VI. Die Lehre -es Ouddha. Im vbainmaxacka findet sich ein Vers (183), der Buddha selbst zugeschrieben wird, und den die Buddhisten noch heut als eine Art Glaubensbekenntnis rezitieren: „Die Unterlassung aller Sünde, das Tun alles Guten, die Reinigung des Herzens: das ist die Lehre des Buddha." Und diesem Verse entspricht durchaus, was uns als Lehre des Buddha überliefert wird. Sie bewegt sich um zwei Punkte: Leiden und Erlösung. Es heißt: „So wie, ihr Mönche, das große Weltmeer nur einen Geschmack hat, den Ge schmack des Salzes, so hat auch diese Lehre nur einen Geschmack, den Geschmack der Erlösung." Sie stellt sich also ein ganz be stimmtes, praktisches Ziel: die Erlösung. Erlösung aber bedeutet für den Inder Erlösung von der Wiedergeburt. Die ganze Lehre des Buddha ist gegründet auf die sogenannten „Vier edlen Wahrheiten." Diese sind: Das Leiden, die Entstehung des Leidens, die Aufhebung des Leidens, der Weg, der zur Auf hebung des Leidens führt. Mit anderen Worten: 1. Alles, was existiert, ist dem Leiden unterworfen. 2. Dieses Leiden hat seine Ursache in den menschlichen Leidenschaften. 3. Die Befreiung von den Leidenschaften befreit vom Leiden. 4. Der Weg zur Befreiung ist „der edle achtgliedrige Weg." Die erste Wahrheit stellt also fest, daß das Leiden in der Welt da ist, die zweite, warum es da ist, die dritte, daß es vernichtet werden kann, und die vierte, wie es vernichtet werden kann. Diese vier edlen Wahrheiten spielen schon in der ersten Predigt Buddhas, der Predigt von Benares, die ich oben mitgeteilt habe (S. 27 f.), die Hauptrolle. Sie kehren in den heiligen Schriften der Buddhisten unzählige Male wieder, und Buddhas Jünger tragen sie den Mönchen mit genau denselben Worten vor wie der Meister. Sie gelten als das Erkennungsmittel eines wahren Buddhisten. So sagt einmal Lariputrn: „Wenn, ihr Brüder, ein edler Jünger das Leiden er kennt, die Entstehung des Leidens, die Vernichtung des Leidens, den Weg, der zur Vernichtung des Leidens führt, dann hat der