75 den Eisenbahnbetrieb, neu einrichten, und 1 a s t, but not 1 e a s t, gegebenen Faites Ersatz suchen für das in vielen Unter- nehmungen angelegte deutsche Kapital. 10 ) Kurz und gut, die belgische Industrie wird sich im Augen- blick der Wiederaufnahme des Geschâftes gegen seine Kon- kurrenzunternehmungen offenbar im Nachteil befinden. Zudem will man für unsere Industrie die deutsche Grenze abschlieBen? Wo soll sie dann ihre Kohl en, gewîsse Erze, Eisen und Stahl, chemische Produkte, Farben und Maschinen holen? England und Frankreich werden uns natürlich schleunigst ihre Offerten machen, aber zu welchen Bedin- gungen? Da Frankreich nicht genug Kohlen für seinen eigenen Bedarî erzeugt und eine krâftige Ausbeutung der Kohlenlager in den belgischen Kempen erst in einigen Jahren eintreten kann, würden wir für unser Brennmaterial auf England an- gewiesen sein; der Transport würde mehr kosten, die Kohle daher auch, Deutschland lieferte uns 1913 6 675 000 t; da nun seit verschiedenen Jahren ein auBerordentliches MiBver- haltnis bestand zwischen unserer GuBeisen- und Kohlen- produktion 11 * ), hatten einige Fabriken, die ihre Kohlen aus Deutschland beziehen muBten, sich selbst in bestimmten Landesteilen lokalisîert, wo sie diese am billigsten bekommen konnten. MüBten sie ihre Kohlen in England kaufen, wâre ihre Existenz, die von einem kleinen Unterschiede zwischen dem Produktions- und Verkaufspreise abhângt, schwer bedroht. In Belgien gibt es selbst mehrere Koksofen, die ihre Kohlen aus Deutschland holen, um den Koks wieder nach dahin aus- zuführen. 15 ) Andererseits würde die Umstellung, die der Ausgîeich des unermeBîichen Verlustes der belgischen Ausfuhr nach Deutsch land erfordern würde, zu viel Zeit in Anspruch nehmen, um nicht kritisch zu sein; die Hoffnung, diesen Ausfall durch eine in demselben MaBe gesteigerte Ausfuhr nach anderen Lândern ausgeglichen zu sehen, würde sich aïs eine Utopie erweisen, Das îâBt die bevorstehende Erhohung der Produktionskosten, 10 ) Vornehmlich in der Zink-, Eisen- und Glasindustrie. 1 ’) Von 1903—1912 ist die Produktion von Roheisen von 1,216 Milî. auf 2,301 MOI. per Jahr gestiegen, wâhrend die Kohlenfôrderung uni 1 MOI, t gesunken ist. J2 ) W. Bürklin, Handbuch des belgischen Wirtschaftslebens, S, 45.