„Aber das verbitte ich mir! Die Unterschrift Ihrer Mutter gilt gar nichts." „Hoho!" dachte ich, „meine Mutter hat Prokura." Jetzt gab er mir das Buch wieder. Eine Zentnerlast fiel von meiner Brust, als ich das kleine Büchlein noch in der Hand hatte. Doch war mir das Ganze sehr unan genehm, und ich will auch gleich sagen, warum. Bis jetzt hatte ich immer den Namen meiner Mutter unterschrieben, und es hielt mich eine gewisse Ehrfurcht davon ab, das ge- wichtige „Heymann Lassal" hinzuschreiben. Diesmal mußte ich aber diese Scheu ablegen, und so brachte ich andern Tags meine Zensur vom Vater unterschrieben, nämlich von mir, der ich nach Bedürfnis Vater, Mutter und Sohn bin. Wirklich, wenn mein Vater über das Konduitenwesen die richtige Ansicht hätte, ich würde ihm die Konduiten zeigen, und wenn mich die härteste Strafe erwartete. Aber mein Vater würde sich wirklich zu sehr ärgern, es würde ihn auf Wochen angreifen, er würde sich Wunder was für Gedanken über meine Untauglichkeit machen und nie recht glauben, wenn ich ihm zuriefe: „Laß dich nicht irren der Pöbels Geschrei, Richt den Irrtum rasender Toren." Handelsschüler in Leipzig Mai 1840 bis Mai 1841 Dienstag, 26. Mai Als ich heute Schiebe fragte wegen eines englischen Lehrers, so verbot er mir, ohne Grund Englisch zu lernen. Tyrann! Wir bekamen Zensuren. Einige, welche die Besten waren, erhielten sie nicht, sondern Schiebe schickte sie ihren Eltern. Unter dieser Zahl war auch ich. - Großmann, Lassalle 33