Die Versuchungsgeschichten. 27 es sehr wohl zweimal an verschiedenen Orten unabhängig von einander entstanden sein kann. Eine Versuchung findet sich auch im Parsismus. Zoroaster hat nach dem Avsstä ähnliche Angriffe des Ahriman und seiner bösen Geister auszustehen, wie Buddha, und als er sie abschlägt, sagt Ahriman zu ihm: „Entsage dem guten mazdayasnischen Gesetze, so wirst du alle Gnade erhalten, die Yadhaghana erhalten hat, der Herr der Völker." Näheres ist leider darüber nicht bekannt. Die alten buddhistischen Texte erzählen dann, daß zu Buddha, als er unter dem „Baume des Ziegenhirten" saß, ein hochmütiger Brahmane kam, der ihn nach den charakteristischen Eigenschasten eines Brahmanen fragte, die Buddha ihm angab; wie den Bud dha der Schlangenkönig Mucalinda vor einem sieben Tage dauern den Unwetter schützte, indem er sich siebenmal in Windungen um seinen Leib schlang; wie Buddha dann zum „Baume des Königs sitzes" ging und dort seine ersten beiden Bekenner gewann, die Kaufleute Taxussa (bei den Nördlichen Trapnsa und Tra- xusa) und Bhallika, die auf Veranlassung einer Gottheit sich zu ihm wandten und ihm Nahrung reichten. Diese alten Berichte sind ganz märchenhaft gehalten. Nach sieben Tagen ging Buddha zurück zum „Baume des Ziegenhirten" und hier stiegen ihm Zweifel auf, ob er seine Erkenntnis der Welt mitteilen solle; er fürchtete, daß sie den Menschen unverständlich sein würde. Die Legende läßt den Gott Brahma» seine Zweifel besiegen. Auf sein Andrängen macht er sich auf, um zu predigen. Er dachte zuerst an seine beiden Lehrer. Aber eine Gottheit belehrte ihn, daß Älära vor einer Woche, Uddaka am Abend vorher gestorben sei. Da erinnerte er sich an die fünf Mönche, die früher in Uruvelä bei ihm gewesen waren und ihn dann verlassen hatten. Sie hiel ten sich damals im Tierpark Rsipatana (Pali Isipatana) bei Benares auf. Dahin richtete Buddha seine Schritte. Die Mönche wollten anfangs nichts von ihm wissen; allmählich aber wandten sie sich ihm zu und hörten auf seine Worte. Die Tradition läßt Buddha hier zum ersten Male predigen, und diese Predigt von Benares, wo Buddha zuerst „das Rad der Lehre in Bewegung setzte", ist unter den Buddhisten hochberühmt. Sie lautet in wört licher Übersetzung: „Zwei Extreme gibt es. ihr Mönche, denen nicht frönen darf, wer aus dem weltlichen Leben getreten ist. Welche zwei? Das eine ist eine Hingabe an den Genuß der Lüste; die ist niedrig, gewöhnlich, gemein, unedel, zwecklos. Das andere