III. Das Besten -es Buddha. Buddha stammte, wie wir gesehen haben, aus dem adligen Geschlechte der Säkyas, die in einem kleinen Gebiete an den Abhängen des nepalesischen Himalaya aristokratisch regierten. Ihre Haupt stadt war Lapilavastu. Buddhas Vater hieß Suddhodana, seine Mutter Mäyä, gewöhnlich Mäyädevi genannt. Mäyä hatte kurz vor der Geburt des Knaben den Wunsch, noch einmal ihre Eltern zu sehen. Als sie aus dem Wege zu ihnen in einem Haine in der Nähe des Dorfes Lumbini bei Kapilavastu von einem hohen Baume einen Zweig abbrechen wollte, überraschte sie die Ge burt. Diese Szene ist abgebildet aus einem Relief, das sich im Jahre 1899 bei den Ausgrabungen in der dortigen Gegend gefunden hat. Der Knabe erhielt den Namen Siddbärtha (^ßaU Siddhattha), oder nach den nördlichen Quellen 8arvärtba8iddba. Der Zweig ber Säkyas, aus dem Buddha stammte, führte den Namen (1a ataiiia, und danach wird Buddha von seinen Zeitgenossen gewöhnlich sra- mano Gautamah, Pali samano Gotamo, „der Asket Gau- tama", genannt, eine in den buddhistischen Schriften beständig wiederkehrende Bezeichnung. Buddha bedeutet „der Erwachte", „der Erleuchtete", und das ist der kirchliche Name, den Siddbärtha später von seinen Anhängern bekam und unter dem er allein be kannt geworden ist. Buddhas Mutter Mäyä starb sieben Tage nach der Geburt des Knaben, und dieser wurde von der Schwester seiner Mutter Mahä- prajäpati, die Suddhodana später zur Frau nahm, aufgezogen. Wir erfahren, daß Buddha zwei Stiefgeschwister hatte, Kinder der Mahä- prajäpati, einen Stiefbruder und eine Stiefschwester, die wegen ihrer Schönheit gerühmt wird. Alte Texte berichten uns ferner, daß Siddhärtha ein sehr zarter Knabe war und fürstlich erzogen wurde. Seine Kleider waren aus feinstem Linnen aus Benares. Tag und Nacht wurden weiße Sonnenschirme über ihn gehalten, um ihn vor Kälte und Hitze, Staub, Gras und Tau zu schützen. Im Palaste wurden für ihn mit Lotosblumen verschiedenster Art bedeckte Teiche