29 beruhigen —, und auch der Umstand, daß er dreimal spater hinaufkam, sich zu erkundigen, ob ich da wäre. Gott! überlegte ich mir nachher, wenn ich mir das Leben genommen hätte, wie unglücklich hatte ich nicht meine Eltern gemacht! Hu! mich schaudert. An der Spitze der Juden... Unterwegs unterhielt ich mich mit Bloch (einem Schulkameraden). Er wollte sich ein Air geben und nannte sich einen Atheisten. Als er aber sah, daß ich ganz anderer Meinung war, so sattelte er auch um. Wir sprachen viel von Seelenwanderung, von Geiger und dem Judentum, und er wunderte sich, daß ich mich so des jüdischen Glaubens annehme. Der Esel! Als wenn man nicht „treife" essen und doch ein guter Jude sein könnte. Ich sagte ihm dies, und in der Tat, ich glaube, ich bin einer der besten Juden, die es gibt, ohne auf das Zere- monialgesetz zu achten. Ich könnte wie jener Jude in Bulwers „Leila" mein Leben wagen, die Juden aus ihrer jetzigen drückenden Lage zu reißen. Ich würde selbst das Schafott nicht scheuen, könnte ich sie wieder zu einem geachteten Volke machen. O, wenn ich meinen kindischen Träumen nachhänge, so ist es immer meine Lieblingsidee, an der Spitze der Juden, mit den Waffen in der Hand, sie selbständig zu machen.