25 sogar gegen meinen Vater, denn er war offenbar zu weit gegangen. Ich tröstete meine Mutter. „Ach," janimerte meine Mutter, „Vaters Benehmen kränkt mich nicht einmal so als das meines eigenen Kindes!" Nun war ich in meinem Zorn gegen meine Schwester so unzart, meiner Mutter Vorwürfe zu machen, daß sie in der Sache mit T. (einem Bewerber der Schwester) so sehr Partei für Riekchen genommen und Vater und mich so viele Monden durch, durch Bitten, Zanken und Vorwürfe, unglücklich gemacht habe. Ich redete ihr darauf gut zu und gab ihr auch Verhaltungs maßregeln: sie möchte doch sieben gerade sein lassen und besonders in Vaters Gegenwart weder Riekchen, noch Emilie, noch die Köchin ausmachen. Ach! wenn doch die Mutter dies täte, wieviel Unannehmlichkeiten würden erspart werden. Der Vater kam nach Hause. Er war aber schon be ruhigt. Darauf kam Riekchen, und Vater ging ins Ge wölbe. Nun fing Mutter an und wollte mit Riekchen den Tanz beginnen; jedoch bewog ich sie, ruhig zu sein, da ich fürchtete, der Vater würde bald heraufkommen, und es würde eine neue Szene sein, wenn er Mutter im Streit mit Riekchen begriffen fände. Bloß durch diese Worte machte ich meinem erbitterten Gefühle Luft: „Das glaube mir, ein Kind, welches es so weit bringt, daß zwischen den Eltern von Scheidung die Rede ist, dem kann es nicht gut gehen." Sie suchte sich zu verteidigen, sprach aber dabei sehr übel, oder hart vielmehr, von der Mutter. „Geh, geh!" sagte ich, indem ich sie beim Arm ergriff und — doch von Drücken war die entfernteste Idee nicht — der Tür