23 sich gezwungen sahen, MaBregeln dagegen zu ergreifen, So entstanden die Schiffahrtssyndikate, deren Streben sich darauf richtete, die Tarife auf einer Grundlage zu erhalten, die îür einen Gewinn Raum lieB, Unter diesen Umstânden glaubten Antwerpener Schiffs- makler und Spediteure, die am Seetransport interessierten belgischen Exporteure für die Sache der einheimîschen Schiff- fahrt gewinnen und ihrem Aufkommen mit Aussicht auf Erfolg in die Hand arbeiten zu kônnen, Nach ihrer Behauptung würde die Gründung belgischer Reedereien die Befrachtung von Dampfern gestatten, die auBerhalb des Bereiches der Syndikate stânden, und aus diesem Grunde sich dadurch Trans porte verschaffen kônnten, daB sîe den Verfrachtern günstigere Tarife anbôten, wâhrend das Unternehmen zu gleicher Zeit einen hinreichenden Gewinn abzuwerfen vermôchte. Mit drei Ausnahmen danken die belgischen Reedereien samt und sonders diesen Umstânden ihren Ursprung, Es ist nicht der eîgentliche Betrieb der Reederei-Industrie, wie wir ihn in Deutschland und England fînden, worauf sie es abgesehen N hatten. Die Gründer verfolgten in ihrer Eigenschaft als Spediteure zunâchst den Zweck, aus der Vermittlerrolle, die ihnen gesichert war, Gewinn zu erzielen und dann den Syn- dikaten, deren Interessen denen der Verlader widerstritten, Konkurrenz zu machen. Der Umstand, daB dieselbe Person zu gleicher Zeit zwei Interessen vertrat, muBte notwendiger- weise zur Bevorzugung desjenigen Interesses führen, das den grôBeren Gewinn abwarf, 18 ) Auf dieser Grundlage konnten die Reedereien nicht gedeihen; die Ratenkâmpfe, denen sie von Seiten der Schiffahrtsverbande und der auslândischen Linien ausgesetzt waren, brachten ihnen gewaltige Verluste, wâhrend die Agenten oder Spediteure, die sie leiteten, be- deutende Gewinne einheimsten. Die industriellen Kapitalisten waren selbstverstândlich nicht sehr von dieser Sachlage ein- genommen, und das um so weniger, als der stetig wachsende Wettbewerb zwischen den auslândischen, dem Verbande nicht angeschlossenen Linien und denen, die es waren, ihnen die- selben Vorteile gebracht hâtte, ohne irgend welches Risiko 18 ) Siehe den Bericht, vorgelegt von E. Bech, Vizeprâsident der Ligue Maritime Belge auf dem Nationalen Schifîarhtskongrelî von Brüssel 1910.