s. — 36 — offen stehen, in Wettbewerb zu treten, und da die englischen Reeder groBe Kriegsgewinne erzielt haben, verspricht dieser Wettbewerb ein âuBerst reger zu werden. Die Deutschen ihrerseits haben für ihre Handelsflotte einen ziemlich betrâchtlichen Verlust an Schiffsraum erlitten, und zwar hauptsâchlich infolge der Beschîagnahmungen, welche die Verbündeten zu Anîang des Kricges auf offenem Meere, wie in den Hafen Englands, Frankreichs, und spâter Portugais, Italiens usw, vornahmen. Die Gesamtsumme des so verlorenen Schiffsraums betrâgt ausschlieBlich der in Italien beschlag- nahmten Schiffe, 1005 000 t 34 ) denen nur 200 000 t von in deutschen Hafen zurüchgehaltenen Schiffen der Bündesgenossen gegenüberstehen, Ob gegebenen Falles ein Austausch statt- finden wird, hangt offenbar von den Frxedensbedingungen ab. Zufolge Zeitungsnachrichten ist aber inzwischen für die Hamburg—Amerika-Linie u, a, der Dampfer „Bismarck“ von 56 000 t fertig geworden; der Norddeutsche Lloyd hat ver- schiedene Dampfer, worunter zwei von 35000 t, den „Kolumbus“ und den „Hindenburg‘‘, bauen lassen, Der Gesamtgehalt der seit Kriegsbeginn auf deutschen Werften gebauten Schiffe wird auf 750 000 t veranschlagt. 35 ) Aber auch hier wird der Bedarf ein ungeheurer sein und die Inanspruchnahme allen verfügbaren Schiffsmaterials wie die Aushülfe der Neutralen, die allein zu helfen imstande sein werden, erheischen, Wenn Belgien also, um darauf zurückzukommen, allen seinen wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland entsagt, befindet es sich in einer sehr zweifelhafteû Lage, Die îremden Schiffe, die sich dann noch darauf einlassen, zu uns zu koramen, werden dies nur zu schwer auf uns lastenden Frachtsâtzen tun; unser Hafen bietet ihnen dann keinen einzigen der Vorteile mehr, die ihm Weltruf verschafften, und unsere durch den Krieg so hart mitgenommene Industrie wird mit ihrer Ausfuhrkraft auch die gewünschte Anziehungskraft einbüBen. Die auf Ant- werpen fahrenden Schiffe werden nicht mehr in Wettbewerb M ) Seitdem hat diese Zahl infolge des Kriegszustandes bezw. Ab- bruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland einerseits und den Vereinigten Staaten von Amerika, China und Brasilien anderer- seits eine ziemliche Zunahme erfahren, (Anm. des Übersetzers.) 35 ) Nieuwe Rotterdamsche Courant, 12. Dezember 1916.