76 Rede; während der sehr effektvollen Sätze, mit denen er endete, rückte er allmählich ganz unmerklich vor, so daß er bei dem letzten Worte hart an den Stufen stand, die zu dem Podium des Tribunals hinaufführten. Den Schlußpassus sprach er mit so erhobener Stimme und mit so lebhaften Bewegungen in die Richter hinein, daß sich der Präsident unwillkürlich etwas zurückbog. So weit nieine früheren Auszeichnungen über „Lassalles letzte Rede". Der Verteidiger beschränkte sich auf wenige Worte. Lassalle hatte für sich so viel getan, daß dem Advokaten zu tun fast nichts mehr übrigblieb. Der Staatsanwalt sprach sehr maßvoll, aber er beantragte doch, mit Hinweis auf die Antezedenzien des Ange klagten (seine Vorbestrafung im November 1848 wegen „Aufreizung zu gewaltsamem Widerstände gegen die Regierung bis zum Blutvergießen") das höchste Straf maß: zwei Jahre Gefängnis. Der Gerichtshof vertagte die Verkündigung des Urteils cuif den 1. Juli. Am 1. Juli wurde Lassalle zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Während der Zwischenzeit vom 28. bis zum 30. Juni war ich nüt Lassalle täglich fünf, sechs Stunden zu- sannnen. Ich brachte in der „Düsseldorfer Zeitung" beinahe den Wortlaut seiner Rede. Zum Glück hatte Lassalle sehr langsam gesprochen, und es war niir vermöge der Kollegienheft-Schnell schrift, die ich als Zeitnngsberichterstatter für meinen P ivatgebrauch noch vervollkommnet hatte, gelungen, dem Vortrage n it diesen nur n ir verständlichen Auf zeichnungen so zu folgen, daß ich in.stände war, mit