.  .  .  155  (1901)
Pusey,  Dr.  145  (1866  s.
Newman)
Pütter,  Heinr....  27
v.  Pütz,  Eckardt  .  158
(1906),  159  (1908  s.
Rhoades),  163  (1914  s.
Rho  ad  es)
v.  Pütz,  Everilde  68,  155
(1888),  151  (1889),  153
(1896),  220 40
Quast  ....  169
Quidam,  X.  147  (1876  s.
Reichensperger)
Raabe,  Wilh.  164  (1915
s.  Tiergesch.)
Rademacher,  Prof.  Dr.
Am.  125,  163  (1914),
164  (1915),  259

v.Radkersberg-Radn.,M.
155  (1902)
Ramböux,  Joh.  Ant.  45
Rammers,  Friedb.  149
(1883)
v.  Ranke,  Leop.  130,165
(1917)
Rapp,  Maria  J.  69,  138
(s.  Parr)
Raeß,  Bischof.  .  54
j  v.  Rauch,  Gen.-Leutn.  23
Rave,  Dr.  B.  .  ,  .  46
Raven,  Botho  150  (1887)
Rehfeld,  Postdir.  .  25
Reichenbach,  C.  167,169
Reichensperger,  Aus.  17,
38,  50,  76,  87,  90,  147
(1875,76,79),  148(1880,
81),  150(1886),  151(1890
s.  Steinle),  208 14 ,214%
216" 9 ,  216 31
Reichensperger,  Pet.  89
Reimann,  Gerh.  .  .  229
v.  Reimersdahl,  F  ritz  229
Reinarz,  Oberpfr.  142
(1844  s.  Weitz),  216 s '
Reinders,  Jos..  .  .  229
Reiners,  Herib.  131,  161
(1911)
Reinhard,  Dr.  Ew.  164
(1915)
Reinick,  Rob.  160  (1910
s.  Märchen  IV,  1911
s.  Geschichten),  164
(1915  s.  Tiergesch.)
Reinkens,Hub.  Jos.  218 3 '
Reinkens,Pfr.Dr.Wh.  49
Reilstab,Ludw.163  (1915
s.  Feuerpause)
Relly,  E.  138,  149  (1883)
Remy  v.  Trehoux  145
(1867)
Renard,  A.  16,  18,  139
(1823),  142  (1843)
Rennen,  Karl  .  .  ,  228
Rensing,  Dr.  G.  162  (1913)
Reusch,  Heinr.  51,52,55,
58,  83,  84,  86,  87,  88,
90,  143  (1855  s.  Wiseman), ­
  144  (1857  s.W.,
1858  s.  Brownson  u.
W.,  1859  s.  Maguire
u.  W.,  1862  s.  W.),
        <pb n="313" />
        291

145  (1863  s.  W.,  1865
s.  W.),  2  1  7 36  ,  236
Reusch,  Henriette  145
(1863  s.  Dramen),  145
(1867),  218 1G
Beuschel,S.  97,153(1895)
Reuß,  E.  138  (s.  Relly)
Reuter,  Bernh.  100,  101
Reuter,  Fritz  161  (1911)
Reuter,  W  ilh.  .  .  228
Rheinau,  Clara  138,  156
(1902)
Rhenanus  .  157  (1904)
Rhoades,  Nina  158  (1906
s.  Pütz,  Die  kleine
Nachbarin),  159(1908),
163  (1914)
Richarz,  Prof....  6
Richrath,Pfr.0.146(1870)
Richter,  Ernst  26,  141
(1831)
Ried,  Paula  147  (1878
s.  Fullerton),  149  (1883,
84,  85)
Rieder,  Karl  159  (1909)
Rieger,  Max  161  (1911)
Rieger,  Sebast.  164(1915
s.  Wehr)
Riffel,  Prof.  Kaspar  43
Rigler,  F.  A.  140  (1828
s.  Manethon),  141
(1832  dgl.)
Rings,  Joh.  177,  228,  254
Riotte,  Franziska  150
(1888)
Ris,  Frl.  E.  .  155  (1900)
Ristelhüber,  Hofrat  140
(1828)
Ritter,  H.  138,155  (1901),
156  (1903),  163  (1915
s.  Feuerpause)
Ritter,  Herrn.  164  (1915
s.  Kriegsnov.  20/2)
Ritter,  Prof.  J.  140  (1829
s.  Pelliccia)
Ritter,  Jos.  Ign.  140(1829)
Rittner,  Rosa  159  (1908)
Ritz,  Fr.  Carl  142  (1842)
Rive,  J.  C.  H.  19,  139
(1822,  24)
Rivulet  s.Schlippenbach
v.  La  Roche,  Max  164
(1915  s.  Kriegsvolk)

v.Rochow,  Minister  28
v.  Rochow,  Gesandter
28,  30
Röckerath,  Dr.  Pet.  Jos.
94,  147  (1877),  216 i9
Rodenstein,  Heinr.  147
(1879)
Rogge,  A.  .  .  34
Rohr,  Math.  159  (1909)
Röhrig,  Max  .  .  230
Rolfes,  Dr.  Eugen  154
(1898)
Rolfs,  Frl.  Ch.  147  (1878
s.  Fullerton)
Rollo  .  97,  153  (1895)
Röm.  Institut  der  GG.  73
Romberg,  Fr.  .  109
Rommerskirchen,H.204 3
Roos,  F.  P.  .  156  (1903)
Roeren,  Herrn.  124,  153
(1896),  157  (1904),  163
(1914)
Rösch,  Dr.  Adolf  159
(1908)
Rosellen,  Roh.  Wilh.  72,
150  (1887)
v.  Rosenberg  -  Grussczynski,
  E.  156  (1902)
Rosendorff,  Dr.  Adolf  103
v.  Roskowska,  Frau  M.
57,149  (1883),  150(1886)
de  Rossi,  Batt.  151  (1892
s.  Baumgarten)
Rost,  Dr.  Hans  126,  157
(1905),  159  (1908),  161
(1911),  162  (1913),  163
(1914)
Roß,  Pet.,  Maurerm.  170
Roth,  Insp.  144  (1860  s.
Bruderschaftsbüchl.)
v.  Rothenfluh,  E.  138,
149  (1884),  163  (1915
s.  Feuerpause)
Rothes,  Dr.  Walter  109,
130,  157  (1905),  160
(1910),  163  (1914)
Rouard  de  Card,  P.  P.  M.
146  (1873)
Rücker,Dr.  Ad.  163(1914)
Rudorff,  E.  68,  138,  149  I
(1883),  150  (1887,  88),  j
220*°
Ruffieux,  Frz.  164  (1915)  |

Ruland,  J.  Advokat-Anw.
  147  (1875)
Ruland,  Dr.  Ludw.  160
(1910)
Rumpf,  Alb.  .  81
Rybiczka,  Frau  K.  163
(1914  s.  Phillips)
Sabianus  145  (1865)
Saburin,  Feodor  163
(1915  s.  Feuerpause)
Sacher,  Dr.  Herrn.  165
(1918)
Sack,  Gen.-Gouv.  1
—  Dr.K.H.  22,141  (1838)
Sadlier,  J.  56,  143  (1857)
Saedt,  Otto  .  145  (1864)
Sägmüller,  Prof.  Dr.  J.
159  (1908)
Sagoskin  .149  (1884
s.  Veltheim)
Sailer,  Bischof  54
Salm-Reifferscheidt,
Fürst.  .  .  109
Sander,  R.  .  .  .  178
Sandhage,  A.  .  118,  138
(s.  Dirkink)
de  Santi,  P.  Angelo  109,
161  (1911)
Saupe,  Paul  ...  113
Sauren,  W.  J.  128,  156
(1903),  162  (1912)
Sautelet,  N.  B.  23,  140
(1830  s.  Cologne)
v.  Savigny,  Karl  .  104
Sawicki,  Prof.  Dr.  Frz.
158  (1906,  7)
v.  Schaching,  Otto  164
(1915  s.  Kriegsvolk)
Schädler,  Frz.  X.  90,  125,
261
Schäfer,  H.  138  (s.  Ritter)
Schäfer  I,  Jos.  .  .  105
—  II,  Jos  227
Schäffer,  Sebast.  .  146
(1871)
Scharlau,  M.  .  124,  158
(1907)
Scharmitzel,  Dr.  Th.  109
Schauberg,  Kathar.  204
v.  Schauensee,  Luise
145  (1865  s.  Zünd),  150
(1888  s.  Meyer)
        <pb n="314" />
        Schauerte,Frz.  150(1887)
Beheben,Wilh.Hö  (1865),
147  (1875),  153  (1895)
Scheeben,  Math.  78,  145
(1867  s.  Pastoralbl.),
148  (1882),  233
Scheid,  Prof.  N.,  S.  J.
154  (1898)
Schellberg,  Dr.  Wilh.  162
(1912,  1913  s.  Görres),
163  (1915  s.  Jahrhundertfeier) ­
  165  (1917)
v.  Schelling,  Fr.  Wilh.
Joh.  148  (1880  s.
Schmid)
Schenk,  Prof.  ...  6
—  Kanzler  94,216' 8 ,216"
Schenkberg,  Georg  201
Scherer,  Dr.  P.  138  (s.
Berg),  148  (1882  s.
Winterer)
Scherer,  Dr.  Wilh.  159
(1909)
Schier,  C.  S.  140  (1825)
Schiereck,  J.  F..  .  140
(1827,  28),  141  (1834)
Sehieser,  Jos.  128,  161
(1911),  163  (1914)
v.  Schilgen,  F.  131,  154
(1899)
Schilgen,  P.  Hardy,  S.  J.
162  (1912)
Schilling,  B.,  Just.-R.  150
(1888)
Schilling,  Elis.  63,  138
(s.  Gingen)
Schindele,  Dr.  St.  .  157
(1904)
Schindler,  Prof.  Dr.  Frz.
109
Schiner,  Kard.  162  (1914
s.  Büschi)
Schlager,  P.  Patr.  130,
157  (1904)
Schlecht,  J.  154  (1898)
Schlesinger,  C.  .  .  161
(1911  s.  Santi)
Schlicht,Paula  158(1906)
v.  Schlippenbach,  G.
(Herbert  Rivulet)  156
(1904  s.  Ehen)
Schlösser,  H.  128,  157
(1904  s.  Krings)

Schlünkes,  Dr.  F.  .  142
(1844)
Schmalz,  Jos.  228,  254
Schmeddinck  .  .  216 31
Schmid,  Alb.  .  .  .  102
—  Prof.  Dr.  Al.  148
(1880),  149  (1885),  151
(1891)
Schmidlin,Dr.J,  159(1909)
Schmidt,  E.  ...  178
—  Dr.  Frz.  163  (1915  s.
Jahrhundertfeier)
—  Gust  77
—  Heinr  85
—  Joh  111
—  P.  Wilh.  S.  V.  D.  109,
159  (1908)
Schmitt,  Dr.  Hub.  ,  128
—  J.  A.  L.  .  139  (1824)
—  Ludw.  S.J.  152(1894)
Schmitz,  Prof.  5
—  Rel.-L.  Dr.  156  (1903)

—  Bernh  228
—  P.  Casp.  Heinr..  162
(1913),  165  (1918)
—  Christ  228
—  Franz  228
—  Herrn  229
—  Dr.  Herrn.  Jos..  223
—  Jean  77,132,  227,  254

—  Dr.  Ign.  .  154  (1899)
—  J.  G.,  Buchh.  3,27,204 3
—  Pfr.  Joh..  .  130,  164
(1915  s.  auch  Kriegsblüten) ­

—  Pfr.  N..  .  146  (1870)
—  Paul  229
—  Peter  228
Schmitz-Köhler,  Maria
124,  133,  138  (s.  Fabri,
Harten)
Schmitz-Leven,  Carl
Jos  52
Schneid,  Prof.  Dr.  149
(1884)
Schneider,  Ad.  .  .  228
—  B.  J.  140  (1827)
—  P.  Jos.  71,  144  (1861)
Schneider,  Prälat  Dr.
Wilh.  153  (1895)
Schneider-Clauß,  Dr.
Wilh.  68  (s.  auch
Clauß),  220"

Schnettler,  F.  146  (1873
s.  Müller)
Schnitzer,  Dr.  .  .  131
Schnitzler,  Prorektor
Mich.  163  (1915  s.  Jahrhundertfeier) ­

Schnura,  Rob.  .  .  77
Schnürer,  Dr.  Gust.
152  (1894),  156  (1902),
161  (1911),  163  (1914)
Schnütgen,  Prof.  Dr.  Al.
45,  109
Schollmeyer,  P.  Dr.  A.
161  (1911)
Scholz,  Prof.  ...  38
Schopen,  Kpl..  .  .  103
Schorlemer-Lieser,
Frhr.  Clem.  .  .  .  268
Schott,  Anton  109,  116
u.  ff.,  153  (1896),  154
(1898),  158  (1907),  159
(1908),  160  (1910)
Schotte,  Dr.  H.  160(1910)
Schrattenthal,  Karl  150
(1888)
Schreiber,  Hubert  158
(1906)
—  Math  228
Schreiner,  C.  Ch.  .  141
(1835)
—  Z.  B.  .  140  (1829)
Schröder,  E.  151  (1889)
—  Gust  229
—  W.  J.  .  140  (1828)
Schröteler,  Oberpfr.  F.
J.  144  (1860,61  s.  auch
Delaporte)
Schrott-Fiechtl,Hans  117
u.  ff.,  158  (1907),  161
(1911),  165  (1918)
Schücking,  Levin  .  42
Schüler,  G.  M.,  Curat
146  (1868)
Schüller,  Pet.  ...  228
Schulte,  A.,  Rektor  154
(1899),  155  (1900)
—  Dr.  F  46,  47
—  Dr.  Jos.,  Bischof  268
Schulthes  144  (1860  s.
Wiseman)
Schultz,  Ch.  L.  Fr.  141
(1833)
—  Dr.  Franz  155  (1900)
        <pb n="315" />
        Schultze,  A.  156  (1903
s.  Murray)
v.  Schultze,  Frl.  M.  160
(1910),  162  (1913)
Schulze,  Dr.  Rud.  .  130,
165  (1917  s.  Ranke)
Schulze-Brück,  Luise
120,  160  (1910)
Schumacher,  H.  66,  149
(1883)
—  Theod  178
Schündelen,  Pfr.  G.  55,
142  (1842),  143  (1854
s.  Newman,  1855  s.
Capes,  Ives,  1856  s.
Newman,  1857  s.
Brownson),  144  (1858
s.  Newman,  60  dgl.,
61  dgl.),  145  (1864  s.
Wiseman,  1865  dgl.,
66  s.  Newman)
Schüngeler,  Prof.  .  6
Schüren,  Nie.  .  .  56
Schürmann,  Anna  M.  114
Schuster,  M.,  Lehrer  161
(1912  s.  Mil.-Anw.)
Schütz,  Dr.L.  147(1879),
149  (1884)
Schwane,  J.  A.  147  (1878)
Schwann,  Buchh.  .  38
Schwartz,  Dr.  Osk.  158
(1907)
Schwarz,  Walter  .  138,
149  (1883,  84),  150
(1887),  151  (1889)
Schwedler,  J.  G.  215 28
Schweitzer,  Dr.  F.  109
—  Dr.  R.  .  155  (1901)
—  Dr.  Vinz.  158  (1907)
Schwering,  Dr.  J..  131,
155  (1900)
—  Leo  .  .  163  (1915
s.  Feuerpause)
Schwicker,  Dr.  J.  H.
150  (1888)
Schwiedam,  E.  164  (1915
s.  Kriegsnov.)
Schynse,  P.  Aug.  .  151
(1890),  152  (1892  s.
Hespers)
Scotta,  Marie  ■  122
Scotti,  J.  J.  141  (1836)
Seemann,  Rob.  .  .  229

de  Segur,  G.  144  (1859)
Sehlmeyer,  J.  F.  .  143
(1852)
Seidenberg,  J.Andr.  179,
227
Seidenberger,  Prof.  Dr.  J.
156  (1903)
Seitz,  Prof.  Dr.  Ant.  131,
156  (1902),  158  (1906),
161  (1911)
Semmerau,  Fr.  .  .  146
(1873  s.  Lamy)
Seppelt,  Dr.  F.  X..  160
(1910)
Seul,  Dir..  .  143  (1850)
Severin,  Bischof  .  153
(1895  s.  Kleinermanns)
Sheehan,  P.  A.  124,  155
(1901)
v.  Sichert,  Emma  155
(1902  s.  Champol)
Siebengartner,  M..  158
(1906)
Siebert,  Anna  .  138  (s.
Rheinau),  156  (1902  s.
Rheinau)
Sieger,  Frau  Adele  157
(1904  s.  Frauenwelt)
Siegl,  J.  .  .  141  (1835)
Siegl,  G.  .  .  .  167
Simar,  Prof.  Dr.  Theophil ­
  Hub.  147  (1877,
79),154(1899s.Schmitz),
156  (1902)
Simons,  Heinr.  161  (1911)
Simrock,  Dr.  Karl.  143
(1855  s.  Geissei)
Sittart,  H.  80,  156  (1903
s.  Müller-Fulda)
Smidt,  Heinr.  ...  56
Sohn,  Ferd.  ...  77
Solms-Laubach,  Oberpr.
13
Sombetzki,  Herman  111,
227  254
Sommer,  Jos.  159  (1908)
Sonnenschein,  Agn.  224*"
Sonnenschein,  Dr.  Karl
164  (1915  s.  Kriegsnov.)
Sonreck,  Fr.  W.  .  145
(1865)
Soer,Dr.  med.  Ant.  Georg
143(1857  s.Northcote),

144  (1858  s.  Maguire,
1859  s.  Maguire,  Mason,
  Thompson)
Spahn,  Prof.  Dr.  Martin
109,155  (1902  s.Lossen)
Spahn,  Dr.  Pet.  104,  125,
235,  268
Spalding,  Henry.  .  158
(1907)
v.  d.  Speulhof,  J.  .  165
(1917)
Spitz,  Pet  230
Staarstecher,  Dr.  J.  152
(1893)
Stackemann,  138  (s.  Rothenfluh), ­
  151  (1889  s.

254
109
149

229
152
109
101
102
70,

Eimbeck)
Stadler  169
Stadler,  Heinr.  .  .  229
v.  Starck,  Karl,
Ree.-Präsid.  .
Stauahamer,  J.  .
Steffani,  Agostino  .  .  —
(1885  s.  Woker),  150
(1886  s.  Woker)
Steffen,  Nik.  .  .  .
Steffens,  Dr.  A..
(1893),  156  (1902)
Stegerwald,  A.  .  .
Stehle,  Anton  .  .
Steiger,  Alf.
Stein,  Alb.  Gereon
71,  142  (1846,  1849),
143  (1852,  53,  54),  145
(1864),  147  (1879),  148
(1880),  221 43
Stein,  F.  F.  .  142  (1845)
v.  Stein,  Hermann,
Kriegsminister  .  267
v.  Steinaecker,  Heinr.
161  (1911),  162  (1912,
13),  163  (1915  s.  Feuerpause, ­
  Jahrhundertf.)
Steinborn  168
Steinhaus,Gerh.Apoth.  6
Steinhausen,  Kanonikus
J.  H.  143  (1851)
Steinheuer,  Heinr..  146
(1871),  148  (1882)
Steinkrüger,  Aug..  110
Steinkrüger,  Jak
v.  Steinle,  A.  M.
(1890)

229
151
        <pb n="316" />
        Steinweg,  Job.  .  .  230
Stelzmann,  Prof.
Anton  157  (1905),  158
(1906)
Stemmler,  Prof..  .  6
Stephinsky,  Ferd.  ,  153
(1895)
Sticker  II.,  Dr.  med.  215 29
Stienen,  Heinr.  39,  48,
49,  50
Stierlin,  A.  G.  141  (1834)
Stifter,  Adalbert  .  160
(1910  s.  Mädchenerz.)
Stöber,  Karl  164  (1915  s.
Kriegsvolk)
Stockhausen  ...  3
v.  Stokmans,  Frau  G.
124,  159  (1908)
Stolberg-Westheim,
Graf  109
Stoll,  Joh.  Bapt.  139
(1824)
Stollwerck,  Gebr.  .  274
Stöveken,  Pfr..  .  .  142
(1847)
Sträter,  CI  79
Strauch,  Franz  ,  .  229,
230
Strecker,  Georg  (nicht
Stricker)  162  (1913)
Strejeck,  Luise  155  (1901)
Streit,  Hob.  162  (1912)
Strick,  Wilh.  .  228
Studemund,  Frl.  .  146
(1869  s.  Northcote)
Stuhlträger,  Karl  .  229
Stumpf,  Dr.  Theod.  83,
84,  87,  145  (1865,  66)
Stündeck,  C.  .  .  .  26
Susen,  Prof.  Dr.  Gerh.
145  (1867  s.  Pastoralbl.)
Sutamilli,  Dr.  med.  13,
139  (1820)
Taber,  Prof.  ...  6
Taurinus,  Frz.  Ad.  140
(1825,  26)
Tausen,  Joh.  152  (1894
s.  Schmitt)
Teipel,  Dr.  Heinz  .  102
Telmann,  Konr.  .  138
Temming,  Theod.  162
(1912)

Tenger,  Mariam  69,138,
149  (1883),  150  (1886),
151  (1889)
Tepe,  Leo  ....  67
Terspecken,  Bernh.  229,
230
Tertullian  148  (1882  s.
Kellner)
Tesandt,  Prof.  .  .  6
Theinert,  A.  163  (1915
s.  Feuerpause)
Theisen,  Domvik.  216 29
Theissing,  C.  .  .  37
Themistor,  Irenäus  75,
149  (1884)
I  Thiesen,  Wilh.  .  .  230
1  Thiriart,  Drucker  9,  72,
166,  204 3 ,  225»°
i  Thissen,Dr.Otto  82,101,
130,155  (1900  s.Trimborn),
  158  (1907),  164
(1915  s.  Mit),  165(1917
s.  Kaiser)
Thomas,  Adolf  147(1879)
Thomas  v.  Aquin  149
(1884  s.  Schütz),  154
(1898  s.  Rolfes)
Thomas  v.  Kempen  26,
139  (1824),  147  (1875),
157  (1904)
Thömes,  Dr.  75,  148
(1880)
Thompson,  M.  56,  144
(1857,  59)
Thürriegel,  Z.  K.  158
(1907)
Tiaden,  Heinr,  164  (1916)
Tieck,  Ludw.  160  (1910
s.  Märchen  III)
Tillmann,  Dr.  Fritz  160
(1910)
Tils,  Pet.,  Stadt-Dech.264
Timpe,  Georg  159  (1909)
v.Tirpitz,  Alfr.  P.  Fr.,
Großadmiral  .  .  267
Torrund,  Jassy  109,138,
164  (1915  s.  Kriegsnov.)

Traub,  Max  A.  96,  109,
227
Trierweiler,  Paul  .  229
Trimborn,  Alb.  .  .  228
—  Joh  .229

Trimborn,  Dr.  Kari,
Geh.-Rat  82,  235,  269
—  Frau  .  ...  228
Troska,  Dr.  A.  149  (1885)
Troxler,  Prof.  Jos.  159
(1908)
Turner,  156  (1904  s.
Ehen)
Udo,  Ralph  163  (1915
s.  Feuerpause)
Uhlenbroch,  Jak.  .  229
Uelk,  Adam.  .  .  94
v.  Ulmerstein,  H.  L.  140
(1830)
Unkel,  Carl  .  148  (1882)
Voller,  Heinr.  229,  230
Veldenz,  A.  69,  138,  151
(1889),  152  (1893),  153
(1897)
Velten,  Lizentiat  .  41
v.  Veltheim,  H.  138,  146
(1869),  149  (1883,  84),
151  (1889)
Vennewald,Bernard  147
(1879)
Verbeck,  0.  164  (1915
s.  Tiergesch.)
Vercesi,  Dr.  E.  .  .  109
Veuillot,  Louis  .  48
Vincenz  v.  Paul  44,  143
(1851  s.  Jahrb.),  144
(1860)
Virchow,  Rud.  147(1877
s.  Hertling)
de  Vitis,  Charles  124,
154  (1898)
Vocke,William  151(1891)
Vogelsang,  Prof.  .  38
Vogt,  Prof.  Dr.  145  (1867
s.  Pastoralbl.)
Volberg,  Wilh.  .  .  229
Volk,  Joh.  .  229
v.  Vollmar-Veltheim  138
(s.  Velth.),  145  (1867
s.  Remy)
I  Vosen,Dr.C.H.  144(1859
s.  auch  Segur),  145
j  (1865)
de  Waal,  Prälat  Anton
163  (1914)
        <pb n="317" />
        295

Wagner,Herrn.  164(1915
s.  Tiergesch.)
v.  Wohlde,  H.  .  158
(1906)
Wais,  Jos.  164  (1915)
Waldau,  Karoline
138,  154  (1899),  155
(1901)
Waldburg-Zeil  138  (s.
Neidegg)
v.  Walde,  M.  138,  152
(1894)
Wall,  Prof.  Dr.  Ernst  109
v.  Walree,  Frau  138  (s.
Müller),  146  (1873  s.
Müller)
Wallraf,  Prof.  ...  6
—  Max,  Staatssekr.  268
Wallraff,  J  140
(1825,  28)
Walter,  Prof.  49,  216 51
Walter  der  Erzpoet  154
(1899)
v.  Walther,  Prof.  .  13
Waninger,  Dr.  K.  113,
230
Warnefried,  Carl  B.  A.
144  (1857)
Wasmann,  P.  Erich  S.  J.
109,  131,  157  (1904),
158  (1906,  07),  159
(1908,  09),  161  (1911  s.
Koschel)
Wasserfall,  Maria  H.  7,
211»"
Weber,  Prof.  .  6
Weber,  A..  .  150  (1888)
Weber,  Frz.  .  .  .  229
Weber,  Dr.  Heinr.  .  152
(1893,  94)
Weeks,  Fried..  .  .  229
v.  Wegerer,  Frau  A.  67,
138  (s.  Norden),  150
(1887)
Wehrmeister,  P.  Cyrill.
„  155  (1900)
Weilbächer,  Dr.  Paul
222 45
Weinand,  Jobs.  75,  145
(1865  s.  Sabianus,  1866
s.  Guenot),  146  (1873
s.  Manning,  1874  s.
Fullerton,  1875  s.

Manning),  150  (1887  s.
0’  Reilly)
Weis,  Bischof.  .  .  54
Weiß,  Jos.  157  (1905),
158  (1907)
Weiß,  Dr.  K.  .  .  .  157
(1904)
Weißenthurm,  Frl.  158
(1908  s.  Champol)
Weißmüller,  Frl.  138
(s.  Veldenz)
Weisz,  Professor
Karl  150,  (1888  s.
Schrattenthal)
Weitz,  Domkap.  Dr.  J.
L.  S.  142  (1844)
Wellendorf,  Karl  .  227
Wemmer,  A.  ,  193
Wenkemann,  Andr.
229
Wenzel,  Domvikar  Jobs.
125,  157  (1904)
v.  Werner,  Reinhold  164
(1913  s.  Tiergesch.)
Werres,  Dr.  Carl  Anton
13,  139  (1821)
Werthmann,  Dr.  Lor.
108,  109
Wesermann,  H.  M.  14,
139  (1822)
Westermaier  153  (1896)
Westorf,  Math.  .  .  227
Weyden,  Dr.  Ernst  29,
211 19
Weyer,  J.  P.  22,  140
(1827),  208 u ,  215 26
Weyrauther,  Max  156
(1904  s.  Ehen)
Wibbelt,  Dr.  Augustin
154  (1899)
Wichner,  Jos.  164  (1915
s.  Tiergesch.)
Wickram,  Jörg  164(1915
s.  Kriegsvolk)
Widmann,  B.  156  (1904
s.  Brentano)
Wiedenfeld,  Prof.  Dr.
K.  109
Wieland,  Martin  .  160
(1910  s.  Märchen  III)
Wieland,  Wilh.  .  .  229
Wienker,  B.  146  (1873
s.  Rouard)

Wiese,  Math.  .  79,  235
Wiesebaeh,  P.  W.  .  160
(1911  s.  Cabral)
Wieser,  Sebast.  .  .  164
(1916)
Wilda,  Oskar  156  (1904
s.  Ehen)
Wildermann,  Rud.  81
Wilh.  v.  Preußen  17,  28,
207 ,B
Wilhelm  II.  .  130,  162
(1913),  165  (1917  s.
Kaiser)
Wilke,  Albert...  228
Willmann,  Dr.  0.  .  162
(1912)
Willoh,  Karl  ...  154
(1898)
Wilpert,  Dr.  Jos.  .  158
(1907),  162  (1913)
Wilpert,  Dr.  0.  222 ls
Wiltberger,  Aug.  .  150
(1887)
Wimmer,  Prof.  J.  .  156
(1902)
von  Winekelsett-Zumbroock,
  L.  157
(1904)
Windischmann,  J.  J.  21,
164  (1916  s.  Dyroff),
207' 4
Windthorst,  Ludw.  90,
103,  129,  151  (1891  s.
Cardauns),  152  (1892),
156  (1903  s.  Hermann),
158  (1907  s.  Hüsgen),
234
Winkler,  Therese  66,
138  (s.  Messerer)  220 4u
Winterer,  Abbe  L.  148
(1882),  151  (1891)
v.  Winterfeld-Warnow,
Frau  E.  162  (1912)
Wirtz,  Heinr.,  Just.-Rat
  259
Wiseman,  55,  56,  143
(1854,  55,56),  144  (1857,
58,59,60,62),  145(1863,
64,  65),  155  (1901),  218 ss
Witkowski,  155  (1900)
Wittmann,  J.  J.  ,  41
v.  Witzleben,  Erich  164
(1915  s.  Kriegsnov.)
        <pb n="318" />
        Woker,  Franz  Wilh.
149  (1884,  85),  150
(1886)
Wolf,  Anton  101,113,227
Wolff,  Theod.  .  .  215* 9
p  229
Wollersheim,  Th.  70,142
(1846),  143  (1855  s.
Nakatenus)
Woensam  .  .  136
Wörner,  B.  .  144  (1857)
Wörnhör,  Joh.  Ev.  164
(1915  s.  Kriegsvolk)
van  Woude,  J.  .  .  152
(1894)
Wülffing,  F.  141  (1832)
Wurm,  Dr.  Herrn.  J.  156
(1902)

Wyneken,  Verleger  273
Zacherl,  Dr.  Karl  .  101
Zanoli  32
Zardetti,  Bischof  .  154
(1899)
Zarnack,  Anna  156  (1903
s.  Murray)
Zaun,  Pfr.  Joh.  Peter
153  (1895)
Zeck,  Pfr  223
Zell,  Ulrich  .  .  166,  181
Zeller,  Carl  Aug.  18,  139
(1823)
Ziegler,  Dr.  Bischof  141
(1838  s.  Blumenbach)
Ziethe,  W.  164  (1915  s,
Wehr)

Zillickens,  Kathar.  203
Zimmermann,  Pet.  228
Zingeler,  Dr.Karl  Theod.
124,  148  (1880),  149
(1883),  150  (1886  s.
Buet),  155  (1900),  161
(1911)
Zitelmann,  K.  138  (s.
Telmann)
Zschokke,  Heinr.  .  160
(1911  s.  Geschichten)
Zuccalmaglio  .  92,  146
(1875  s.  Cardauns)
Zünd-Meyer,  Frau  L.
145  (1865)
Zündorf,  Frz.  168,  201,
228
Zurbonsen,  s.  Bonsen.
        <pb n="319" />
        IX

Sachverzeichnis.
Bei  den  Seitenzahlen  desVerlagsverzeichnisses
ist  das  betr.  Erscheinungsjahr  hinzugefügt.
Alle  auf  die  KV  bezüglichen  Stichworte  sind
unter  Kölnische  VoTkszeitung  zu  suchen.

Aachen  97
Abdunterhltg.  193  (1852)
Acta  et  decreta  concilii
199  (1862)
Adressenwesen  .  .  10
Adreßbuch,  Kölner  HO
(1828),209 3 ,211“,  225 60
Akzidenzarb.  167,  173,
179,  251
Alb.  Magnusver.  .  295
Alt-Köln,  Zeitschrift  82,
158  (1908),  220 41
Altersversorgskasse  197
Andacht  z.  hl.  Herzen
Jesu  ...  151  (1889)
Andachten  f.  kath.
Arb.-Ver.  .  151  (1890)
Annalen  des  hist.
Vereins  95,  193  (1855)
Antiqua  i.d.KV107,229 49
Anzeigen  der  KV  .  299
Anzeiger,  Allg.  97,  171
„  ,  Kirchl.  95
Aphorismen  aus  Kölns
Gesch  23
Apoth.,  Kruses  168,  170
Aprils-Almanach  16,139
(1822)
Arbeiterfrage  151  (1889)
Arbeitervereine  .  295
Arbeiterwohl  79,  198
(1881)
Arbeitskam.  159  (1899)
Arithmetik  .  139  (1818)
Athanasius  ...  22
Aufgaben  i.  d.  Wohnungsfrage ­
  153  (1897)
Aufklärungszeit.  .  59

Augenentzündg.  i.  d.
Rheinprovinz  .  .  13
Augustinusver.  100,223,
295,  261
Aus  allen  Zeiten  u.
Ländern  ....  133
Auskunftsbüro,
bibliogr.  ...  77
Ausstellg.  i.  Düsseldf.173
—  in  Köln  .  188
—  in  Leipzig  .  .  .  188

Bachem  (Name)  .  202
—  J.P.Firmal,7u.ff.,52,
291  (75jähr.Bestehen)
Bachem,  Rundschr.  2,  8
—  u.  Funcke  8
|  —  „Richtg.Bachem“  109
i  Bachems  Erzähl,  f.
Mädchen  .  .  .  133
Bachems  Jugendschriften ­
  .  .  132,  135
Bachems  Nov.-Slg.  66
—  Rom.-Slg.  ...  67
—  Volks-u.Jug.-Erz.  133
Bachem  -  Stein  -  Herzigsche
  Armenstiftung ­
  .  ,  203,  295
Bahnhof  .  169  u.  ff.
Bahnhofstraße  .  170
Bauerngüterwesen  19
Baumwollsp.  190  (1826)
Bauordng.  f.  Stadtkreis ­
  Köln  155  (1901),
157  (1905)
Befähigungsnchw.  212 23
Behandlg.  d.  6.  Gebots ­
  ...  159  (1909)

Behandlg.  d.  Konflikte ­
  i.  Rom.  120,  156
(1909)
Beleuchtg.  d.  Stadt
Köln  ...  153  (1895)
Berggeist  ...  77,  168
Besteuerg.,Urspr.d.  10
Bestimgn.  üb.  Rel.-Unterr.
  .  .  152  (1893)
Betriebskrankenk..  195
Bilder  a.  d.Volksleb.  56
Bimetallismus  .  .  95
Blankenheim,  Dek.  72
Blätter  d.  Bo  rr.-Ver.  86,
193  (1850)
Blätter,  christl.-soz.  79

—  hist.-pol  103
|  —  Köln.  56,  57,  82  u.  ff.
—  Agenturen  .  .  85
—  Bezieherzahl  85,  86
—  Bezugspreis  .  .  83
—  Erfolg  86
—  Format  ....  83
—  Programm  .  .  83,  89
—  komm.-pol.  .  82,  295
—  aus  Nassau  .  .  51

—  für  Rechtsschutz  80,
159  (1910)
—  des  Vereins  v.  h.
Karl  Borromäus  93
—  für  Volksschulpraxis ­
  80,  162  (1913)
Blutlaus  .  198  (1882)
Bonifacius-Denkm.  91,
192  (1892)
Bonifatiusverein  .  295
Bonn  ...  7,  23,  72,  97
Borromäusblätter  93,81
        <pb n="320" />
        Borromüusver.  s.  Ver.
Börsbl.f.d.Buchh.  32,  33
Börsenver.  d.  Buch.  245,
269
Brand  i.  d.  Buchb.  XV
■^Branntw.,  Der  148  (1883)
Briefkästen  i.  Köln  25
Bruchhausen  202,  203
Brücke,  Kölner  42,215-»
Brudersehaftsand.  144
(1859)
Bruderschaftsbchl.  144
(1860)
Bruderschaftsbund  154
(1899)
Brühl  72,  97
Brüssel  39
Buchbinderei  XV,  169,

182,  190  u.  ff.
Buchdruckerberufsgenossenschaft ­
  .  263
Buchdruckereibes.
Köln  .  .  262
Buchdrucker.,  Kln.3,204
Buchdruckerkrankenkasse ­
  .  .  .  195
Buchdruckerprüfg.  53
212 2  3

Buchdruckerverein  245,
260,  272
Bücherei  Bachem  .  187
Büeherwelt.  .  .  43,  81
Buchhändl.  i.Köln  3,204
Buchhändlerprüfg.  38,
53,  212“
Buchhandlung  J.  P.
Bachem  ....  109
Bulle  De  salute  an.  72
Bürgergesellschaft215 29
Bürger!.  Gesetzb.  u.
Rhein.  Bauernver.  151

(1890)
Bürgerverein  .  216 39
„  ,  neuer  216 29
Burns  u.  Lambert.  55
Bursen  ...  204 5
Caritasverband  .  .  245
Centrumslied.  154  (1899)
Centr.-Parl.-Corr.  223
281
Cholera  .  141  (1831)
Christoph-Kirche  .  5

I  Christus  i.  d.  Kunst  130,
160  (1910  s.Rothes)
City-Hotel.  .  .  183
Colonia  106
CommersliederI52(1894)
Comptoirkal.  148  (1882)
Concession  ...  17
Concordat  .  .33
Concordia,Typ.Ver.  235
Corresp.  für  geistl.
Präsides  ....  78
Corresp.-Blatt  für
Jugendver.  ...  81
Croup  ....  12
Dienst-Instrukt.  für
Küster  .  .  147  (1878)
Diözesangesangb.  .  71
Dom,  Kölner  156  (1904)
Domschule,  Kölner  6
Druckerei  .  166  u.  ff.
Drueker.-Annahmest.  78
Druckerpresse  166
Druckmasch.  167,  169,
172,  174,  175,  176,  177,
178,  183,  184,  186,  189
Duell,  Bekämpfung  155
DuMont-Bachemsche
Buchh.  ...  2,  3,  6
Düren  97
Düsseldorf  .  .  .  97
Ebstorfer  Weltkarte  153
(1896)
Ecole  primaire  .  .  6
„  secondaire  .  6
Ehen,  gern.  10,  21,  22,
139  (1821),  141  (1838)
Ehen,  junge  156  (1904)
Ehrenwallsche  Kuranstalt ­
  .  154  (1898)
Einheitslied.,kirchl.  165
(1917  s.  Anhang)
Eisenb.,  Köln-Minden  37  !
Elisabethenverein  245  j
Engelbertusver.  245,265  !
Enzyklika  Pascendi  159
(1909  s.  Hertling)
Enzyklika  Pius’  IX.  145
(1865)
Ereignis,  Kölner  .  20
Erklärung  d.  Zentr.  104

Erpel  ....  1,  202,  203
Erzb.  V  ermögensverwaltung
  .  147  (1877)
Erzbrudersch.  145  (1865)
Eucharistie,Betrachtungen ­
  .  142  (1843)
Fabiola  ....  55,219 ,s
Falliterklärung  .  31
Feldpostabteilg.  der
KV  ......  110
Felten  u.  Guilleaume  274
Festber.  betr.  Erzb.
Krementz  .  149  (1885)
Festber.  v.  4-/5.  238—266
Festschrift  d.  kath.
Lehrerver.  152  (1894)
Feuerpause,  in  der  135
Feuerversicherung  200
Flugschriften  d.Rh.
Zentr.-P.  .  159  (1909)
Flugzeugsehadenversicherung
  .  .  200
Fortbildgsunterr.  .  187
Frage,  rörn..  151  (1889)
Fraktion,  kath.  .  51,  90
!  Franz.-Xav.-Verein  245
|  Frau  als  Lehrerin  .  12
'  Frauenbund,  Kath.  245
Frauenwelt  (KV)  .  99,
108,  158  (1904)
Freihandel  .  .85
Freimaurerei  5,153(1897)
Freiwilligenfest  1838  26
Friedrichsd’or.  .  .  206 s
Gartenbaukalender  98
Gärten  in  Köln  .  206*
Gasbelchtg.  i.  Köln  145
(1865)
Gebet  d.  Jünglings  159
(1909)
Gebet  des  Kindes  159
(1910)
Gebet-  u.  Gesgb.  f.  d.
Erzd.  148  (1880),  163
(1914),  165  (1917)
Gebet-  u.  Gesgbueh
f.  Gesellenv.  154  (1900)
Gebot,  sechst.  159  (1909)
Gedenkbl.  f.  d.  Firma  252
Gemeindebauwesen  143
(1853)
        <pb n="321" />
        299

Gemeindeordn.141  (1833)
Gemeindewaldung.  142
(1839)
Gesang-  u.  Gebetb.  f.
d.  Erzd.  148  (1880),  163
(1914),  165  (1917)
Geschäftsanweisg.
f.  Kirchenvorst.  155
(1902)
Geschäftsh.  Bachem
(s.  Häuser)  7,  35,  167
u.  ff.,  170
Geschäftspersonal  .  16
Geschichte  der  Pfarreien ­
  s.  Pfarreien
Geschichten,  20  lustige
160  (1911)
Gesetz  btr.  Kirchensteuern ­
  157  (1906)
Gewerbeger.  15!  (1890)
Gewerbeordn.  .  212 23
Gewerbverein  41  u.  ff.,
142  (1845),  215 28
Gewerkschaftsstr.  131,
158  (1909  s.  Giesberts)
Glaube  u.  Arbeit  (Forts,
d.  „Soz.  Revue“,  nicht
der  „Soz.  Kultur“)  79
Görres-Gesellsch.72  u.ff.,
165  (1917  s.  Cardauns),
245,  259
Gutenberg,  Ges.-Ver.  265
Gymnasien,  Kölner  204
Handbuch  der  Erzd.
Köln  72,  147  (1878)
Handb.  d.  Gesetze  a.  d.
Zeit  der  Fremdherrschaft ­
  20,  141  (1833)
Handelsges.-B.  141  (1835)
Handel,  Der  24,140  (1829
s.  Mylius)
Handelskammer,
Köln  .  .  257
Handeisztg.,  Köln  .  97
Hauptbuchhalterei.  110
Hausbücherei  .  .  187
Häuser  Bachem
Bahnhofstr.  3  .  176
—  Hohestr.  7:  166,2h 21
—  Marzellenstr.  20:  35,
167,168,  170  (Neubau),
183,  211 21

Häuser  Bachem
Marzellenstr.  24:172,
178
—  Marzellenstr.  35—43
180,181  u.ff.  (Neubau)
—  Marzellstr.  3133  184
—  Ursulastr.  3  11,  180,
187,  189,  193
Häuser-Numerierung
204',  206 10
Hauskalender  148  (1881)
Hauskrankenk.  194  u.  ff.
Hermesianer  i.  Rom  21
Hermesianism.  20,  29,
142  (1839)
Herrschaft,  weltl.,  des
Papstes  146  (1868)
Hersei,  Dekanat  .  72
Hildegardisverein  .  245
Hirtenbrief  d.  Bisch.  158
(1908)
Hoffmann  u.  Campe  1
Holzpressen  .  .  9,  166
!  Honnefer  Gut  .  .  34
Hotel  Kronprinz  183
Hypothekengesetzgebung ­
  19
Jahrb.,  hist.  d.  G.-G.  74
—  philos.  d.  G.-G.  74
Jahrbücher  des  hl.
Vincenz  v.  P.  .  .  44
Jafirhundertf.  d.Ver.d.
Rheinlande  163  (1915)
Illustrationspresse  178
Industrie-Nr.  d.  KV  109
Institut,  röm.  der  GG.73
Invalidenkasse  .  .  197
Josefskasse.  .  197
Journalzirk.  206 ll ,  207’ 1
Jubiläum  J.  P.  Bachem,
75jähriges  .  .  241
Jubil.-Gabe  242,  250
Jub.-Pilgerzug.  .  .  106
Jub.-Nrn.derK.V.108u.ff.
Jub.Auszeichnungen254
Jub.-Zuweisungen  242,
244,  245,  249
Judenemanzipation  51
Jugendschriften  132
Jungfrauenstift  5,  139
(1816)
Jüngh,  d.  kath.  159  (1909)

Kallista  55
Kalorische  Masch.  169,
171
Kanitz,  Antrag  125,  153
(1895  s.  Pichler)
Kapuzinerordsprov.  130
Kassen  d.Firma  194—200
Katechet,  der  .  .  127
Kathol.  i.  Kulturleb.  126
—  i.  d.  Niederl.  .  143
(1850)
Kath.-Versammlung  43,
130,144(1859),146(1872
s.  Wandervers.)
Kath.  Ver.  Dtschlds.  144
(1859),  146  (1872  s.
Wandervers.)
Kettenbrücke  42
Kirchen,  Kölner  131,161
(1911  s.  Reiners)
Kirchenlieder  f.  d.
Schulgebr.  154  (1900)
Kirchenstreit  .  -  21,  29
Kirchenvorst.  155  (1902)
Klippen  d.  Zeit  161  (1911)
Kohlenring  .  152  (1892)
Köln  (Stadt)  23,205 s ,
als  Sped.-PIatz  .  36
i  Köln,  Gesch.  130,  160
(1911  s.  Bender)
Kölner  Ereignis  20
„  Richtung  103  u.ff.
Köln.  Volksztg.  (s.
auch  Blätt.,  Köln.)
—•  Agenturen  ...  97
—  Antiquudr.  107,  224 1 «
—  Anzeigenauftr.  .  249
—  Auflage  .  86,  94,  172
—  Ausgaben  94,97,112,
178,  188
—  Auswahl-Ausg..  112
—  Bandschreiberei  105
—  Beilage,  Ldw.  .  98
—  „  Liter.  .  99
—  in  Berlin  97,101  u.ff.
—  Bezieherzahl  86,  94,
95  172
—  Bezugspr.l04,112u.ff.
—  3iblioth.-Ausg.  108,
112
—  Bücherei  .  182
—  Drittes  Blatt  97,  178
—  Erweiterg.94,95  u.ff.
        <pb n="322" />
        K  öln.-V  olksztg.  Feldpostabtlg.
  .  .110
—  Festartikel  z.4,/5.  238
—  Festgab.  106,  108,  109
—  Frauenwelt  99,  108
—  Freisaal  .  110,  176
—  Gasthofanz.  .  110
—  Geburtstag  50.  .  108
—  Geschäftsstelle  109,
110,  180
—  Geschichte  .  .  .  130
—  Hand.-u.Ind.-Nr.  109
—  Handelsteil.  96  u.ff.
—  Jubiläum  107,  108,
238  u.  ff.
—  Kriegsausg.  112,  188
—  Kriegsziele.  .  .  111
—  Kursblatt  ...  97
—  Landw.Art.l52(1893)
—  „  Beil..  .  98
—  Literar.  Beil..  .  99
—  Mülheim-Nr.  .  .  109
—  Name  88
—  Papst-Nr.  ...  106
—  Preisausschreib.  63
—  Preßprozesse.  .  90
—  Rohrposten  .  .111
—  Rotationsmasch.  175,
176,  178,  183,  251
—  Schnellpressen  167,
169,  171,  172,  251
—  Sekretariat  111
—  Setzerei  169,  180,  251
—  (S.  auch  Blätt.,  Köln.)

—  Setzmasch.  185,  187
—  Signet  107
—  Sitzungssaal  .  .  184
—  Umfang  ....  104
—  Verlagszeichen.  107
—  Versendung  .  .  105
—  Vertretgn.97,101  u.ff.
—  Versuchsanstalt,
landwirtsch.  .  .  98
—  Wahlspruch  .  107

—  Weltletter  107,  224 4#
—  Wochenausgb.  .  99,
106,  188
—  Zeitgskont.  111,  182
—  Zeitungsstempel  94
—  Zollpolitik  .95
Kommiss.-Buchh.  .  9
Kommunalverfass.  141
(1833)

Kompaß  f.  d.  j.  Arb.  79
149  (1884)
Kompaß  f.  d.  verh.
Arb.  79,  149  (1884)
Konfession  u.  Wirtschaftsleb. ­
  .  125,  26
Konflikt,  kirchl.  86
Konfliktbehandl.  im
Roman  120,  156  (1904
s.  Behandlg)
Kongreß,  Euchar.  .  159
(1909,  10),  161  (1911)
Königswinter,  Dek.  72
Korrespondenzbl.  f.
Präsides  153  (1896)
Krankenk.  194  u.  ff.,  241
Krauß,  M  35
Kreisver.  rh.-westf.
Buchh..  .  35,  37,  271
Kreuzwegand.  151  (1889)
Kriegsblüten  164  (1915)
Kriegsbücher  .  .  130
Kriegsgebetbüchl.  .  135
Kriegsnov.  ,  164  (1915)
Kriegsunterstützungl99
Kriegszeit  111,  134,  188
Kriegswaisen  .  245
1  Kultur,  Soziale  (s.
auch  i.  Reg.  „Glaube
u.  Arbeit“).  .  79
Kunstv.,chrstl.  143  (1857)
Kunstwerkstätte  .  193
LAB  (Local-Anzg.-Bücherei)
  159  (1909)
Land,D.h.(Zeitschr.)  46
Landwirt,  Westd.  98
Landwirtschaft  .  .  98
Laurent.  Gymn.  6,  204 1
Leben  d.  Maria  v.  d.
Menschw.  155  (1901)
Legendenstudien  .  129
Legitimitätsfrage,
Portugies.  143  (1854)
Lehrerverbd.,  kath.  80
Lehrerverein  152  (1894)
Lehrerzeitg.,  Westd.  80,
160  (1910  s.  Blätter, ­
  Wächter),  162
(1913  s.  Blätter)
Lehrlinge  .  17,  206»
Lehrplan  f.  d.  kath.
Ref.-Unterr.  155  (1901)

Lehrpläne,  neue  127
Leihbibliothek  6,  8,  17,
35,  206"
Leihbücherei  .  .  .  187
Leokalender  146  (1875
s.  Piuskal.)
Lex  Heinze  155  (1900)

Lilienthal,  das  .  .  26
Linz  202

Literat.,  sch.  14,  115,121
Local-Anzeiger  106,  113
u.  ff.,  110,  150  (1887),
159  (1909  s.  LAB)
—  Fest-Nr.  114
—  Köln-Nr.  114
London  103
Lövenich  .  .  153  (1895)
Ludendorffspende.  245
Mädchenerzäh).  dtsch.
Dichter  .  .  160  (1910)
Madonna,  die,  i.  d.
Kunst  130,  157  (1905
s.  Rothes)
Magnetismus  ...  14
Maitland,  Clara  133,  144
(1860),  153  (1897)
Märchen  159  (1909),  160
(1910)
Maria  i.  d.  Kurferg.  130
Melod.  z.  Gesgb.  148  (1880)
Merkur,  Deutscher  218 3,;
Mesmerismus  ...  12
Militäranw.-Bücher.
161  (1912),  162  (1913)
Militär-Zensur  .  .  112
Mintrop,  Dr.Wilh..  98
Missionare  ...  99
Missionsgesellsch.  142
(1839)
Mit  Herz  u.  Hand  .  164
(1915)
Monatsblätt.,  Akad.  80,
n 22 ib
Monatsbl.  d.  Borrom.-Ver.42,49,50,142(1846)

Monatsbl.  f.  d.  kath.
Rel.-Unterr..  .  .  81
Monatsschrift  des
Gewerbevereins.  143
(1856),  215 28
Montaner  Gymn.  6,  204 5
M.Gladbach  ....  97
        <pb n="323" />
        Museumssaal  .  .  187
Mußestunden  152  (1893)
Muth-Stiftung.  .  .  245
Navigation  du  Rhin  140
(1827)
Neubauten  170  (i.  J.1861),
181  (i.  J.  1900)
Neuß  97
New  York  .  .  .  103
Notschrei  aus  d.
Mittelgeb..  155  (1901)
Octroi-Erheb.  142  (1848)
Odenthal  (Schule)  .  6
Organ  f.  Hdl.  u.  Gew.  42
u.  ff.,  167
Org.  f.  christl.  Kunst  44,
45,  48,  167,  143  (1851)
Orgellieder,  köln.  217 34
Oriens  christianus  .  74
Orth,  Stiftg..  146  (1868)
Ortschaften  .  140  (1826)
Osterdienstagskonf.  104
Papstwahl,  die  155(1902)
Paradiessagen  153  (1897)
Paris  ....  39,  102
Parität  126,  163  (1914  s.
Rost)
Pastoralbl.  78,145  (1867)
Pauluskirche  130,  222 44
Personen,  i.  d.  Firma
beschäft.  177,  179,189,
190,  193,  241
Petersburg  ....  163
Pfarreien,  Gesch.  d.  71,
72,  129,  148  (1883  s.
Giersberg),  149  (1884  s.
Maaßen),  150  (1887  s.
Rosellen),  151  (1889  s.
Norrenberg,  1890  s.
Maaßen),  152  (1893  s.
Becker;  1894  s.  Maaßen),153(1896s.Delvos) ­

Pflicht.  d.Ehel.  163(1914)
Pius  IX.  (Zeitschr.)  43,
167,  142  (1849)
Piusblatt  ...  44
Piuskalender  146  (1875)
Piusverein  .  .  .  43
Plakaten-Gesellschaft,
Kölner  ....  262

Poensgen  &amp;amp;  Heyer  186,
274
Portemonnaiekal.  .  148
(1882)
Posten  i.Kln.25,141(1831)
Preßfreiheit.  38,  47
Preßges.  v.  1851  .  53
Preßverein,  kath.  51
—  kath.-kons.  .  50,  51
Priest,  u.  Sold.  143  (1852)
Primärschulen  .  205 6
Prinz  u.  Page  151  (1891)
Provinzialblätt.  27  u.ff.,
141  (1834,  38)
Quebrachozoll  155  (1901)
Raumersche  Erl.  50,  51
Reichstag,  1898—1903
156  (1903)
Rel.-Unterr.  152  (1893)
Revolut.  i.  Köln  .  217 33
Rheinbrücke  .42,215 28
Rheinschiffahrt  24,209' 7 ,
141  (1831)
Rhöndorf  ...  54,  237
Ritterakad.  .  142  (1844)
Rom  102
Rotationsmaschine  175,
176,  178,  183,  251
Rom.  Frage  151  (1889)
Rüstzg.  d.  Gegenw.  125
Saar-  u.  Moselztg.  48
Sammlg.  kirchl.  Erlasse
71,146(1874  s.Dumont)
—  v.  klass.  Werk.  55
—  unterhaltender
Schriften  ...  56
Sanitätspolizeiliche
Vorschr.  .  142  (1840)
Schaaffhausen’scher
Bankverein  .  .  274
Schlittenf.  97,  153  (1895)
SchmitzscheBuchh.  3,
27,  204'
Schnaps,  Der  149  (1883)
Schnellpressen  167,  169,
171,  172
Schulaufsichtsfrage  153
(1895)
Schutz  d.  Ehre  155  (1901)
Schutzzölle  ...  95,  96
Sekretariat  der  KV  111

Selbstverwaltungskörper ­
  .  159  (1909)
Setzmaseh.  185,  187,  189
Siegburg,  Dekanat.  72
Signete  107  (KV),  135
(Verl.),  136  (Druckerei)
Sonntagsbl.,  Kölner  78
Sortimentsbuchh.  8,  31,
35,  77
Sparkasse  ....  199
Staatslexikon  .  74,  100
Staatsrecht  i.  Altert,  10
Städteordnung  141  (1833
s.  Hauer)
Stadtver.-Aussch.  .  245
Stapelrecht.  .  24,  209 11
Stereotypie  175,176,  185
Stiftungen  z.  4./5.  1918,
949  944  94S
Stockjobbery  141  (1831)
Straßendurchbruch
(Bahnhofstr.)  .  .  170
Streifzüge  durch  d.
Freimaurer.  153  (1897)
Studentenver.  .  80,  245
Syllabus  .  .  145  (1865)
Tageblatt,  Kölner  .  52
Theater  i.  Köln  85
Tourist  .  .  140  (1826)
Treu  z.  Zentr.  157  (1904)
Tyburn  ...  144  (1860)
Uebereink.  betr.  Rheinschiff. ­
  25,  141  (1831)
Uebersetzungen  .  54
Unfehlbarkeit,  päpstl.  87
Unterr.-Wes.i.Dtschl.  12
Unterstützungskasse
198,  244
Ursula-Anbau  ...  193
Urteil  betr.  Kirchenfabrik ­
  .  145  (1863)
Urteil  betr.  Pfarrdotalgüter
  148  (1880)
Verband  der  kath.
kaufm.  Ver.  .  .  245
Verein  f.  relig.  Freih.  43
—  v.d.  hl.  Elisabeth  150
(1888  s.  Regeln)
—  hist.  f.  d.  Niederrhein
45,  2!3 2l! ,  143  (1855)
        <pb n="324" />
        Verein  v.h.KarlBorr.  41,
42,  47,  49,  54,  70,  81,
86,  153  (1895  s.  Gründung), ­
  214”,  245
—  v,  h.  Grabe  .  45,  46
—  d.  Industriellen.  273
—  Kölner  Presse  264
—  v.  h.  Lande.  46,  245
—  v.  h.  Vinc.  144  (1862)
—  d.  Zeitungsverl.  245,
262,  272
—  rhein.  Ztgsverl.  263
Vereine,  kath.  Dtschlds.
144  (1859),  146  (1872
s.  Wandervers.)
Vereinigung,  kom.-pol
  82,  258
—  zur  Förder.  der
Wirtsch.-lnter.  .  274
V  ereinsschrif  t.  d.  G.-G.  73
Verhandlgn.  d.  50.  Kath.-Vers.
  ...  156  (1903)
Verkehr  .  .  24,  25
Verkündig,  a.  Rhein  27
Verl.,  erzieherisch.  127
—  geschichtl.  .  .  .  129
—  illustr..  .  174  j
—  im  Krieg.  ...  134  |
—  kunstwiss....  130
—  naturwiss....  128
—  philos  131
—  rechtswiss.  .  .  131
—  Signet  ...  135
—  theol.  .  .  40,  131
Verlagsrichtgen.  9,  40,
127  u.  ff.
Verlagsverein,  Köln.  36,
37,  39,  211 22
Verlagszeichen  107,  135
Verlegender.  Dtsch.  270
V  ermögens  Verwaltung ­
  .  147  (1877)
Veronia,  Rom.  145  (1867)
V  erordnung.,  kirchl.
162  (1913)
Versendg.  d.  KV  105  u.ff.
Versicherungen  .  .  200
Verwaltung.,  provisorische ­
  am  Rh.  11
Vincenzblätter  .  .  44
Vincenzvereine  .  .  245
Völkerschlacht  am
Birkenbaum  154(1897)

Volkshalle,  Deutsche  39,
50,  52,  57,  83
Volkshalle,  Rhein.  39,
U7  ziö  ein  5&amp;gt;17 Sä
Volkslesehall.  158  (1906)
Volksmärchen,  Slavische
  .  .  162  (1913)
Volkssehulgesetzgehung
  .  .  159  (1908)
Volksschulleh.  142  (1848)
Volksrepräsentation,
Keine.  4,139(1816)
Volksverein,  kath.
Kölner  .  .  .  216”
—  Deutscher  .  245
Volksztg.,  Köln.,  s.  Köln
Vorsehg.,  göttl.  150  (1887)
Wächter  f.  Jugendschriften ­
  80,160  (1910)
Wächter  am  Rhein  217 33
Wahlen  .  51,  146  (1873)
Wahlprogr.  d.  Zentr.  89
Wandervers.  d.Ver.
d.  Kath.  146  (1872)
Wasserversorg,  der
Stadt  Köln  153  (1895)
Wechselreeht  19  i
Wegweiser  durch  d.
Wohlfahrtseinr.  v.  j
Köln  .  .  156  (1902)
Weichenst.,Derl49(1883)  |
Weinbau  25
Weingärten  i.  Köln  206 s
W  eit-  u.  Staatsbote  27,46
Weltkrieg  .  111,  188
—  Prophezeiungl30,154
(1897  s.  Zurbonsen),
163  (1915  s.  Bonsen)
Weltsprache  .  .  14
Wertpapierbes.,  Für  152
(1894)
Wertpapierdruck  .  179
Wettbewerb,unlaut.125,
152  (1894)
Wien  102
Wochen-Ausgabe  d.
KV  .  99,  106,  188
Wochenbl.  des  Gewerbvereins
  41  u.ff.,
215 28 ,  142  (1845)
Wochenrundsch.  99,  106
Wochenschrift,  pol.  51

Wohlfahrtseinr.,
Bachemsche  194  u.  ff.,
244
Wohlfahrtseinr.  v.
Köln  .156  (1902)
W  ohltätigkeitsanst.,
kath.  153  (1895)
Wohnungsfr.  154  (1897)
Woll-  u.  Blutlaus  148
(1882)
Woyciech,  Soldatengesch.
  18,  139  (1823  s.
Zeller)
Zeitbilder  in  Erzähl.  57
Zeitfrag.,  soz.  u.  pol.  125
Zeit-  u.  Streitfragen  126
Zeitschr.  f.  christl.
Kunst  .  45
Zeitschr.  f.  Wiss.  u.
Kunst  .  .  38
Zeitschriftenverlag  26,
41  (1840—55),  78
(1854—1918)
Zeitungen  d.  Arb.-Vereine....

  217 33
Zeitg.,  Köln.  ...  86
—  neue  Köln.  .  .  217* 3
—  Rhein.  ...  47
—  „  ,  allg.  .  46
—  neue  Rheinische  47,
21733
—  Wiesbadener  48

Zeitungskontor  111,182
Zeitungsstempel  .  94
Zensur  3,4,47,112,126”
Zentralbahnh.  169  u.  ff.
Zentrum,  keine  konf.
Partei  103,  104,  126
Zentrumserklärung  104
Zentrumsfrakt.  89,  90,
125
—  Kölner.  .  .  257
Zentrumsfraktion,
Reichsausschuß  .  104
Zentrumslied,  Ausschreiben ­
  .  ,  108
Zentrumsp.  Kölner  245
Zentrumsstreit  .  .  103
Zucker,  med.  Anwendung ­
  .  13
Zuständ.,  pol.,  Oesterreichs ­
  .  ,146  (1869)
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        Zur  Geschichte  der  deutschen  Presse
und  deutschen  Zentrums-Politik
sind  im  Verlage  von  J.  P.  Bachem  in  Köln  folgende  Werke
erschienen  und  durch  alle  Buchhandlungen  zu  beziehen:

Carl  Bachem,  Dr.  jur,,  Josef  Bachem  und  die  Entwicklung  der
katholischen  Presse  in  Deutschland,  zugleich  ein  versuch  der
Geschichte  der  kathol.  Presse  und  ein  Beitrag  zur  Entwicklung  der  kathol.
Bewegung  in  Deutschland.  Jeder  Band  geh.  M  5.—,  gbd.  M  6.—  .
I.  Band:  Bis  1848.  Die  Familie  Bachem  in  Erpel  und  Köln.  Die  Firma].  P.  Bachem.
Die  religiös-politischen  Verhältnisse  im  Rheinland  von  1815  bis  1848  Das  katholische
Zeitungswesen  in  Deutschland  b&amp;gt;s  1848.  Kölner  Preßverhältnisse.  Vergebliche  Versuche
der  Gründung  katholischer  Blätter,  insbesondere  in  Köln,  bis  1848.  Mit  einem  Titelbild.
II.  Band:  1848  bis  1860.  Die  Geschichte  der  katholischen  Presse  von  1848  bis  1860
Die  Rheinische  und  die  Deutsche  Volkshalle.  Der  Katholische  Klub  in  der  Frankfurter
Nationalversammlung.  Die  Entstehung  und  Entwicklung  der  Katholischen  Fraktion  in
Berlin.  Die  »katholische“  PoLtik.  Mit  einem  Titelbild.
Der  dritte  (Schluß-)Band  befindet  sich  in  Vorbereitung.
»Hier  liegt  ein  ausgezeichnetes  Werk  über  ein  seither  nur  gar  dürftig  bearbeitetes  Gebiet
der  Zeitgeschichte  vor.“  (Histor.-pol.  Blätter.)

Julius  Bachem,  Dr.  jur.,  Erinnerungen  eines  alten  Publizisten
und  Politikers.  Mit  12  Porträtskizzen.  Geh.  M  2.40,  gbd.  M  2.80.
»Männer,  die  lange  im  öffentlichen  Leben  standen,  es  von  hoher  Warte  beobachteten  und
hie  und  da  auch  wirksam  beeinflußten,  hört  man  stets  gerne  aus  ihrem  Leben  erzählen.  Die
gewöhnlichen  Erinnerungen  gestalten  sich  unwillkürlich  zu  einem  Stück  Zeitgeschichte,  das  um  so
frischer  und  unmittelbarer  uns  entgegentritt,  als  es  von  einem  persönlich  beteiligten  Zeugen
geschildert  wird.  So  ist  es  bei  den  Erinnerungen  Julius  Bachems.  Er  schildert  nicht  weitläufig
und  ohne  viel  persönliche  Zitate.  In  knappen  Strichen  zeichnet  er  die  Situation,  die  er  vor  sich
sah  und  in  die  bestimmend  einzugreifen  er  oft  genötigt  war.  Seine  rasche  Auffassung,  sein
sicheres  Treffen  des  Kernpunktes,  seine  ungeheure  Personalkenntnis,  Eigenschaften,  die  sein
Redaktionskollege  Cardauns  so  sehr  an  ihm  schätzte,  kommen  ihm  auch  hier  zustatten."
(Heinrich  Koch,  S.  ].,  in  den  Stimmen  aus  Maria  Laach)
—  Die  Vereinigung  der  Rheinlande  mit  Preußen.  Eine  Denkschrift ­
  zur  Jahrhundertfeier,  herausgegeben  im  Aufträge  eines  Kreises
rheinischer  Freunde  Zweite  Auflage.  Geh  M  3  —,  gbd.  M  4.—.
»Das  wertvolle  Buch  führt  eine  Entwicklung  vor  Augen,  wie  sie  kein  anderer  Teil  Deutschlands ­
  im  verflossenen  Jahrhundert  durchgemacht  hat.  Darum  darf,  was  die  einzelnen  Verfasser
in  beredter  Sprache  uns  vorführen,  nicht  bloß  ein  Bild  der  Vergangenheit  bleiben,  sondern  es
muß  auch  ein  Wegweiser  für  die  Zukunft  werden,  für  die  Entwicklung  unseres  gesamten  deutschen
Vaterlandes  nach  dem  Weltkriege.  Dem  Buche  gebührt  eine  weite  Verbreitung.  Weit  über  die
Grenzen  der  Rheinlande  hinaus  gehört  es  auch  an  die  Front,  damit  unsere  Tapferen  lesen,  für
*elch  hohe  Güter  sie  ihr  Leben  in  die  Schanze  schlagen.“
(Alfred  Gökel,  S.  J.,  in  Stimmen  der  Zeit.)
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        Julius  Bachem,  Dr.  jur.,  Das  Zentrum,  wie  es  war,  ist  und  bleibt.
Gewidmet  den  Zentrumsfraktionen  des  Deutschen  Reichstages  und  der
deutschen  Einzellandtage.  Geh.  M  0.80,  gbd.  M  1.20,
»Dr.  Julius  Bachem  kann  ohne  Ruhmredigkeit  von  sich  sagen,  daß  er  mit  der  Geschieht?
der  deutschen  Zentrumspartei  seit  deren  Anfängen  publizistisch  und  parlamentarisch  eng  verwachsen ­
  gewesen  ist.  In  seiner  Eigenschaft  ah  leitender  Politiker  der  Kölnischen  Volkszeitung
seit  beinahe  50  Jahren  hat  er  als  zunächst  Angegriffener  alle  Veranlassung,  seine  Meinung  frei  und
offen  auszusprechen.  Er  tut  es  mit  vornehmer  Ruhe  und  Sachlichkeit,  aber  gleichzeitig  auch  mit
überzeugender  Kraft.  Er  beherrscht  die  Siche,  die  er  vertritt  und  für  die  er  seit  einem  Menschenalter ­
  mit  nicht  hoch  genug  anzuerkennender  Selbstlosigkeit  und  Opferwilligkeit  gestritten  hat."
(Essener  Volkszeitung.)
Herrn.  Cardauns,  Prof.  Dr.,  Aus  dem  Leben  eines  deutschen
Redakteurs.  Geh.  m  3.60,  gbd.  m  4.60.
■  Das  hübsche  Bich  ist  in  dem  Geiste  geschrieben,  in  dem  Cardauns  die  Kölnische  Volkszeitung
  geleitet  hat:  kenntnisreich  und  gescheit,  klar  und  sachlich  und  bei  Offenheit  und  Entschiedenheit ­
  doch  ruhig,  vornehm  und  diskret."  (Dr.  KL  Löffler  im  Literar.  Handweiser.)
—  Fünfzig  Jahre  Kölnische  Volkszeitung.  Mit  zwei  Einschaltbildern ­
  und  acht  Abbildungen.  M.  1.—.
»Ausgezeichnet  geschrieben.  Man  bleibt  gefesselt  von  der  ersten  bis  zur  letzten  Seite,  mag
über  rein  technische,  persönliche  oder  politische  Angelegenheiten  berichtet  werden."
(Die  christliche  Welt,  Marburg.)
Karl  Hoeber,  Dr.,  Der  Streit  um  den  Zentrumscharakter.
Geh.  M.  1.80,  gbd.  M  2.40.
»Dr.  Hoeber  legt  die  Entwicklung  der  ganzen  Streitfrage  von  ihrem  Beginne  bis  zur  neuesten
Zelt  dar,  legt  ihren  Zusammenhang  klar  und  zeigt  besonders,  welche  geistige  und  politische  Momente ­
  die  Verfechter  einer  konfessionellen  Zentrumspartei  benützt  haben,  um  ihre  persönlichen
Absichten  und  Ziele  zu  verwirklichen.  So  stellt  sich  die  dankenswerte  Schrift  als  wertvolle  Materialien-Sammlung
  dar  für  alle  diejenigen,  welche  über  den  Streit  um  den  Zentrumscharakter  und
die  damit  zusammenhängenden  politischen  und  kulturellen  Fragen  unterrichten  wollen."
(Deutsches  Volksblatt.)
—  Englands  Kriegs-  und  Blutschuld  vor  dem  Richterstuhi  der
Geschichte.  Tatsachen  und  Akten,  Geh.  M  3.20,  gbd.  M.  4.—.
»Dieses  Werk  muß  man  besitzen  zum  jetzigen  und  künftigen  Zeugnis  der  unumstößlichen
Wahrheit  gegen  die  unübersehbaren  Machenschaften  der  Lüge.  Die  Darstellung  ist  fesselnd  genug,
um  weiteste  Kreise  zu  gewinnen.  Vor  allem  zeichnet  sie  sich  aus  d  irch  Sachlichkeit,  Gründlichkeit, ­
  Klarheit  und  darum  Ueberzeugungskraft,  so  daß  sie  auf  bestmögliche  Förderung  seitens  der
Presse,  der  Träger  der  Geschichtsforschung  und  unserer  äußeren  wie  inneren  Politik  Anspruch
erheben  darf."  (Allgem.  Rundschau.)
—  Der  Papst  und  die  römische  Frage.  In  religiös-kirchlicher,  geschichtlicher ­
  und  völkerrechtlicher  Beziehung.  Geh.  M  1.20,  gbd.  M  1.40.
»Diese  Schrift  verdient  deshalb  besondere  Beachtung,  weil  sie  die  Lösung  der  römischen
Frage  in  bestimmten  Umrissen  erscheinen  lä  St,  in  Umrissen,  die  nicht  bloß  innerhalb  der  Grenzen
einer  möglichen  Verwirklichung  stehen,  sondern  überdies  den  Ansichten  maßgebender  Stellen
weit  mehr  zu  entsprechen  scheinen  als  frühere  Lösungsvorschläge.  In  klarer  und  überzeugender
Darstellung  ist  diese  Schrift  geschrieben.  Sie  ist  von  hoher  Bedeutung  für  die  gegenwärtige  Lage
der  römischen  Frage;  sie  ist  geeignet,  sie  nach  einer  neuen  Richtung  hin  in  Fluß  zu  bringen.“
(Kölnische  Volkszeitung.)
Eduard  Husgen,  Dr.,  Ludwig  Windthorst.  Sein  Leben,  sein
Wirken.  Neue  vermehrte  Ausgabe.  7.  bis  16.  Tsd.  Mit  148  Abbildungen. ­
  Geh.  M  4.50,  gbd.  M  5.—.
»In  der  Geschichte  des  deutschen  Kulturkampfes  nimmt  Windthorst  unter  den  großen
Männern,  die  um  ihn  und  mit  ihm  waren,  den  ersten  Platz  ein.  Der  Verfasser  zeigt  uns  die
einzelnen  Phasen  dieses  Kampfes  auf  Leben  und  Tod  und  die  Haltung  und  Strategie  des  Zentrumsführers. ­
  Ein  großartiges,  auch  für  die  Epigonen  lehrreiches  Bild!  Jeder  hatholische  Politiker
sollte  das  Buch  studieren.  Der  Bilderschmuck  ist  reichhaltig  und  schön,  selbst  die  Karikaturen
muß  man  loben.  Wir  wünschen  dem  prächtig  ausgestatteten  Buche  die  weiteste  Verbreitung."
(Dr.  M.  Hiptmair  in  der  Theol.-prakt.  Quartalschrift,  Linz.)
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        ? |dt  Köln  verbreitet  haben.  Wie  damals  in  der  Vererfahren
  miteinander  gearbeitet  haben,  so  haben  jetzt
;  n,  wiederum  zu  gemeinsamer  Arbeit  uns  zusammengi;
  h  in  anderem  Sinne.  Wir  haben  zusammen  gearbeitet
Blühen  unseres  Gewerbes.  Ich  darf  ruhig  hier  aus-:
  se  gemeinsame  Arbeit  im  ganzen  deutschen  Buchst ­
  itungsgewerbe  zum  Erfolg  geführt,  und  auch  dem
:  s  Gewerbes  seine  Blüte  gebracht  hat,  besonders  aber
_3r  Firma  J.  P.  Bachem  ausgeschlagen  ist.
r"
Duckwitz  (Koblenz)  sprach  im  Aufträge  des
Mischer  Zeitungsverleger:
er  Gründung  unseres  so  herrlich  erblühten  Vereins
:^n  Hause  zustande.  In  schwerer  Zeit  hat  Herr  Robert
:  cherer  und  bewußter  Hand  den  Beschluß  gefaßt,  das
ij:  es  Rheinlandes  wieder  emporzuheben  und  ihm  eine
■  durch  die  glückliche  Zusammenfassung  aller  Gewerbe,
:  Der  Verein  hat  unter  seiner  Leitung  Großes  geleistet  zum
c :  n  Zeitungsverlegerwelt.  Die  Firma  J.  P.  Bachem  hat
:  lellem  und  kulturellem  Gebiete  besonders  betätigt  und
j_i  des  Vereins  wahrgenommen.

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ruf

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gern
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&amp;gt;

00

f;  ickereibesitzer  Grüttefien  (Elberfeld)  überi:
  3  namens  der  Deutschen  Buchdruckerbe-:
  schuft:
s  wir  hier  aus  anderem  Munde  schon  vernommen
“"mich  wohl  darauf  beschränken,  schlicht  diese  Glückä
 -:  druck  zu  bringen.  Unsere  Genossenschaft  erkennt  die
e  Hr.  Robert  Bachem  jahrelang  für  sie  geleistet  hat,
:Mgen  des  Vorstandes  der  Sektion  Rheinland-Westi;
  m  im  besonderen  für  seine  umsichtige  und  kraftvolle
ildlicher  Weise  haben  die  Herren  Franz  und  Robert
5  bei  den  großen  Aufgaben  betätigt,  die  unserm  Gefr-
  Berufsstande  in  der  Allgemeinheit  zufallen.  Und  dies
:  i  für  die  Gemeinsamkeit  ist  ja  nicht  ohne  Segen  für
n.  Wenn  ich  mit  einer  gewissen  Wehmut  in  diesem
8 :  gedenke,  welch  schweres  Opfer  Ihr  Haus  in  der  harten
■:  )e  eines  Sohnes  dem  Vaterlande  hat  bringen  müssen,
i  aussprechen,  vertrauend  auf  die  Zukunft  unseres
:  ides,  daß  es  Ihrem  Geblüte  allezeit  vergönnt  sein  möge,
        <pb n="328" />
        ﻿
        <pb n="329" />
        ﻿
        <pb n="330" />
        ﻿
        <pb n="331" />
        ﻿
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
