44 ITI. Das Leben des Buddha. Anuruddha hielt an die Mönche eine Ansprache, forderte sie auf, gefaßt zu sein und schickte den Ananda zu den Mallas, die die vor her unterbrochenen Geschäfte auf dem Rathause fortsetzten. Bei der Todesnachricht wehklagten sie laut. Sie zogen zur Leiche und sieben Tage lang ehrten sie den toten Meister mit Tanz. Gesang, Instru mentalmusik, Kränzen und Räucherwerk. Am siebenten Tage trugen acht der angesehensten Mallas die Leiche nach einem Heiligtum in der Nähe der Stadt Kusinagara, und dort wurde sie mit den Ehren verbrannt, die man einem Weltherrscher zu erweisen Pflegt. Die Überreste wurden durch den Brahmanen vroya an die verschiedenen Fürsten und Adligen verteilt. Einen Teil erhielten auch die Säkyas von Kapilavastu, die darüber einen Stüpa (Reliquienhügel) errich teten. Dieser ist 1898 von W. C. PePPo bei Piprävä im Tarai gefunden und geöffnet worden. Er zeichnete sich vor den andern dort befindlichen Ltüpas durch seinen Umfang und seine auffallende Gestalt aus. Zehn Fuß von der Spitze entfernt fand sich eine kleine, zerbrochene Steatiturne, die voll Lehm war, in dem Kügelchen, Kri stalle, Goldschmuck, geschnittene Sterne u. dgl. eingebettet waren. Von da ab zog sich in die Tiefe hinab ein kreisrunder Schacht, der mit Lehm angefüllt und von Mauerwerk umschlossen war. Nach dem man achtzehn Fuß durch dieses feste Mauerwerk gegraben hatte, stieß man auf eine riesige Steinplatte, die sich bei weiterer Aus grabung als der Deckel eines massiven Saudsteinkastens erwies. Der Deckel war durch den Druck des Mauerwerks in vier Teile zerbrochen, der Kasten aber trotzdem völlig geschlossen, da die Stücke durch die Art der Befestigung des Deckels fest zusammenhielten. Sie konnten ohne Beschädigung des Inhalts des Kastens entfernt werden. Der Kasten selbst war aus hartem, feinem Sandstein von hervorragender Güte, und mit gewaltiger Arbeit und großen Kosten aus einem massiven Felsblock ausgehöhlt, der von weit her hin geschafft worden sein muß, da in der Nähe sich ähnliches Gestein nicht findet. Im Innern des Kastens stand eine Steatiturne, die in alter Lräbinischrift und in Mägackbi-Sprache die Inschrift zeigte: „Dieser Behälter der Reliquien des erhabenen Buddha aus dem Geschlechte der Säkyas ist die fromme Stiftung der Brüder samt den Schwestern, mit Kindern und Frauen". Unmittelbar rechts von dieser Urne stand eine prachivolle Kristallbüchse, zu der ein Deckel gehörte, der hohl und mit gekörnten Sternen aus Blattgold an gefüllt war. Der Griff des Deckels hat die Gestalt eines Fisches. Links von der Urne stand eine Base, vor beiden ein flaches, korb-