— 39 — Hafens, den regelmâBige Linien in weit groBerer Zabi anlaufen als Rotterdam. Auf einem beschrânkten Gebiet wie diesem tritt wie sonst überail ein Gemeinschaftlichkeitsgefühl ein, dessen Vernichtung durch KriegsmaBregeln unsinnig sein würde. * . * * Die Seeverkehrslage Antwerpens, die wir nunmehr nacîî verschiedenen Gesichtspunkten untersucht haben, würde sien im Falle eines Wirtschaîtskrieges sehr kritisch gestalten. Da- hingegen dürften wir mit Recht der Zukunît ruhig ins Auge schauen, wenn wir das Régime der Freiheit, das so staunens- werte Ergebnisse für uns gezeitigt bat, neu erstehen sehen konnten, Antwerpen würde vor und nach wiederum ,,dieser Mittei- punkt regen Schiffsverkehrs“ werden; die deutschen Schiffe würden von selbst zu uns zurückkommen zum Lôschen von Getreide und Rohstoffen, die Deutschland unentbehrlich sind, wie zum Laden von Ausfuhrprodukten; aus dem neu erstehen- den Wettbewerb würde unsere Industrie, unser Handel, das ganze Land Vorteil ziehen und so die nôtigen Faktoren zu neuem Aufschwunge finden, Der Antwerpener Hafen dieni — das darf man nicht vergessen — zuerst und vor allem dem Durchfuhrverkehr, Auf diesem Gebiet sind wir abhangig vom Auslande, Unsere unzureichende nationale Handelsflotte kann, trotz der schlechthin ungîückseligen Gründung des Lloyd Royal Belge, in keiner Weise das Unheil abwehren, das uns bedroht, Sie ist unzureichend dafür und wird es bleiben, Man muB auch offenkundigen Tatsachen Rechnung tragen, Antwerpen ist vermôge seiner geographischen und wirtschaft- lichen Lage auBerstande, die Vorzugsstellung einer Stadt wie Hamburg zu erlangen. Hamburg ist der Ausgangspunkt einer groBen Anzahl Linien, worunter sich die machtigste der Welf befindet, und die Elbufer sind der Sitz eines auBerordentlicb bedeutenden Schiffsbaues geworden, Aus Antwerpen ein zweites Hamburg machen zu wollen, mag ein hochherziger Traum sein, doch haben die Tatsachen solche Hoffnungen in der Vergangenheit als eitel erwiesen, und sie werden es auch in Zukunft tun. Antwerpen braucht den Fremden, HeiBen wir ihn wiîl- kommen, und schlieBen wir die Tür nicht vor ihm.