Die Formel vom Kausalnexus. 67 lichen nennen, Maskarin Gosälikäputra, einer der sec^s Lehrer, die zugleich mit Buddha im Lande umherzogen. Er war der Stifter der Sekte der Äjivikas, die der König Asoka Priyadarsin (263—226, nach andern 272—232 vor Chr.) in einer seiner Felseninschriften erwähnt. Sie müssen also damals noch zahlreich gewesen sein. Er ist auch den Jainas wohlbekannt, die ihn Go- sala Mankhaliputta nennen und zu einem abtrünnigen Schüler ihres Meisters Mahävira machen. Von der Lehre des Makkhali ist uns leider sehr wenig bekannt. Wir erfahren aber, daß er lehrte: „Es gibt kein Handeln, es gibt keine Tat, es gibt keinen Willen", also die Freiheit des Willens leugnete. Ihm traten Nabavlra und Buddha gegenüber. Mahavira lehrte: „Es gibt eine Anstrengung, es gibt ein Handeln, eine Kraft, einen Willen, mannhaftes Wollen und Tun", und Buddha: „Ich lehre, daß es ein Handeln, eine Tat, einen Willen gibt." Buddha erklärte: wie von allen gewebten Gewändern ein härenes das schlechteste sei, so sei von allen Lehren die des Makkhali die schlechteste. Nach Buddha kann also der Mensch sein Schicksal beeinflussen, ja, bestimmen. Der erste Satz der Kausalitätsformel besagt also: Wer die Lehre des Buddha nicht kennt und nicht bekennt, wird nicht frei von den Prädispositionen zu einer neuen Geburt. Der zweite Satz lautet: „Aus den Samskaras entsteht die Denk substanz." Das Wort für Denksubstanz ist Vijfiana, Pali Vinnana, und das entspricht genau der Buddhi des Samkhya. Die Scholiasten gebrauchen beide Worte als Synonyma. Buddhi ist gewöhnlich die Fähigkeit, Vorstellungen zu bilden und festzu halten, die Urteilskraft, die Einsicht. In der Philosophie des Samkhya aber ist Buddhi eine Substanz, die Denksubstanz. Sie ist das Organ der Unterscheidung, des Urteils, der Entschließung, und sie gilt für das hervorragendste der inneren Organe, weshalb sie auch Mahat, „das Große", oder Mahan, „der Große", ge nannt wird, im Yoga Gitta „Denken", „Gedanke", „Sinn". Auch die Buddhisten bezeichnen das Yijnäna als eine Substanz, ein Element (Dhätu). Es ist ihnen das sechste Element neben Erde, Wasser, Feuer, Wind, Äther. Es wird als ein feines, nichtkörper liches Element gedacht, das nicht mit dem Menschen stirbt, sondern mit und durch die Samskaras nach dem Tode übrig bleibt und der Keim zu einer neuen Existenz ist. Es ist identisch mit dem Biügasarlra des Samkhya (S. 65). Die Samskaras erzeugen es; es ist ihre Entwicklung, ihre Entfaltung, ihr Jndieerscheinungtreten. 5*