Der Grundgedanke des Buddhismus. 79 Erhabenen gesehen hatte, sprach er: „Betritt diesen Wald nicht, Asket! Hier leben drei vornehme Herren, die sich stets gleichbleiben; störe sie nicht!" Der ehrwürdige Anuruddha hörte, wie der Wald wärter mit dem Erhabenen sprach, und als er es gehört hatte, sprach er zu dem Waldwärter: „Bruder Waldwärter, hindere den Erhabenen nicht. Unser erhabener Lehrer ist da." Und der ehrwürdige Anu- ruddha ging zu dem ehrwürdigen Nandika und dem ehrwürdigen Kimbila und sagte zu ihnen: „Kommt, Ehrwürdige, kommt Ehr würdige, unser erhabener Lehrer ist da!" Und der ehrwürdige Anu- ruddha und der ehrwürdige Nandika und der ehrwürdige Kimbila gingen dem Erhabenen entgegen; der eine nahm dem Erhabenen den Betteltopf und das Gewand ab, der andere machte ihm einen Sitz zurecht, der andere brachte ihm Fnßwasser, eine Fußbank und ein Fußbecken. Der Erhabene setzte sich auf den zurechtgemachten Sitz und wusch sich die Füße. Und nachdem die Ehrwürdigen den Erhabenen begrüßt hatten, setzten sie sich neben ihn. Und zu dem ehrwürdigen Anurnddüa, der neben ihm saß, sprach der Erhabene so: „Geht es euch leidlich, o Anuruddha? Habt ihr zu leben? Habt ihr keine Not mit den Almosen?" „Es geht uns leidlich, Er habener. Wir haben zu leben, Erhabener, und wir haben, o Herr, keine Not mit den Almosen." „Lebt ihr, o Anuruddha, zusammen einträchtig, ohne Streit, friedfertig, indem ihr euch einander mit freundschaftlichen Blicken anseht?" „Wir leben, o Herr, zusammen einträchtig, ohne Streit, friedfertig, indem wir uns einander mit freundschaftlichen Blicken ansehen." „Und in welcher Weise tut ihr dies, o Anuruddha?" „Ich denke, o Herr: es ist für mich ein Gewinn und Glück, daß ich mit solchen Mitpriestern zusammen lebe. In mir ist, o Herr, zu diesen Ehrwürdigen werktätige Liebe mit Händen, Mund und Herz, offen und im Verborgenen ent standen. Ich denke, o Herr: könnte ich doch meinen eigenen Willen unterdrücken und nach dem Willen dieser Ehrwürdigen handeln. Und ich habe, o Herr, meinen eigenen Willen unterdrückt und handle nach dem Willen dieser Ehrwürdigen. Denn unsere Leiber, o Herr, sind verschieden, aber unser Herz ist, glaube ich, ein und dasselbe." Dieselbe Antwort erhielt Buddha auf seine Frage auch von Nandika und Kimbila. Gestalten, wie die dieser drei Mönche, sind in der Geschichte des Buddhismus nicht, vereinzelt. Sie zeigen, daß die Sittlichkeit des Buddhismus doch etwas mehr ist als eine bloße „Verständigkeits moral". Es ist wahr, daß der Buddhismus die ideale Forderung