43 folgen, war mein Vater fast versucht, zu glauben, ich wäre lieblos. Er fragte mich, was ich studieren wollte. „Das größte, umfassendste Studium der Welt," ent- gegnete ich, „das Studium, das am engsten mit den heiligsten Interessen der Menschheit verknüpft ist: das Studium der Geschichte." Mein Vater fragte mich, wovon ich leben wollte, da ich in Preußen kein Amt, keinen Lehrstuhl erhalten könnte und mich doch nicht von meinen Eltern trennen wollte. O mein Gott, wenn das zu vermeiden wäre! Doch antwortete ich nur, ich würde mich überall zu er nähren wissen. Mein Vater fragte mich, warum ich nicht Medizin oder Jura studieren wollte. „Der Arzt wie der Advokat," entgegnete ich, „sind Kaufleute, die mit ihrem Wissen Handel treiben. Oft auch der Gelehrte. Ich sehe es an Hander, der im eigent lichen Sinne des Wortes Kaufmann ist." Ich wollte studieren der Sache, des Wirkens wegen. Mein Vater fragte, ob ich glaubte, daß ich ein Dichter sei. „Nein," antwortete ich, „aber ich will mich der publi zistischen Sache widmen. Jetzt," sagte ich, „jetzt ist die Zeit, in der man um die heiligsten Zwecke der Mensch heit kämpft. Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts war die Welt in Ketten dumpfen Aberglaubens gehalten. Da erhob sich, durch die Macht der Geister angeregt, eine materielle Gewalt, die blutig das Bestehende in Trümmer stürzte. Der erste Ausbruch war schrecklich und