72 unbeschränkten Gebrauch ihres Flakons mit Eau de Cologne verstattete. Es war ein Labsal in dem niedrigen, engen Saal, in dem vielleicht für höchstens sechzig Zu hörer Raum war und in dem geroiß hundertfünfzig sich zusammengepfercht hatten. Außerdem waren die Korridore schwarz von Menschen, und die Arbeiter standen bis auf die Straße, um Lassalle, der sich jede stürmische Begrüßung streng verbeten hatte, bei seinenr Betreten des Gerichtsgebäudes zum mindesten zu sehen. Es war gerade neun, der Staatsanwalt unterhielt sich mit Lassalles Verteidiger, dem Rechtsanwalt Bloem, da entstand eine starke Bewegung int Zuschauerraum; Lassalle trat ein, gefolgt von seinem getreuen Famulus, dem Düsseldorfer Bevollmächtigten. Lassalle trug unter dem linken Arm eine Unmenge Bücher, die er kaum umspannen konnte, vielleicht fünfzehn bis achtzehn Bände, und der Bevollmächtigte hinter ihm keuchte unter einer noch schwereren Last. Bloem lächelte, aber der Staatsanwalt machte ein ganz entsetztes Gesicht und rief unwillkürlich, aber doch so laut, daß wir es deutlich vernehmen konnten: „Um Gottes willen!" Lassalle, der mit einer vornehmen Kopfbewcgung den Staatsanwalt begrüßt hatte, stellte seine Bibliothek aus einem Tische, den der Gerichtsdiener herbeigeschleppt hatte, auf und ordnete dann die Bücher systematisch. Darauf begrüßte er die Gräfin Hatzfeldt mit respekt voller Herzlichkeit und drückte Bloeni und mir die Hand. Er hatte auö Achtung vor dem hohen Gerichtshof großen Gesellschaftsanzug angelegt, Frack und weiße Binde. Sobald die Herren Richter eintraten, begab sich Lassalle auf die Anklagebank und verneigte sich sehr tief vor den