84 VI. Die Lehre des Buddha. Lohn entsprach seinen Taten. Er wurde in einem großen, mit langen Zuckerrohren bewachsenen Haine wiedergeboren. So oft er davon essen wollte, schlug ihn das Rohr, und er fiel ohnmächtig nieder. Er wurde durch Maudgaljäyana erlöst, der ihm riet, das Rohr mit abgewandtem Gesicht zu fassen, wie er einst das Stück dem Kinde zugeworfen hatte. Die Moral der Geschichte ist, daß alles in freundlicher Weise und gern gegeben werden muß. Auch kleine Geschenke tragen großen Lohn. Einst erzählte der Herr eine Ge schichte von dem Sohne eines reichen Gildemeisters in Räjagrha. Aus übergroßer Liebe hatten die Eltern ihren Sohn nichts lernen lassen, weil sie ihren Reichtum für so groß hielten, daß der Sohn ihn nicht vergeuden könne. Er geriet aber in schlechte Gesellschaft, verbrachte seine Zeit in Saus und Braus mit Schauspielern und Sängern und kam schließlich an den Bettelstab. Im Asyl für Obdachlose traf er einst mit Dieben zusammen, die ihn überredeten, mit ihnen gemeinsam einen Diebstahl auszuführen. Dabei wurde er infolge seiner Ungeschicklichkeit ergriffen und zum Tode verur teilt. Auf dem Wege zum Richtplatz sah ihn eine Hetäre, mit der er früher Verkehr gehabt hatte. Von Mitleid über sein trauriges Geschick erfaßt, sandte sie ihm vier Stück Zuckerzeug und Wasser. In diesem Augenblicke sah Mahamaudgalyayana mit göttlichem Blick dessen Unglück und versuchte ihn aus der Hölle zu retten. Er erschien vor ihm, und der Verurteilte bot ihm mit gläubigem Herzen das Zuckerzeug und Wasser an. Dafür wurde er nach der Hin richtung als ein Baumgott auf einem großen dichtschattigen Feigen baum in einem Bergwalde geboren. Da er ein so vorzügliches Feld für gute Taten wie den Uaudgatyäyana gehabt hatte, wäre er für seine gute Tat sogar in der Götterwelt wiedergeboren worden. Aber im Augenblicke des Todes dachte er dankbar an die Hetäre, und dadurch wurde sein Herz befleckt, so daß er sich mit dem Range eines Erdgeistes begnügen mußte. Dafür hatte er aber den Bore teil, später mit seiner geliebten Hetäre eine Woche vergnügt leben zu können. Der Herr aber sprach nach der Erzählung dieser Ge schichte die Verse: „Die Arhats gleichen dem Felde, die Geber den Pflügern, die Gabe dem Samen; daraus entsteht die Frucht. Dieser Same, dieses Pflügen und dieses Feld kommen den Geistern der Toten und dem Geber zu gute. Die Geister der Toten genießen es, und der Geber ivird durch seine fromme Tat erhöht. Wenn er hier Gutes tut und die Geister der Toten ehrt, kommt er in den Himmel, da er eine schöne Tat verrichtet hat."