Buddha und die Frauen. 39 ein junger, auffallend schöner Mönch das Haus eines Kaufmanns und wurde von dessen junger Frau erblickt, die sich in seine schönen Augen verliebte. Sie sprach zu ihm: „Weshalb hast du dieses häßliche Gelübde auf dich genommen? Glücklich ist die Frau, die mit solchen Augen angesehen wird, wie du sie hast." Da riß der Mönch sich ein Auge aus, nahm es in die Hand und sprach zu ihr: „Mutter, sieh, so ist es, ein häßliches, blutiges Stück Fleisch; nimm es, wenn es dir beliebt. Ebenso ist auch das zweite. Sage, was ist daran schön?" Eine ähnliche Geschichte wird von der Nonne 8nbbü erzählt, der ein Mann im Walde Liebesanträge machte. Als sie Buddha ansah, erstand ihr das ausgerissene Auge in alter Schönheit wieder. Oft genug sind aber die Mönche auch den Ver suchungen unterlegen, wie dies die Texte zugestehen. Buddha selbst wurde zweimal von jungen Nonnen feindlicher Sekten auf An stiften derselben verleumdet. Seine Unschuld kam aber glänzend an den Tag. Wie neben den Mönchen die Laienbrüder (Up äs aka), so standen neben den Nonnen die Laienschwestern (Upäsikä). Unter ihnen ragt hervor „die große Laienschwester" Visakba. Sie war die Tochter eines sehr reichen Mannes in Ayodhyä (heute Oudh) und heiratete nach 8rävasti den Sohn eines Ministers des Königs Üraso- najit. Nicht weit von Srävasti ließ sie mit enormen Kosten für die buddhistische Geistlichkeit ein Prachtgebäude aufführen, den Pür- yäräma (Pali Pubbarama), „Östlicher Garten", der oft ge nannt wird. Sie war reich mit Kindern und Enkeln gesegnet und in 8räva8ti hoch angesehen. Während ihres Lebens lieferte sie der Gemeinde acht Dinge: Regenmäntel, den Nonnen Bademäntel, seit sie einmal gesehen hatte, daß junge Nonnen, die zusammen mit Hetären nackt badeten, von diesen verhöhnt wurden, den fremden, ankommenden Mönchen Nahrung, ebenso den durchreisenden, den kranken Brüdern und den Krankenpflegern; ferner reichte sie den Kranken Arznei und verteilte täglich Spenden von Reisbrei. Visäkhä ist das weibliche Gegenstück zu Anäthapindika. Im neunten Jahre der Lehrtätigkeit Buddhas brach in der Ge meinde ein ernstlicher Zwiespalt aus. Als der Meister in Kau- sämbi weilte, machte sich einer der Mönche einer Übertretung schul dig. Die Regel verlangte, daß der Schuldige sein Vergehen öffent lich bekannte. Als der Mönch sich weigerte, wurde er von der Gegenpartei in den Bann getan. Da er aber beliebt war, fand er bald zahlreiche Anhänger, die ihn für unschuldig erklärten