Die Zeit nach der Erleuchtung. 25 die Stadt verließ, trat nach der südlichen Quelle Mara zu ihm und suchte ihn zur Umkehr zu bewegen, indem er ihm in Aussicht stellte, in sieben Tagen werde ihm die Herrschaft über die ganze Erde zuteil werden. Als Buddha ihn abwies, sagte Nara: „Bon heut ab werde ich jedesmal, wenn du an mich denkst, die Ge danken sinnlicher Lust, von Haß und Grausamkeit in dir erwecken", und seit diesem Augenblicke lauerte er auf eine Passende Gelegen heit, während er dem Buddha wie sein Schatten folgte. In den nördlichen Texten ist hier der Versucher nicht Nüra, sondern der Wagenlenker, der Buddha die Weltherrschaft in den herrlichsten Farben malt. Dies entspricht gewiß dem zweiten Teile der Ver suchungsgeschichte Jesu, wo der Teufel ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit anbietet. Aber auch der erste Teil, in dem der Versucher Jesus auffordert, die Steine in Brot zu verwandeln, hat seine Parallele. In dem schon erwähnten alten Suttanipäta wird erzählt, daß, als Buddha in den Wäldern von Uruvela von Kasteiung und Hunger entkräftet war, der Versucher zu ihm trat und zu ihm sprach: „Du bist mager, entstellt, der Tod ist dir nahe. Tausend Teile von dir gehören dem Tode, nur ein Teil dem Leben. Es ist besser, Herr, zu leben; lebend kannst du gute Werke tun." Buddha weist ihn ab und zählt auf, was die neun Heere des Nära sind, mit denen er die Menschen angreift: Wollust, Unzufrieden heit, Hunger und Durst, Verlangen, Faulheit und Untätigkeit, Feigheit, Zweifel, Heuchelei und Dummheit, Ruhmsucht und Hoch mut. „Dein Heer, das Menschen und Götter nicht besiegen können, werde ich mit dem Verstände zerbrechen, wie man einen irdenen Topf zerbricht. Ich werde mein Denken zügeln und meinen Geist festigen und von Königreich zu Königreich wandern, Jünger bil dend." Da sagte Uära: „Sieben Jahre lang folgte ich dem Er habenen Schritt für Schritt und ich fand kein Fehl an dem völlig Erwachten, Erleuchteten. Wie eine Krähe, die umsonst einen Felsen umkreist, wollen wir von Gautama weggehen." Traurig ging er weg. und die Saiten seiner Laute rissen. In dieser alten Fassung ist noch deutlich ausgesprochen, wer Mra ist, und was seine Heere sind. Die spätere Zeit hat die bild liche Redeweise der alten Texte wörtlich gefaßt und konkrete Ge stalten geschaffen. In der Nidänakathä und dem Lalitavistara wird erzählt, daß illära zu Buddha kam, auf seinem Elefanten reitend, der anderthalbhundert Meilen maß, begleitet von einem unabsehbaren Heere von Teufeln, das sich zur rechten und linken