94 unserer industrielle!! Unternehmungen die Ausfuhrmoglichkeit verringern. Ein Verzicht auf den deutschen Durchiuhrhandel, der 82 % unserer Gesamtdurchführ ausmacht, ware daher be- klagenswert, und das um so mehr, als die aus dem Krieg er- wachsenden Schâden wie die Verluste, die eine mehrjahrige Unterbrechung des Betriebs mit sich bringt, ganz bedeutend sind, Nur ein reger internationaler Handel kann die gewaltigen Bürden, die dem Lande daraus zufallen werden, einigermaBen erleichtern. * * * Das belgische Eisenbahntarifwesen verfolgt den doppelten Zweck, sowchl die Ausfuhr unserer industriellen Erzeugnisse über See als die Durchfuhr durch Belgien môglichst zu be- fôrdern, 10 ) Ersterem Zwecke dienen die herabgesetzten Tarife, ge- nannt „Tarifs des ports de mer" (Seehafentarife), die den îür die Ausfuhr über eincn Seehafen bestimmten Gütersendungen belgischer Fabriken und Kohlenbergwerken zugute kommen, Da aus ziemlich genauen Veranschlagungen hervorgeht, daB Antwerpens Anteil an dem innerbelgischen Güterverkehr etwa 25 % betrâgt, spielen diese Tarife eine verhaltnismaBig be~ deutende Rolle in unserem Eisenbahnbetrieb. Unsere Gewerb- tâtigkeit erheischt übrigens vermôge ihres vorwiegenden Charakters als verarbeitende oder Veredelungsindustrie, in welcher der Gewinn oft auf einem geringen Unterschied zwischen dem Einkaufs- und Verkaufspreise beruht, niedrige Transportsâtze, um auf den auslandischen Mârkten kon- kurrieren zu kônnen; tatsachlich ist in sehr vieîen Fallen so- wohl zur Heranschaffung der Rohstoffe wie zur Abführung der verarbeiteten Waren ein Transport auf groBe Entfernungen erîorderlich, Was die Durchfuhrtarife angeht, so muBten zahlreiche Momente bei ihrer Aufstellung in Betracht gezogen werden. Für die deutsche Durchfuhr haben wir 1. die Rheinfrachten, 2. die Tarife der hollandischen Bahnen zugunsten Rotterdams, ,0 ) In seinem gegenwàrtigen Zustande hait es mit dem Kostenpreise keine Rechnung; auf einigen Strecken bucht es Gewinne,' auf anderen Verluste.