Die buddhistische Bergpredigt. 31 ihrer überdrüssig ist, wird er von der Leidenschaft befreit und durch Befreiung von der Leidenschaft wird er erlöst. Wenn er erlöst ist, so erkennt er, daß er erlöst ist, und es wird ihm klar, daß die Wiedergeburt zu Ende, die Heiligung vollendet ist, daß er seine Pflicht getan, und daß es für ihn keine Rückkehr zu dieser Welt mehr gibt." Von Uruvela zog Buddha nach Eäjagrha. Die jüngeren Texte hatten ihn schon einmal dahin ziehen lassen, bald nachdem er zuerst das geistliche Gewand angelegt hatte. Seine ungewöhnliche Er scheinung hatte damals schon die Aufmerksamkeit des Königs Biwbi- sära erregt, der Buddha alles anbot, worüber er verfügte, nach den nördlichen Quellen sogar die Hälfte seines Königreichs. Aber Buddha hatte alles abgelehnt, dagegen dem Könige versprochen, daß er sein Reich zuerst besuchen werde, wenn er Buddha geworden sei. Der in den alten Texten geschilderte Besuch wäre danach die Einlösung eines früher gegebenen Versprechens. Bimdisära bekehrte sich mit einer großen Zahl seiner Untertanen zu Buddha und blieb während seines ganzen Lebens ein treuer Freund und Beschützer Buddhas. Er lud damals Buddha für den nächsten Tag zum Mittagessen ein, worein dieser durch Schweigen willigte. Bei dem Essen setzte Bimbisära ihm die feinsten Gerichte vor und bediente ihn selbst. Am Ende der Mahl zeit machte er ihm einen großen Park, das Yeluvana, „Schilfrohr hain", zum Geschenk, das der Meister annahm. Dort pflegte Buddha sich fortan aufzuhalten, wenn er nach Eäjagrha kam, und dort haben sich daher viele Ereignisse in seinem Leben abgespielt. In Eäjagrha gewann sich Buddha damals auch die beidenJünger, die später nächst ihm selbst die erste Rolle in der Gemeinde spielen sollten, 8ariputra (Pali Läriputta) und Maudgalyäyana (Pali Moggalläna). Beide waren Schüler des Bettelmönches Samjaya und eng befreundet. Sie hatten sich das Versprechen gegeben, daß, wer zuerst die Erlösung vom Tode erlange, dies dem andern sagen solle. Einst sah Kärixutra einen Jünger des Buddha, den A s v a j i t (^ati A s s a j i; Bei ben nördlichen A s v ak i n), einen aus der Gruppe der fünf, durch die Straßen von Eäjagrha wandern. Sein Wesen imponierte ihm so, daß er ihn nach seinem Meister und dessen Lehre fragte. Asvajit erklärte ihm, er sei noch ein Neuling und könne ihm die Lehre nicht in vollem Umfange mitteilen, sondern nur ihren kurzen Sinn. Lärixutra ist damit zufrieden, und Asvajit spricht die berühmten Worte: „Die Daseins formen, die eine Ursache haben, deren Ursache hat der Vollendete verkündet, und was ihre Vernichtung ist. So lehrt der große Asket."