Alte und neue Quellen. 17 o Mönche, der ich solches erwog, schwand alle Freude an der Jugend völlig". Gleiches wird dann von Krankheit und Tod gesagt, mit dem Unterschied, daß es zum Schluß heißt: „Mir ■ . . schwand alle Freude an der Gesundheit" und „Mir . • . schwand alle Freude am Leben". Das steht im Zusammenhang mit der Lehre Buddhas, daß es drei Arten von Dünkel gibt: den Dünkel infolge von Jugend, Gesundheit, Leben, d. h. daß der Mensch vergißt, daß er alt und krank wird und sterben muß. Die Stelle ist auch wichtig, weil auf ihr die Fassung beruht, die die Legende Buddhas Entschlüsse, von Haus und Hof zu scheiden, gegeben hat. Sie weiß von Buddhas Geburt und Jugend viel mehr zu erzählen. Die südliche jüngere Überlieferung liegt uns besonders vor in der in Pali geschriebenen Nidanakathä, der Einleitung zu den später zu besprechenden llatakas, die nördliche imGalitavistara und dem Llalläv astn, den Lebensbeschreibungen bestimmter Sekten, die erste in Sanskrit und Versen im Gäthäbialeft, die zweite ganz im Gatlmdialekt geschrieben. Der Lalitavistara, der auch ins Tibetische übersetzt worden ist, ist fürvieleMillionenMenschendieQuelleihresGlaubens bis auf den heutigen Tag. Er führt die Erzählung nur bis zur Erleuchtung, über die auch das Mahävastu nicht weit hinausreicht. In diesen drei Werken finden sich auch vorzugsweise die Anklänge an christliche Erzählungen, die verwertet worden sind, um bud dhistische Einflüsse auf die christliche Evangelienliteratur und die sich zunächst anschließenden neutestamentlichen Schriften zu erweisen. Zuerst ist dies in umfassender Weise geschehen vonRudolfSeydel, dann vorsichtiger von van den Bergh van Eysinga. Ein Beispiel diene als Probe. Bereits in einem der ältesten Werke des südlichen Kanons, dem Suttanipäta, findet sich folgende Erzählung. DerHeiligeAsita, mit vollerem Namen AsitaDevala oder Kala Devala, „der schwarze vovala", sah bei einem Be suche, den er den Göttern im Himmel machte, daß die Götter sich in großer Freude befanden. Auf seine Frage nach der Ursache, wurde ihm gesagt, daß im Lande der Säkyas, im Dorfe Lumbini, ein Knabe geboren sei, der einst ein Buddha werden würde. Als Asita dies hörte, begab er sich vom Himmel zu 8nddboäana und ließ sich den Knaben zeigen. Als er ihn, der wie das Feuer glänzte, gesehen hatte, nahm er ihn auf seine Arme und pries ihn als das höchste der lebenden Wesen. Plötzlich aber fing er an zu weinen. Die Frage der Sakyas, ob dem Knaben ein Leid drohe, verneinte er; er weine, weil er sterben werde, ehe der Knabe Buddha ge- ANuG 109: Pischel, Leben und Lehre des Buddha. 2. Aufl. 2