77 Zuhilfenahme des unter dem Eindruck des Frischempfan genen noch besonders bereitwilligen Gedächtnisses den ungefähren Wortlaut nach dieser Niederschrift herzu stellen. Nur an einigen Stellen, wo ich durch die in teressante Persönlichkeit des Angeklagten von meiner Arbeit abgelenkt war, machte mir die Redaktion der Rede nach meinen Aufzeichnungen Schwierigkeiten. Um diese zu heben, wandte ich mich an Lassalle selbst. In der Zeitung hatte ich zunächst einen kurzen resümierenden Bericht gebracht und einen ausführlichen mir vorbehalten. Am anderen Tage, am 28., ging ich zu Lassalle und bat ihn, mir bei dem Berichte zu helfen. Ich las ihm vor, was ich geschrieben hatte; er änderte einige wenige Kleinigkeiten und füllte durch sein Diktat alle Lücken aus. Die Revision und die Nachträge erforderten immer hin noch mehrere Stunden. Ich saß als Sekretär am Tische und schrieb nach dem Diktate Lassalles noch einige zwanzig Seiten, so daß der Bericht über die Rede allein zwölf bis fünfzehn Spalten der Zeitung füllte. Lassalle diktierte wieder nach seiner Disposition, indem er beständig im Zimmer auf und ab schritt. Sein Diktat stimmte mit der am Tage vorher ge haltenen Rede bis auf die kleinste Wendung — bis aufs „und", wie die Schauspieler sagen — genau überein. Es fiel mir auf, daß er auch jetzt, da sich das Auditorium auf meine Person allein beschränkte und er keinerlei rhetorische Wirkung zu erzielen brauchte, ganz dieselben Akzente wählte wie in der öffentlichen Sitzung und an den betreffenden Stellen auch dieselben Bewegungen machte wie am Tage vorher.